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Mittwoch, 28. September 2016

NACH DER EISZEIT ...


… ist immer auch vor der Eiszeit. Gottseidank! Mit etwas Glück kann man aber auch jetzt noch - quasi nach der sommerlichen Eiszeit - die nötige Hauptzutat für dieses ultrafeine Eis ergattern. Ich musste einfach vor dem nächsten, versprochenen Fischrezept noch schnell ein süßes Rezept einschieben.

Warm ist das Wetter auch noch, also passt Eis immer noch sehr gut als feines Dessert. Ich hab nämlich ein total Ungewöhnliches und sehr Gutes für uns entdeckt: Feigenblatt-Eis!

Das kommt für mich wie gerufen, denn: Ich mag meinen Feigenbaum wirklich gern. Er wuchert ziemlich und produziert viele Äste und Blattwerk, aber hey, frische Feigen! Von der Sonne beschienen, warm, reif und saftig, direkt vom Baum gepflückt - gibt's was Besseres? Und deshalb gibt's auch den Feigenbaum immer noch. Mittlerweile seit zehn Jahren. In diesen zehn Jahren war genau ein einziger Sommer so ideal, dass die Früchte reif und saftig wurden. Auch dieses Jahr wieder: Zwutschkerl! Gerade mal zwei Zentimeter groß, steinhart und ungenießbar - und dabei lauert im Hintergrund schon die kalte Jahreszeit. Also wieder mal keine Chance auf reife Früchte.

Und genau in dem Augenblick, in dem ich ziemlich laut überlege, ob nicht ein Ribiselstrauch an dieser Stelle mehr Sinn hätte, lese ich von der Idee, nicht die Früchte, sondern die Feigenblätter zu verwerten. Die Autorin des Kochbuchs "Obst" macht Eiscreme mit Feigenblättern. Diese Anregung hab ich übernommen und mit meinem Grundrezept für Cremeeis kombiniert.

Ich tu mir allerdings ziemlich schwer damit, seinen Geschmack zu beschreiben. Vielleicht ein bisschen nach Kokos, aber da ist noch mehr, das ich nicht genau beschreiben kann, einzigartig – einfach ausprobieren, würde ich sagen. Dazu gab es in Purple Curry marinierte letzte Himbeeren vom Markt - ein Dessert, das ein Menü mit lieben Gästen perfekt abgerundet hat.

Feigenblatt-Eis mit Purple-Curry-Himbeeren

5 Feigenblätter
250 ml Milch
200 ml Schlagobers
25 g Invertzucker
50 g Zucker
1/2 gestrichener TL Carobe
1 Prise Salz

eine gute Handvoll Himbeeren
1 EL Honig
2 EL Apfelsaft
1/2 TL Purple Curry


Milch und Schlagobers mit Zucker erhitzen. Kurz vor dem Aufkochen vom Herd nehmen, Invertzucker, Salz und Carobe einrühren und die fünf Feigenblätter hineinlegen. Zudecken und etwa eine halbe Stunde ziehen lassen. Dann die Feigenblätter rausfischen, und die Masse auskühlen lassen. Einige Stunden im Kühlschrank ziehen lassen, dann in der Eismaschine gefrieren.
Die Feigenblätter dürfen keinesfalls zu lange in der Milchmischung bleiben - ich hab das mal probiert, es wird bitter!

Honig mit Purple Curry und Apfelsaft gut verrühren, die Himbeeren darin etwa eine Stunde marinieren.

Übrigens: Keiner meiner Gäste konnte erraten, welches Eis ihm da serviert worden war!




Freitag, 29. August 2014

PFIRSICH-DILEMMA


Ich bin ja nicht sehr zufrieden mit dem Weinbergpfirsich-Angebot hier. Sie sind zwar weißfleischig und schmecken auch ein bisserl besser als die "normalen" Pfirsiche. Aber so richtig gute Weinbergpfirsiche habe ich zum letzten Mal vor vielen Jahren in Niederösterreich (wo bin ich da bloß gewesen?) gegessen - das war gar kein Vergleich mit denen, die man hier bekommt. Sie waren klein und verströmten schon aus einem Meter Entfernung einen Duft, der mich stehenbleiben ließ. Was roch denn da so fantastisch? Seither bin ich auf der Suche ...

Ein bisschen was von diesem tollen Duft kann man den Pfirsichen rauskitzeln, wenn man sie im Backrohr brät. Dann zieht ein Duft durch die Küche, der ein bisschen an "richtige" Weinbergpfirsiche erinnert.
Beträufelt mit selbstgemachtem Rosensirup und etwas Purple Curry (gibt zusätzlich eine wunderschöne Farbe), nach dem Braten püriert und nach Geschmack gezuckert - das war ein Sorbet, das mich wirklich begeistert hat!
Für den Knusperanteil des Desserts buk ich winzigkleine Haselnussmakronen, und als Kontrast zum würzig-säuerlichen Sorbet gab es noch eine vanillefeine Kokos-Panna-Cotta. Serviert in kleinen Einmachglaserln, daher mit sehr wenig Gelatine.

bestreut mit Fingerlimetten-Fruchtfleisch (die erste eigene, reife Fingerlimette!)

 Weinbergpfirsich-Purplecurry-Sorbet
Kokos-Panna-Cotta
Knuspermakronen mit gerösteten Haselnüssen
für 6 Personen

Sorbet:
6 mittelgroße Weinbergpfirsiche
6 EL Rosensirup (selbstgemacht aus der Rosensorte "Fantin Latour")
3 TL Purple Curry (Ingo Holland)
4 EL Invertzucker
1 g einer Mischung aus Johannisbrotkernmehl und Guarkernmehl (1:2, kurz JoGu genannt)
Backzucker nach Geschmack

Kokos-Panna-Cotta:
330 ml Kokosmilch (2 kleine Dosen)
250 ml Schlagobers
2 EL Zucker
2 1/2 Blatt Gelatine
1 Vanilleschote (Mexiko-Vanille)

Haselnussmakronen:
65 g geschälte, geröstete Haselnüsse
65 g Kristallzucker
65 g Eiweiß (sind meist 2)


Das Backrohr auf 200 Grad vorheizen. Die Pfirsiche halbieren und entkernen. Auf Backpapier oder eine Backmatte mit dem Baucherl nach unten legen. Mit Rosensirup beträufeln, mit Purple Curry bestreuen. Ins Backrohr geben und etwa 30 Minuten braten. Herausnehmen, etwas auskühlen lassen. Die restlichen Zutaten, also Invertzucker, JoGu und Backzucker unterrühren. Es sollte etwas zu süß schmecken, dann wird das Sorbet genau richtig.
In der Eismaschine gefrieren lassen. In eine Schüssel mit Deckel füllen und für einige Stunden in den Tiefkühler geben. Etwa 20 Minuten vor dem Servieren in den Kühlschrank stellen.

bestreut mit ein paar zerkrümelten Haselnussmakronen

Für die Panna Cotta Kokosmilch und Schlagobers in einen kleinen Topf geben. Zuckern, die Vanilleschote aufschneiden und in die Mischung geben. Erwärmen, vom Herd ziehen und die Vanilleschote etwa eine Stunde ziehen lassen. Dann aufkochen. Gelatine in kaltem Wasser einweichen, dann ausdrücken. Vanilleschote aus der Milch fischen. Die Gelatine mit etwas von der heißen Milch verrühren, dann in den Topf gießen. Gut verrühren und in Gläschen füllen. Einige Stunden im Kühlschrank fest werden lassen.



Für die Haselnussmakronen die Nüsse mit 15 Gramm des Zuckers im Blitzhacker fein hacken. Eiweiß mit 50 Gramm Zucker zu festem Schnee schlagen. Die gehackten Haselnüsse unterheben. Das Backrohr auf 140 Grad vorheizen. Die Haselnussmasse in einen Spritzsack füllen und winzigkleine Häufchen auf Backpapier spritzen (Durchmesser maximal einen Zentimeter). Im vorgeheizten Backrohr etwa 20 Minuten backen, bis sie Farbe genommen haben. Rausnehmen, auskühlen lassen und  gut verschlossen aufbewahren (Das könnte man schon am Vortag machen).


Dieses Dessert servierte ich am Wochenende nach einem ziemlich üppigen Essen. Wohl deswegen blieb sowohl von der Panna Cotta als auch vom Sorbet ein bisschen was übrig. Die Fotosession konnte ich deshalb zwei Tage später bei Sonnenschein in aller Ruhe machen. Und der Mitkoch und ich freuten uns über die "Reste".





Mittwoch, 12. März 2014

SCHOKOFRUCHTIG

Wenn als Antwort auf die Frage "Was wollt ihr am Sonntag als Nachspeise?" von der einen jungen Dame "Was Schokoladiges" und von der anderen "was Fruchtiges" kommt, dann stellt sich die Küchenschabe eben in die Küche und bereitet ihr Lieblings-Mousse-au-chocolat und zusätzlich ein fruchtiges Ribisel-Sorbet zu - so müssten eigentlich alle zufrieden sein ...

Das Mousse au chocolat kommt aus einem meiner ersten Kochbücher, ich mag es so gerne, weil es nicht zu süß ist, dafür zart und flaumig, und fein nach Kaffee schmeckt. Das Ribisel-Sorbet war meine erste Wahl, da ich im Tiefkühler noch passierte schwarze Ribisel vom letzten Sommer  hatte. Mit rohen schwarzen Ribiseln kann man mich jagen, aber Saft, Marmelade oder Sorbet schmecken einfach traumhaft!


Ribisel-Sorbet
für 6 Personen

400 g passierte schwarze Ribisel (oder Himbeeren, Erdbeeren ... was man eben vorrätig hat)
100 g Staubzucker
4 EL Invertzucker
1 TL Johannisbrotkernmehl

Alle Zutaten gut miteinander verrühren. Für süße Früchte würde ich weniger Staubzucker und Invertzucker nehmen, aber die schwarzen Ribisel sind doch ziemlich sauer, die vertragen diese Zuckermenge. Grundsätzlich sollte die Masse etwas zu süß schmecken, dann wird das Sorbet genau richtig.

Im Kühlschrank über Nacht reifen lassen. Am nächsten Tag in der Eismaschine gefrieren. Das Sorbet in eine Schüssel streichen und noch für einige Stunden in den Tiefkühler geben. Etwa 20 Minuten vor dem Servieren zum Antauen in den Kühlschrank stellen.


Mousse au chocolat Nummer 2 (Nummer 1 gibts hier)
für 8 Personen (wir waren nur zu sechst, die restlichen zwei Portionen haben der Mitkoch und ich am nächsten Tag genossen)

400 ml Schlagobers
80 ml frischer, heißer, starker Kaffee
200 g Bitterschokolade (K: Kuvertüre von Felchlin, Arriba, 72%)
3 EL Staubzucker
2 Eigelb

Den Kaffee in einen kleinen Topf geben und auf den Herd stellen. Die Schokolade darin bei schwacher Hitze schmelzen lassen, keinesfalls kochen! Die Masse abkühlen lassen, das Eigelb unterrühren.
Schlagobers mit Zucker duftig und nicht zu fest schlagen. Locker unter die Kaffee-Schokolade-Mischung heben. In kleine Dessertschüsserl füllen und mindestens vier Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

Das kaffeeduftige, nicht sehr süße Schokomousse passt hervorragend zum säuerlich-fruchtigen Sorbet. Ich werde heuer nicht wie im Vorjahr faul sein, sondern sämtliche schwarze Ribisel brocken - das nehm ich mir jetzt zumindest ganz fest vor!




Sonntag, 28. Juli 2013

ALTE LIEBE

Meine Liebe zu Duftpelargonien dauert nun schon ungefähr 25 Jahre. Sie sind in Südafrika beheimatet und es war damals nicht ganz einfach, an die Pflanzen zu gelangen. Nur wenige Gärtnereien im deutschsprachigen Raum führten sie. Die Einfuhr nach Österreich war noch mit großen Schwierigkeiten verbunden. Meine erste Bestellung lag eine Woche beim Zoll im Bahnhofspostamt, bevor ich die Verständigung erhielt. Die Pflänzchen waren inzwischen vertrocknet.

Der nächste Versuch hatte eine etwas höhere Erfolgsquote, ich konnte die Hälfte der Pflanzen retten. Ich hatte damals insgesamt etwa zehn verschiedene Sorten, darunter wunderschöne Exemplare, die im Habitus eher an Sukkulenten erinnerten - geblieben ist mir davon nur eine einzige (Pelagonium graveolens). Die hat inzwischen eine stattliche Größe erreicht. Sie kommt im Sommer in den Garten, wo ich sie so platziert habe, dass man im Vorbeigehen an den Blättern streift und das wunderbar zitronige Aroma einatmen kann.

Ich referiere hier so ausführlich über diese Pflanzen, weil man aus ihren Blättern ein ganz wunderbares Sorbet herstellen kann. Die Pelargonium graveolens duftet nach Rosen, dabei etwas zitronig. Schwer zu beschreiben, aber inzwischen ist es ja nicht mehr schwierig, diese Pflanze zu kaufen, viele gut sortierte Gärtnereien haben sie im Angebot.

Duftpelargonien-Sorbet

150 g feiner Zucker
300 ml Wasser
Saft einer Zitrone
etwa 20 Duftpelargonien-Blätter
2 EL Invertzucker
1 Messerspitze Johannisbrotkernmehl
(die letzten beiden Zutaten machen das Sorbet cremiger, kann man ausführlich bei Eline nachlesen)


Zucker und Wasser aufkochen. Vom Herd nehmen, die Blätter hineingeben und etwa eine Stunde ziehen lassen. Abseihen, Zitronensaft, Invertzucker und Johannisbrotkernmehl unterrühren und das Ganze über Nacht in den Kühlschrank stellen. Am nächsten Tag in der Eismaschine gefrieren (Wenn man keine Eismaschine hat, gießt man die Masse in eine flache Schüssel und gibt sie in den Tiefkühler. Jede Stunde rührt man sie mit einer Gabel durch, damit sie nicht zu einem Block gefriert).

Das fertige Sorbet streicht man in eine Schüssel mit Deckel und bewahrt es im Tiefkühler auf. Ungefähr 20 Minuten vor dem Servieren gibt man es vom Tiefkühler in den Kühlschrank. Das Sorbet lässt sich dann leichter portionieren. Im Sommer ist es ratsam, auch die Schüsserl, in denen das Sorbet serviert wird, tiefzukühlen - es schmilzt dann nicht ganz so schnell!
Das Duftpelagonien-Sorbet schmeckt nach Rosen und Zitronen, "fein tropisch" sagt der Mitkoch.

Buchtipp für alle, die jetzt neugierig auf diese interessante Pflanzengattung geworden sind: Pelargoniums of Southern Africa (ist allerdings leider nur mehr hier zu finden)


Mittwoch, 6. Februar 2013

ANANAS HOCH3

Und zwar: Gefroren, getrocknet, gedünstet. Ein fantastisches Dessert, das ein bisschen Zeit braucht, aber nicht schwer zu machen ist. Das Trocknen und das Gefrieren kann man gut einige Stunden vorher erledigen, nur das Dünsten der Früchte macht man relativ zeitnah.

Der Geschmack und die Konsistenz sind ganz wunderbar: knusprig-süß die getrocknete Ananas, erfrischend-fruchtig das Sorbet, karamellig-süß-salzig die gedünstete Ananas. Das alles gemeinsam und man fühlt sich wie im Himmel (vorausgesetzt, man mag Ananas). Bei den gedünsteten Ananasscheiben wäre es wichtig, nach dem Dünsten das harte Mark auszustechen. Sonst kann man zusehen, wie sich die Gäste richtig schön damit plagen (fürs nächste Mal vormerken!) Wenn man es vorher ausstechen will, muss man beim gelegentlichen Wenden der Scheiben sehr aufpassen, dass sie nicht zerfallen.

Ananas in drei Variationen
Für 4 Personen

Für das Sorbet:
50 g frische Ananas, in sehr kleine Stückchen geschnitten
200 ml frischer Ananassaft (das ist im Normalfall eine halbe Ananas)
25 g Zucker
50 g Invertzucker
125 ml Wasser
30 ml fruchtiger Rum (K: Ocumare, Ron añejo especial aus Venezuela)

Für die getrocknete Ananas:
ca. 1 mm dünn geschnittene Scheiben von der Ananas
50 ml Wasser und 50 g Zucker (K: 100 g Invertzucker)

Für die gedünstete Ananas:
4 frische Ananasscheiben (mindestens 1 cm dick geschnitten)
500 ml Ananassaft (da hab ich Saft aus der Flasche genommen)
100 g brauner Zucker
Eine gute Prise Maldon-Salzflocken

Rezept: Der reine Geschmack, von Gerd Wolfgang Sievers

Für die getrockneten Ananasscheiben Zucker und Wasser zu einem Sirup verkochen. Ich hab mir das geschenkt, ich habe noch jede Menge Invertzucker (nach dieser Anleitung von Eline), den hab ich einfach kurz erhitzt. Die hauchdünnen Ananasscheiben kurz im Sirup wenden, abtropfen lassen und auf eine Silpat-Matte legen (ob Backpapier auch funktioniert, oder ob sie da festkleben, kann ich leider nicht sagen). Im Backrohr bei 90 Grad mindestens eineinhalb, eher zweieinhalb Stunden trocknen.


Fürs Dessert braucht man pro Person nur eine Scheibe, aber ich belege immer ein ganzes Backblech (bei mir 12 Stück) - die getrockneten Scheiben schmecken auch zum Knabbern sehr gut und ich heize das Backrohr nicht so lang für nur vier Scheiben.

Für das Sorbet Zucker mit Wasser zum Kochen bringen. Wenn sich alle Zuckerkristalle gelöst haben, den Invertzucker dazugeben. Zum Schluss den Ananassaft und den Rum zufügen und die Masse im Kühlschrank abkühlen lassen.
In die Eismaschine geben und gefrieren lassen. Das Sorbet dann in eine Schüssel mit Deckel geben und im Tiefkühler aufbewahren. Mindestens eine halbe Stunde vor dem Servieren in den Kühlschrank geben.

Für die gedünstete Ananas den Zucker mit zwei Esslöffeln Ananassaft zu hellem Karamell kochen. Die Ananasscheiben hineinlegen und mit dem Saft aufgießen. Ab und zu wenden. So lange köcheln, bis der Saft eindickt und karamellisiert. Das dauert mindestens eine halbe Stunde, also rechtzeitig anfangen!
Wenn die Sauce karamellisiert ist, noch ein bisschen Wasser dazurühren, bis sie zäh-dickflüssig ist. Die Scheiben herausnehmen, auf ein Brett legen und das harte Mark mit einem passenden Kekserlausstecher entfernen.

Zum Anrichten etwas von der Karamelsauce auf einen Teller geben. Die gedünstete Ananasscheibe in die Mitte legen. Zurückhaltend mit etwas Maldon-Salz bestreuen. Ein oder zwei Nockerln Sorbet darauf platzieren und eine getrocknete Ananasscheibe hineinstecken.

Mittwoch, 26. Dezember 2012

MARACUJA-CAMPARI-SORBET


Zu den Feiertagen bin ich besonders froh, wenn wir bei Einladungen nach deftigen Speisen "nur" ein leichtes Dessert bekommen. Und da es wahrscheinlich allen so geht, serviere ich derzeit nach einem üppigen Essen am liebsten ein Sorbet.

Sorbet geht immer, und zu unseren Lieblingen in dieser Kategorie zählt das Maracuja-Campari-Sorbet nach Jamie Oliver. Das ist wunderbar fruchtig mit der leicht bitteren Note des Campari im Hintergrund. Es hat eine fröhlichmachende Farbe, ist herrlich erfrischend, und zum Knabbern lasse ich immer ein paar Maracujakerne drinnen.

Weil Weihnachten ist, habe ich außerdem in ein paar Früchte der Fingerlimette investiert. Bei diesen Zitrusfrüchten ist das Fruchtfleisch kugerlförmig, was ihr auch den verkaufsfördernden Namen Limettenkaviar eingetragen hat.


Mich hat diese Zitrusfrucht seit der ersten Erwähnung bei Katha fasziniert. Im Sommer habe ich dann bei den Schönbrunner Zitrustagen ein Pflänzchen erstanden. Es hat winzige Blätter, einen sperrigen Wuchs und ziemliche Stacheln. Und inzwischen sogar schon zwei kleine Früchte. Die werden wohl – wenn alles gutgeht – im nächsten Sommer reif werden. Derzeit verharren sie im Winterschlaf.

Maracuja-Campari-Sorbet

15 Maracujas
300 ml Wasser
200 g Zucker
125 ml Campari


In einem Topf Wasser mit Zucker zum Kochen bringen und einige Minuten köcheln lassen. Vom Herd nehmen und vollständig auskühlen lassen. Die Maracujas halbieren und das Fruchtfleisch rauskratzen. Durch ein Sieb streichen, einen Esslöffel Kerne aufheben. Das Fruchtfleisch mit Sirup, Campari und den zurückbehaltenen Kernen vermischen.



Die Masse in die Eismaschine geben und gefrieren lassen. Das fertige Sorbet in eine Schüssel mit Deckel streichen und im Tiefkühler aufbewahren. Ungefähr 20 Minuten vor dem Servieren vom Tiefkühler in den Kühlschrank geben. Das Sorbet lässt sich dann leichter portionieren.
Wenn man keine Eismaschine besitzt, gießt man die Masse in eine flache Schüssel und gibt sie in den Tiefkühler. Jede Stunde rührt man sie mit einer Gabel durch, damit sie nicht zu einem Block gefriert.

Samstag, 28. Juli 2012

SORBET IN PASTELL

Dieses Jahr war ich fleißig. Nichts habe ich ausgelassen, Veilchensirup, Rosenblütensirup (Fantin Latour) und sogar Hollersirup angesetzt. Von Veilchen und Rosen habe ich jetzt jeweils drei kostbare Fläschchen, vom Holler etwas mehr, den brauche ich auch am häufigsten, vor allem für Salatmarinaden, aber auch als erfrischendes Sommergetränk mit Mineralwasser oder Cava.

Für den Besuch von lieben Freunden habe ich aus diesen drei Sirupsorten Sorbets hergestellt, zur Freude des Mitkochs in so großer Menge, dass er noch einige Tage danach davon naschen konnte ...

Veilchen-, Hollerblüten- und Rosenblütensorbet

100 ml Fruchtsirup
150 ml Weißwein
150 ml Wasser
Saft einer Zitrone
2 Eiweiß

Fruchtsirup, Weißwein und Zitronensaft mischen. In die Eismaschine geben. Wenn die Masse zu gefrieren beginnt, die Eiweiß zu Schnee schlagen (nicht zu steif). Die leicht gefrorene Masse aus der Eismaschine nehmen, mit dem Eiweiß glatt rühren und weiter gefrieren lassen. Das fertige Sorbet in eine Schüssel mit Deckel streichen und im Tiefkühler aufbewahren. Ungefähr 20 Minuten vor dem Servieren das Sorbet vom Tiefkühler in den Kühlschrank geben, es lässt sich dann leichter portionieren.

Welches der drei Sorbets am besten ist, lässt sich ganz schwer sagen. Sie alle tragen ganz zart den Duft der Blüten, aus denen sie hergestellt sind, Veilchen, Holunder und Rose. Weißwein und Zitrone bringen die nötige Säure. Die Gäste haben Veilchen favorisiert, der Mitkoch Rose, die Küchenschabe Holunder - also wird es am besten sein, alle drei zu probieren.

Anmerkung zur Eismaschine: Seit letztem Jahr habe ich eine neue Eismaschine mit Kompressor und möchte sie nicht mehr missen. Jetzt muss ich den Kühlbehälter nicht mehr in der Tiefkühltruhe aufbewahren und kann mehrere Sorten hintereinander machen, ohne darauf warten zu müssen,  dass der Behälter wieder tiefgefroren ist. Außerdem hatte ich bei sommerlichen Außentemperaturen oft das Problem, dass das Eis einfach nicht richtig fest wurde - weil der Kühlbehälter schon aufgetaut war, bevor das Eis fertig war. Natürlich muss man sich den Kauf einer solchen Maschine gut überlegen. Abgesehen vom höheren Preis sind Kompressorgeräte größer und schwerer und brauchen einen fixen Platz (muss ja nicht unbedingt in der Küche sein, meines steht in einem Abstellraum).

Montag, 9. April 2012

MEYER, MEYER, MEYER ODER: SIZILIANISCHES FRÜHSTÜCK



Gartenmesse. Da nimmt mir der Mitkoch vorher immer ein Versprechen ab, und ich ihm: KEINE Zitruspflanzen mehr, wir haben schon vier Stück und die werden immer größer. Platz ist im Winterquartier eben leider nicht unbegrenzt vorhanden. So gerüstet wandern wir durch die Zitruspflanzenausstellung, bewundern sauteure, riesige Zitronatzitronen, Mandarinen und ... glattschalige, dunkelgelbe ... MEYER-ZITRONEN! Wir sehen uns an, nicken, schmeißen gleichzeitig unseren Vorsatz über Bord und wandern heimwärts: Mit einer Citrus meyeri, die sechs reife Früchte trägt, im Gepäck.
Die Meyer-Zitrone ist etwas ganz Besonderes. Katha kann ein Lied davon singen. Kurz gefasst: Sie ist eine kalifornische Hybridsorte aus Zitrone und Orange, also aromatischer, weniger sauer als die Zitronen, die man sonst kaufen kann. Daher eignet sie sich ganz fantastisch für Kuchen, Torten, Puddings und: für Granita.

Sizilianische Granita ist nämlich auch etwas ganz Besonderes. Angeblich gibt es einen Unterschied in der Konsistenz, je nachdem, ob man die Granita im Osten oder im Westen der Insel verkostet. Sagt zumindest Herr Steingarten in seinem Loblied. Im Westen seien sie grobstückig und körnig, im Osten fein und glatt wie ein Sorbet. Die beste Granita haben wir in Noto, im Caffè Sicilia der Brüder Assenza gegessen. Im Sommer bekommt man sie in Sizilien schon zum Frühstück.  Mit kleinen, warmen Brioches, die man in  die kalte Granita taucht (wenn man Glück hat und im richtigen Hotel wohnt). Das trifft sich also alles ganz wunderbar: Ist doch Ostern, wo man traditionell sowieso jede Menge Brioches isst. Der Kälte zum Trotz - sizilianisches Sommerfrühstück:




Zitronengranita mit Brioches

Granita
170 g feiner Zucker
375 ml Quell- oder Brunnenwasser (für die Wiener kein Problem, ich habe Mineralwasser ohne Kohlensäure verwendet)
Saft von 2 Meyer-Zitronen

Das Wasser in  eine Schüssel geben und den Zucker darin auflösen. Die äußere Schale der Zitronen (ohne das bittere Weiße) behutsam über der Schüssel abraspeln. Die Zitronen auspressen und den Saft zum Zuckerwasser geben. In die Eismaschine geben und gefrieren lassen.

Mini-Brioches
6 Stück

270 g glattes Mehl, Typ 480
55 g feiner Zucker
130 ml Milch
10 g Germ
2 EL Vanillezucker
1/2 TL Salz
50 g Butter
1 Ei
1 Eidotter

1 Ei und 2 EL feiner Zucker verquirlt, zum Bestreichen

Am Vorabend Germ in lauwarmer Milch auflösen. Gemeinsam mit allen anderen Zutaten bis auf das Salz in die Küchenmaschine geben und auf Stufe 2 ungefähr 15 Minuten kneten. Das Salz etwa nach der Hälfte der Zeit dazugeben. Der Teig ist sehr weich und klebrig. In eine Schüssel geben und zugedeckt über Nacht im Kühlschrank rasten lassen.




































 Am nächsten Morgen aus dem Kühlschrank nehmen und ungefähr zwei Stunden lang auf Raumtemperatur kommen lassen. Nochmals kneten und in sechs gleiche Teile teilen. Daraus Kugeln formen und von jeder Kugel etwas Teig abnehmen. Zu einer kleinen Kugel formen. In die Mitte jeder großen Kugel eine Vertiefung drücken (ich habe dazu passenderweise ein Osterei verwendet) und die kleine Kugel hineinlegen. Mit der verquirlten Ei-Zucker-Mischung bestreichen und zugedeckt mindestens eine Stunde gehen lassen, das Volumen sollte sich fast verdoppeln. Das Backrohr auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Teiglinge noch einmal mit der Ei-Zucker-Mischung bestreichen und 15 bis 20 Minuten backen.
Die Granita in Gläsern anrichten, die Brioches mit Zucker bestreuen.
Quelle: La Cucina Siciliana (Brioches), Der Mann, der alles isst (Granita).

Ein wunderbarer Genuss, die flaumigen, warmen und süßen Brioches, die säuerliche, aromatische Granita. Das könnte ein Sommer-Lieblings-Frühstück werden. Ich plane schon die nächste Granita ...





Samstag, 30. Juli 2011

TROTZDEM EIS!



















Manchmal fahre ich mit dem Zug nach Hause. Selten, aber doch. Und es wird jedesmal eine teure Zugfahrt. Ich falle dann nämlich in die große Zeitschriftenhandlung am Bahnhof ein. Dort steuere ich auf die Kochzeitschriften zu. Da ich die aktuellen Ausgaben von Effilee und Beef (für Männer mit Geschmack – mich wundert ja, dass man mir die Zeitschrift überhaupt verkauft) schon erstanden hatte, kam diesmal eine Ausgabe von Food and Travel dran. Und da sprang mir sofort das Marillen-Kardamom-Eis ins Auge.

Marillen-Kardamom-Eis

180 ml Joghurt (ich hab das griechische, zehnprozentige genommen)
1 Pkg. Vanillezucker
120 ml Buttermilch
1/2 EL Zitronensaft
60 ml pürierte Marillen, durch ein Sieb gestrichen
70 g Marillenstückchen
70 ml Agavensirup
1/8 TL frisch gemahlener Kardamom
3 EL Pistazien, grob gehackt

Joghurt, Vanillezucker, Buttermilch, Zitronensaft, pürierte Marillen und Marillenstückchen gründlich mischen und in die Eismaschine geben. Wenn die Mischung cremig ist, Agavensirup und Kardamom mischen,  zusammen mit den Pistazien zur Eismischung geben. Zwischendurch kurz kosten, ob es süß genug ist (wenn nicht, etwas mehr Agavensirup nehmen) und weiterfrieren lassen. Zwei jugendlichen Testesser haben die Aufgabe des Kostens übernommen. Es reichte dann noch knapp für zwei Eiskugerl für die Testesser, Küchenschabe und Mitkoch.