In Ebensee am Traunsee werden Bootshütten saniert. „Die Hütten sind in die Jahre gekommen, sie sind zum Teil 45 Jahre alt und daher fallen Reparaturen an, so wie beim eigenen Haus“, so Hans Peter Magritzer, Obmann des Bootshüttenvereins Ebensee.
Das morsche Holz muss ersetzt werden. Dass der Pegelstand des Traunsees im März rund 40 Zentimeter tiefer ist, hilft dabei. „Wir müssen die Piloten unter Wasser abschneiden. Normalerweise macht man das mit Tauchern. Dank der geringeren Wassertiefe kann man diese Arbeit vom Schwimmsteg aus machen“, erklärte Erich Peer, Bauunternehmer aus Traunkirchen. Der Arbeiter muss dazu die Hände für wenige Minuten in das kalte Wasser geben. Diese Vorgehensweise spart Kosten.
Genau für Arbeiten wie diese senkt die Energie AG jedes Jahr im Februar und März über das Kraftwerk Gmunden den Pegel des Traunsees ab. Damit wird im See auch ein Reservoir für die Schneeschmelze im Frühling geschaffen.
Neuer Asphalt für Slipanlage
Im Bereich der Esplanade Altmünster wird die Slipanlage saniert. Ein Bereich, der bei normalem Pegelstand unter Wasser steht, befindet sich im März im Trockenen. Arbeiter tragen den brüchigen Asphalt ab und erneuern diesen. Auch andere Arbeiten im Uferbereich werden erledigt. „Wir kontrollieren unter anderem auch die Holzverbauungen. Wir schauen, dass alles erneuert und instandgesetzt wird, damit sich die Badegäste nicht verletzen. Gegebenenfalls werden wir auch etwaige Muscheln entfernen“, so René Mayrhofer, der Amtsleiter der Gemeinde Altmünster.
Denn die Quaggamuschel stellt seit einigen Jahren für die Arbeiter eine neue Erschwernis dar. Die invasive und sehr scharfkantige Muschel, die aus den Zuläufen des Schwarzen Meeres stammt, breitet sich rasant im Traunsee aus. Das fällt auch bei Arbeiten für die Traunsee Schifffahrt auf. „Wo es uns primär trifft, ist eine gewisse Verletzungsgefahr durch die Muscheln. Man muss schauen, wo man hingreift und ein gutes Schuhwerk tragen. Das andere ist, dass man es an den Schiffen sehr stark merkt“ so Gunter Schimpl von der Traunsee Schifffahrt.
Denn die Quaggamuschel setzt sich an den Schiffsrümpfen verstärkt an. Die Schiffe müssen daher öfter aus dem Wasser gehoben und von der Muschel befreit werden. „Die Quaggamuscheln beschädigen das Schiff nicht, aber sie machen es sehr langsam. Das sind gleich einmal zwei, drei Stundenkilometer weniger und damit erhöht sich der Treibstoffverbrauch“, so Karlheinz Eder, Kapitän der Traunsee Schifffahrt. Daher müssen die Schiffsrümpfe regelmäßig gereinigt und das Schiff dann wieder neu konserviert werden, so der Kapitän.
Quaggamuschel auch in 16 Meter Tiefe
Auch der für Wasserbau spezialisierte Baumeister bemerkt die rasante Ausbreitung der Quaggamuschel, etwa bei den Wärmepumpen-Entnahmestellen in einer Tiefe von 16 Metern. „In den letzten Jahren haben wir bemerkt, dass sich die Quaggamuschel beim Ansaugkorb anlegt und praktisch alles zumacht. Die Entnahmestelle gehört jährlich gereinigt, weil sich die Muschel so schnell vermehrt“, so Erich Peer, Bauunternehmer aus Traunkirchen.
Ob die Quaggamuschel auch das Holz angreift, kann der Baumeister noch nicht sagen. Dazu fehlen noch Erfahrungswerte, denn diese Muschelart ist erst vor einigen Jahren in den Traunsee eingeschleppt worden.