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an vögel denken

an vögel denken, wenn du
welke blätter siehst im kahlen baum

immer, wenn die sonne morgens scheint
lacht dich der tag an wie
dein jüngeres gesicht 

deine ersten gedanken sind kleine vögel
in den ästen eines kahlen baums

du traust ihnen alles zu
sie können fliegen

tanzen

da ist sie wieder
diese kleine freude die
mich tanzen lässt
zur musik aus dem radio

oft denke ich
sie kommt nie wieder
ist einfach versiegt
ich werde alt
das tanzen ist vorbei

dann sehe ich
die herbstblätter
im wind
tanzen
und ich weiß
das tanzen geht nie
vorbei


straßenkopfkinogedicht

ungerührt und unberührt
steht es seit monaten
an einen baum gekettet
im korb noch
die blätter vom letzten herbst
seit gestern
eine schneehaube auf dem sattel

im vorbeifahren
nehme ich mir vor
ein foto zu machen
immer wieder
ein foto zu machen
durch alle jahreszeiten
bei jedem wetter

festzuhalten
was passiert wenn
keine zuwendung
keine berührung
keine bewegung
kein anspruch
mehr stattfindet

sommer herbst und winter
sind vergangen
ohne ein bild
der frühling kommt bald
noch sind die reifen
ganz leicht
mit luft befüllt

angeregt durch Beatrix Brockman




.

Kälteeinbruch
Ich hülle meine Hoffnung
In warme Wolle

.

porträt im winter


wenn du mich malst
dann male mir
ich bitte dich
einen zwilling an die seite
denn wenn ich alt bin
bin ich nicht gern
allein


der Tisch des Herrn

auch ich habe
deinen Tisch verlassen
nach langer Zeit 
- so wie Mr. Cohen -
ich stelle meine Füße
nicht mehr unter deinen Tisch
kann nun tun und lassen
was ich will
ohne dich zu fragen
ohne dir Rechenschaft
abzulegen

aber wer weiß

vielleicht gibt es einen Vertrag
zwischen dir und mir
den nur du kennst
der mich in deiner Nähe hält
- es gibt Wunder sagt man -
vielleicht
bist du ich und
ich bin du und
wir sind eins und
wir können nicht ohne
einander

im Verlustgarten

im Verlustgarten von Jeannette Frei

Harmonie

Erschöpfung lügt Harmonie
las ich irgendwo bei Günter Grass

es ging dabei um ein Paar
zwei Menschen
die schon lange
in eingefahrenen Bahnen
nebeneinander her
liefen
auf parallelen Gleisen
die dennoch 
weit draußen am Horizont
zusammentrafen in einem Punkt
sich zumindest innig berührten

nur optische Täuschung?

Stoßgebet

wir werfen die Sorgen
auf dich

sei gewarnt!

sie sind nicht weich
sondern hart wie
Stein

brich uns nur
nicht zusammen
unter dieser Last

was könnten wir
mit einem gesteinigten
Gott anfangen

unser aufrechter Gang
wäre sinnlos



Wirf deine Sorge auf den Herrn, er hält dich aufrecht (Psalm 55,23)

wenn nichts mehr ist

wenn nichts mehr ist
zwischen uns
ist nichts mehr

[da hilft nur abwarten
und tee trinken]

bis wieder was ist
zwischen uns

[weil du mich magst
weil ich dich mag]

januar

das gängige ist eis
glatt
[hüte dich]
gleite
ins neue

verwirrung
wird
sichelklar

vollrund
in der vollendung

schau vorwärts
nur
[hüte dich / behüte dich]

die Lösung

in meiner linken Hand
sollte ein kleiner Engel
schlafen

und ich wollte
unaufhörlich
unter allen Umständen
immer
darauf bedacht sein
ihn nicht aufzuwecken


Wenn draußen ein Abendrot ist
und drinnen die Lampe
freundlich scheint
Dann gibt es eine Ahnung
von Glück drinnen
und draußen
Vergangen nicht,
Verwandelt ist,
Was war
(Rainer Maria Rilke)

www.picturepilot.de


Gott-sei-Dank

Gedanken rotten sich
Zum Hirnschlag

Doch Gott-sei-Dank

Gras wächst wieder
Über Zweifel

Gott-sei-Dank

Getrenntes nimmt sich
Bei der Hand

Gott-sei-Dank

Schau

Oben thront
Der alles verzeihende Mond

Paradies

Ein Garten. Es fließt Wasser und roter Wein, und es gibt gutes Brot in Hülle und Fülle. Und Du bist da.

Mehr als … sagst Du, mehr als Wein, der von selbst in den Mund fließt, und mehr als Brot, das wie selbstverständlich da ist.

Mehr als … , sagst du, das ist das Paradies.
Nicht mehr Wein, nicht mehr Brot. Mehr als das, was uns von selbst zufällt.

Mehr als ...du und ich?

zum Glück

dann gingst du
mit dir ging das Licht
das Dunkel kam
der Mond  lag blass
in seiner Sichel zerzaust
die weiße Katz die
übern Weg mir schlich
die sah mich nicht
die schwarze Katz verschlief
die Nacht
zu meinem Glück
und du kamst doch
zurück


.

Blau scheint durch -
Vergissmeinnicht

.


Sommerabend

siehst du
die Fledermäuse jagen
hörst du die Tauben
glaubst du
Tauben fragen 
wenn sie gurren
und diese Fliege
sonnig surrend
ist der Sommer

bleib
bis der Fuchs
mich zärtlich küsst
geh nicht
wenn Blätter fallen Äste brechen
bleib
wenn der Herbst
den Winter grüßt
bleib

das letzte Feld ...

auf dem Kornähren
zärtlich
mohnrote Blüten halten
sie im Wind wiegen und
ihnen ewige Treue flüstern
weit und breit

das letzte Feld