Blöd, dass ich jetzt wieder im Dunkeln zum Sport fahren muss. Nein, nicht wegen des Stadtbildes! Ich habe Angst, bei unzureichender Beleuchtung über Hindernisse oder Mängel im Bodenbelag zu stolpern oder auf nassem Laub mitten desselben auszurutschen und hinzufallen. Das ist mir in den vergangenen Jahren eher passiert als unangenehme Anmache & Schlimmeres.
Samstag, 1. November 2025
Meine 44. Kalenderwoche 2025
Blöd, dass ich jetzt wieder im Dunkeln zum Sport fahren muss. Nein, nicht wegen des Stadtbildes! Ich habe Angst, bei unzureichender Beleuchtung über Hindernisse oder Mängel im Bodenbelag zu stolpern oder auf nassem Laub mitten desselben auszurutschen und hinzufallen. Das ist mir in den vergangenen Jahren eher passiert als unangenehme Anmache & Schlimmeres.
Donnerstag, 15. Mai 2025
Great Women #417: Marika Rökk
Na, heute geht es um eine Frau, für die ich als kleines Mädchen mit großem Interesse an Tanz & Gesang geschwärmt habe, damals, als sich der mediale Konsum noch auf ein monatliches Kinovergnügen in einem Mehrzweck-Saal der Dorfgaststätte beschränkt hat. Morgen vor 21 Jahren ist sie gestorben: Marika Rökk. Später habe ich mir in einer der Shows, die wir für unsere Eltern zu ihren runden Geburtstagen im Geschwisterkreis inszeniert haben, einen Auftritt mit ihrem "Ich brauche keine Millionen" gegönnt und gemerkt, wie mich diese romantisierend-kitschigen Schlagertexte geprägt haben...
Am 3. November 1913 kommt in Kairo Marika Rökk als Marie Karoline Rökk zur Welt. Warum Kairo, wo doch ihre Eltern - Mária Karoline Charlotte Károly und Eduárd Károly Rökk, 27 Jahre alt - ungarische Wurzeln haben? Marikas Mutter kränkelt nach der Geburt ihres ersten Kindes Eduard 1911 ( wie der Vater später auch ein bekannter Fußballsportler ). Sie will einfach nicht mehr richtig auf die Beine kommen, das feuchte Klima, die Wohnumstände tun ein Übriges, so dass ein Arzt dringend einen Klimawechsel vorschlägt.
Das Familiennarrativ, welches Marika selbst 1944 verbreiten wird, lautet, ihr Vater, ein erfolgreicher Athlet, aber auch umtriebiger Unternehmer, habe bei einem Preisausschreiben um architektonische Fragen eine Reise, den Aufenthalt und Arbeitsplatz in Kairo gewonnen. Den kleinen Sohn habe man bei den Großeltern gelassen. Tatsache ist wohl nach ungarischen Unterlagen, dass sich "Ede" Rökk von seinem Regiment, dem 23. Infanterieregiment der Königlich-Ungarischen Armee in Hermannstadt/Siebenbürgen, entfernt und nach Ägypten abgesetzt hat. Belegt ist allerdings auch, dass er sich vor seiner Militärzeit an Architekturwettbewerben beteiligt und dabei dritte Plätze belegt hat.
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| CC BY-SA 3.0 de |
Marika bringt alle körperlichen Voraussetzungen für den Tanz mit, verfügt über einen starken Willen und die nötige Disziplin - wenn andere drei Stunden tanzen üben, übt sie fünf. Sie hat nicht nur flinke Beine, sondern auch Ellenbogen, wird immer die Beste sein wollen und lebenslang vor Selbstbewusstsein strotzen.
Eine erste große Rolle kann sie im Operettentheater Budapests von Hanna Honthy übernehmen, die dafür zu alt geworden ist.
1917 gründet der Vater mit zwei Kompagnons in Mátyásföld, einem Stadtviertel von Budapest, eine moderne Landwirtschaftsgesellschaft, die auf gepachtetem Land rationell und intensiv Landwirtschaft betreiben und die Vertretung ausländischer Firmen für landwirtschaftliche Maschinen und Werkzeuge inklusive Reparatur von Produkten derselben übernehmen soll. Aus dieser Firma steigt er 1922 aus, nachdem er schon zwei Jahre zuvor sich in einen Baustoffhandel engagiert hat. Außerdem betreibt er ein Lokal am Haltepunkt einer Bahnlinie im Budapester Stadtteil Sashalom, welches er 1924 schließt, um sich als Manager der Tanzkarriere seiner Tochter zu widmen.
Um die voranzutreiben, übersiedelt man nach Paris, wo die Elfjährige Unterricht bei einer Exilrussin erhält, von der nur der Nachname Rudkowska bekannt und nichts weiteres in Erfahrung zu bringen ist. Ihr Bruder strebt derweil eine Karriere als Leichtathlet, später als Fußballer an. Um den Familienunterhalt zu sichern, tritt das Mädchen mit Dreizehn mit den Hoffman Girls, einem Ensemble von Sängerinnen und Tänzerinnen ähnlich den Tiller Girls, im Pariser "Moulin Rouge" als Tänzerin auf. Als diese Truppe einen Vertrag mit dem "Winter Garden Theatre" in Manhattan bekommt, sind die Rökks dabei, auch bei weiteren Engagements in den Staaten.
Obwohl Marika am Broadway als "Königin der Pirouette" gefeiert wird, bemerkt die ehrgeizige Tänzerin schnell, dass sie im amerikanischen Showgewerbe nur eine unter vielen ist und kehrt 1929 nach Europa zurück, zunächst als Tänzerin beim "Moulin Rouge" und dann als Tänzerin & Sängerin in Revuen in Hamburg, Monte Carlo, Cannes, London und im Berliner "Wintergarten", wo sie als Fünfzehnjährige als Starakrobatin Erfolg hat.
1930 dreht sie in England ihre ersten beiden Filme "Why Sailors Leave Home" und "Kiss Me Sergeant". Beide bringen ihr nicht den erwünschten Durchbruch, und sie kehrt nach Ungarn zurück. Dort wird sie 1932/33 in zwei Produktionen besetzt - "Csokolj meg, edes!/Kiss Me, Darling" und "Kisertetek Vonata/Ghost Train". In letzterem spielt sie die weibliche Hauptrolle und führt eine Gesangs- und Tanzeinlage auf.
Der legendäre Ernst Marischka holt sie schließlich 1934 nach Wien zur Revue "Stern der Manege/Stars of the Circus Ring". In der Show präsentiert sie sich auch auf einem Pferd, turnt auf dem Trapez und zeigt, wie außerordentlich beweglich sie ist. Dort wird der Regisseur Gustav Ucicky und Ernst Hugo Correll, seines Zeichens Produktionsdirektor der Universum Film AG (Ufa), Deutschlands größter Produktionsfirma, auf Marika aufmerksam. Die gertenschlanke junge Frau kann singen, tanzen, steppen, mit großer Energie über die Bühne fegen, aber auch einen Schlafzimmerblick aufsetzen und dabei einen verführerischen Schmollmund machen.
Die Ufa bietet Marika einen Zwei-Jahres-Vertrag, so dass sie ins Nazi-Deutschland übersiedelt. Ab 1935 wird sie dort in fünfzehn Filmen mitwirken.
Der erste Streich ist der Film "Leichte Kavallerie" nach dem Roman "Unterwegs zur Heimat" von Heinz Lorenz-Lambrecht ( nicht nach der gleichnamigen Operette von Franz von Suppè! ), der im Zirkusmilieu spielt und Marika in der Hauptrolle Gelegenheit für zwei große Tanzszenen bietet. Ihr Partner ist Heinz von Cleve, der "schöne Mann der Ufa".
Der Plan der Filmgesellschaft geht nach und nach auf: Der Film ist der Auftakt für eine Reihe moderner romantischer Märchen, leichter Operetten und glanzvoller Revuestücke, die "die Rökk" letztendlich zu einer der beliebtesten Schauspielerinnen Deutschlands machen. Immer ist sie die selbstbewusste, schlagfertige, energische & unabhängige Frau, woraus ein guter Teil ihrer Attraktivität als Star zu erklären ist. Zum Schluss muss sie aber immer an die Seite eines Mannes, um dem Rollenbild der Zeit zu entsprechen. Eine Domestizierung der Frau à la "Der Widerspenstigen Zähmung" ist ein durchaus häufiger Topos in den Filmen der NS-Zeit.
Marika ist dazu geeignet und besitzt die notwendige Verve, die oft kitschigen Handlungen und klischeehaften Dialoge rüberzubringen, und trägt die glamourös gestaltete Garderobe immer mit Stil.
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| In der Mitte: "Der Bettelstudent" |
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| Mit Johannes Heesters |
1937 folgen gleich drei Produktionen mit der 24jährigen Schauspielerin: "Karussell", "Gasparone" ( erneut mit Johannes Heesters) sowie "Und du mein Schatz fährst mit".
Hat man anfangs ihren Vertrag nicht verlängern wollen, schneidet die Ufa die Filme nun zunehmend auf den weiblichen Jungstar zu. Im deutschen Kino zwischen Unterhaltung & Hetze kommt Marika der erste Teil des Projekts zu, protegiert von Georg Jacoby, mit dem sie im Laufe ihrer Karriere 18 ihrer 32 Filme drehen und den sie 1940 schließlich heiraten wird. Doch trotz des zunehmenden Erfolgs beim Publikum, welches vom tanzenden und singenden Traumpaar Rökk-Heesters nicht genug bekommt, wird sich der Niederländer schließlich später der Ufa verweigern, weitere "Rökk-Filme" zu drehen, weil ihr Name alsbald vor seinem auf den Plakaten aufgeführt ist.
1938 kommt der Musikfilm "Eine Nacht im Mai" in die deutschen Lichtspielhäuser, in dem Viktor Staal die männliche Hauptrolle spielt. 1939 tritt sie in "Es war eine rauschende Ballnacht", ein Filmmelodram von Carl Froelich rund um den Komponisten Peter Tschaikowsky, mit dem anderen Ufa - Star Zarah Leander auf, mit der sie konkurriert, wird diese doch bei der Ufa als die Nummer eins behandelt. "Die Rökk" gilt in der Traumfabrik des Dritten Reichs ohnehin als "Kolleginnen-Fresserin".
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| Links Zarah Leander mit Hans Stüwe, rechts dieser mit Marika Rökk |
"Etwas hat sie dabei der amerikanischen Konkurrenz voraus: den burschikosen Schalk im Nacken, den sprudelnden Charme und nicht zu vergessen: Paprika im Blut."
Marika Rökk und die Nazi - Größen - ein Kapitel, das ich an dieser Stelle aufschlagen muss: Sie arrangiert sich recht offen mit den nationalsozialistischen Machthabern, duzt den Reichsfilmintendanten und SS-Führer Hans Hinkel und bewundert Adolf Hitler, wie aus einem Brief an den Diktator hervorgeht:
"Wenn ich Sie, mein Führer, für ein paar Augenblicke erheitern und von Ihrer verantwortungsvollen Arbeit ein wenig ablenken konnte, so bin ich darüber unendlich stolz und glücklich."
Zigarettenbildchen
jener Zeit
"Zu mir sagte er: 'Was, kleine Frau, können Sie eigentlich nicht?' Ich platzte heraus: 'Deutsch, Herr Hitler!' Alle lachten, er am lautesten. 'Was glauben Sie, wie viele Deutsche kein richtiges Deutsch können?', fragte er. Dann ging er."
Nach der Wende und mit dem "Einigungsvertrag" wird Marika Rökk einen Anwalt einschalten, um zu verhindern, dass die Villa der "Jewish Claims Conference" zugesprochen wird. Die Rückgabeansprüche der Nachfahren von Zeisler werden ebenfalls abgewiesen. Zeisler wird noch vor seinem Tod bekunden, dass er nie einen Pfennig für sein Haus gesehen hat. Die Erben der Schauspielerin können es, einst auf einen Wert von 3,5 Millionen Mark geschätzt, 2005 zu ihren Gunsten verkaufen.
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| Die Jacobys als frisch gebackene Eltern |
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| Mit Fred Raul |
"… es ist kein Geheimnis, daß […] sich [Marika Rökk] neben den anderen berühmten Kinodamen sozusagen im Freistil, mit Ellenbogen und Tanzbeinen, nach vorn gekämpft hat, kein leichter Stand für Regisseur und ‚Ringrichter‘ Peter Schamoni", schreibt Elvira Reitze in ihrer Biografie der Künstlerin.
Samstag, 8. Februar 2025
Meine 6. Kalenderwoche 2025
Samstag, 25. Januar 2025
Meine 4. Kalenderwoche 2025
884 Tage ist es jetzt her, seit ich unfreiwillig Single geworden bin. Weil die Sonne mal willig und mein verabredetes Treffen krankheitsbedingt ausfallen musste, bin ich mit der Bahn zum Friedhof gefahren.
Eine Mutfrage
Wer wagt es,sich den donnernden Zügen entgegenzustellen?
Die kleinen Blumen zwischen den Eisenbahnschwellen.
Ich geb das mal gerne an alle meine Leser*innen weiter. Mariann Edgar Budde, Bischöfin der Episkopalkirche der Vereinigten Staaten, ist so eine "kleine Blume". ( Natürlich wird sie wieder als "links" geframt, ist sie tatsächlich jedoch nur ihrem Gott gegenüber verantwortlich. )
Wenn Kirchenmenschen so klar verständlich, wahrhaftig, unverschwurbelt und ruhig sprechen, ist auch eine Agnostikerin wie ich immer wieder bereit, ihre Haltung zu Religionen zu überdenken...
Ich halte es da in vielem mit Kurt Kister, der mir diese Woche schrieb:
"Wenn ein Politiker oder eine Politikerin, eine Partei oder ein Monarch sich darauf beruft, von Gott auserwählt, gesandt, gerettet oder beauftragt zu sein, ist allerhöchste Vorsicht geboten. Der Allerhöchste nämlich hat schon lange keine Aufträge mehr erteilt, wenn er es denn jemals getan hat. Zum Beispiel ist jeder Versuch, Gebietsansprüche mit göttlichem Willen zu begründen, metaphysischer Imperialismus, der keinen Deut besser ist als nackter Imperialismus."
Mit ihm stimme ich auch in der Idee überein, - wenn Gott denn je mit im Spiel sein sollte - "könnte dies auch darin bestehen, den unbotmäßigen Menschen wieder einmal, noch einmal eine Prüfung aufzuerlegen. Pmurt jedenfalls übererfüllt alle Kriterien, die für eine göttliche Prüfung nötig sind."
" 'Heuschrecken' meint Private-Equity-Gesellschaften und Hedge Fonds, deren Ziel ist, aufgekauften Unternehmen Schulden aufzubürden und sie mit höchstmöglicher Rendite wieder zu verkaufen. Das geschieht, indem öffentlich gehandelte Unternehmen nach dem Kauf von der Börse genommen werden, um sie also dem Licht der Öffentlichkeit zu entziehen. Wenn KKR die Kontrolle über ein Unternehmen konsolidiert hat, folgen häufig Umstrukturierungen wie Massenentlassungen, Aufspaltungen oder Fusionen, um das Unternehmen profitabler zu machen. Nach einer gewissen Zeitspanne wird dann das nun wertvollere Unternehmen wieder abgestoßen und auf diese Weise Gewinn erzielt. Ganz ähnlich ist das auch nach dem Einstieg von KKR bei Springer passiert."






















































