Schlagwort-Archive: Bezalel

Verschiedene Sachen geträumt, aber die Realität war dann doch besser

Das Semester ist in vollem Gange. Der Campus hat sich gefüllt, ebenso das Student Village, in dem ich untergebracht bin. Die Situation ist für mich ein bißchen bizarr. Nachdem man schon ein paar Jahre im Berufsleben gestanden hat, noch einmal für ein Semester Student zu sein, erinnert ein wenig an jene Träume, in denen man wieder zur Schule gehen muß und in denen man seinen alten Lehrern und Mitschülern wiederbegegnet, sein Klassenzimmer sucht und nicht findet, seinen Stundenplan verbummelt, seinen Turnbeutel vergißt, Angst hat, seine Prüfungen nicht zu bestehen, weil man seine verhaßtesten Fächer geschwänzt hat, und sich überdies fragt, was einen an diesen Ort verschlagen hat, da man, selbst im Traum, weiß, daß man das alles doch eigentlich schon hinter sich hat und längst in einer anderen Lebensphase angekommen ist. weiterlesen


Faust- und Wahlkämpfe

Woran denken Sie, wenn Sie von gewalttätigen religiösen Auseinandersetzungen in Jerusalem hören? Ich verwette einen im Dunkeln leuchtenden Rosenkranz, nicht daran: Letzten Sonntag prügelten sich in der Grabeskirche – der, wie bereits erwähnt, häßlichsten Kirche der Welt – armenische und griechisch-orthodoxe Mönche. Die griechischen Mönche wollten eine Prozession armenischer Geistlicher aufhalten. Beide Seiten traten und schlugen aufeinander ein und bewarfen einander mit Gegenständen. Der herbeigerufenen israelischen Polizei gelang es nur mit Mühe, die beiden Gruppen zu trennen. Ein armenischer und ein griechisch-orthodoxer Geistlicher wurden verhaftet. weiterlesen


Frank Sinatra und die jüdischen Prinzessinnen

Das zentrale Vergabebüro für Wohnheimzimmer hatte über die Hohen Feiertage wie alle anderen Universitätseinrichtungen geschlossen. Entsprechend groß ist nun der Ansturm israelischer und internationaler Studenten. Ein großer Pulk hat sich vor dem Büro gebildet, manche Neuankömmlinge warten bis zu acht Stunden auf ihren Zimmerschlüssel. Ich bin froh, daß ich mich in weiser Voraussicht schon drei Wochen vor Semesterbeginn hier eingemietet habe. weiterlesen


Auferstehungen

An Simchat Tora finde ich mich im Uganda wieder, einer Bar, in der man auch Comics und gebrauchte Independent-CDs kaufen kann; laut Website „a counter-culture hotspot where the eccentric hang out. Heute ist dort nicht viel los, unsere kleine German community zieht weiter ins Kneipenviertel südlich der Jaffa Street. Dort ist es wiederum sehr voll, es ist noch warm genug, um draußen zu sitzen. Simchat Tora, der Abschluß des Sukkotfestes, ist der Tag der Torafreude, der mit ausgelassenen Umzügen gefeiert wird. Eine Gruppe orthodoxer Juden zieht singend und tanzend mit der Torarolle durch die Straße. Einer von ihnen will Jan, der mit uns am Tisch sitzt, die Torarolle überreichen, auf daß er mitfeiere. Jan weist darauf hin, daß lediglich sein Vater, nicht aber seine Mutter jüdisch sei. Nun, dann gehe das natürlich nicht. weiterlesen


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