Ganz anders als in Berlin gehe ich hier nur selten ins Kino. Als ich mir allerdings in Tel Aviv Clint Eastwoods sehr spannenden „The Changeling“ mit Angelina Jolie in der Hauptrolle angesehen habe (in dem es eine dermaßen verstörende Mordszene gibt – in der man das eigentliche Geschehen nicht einmal direkt gezeigt bekommt -, daß sogar ich als abgebrühter Thrillergucker schlecht geträumt habe), fiel mir auf, daß in den hiesigen Kinos wie im Theater nach der Hälfte der Vorführung stets eine Pause gemacht wird, auch wenn der Film keine Überlänge hat. Doch die Israelis haben anscheinend kein Sitzfleisch. Sobald das Licht angeht, rennt die eine Hälfte hinaus, um auf die Toilette zu gehen oder sich neues Popcorn zu kaufen, die andere Hälfte liest die inzwischen eingegangenen SMS oder ruft die Mutter an. weiterlesen
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Verschiedene Sachen geträumt, aber die Realität war dann doch besser
Das Semester ist in vollem Gange. Der Campus hat sich gefüllt, ebenso das Student Village, in dem ich untergebracht bin. Die Situation ist für mich ein bißchen bizarr. Nachdem man schon ein paar Jahre im Berufsleben gestanden hat, noch einmal für ein Semester Student zu sein, erinnert ein wenig an jene Träume, in denen man wieder zur Schule gehen muß und in denen man seinen alten Lehrern und Mitschülern wiederbegegnet, sein Klassenzimmer sucht und nicht findet, seinen Stundenplan verbummelt, seinen Turnbeutel vergißt, Angst hat, seine Prüfungen nicht zu bestehen, weil man seine verhaßtesten Fächer geschwänzt hat, und sich überdies fragt, was einen an diesen Ort verschlagen hat, da man, selbst im Traum, weiß, daß man das alles doch eigentlich schon hinter sich hat und längst in einer anderen Lebensphase angekommen ist. weiterlesen