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Freitag, 6. Januar 2023

Fotoparade 2022 – Jahresrückblick

Auch wenn's zeitlich eng ist, ich mag die Idee, sich am Jahreswechsel hinzusetzen und noch einmal über das vergangene Jahr nachzudenken. Auf meinem Foodblog gab's am 31. Dezember einen kulinarischen Rückblick. Der für den Reiseblog fehlte noch; vielleicht auch, weil ich es in 2022 wieder nicht geschafft habe, so viel zu bloggen, wie ich gerne würde. Manches bleibt wie die Jahre zuvor als Entwurf stecken oder findet sich nur auf dem Instagram-Account oder gar nur als Schnappschuss auf dem Smartphone und in meiner Erinnerung. Daher nehme ich gerne die Fotoparade von Michael von Erkunde die Welt zum Anlass, tiefer zu wühlen und in einem Jahresrückblick ein paar Fotos nach Themen herauszusuchen. 

Aber erst noch etwas Statistik: Ich bin deutlich mehr gereist als die beiden letzten Jahre und habe drei neue Staaten besucht, die ich zuvor noch nicht kannte: Saudi-Arabien, Jordanien und Mauritius. Auf der Karte sieht man rot markiert, dass es deutlich mehr Ziele sind als beim Reiserückblick 2021.

Reisejahr 2022


Rechts in dieser Collage meine beliebtesten Fotos auf Instagram. Gern geklickt wurden Reise- oder Heimatfotos, obwohl ich auch Essen fotografiert hatte. Am beliebtesten war ein Foto vom tschechischen Český Krumlov; die Lage ist auch einmalig! In der Mitte Kopenhagen, rechts ein Felsengrab in Hegra bzw. Mada'in Salih in Saudi-Arabien. Weiter geht's mit zwei Fotos vom Frankenwald und einem Sonnenaufgang in Miami Beach. Unten das schwedische Ystad, daneben der verschneite Frankenwald und als 9. beliebtestes Foto die neue Kolonnade im Kurpark von Bad Berneck im Fichtelgebirge.

Samstag, 1. Januar 2022

Fotoparade 2021 – Jahresrückblick mit vielen Fotos meiner Reisen und Ausflüge 2021

Auch dieses Jahr gibt's wieder eine Fotoparade; wie immer organisiert von Michael von Erkunde die Welt. Es ist schon die elfte Runde. Ich mag die Idee, sich am Jahreswechsel hinzusetzen, die Erlebnisse und Erfahrungen des alten Jahres Revue passieren zu lassen und dabei durch Fotos zu wühlen. Hierbei kommen eine Menge Erinnerungen hoch – und mir fiel auf, dass ich in diesem zweiten Coronajahr doch wieder deutlich mehr unterwegs war und sogar auch wieder ein paar Mal spontan ins Ausland gereist bin! 

Schon immer habe ich eine Masse halbfertige Reise-Ideen im Hinterkopf. Außerdem packe ich gerne Möglichkeiten beim Schopf und verreise spontan. Das war dieses Jahr gut so: Es lohnt sich in diesen unplanbaren Zeiten, flexibel zu sein und immer dann wegzufahren, wenn die Inzidenzen zuhause und in der Zielregion sowie die Reisebeschränkungen es zulassen. Das Jahr 2021 hat uns zum Glück Impfungen gebracht, und seitdem fühle ich mich etwas sicherer. Mir wäre es unwohl dabei, in anderen Ländern von den Bürgern evtl. selbst benötigte Krankenhausbetten zu belegen, also war ich eher in der Nähe, organisiert mit einer Travel Bubble und sonst viel mit dem Auto und relativ kurz unterwegs.

Als Illustration zu meinem Jahr 2021 die beliebtesten neun Fotos meines Instagram-Kanals sowie ein Screenshot von Google Maps mit Punkten, wo ich mich dieses Jahr so rumgetrieben habe, wenn mein Smartphone mitgetrackt hat. ;-)

Meine #Bestnine2021 auf Instagram und die Google-Zeitachse


Bei den roten Punkten sind ein paar berufliche Touren dabei (Deutschland, Schweiz, Österreich – alles andere wurde abgesagt und lief virtuell), eine Pressereise innerhalb Deutschlands, eine Kreuzfahrt (die Punkte rechts unten in Griechenland) und ein paar Reisen mit dem Auto nach Polen und Tschechien sowie nach Österreich und am Jahresende noch ein Citytrip mit dem Flieger nach Norditalien. Vier Hauptstädte habe ich besucht: Athen, Berlin, Prag und Wien – in dieser Reihenfolge. Daneben haben wir viele Tagesausflüge unternommen, meist Sightseeing und Wandern bzw. die Natur erkunden. Davon sind interessanterweise die meisten dieser Fotocollage oben; vor allem Schnee scheint auf Instagram beliebt zu sein...

Auch dieses Jahr habe ich es nicht geschafft, die Beiträge zu meinen Ausflügen und Reisen zeitnah auf den Blog zu verfrachten; vieles hängt als Entwurf fest und wartet darauf, dass ich mehr Zeit und Lust habe, hier produktiv zu arbeiten. Nicht nur die Pandemie kostet Kraft, und manchmal faulenze ich lieber und genieße die Zeit draußen oder auf einem Kurztrip als auf dem Blog ausführlich über meine Ausflüge und Reisen zu berichten. Über Instagram habe ich wieder einiges zwischendurch gepostet, so dass man oft mitkriegt, wo ich gerade bin oder wo ich die letzten Tage war.

Neun Fotos möchte Michael diesmal nicht, sondern sechs. Oder zwölf oder 13 oder doch mehr, wie man möchte. Die Aufgabe der Blogparade lautet, Fotos passend zu Kategorien zu finden. Die Kategorien sind für mich, der ja gerne Genuss, Kultur, Architektur und Bewegung an frischer Luft mag, eher weiter weg von dem, was ich üblicherweise poste und daher eine besondere Herausforderung. Man kann die vorgegebenen Kategorien auch abändern (mache ich nicht, das wäre ja langweilig!), andere wählen oder sogar weitere Kategorien dazu packen. Und natürlich das schönste Foto. – Na, da schauen wir mal, was ich alles auf der Festplatte finde. :-)

1. Licht und Schatten

Die Welt spielt gerne mit Licht und Schatten – und zum Fotografieren ist das immer eine Herausforderung. Hier sind drei Figuren im Vordergrund, gegen das Licht, und im Hintergrund liegt Wrocław (Breslau).

Büßerinnenbrücke in Wrocław (Breslau) - Tekla und Martynka

Dahin bin ich im Juli gefahren, als meine Zweitimpfung gerade 15 Tage her war, ich also ohne Tests nach Polen und Tschechien reisen durfte. Die sog. Büßerinnenbrücke verbindet die beiden Turmspitzen der Magdalenenkirche und ist ein beliebter Aussichtspunkt, um einen ersten Eindruck der Stadt zu bekommen. Die kleine Hexe Martynka rechts im Bild kriegt etwas von der Sonne ab, während das Gesicht der eitlen Tekla, die zur Strafe für ihre Faulheit die Brücke kehren muss, im Schatten liegt. Ihr Gesicht ist auf dem Foto daher kaum zu erkennen.

2. Tierisch

Tiere fotografiere ich eher selten. Manchmal sind sie einfach zu schnell, und oft schaue ich sie einfach an, ohne dran zu denken, dass ich fotografieren könnte. Libellen habe ich welche fotografiert; die sieht man ja auch weniger als früher und ich freue mich jedesmal an der Eleganz und den Farben, wenn ich eine sehe. Leider wurden die mit meinem Smartphone nicht ganz scharf. Dieser Schmetterling jedoch saß ganz brav an dieser Wilden Karde, als ich wandernd bzw. erkundend dran vorbei schlenderte und ließ sich willig auf Speicherkarte bannen.

Schmetterling und Wilde Karde - Stein-Erlebnispfad in den Haßbergen

So einen Schmetterling hatte ich zuvor noch nie gesehen, also habe ich ihn fotografiert, um später zu recherchieren, wie er heißt. Russischer Bär oder Spanische Flagge, es gibt wohl mehrere Namen für dieses beeindruckende Insekt. Wir haben uns den Stein-Erlebnispfad in den Haßbergen angeschaut. Auf einer einfachen Rundtour, die auch für Kinder geeignet ist, erfährt man viel über Steinbrüche sowie Tiere und Pflanzen, die sich dort angesiedelt haben. Zwischendurch hat man super Ausblicke bis nach Thüringen. Auch zu empfehlen ist der Biergarten der Diakonie, ein paar Meter vom Parkplatz entfernt. 

Größer geht's auch, klar! Näher auch. Das hier sind meine Lieblingskühe, nicht weit von einer Stelle, an der ich oft vorbeiradle. Schon im Vorjahr hatte ich zwei Kühe beobachtet, die diese auffällige Musterung aufwiesen. Dieses Jahr gab's plötzlich vier von der Sorte, zwei davon kleine Kälbchen!

Frankenwald - zwei Kühe auf der Weide bei Seibelsdorf

Im Frankenwald gibt es zum Glück Landwirte, die ihre Tiere artgerecht halten. Ziegen an Hanglagen, Schweine draußen mit Möglichkeit zum Aufwärmen im Winter, Enten an kleinen Tümpeln, oder Kühe auf großen Weiden. Auf der Weide hier sind auch noch braun-weiß gescheckte Kühe, die ich nicht auseinander halten kann. Aber diese hier sind besonders. Ich bin mir nicht sicher, es können Galloway-Rinder sein. 

Ein drittes tierisches Foto habe ich noch – auch eins meiner Lieblingstiere. Esel finde ich so toll, da sie (wie Katzen, auch Lieblingstiere) ihren eigenen Kopf haben und mir daher etwas ähneln. ;-)

Stur oder störrisch sagt man gerne, aber eigentlich bedeutet das nur, dass man sie nicht so einfach zähmen kann wie andere Spezies. Auf Nordzypern habe ich mal eine ganze Menge frei lebende Esel gesehen, und in Griechenland gibt's viele Esel. Als Kind hatte ich ein Fotobuch, das ein kleines Mädchen mit einem Esel auf einer griechischen Insel begleitete. Vielleicht hat das ja geprägt.

Esel bei Lindos, Rhodos

Aufgenommen habe ich das Foto auf Rhodos Ende Mai. Von dem Ausflug dort gibt's weiter unten noch ein anderes Foto. Das Licht an dem Tag war offensichtlich klasse zum Fotografieren.

3. Gewässer 

Das Wort Gewässer ist ja weit gefasst. Ich hatte kurz überlegt, ob ich das Meer zeigen soll, bin dann aber doch bei einem belebten Fluss hängen geblieben.

Montag, 19. Juli 2021

Kleine Dreiländer-Rundtour nach Polen und Tschechien

Derzeit ist es ja nicht schlecht, wenn man flexibel ist: Die Corona-Situation ändert sich fast täglich und macht daher langfristige Planungen schwer. Die Einreisebedingungen in andere Länder und zurück nach Deutschland ändern sich genauso schnell. Da sind die guten alten Touren mit dem Auto praktisch. Heute sagt man Roadtrip, aber geändert hat sich nicht viel: Man überlegt sich grob eine Route und fährt los.

Während in den Niederlanden und einigen südlichen Reiseländern die Corona-Zahlen wieder steigen, sind sie in unseren östlichen Nachbarländern auf erfreulich niedrigem Niveau. Da ich vier freie Tage hatte, bin ich über die Oberlausitz nach Polen und Tschechien gefahren. Wer wie ich doppelt geimpft ist, darf derzeit ohne Test einreisen; für Tschechien füllt man ein Online-Formular aus.

Wrocław (Breslau) - Gemütlicher Spaziergang am Abend

Das Foto zeigt Wrocław (Breslau), das mir sehr gut gefallen hat. Bei 30°C und Sonne war es ein Traum, die Stadt zu erlaufen. Die Altstadt um den Ring (Stare Miasto) hat mich beeindruckt, aber ebenso das viele Wasser und die freundlichen Menschen.

Ich hatte meine Route grob mit Google Maps geplant (siehe unten) und mir auch bereits Hotels ausgesucht und ein paar Tage vor der Reise gebucht. Wichtig war mir eine gute Balance aus Sehenswürdigkeiten, Stadt und Natur - und es sollte nicht zu stressig sein. Hier meine Tour, beginnend ab Nordbayern:

  • Donnerstag 15.07.2021: Haus Schminke in Löbau, Spaziergang durch Görlitz
  • Freitag 16.07.2021: Stippvisite Legnica, Spaziergang durch Wrocław (Breslau)
  • Samstag 17.07.2021: Jahrhunderthalle und WuWA, Friedenskirche in Świdnica, Fahrt durchs Riesengebirge nach Turnov
  • Sonntag 18.07.2021: Burg Valdštejn im Böhmischen Paradies, Kutná Hora, Rückfahrt

Ich hatte Glück mit dem Wetter bzw. habe mir es so eingerichtet, dass es passte. Da es im Riesengebirge regnete, blieb ich länger in Wrocław und Świdnica und war nur kurz in Jelenia Góra. Erst wollte ich die Burg Valdštejn am Samstagnachmittag erwandern, wegen des Regens wurde es dann Sonntagvormittag. Da hatte ich strahlend blauen Himmel.

Wenn ich Zeit finde, suche ich ein paar Fotos raus und schreibe mehr über die einzelnen Stationen. Dann werde ich die Tage mit den Berichten verlinken. Auf Instagram hatte ich ein paar Fotos und Infos geteilt (hier klicken).

Kutná Hora - Dom der heiligen Barbara

Dieses Foto zeigt meine Kirche - ich heiße ja Barbara. ;-) Auf tschechisch Chrám svaté Barbory ist dieser faszinierend aussehende gotische Kirchenbau natürlich nicht mir, sondern der heiligen Barbara geweiht. Kutná Hora in Tschechien wurde durch Bergbau reich; die Altstadt ist Weltkulturerbe der UNESCO.

Tipps für Polen und Tschechien: 

Mittwoch, 6. Januar 2021

Fotoparade 2020 - Jahresrückblick

Das Jahr 2020 war anders als geplant, und außer einer kurzen Reise im Februar war ich nicht mehr im Ausland unterwegs. Auf meinem Foodblog gibt's auch einen kulinarischen Jahresrückblick auf 2020. Lange habe ich daher überlegt, ob ich diesmal bei Michaels Fotoparade mitmachen möchte. 

Ich bin nur unregelmäßig dabei, und eigentlich lebt die Fotoparade vor allem von schönen Reisebildern aus aller Welt. Reisen war 2020 kaum möglich, oft sogar untersagt. Es geht Michael diesmal nicht darum, die schönsten Bilder zu finden, sondern stattdessen mit spannenden Bildern aus dem Corona Alltag auszubrechen.

Eigentlich sollte es auch keine Vorgabe-Kategorien geben, aber hier wurde nachgelegt und es gibt 6 Begriffe sowie die Möglichkeit, weiter zu ergänzen. Die Kategorien der Fotos sind: #kalt, #monochrom, #Weite, #Heimat, #abgedreht, #maskiert. Früher gab's immer das schönste Foto; das habe ich auch diesmal versucht zu finden, habe mich dann aber für ein 'typisch 2020' entschieden.

1. kalt 

Kalt war es sogar im Mai nochmal: In der zweiten Maihälfte gab es Nachtfrost und Schnee, und im Garten erfror so ziemlich alles, was erfrieren kann. Keine Walnüsse, keine Äpfel, keine Birnen, keine Kirschen, keine Pfirsiche - gar nichts! Und genau so trostlos wie das Jahr 2020 ist dieses Foto.

Ich habe mich für ein Foto entschieden, das trotzdem für mich dieses Jahr typisch war. Ich bin sehr viel Fahrrad gefahren. Mein Mountainbike, das fürs Mittelgebirge idealerweise ein E-Bike bzw. Pedelec ist, war mein liebstes Sportgerät. Gekauft habe ich es schon 2016, aber erst dieses Jahr bin ich richtig viel damit gefahren. Vor allem in der Umgebung, immer von zuhause los.

Fotoparade 2020 - kalt - Frankenwald im Winter

Dieses Foto ist vom Dezember und zeigt den ersten Schnee, der liegen blieb. Ich war auf Feldwegen zwischen Äckern und Hecken des Stadtsteinacher Bergfelds unterwegs, wo es nicht ganz so glatt war. Im Hintergrund sieht man die Höhen des Frankenwalds.

2. monochrom

Marmor hat wenig Farben, also eignet sich dieses Foto vom Bamberger Dom sehr gut für das Thema monochrom. Wir haben es im Oktober noch geschafft, an einer Führung der Volkshochschule teilzunehmen, die den Schwerpunkt auf die Skulpturen der Bildhauerwerkstatt legte.

Fotoparade 2020 - monochrom: Bamberger Dom

Dem Dozenten war aufgefallen, dass bei vielen Skulpturen etwas nicht stimmt, sie Fragen hinterlassen oder evtl. durch die Künstler bzw. Handwerker einfach nur Fehler gemacht wurden. Dieser Interpretationsansatz war spannend; man sieht danach den Dom mit ganz anderen Augen.  

Am letzten Oktoberwochenende war es zwar kalt, aber wir haben die Gelegenheit genutzt, danach einen längeren Spaziergang durch die Bamberger Altstadt zu machen. Sie ist bereits seit 1993 in der Welterbe-Liste der UNESCO und immer wieder sehenswert.

3. Weite

Die Kategorie Weite war für mich die einfachste. Weite habe ich dieses Jahr so beeindruckend erlebt, dass ich fast das Fotografieren vergessen und nur noch genossen habe, was vor mir lag.

Fotoparade 2020 - Weite - Sahara in Mauretanien


Die Sahara in Mauretanien bietet einen Weitblick, der einmalig ist. 500 km weit ist nichts als Sand und Wüste. Dahinter kommt Mali. Und ich schätze, da geht es mit Sand und Wüste weiter...

Samstag, 27. April 2019

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth

Bei mir in der Nähe gibt es einige Welterbestätten der UNESCO, die auch internationale Touristen anlocken. Eine davon ist das Markgräfliche Opernhaus, das im Zentrum Bayreuths steht. Es befindet sich erst seit 2012 auf der Liste des Weltkulturerbes, damals mit der Begründung, dass es das am besten erhaltene Beispiel eines freistehenden barocken Hoftheaters sei.

Anlass für die Errichtung des Markgräflichen Opernhauses war die Hochzeit von Wilhelmines Tochter im Jahr 1748. Die Blütezeit Bayreuths Mitte des 18. Jahrhunderts lässt sich auf die bekannte Markgräfin Wilhelmine von Brandenburg-Bayreuth zurückführen. Sie wurde 1709 als Friederike Sophie Wilhelmine von Preußen als älteste Tochter des "Soldatenkönigs" Friedrich Wilhelm I. in Berlin geboren. Erst war geplant, dass sie den englischen König heiraten sollte, aber aufgrund einiger nicht so schöner Vorkommnisse in Preußen kam sie nach Bayreuth und heiratete den dortigen Markgrafen.

Markgräfin Wilhelmine und das Markgräfliche Opernhaus, Bayreuth

Als Markgräfin förderte sie die Künste und war selbst als Komponistin und Intendantin tätig. Damals schrieb man Briefe; ihre Briefwechsel u.a. mit dem Lieblingsbruder Friedrich dem Großen und mit Voltaire sind teils erhalten. Das Niveau ihres Hofes konnte sie innerhalb weniger Jahre auf das von Berlin und Wien heben; sie ist also für die Blütezeit Bayreuths damals verantwortlich. Nach ihrem Tod stand das Fürstentum als Folge dieser Ausgaben vor dem Konkurs; vor allem das Opernhaus und dessen Unterhalt waren teuer. Wilhelmine prägt das kulturelle Leben Bayreuths trotzdem bis heute; auch die Landesgartenschau hatte Wilhelmine als Motto.

Ich war von der Bayerischen Schlösserverwaltung zu einem Instawalk eingeladen und konnte im Rahmen einer Sonderführung hinter die Kulissen schauen.

Markgräfliches Operhaus Bayreuth - Instawalk 2019

Zum Bau des Markgräflichen Opernhauses wurden italienische Architekten und Baumeister engagiert, um ein italienisches Logentheater nachzuempfinden: Das vollständig erhaltene Logenhaus, das aus Holz und Leinwand gefertigt wurde, wurde als selbsttragende Konstruktion in eine steinerne Gebäudehülle eingestellt. Der Innenausbau des Theaters ging verhältnismäßig schnell, da man zum Teil vorgefertigte und außerhalb der Baustelle bemalte hölzerne Architekturglieder und gefasste Skulpturen verwendete. So entstand in weniger als vier Jahren Bauzeit von 1744 bis 1748 dieses Meisterwerk barocker Festarchitektur.

Wer bei Bayreuth und Oper an Richard Wagner denkt: Die für seine Zeit ungewöhnlich große Bühne und der prunkvolle Innenraum des Markgräflichen Opernhauses zogen den Komponisten 1872 nach Bayreuth; das hängt also wirklich zusammen. Für seine Festspiele fand er den Zuschauerraum aber dann doch ungeeignet, so dass er später für seine Festspiele das Bayreuther Festspielhaus errichten ließ.

Sonntag, 31. März 2019

Tagesausflug nach Ayutthaya und der Buddhakopf in den Wurzeln

Die Ruinen von Ayutthaya gehören seit 1991 zum UNESCO-Welterbe und zählen zu den wichtigsten kulturellen bzw. historischen Sehenswürdigkeiten Thailands.

Die Stadt Ayutthaya wurde 1351 von König U Thong gegründet, sie war die Hauptstadt des siamesischen Königreiches Ayutthaya, bis sie im 18. Jahrhundert zerstört wurde. In ihrer Glanzzeit war Ayutthaya eine Millionenmetropole mit 375 Klöstern und Tempeln, 100 Stadttoren und fast 30 Festungen. 33 Könige residierten über 400 Jahre lang hier, Ayutthaya war politischer und kultureller Mittelpunkt eines Großreichs, das als Erbe von Angkor fast das ganze südostasiatische Festland umfasste. 1957 begann man mit der Restaurierung, 1976 wurde das Gebiet zum Geschichtspark (Ayutthaya Historical Park). Die bedeutendsten Baudenkmäler stehen im historischen Zentrum der Stadt, die man besichtigen kann.

Eines der beliebtesten Fotomotive von Ayutthaya ist dieser Buddhakopf in den Baumwurzeln. Er gehört zum Wat Mahathat, dem rituellen Zentrum der Stadt und besteht aus Sandstein. Der Rest des Buddhas ist verschwunden und die Wurzeln einer Pappel-Feige (Ficus religiosa, Bodhi-Baum) haben den Kopf im Laufe der Jahre so malerisch umschlungen.

Ich vor dem Buddha in den Baumwurzeln, Wat Mahathat, Ayutthaya - März 2006

Das Foto stammt vom März 2006, ein Kollege hat mich fotografiert.

Da Ayutthaya nur ca. 70 km nördlich von Bangkok liegt, kann man Ayutthaya gut als Tagesausflug von Bangkok aus besichtigen. Bei meiner Rucksackreise nach Thailand 2002 hatte ich es nicht geschafft, mir die Stadt anzuschauen, so habe ich 2006 die Gelegenheit genutzt, als ich beruflich in Bangkok war. Man kann in den Tempelanlagen und im Geschichtspark stundenlang herum laufen. Wer mag, kann Elefanten reiten; es gibt Fische in den Flüssen zu bewundern und man findet auch etwas zu essen, mit Blick aufs Wasser.

Sonntag, 17. Februar 2019

El Djem, Tunesien

Das Amphitheater im tunesischen El Djem ist mit einem Fassungsvermögen von 35.000 Zuschauern ist nach dem Kolosseum von Rom und dem Amphitheater von Capua das drittgrößte Amphitheater des ehemaligen Römischen Reiches. Es wurde 238 nicht von den Römern sondern von den durch Olivenöl reich gewordenen Einwohnern El Djems gebaut. El Djem (auch El Jem, arabisch الجم al-Dschamm) ist das antike Thysdrus, nach Karthago war das die zweitgrößte Stadt des römischen Imperiums in Afrika. Das Amphitheater ist relativ gut erhalten und wurde bereits 1979 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Heute wird es für Konzerte und Festspiele genutzt, außerdem besuchen Touristen den Ort und das Amphitheater.

El Djem, Tunesien


Ich war 1989 und 2013 hier und fand es nie überfüllt; es liegt doch etwas abseits der Badeziele des Landes. Dieses Foto stammt vom März 2013.

Wenn man darin herumschlendert, kann man die Kämpfe der Gladiatoren mit Löwen und Tigern sowie die rasanten Wagenrennen erahnen. Die Stimmung in dem Bauwerk ist beeindruckend. Wer alte Steine mag, der kann sich einige Zeit hier aufhalten und die Ruinen auf sich wirken lassen.

Dienstag, 5. Februar 2019

Sightseeing und Baden in Bridgetown (Barbados)

Barbados ist ein selbständiger Staat mit eigener Währung; die Insel ist 24 km breit und 36 km lang und damit eine der größeren Insel der Kleinen Antillen. Die östlichste Insel der Karibik ist im Gegensatz zu den meisten anderen nicht vulkanischen Ursprungs, sondern entstand durch Korallen und Kalkstein aus dem Meer.

Die Hauptstadt heißt Bridgetown und wir legten im Hafen der Stadt an. Neben uns war die MSC Preziosa angedockt, so dass man andere europäische Touristen auf der Insel traf. Unser Schiff war von 08:00 bis 18:00 Uhr in Barbados, man musste also um 17:30 Uhr wieder an Bord sein. Die Temperaturen lagen zwischen 24 und 28°C, Sonne mit Wolken, also ideal.

Hafen von Bridgetown, Barbados - Blick vom Schiff aus

Da mein Mitreisender krank war, habe ich mich allein und ohne Ausflug auf den Weg gemacht. Das geht in Bridgetown super; der Hafen ist nicht weit von der Stadt entfernt. Ich habe mich an Bord erst einmal orientiert, dabei hatte ich den Blick wie auf dem Foto. Das finde ich ganz praktisch, wenn man oben auf dem Schiff ist, hat man einen guten Überblick und kann sich einigermaßen orientieren. Mit dem Reiseführer und meinen zuvor heruntergeladenen Karten von Google Maps auf dem Smartphone bekam ich ein Gefühl für die Entfernung und bin dann einfach los marschiert. Man könnte sich natürlich auch ein Taxi nehmen, aber es war nicht allzu heiß und der Weg vom Hafen in die Stadt ist schön angelegt.

Bridgetown, Barbados - Kreuzfahrthafen

Es ist übrigens - wie eigentlich überall in der Karibik - auch möglich, am Hafen einen Ausflug zu buchen. Noch im Hafengebäude gibt es eine sog. Barbados Guest Information, bei der man auch Stadtpläne und Karten der Insel bekommt. Die war gut besucht.

Montag, 31. Dezember 2018

Silvester in Regensburg


Dieses Jahr war ich über Weihnachten und Neujahr zu Hause und nicht auf Reisen. Ein paar Tage vor Silvester sprach der Gärtner der Spielwiese an, dass wir ja mal wieder nach Regensburg könnten. Ich war schon ein paar Mal dort und bekam sogar einmal eine gute Stadtführung, was ich sehr empfehlen kann. Ein paar sommerliche Impressionen aus Regensburg habe ich auf dem Blog schon mal gezeigt.

So kam ich auf die Idee, die Stadt an Silvester zu besuchen. Es war nicht mehr ganz einfach, ein zentral gelegenes Hotel zu finden, aber ich bekam dann doch noch ein schönes Zimmer im Hotel Elements direkt am Dom. Mir ist es bei Städtereisen wichtig, im Stadtzentrum zu wohnen. Gerade an Silvester trinkt man ja auch mal was, da ist es super, wenn man zu Fuß zurück ins Hotel kommt. Parkplätze gab es direkt daneben.



Wir kamen am 31. Dezember nachmittags in der viertgrößte Stadt Bayerns an und blieben bis 1. Januar nachmittags. In den 24 Stunden war genügend Zeit, durch die schöne Altstadt von Regensburg zu bummeln und das Leben zu genießen.

Bummel durch die Altstadt von Regensburg


Seit dem 2006 gehört die weitgehend erhaltene Regensburger Altstadt samt Stadtamhof mit ihren historischen Ensembles und Baudenkmälern zum UNESCO-Welterbe. Eine starke Zunahme an Touristen gibt es bereits seit Ende des 20. Jahrhunderts, außerdem bevölkern viele Studenten die Stadt - Regensburg ist also vielseitig und es tut sich was.

Freitag, 13. Juli 2018

Höhenwanderung am Rosengarten, Dolomiten

Heute stand eine kleine Bergwanderung auf dem Programm. Im Hotel lagen einige Wegvorschläge aus und wir entschieden uns für die Rundwanderung am Rosengarten über die Paolinahütte zur Ostertaghütte, die ca. 3 Stunden dauern soll. Mehr war diesmal zeitlich und konditionell nicht drin...

Man fährt mit dem Auto auf schöner Strecke zum Karerpass und sucht sich dort einen Parkplatz. Das war ehrlich gesagt am Freitagmittag im Juli das schwierigste der ganzen Aktion; die meisten Parkplätze waren nämlich belegt. Alternativ kann man mit dem Bus von Bozen aus fahren. Es gibt auch viele Hotels hier oben; dort kann man als Hotelgast auch parken und für eine der nächsten Urlaubsreisen kann ich mir gut vorstellen, dort für einige Nächte zu wohnen.

Dolomiten - Rosengarten

Der Karerpass zählt zu den alten Übergängen der Alpen, hatte allerdings nie eine sehr große Bedeutung. Er liegt zwischen dem Rosengarten und dem Latemar und verbindet Südtirol mit dem Trentino. Etwas unterhalb des Passes liegt der malerische Karersee, der gut besucht war; er ist direkt an der Straße und von dort einsichtig. Allgemein merkt man hier überall den Tourismus in den Dolomiten: Das Gebiet um Karersee und Karerpass ist im Winter als Skigebiet mit rund 30 km Pistenlänge bekannt. Im Sommer lockt es Spaziergänger, Bergwanderer, Kletterer und Mountainbiker an, es gibt auch einen Golfplatz.

Ausgangspunkt unserer Wanderung namens "Höhenwanderung am Rosengarten" ist am Karerpass, der Fußweg geht direkt zwischen Locanda Rosengarten und dem Parkplatz des Hotel Savoy los Richtung Norden. Das hier ist der Ausblick, den man die ersten paar Meter hat.

Höhenwanderung am Rosengarten, Dolomiten

Irgendwann wird die Strecke waldiger und man kommt zu einer Wegegabelung. Hier hält man sich an die Markierung 552 und geht steil bergauf in Richtung Paolinahütte.

Sonntag, 21. Januar 2018

Lieblingsfotos 2. Halbjahr 2017

Es ist nun das dritte Mal, dass ich Michaels Aufruf folge und mich an seiner halbjährlich stattfindenden Fotoparade #FopaNet beteilige. Es macht Spaß, Reisefotos durchzuschauen und nach vorgegebenen Kategorien auszuwählen. Vom 2. Halbjahr 2016 und vom 1. Halbjahr 2017 hatte ich bereits Fotos gezeigt, jetzt geht es um das 2. Halbjahr 2017.

Diesmal sind neben dem klassischen schönsten Foto 10 weitere Substantive vorgegeben, aus denen man wählen kann, so dass insgesamt mindestens 6 Fotos präsentiert werden sollen. Die 11 vorgegebenen Kategorien sind Landschaft, Licht, Schwarz-Weiß, Tiere, Natur, Nahaufnahme, Stadtbild, Farbkontrast, Essen, Aussicht und schönstes Foto.Wie immer bei Michael locker, d.h. man kann auch eine andere Kategorie erfinden oder mehr Fotos zeigen oder sogar alle 11 Kategorien beidenen. Das Ganze soll ja Spaß machen!

Im zweiten Halbjahr des letzten Jahres war ich in Moldau und Transnistrien, im Oman, in London, in Griechenland beim Segeln, in Vilnius, auf einer Kreuzfahrt ab Havanna durch die westliche Karibik und natürlich auch in Deutschland unterwegs. Also ein großer Topf zum Auswählen von Fotos für die Fotoparade. Daher habe ich alle Kategorien ausgeschöpft.

1. Landschaft


Die Sandwüste Wahiba im Oman, korrekt Rimal al-Sharqiyah, ist eine Inlandswüste auf der Arabischen Halbinsel, die ein Gebiet von 15.000 qkm mit Sanddünen bedeckt. Von Norden nach Süden sind das 250 km, von West nach Ost ca. 80 km. Mehr als 20 verschiedene Dünenformationen befinden sich hier und man sieht Sand, so weit das Auge reicht.

Wahiba Sands, Oman - Sandwüste Wahiba

Wir haben in einem Camp am Rand der Wüste übernachtet und sind mit Jeeps in die Sanddünen gefahren, um dort den Sonnenuntergang zu genießen. Im Sand herumzuhüpfen oder zu rennen ist auch eine interessante Erfahrung... Diese Weite, diese Stille, später der Sternenhimmel. Ich fand das sehr beeindruckend.

2. Licht


Zum Thema Licht habe ich ein Foto gefunden, das die Produktion von moldauischem Schaumwein zeigt. Die Kellerei Cricova ist bekannt für ihr unterirdisches Stollensystem, quasi eine unterirdische Stadt. Dort gibt es auch eine der größten Weinsammlungen der Welt. Sehr gut geschmeckt hat mir der Schaumwein, der nach der Méthode champenoise hergestellt wird und sich vor richtigem Champagner nicht verstecken muss.

Kellerei Cricova - Schaumweinherstellung

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Langes Wochenende in Vilnius

Dieses Jahr war ich eindeutig noch zu wenig unterwegs, also habe ich die Gelegenheit genutzt, einen neuen Direktflug ab Nürnberg auszutesten und mit einer kleinen Städtetour zu verbinden. :-)

Ich wollte schon lange die Baltischen Staaten bereisen, am liebsten im Sommer und mit dem Auto, was bisher aus verschiedenen Gründen noch nicht geklappt hat. Da traf es sich gut, dass der Flughafen Nürnberg seit ein paar Tagen einen Flug nach Vilnius, die Hauptstadt Litauens anbietet. Die Preise sind moderat und das erste Dezemberwochenende über den 1. Advent war für mich ideal, um einen ersten Einblick zu gewinnen und ein wenig von Litauen kennen zu lernen.

Vilnius - Weihnachtsmarkt an der Kathedrale

Ich war Samstagmittag in Vilnius und flog Dienstagvormittag wieder zurück, so dass netto gut zweieinhalb Tage fürs Herumstromern und Eindrücke sammeln blieb. Neben Vilnius habe ich einen Ausflug nach Trakai und Kaunas unternommen. Das lässt sich problemlos in der Zeit schaffen, wobei man natürlich viel mehr Zeit in den Städten und der Region verbringen kann, wenn man viele Museen oder Ausstellungen besucht.

Wasserburg von Trakai



Das Foto zeigt die Wasserburg von Trakai, die ich am Sonntag besucht habe. Ein Traum!

Mir ist es beim Reisen wichtig, keine Checkliste abzuarbeiten. Ich habe mich daher ohne viel Vorbereitung treiben lassen und fand im Endeffekt meine Tour für die Kürze der Zeit ideal. 

Meine Reisetage
  • Samstag 02.12.2017: Hinflug, Stadtbummel Vilnius
  • Sonntag 03.12.2017: Mit dem Auto nach Trakai und Kaunas
  • Montag 04.12.2017: Autofahrt durch Schnee, Stadtbummel Vilnius
  • Dienstag 05.12.2017: Rückflug 

 

Mein Fazit - Kurzreise nach Litauen

Ich fand den Winter-Trip nach Vilnius sehr entspannend: Keine Hektik! Wer mag, genießt die Weihnachtsstimmung mit Glühwein, außerdem gibt es viel zu sehen, auch zu besichtigen oder zu shoppen.

Dienstag, 8. August 2017

Spaziergang durch Quedlinburg

Ich fahre gerne die gut ausgebaute B6, die umgangssprachlich Nordharz-Autobahn genannt wird und eigentlich eine Bundesstraße ist. Sie führt von Norden kommend ab nahe Goslar nach Bernburg/Saale, dort trifft sie auf die A14 nach Halle. Man fährt schön am Harz entlang, hat zwischendurch einen guten Blick auf den Brocken und es gibt einige Städte, in denen man sich die vom langen Autofahren müden Beine vertreten kann.

Eines der Highlights entlang der Route und bereits seit 1994 UNESCO-Weltkulturerbe ist die historisch und architektonisch sehenswerte Stadt Quedlinburg. Mehr als 1000 Jahre alt, zählt Quedlinburg zu den wenigen Flächendenkmalen des Welterbes: Auf 93 ha Fläche findet man eine historische Innenstadt mit ca. 2000 Fachwerkhäusern aus acht Jahrhunderten, den Stadtteil Münzenberg, einen Park und den bekannten Schlossberg mit Stiftskirche und Schloss.

Quedlinburg - Rathaus mit Roland und Straßencafé

Das Rathaus, rechts im Bild ein wenig zu erkennen, stammt aus dem späten Mittelalter, wurde aber Anfang des 17. Jahrhunderts im Stil der Renaissance umgebaut. Der steinerne Roland wurde erst vor einigen Jahren renoviert und steht hier hinter Gittern gut zu erkennen. Rolandfiguren sind vor allem in nord- und ostdeutschen Städten häufiger zu finden; sie verkörpern städtische Privilegien und Rechte.

Spaziergang durch Quedlingburg 


Quedlinburg lässt sich prima erlaufen! Ich habe am kostenpflichtigen Parkplatz Marschlinger Hof geparkt, dort gibt es auch Stellplätze für Wohnmobile. Dort ist auch eine kleine Touristeninformation, an der man sich Prospekte und Tipps besorgen kann. Die Stadt lebt vom Tourismus und hat inzwischen auch viele internationale Gäste, alles ist entsprechend gut ausgeschildert und erschlossen. Die großen Touristeninformationen sind nahe des Rathauses am Marktplatz. Hier gehen auch die Führungen los, die letzte um 14 Uhr.

Quedlinburg - Touristeninformation

Dafür war ich zu spät, ich bin auf eigene Faust los. Bei 28°C am späten Nachmittag habe ich es langsam angehen lassen und mir zwischendurch im Straßencafé Roland einen Eisbecher gegönnt. Dann bin ich weiter und habe die Stadt und das Leben auf mich wirken lassen.

Donnerstag, 15. Juni 2017

Arche Nebra (Himmelsscheibe)

Fronleichnam ist Feiertag in Bayern, aber nicht in Sachsen-Anhalt. Perfekt also für einen schönen Ausflug ins normale Leben eines anderen Bundeslands. Die Läden sind offen, es ist trotz super Wetters nicht übermäßig voll.

Wir wollten schon lange einmal den Fundort der berühmten Himmelsscheibe von Nebra besuchen. Sie ist schließlich einer der bedeutendsten archäologischen Funde des vergangenen Jahrhunderts und seit 2013 im UNESCO-Dokumentenerbe verzeichnet. Am Anfang wurde gezweifelt, inzwischen hält man sie für echt und für eine Sensation. Die Himmelsscheibe ist über 3.600 Jahre alt (evtl. sogar 4.100 Jahre, so genau lässt sich das nicht bestimmen) und zeigt die weltweit älteste konkrete Darstellung astronomischer Phänomene, von der man derzeit weiß.

Besucherzentrum Arche Nebra

Freitag, 31. März 2017

Sightseeing in Marrakesch

Marrakesch ist eine der vier Königsstädte und existiert schon seit fast 1000 Jahren. Die Stadt am Fuß des Hohen Atlas gilt als schönste Stadt Marokkos und des ganzen Maghreb. Gegründet 1062 oder 1070 von den Almoraviden, einer Berberdynastie, die Wasser in Quellen fassten und Brunnen- und Kanalisationssysteme schufen. Wasser war und ist wichtig hier am Rand der Wüste. Marrakesch wurde zur Hauptstadt Marokkos (unser Wort für Marokko stammt übrigens vom Namen Marrekesch her!).

1154 folgte die Berberdynastie der Almohaden und errichtete u.a. die Koutoubia-Moschee, das heutige Wahrzeichen der Stadt. 1269 folgten die Meriniden, auch Berber, und machten Fès zur Hauptstadt. Ab 1554 war Marrakesch wieder Hauptstadt, die Saadier hatten die Herrschaft übernommen. Ein gigantischer Palast nach dem Vorbild der Alhambra entstand, die Stadt wurde mit Moscheen, Springbrunnen, Universitäten ausgestattet. Die Dynastie der Alawiden eroberte Marrakesch 1659 und verlegte die Hauptstadt wieder nach Fès; der derzeitge König entstammt dieser Dynastie. Die heutige Hauptstadt Marokkos ist Rabat, das nicht weit von Casablanca an der Atlantikküste liegt. Marrakesch ist heute die viertgrößte Stadt Marokkos.

Marrakesch - Parc Lalla Hasna mit Koutoubia-Moschee

Nach dem Frühstück war Statdtbesichtigung und Sightseeing angesagt. Saadier-Gräber, Medersa Ben Youssef, Palais de la Bahia, dann Bummel durch die Souks und über den Djemaa El Fna.

Dienstag, 29. November 2016

Rundreise Israel

Israel war für mich ein Land, von dem ich dachte "irgendwann fahre ich da mal hin...", aber es gab immer andere Ziele, die interessanter schienen. Wie so viele hatte ich meine Vorstellungen und Vorurteile; schließlich wird man mit Israel von Kindesbeinen an konfrontiert: Angefangen bei biblischen Geschichten über Vertreibung, Holocaust, Staatsgründung bis zur heutigen politischen Situation - von allem kriegt man ein wenig mit, ohne immer alle Details zu kennen.

Das Land hat so viel: Vom Klima verwöhnt, am Mittelmeer mit schönen Stränden, daneben Wüste, Seen, Flüsse, das Tote Meer, Berge, die Wüste, Vielfalt pur. Das Gelobte Land, in dem Milch und Honig fließen, ist eine faszinierende Mischung aus Religion, Kultur, Geschichte und Gegenwart. Natur, freundliche Menschen, gutes Essen runden das Paket ab. So klein Israel geografisch auch ist, so groß und bedeutsam ist es für die Menschen der drei großen Weltreligionen und ihren Glauben.

Haifa, Israel

Ganz spontan hat es sich ergeben, dass ich Israel im Rahmen einer Inforeise besuchen konnte: 5 Tage, sehr geballtes Programm, so wie es für mich dieses Jahr irgendwie typisch war... Los ging es ab Düsseldorf mit einem Direktflug mit Germania nach Tel Aviv. In Israel lernten wir zwei Unterkünfte für je zwei Nächte kennen, ein Hotel in Jerusalem und ein Kibbuz am See Genezareth.

Die Programmpunkte der einzelnen Tage

  • 24.11.2016 Anreise, Tel Aviv mit Bauhausarchitektur und Meer 
  • 25.11.2016 Sightseeing in Jerusalem
  • 26.11.2016 Qasr El Yahud, Masada, Totes Meer
  • 27.11.2016 Bet Alfa, Haifa, Akko, Nazareth
  • 28.11.2016 See Genezareth, Kapernaum, Tabgha, Berg der Seligpreisungen, Jaffa, Rückflug

Dienstag, 15. November 2016

Kurzreise nach Kutaissi, Georgien

Seit Ende September fliegt Wizz Air von Deutschland nach Kutaissi in Georgien, u.a. von Memmingen aus zweimal wöchentlich. Der Flug dauert zwischen 3 und 4 Stunden. Ich kannte Georgien nur aus Büchern, Dokumentationsfilmen und vom Drüberfliegen, also habe ich zugeschlagen und ohne groß nachzudenken für 41,68 Euro ein Flugticket gekauft. Der Flug ging Freitag nachmittags los und ich bin am Montag zurück gekommen. Also ein langes Wochenende für einen ersten Eindruck. Mir hat es super gefallen: Eine längere Reise wird sicher folgen.

Hier meine einzelnen Beiträge:

Die Stadt Kutaissi wird oft auch Kutaisi geschrieben, auf georgisch heißt sie ქუთაისი. Sie ist eine der ältesten Städte Europas, die zweitgrößte Stadt des Landes und beherbergt seit 2012 das neue Parlamentsgebäude Georgiens, das allerdings nicht genutzt wird. Kutaissi hat 200.000 Einwohner und ist die Hauptstadt der Region Imeretien. Vor knapp 3.000 Jahren war hier die Hauptstadt des antiken Königreichs der Kolchis, dem legendären Land des Goldenen Vlieses. Jäger und Sammler bewohnten bereits vor Jahrtausenden die Region; Weinanbau ist bis 5.000 v.Chr. nachvollziehbar, das gab's also lange vor den alten Römern.

Bagrati-Kathedrale, Kutaissi

Wissenswertes über Kutaissi 


Es gibt zwei UNESCO-Welterbestätten in bzw. um Kutaissi: Hier auf dem Foto die renovierte Bagrati-Kathedrale, die man von der Stadt aus gut sehen und erlaufen kann, außerdem etwas außerhalb die Gelati-Klosteranlage, die ich am Sonntag besucht habe. Neben alten Steinen locken ein ursprüngliches Land, eine traumhaft schöne Natur mit guter touristischer Infrastruktur sowie freundliche Menschen, wärmeres Wetter, neue Erfahrungen und eine ausgezeichnete Küche.

Samstag, 12. November 2016

Stadtbesichtigung Kutaissi, Georgien

Samstag in Georgien, mein erster Tag hier! Heute war Stadtbummel angesagt, ich wollte mir Kutaissi anschauen und ein wenig georgische Luft schnuppern - einfach treiben lassen, beobachten, fühlen und riechen, wie es hier ist. Es gibt ein paar Sehenswürdigkeiten, die wollte ich mir anschauen, und ich wollte etwas typisches essen - ohne Stress.

Highlight in Kutaissi ist die Bagrati-Kathedrale, UNESCO-Weltkulturerbe und am Hang gelegen, daher von fast überall zu sehen (auf dem Foto links oben). Sehenswert sind die historische Altstadt nahe des Flusses und die Stelle, an der früher der Königspalast stand, der Fontänenplatz mit dem Kolchisbrunnen, nahe des Stadtparks nicht zu verfehlen und hier mittig im Foto, das historische Museum sowie der Markt bzw. Bazaar, auf den ich beim Bummeln dann auch eher zufällig gestoßen bin.

Kutaissi mit Kolchisbrunnen und Bagrati-Kathedrale, Georgien

Aber von Anfang an: Nach der späten Ankunft gestern habe ich erst ein wenig ausgeschlafen und mich dann verflucht, dass ich dem Hotelbesitzer 9:30 Uhr als Zeit fürs Frühstück genannt habe. Bei 3 Stunden Zeitverschiebung wäre das zuhause 6:30 Uhr und entsprechend müde war ich... ;-)

Sonntag, 13. März 2016

Stippvisite Hildesheim: St. Michaeliskirche

Nicht weit von der A7 südlich von Hannover liegt Hildesheim. Am besten nimmt man die Ausfahrt 62 nach Hildesheim, von dort sind es knapp 4 km bis zur Michealskirche oder der Klosterstraße, die man als Ziel ins Navigationsgerät eingeben kann, falls es die Sehenswürdigkeit nicht kennt. Ansonsten ist St. Michaelis gut ausgeschildert und auch am UNESCO-Welterbe-Symbol auf braunen Straßenschildern zu erkennen.

Bereits 1985 wurde St. Michaelis zusammen mit dem Hildesheimer Mariendom in die Welterbe-Liste der UNESCO aufgenommen, als Zeugnis einmaliger vorromanischer Architektur und Kunst.

Hildesheim: St. Michaelis
Hier der Blick auf die Kirche St. Michaelis vom Vorplatz aus.

Ottonische Vorromanik


Die Vorromanik als Übergang zwischen antiker Formenwelt und Romanik wird in Deutschland nach den jeweiligen Herrscherdynastien untergliedert: Nach der karolingischen Architektur haben wir es zwischen 920 und 1024 mit der ottonischen zu tun, und St. Michaelis ist ein Paradebeispiel dafür.

Sonntag, 28. Februar 2016

Stippvisite Köln

Ich war auf dem Rückweg von geschäftlichen Terminen kurz in Köln und habe mich mit Bloggern getroffen und neben Essen auch etwas Sightseeing gemacht. Kulinarische Tipps gibt's hier auf meinem Foodblog.

Köln gehört zu den Städten Deutschlands, die immer eine Reise lohnen. Gegründet zur Römerzeit und mit entsprechend vielen Sehenswürdigkeiten (in 2000 Jahren sammelt sich einfach etwas an) bietet die Millionenstadt für jeden Geschmack etwas. Ich war glaube ich zu Schulzeiten das erste Mal dort, irgendeine Studienfahrt. Damals beeindruckten mich die Lage am Rhein, der Dom und die vielen Museen.

Kölner Dom



Als ich nach dem Studium chinesische Kunden durch Köln führte, waren sie mehr an den großen Brücken als am Dom interessiert! 

Der Dom sei ja relativ neu, aber diese Brücken, so viele Brücken und so eng nebeneinander, wow... Auch das ist schon eine Weile her, inzwischen gibt's in China ja auch viele große Brücken.

Die Geschichte Kölns - seit der Römerzeit

Colonia Claudia Ara Agrippinensium wurde Köln genannt, als es 50 n. Chr. zur Stadt erhoben wurde. Agrippina die Jüngere stammte von hier, sie war die Mutter Neros. Ihr Vater war Oberbefehlshaber der Legionen, die in Germanien kämpften, daher wurde sie hier geboren. Sie sorgte angeblich dafür, dass Köln zur Stadt wurde und vieles hier nach dem Vorbild Roms gestaltet wurde. Auch die bekannte Schildergasse geht auf die Römerzeit zurück.