Frankfurter Grüne Soße

Ich war nie ein Freund dieser „Frankfurter grünen Soße“. Doch ich muss eingestehen, wenn eine Könnerin sie zubereitet, ist sie ein kleines kulinarisches Erlebnis.

Wichtig darin sind die Kräuter. Die tragen sogar das EU Siegel der geschützten geographischen Angaben (g.g.A). „Geschützt sei dabei nicht die fertige Soße, sondern die klassische Kräutermischung, heißt es im Eintragungsantrag an die Europäische Kommission. Diese Kräuter bestehen aus Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Die Kräuter müssten überwiegend in Frankfurt am Main oder nahe der Stadtgrenze angebaut, verarbeitet und verpackt werden. Kein einzelnes Kraut dürfe mehr als 30 Prozent der Mischung ausmachen, und die sieben Kräuter müssten traditionell in blickdichte weiße Verpackungen von Hand eingewickelt werden.“

Ganz schön kompliziert. Wenn es auf „Gründonnerstag“ zugeht, gibt es diese Tüten in Frankfurt und Umgebung nahezu an jedem Marktstand und in jedem Supermarkt. Auch in anderen Teilen der Republik kommt an diesem Tag tarditionsgemäß etwas Grünes auf den Tisch. Allerding wurde der Gründonnerstag nicht nach der Farbe grün benannt, weil das „Grün“ vom Gründonnnerstag aus dem mittelhochdeutschen „grînen“ stammt, was wiederum weinen bedeutete. Man weinte auch nicht wegen des „Grünfutters“, sondern weil man seine Sünden – sofern man gesündigt hatte – unter Tränen bereute. Naja, ich habe einmal gehört, dass man jene Sünden am meisten bereut, die man nicht begangen hat.

Goethe in Marienbad, darüber nachdenkend, wo er „Frankfurter griene Soß“ herbekommt

Ich könnte jetzt irgendwo ein Rezept kopieren und hier einsetzen. Mach ich aber nicht, weil es genug davon gibt. Dafür bekommt der geneigte Leser ein Bild des Herr Johann von Goethe, der bekanntlich Frankfurter Abstammung war. Und andererseits war er regelmäßig zur Kur in Marianske Lazne, oder auf Deutsch Marienbad. Da fahre ich auch regelmäßig hin. Wie ich bereits im Beitrag zu „Großvaters Bohumils Ente“ ausführlich erläuterte.

Vor über hundet Jahren machte Goethe im Alter von 74 Jahren der 17 jährigen Ulrike von Levetzow dort einen Heiratsantrag. Da kann man nur staunen, was diese Heilquellen nicht alles bewirken? Die ganze Geschichte war etwas kompliziert, aber das will ich mir hier sparen. Er bekam nicht die Ulrike und wahrscheinlich auch keine grüne Soße, weil die Kräuter dafür ausserhalb von Frankfurt und Umgebung – in der „Frankfurter Grie Soß Diaspora“,- selbige kaum zu bekommen sind.

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