Ich werde oft gefragt, was denn meine Leibspeise sei und ich tue mir jedes Mal schwer diese Frage zu beantworten. Es gibt so viele Gericht zu denen ich eine besondere Beziehung habe. Eines davon sind auf jeden Fall 'Gefüllte Paprika', und zwar auf klassische Wiener Art mit ungarischen Spitzpaprika zubereitet, eingekocht in einer orangefarbenen, süßen Sauce aus passierten Tomaten und Suppe. Die Herstellung ist ein bisserl aufwändig, weswegen ich sie mir lieber von meiner Oma oder meiner Schwiegermutter kochen lasse, anstatt mich zwei Stunden in die Küche zu stellen und zehntausend Geschirrln anzupatzen. Doch im Spätsommer erliege ich der Versuchung mir das anzutun immer wieder aufs Neue. Da kann ich an den vielen verschiedenen Paprika im Gemüseregal nicht mehr vorbeigehen und muss unbedingt welche ins Einkaufswagerl packen... am liebsten regionale, hellgrüne Sorten mit dünnen Schalen und wenig Bitterstoffen... so gute wie jetzt gibt es erst nächstes Jahr wieder.
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Please scroll down for the recipe in English
In meinem Garten wuchert das Bergkraut. Die Pflanze, welche eigentlich in Griechenland beheimatet ist, wächst bei mir wia net g'scheit. Aufgrund der extremen Bedingungen entwickelt sie sogar ein erstaunlich kräftiges Aroma. Mein Garten liegt nämlich an einem felsigen Südhang und der Boden ist steinig, trocken und mager. Wenn dann, wie diese Woche auch noch Temperaturen um die fünfundreißig Grad herrschen, fühlt sich das griechische Bergkraut so richtig pudelwohl. Ganz im Gegensatz zu mir leider. Ein bisserl erträglicher wird mir die Situation aber immer durch einen riesigen Krug Eistee. Selbstgemacht natürlich, weil den gekauften mag ich nämlich gar nicht. Viel zu lieblich, viel zu süß und viel zu viel künstlicher Geschmack.
Der griechische Bergtee hat im Gegensatz dazu, ein sehr herbes Aroma, das man zugegebener Maßen schon mögen muss. Zum Einstieg empfehle ich die Variante mit Honig und Zitrone.
- ein paar Zweige griechisches Bergkraut - ich verwende meines frisch aus dem Garten; es kann aber auch getrocknet gekauft werden
- 1 EL Honig oder mehr nach Geschmack
- 1 unbehandelte Zitrone
(reicht für ungefähr 1 1/2 Liter Tee)
Vor dem Servieren eine ganze Zitrone in Scheiben schneiden und in einen großen Krug geben. Zu einem Drittel mit Eis auffüllen und den ausgekühlten Bergtee darüber gießen.
Einen Teil meiner diesjährigen Ernte an Bergkraut habe ich zu hundert kleinen Sträußen gebunden und dem Feinkochteam mitgegeben, das heuer erstmalig einen Stand am Wiener Fesch'markt in der alten Ottakringer Brauerei betreibt.... solange der Vorrat reicht!
Recipe in English
Greek Mountain Iced Tea with Honey and Lemon
In my garden the greek mountain tea is growing like mad. The plant really loves the dry and poor soil and during the crazy hot days last week it developed a full and rich aroma. Time to gather in the harvest! But what to do with the enourmous quantity of greek mountain tea? I hadn't thought about that until now.
So I made small bunches and brought them to the Vienna Fesch Market, a young Fashion and Design Market which took place in the old brewery in Ottakring. This is my recipe for a refreshing ice tea made with lemon and honey. I hope you will like it.
- a few sprigs of Greek mountain herbs - I use my fresh from the garden, but you can also use dried herbs
- 1 tablespoon honey, or more to taste
- 1 unwaxed lemon
Add the sprigs in a large tea pot and pour in about one and a half liter of boiling water. Let stand at least for half an hour. Then remove the herbs and press them well. Sweeten to taste. I use about a tablespoon. Then place it in the fridge and allow to cool completely.
Before serving, cut a whole lemon into slices and place them in a large pitcher. Fill one-third with ice and pour over the cooled tea.
Greetings from Vienna. Yours truly, Mrs Ziii
My Instagrams
Lieben Gruß aus Wien von Frau Ziii

Tiffany ist gerade sehr angesagt. So ein Glück, dass der Herr Ziii vor über zwanzig Jahren aus New York von dort eine Kette für seine Mutter mitbrachte. Das Schmuckstück ist irgendwann in den Besitz des Fräulein Ziiis übergegangen und hat sich sogar auf wundersame Weise um einen Ring vermehrt. Doch, welch törichte Idee, einem Teenager solche Schätze anzuvertrauen. Das Fräulein hat die Kette freilich verloren. Schande über Dich mein Kind, aber vielleicht findest Du ja bald einen Kavalier, der sie ersetzt. Nur die sentimentalen Werte sind unwiderruflich dahin und der Schwiegermutter erzählen wir das lieber nicht.
Zum Trost ein Rezept aus meiner Versuchsküche, ausreichend für eine völlig geknickte Frau Ziii oder zwei verliebte Valentinstagsturtler.
Das Sorbet braucht relativ wenig Zucker. Die Rote Rübe ist von Haus aus schon sehr süß. Allerdings hat sie keine Säure. Darum ist der Zitronensaft wichtig, um die schwere Süße auszugleichen. Die Kombination mit Rosenwasser nimmt alle gemüsigen Assoziationen und der Champagner eignet sich hervorragend um das erdige Aroma der Roten Rübe zu unterstreichen.
Wasser mit Zucker und Zitronensaft in einen Topf geben und ungefähr 10 Minuten leicht köcheln lassen, bis sich die Flüssigkeit auf ungefähr 200 ml reduziert hat. In der Zwischenzeit die Roten Rüben auf einer Reibe sehr fein reiben. Portionsweise in ein Sieb geben und mit einem Löffel fest ausdrücken, bis auf den letzten Tropfen. Den Saft dabei auffangen. Sie sollten ungefähr 100 ml Saft erhalten. Die zurückbleibenden, festen Bestandteile werden nicht verwendet, da diese sonst im Champagner herum schwimmen. Das muss nicht sein. Den Sirup vom Herd nehmen und den Rote Rüben Saft dazugeben. Etwas auskühlen lassen und mit dem Rosenwasser aromatisieren. Je nach Qualität des Rosenwassers kann die Menge jedoch variieren. Seien Sie aber vorsichtig, der Rosengeschmack kann schnell penetrant werden. Anschließend in den Kühlschrank stellen und am besten über Nacht stehen lassen. Das Sorbet dann in einer Eismaschine cremig rühren. Haben Sie eine Eismaschine mit Kompressor, können Sie das Sorbet auch sofort zubereiten.
Das fertige Sorbet in gekühlten Sektschale anrichten und mit eiskaltem Champagner aufgießen. Ein paar getrocknete Rosenblüten als Dekoration können nicht schaden.
Für alle zukünftigen Kavaliere vom Fräulein und andere Ehrenmänner, die noch ein Geschenk für ihr Valentinegirl brauchen... die Open Heart Serie von Elsa Peretti ist seit über 40 Jahren ein Tiffany-Klassiker. Schlicht und zart in Sterlingsilber sind die Stücke durchaus leistbar.
Zum Trost ein Rezept aus meiner Versuchsküche, ausreichend für eine völlig geknickte Frau Ziii oder zwei verliebte Valentinstagsturtler.
- 300 ml Wasser
- 100 g weißer Kristallzucker
- 1 EL Zitronensaft
- 2 mittelgroße Rote Rüben - daraus 100 ml Saft
- 2 TL Rosenwasser - gibt es im Asiashop
- 1 Piccoloflasche Champagner 0,2 Liter oder ersatzweise auch Sekt
- eventuell ein paar getrocknete Rosenblüten zum Dekorieren - die bekommen Sie in einem gut sortierten Teehaus
Wasser mit Zucker und Zitronensaft in einen Topf geben und ungefähr 10 Minuten leicht köcheln lassen, bis sich die Flüssigkeit auf ungefähr 200 ml reduziert hat. In der Zwischenzeit die Roten Rüben auf einer Reibe sehr fein reiben. Portionsweise in ein Sieb geben und mit einem Löffel fest ausdrücken, bis auf den letzten Tropfen. Den Saft dabei auffangen. Sie sollten ungefähr 100 ml Saft erhalten. Die zurückbleibenden, festen Bestandteile werden nicht verwendet, da diese sonst im Champagner herum schwimmen. Das muss nicht sein. Den Sirup vom Herd nehmen und den Rote Rüben Saft dazugeben. Etwas auskühlen lassen und mit dem Rosenwasser aromatisieren. Je nach Qualität des Rosenwassers kann die Menge jedoch variieren. Seien Sie aber vorsichtig, der Rosengeschmack kann schnell penetrant werden. Anschließend in den Kühlschrank stellen und am besten über Nacht stehen lassen. Das Sorbet dann in einer Eismaschine cremig rühren. Haben Sie eine Eismaschine mit Kompressor, können Sie das Sorbet auch sofort zubereiten.
Das fertige Sorbet in gekühlten Sektschale anrichten und mit eiskaltem Champagner aufgießen. Ein paar getrocknete Rosenblüten als Dekoration können nicht schaden.
Schönen Valentinstag und einen ganz lieben Gruß aus Wien von Frau Ziii
The recipe in English:
Beetroot sorbet with a shot of rose water and champagne
- 300 ml of water
- 100 g of white granulated sugar
- 1 tablespoon lemon juice
- 2 medium beets - about 100 ml juice
- 2 teaspoon rose water
- 1 small bottle of champagne, 0.2 liters, or alternatively sparkling wine
- perhaps a few dried rose petals to decorate - you get these in a well-stocked tea house
The sorbet requires relatively little sugar. Beetroot is very sweet. However, it has no acid. Therefore, the lemon juice is important to balance the heavy sweetness. The combination of rose water gives the vegetable a fruity character and the champagne is a good choice to underscore the earthy flavor of beetroot.
Pour water with sugar and lemon juice in a saucepan and simmer for about 10 minutes, until the liquid is reduced to about 200 ml. In the meantime, grate the beetroot very finely. Squeeze it firmly in a colander with a spoon, taking care to collect the juice. You should get about 100 ml of juice. The remaining, solid ingredients are not used, otherwise they are floating in the champagne. This need not be. Remove the syrup from the heat and add the beetroot juice. Cool enough to handle and add flavor with rose water. Depending on the quality of the rose water the amount may vary. Be careful though the rose flavor can be quickly overpowering. Then cool in the fridge and stir the sorbet in an ice cream maker. Do you have an ice cream maker with compressor, you can also prepare the sorbet immediately.
Pour the sorbet into glasses and fill with ice-cold champagne. Decorate with some of the rose petals and enjoy Valentine's Day with your love.
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Lieben Gruß aus Wien von Frau Ziii
Geographisch gesehen liegt Wien in einer Senke - dem sogenannten Wiener Becken - welches begrenzt wird durch die Erhebungen des Wienerwaldes im Westen, Schneeberg, Rax und Semmering im Süden, dem Leithagebirge im Norden... und im Osten? Ähm, ja... im Osten, da ist nix, außer einer mordstrumm Gstettn, mit der Bezeichnung Pannonisches Tiefland, das von Wien über Ungarn und Kroatien bis hin zur eurasischen Steppe reicht. Und dort ist es, bekanntlicher Weise, ziemlich heiß. Wenn in Wien nun der Wind krowodisch pfeift, also von Südosten her pannonische Heißluft samt Pusztasand ins Wiener Becken treibt, kommt alles von dort nach da, steht aber dummer Weise bei den oben erwähnten Erhebungen an und rien ne va plus! Nichts geht mehr in dieser Stadt - und schon gar nicht in meiner Küche. Dann befinde ich mich nämlich im reduzierten Überlebensmodus, so wie dieser Tage. Nur zu Trinken gibt es reichlich... zum Beispiel eisgekühlten Hibiscus-Orangeneistee mit Lavendelduft.

Die Basis des Eistees bildet Agua de Jamaica (sprich Ha-meik-ha), ein mexikanisches Nationalgetränk, das im gesamten lateinamerikanischen Raum und auch in den USA gern getrunken wird. Dafür werden die Blüten einer speziellen Hibiscusart verwendet, die im Spanischen Flor de Jamaica genannt werden. Die Blüten werden ausgekocht, der Tee mit Zucker gesüßt und eisgekühlt mit einer Limettenspalte serviert. Ich persönlich finde Agua de Jamaica aber zu herb und zu sauer. Damit es mir schmeckt, muss ich es stark süßen. Doch in dieser, etwas lieblicheren, Version schmeckt es mir auch wenig gesüßt.
- 2 EL ganze Blüten von Hibiscus sabdariffa - im Internet auch in biologischer Qualität leicht zu bestellen, achten Sie aber darauf die ganzen Blüten zu erhalten
- 1 EL Lavendelblüten - ich habe meine im Garten gezupft, aber seien Sie vorsichtig mit der Menge, Lavendel kann schnell ein bisserl penetrant schmecken
- eventuell Blüten anderer Malvenarten, die vielleicht in Ihrem Garten wachsen - mehr als dekoratives Element
- 1 Bioorange - unbedingt Orange und nicht Zitrone oder Limette
- 4 EL Agavendicksaft als Süßungsmittel, den sie mittlerweile in jedem gut sortierten Supermarkt in der Reformabteilung bekommen
- 1,5 l Wasser
Die Hibiscusblüten kurz mit lauwarmem Wasser abspülen und in ein Gefäß geben. Das Wasser aufkochen lassen und die Blüten damit übergießen. Zehn bis fünfzehn Minuten ziehen lassen und dann die Lavendelblüten dazugeben. Noch einmal ein bis zwei Stunden stehen lassen. Anschließend abseihen und kalt stellen. Vor dem Servieren frische Malvenblüten und eventuell noch frische Lavendelblüten in einen Glaskrug geben und mit dem eisgekühlten Tee aufgießen. Die Orange heiß abwaschen, in Scheiben schneiden und ebenfalls in den Krug geben. Zum Schluss mit Agavendicksaft süßen. Servieren Sie das Getränk eiskalt mit einer Unmenge von Eiswürfeln.
Sollte Ihnen der Tee zu stark sein, können Sie noch kaltes Wasser hinzufügen und auch die Süße nach Ihrem Geschmack anpassen. Denken Sie aber daran, dass sich durch die Eiswürfel im Glas der Tee ohnehin etwas verdünnt.

Auch für dieses Wochenende heißt es abwarten und Eistee trinken, bis der Wind sich dreht und die Temperaturen wieder unter die 35 Grad-Marke fallen. Am besten wie der kleine Kater, faul und träge im Garten liegen und im Müßiggang dem Nichtstun huldigen, möglichst nahe am Krug mit dem Eistee.
Sollte Ihnen der Hibiscuseistee irgendwann zum Hals raus hängen, können Sie zwischendurch auch mal da schauen.
Sollte Ihnen der Hibiscuseistee irgendwann zum Hals raus hängen, können Sie zwischendurch auch mal da schauen.
Zwischenzeitlich macht letzterer aber oft in Oberösterreich Station, was der Papa natürlich schon lange durchschaut hat, weil, seit ich in Wien wohne, ruft er mich jedes Mal an, wenn bei ihm die Gewitterwolken und der Sturm aufziehen. Der Papa kann sogar aufgrund der Windgeschwindigkeit ausrechnen, wie lange ich noch Zeit habe, um die Fenster zu schließen und das Haus dicht zu machen. Und glauben Sie's, oder auch nicht, es stimmt immer! Nur äußerst selten, wenn in Wien der Wind von Südosten her die schwarzen Wolken bringt, rufe ich meinerseits schnell den Papa an, der dann seinerseits hurtig die Fenster schließt und das Haus dicht macht.
Aber heute ist irgendwas in die Hosen gegangen, weil sonst täte ich jetzt nicht über Eis frohlocken, an diesem verregneten Samstagvormittag. Doch betrachten wir es einfach so: Sind Sie wegen dem Regen mieselsüchtig aus dem Bett gestiegen, könnte das folgende Rezept Ihnen Auflockerung und Erheiterung verschaffen, es sei denn Sie sind ein echter Wiener.
- 200 ml Wasser
- 180 g weißer Zucker
- 2 EL Limettensaft
- 1 großer Bund kräftiges, aromatisches Basilikum (Genoveser)
- 2 Becher Biojoghurt 3,6%, 400 g
- 1 EL Olivenöl
Als erstes einen einfachen Zuckersirup kochen. Dafür das Wasser mit dem Limettensaft und dem Zucker in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Sobald der Zucker sich aufgelöst hat, nicht mehr umrühren und bei geringer Hitze ungefähr 5 Minuten leise köcheln. Anschließend auskühlen lassen, bis der Sirup nur mehr lauwarm ist, sonst färbt sich das Basilikum später braun. Die Basilikumblätter von den Stängeln rupfen, zum Sirup geben und mit einem Pürierstab kurz zerkleinern.
Der Sirup sollte nun durchziehen, mindestens eine Viertel Stunde oder auch über Nacht im Kühlschrank. Die Basilikumblätter haben danach ihre Schuldigkeit getan und werden durch ein feinmaschiges Sieb abgeseiht. Dabei den Rückstand mit einem Löffel fest ausdrücken.
Nun müssen Sie nur mehr das Joghurt mit dem Sirup und dem Olivenöl verrühren. Nach Geschmack können Sie noch ein bisserl Limettensaft dazugeben. Aber nicht zuviel, da die Limette den Geschmack des Basilikums zwar unterstützen, nicht aber übertrumpfen soll. Und denken Sie daran, dass auch das Joghurt noch zusätzlich säuert.

Haben Sie eine Eismaschine mit Kompressor, können Sie die Eismasse sofort weiter verarbeiten. Besitzen Sie eine Eismaschine ohne Kompressor sollten Sie die Masse im Kühlschrank gut vorkühlen und erst nachher in der Eismaschine cremig rühren.
Für die Konsistenz des Eises ist es auf jeden Fall vorteilhaft, wenn Sie es nach der Fertigstellung im Tiefkühler noch ein paar Stunden weiter kühlen. Verwenden Sie dafür unbedingt eine geschlossene Schüssel. Direkt aus der Eismaschine schmilzt das Eis sehr schnell und die Lagerung im Tiefkühler ist bis zu 24 Stunden überhaupt kein Problem. Es lässt sich daher auch gut vorbereiten. Vergessen Sie nicht, auch die Schüsserln, in denen Sie das Eis servieren möchten, in den Tiefkühler zu geben. Das erleichtert Ihnen die Vorbereitung des Desserts, wenn Sie Gäste haben.

Die Farbe des Eises reicht, je nach Sorte und Qualität des verwendeten Basilikums, von frischem Grasgrün, über zartes Erbsengrün bis hin zu Pistazie und hellem Olivgrün. Welche Farbe auch immer, Uwe, hier ist mein Beitrag zu Deinem Kochbuch der Farben, nachzulesen auf www.highfoodality. com

Lieben Gruß aus Wien von Frau Ziii
Ich zog eine akademisch gebildete und weise Landschaftsplanerin zu Rate. Auf der ersten Etage legte sie den Kopf schief, auf der zweiten spitze sie den Mund zu einem "Ouh" und auf der dritten Etage meinte sie: "Es ist alles verseucht! Sie haben einen agressiven Neophyten!" - "Wo?!", rief ich und duckte mich, was mir dann ein bisserl peinlich war, weil die Frau nämlich den Flieder meinte. Ich hingegen dachte mehr an die Invasion einer außerirdischen Spezies, was, genau genommen, auch gar nicht so falsch war und um Sie nicht länger auf die Folter zu spannen, werde ich kurz erläutern, was die gute Frau gemeint hat:
Als Neophyten werden Pflanzenarten bezeichnet, die aus fernen Ländern in unsere Ökosysteme einwandern und bei uns heimisch werden. Grundsätzlich kein Problem. Ein großer Teil der Flora in Österreich sind Neophyten. Wenn die Pflanzen allerdings bei uns so hervorragende Wachstumsbedingungen vorfinden, dass sie sich invasiv ausbreiten können und die heimische Flora vollkommen verdrängen, werden sie als agressive Neophyten bezeichnet. Es gibt in Österreich eine Liste von rund 20 Pflanzenarten, die in diesem Sinne als problematisch eingestuft werden, darunter der Girsch, die Goldrute, die Robinie (auch Akazie genannt) und der, ach so hübsche und wohlriechende, Flieder - "Syringa vulgaris"."Ausreißen," empfahl die Dame "und zwar gründlich! Aber der Sauhund wird wieder kommen. Dann müssen sie ihn nochmal ausreißen, mitsamt der Wurzel, bis in eine Tiefe von einem halben Meter. Hat aber eh keinen Sinn und wenn ihnen das Ausreißen irgendwann zu blöd geworden ist, sprühen sie einfach flächendeckend Roundup, legen eine schwarze Folie drüber und ziehen ins Hotel. Wenn sie nach einem Jahr zurückkommen und die Folie entfernen, ist der Flieder wahrscheinlich weg, und alles andere auch. Die Samen wären halt noch da. Aber beim nächsten Starkregen, erodiert eh der ganze Hang und die Erde wird nach unten gespült. Die schaufeln sie einfach in einen LKW und transportieren sie ab. Aber ein paar LKWs werden's schon brauchen. Damit hätten sie das Problem allerdings nachhaltig beseitigt! Oben am Hang legen sie dann eine Felsensteppe an, was hernach das ideale Ökosystem für Ihren Garten wäre."
Auch, wenn Sie es nicht glauben: Genau so ist es geschehen! Nur das Roundup habe ich weggelassen. Der Herr Ziii hat zwei Sommer damit verbracht, Fliederschößlinge mit dem Pickel zu rupfen. Übrig geblieben ist nichts, außer nackertem, lockeren Erdreich, wovon wir gut die Hälfte, ganz ungeduldig, in Kübeln nach unten getragen haben, durchs Haus durch und raus auf die Straße. Wir konnten es halt einfach nicht erwarten. Der Rest kam dann doch mit dem Regen, ebenfalls durchs Haus durch und raus auf die Straße. Mit fünf Fuhren zu je fünfzehn Tonnen war der Invasor dann verschwunden.
Zwei Sträucher des "Gemeinen (!) Flieder - Syringa vulgaris" durften jedoch bleiben. Mit Argusaugen beobachte ich deren Entwicklung und wenn die beiden sich auch nur einen Millimeter, aus dem ihnen zugestandenen Territorium, hinausbewegen... wumm... ziehe ich ihnen, ganz weltpolitisch, volle Wäsch' eins über, denn Maßlosigkeit ist eine Sünde.
Die Blütendolden nehme ich jedes Jahr ab und koche Sirup draus und so haben wir doch noch unseren Frieden gefunden, der Neophyt und ich.
Fliedersirup lässt sich auf die gleiche Art und Weise herstellen wie Holunderblütensirup. Auch die Farbe ist ähnlich, da das zarte Violett des wilden Flieders nicht ausreicht, um den Sirup zu färben. Die Kombination mit Rhabarber hingegen ergibt ein wunderschönes Hummerrosa.
Zur Herstellung des Rhabarbersirups brauchen Sie zunächst einmal die folgenden Zutaten:
- 1/2 kg rotstieliger Rhabarber
- 1/2 kg Zucker - ich verwende den Biozuckerrübensirup von Wiener Zucker
- 1 l Wasser
Den Rhabarber putzen und die Stangen in 1 cm breite Stücke schneiden. Mit dem Zucker bestreuen und gut vermischen. Den gezuckerten Rhabarber ungefähr eine Stunde safteln lassen. Anschließend mit Wasser übergießen und in einem großen Topf zum Kochen bringen. Auf kleiner Flamme ungefähr eine Viertel Stunde dahin köcheln lassen, bis der Rhabarber zerfällt. Den Saft durch ein Tuch abseihen, aber nicht auspressen, sonst wird der Sirup trüb. Besser ist es das Tuch über einem hölzernen Kochlöffel zusammenbinden und diesen quer in einen hohen Topf hängen, sodass das Rhabarbermus gut abtropfen kann. Am besten über Nacht stehen lassen.
- ungespritzte Fliederblüten, je mehr, desto besser, aber fein säuberlich von den Stängeln gezupft, sodass kein Grün bleibt, denn Syringa vulgaris ist in allen Teilen giftig, ausgenommen der Blüten. Das Grün der Stängel und der Blätter schmeckt zudem auch noch bitter und verhunzt Ihnen den Sirup
- 1 Biozitrone
Die Fliederblüten ungewaschen in einen Krug geben. Die Zitrone heiß abwaschen, in Scheiben schneiden und zu den Blüten geben. Mit dem zimmerwarmen Rhabarbersirup aufgießen und kühl stellen. Die Blüten mindestens drei Tage durchziehen lassen. Währenddessen ab und zu umrühren, damit die Fliederblüten oben nicht zu schimmeln beginnen. Anschließend den Sirup noch einmal auf die gleiche Art und Weise abseihen, wie oben beschrieben.
Der Sirup ist jetzt trinkfertig und hält sich im Kühlschrank zwei bis drei Wochen. Wollen Sie ihn länger aufheben, müssen Sie mehr Zucker zusetzen und ihn nochmal erhitzen, wodurch er jedoch einiges an Aroma einbüßt. Rechnen Sie pro Liter Sirup ein halbes Kilo Zucker extra. Den Sirup dann heiß in ausgekochte Flaschen füllen und sofort verschließen. An einem kühlen und dunklen Ort können sie den Sirup dann auch ein paar Monate aufheben. Es ist nicht sinnvoll den zusätzlichen Zucker vor dem Ansetzen hinzuzufügen, da die Blüten sonst zu stark verkleben würden und sich nicht mehr gut abseihen lassen. Daher erst den fertigen Rhabarber-Fliedersirup mit der angegebenen Extramenge Zucker in einem Topf erwärmen, aber auf keinen Fall zu heiß werden lassen oder womöglich aufkochen. Dadurch verflüchtigt sich das Fliederaroma auf nimmer Wiedersehen.
In den meisten Rezepten wird Zitronensäure zur Konservierung verwendet und auch wenn es so klingt, als wäre diese etwas natürliches, wird sie doch industriell hergestellt, hat mit Zitrusfrüchten nichts zu tun und trägt die E-Nummer 330. Außerdem finde ich, dass Zitronensäure, auch in kleinen Mengen, dem Sirup eine penetrante Geschmacksnote hinzufügt, die dem feinen Blütengeschmack des Flieders ganz und gar nicht zuträglich ist. Ich verzichte lieber darauf, und trinke den Fliedersirup nur ein paar Wochen im Jahr. Es kommen ja noch die Blüten von Rose, Holunder, Akazie...


Quelle: inspiriert von rhubarb-rosewater-syrup - 101 cookbooks
Der Geschmack der Japaner in punkto Essen ist eigen, genauso wie die kulinarischen Vorlieben der Europäer für Japaner gewöhnungsbedürftig sind. So gilt Kuhmilch in Japan als ausgesprochen exotisches Nahrungsmittel. Für den Großteil der Japaner ist diese sogar eine eher grausige Zutat am Speiseplan. Eis aus Kuhmilch hat demnach keine sehr lange Tradition in Japan, erfreut sich aber immer größerer Beliebtheit. Eissalons nach westlichem Vorbild sind in den Straßen der japanischen Großstädte mittlerweile keine Seltenheit mehr. Was die Eissorten betrifft, hat das Inselvolk jedoch einen ganz individuellen Style entwickelt. Für uns Europäer kommt der Gang in einen japanischen Eissalon eher einer Fahrt in einer kulinarischen Geisterbahn gleich. So werden Sorten angeboten, wie Pferdefleisch und Ziege, Aal, Tintenfisch oder Algen. Wohlgemerkt sind alle Sorten nicht pikant, sondern, so wie bei uns, aus den Hauptbestandteilen Milch und Zucker produziert. Sie schmecken also süß!!! Wie wäre es mit süßem Knoblaucheis oder Eis mit Austerngeschmack, Meerwasser, Wasabi oder Spinat?
Es gibt aber auch japanische Eissorten wie Matcha, Adukibohnen oder schwarzes Sesameis, die für den europäischen Gaumen verkraftbar sind. Sie werden bei uns oft in traditionellen japanischen Restaurants angeboten. Mein erstes Sesameis habe ich in einem solchen gegessen und war entzückt von dem feinen, nussig-herben Geschmack. Und mittlerweile bringe ich sogar selbst gutes Eis aus schwarzem Sesam zu Stande. Warum ich ausgerechnet gestern bei Schneesturm die Eismaschine ausgepackt habe, kann ich Ihnen aber nicht so genau sagen. Irgendwie war's gerade recht.
- 200 ml Milch
- 100 ml Obers
- 2 EL Zucker - ich verwende meistens hellen Rohrohrzucker - falls Sie anderen Zucker verwenden, passen Sie die Menge entsprechend an. Die Eismasse muss im ungefrorenen Zustand deutlich süß schmecken. Der Zucker verliert sich später wieder. Wenn Sie mit Zucker sparen, wird die Konsistenz zu fest, verwenden Sie zuviel Zucker wird das Eis nicht richtig fest und schmilzt sehr schnell.
- 8 EL schwarze Sesamkörner - nach dem Mörseren erhalten Sie daraus ungefähr 2-3 EL Paste
- 1 Prise Fleur de Sel, wenn Sie haben, ansonsten normales Salz
- Reste einer ausgekratzten Vanilleschote
- 1ganzes Ei
- 1 Eidotter
- 1 EL Staubzucker - der löst sich leichter in der Eimasse auf

Milch, Obers, Zucker, Salz und Vanilleschote in einem Topf erwärmen und ziehen lassen. In der Zwischenzeit die Sesamkörner in einer heißen Pfanne trocken rösten, bis sie wunderbar duften. Passen Sie aber auf, dass Sie den Sesam nicht zu stark rösten, denn dann wird er bitter. Ungefähr zwei Drittel der Körner in einem steinernen Mörser zerstoßen, und zwar ordentlich. Der Duft wird Sie überwältigen und Sie bekommen eine Idee davon, was Sie bald erwartet. Die Sesamkörner müssen so gründlich bearbeitet werden, dass eine homogene, dicke, schwarze und ölige Paste entsteht. Sie können auch ein paar Tropfen feinstes Sesamöl dazugeben, damit sich die Paste leichter verarbeiten lässt. Aber nur, wenn Sie wirklich gutes Sesamöl haben. Diese Paste geben Sie zur Milchmischung und lassen das Ganze einmal kurz aufkochen. Dann leicht auskühlen lassen. Jetzt die restlichen Sesamkörner im Mörser zerstoßen, aber nicht mehr ganz so fein. Sehen Sie sich die Fotos gut an. Auch diese Sesamkörner zur Milch geben. Die Milch dickt durch die Sesampaste bereits stark ein.
In einem Wasserbad die Eier mit dem Zucker verschlagen, aber nicht schaumig rühren. Die Vanilleschote entfernen und die noch warme Milch-Sesammasse in die Eimasse einrühren. Jetzt kommt der schwierigste Teil. Sie müssen die Mischung "zur Rose" ziehen. Das bedeutet, dass Sie die Masse so lange im Wasserbad erhitzen (das Wasser aber nicht kochen lassen), bis diese eindickt und zwar ohne dabei Eierspeis zu produzieren. Währenddessen immer rühren, rühren und nochmals rühren! Am Anfang sollten Sie sich vorsichtig an die richtige Temperatur herantasten. Sie bekommen dann aber ein Gefühl dafür, wann das Wasserbad zu heiß ist und wann zu kalt. Die Rosenprobe besteht darin, die Masse über den Rücken eines hölzernen Kochlöffels gleiten zu lassen und darüber zu blasen. Dabei sollte sich ein wellenförmiges Muster bilden, das einer Rose gleicht. Da die Masse aber eine große Menge an Sesampaste enthält, dickt sie sehr stark ein. Darum pickt meine Rose jetzt als schwarze Pletschen an unserer weißen Küchenwand. Rühren sie lieber so lange, bis Sie merken, dass die Masse eindickt und sparen Sie sich das Blasen aus. Das reicht. Dann nehmen Sie die Schüssel aus dem Wasserbad und rühren noch ein bisserl weiter, bis der Garprozess unterbrochen ist. Wie gesagt, achten Sie tunlichst darauf, dass die Eier nicht ausflocken, sonst war alles umsonst. Es geht wirklich um Sekunden. Also nicht mal schnell auf die Toilette gehen oder so.
Das war's dann eigentlich schon. Wenn Sie eine Eismaschine ohne Kühlkompressor haben, stellen Sie die Masse mehrere Stunden in den Kühlschrank, bis sie wirklich gut durchgekühlt ist. Bei einer Eismaschine mit eingebauter Kühlung können Sie die Masse gleich entsprechend weiter verwenden. Etwas Stehzeit tut derselbigen aber gut, da sie noch nachdunkelt. Das sieht hübsch aus. Sie erhalten einen wunderschönen anthrazitgrauen Farbton und das fertige Eis scheint wie aus Stein gemeiselt.
So, und was macht mein Eis jetzt draußen im Schnee? Ganz einfach... es schmilzt nicht! Es lässt sich geduldig von allen Seiten fotografieren. Und weil ich in dieser Disziplin nicht die Schnellste bin, stehe ich Narrische bei eisiger Kälte und Schneesturm in meinem Garten und fotografiere Eis im Schnee. Nach einer halben Stunde ist die Schüssel fest gefroren und die Zapfen hängen mir von der Nase, was mich aber nicht daran hindert das Eis auch noch zu essen. Dabei stelle ich fest, dass der feine Pulverschnee geschmacklich außerordentlich gut mit dem Sesameis harmoniert. Ich schaufel also mit klammen Fingern das Eis samt Schnee in mich hinein und stelle mir vor, ich sitze irgendwo in den tief verschneiten Bergen Japans fest, als letzte Überlebende einer Expedition auf der Suche nach japanischen Eissorten, und denke mir einen japanischen Prinzen dazu, der des Weges geritten kommt, um mich vor dem Erfrierungstod zu retten, weil ich zuviel von dem schwarzen Sesameis gefressen habe...

...sie können nämlich einfach Folgendes tun:
Die Menge ist ausreichend für zwei große Gläser zu je 600 ml
Für das Gelingen einer guten Limonade ist natürlich die Qualität des Sirups ausschlaggebend.
Die Zitrone in Spalten schneiden, davon jeweils die Hälfte auspressen, direkt ins Glas und die Spalten auch gleich dazuschmeißen. Über die Pfefferminzblätter am Schneidbrett kurz mit der Sirupflasche darüberwalken, damit das Aroma sich besser entfalten kann und die Blätter in die Gläser geben. Sirup dazugeben und mit Eiswürfel fast bis zum Rand auffüllen. Jetzt mit Mineralwasser aufgießen, Strohhalm dazu und fertig! Mit dem Glas in der Hand unter einen Baum in den Schatten setzen und möglichst nicht mehr bewegen.
- 1 Biozitrone nehmen
- eine Handvoll Pfefferminzblätter
- 4 EL Darbo Teesirup Pfefferminze oder selbst gemachter
- 4 EL Darbo Zitronenmelissensirup oder Holunderblütensirup
- gaaaaanz viel Eiswürferl
- Mineralwasser aus dem Kühlschrank
Die Menge ist ausreichend für zwei große Gläser zu je 600 ml
Für das Gelingen einer guten Limonade ist natürlich die Qualität des Sirups ausschlaggebend.
Die Zitrone in Spalten schneiden, davon jeweils die Hälfte auspressen, direkt ins Glas und die Spalten auch gleich dazuschmeißen. Über die Pfefferminzblätter am Schneidbrett kurz mit der Sirupflasche darüberwalken, damit das Aroma sich besser entfalten kann und die Blätter in die Gläser geben. Sirup dazugeben und mit Eiswürfel fast bis zum Rand auffüllen. Jetzt mit Mineralwasser aufgießen, Strohhalm dazu und fertig! Mit dem Glas in der Hand unter einen Baum in den Schatten setzen und möglichst nicht mehr bewegen.
Draußen ist es so heiß, dass man meint in einen Backofen geschoben zu werden, sobald man das Haus verlässt. Drum lass ich´s lieber und werfe die Eismaschine an. Mein derzeitiger Eisliebling ist Bananeneis. Weil´s immer gelingt, ganz einfach zuzubereiten ist und so herrlich rund und mollig schmeckt.
- 100 ml Milch
- 100 ml Obers
- 1/2 Vanilleschote
- 3 gehäufte EL Zucker
- 1 kleine Banane
- Saft von einer halben Zitrone
Ich habe eine Eismaschine mit Kompressor. Deshalb ist es egal, wenn die Masse noch leicht warm ist. Man kann aber auch die Milchmischung vorbereiten und in den Kühlschrank stellen. Dann erst die Banane und den Zitronensaft dazugeben.
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