Abkoppelung von Gaza – endgültig

Karte entnommen von http://news.bbc.co.uk

Von Shlomo Avineri

Auch wer nicht zu den Anhängern von Außenminister Avigdor Lieberman gehört, muss zugeben, dass seine Initiative, die europäischen Außenminister zu einem Besuch Gazas einzuladen, ein positiver und kreativer Schritt ist. Sie ist dazu angetan, auch die vollständige Abkoppelung Israels vom Gaza-Streifen zu markieren – einen Prozess, der noch nicht zum Ende gekommen ist, insbesondere wegen des Widerstands des Sicherheitsapparats, der dazu neigt, die Gaza-Frage allein unter dem engen sicherheitspolitischen Blickwinkel zu sehen, und von dem furchtbaren Schaden absieht, den die Blockade Israel einbringt.

Wenn Israel behauptet, es gebe kein humanitäres Unglück in Gaza, kann es – wie es in der Vergangenheit versucht worden ist – Besuche in Gaza nicht vermeiden. Es zeigt sich, dass Israel nach Jahrzehnten der Herrschaft in Gaza – die weder den Aufstieg der Hamas, noch die Aufrüstung und den Schmuggel verhindert hat – sich schwer damit tut, sich von dem Gefühl, der Herr zu sein, zu befreien. Nun könnte ausgerechnet der Außenminister diesen komplizierten Prozess führen, über dessen Beweggründe sich streiten lässt, der aber die Arbeit zu Ende bringen kann, die Ariel Sharon – mit breiter Unterstützung der Öffentlichkeit – begonnen hatte: sich von der Herrschaft über und der Verantwortung für Gaza zu befreien.

Nach der Räumung der israelischen Siedlungen fand sich Israel in einer absurden Situation wieder. Es kontrolliert den Küstenstreifen nicht mehr, hat jedoch – aufgrund des Beharrens , die Kontrolle über die Übergänge und die Küste zu behalten – eine Realität geschaffen, die schlimmer nicht sein könnte: Es übt keine Herrschaft aus, wird jedoch als verantwortlich betrachtet. Auch die irrsinnige, mit einem fundamentalen moralischen Makel behaftete Idee, über eineinhalb Millionen Bürger eine Blockade zu verhängen, um die Hamas zur Freilassung Gilad Shalits zu „zwingen“, hat sich als herber Fehlschlag erwiesen. Und die Auffassung, dass jedwede israelische Politik bestimmt, wer über die Palästinenser herrscht – und ob die Hamas oder Abu Mazen [Mahmoud Abbas] geschwächt oder gestärkt werden – ist nichts weiter als Überheblichkeit.

Wenn der Plan des Außenministers die Unterstützung des Ministerpräsidenten und des Sicherheitsapparats erhält und sich verwirklicht, wird Israel es der Europäischen Union ermöglichen, die Verantwortung für die Entwicklung von Infrastrukturen in Gaza und auch die Kontrolle über die Wareneinfuhr in den Küstenstreifen zu übernehmen, unter sicherheitspolitischer Abstimmung mit Israel. Die Konsequenzen sind komplex: Auch wenn die Europäische Union keine direkten Kontakte mit der Hamas unterhalten würde, ist doch klar, dass diese Schritte nicht ohne jegliche Koordination mit der Regierung Ismail Haniyehs vorbereitet werden könnten. Innerhalb der Palästinensischen Autonomiebehörde und womöglich auch der Obama-Administration würde man über diesen Prozess nicht begeistert sein, aber er entspräche zweifellos den israelischen Interessen.

Das bleibt auch dann wahr, wenn einer der Beweggründe des Außenministers darin besteht, die Aussichten auf ein Abkommen zwischen Fatah und Hamas zu vereiteln, indem sich Gaza zu einer gesonderten Einheit entwickelt. Aber auch ohne diese Initiative sind alle Versuche, solch ein Abkommen zu erreichen, bislang gescheitert, und den Preis dafür haben die Bewohner des Küstenstreifens gezahlt – und Israel.

Der Staat Israel muss sich an die Idee gewöhnen, dass seine Grenze zu Gaza ähnlich der zu Syrien werden wird: Gaza wird Ausland werden. Die Tatsache, dass es in Gaza eine für Israel sehr unangenehme Regierung gibt, ist irrelevant. Auch in Damaskus herrschen nicht die Liebhaber Zions.

Die Idee, dass die Europäische Union die effektive Antwort für die Entwicklung Gazas übernehmen wird, sollte auch die israelische Linke unterstützen – selbst wenn es Lieberman ist, der sie vorgeschlagen hat. Wenn jemand darin europäischen Neokolonialismus entdecken will, ist er frei, dies zu tun. Wichtig ist, dass Israel, nachdem es die strategische Entscheidung zur Abkoppelung von Gaza getroffen hat – und dies beinahe zum Preis eines Bürgerkriegs -, diesen Vorgang zu Ende bringen muss. Und wenn die Europäische Union sich um die humanitäre Situation der Menschen in Gaza sorgt – dann soll sie die Verantwortung in ihre Hände nehmen.

Shlomo Avineri ist Emeritus für Politische Wissenschaften an der Hebräischen Universität Jerusalem.

(Haaretz, 19.07.10)

Die im Blog veröffentlichten Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt  der israelischen Regierung wieder.

Nahshol – die Frauenpower der israelischen Armee

Die Soldatinnen der Nahshol-Einheit der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) sind die erste rein weibliche Einheit der Welt, die Aufklärungsmissionen mit Kampffähigkeiten verbindet. Ihre Mitglieder sind im Negev im Einsatz, um Feindbewegungen und Terroraktivitäten an Israels Südgrenze zu verfolgen.

„Sehen, ohne gesehen zu werden“ – ist die Kampfdoktrin von Nahshol (‚große Welle’), und die Soldatinnen werden ihr durch ihre außergewöhnlichen Tarnfähigkeiten in der bergigen Wüstenregion gerecht.

Foto: Dan Bronfeld/IDF

„Unsere Kämpferinnen können in jedem Terrain agieren: auf Bergkuppen und Felsen, in Wüstenzonen, in offenen und bebauten Gebieten“, erzählt die scheidende Zugführerin Major Ortal Amar. „Die Konstruktionsexpertin des Teams nimmt Proben von Felsen, Sand und Pflanzen in dem jeweiligen Gebiet und legt auf dieser Grundlage Tarnnetze an. Die weiblichen Kämpfer sind auch darauf spezialisiert, ihre Körper, Waffen und Aufklärungsinstrumente zu tarnen, ohne irgendeine Spur zu hinterlassen.“

Nahshol wurde vor vier Jahren als Pilotprojekt gegründet und ist aufgrund ihres Erfolgs heute ein fester Bestandteil der Operationen der Armee. Die Soldatinnen absolvieren nach der Grundausbildung der Bodentruppen einen viermonatigen Speziallehrgang über Topographie, Navigation, Überwachung, Kampfverhalten und Informationssammlung.

„Diese Erfahrung ist einzigartig auf der Welt“, sagt Leutnant Nasmian. „Tagelang mit weiblichen Kameraden in Hinterhalten zu liegen und die intimsten Momente mit ihnen zu erleben – jenseits der Befriedigung, den Staat zu schützen, schließen wir dabei Freundschaften fürs Leben.“

(Yedioth Ahronot, 15.07.10)

Peres: Die glücklichsten Jahre meines Lebens

Israels Präsident Shimon Peres zieht nach drei Jahren im Amt eine positive persönliche Bilanz und spricht gar von den „glücklichsten Jahren seines Lebens“. In den letzten 36 Monaten hat der 87jährige bereits 27 Auslandsreisen, rund 700 diplomatische Treffen und 600 Interviews mit der internationalen Presse hinter sich gebracht.

Foto: Mark Neiman/ GPO

„Niemals habe ich die Menschen in Israel so gut gekannt, und das macht mich zu einer so beherzten Person“, sagte Peres unter Hinweis auf die breite Unterstützung, die er von Seiten der Bevölkerung genießt. Womöglich sei er früher, da er noch ein umstrittener Politiker war, stärker gewesen; aber nun genieße er das Leben ganz außerordentlich.

„Wenn ich für einen Tag die Schweiz besuche, werde ich ungeduldig und will nach Hause“, sagte Peres in Bezug auf die israelische Lebensart. „Ich mache mir nichts aus Bergen, Banken und Schnee. Israel ist ein faszinierendes Land mit außergewöhnlichem Temperament. Jeder hier ist involviert, und daher diskutieren die Leute so viel.“

Auch hinsichtlich eines Friedens mit den Palästinensern bleibt der israelische Präsident optimistisch: „Ob es eine Chance gibt [für ein Abkommen]? Ja. Sogar schon bald, denn ich denke, es geht nicht darum, dass die Araber den Israelis gegenüberstehen, sondern dass die Araber und die Israelis einer sehr herausfordernden Realität gegenüberstehen, für die jeder eine Antwort bieten muss.“

(Yedioth Ahronot, 15.07.10)

Libanesische Dörfer als Militärbasen der Hisbollah

Foto: IDF

In den vier Jahren seit dem Ende des zweiten Libanonkriegs hat die Hisbollah mehr als 100 Dörfer im Südlibanon in Militärstützpunkte verwandelt. Gleichzeitig ist es der schiitischen Terrororganisation gelungen, ihr Raketenarsenal auf etwa 40 000 aufzustocken, so dass sie im Falle eines Kriegs in der Lage wäre, täglich 500 bis 600 Raketen auf Israel abzufeuern.

Nun freigegebene Karten des israelischen Militärgeheimdienstes (AMAN) und eine 3D-Animation zeigen, wie die Hisbollah in dem Dorf al-Khiam ihre Waffen in unmittelbarer Nähe von Schulen, Krankenhäusern und Wohnhäusern hortet. Diese auch in unzähligen anderen Dörfern verbreitete Praktik, die die Anwohner zu menschlichen Schutzschilden macht, stellt einen schweren Verstoß gegen die UN-Resolution 1701 dar.

Oberst Ronen Marley, Kommandant der West-Division der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) an der Nordgrenze, erläutert, dass die Hisbollah im großen Stil Informationen über die Aktivitäten der israelischen Armee und Vorgänge in Israel sammelt: „Jeden Tag sammeln sie bedeutende Geheimdienstinformationen über unsere Truppen an der Grenze, und jeden Tag sind sie dabei, eine Kommunikationsinfrastruktur zu schaffen, um sich auf einen Krieg vorzubereiten.“

Die 3D-Animaton zu den Hisbollah-Aktivitäten im Dorf al-Khiam gibt hier.

(Israelische Verteidigungsstreitkräfte, 14.07.10)

Untersuchungsergebnisse zur Gaza-Flottille präsentiert

Generalmajor Giora Eiland

Der Generalstabschef der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL), Generalleutnant Gabi Ashkenazi, hat am Montag die Ergebnisse der Untersuchung in Bezug auf die Übernahme der Gaza-Flottille durch die israelische Marine am 31. Mai erhalten, die ein Team unter der Leitung von Generalmajor Giora Eiland nun vorgelegt hat.

Generalstabschef Ashkenazi hatte die aus acht Offizieren bestehende Gruppe ernannt, um den Einsatz gegen die Flottille – die Vorbereitungen, das konkrete Vorgehen und mögliche Alternativen – zu prüfen.

Hinsichtlich des Einsatzes der Marinesoldaten stellt der Bericht fest, diese hätten angemessen, tapfer und professionell agiert; die Entscheidungsfindung der Kommandozentrale sei korrekt verlaufen. Ebenso sei der Einsatz von Schusswaffen gerechtfertigt gewesen.

Generalmajor Eiland betonte, der Schaden, den die Operation Israel eingebracht habe, sei aus einigem Abstand betrachtet nicht so schwer, wie es unmittelbar danach den Anschein gehabt habe. Die Tatsache, dass die israelische Armee sich selbst überprüfe, während andere dies nicht täten, würde freilich im Ergebnis dazu führen, dass nur ihre Fehler publik würden.

Weitere Informationen zum Thema

(Israelische Verteidigungsstreitkräfte, 12.07.10)

„Echte Champions für den Frieden“

Zur Zeit findet das Frauenfußball-Festival Discover Football in Berlin mit acht Mannschaften aus der ganzen Welt statt. Unter den Teilnehmerinnen ist auch das „Peace-Team“ mit sechs Spielerinnen aus Israel und sechs Spielerinnen aus den Palästinensischen Gebieten, das vom israelischen Peres Center for Peace und der palästinensischen Al Quds Association for Democracy and Dialogue betreut wird.

Das "Peace Team" mit dem Gesandten Emmanuel Nahshon und weiteren Diplomaten

Die Botschaft des Staates Israel hat für das israelisch-palästinensische Team am Montag, 12. Juli, einen kleinen Empfang gegeben. Der israelische Gesandte, Emmanuel Nahshon, bezeichnete die Spielerinnen als „echte Champions für den Frieden“ und überreichte dem Team einen Pokal mit der Gravur „Champions of Peace“.

Der Gesandte E. Nahshon überreicht die Pokale an die Palästinenserin Lana und die Israelin Natali

Die Palästinenserin Lana (24) betonte, während der gemeinsamen Zeit hätten Israelis und Palästinenser viel voneinander und übereinander lernen können. Ihre israelische Teamkameradin Josselin (32) ergänzte, die jungen Frauen hätten schon viel Spaß zusammen gehabt. Es sei ein großer Unterschied, ob man sich ein Urteil übereinander aus der Entfernung bilde oder sich über den Sport plötzlich sehr nahe komme und tatsächlich kennen lerne.

Natali aus Israel und Rudayna aus den paläst. Gebieten

Auch außerhalb des Platzes treten die Spielerinnen inzwischen als Team auf, so die Beobachtung der Betreuer. Den größten Zusammenhalt zeigten sie jedoch während ihrer Fußballspiele, von denen das Team bislang zwei gewann.

Das Fußballfestival „Discover Football“ endet am 13. Juli.

Bundesinnenminister Dr. de Maizière verbietet Hamas‑Spendenverein

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière hat heute den in Frankfurt/Main ansässigen Verein „Internationale Humanitäre Hilfsorganisation“ (IHH) verboten.

Der Verein unterstützt die HAMAS (arab. „Harakat al muqqawama al-islamiyya“, deutsch: „Islamische Widerstandsbewegung“) und richtet sich dadurch gegen den Gedanken der Völkerverständigung nach Artikel 9 Abs. 2 GG / § 3 Abs. 1 VereinsG.

Das Verbot wird seit dem frühen Morgen in Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen vollzogen.

Dazu erklärte Bundesinnenminister Dr. de Maizière:

„Unter dem Deckmantel der humanitären Hilfe unterstützt die IHH seit einem langen Zeitraum und in beträchtlichen finanziellen Umfang im Gaza-Streifen ansässige so genannte Sozialvereine, die der HAMAS zuzuordnen sind.
Die HAMAS übt Gewalttaten gegenüber Israel und israelischen Staatsbürgern aus und beeinträchtigt dadurch die friedliche Verständigung des israelischen und palästinensischen Volkes. Sie negiert schon von ihrer Satzung her das Existenzrecht Israels und fördert den Einsatz von Gewalt zur Durchsetzung ihrer politischen und religiösen Ziele. Die HAMAS wirkt in aggressiv-kämpferischer Weise darauf hin, Angehörige und Institutionen des Staates Israel auch unter Einsatz von terroristischen Mitteln zu bekämpfen, ihnen Schaden zuzufügen und weitere Gewalt hervorzurufen.“

Die IHH unterstützt bewusst und gezielt Organisationen, die der HAMAS zuzurechnen sind oder die ihrerseits die HAMAS unterstützen. Die HAMAS ist, wie dies auch das Bundesverwaltungsgericht in seiner Al Aqsa-Entscheidung von 2004 festgestellt hat, ein einheitliches Gebilde, bei dem die sozialen Aktivitäten nicht von dem terroristischen und politischen Vorgehen der Organisation getrennt werden können.

Zuwendungen an sog. Sozialvereine der HAMAS, wie sie die IHH mit Millionenbeträgen leistet, unterstützen deshalb in Wahrheit die Terrororganisation HAMAS als Ganzes.

Dadurch trägt die IHH zum einen dazu bei, den Einfluss der HAMAS wegen ihres vermeintlichen sozialen Engagements weiter zu steigern. Zum anderen wird das Gesamtbudget der HAMAS entlastet, so dass ihr mehr Mittel für terroristische Aktivitäten zur Verfügung stehen. Damit leistet die IHH dem Terror und der Gewalt in den palästinensischen Gebieten Vorschub.

Weiter führte Bundesinnenminister Dr. de Maizière aus:

„Das geradezu zynische Verhalten der IHH kommt schon in der Vereinsbezeichnung „Internationale Humanitäre Hilfsorganisation“ zum Ausdruck. Sie missbraucht die Hilfsbereitschaft gutgläubiger Spender, um mit dem für vermeintlich gute Zwecke gespendeten Geld im Ergebnis eine terroristische Organisation zu unterstützen.
Organisationen, die sich unmittelbar oder mittelbar von deutschem Boden aus gegen das Existenzrecht des Staates Israel richten, haben ihr Recht auf Vereinigungsfreiheit verwirkt.
Daher habe ich heute die Internationale Humanitäre Hilfsorganisation e. V. mit sofortiger Wirkung verboten.“

(Pressemitteilung des Bundesinnenministeriums, 12.7.2010)

Pressekonferenz zur neuen Gaza-Politik

Das israelische Außenministerium hat am Montag eine groß angelegte Pressekonferenz zur neuen Politik Israels gegenüber dem Gaza-Streifen veranstaltet. Der Generaldirektor des Ministeriums, Yossi Gal, und der Koordinator für die Regierungsaktivitäten in den Gebieten, Generalmajor Eitan Dangot, gaben jeweils einen ausführlichen Überblick und stellten sich dann Fragen der Journalisten.

Großer Betrieb in Kerem Shalom (Foto: Reuters)

Generaldirektor Gal umriss einleitend die wesentlichen Punkte, die sich aus dem Kabinettsbeschluss der israelischen Regierung vom 20. Juni ergeben:

„ Der erste war, eine Liste all der Gegenstände zu veröffentlichen, die nicht nach Gaza eingeführt werden dürfen, eine Liste, die auf Waffen, Kriegsmaterial und doppelt einsetzbare Gegenstände beschränkt ist, was heißt, dass alle anderen Gegenstände, die nicht auf der Liste stehen, nach Gaza eingeführt werden dürfen. […]

Der zweite Punkt des Kabinettsbeschluss bestand darin, die Einfuhr von Baumaterial für von der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) autorisierte Projekte zu ermöglichen und auszuweiten, die unter internationaler Aufsicht und Kontrolle stehen.

Der dritte Punkt war die Erweiterung des Betriebs an den Übergängen, damit mehr Waren nach Gaza gelangen können.

Und der vierte Punkt zielte auf den Versuch ab, mit der PA bei der Autorisierung dieser Projekte zusammenzuarbeiten.“

Den vollständigen Wortlaut der langen Pressekonferenz sowie die detaillierten Güterlisten gibt es unter diesem Link.

(Außenministerium des Staates Israel, 05.07.10)

Der Sondergesandte des Nahostquartetts, Tony Blair, hat in einer Presseerklärung die neuen Schritte Israels in Bezug auf den Gaza-Streifen begrüßt. Die Veröffentlichung der Liste der zu kontrollierenden Gegenstände bezeichnete er als einen „Meilenstein“.

Blair vergaß auch nicht, abermals die sofortige Freilassung des seit vier Jahren im Gaza-Streifen gefangen gehaltenen israelischen Soldaten Gilad Shalit zu fordern.

Hier die Pressemiteilung
(Büro Tony Blairs, 05.07.10)

WM: Immer mehr Israelis für die deutsche Elf

Die deutsche Fußballnationalmannschaft erfreut sich derzeit auch in Israel immer größer werdender Beliebtheit. Aus einer Umfrage, die die Zeitung Yedioth Ahronot am Sonntag durchgeführt hat, geht hervor, dass ganze 30.5% der männlichen Bevölkerung darauf hoffen, dass Deutschland Weltmeister wird. Das in Israel traditionell beliebte niederländische Team liegt nur mit einem minimalen Vorsprung von 0.6% vor den Deutschen.

Der Schwerpunkt der Umfrage wurde auf die männlichen Befragten gelegt, da fast die Hälfte der israelischen Frauen (45.6%) keinen WM-Favoriten ihr Eigen nennt; bei den Männern sind es lediglich 13.6%.

Auf dem dritten Platz auf der Favoritenliste folgt Spanien mit 23%; dahinter liegt weit abgeschlagen Uruguay mit lediglich 8.1%.

Israelische Fußballfans

Überraschend ist auch, dass 13.6% aller männlichen Befragten von Turnierbeginn an auf der Seite von Joachim Löws Team standen. Die Deutschen erreichten damit nach Brasilien (22%) und Argentinien (20%) den dritten Platz auf der Beliebtheitsskala.

(Yedioth Ahronot, 05.07.10)

Ben-Eliezer trifft türkischen Außenminister

Israels Industrie- und Handelsminister Binyamin Ben-Eliezer (Bild) hat sich am Mittwoch zu einem geheimen Treffen mit dem türkischen Außenminister Ahmet Davutoglu in einem Brüsseler Hotelzimmer eingefunden. Ministerpräsident Netanyahu und Verteidigungsminister Barak hatten im Vorfeld ihren Segen dazugegeben.

Bei der vertraulichen Begegnung handelte es sich um das erste Treffen zwischen einem israelischen und einem türkischen Regierungsvertreter seit der Kaperung der Gaza-Flottille durch die israelische Marine vor einigen Wochen.

Berichten zufolge war das Treffen von einem israelischen Geschäftsmann und dem US-Botschafter in Ankara vermittelt worden.

(Yedioth Ahronot, 01.07.10)