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Montag, 21. November 2011

Muscheln im Wurzelsud mit Noilly-Prat und Safran



So einfach kann man jemanden Glück machen, lecker ist es und schnell zubereitet außerdem - die Muschelzeit ist im vollen Gange. Hier im hohen Norden sitze ich ja quasi direkt an der Quelle, um die frischsten Miesmuscheln der Nordsee direkt in meinen Kochtopf wandern zu lassen. Traditionell wird das Meeresgetier vornehmlich in Monaten mit einem "R" verspeist, d.h. bis April wäre da noch reichlich Zeit und Platz für weitere Rezeptideen. Heute wird aber ersteinmal eine klassische Variante serviert, die ich in ähnlicher Form auch schon mal im kleinen Kuriositätenladen probieren durfte.




  • Muscheln im Wurzelsud mit Noilly-Prat und Safran
  • für 2 Personen
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  • Miesmuscheln, 1 Kilo
  • Weißwein, 250 ml
  • Fischfond, 500 ml
  • Möhre, 1 - 2 Stück
  • Sellerie, 1/2 Knolle
  • Lauch, 1 Stange
  • Pfefferkörner, 4 Stück
  • Safran,  1/2 Teelöffel
  • Noilly Prat, 1 guter Schuss
  • Sahne, 150 ml
  • Knoblauch, 1 Zehe
  • Schalotten, 2 kleine
  • Butter
  • Salz, Pfeffer
  1. Gemüse waschen, putzen und in feine Julienne schneiden.
  2. Muscheln waschen, die beschädigten und geöffneten aussortieren und danach noch 1-2 mal ordentlich wässern, damit kein Sand haften bleibt.
  3. Schalotten und Knoblauch fein würfeln und in etwas Butter anschwitzen und mit Weißwein ablöschen, dann den Fischfond aufgießen und die Pefferkörner dazu geben.
  4. Sud bei starker Hitze aufkochen und dann die Muscheln dazugeben, Deckel schliessen und solange kochen, bis die Muscheln sich öffnen. Danach diese in eine vorgewärmte Terrine geben.
  5. Die Brühe abseihen, mit Sahne und Noilly Prat erneut aufkochen, Safran und das in Wurzelgemüse dazugeben, kurz garen bis dieses bissfest ist, abschließend mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Mittwoch, 9. November 2011

feinstes Huhn mit Paprika-Rauch-Sauce


Paprika und Rauch... das geht doch auch! Pimentón de la vera - so heißt das Geheimnis, dass diesem Gericht sein feines Raucharoma verleiht. Das spanische Gewürz wird aus Chilischoten, welche in der Region Extremadura, genauer im Tal "La Vera" angebaut werden, hergestellt. Die Ernte erfolgt im Herbst ganz traditionell per Hand. Die Früchte werden für ca. 1 Woche über Steineichenspäne geräuchert und erhalten so ihr typisches Aroma. Bevor das Gewürz abgefüllt werden kann, müssen die Chilis noch fein vermahlen werden und zwar ohne Stiel oder Kerne. Das fertige Pulver ist in verschiedenen Qualitäten in den so typischen roten Döschen überall auf der iberischen Halbinsel erhältlich. Es wird in in den Variationen "dulce" - mild und süßlich und "picante" - scharf und feurig produziert. Ich habe bei meiner Recherche noch die Sorte "argidulce" gefunden, die pikant schmecken soll. Pimentón de la vera ist wichtige Zutat für so typische spanische Produkte und Gerichte wie z.B. Chorizo oder der Paella. Falls man eine Bestellquelle für die besondere Qualität sucht... so wird man z.B. auf der offiziellen Webseite fündig. Abschließend aber noch einer kleiner Tipps für die Vollendung: eine Prise gemahlene Vanille mildert den leicht bitteren Geschmack der Sauce und rundet diese wunderbar ab.

  • Huhn mit Paprika-Rauch-Sauce
  • für 2 Personen
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  • Huhn, 2 Hälften mit Brust/Keule
  • Olivenöl
  • Knoblauchzehe
  • Rosmarin
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  • Schalotten, 2 Stück
  • Knoblauchzehe, 1 Stück
  • rote Spitzpaprika, 2 Stück
  • Tomaten, 2 Stück
  • Hühnerfond, 1/8 Liter
  • Thymian, 2 Zweiglein
  • Rotwein, 1 Schuss
  • Piment de la Vera dulce, 1 Teelöffel
  • brauner Zucker, 1 Teelöffel
  • frisches/gemahlenes Chili, 1 Prise 
  • Zitronensaft, 1 Schuss
  • gemahlene Vanille, 1 Prise
  • Olivenöl, 3-4 Esslöffel
  • Salz
  1. Grill des Backofens vorheizen.
  2. Paprika halbieren putzen und dann unter dem Grill legen bis die Haut blasen wirft und sich diese einfach abziehen lässt. Die Tomaten überbrühen, häuten und die Kerne entfernen. Die Schalotten fein würfeln und zusammen mit der angedrückten Knoblauchzehe in etwas Olivenöl anschwitzen. Das ebenfalls gewürfelte Gemüse dazugeben und etwas schmoren lassen.
  3. Rotwein angießen, Thymian dazugeben und etwas einkochen lassen. Geflügelfond dazugeben und auf mittlerer Flamme köcheln lassen bis das Gemüse weich ist. Das Ganze mit dem Zauberstab pürieren und danach durch ein Sieb streichen.
  4. Sauce mit Piment de la Vera, Zucker, Zitronensaft und Salz abschmecken. Eine Prise gemahlene Vanille dazugeben, um das bittere der Paprika zu heben (das ist wirklich toll!). Abschließend 3-4 Esslöffel gutes fruchtiges Olivenöl einmixen.
  5. Hähnchen mit etwas Rosmarin und Knoblauch in Olivenöl zuerst auf der Hautseite braten, wenden und dann bei kleiner Hitze fertig garen.

Montag, 5. September 2011

Rauke-Risotto, Schellfischfilet mit Pinienpanade


Es grünt, so grün wenn Spaniens Blüten blühen! Ist das nicht eine tolle Farbe? ..und so schön frisch! Vielleicht ist es sogar der Auftakt zu einer neuen Serie mit dem Titel: Kochen nach Farben. Was das alles mit Spanien im Frühling zu tun hat, kann ich zwar nicht sagen, aber eines ist mir sonnenklar: Eliza Doolittle würde sofort ihr mühsam erarbeitetes gutes Benehmen vergessen, ihren Hut hoch werfen und ungeniert über so ein traumhaftes Risotto herfallen. Jauchzend vergnügt würde sich die singende my fair lady auf den Teller stürzen und dabei Sätze wie "man wat is det für en scheeenes Gericht - so en Teller voll Reis!" trällern. So oder so ähnlich stelle ich es mir zumindest mal vor. Selbst J war begeistert und das hat schon etwas zu sagen, da er ja eher ein ordentliches Stück Fleisch bevorzugt. Dafür gab es als Beigabe ein schönes Stück vom Schellfisch. Paniert völlig ohne Ei oder Mehl, sondern einfach nur mit der feuchten Hautseite in selbstgemachte feine Pinienkernbröseln gedrückt und dann in heißer schäumender Butter 2-3 Minuten gebraten. Das nussige Aroma passte hervorragend zum Rucola - wirklich eine runde Sache:


...die dann auch noch in meinem Neuerwerb in Sachen Porzellan auch super zu Geltung kam.
  • Rauke-Risotto, Schellfischfilet mit Pinienpanade
  • für 2 Personen
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  • Risottoreis, 1 Tasse
  • Weißwein (Weißburgunder), 1 Glas
  • Gemüsebrühe, 1/2 Liter
  • Schalotte, 1 mittlere
  • Knoblauch, 1 kleine Zehe
  • Butter, 3-4 Esslöffel

  • Rauke, 75 g
  • Glatter Petersilie, 50 g
  • Kapern, 1 Teelöffel
  • brauner Zucker, 1 Prise
  • Zitronenabrieb
  • Zitronensaft, 1 Spritzer
  • fruchtiges Olivenöl, 3-4 Esslöffel
  • Salz, Pfeffer
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  • Fischfilet, 250 g
  • Pinienkerne, 3 Esslöffel
  • Salz, Pfeffer
  • Butter
  1. Rauke und Petersilie waschen, trocken schleudern, grob hacken und in einem Mixer zusammen mit den Kapern und dem Olivenöl zu einer feinen Paste pürieren. Das Pesto mit Zitronensaft/-abrieb, einer Prise Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken.
  2. Schalotten fein würfeln, Knoblauchzehe andrücken und  in einem Topf mit schäumender Butter farblos anschwitzen, Reis dazugeben, unterrühren und nach 1-2 Minuten mit dem Weißwein ablöschen. Die heiße Gemüsebrühe etappenweise dazu geben, so dass der Reis gerade so bedeckt ist, dabei immer mal wieder umrühren, damit nichts ansetzt. Das Risotto solange garen, bis die Reiskörner weich sind, aber noch im Kern Biss haben, dann die Butter und das Rauke-Pesto unterheben.
  3. Butter in einer Pfanne erhitzen. Pinienkerne im Blitzhacker zu einem Paniermehl pulverisieren. Das Fischfilets mit der Hautseite fest in die Panade drücken, sofort in die schäumende Butter legen und 2 Minuten bei guter Hitze braten, dann das Feuer ausstellen, Filets wenden und gar ziehen lassen.

Donnerstag, 25. August 2011

Kalbskarbonade mit Pfifferlingscrêpe und Madeirasauce


Es soll ja vorkommen, dass ein Darsteller in der Nebenrolle unglaublich brilliert und so dem Hauptakteur regelrecht den Rang abläuft. Für solche Fälle hat Hollywood sogar einen eigenen Oscar ins Leben gerufen. So auch hier. Sicherlich war die sanft im Ofen gegarte Kalbskarbonade sehr lecker, J. machte sich daran noch bis in den späten Abend zu schaffen. Natürlich war das Madeirasößchen auch sehr schön, aber die extra dünnen Crêpes, gefüllt mit dieser unglaublich feinen Pfifferlingsfarce, waren einfach sensationell. Es bleibt ein ewiges Gesetz: das Einfache ist doch oft der pure Hochgenuss. Dann will ich nicht lange schwatzen und mach mal Platz für großen Auftritt am Tellerrand. Die Vorstellung kann beginnen... Trara!

  • Kalbskarbonade mit Pfifferlingscrêpe und Madeirasauce
  • für 4 Personen
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  • Kalbskarbonade, 600 g
  • Schalotten, 1-2 Stück
  • Madeira, 1/8 Liter
  • Kalbsfond, 400 ml
  • Thymian, 1-2 Zweiglein
  • Pfefferkörner, 5 Stück
  • Salz, Butterschmalz
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  • Pfifferlinge, 500 g
  • Schalotten, 2-3 Stück
  • Creme fraîche, 1-2 Esslöffel
  • Thymian, 1-2 Zweiglein
  • glatter Petersilie, 1-2 Zweiglein
  • Butterschmalz
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  • Mehl, 50 g
  • Wasser, 65 ml
  • Milch, 65 ml
  • Ei, 1 ganzes
  • Salz, 1 Prise
  1. Backofen auf 90 Grad vorheizen. Die Kalbskarbonade in einer Pfanne  mit heißem Butterschmalz kurz rundherum anbraten und mit einem Fleischthermometer für ca. 1 - 1/2 h Stunden bis auf eine Kerntemperatur von 58 Grad garen.
  2. Pfifferlinge putzen, sortieren und die schönsten zur Seite legen. Die restlichen Pilze sehr klein würfeln, ebenso die Schalotten. 
  3. Mehl, Wasser, Milch und Ei zu einem Crêpeteig verrühren und ca. 30 Minuten ruhen lassen.
  4. In einer beschichteten Pfanne die Pilzwürfel bei ordentlicher Hitze ohne Fett anbraten, dabei verdampft etwas Feuchtigkeit, dann die Schalotten, Thymian und Butter dazugeben und auf kleiner Flamme einige Minuten weiter garen. Abschließend Creme fraîche und die fein gehackte Petersilie unter die fertige Farce rühren.
  5. Für die Sauce: Schalotten fein würfeln, in etwas Butter anschwitzen mit Madeira ablöschen und Kalbsfond aufgießen. Thymian und Pfeffer dazugeben und alles gut einkochen. Die Sauce abseihen, abschmecken und mit eiskalten Butterwürfeln montieren (Ich hatte noch Parüren und Knochen, die ich erst angeröstet und dann mit gekocht habe).
  6. Crêpes backen, dann dünn mit der Pfifferlingsfarce bestreichen und aufrollen. Die schönen Pfifferlinge in heißem Butterschmalz bei ordentlicher Hitze anbraten, würzen und alles anrichten.

Dienstag, 19. Juli 2011

OP in der Küche: verwickelte Lämmerei


Schwester! Tupfer! Nadel! Faden! So, jetzt schön stillhalten... ja hier noch etwas ziehen...Perfekt! Hauptsache am Ende sieht's schön und sexy aus.

Näharbeiten in der Küche: oh!  Es ist Füllung im Spiel ist: 2 x oh!

Der geneigte Leser ahnt bereits, dass kann nichts Gutes geben. Ich bin mehr als froh als Kind so ungemein geduldig gewesen zu sein, so dass mich so gar Nadel und Faden begeisterten. Bereits im zarten Alter von 10 Jahren, konnte ich schon ein ordentliches Stück auf der Klaviatur der Handarbeit spielen und habe mein gesamtes Umfeld fleißig und ungefragt mit Topflappen, Eierwärmern und Schals beglückt. Eine links, eine rechts und eine fallen lassen. Soweit zur Theorie und nun zurück zur Praxis: Es sollte also wirklich nicht so schwer sein, ein Stück leckeres Fleisch fachgerecht zu verschnüren.Oder? Ehrlich gesagt: es ist auch wirklich ganz einfach: 3 mal quer und einmal längs und schon ist das Päckchen "ready for cooking". Nun aber mal flux zurück zum Essen, sonst erkläre ich noch wie man die legendären Stäbchen häkelt und schließlich sind wir hier nicht im Handarbeitskurs oder bei den fröhlichen Landfrauen.

Das was ihr da auf dem Teller findet, ist mit Abstand das beste Lamm, dass ich seit langem  gegessen haben. Die Keule stammt aus der Eifel und war - wie gesagt von herausragender Qualität. Es ist jetzt nicht so, dass wir hier in der norddeutschen Heide Lämmer erst suchen müssten, aber es gibt da Unterschiede. Definitiv. Ich finde,  dass ein kleiner Umweg in die Eifel unproblematisch ist, denn schließlich, trinke ich auch badischen Weißwein. Aber zurück zur Verwicklung: die Lammkeule wurde also entbeint, mit einer Kräuterpaste bestrichen, eingerollt und chirurgisch korrekt oder war es dann doch handarbeitsgerecht verschnürt. Danach kommt das gute Stück bei 90 Grad in den Ofen und wird bis auf eine Kerntemperatur von 58 Grad gegart. Dazu gab es eine Reduktion aus Rotwein und Lammfond. Wunderbar fand ich auch, dass sich die Farbe der Farce selbst im fertigen Fleisch so wunderbar erhalten hat.


  • Lammkeule, verwickelt
  • für 4 Personen
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  • entbeinte Lammkeule, ca. 600 g
  • glatte Petersilie (ohne Stiele), 1 Bund
  • Rosmarinnadel, 1 Esslöffel
  • Salbeiblätter, 10 Stück
  • Thymianblättchen, 2 Esslöffel
  • gerösteter Fenchelsamen, 1 Teelöffel
  • Knoblauch, 2-3 Zehen
  • altes Weißbrot, 3  Scheiben
  • Salz, 1-2 Teelöffel
  • Olivenöl, 3-4 Esslöffel
  • Wasser
  • Piment d'Espelette, Pfeffer
  1. Ofen auf 90 Grad vorheizen.
  2. Kräuter, Gewürze, zerkleinertes Brot, Olivenöl  in einen Mixer geben und zu einer Paste verarbeiten. Falls notwendig, etwas mehr Öl und/oder Wasser dazugeben, um eine Cremig Masse zu erhalten.
  3. Lammkeule entbeinen, aufschneiden und flach auf ein Brett legen. Das Fleisch mit der Paste gut einstreichen, aufrollen und mit einem Faden mehrmals quer und einmal längs zu einem Paket verschnüren.
  4. Das Paket in heissem Ölivenöl kurz rundherum anbraten und mit einem Bratenthermometer im Ofen bis zu einer Kerntemperatur von ca. 58-60 Grad fertig garen (ca. 2 h)

Montag, 11. Juli 2011

glasierter Kalbsrücken und Artischocken


Eline ist schuld! Daran gibt es nichts zu rütteln. Ihre tollen Gerichte mit Artischocken haben mir immer wieder sehr viel Appetit gemacht. Und so war es einfach mal an der Zeit selbst ein paar dieser edlen Diesteln zu kochen. Es ist jetzt nicht so, dass ich mich bisher nicht an die Zubereitung herangewagt hätte, jedoch wurden eher die kleineren Brüder und Schwestern im Ofen gegart - wie man hier sehen kann. Bei der Zubereitung der großen Blüten habe ich mich dann auch vertrauensvoll von Eline's Angaben leiten lassen: das Gemüse wurde mit etwas Weißwein, Schalotten, Knoblauch und Thymian langsam geschmort. Das Ergebnis ist nicht nur vorzeigbar, sondern war auch wirklich köstlich. Ein feine Beilage, die sehr schön zum glasierten Kalbsrücken nach Niedrigtemperatur-Methode und dem Süßkartoffelpüree a la Robuchon passte.
Fazit: Sicherlich ist die Zubereitung mit etwas Aufwand verbunden, jedoch es lohnt sich! Mein Aufruf lautet daher esst mehr Diesteln/Disteln :-)




  • glasierter Kalbsrücken und Artischocken
  • für 4 Personen
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  • Kalbsrücken, 600 g
  • Thymianhonig, 1 Esslöffel
  • Haselnussöl
  • Thymian, 2 Zweiglein
  • Knoblauch, 1 Zehe
  •   
  • Sauternes, 100 ml 
  • Kalbsfond, 400 ml
  • Pfefferkörner, 5 Stück
  • Schalotte, 1 mittlere 
  • Salbei, 1 Blatt
  • Butter, Salz
  • eiskalte Butterwürfel, 1 Esslöffel
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  • Artischocken, 4 mittlere
  • Zitronensaft oder Ascorbinsäure (Apotheke)
  • Haselnussöl, 1 Esslöffel
  • Thymian, 1 Zweig
  • Knoblauch, 1 Zehe
  • Schalotten,  2 mittlere
  • Weißwein, 1/8 Liter
  • Salz, Pfeffer
  1. Kalb: Kalbsrücken parieren, Haselnussöl erhitzen, Fleisch zusammen mit dem Knoblauch und Thymian rundherum anbraten und danach bei 90 Grad im Ofen bis zu einer Kerntemperatur von 58-60 Grad garen (ca. 1 h). Während das Fleisch im Backrohr gart, dieses ab und an mit dem erwärmten flüssigen Honig bepinseln.
  2. Artischocken: den Stiel kürzen und ordentlich schälen, Blätter sehr stark kürzen, Heu entfernen und die äußeren Bereich ebenfalls schälen. Die Diesteln sollten wirklich großzügig geputzt werden, denn nichts ist ärgerlicher als wenn man später auf holzigen Teilen herum kauen muss. Das Gemüse sofort in eine Schüssel mit Zitronensaft / Ascorbinsäure geben, sonst läuft es an. Haselnussöl erhitzen, Schalotte und Knoblauch würfeln und anschwitzen, Artischockenböden und Thymian dazugeben, durchschwenken und mit Weißwein ablöschen. Gemüse bei geschlossenem Deckel ca. 15 min sanft schmoren, so dass die Böden bissfest sind und der Wein weitesgehend aufgesogen wurde.
  3. Sauce: Schalotte fein würfeln, in Butter dünsten, Salbeiblatt und Pfefferkörner dazugeben, mit Sauternes ablöschen und mit Kalbsfond aufgießen. Den Ansatz auf kleiner Flamme auf gut 1/4 einkochen und dann mit eiskalten Butterwürfeln montieren (Achtung: Die Sauce darf nicht mehr kochen).

Sonntag, 19. Juni 2011

Junge! Du brauchst was auf die Rippen...


...sagte früher immer meine Mutter. Der Junge sieht elend aus, der muss mehr essen, kommentierte ihrerseits meine Großmutter solche Ausrufe. Die Frauen der Familie waren sich schnell einig und flux war die Flasche mit diesem komischen Saft zur Hand, der angeblich aus kleinen Burschen - ganze Kerle macht. Nase zuhalten, Augen zusammenkneifen und runter damit... Wirklich gebracht hat das natürlich nicht, auch eine Kinderkur von 4 Wochen an der See verhalf mir lediglich zu einem läpischen Kilo. Dabei hatte ich immer eigen gesunden Appetit.
Heute ist es natürlich ein bisschen anders. Da schaue ich schon ab und an mal, ob das Wohlfühl-Gewicht noch im Spiegel zu finden ist. Meisten habe ich nichts zu meckern und bin froh darüber, so wie es ist. Deshalb darf es heute etwas von und für die Rippe sein... und zwar Lammkarree mit Pistatzienkruste, geschmorte Rispentomaten, grobe Rosmarin-Polenta und Süßholz-Portwein-Jus.

P.S.: Die Sauce hätte etwas mehr Bindung haben können.

  • Lammkarree mit Pistazienkruste und
    Süßholz-Portwein-Jus
  • für 2 Personen
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  • Lammkarree, 3-4 Rippen pro Person
  • Pistazien, 2 Esslöffel
  • gemahlene Mandel oder frisches Mie de Pain, 2 Esslöffel
  • Eigelb, 1 Stück
  • weiche Butter oder Nußöl
  • Salz, Piment d'Espelette
  • Rosmarin, 1 Zweig
  • Knoblauch, 1 Zehe
  • Olivenöl
  •  
  • Schalotte, 1 mittlere
  • Lammfond, 1/4 Liter
  • Portwein, großer Schuß
  • Pfefferkörner, 5 Stück
  • Kümmel, 1 Prise
  • Süßholz, 1 Teelöffel
  • eiskalte Butter 
  • Rispentomaten, Olivenöl, Meersalz und frischer Pfeffer
  1. Ofen auf 110 Grad vorheizen.
  2. Lammkarree in heißem Olivenöl in der Pfanne mit Knoblauch und Rosmarin rundherum kurz anbraten. Das Fleisch in den Ofen geben und bis auf eine Kerntemperatur von 60 Grad garen.
  3. Pistazien, Mie de Pain bzw. Mandelmehl in einem Mixer pulverisieren, das Eigelb unterrühren und mit soviel weiche Butter/Nußöl dazugeben, dass ein fester Teig entsteht. Die Masse zwischen zwei Blättern Backpapier mit dem Nudelholz ca. 1-2 mm dick ausrollen und dann bis zur Verwendung in das Eisfach geben.
  4. Schalotte fein würfeln, in etwas Butter andünsten, Gewürze dazugeben und mit Portwein ablöschen und mit Fond aufgiessen. Der Sauceansatz sollte etwas einreduzieren und wird dann abgeseiht, abgeschmeckt und mit eiskalter Butter aufmontiert.
  5. Lammkarree aus dem Ofen nehmen, Grill anwerfen, das Fleisch kurz ruhen lassen, mit dem tiefgefrorenen Pistazienteig belegen und kurz im Rohr übergrillen. Das Fleisch herrausnehmen, 5 Minuten ruhen lassen und in dieser Zeit die Rispentomaten unter den Grill legen.

Sonntag, 22. Mai 2011

Ach du liebes Huhn!



Immer wieder träumt J von eigenen Hühner, denn schon als Kind liebte er das Federvieh so innig, dass seine Mutter irgendwann nach gab, die beiden sich auf ihre Fahrräder schwangen, um ins Nachbardorf zu radeln. Sie fuhren durch Birkenalleen, an Feldern und alten Scheunen vorbei bis sie schließlich bei dieser riesigen Hühnerfarm ankamen. Was der kleine J da in den engen Käfigen zu sehen bekam, war wie ein Schock und so stand schnell fest, dass er einigen Tieren eine neue Heimat geben wollte.
Gesagt - getan! Bald darauf entwickelte sich mitten in der norddeutschen Tiefebene eine florierende Hühnerzucht. Da rannten Zwerghühner, Paduaner und braune Haushühner über den Hof, es wurde ein Stall gebaut, Tiere gekreuzt aber natürlich auch ab und zu ein Huhn geschlachtet. Es war wohl eine tolle Kindheit, dort auf dem Land und mich erinnern J's Geschichten oft an Lisa, Lasse und Bosse aus Bullerbü.
Nun wohnen J und A mitten in Hamburg, auf dem Balkon ist nicht mal Platz für ein einziges Hühnchen, doch der Traum vom gackernden Federvieh bleibt.
J denkt bis heute immer wieder wehmütig an diese Zeit zurück und freut sich dann um so mehr wenn A ein knusprig gebratenes Huhn aus dem Ofen zieht.



  • Zitronen-Rosmarin-Huhn
  • frei variiert nach Suse und Astrid
  • für 2-4 Personen

  • Huhn, 1,5 - 2 Kilo
  • Zitronen, 2 Stück
  • Rosmarin, 4-5 Zweige
  • Knoblauch, 3-4 Zehen
  • Lorbeerblätter, 6 Stück

  • Pimenton dulce, 2 Teelöffel
  • gemahlenes Chili mulato, 1 Teelöffel
  • Thymianblättchen, 2 Teelöffel
  • Olivenöl, 3 Esslöffel
  • Zitronensaft von 1 Zitrone
  • Salz
  1. Huhn am Brustbein und Rücken entlang mit einer Geflügelschere verteilen
  2. Pimenton, Chili, Thymian, Olivenöl, Zitronensaft und Salz mischen, das Huhn damit einreiben.
  3. Lorbeerblätter unter die Haut an der Brust und bei den Keulen schieben.
  4. Zitronen in Scheiben schneiden, eine geölte Form damit auslegen, Rosmarin und Knoblauch auflegen und alles bei 180 Grad für 35-45 Minuten garen.
  5. Wenn man mit einer Gabel in die Keulen sticht und ein klarer Bratensaft austritt, ist das Huhn fertig.
 

    Sonntag, 15. Mai 2011

    Läääämmchen, Bärlauch-Kartoffel-Knusperl und Zweigeltsauce


    Das hat es überhaupt noch nicht gegeben... entweder quält mich ein Déjà-vu oder Google spielt verrückt? Fast zwei Tage war Blogger nicht oder nur teilweise erreichbar. Am Ende stellte sich heraus, dass der Internetriese eine Datensicherung einspielen musste, so dass weltweit tausende Blogs mal 1-2-3 um mehrere Tage in die Vergangenheit gebeamt wurden. Dabei dachte ich eigentlich, dass diese Technik noch nicht erfunden wäre. Folglich war mein letzter Post gleich mit Futsch. Deshalb hier der Versuch einer Rekonstruktion: 

    Der eine oder andere wird sich sicherlich schon gefragt haben, warum hier noch kein einziges Spargelrezept erschienen ist. Was ist nur los - wird denn bei A und J keine der wunderbaren grünen und/oder bleichen Stangen veredelt, gekocht, gebraten oder sonstwie verspeist? Sind die Beiden vielleicht sogar am Ende wahre Kostverächter? Nein, natürlich nicht - vielmehr wird sogar mehrmals pro Woche dem Spargel in seiner Reinform gehuldigt. Dabei wird das Gemüse oft sehr klassich zubereitet, d.h. mit brauner Butter, Sauce Hollandaise, Schinken und/oder feinen Kartoffeln - denn so schmeckt er doch uns am Besten. Einzige Ausnahme: der weiße Spargel wird meist nach dem sousvide  Verfahren zubereitet, d.h. bei 85 Grad für 35 Minuten im Wasserbad und die Grünen oft nur kurz gedämpft oder gebraten. Manchmal darf es aber auch mal eine Fleischbeigabe geben, wie hier: rosagebraten Lammrücken, gedämpfter grüner Spargel, Bärlauch-Kartoffel-Knusperl mit einer feinen Zweigeltsauce, die aus "pure Nature" von Niels Henkel stammt: 



    Der Wein es Abends war dann auch ein:

    Zweigelt 2008
    Edition Cremisa
    Sandgrube 13
    aus dem Kremtal


    • Lammrücken, Kartoffel-Bärlauch-Knusperl, grüner Spargel und Zweigeltsauce
    • für 2 Personen
    •   
    • Lammrücken, 150-200 g pro Person
    • Rosmarin, Knoblauch, Salz, Pfeffer
    • grüner Spargel, 5 Stangen pro Person
    • Pinienkerne, 1-2 Esslöffel
    •   
    • gekochte Kartoffeln, 500 g
    • Eigelb, 1 mittleres
    • Bärlauch, 3 Blätter
    • Ei, 1 ganzes
    • Kartoffelstärke
    • Panko
    • Salz
    • Butterschmalz
    •   
    • Sauce nach Niels Henkel:
    • Schalotten, 80 g
    • Zweigelt, 200 g
    • Kalbsfond, 300 g
    • Zweigeltessig, 40 g
    • schwarze Pfefferkörner, 6 Stück
    • Lorbeer, 1 Blatt
    • Thymian, 1 Zweig
    1. Lammrücken über Nacht mit Knoblauch, Rosmarin und Olivenöl marinieren.
    2. Kartoffeln kochen, durch eine Presse geben, mit Eigelb verrühren, mit sehr fein geschnittenen Bärlauch und Salz würzen, in eine mit Folie ausgelegte flache Form streichen und für eine bis zwei Stunden kaltstellen.
    3. Lamm abtupfen, vakummieren und bei 60-62 Grad für 1 Stunde im Wasserbad garen. 
    4. Schalotten würfeln, in Butter anschwitzen, zerstoßene Pfefferkörner dazugeben und mit Rotwein ablöschen. Der Ansatz ist nun um ein Drittel einzukochen, danach Thymian und Lorbeer hinzugeben und mit dem Kalbsfond auffüllen. Die Sauce einkochen und etwas durchziehen lassen. Abschließend noch mit dem Essig fein abstimmen.
    5. Kartoffelmasse stürzen, in Würfel schneiden, in Kartoffelmehl wälzen (abklopfen), durch das geschlagene Ei ziehen und mit Panko panieren. Die Knusperl anschließend in heißem Butterschmalz backen.
    6. Lamm kurz in heisser Butter anbräunen

    Dienstag, 19. April 2011

    Schwein gehabt: Spanferkelkarree, Haselnuss-Kartoffelpüree und Apfel-Chutney


    Ich glaube mein Schwein pfeift: Das gute alte Hausschwein ist sicherlich eines der Nutztiere, dass durch die industrielle Tierzucht besonders stark an Qualität und Geschmack eingebüßt hat. Der schlechte Ruf der deutschen Sau kommt nicht von ungefähr. Die meisten der heute produzierten Tiere stammen aus Rassen der Hochleistungszucht, optimiert für schnelles Wachstum, einfache Haltung und geringen Fettanteil. Das solche Parameter nicht gerade mit gutem Geschmack und artgerechten Umgang im Einklang stehen ist offensichtlich. Viele einheimische Rassen wären ja schon längst verschwunden, wenn sich nicht immer wieder engagierte Menschen um den Erhalt kümmern würden. Etwas über die Arbeit dieser Vereine und Bauern kann man hier finden:

    Schwäbisch-Hällische Schweine
    Bunte Bentheimer und nochmal Bunte Bentheimer
    Angler Sattelschweine

    Erfreulich hingegen ist die Entwicklung, dass immer mehr "Verbraucher/Geniesser" eine gute Qualität zu schätzen wissen und dabei das Thema artgerechte Aufzucht im Auge behalten. Selbst die gehobenene Gastronomie hat das lange verschmähte deutsche Schwein wiederentdeckt.  Darum an dieser Stelle heute mal a tribute to a "Schwein":
    • Spanferkelkarree, Haselnuss-Kartoffelpüree und Apfelchutney
    • für 6 Personen
    •    
    • Spanferkelkarree mit Schwarte (Schwäbisch-Hällisches), ca. 1,5 Kilo
    • Butterschmalz, 1 Esslöffel
    • Salz, Pfeffer
    •   
    • Kartoffeln und Haselnussblättchen
    • Mairübchen, 2-3 pro Person
    • Honig, Butter
    • Salz
    •  
    • Kalbsfond, 900 ml
    • Madeira, 200 ml
    • Schalotte, 2 Stück
    • Tomatenmark, 1 Esslöffel
    • Möhre, 1 mittlere
    • Sellerie, 1 finger dicke Finger Scheibe 
    • eiskalte, Butterwürfel
    • Pfefferkörner, 6 Stück
    • Salz
    •   
    • säuerliche Äpfel, 3-4 Stück
    • Apfelsaft und Calvados, je ein Schuss
    • Schalotten, 2 kleine
    • Pfefferkörner, 10 Stück
    • Chilischote, 1 milde
    • kandierter Ingwer, 2-3 kleine Stücke
    • guter weißer Balsamico (Gölles) 
    • Zitronensaft, Butter, Safran, Salz
    1. Das Fleisch bei Zeiten aus dem Kühlschrank nehmen, damit es sich etwas aklimatisieren kann. Das Karree parieren und die Abfälle für die Sauce aufbewahren. Das Spanferkel mit der Schwarte nach unten in ein flaches Gefäß mit siedendem Wasser geben, aber nur gerade so tief, dass die Schwarte darin badet. Das Ganze für ca. 20-30 Minuten ziehen lassen, dadurch wird die Haut weich und kann anschließend problemlos mit einem scharfen Messer rautenförmig eingeritzt werden.
    2. Das Fleisch mit Salz und Peffer einreiben, in einer Pfanne mit heißem Fett schnell anbraten und danach ein Bratenthermometer einstecken und bei 90 Grad  (Niedrigtemperaturmethode) in den Ofen geben. Das Fleisch ist fertig, wenn eine Kerntemperatur von 60 Grad erreicht ist. Kurz vor dem servieren, die Schwarte mit Salzwasser bepinseln und für einige Minuten bei hoher Hitze unter den Grill legen, bis diese schön knusprig ist - aber aufpassen!
    3. Für das Apfelchutney, die Äpfel schälen und sofort in eine Schüssel mit Zitronenwasser geben, die Schalotten in Butter andünsten, Safran, Pfefferkörner, klein gehackter Ingwer und Chili dazugeben, das gewürfelte Obst unterheben und kurz schmoren lassen. Das Ganze mit Calvados ablöschen, etwas Apfelsaft angießen, kurz einkochen lassen und abschließend mit einem Spritzer Essig würzen.
    4. Die Parüren kräftig anbraten, die gehackten Schalotten, Gewürze und das gewürfelte Wurzelgemüse dazugeben und mit anrösten. Das Tomatenmark dazugeben, untermischen und bräunen lassen. Das Ganze mit Madeira ablöschen und mit Kalbsfond aufgießen. Saucenansatz gut einkochen, dann abseihen und ggf. entfetten. Die Sauce abschmecken und mit der eiskalten Butter aufmixen.
    5. Dazu gab es Mairübchen, blanchiert, in etwas heisser Butter gschwenkt und mit einem Löffel Honig karamellisiert. Das Kartoffelpüree wurde ohne Sahne dafür mit mit brauner Butter zubereitet und von gerösteten Haselnussblättchen begleitet.

    Sonntag, 17. April 2011

    Seezungenröllchen, Minz-Koriander-Pesto und Sesam-Spitzkohl


    Die Idee für dieses Gericht entstammt einem kleinen Kochkurs, den ich auf meiner Indienreise im Hotel Leela in Goa besuchte. Dort hat mich besonders das Minz-Koriander-Pesto fasziniert - ich habe natürlich gleich das Rezept aufnotiert. Die Sauce passt hervorragend zu pochierten oder gedämpften Fisch, ist aber auch zum Huhn ein sehr guter Begleiter. Der Spitzkohl wurde kurz in etwas Sesamöl gegart und verleiht dem Ganzen eine asiatische Note. Ein schöner zweiter Gang zum Frühlingsmenü.

    • Seezungenröllchen, Minz-Koriander-Pesto und Sesam-Spitzkohl
    • für 4 Personen
    •    
    • Seezungenfilets, 8 Stück
    • Zanderfilet, 200 g
    • Sahne, 75 ml 
    • Kokosmilch, 75 ml
    • Ingwer, 1 fingerdickes Stück
    • Zitronengras, 1/2 Stange
    • Limettensaft, 1 Spritzer
    • Eiweiß, 1 Stück
    • Kurkuma, 2 Teelöffel
    • junge Spinatblätter, 40 Stück
    •   
    • Koriander, 100 g
    • Minze, 100 g
    • Zitronensaft, 1-2 Esslöffel
    • Knoblauchzehen, 2 Stück
    • Salz, Chili
    •   
    • Spitzkohl, 1 mittlere
    • Sesamöl
    • Sesamsaat
    1. Kokosmilch mit Ingwer, Zitronengras und Limettensaft aufkochen und danach über Nacht im Kühlschrank aufkühlen lassen und abseihen.
    2. Zander vorbereiten, Sahne, Eiweiß und aromatisierte Kokosmilch für 15-30 Minuten in das Eisfach geben, danach alles in einem Mixer mit etwas Kurkuma und Salz zu einer glatten Farce kurz und schnell pürieren. Die fertige Masse in ein Spritzsack geben und erneut kühlstellen.
    3. Seezungenfilets mit der dunkleren Seite nach oben auf den Tisch legen, mit Spinatblättern belegen, Farce aufspritzen und dann den Fisch vom breiten zum schmalen Ende aufrollen. 
    4. Koriander, Minze, Zitronensaft und Knoblauch in einem Mixer zu einer glatten Sauce pürieren und mit Salz und etwas Chili abschmecken. Der Geschmack der Sauce wird abgerundeter sein, wenn diese später erwärmt wird.
    5. Sesamsaat in einer Pfanne ohne Fett rösten.
    6. Fischröllchen über einem Wasserbad für wenige Minuten dämpfen, parallel die Sauce erwärmen, jedoch nicht kochen lassen.
    7. Spitzkohl in sehr feine Streifen schneiden, Sesamöl stark erhitzen, Spitzkohl für eine 1/2 Minute im heißem Fett kurz schwenken, zusammenfallen lassen und sofort servieren.

    Sonntag, 10. April 2011

    Familienzuwachs oder Ente bei 65 °C

    In der hinteren Ecke meiner Küchenkammer, ein Ort zu dem kaum etwas Licht vordringt, haben sich neben allerlei sinnvollen und fragwürdigen Gerätschaften doch tatsächlich zwei neue Kameraden ihren Platz gesucht und gefunden. Zusammen sind die Beiden ein wahres Dreamteam, denn Sie haben da eine Masche ausgetüftelt, die nur Sie ganz allein beherrschen. Der Trick ist so raffiniert, dass man damit in jeden großen Küchenzirkus auftreten kann. Ein großer Applaus ist garantiert. Die beiden Grazien hören auf die schönen Namen Lava und Lauda. Sie ergänzen sich so wundervoll, dass man sie für Geschwister halten könnte. Dabei unterscheiden Sie sich doch sehr. Lava ist heißglühend und zieht alles magisch an (insbesondere Luft) und Lauda sorgt mit ihrem stets gleichbleibenden Temperament und ihrer rührselligen Fürsorge immer für die richtige Stimmung. Die beiden sind inzwischen so berühmt, dass ganz viele Sternköche ohne diese Team nicht mehr arbeiten können und auch der eine oder andere Foodie hat daheim extra für die Beiden ein Eckchen freigeräumt. Na, um welches Kunststück der Küche handelt es sich? Erraten?

    Nein. Ja. Genau. Der Trick ist das Garen nach der Sous Vide Methode und wird vollführt von Lava, meinem neuem Vakuumiergerät und von Lauda, meinem Thermalisierer, die ich zum Schnäppchenpreis bei einem großen Auktionshaus erstanden habe.

    Hier also mein Erstversuch: Entenbrust mit Olivenöl eingerieben, zusammen mit Rosmarin und etwas Knoblauch vakuumiert und bei 65 °C für 35 Minuten im Wasserbad gegart. Das Ergebnis war hervorragend die Ente war köstlich. Dazu gab es Topinamburpürree, -chips und karamellisierten Radiccio mit feinem Himbeeressig.




    zu trinken, da gab es auch etwas:

    Lesegut 2007
    Erzeuger: Pagos de Familia
    Region: D.O. Dominio de Valdepusa




    Sonntag, 3. April 2011

    gebackener Kabeljau, Mangoragout und Kokosreis

    Die schönsten Früchtchen hängen bekanntlich oft im heimischen Garten, manchmal wachsen Sie aber auch beim Nachbarn gleich nebenan. Sicherlich ist Indien nicht gerade um die Ecke und Thailand wohl auch nicht. Aber in unser globalisierten Welt ist ja heutzutage fast jedes Land irgendwie ein Nachbar. Auf unserer letzten Reise habe wir wieder die tollsten und reifesten Früchte probiert und jedesmal bin ich aufs Neue vom unglaublichen Geschmack beeindruckt. Straßenhändler schieben Berge davon auf Holzkarren durch staubige Straßen, Frauen in Saris stapeln kunstvoll ihre Ernte an Marktständen auf und Kinder feilschen mit dir um den Preis für die schönsten Leckerbissen. Man braucht eigentlich nur seine Hand auszustrecken...







    Es gibt wohl kaum etwas Leckeres als saftig reife Mangos, duftende Ananas, exotische Rambutans oder auch riesige Papayas. Nach solchen Luxusgenüssen fällt dann der Weg zum daheimgebliebenen Gemüsehandler des Vertrauens doch recht schwer. Daher kann man nur froh sein, dass jetzt endlich der Frühling vor der Tür steht und sich langsam die Stände wieder füllen. Doch eine kleine kulinarische Rückschau sei mir heute noch vergöngt...


     
     
    • gebackener Kabeljau, Mangoragout und Kokosreis
    • für 2 Personen 
    •  
    • Kabeljaufilet, 300 g
    • Pankomehl
    • Ei, 1 ganzes
    • Mehl
    • Butterschmalz
    • Duftreis
    • Kokosraspeln
    • Kokosspänne 
    •   
    • Mango, 1 reife
    • Mangopulver, 1 Teelöffel
    • Ingwer, 1 Fingerbreit
    • Schalotte, 1 mittlere
    • Thaibasilikum, 3-4 Blätter
    • Chili
    • Wasser
    1. Kokosspänne ohne Fett in einer Pfanne rösten und mit etwas Salz würzen. Reis kochen und ca. 5 Minuten vor Fertigstellung die feine Kokosraspeln unterheben, den Topf gut verschließen und von Feuer nehmen. Der Reis gart im eigenen Dampf weiter. 
    2. Die Mango schälen, das Fruchtfleisch vom Kern auf der Vorder- und Rückseite abheben und in ca. 1 cm breite Würfel schneiden. Schalotte, Ingwer und Chili fein würfeln, Butter in einer Sauteuse schmelzen und die Zutaten darin anschwitzen. Die Mangowürfel dazugeben, durchschwenken und ggf. etwas Wasser angiessen. 
    3. Fischfilet teilen, würzen, mehlieren, in aufgeschlagenem Ei wenden und dann in Panko wälzen. Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen und dann darin den Fisch von beiden Seiten für 1-2 Minuten knusprig braten.

    Sonntag, 9. Januar 2011

    Meerbarben, Fenchel und Orange


    Fischküche, winterlich kombiniert: Meerbarben auf der Haut gebraten mit Gewürzsalz, feinem Fenchelgemüse, dazu eine leicht fruchtige Orangesauce mit Meeresalgen. Die Idee zu diesem Gericht ist beim Kauf der Meeresalgen im Bio-Laden entstanden. Die Algen verleihen der Sauce ein dezentes meeriges Aroma, welches natürlich hervorragend zum Fisch passt. Fenchel und Fisch ist sowie eine klassische Kombination und dies gilt ebenso für Fenchel und Orange, die hier nicht nur etwas Frucht, sondern auch Säure besteuert. Besondere Aufmerksamkeit sollte man dem Braten der Filets widmen, da diese sich diese extrem schnell zusammenziehen - Beispiel siehe oben - also mit einer Palette o.ä. etwas anderem entsprechend beschweren.

    • Meerbarben, Fenchel und Orange
    • für 2 Personen
    •   
    • Meerbarbenfilets, 6 Stück
    • Fenchelknollen, 2 Stück
    • Schalotte, 1 mittlere
    • Sahne, 100 ml
    • konzentrierte Gemüsebrühe, 100 ml
    • Noilly Prat, 50 ml
    • getrocknete französische Meeresalgen (Dulse), 1 Esslöffel
    • Bio-Orange, 1 Stück
    • Fenchelsaat, 1 Esslöffel
    • Meersalz, 1 Esslöffel
    • Butter, Cayennepfeffer, Salz, Pfeffer, Zucker
    • eiskalte Butterwürfel, 75 g
    1. etwas Orangenschale abreiben, Fenchelsaat in einer beschichteten ohne Fett rösten und mit dem grobes Meersalz in einem Mörser fein zerstoßen. 
    2. Die Fenchelknollen putzen und würfeln. Das Knollengrün aufbewahren. Fenchel in kochendem Salzwasser bissfest blanchieren. Etwas Butter schmelzen, das Gemüse darin durchschwenken, mit Salz und Zucker abschmecken und das gehackte Fenchelgrün unterrühren.
    3. Die Meeresalgen in kaltem Wasser für 5 Minuten einweichen. Schalotte fein würfeln, in Butter farblos anschwitzen, mit Noilly Prat ablöschen, Brühe und Saft der ausgepressten Orange dazugeben, einkochen lassen. Sauce mit Salz, Pfeffer, Zucker, Cayennepfeffer abschmecken und dann mit eiskalter Butter aufmixen. Abschließend die nochmals unter klarem Wasser abgespülten Algen unterrühren.
    4. Olivenöl in einer Pfanne ordentlich erhitzen und die Meerbarben darin auf der Hautseite kurz und kräftig anbraten, Hitze reduzieren, die Filets wenden und garziehen lassen. Fisch abschließend mit dem Gewürzsalz bestreuen.

    Dienstag, 7. Dezember 2010

    Vegetarisch: Ravioli mit Morchelrahm, Schwarzwurzeln und Grünkohlcreme


    Das Weihnachtsfest wirft bereits seine ersten Schatten voraus... überall werden, Rückschauen gehalten, Menüs geplant, Tipps für stressfreies Kochen weitergegeben, Einkaufslisten geschrieben und Bestellungen gemacht. Bevor auch ich mich mit der festtäglichen Menügestaltung und Vorbereitung beschäftige, koche ich heute nochmal rein vegetarisch. Das ursprüngliche Rezept stammt von Jean-Marie Dumaine (Trüffeln - die heimischen Exoten), der Sternekoch bereitet die Eierravioli mit Trüffeln und Rotweinschalotten zu. Meine Variation trumpft stattdessen mit Schwarzwurzeln auf. Da ich Trüffeln meist nur bestelle und ich nicht so gut vorbereitet war, kamen hierfür getrocknete Morcheln zum Einsatz und dies war definitiv nicht zum Nachteil. Ein besonderen Kick bekommt das Gericht durch die winterlich-würzige Grünkohlcreme. Das noch fast flüssige Eigelb in den Raviolis verbinden am Schluss alle Zutaten zu einem besonderen Genuss - mir hat's gefallen.

    Notiz für mich: Die Grünkohlcreme könnte auf dem Teller durchaus etwas gefälliger daher kommen.



    • Morchelsauce
    • Morcheln, 15-20 g
    • Sahne, 100 ml
    • weißer Portwein, 100 ml
    • Weißwein, 100 ml
    • Thymianzweig
    • Salz, Pfeffer
    1. Morcheln mit etwas Wasser bedecken und für mehrere Stunden einweichen, das Einweichwasser durch einen Kaffeefilter abseihen, auffangen und für die Sauce verwenden. 
    2. Die schönste Pilze zur Seite sortieren, die restlichen fein hacken zusammen mit der Schalotte anschwitzen, mit weißem Port, Weißwein, Sahne und Einweichwasser aufgiessen, ein Thymianzweig dazugebenund ordentlich einkochen.
    3. Sauce pürieren und durch ein Sieb geben, erneut aufmixen und dann die Morcheln einlegen. Das Ganze noch abschmecken.



    • Schwarzwurzelgemüse
    • Schwarzwurzeln, 1 Bund
    • Weißwein
    • Sahne
    • Salz, Zucker
    1.  Schwarzwurzeln abspülen und mit kochendem Wasser übergießen. Das Gemüse am besten mit Gummihandschuh unter fliessenden Wasser zügig schälen und sofort in eine Schüssel mit Wasser einlegen. 
    2. Weißwein und Sahne mit einer Prise Salz und Zucker aufkochen und die Schwarzwurzeln darin bissfest garen.



    • Eier-Ravioli
    • Hartweizengriess, 250 g
    • Eigelb, 5 Stück
    • Wasser, ca. 50 ml
    • Salz
    •  
    • Eigelb, 4 Stück (für die Füllung)
    1. Hartweizengriess, Eigelb, Wasser und Salz für 10 Minuten mit den Knethaken gemütlich zu einem glatten Teig verarbeiten.
    2. Masse in Folie wickeln und für 1-2 Stunden ruhen lassen.
    3. Arbeitsfläche mit etwas Hartweizengriess bestreuen, den Nudelteig dünn mit der Maschine auswalzen (Stufe 7) und dann mit den 4 Eigelb belegen. Die Ränder mit etwas Wasser bepinseln und eine weitere Platte darüberlegen. Dabei muss man darauf achten, möglich keine Luft einzuschließen. 
    4. Pasta für 2-3 Minuten im sanft köchelnden Salzwasser garen.




    • Grünkohlcreme
    • Grünkohlblätter, 300 g
    • Natron, 1 Prise
    • Schalotte, 1 mittlere
    • Butter,50 g
    • Zucker, Salz, Pfeffer, Muskat
    1. Grünkohlblätter von der Rippe befreien und in kochendem Salzwasser mit einer Prise Natron weich blanchieren. 
    2. Schalotte feinwürfeln und in etwas Butter anschwitzen, Grünkohl dazugeben, würzen, fein pürieren und abschließend die Butter unterrühren. Falls die Creme zu fest sein sollte, 1-2 Esslöffel Wasser oder Gemüsebrühe dazugeben.

    Samstag, 20. November 2010

    Karbonade mit Aprikosen-Dattelsauce

    Karbonade? Wie bitte? Das ist doch Kotelett an Stück. Genau! Oder auch nicht?

    Die Karbonade ist ein ordentliches Rückenstück vom Rind, Schwein oder Lamm und gibt einen schönen kleinen Braten. Schwein am Kochen gegart und dass dann auch noch bei Niedrigtemperatur, dass kann doch nur gut werden. Es entwickelt sich mehr Aroma und das Fleisch beleibt tatsächlich viel saftig. Eine Voraussetzung gibt es natürlich: die Qualität muss stimmen und ein gutes Rezept muss zu Hand sein:

    Das Fleisch wird am Vortag mit einem frisch gemörserten Gewürzsalz ordentlich eingerieben und zusammen mit Olivenöl und Zitronensaft eine Nacht als Verschlußsache im Kühlschrank gehalten. Danach geht es wieder raus für ein kurzes Aufwärme in die heiße Pfanne - zum anbraten. Genüsslich verbringt es die restliche Zeit im gemütlich warmen Ofen bei 110 Grad bis es bei einer 70 Kerntemperatur nun auch wirklich genug hat.

    Die Aprikosen-Dattel Sauce ist fruchtig, leicht süßlich und mit etwas Säure. Dafür sorgt der Wein und natürlich auch mein Lieblingsessig, so bleibt alles im Gleichgewicht.

    Alltagsküche, so wünsch ich es mir.


    Das Gewürzsalz ist schnell hergestellt: Bio-Zitrone abschälen, sehr klein hacken und zusammen mit getrockneten Rosmarinnadeln, Pfefferkörner und grobem Meersalz fein mörsern.


    • Karbonade vom Schwein
    • für bis zu 4 Personen 
    •   
    • grobes Meersalz, 2 Esslöffel
    • Rosmarinnadeln getrocknet, 1 Esslöffel
    • Zitronenschale, von 1 Frucht
    • Zitronensaft, von 1 Frucht
    • Telly-Cherry Pfefferkörner, 10 Stück
    • Olivenöl 
    • Schweinekotelett 2-3 Rippen am Stück, ca. 800 g 
     ✿


    • Aprikosensauce mit Datteln
    •  
    • Soft-Aprikosen, ungeschwefelt, 120 g
    • Datteln, ungeschwefelt, 4-5 Stück
    • Schalotten, 2 Stück
    • Kalbsfond, 250 ml
    • Weißwein, 100 ml
    • Sahne, 50 ml
    • Balsam-Wein-Essig (Gölles), 3-4 Esslöffel
    • Salbeiblätter, 2 Stück
    • Speckwürfel,  1 Esslöffel
    • Cayennepfeffer, Salz
    1. Die Hälfte der Aprikosen und sowie die Schalotten fein hacken.
    2. Speck, Schalotte in etwas Butter anschwitzen, mit Fond und Weißwein ablöschen und Salbei dazugeben. Die Sauce etwas einreduzieren, die Sahne dazugeben und pürieren.
    3. Datteln und restliche Aprikosen grob hacken, dazugeben und weich ziehen lassen.
    4. Mit Cayennepfeffer und Balsamessig abschmecken. 
    5. Falls die Sauce zu fest sein sollte, kann diese einfach mit etwas Wasser ausgerührt werden.

    Freitag, 12. November 2010

    Schweinebraten mit Pflaumensauce und Brezelknödel


    Der Schweinebraten ist einer der deutschen Klassiker schlechthin. Natürlich kann ihn niemand so gut zubereiten wie die eigene Mutter - das glauben zumindest die Meisten. Ich habe dies bisher auch gedacht, bis ich neulich bei der Lektüre von "Die Genussformel, kulinarische Physik" von Werner Gruber, eines Besseren belehrt wurde. Der in Wien lebende und lehrende Physiker ist nebenbei auch noch ein leidenschaftlicher Koch und großer Liebhaber der österreichischen Küche. Sein Rezept für den perfekten Schweinebraten hat mich dann auch sofort gereizt. Er verrät jede Menge nützlicher Tipps und Tricks, so z.B. dass die Schwarte nach kurzer Zeit butterweich wird, wenn man diese im Bräter mit etwas Wasser gart. Es wird auch erklärt, warum Flüssigkeiten generell in einen Bräter gehören, denn durch den entstehenden Wasserdampf wird die Hitze im Backrohr besser übertragen und folglich der Braten viel optimaler gegart. Damit die Kruste am Ende so richtig kross und knusprig wird, darf das Fleisch nicht übergossen werden, sondern wird nur noch kurz unterm Grill aufgebruzelt. Bei dieser Menge an lehrreichen Hinweisen konnte dann eigentlich auch nicht viel schiefgehen - außer man hat natürlich den Grill nicht im Blickfeld :-)

    Solch ein rustikaler Braten verlangt natürlich auch nach einer ebenbürtigen Begleitung. Diese war dann auch schnell gefunden: Brezelknödel und eine Sauce aus Backpflaumen. Guten Appetit!



    • Schweinebraten
    • nach Werner Gruber
    • für 4-6 Personen
    •   
    • Schweineschulter mit Schwarte, 1,5 bis 2 kg
    • Salz, 7 Esslöffel
    • Koriandersaat, 2 Esslöffel
    • Kümmel, 2 Esslöffel
    • Knoblauch, 4 Zehen
    • Butter, 4 Esslöffel
    1. Kümmel und Koriander in der beschichteten Pfanne ohne Fett rösten und dann im Mörser zerkleinern.
    2. Schweinebraten mit 6 Esslöffel Salz, der Gewürzmischung und den gepressten Knoblauchzehen rundherum kräftig einreiben. Das Fleisch in einen Plastikbeutel geben, die Luft herausdrücken und gut verschließen. Der Braten sollte nun im Kühlschrank über Nacht durchziehen.
    3. Backofen auf 180 Grad vorheizen. Schweinebraten mit der Schwarte nach unten in einen Bräter legen und einen halben Liter Wasser angiessen. Butterflocken auf dem Braten verteilen und für ca. 30 Minuten ins Rohr geben. 
    4. Bräter herausnehmen, Schweinebraten wenden, die inzwischen butterweiche Schwarte mit einem Messer rautenförmig einschlitzen und diese mit dem restlichen Salz würzen. Das Fleisch zurück in den Bräter setzen und für weitere 60 Minuten im Backofen garen. Falls es erforderlich sein sollte ggf. noch etwas Wasser angiessen. Ich empfehle hier ein Bratenthermometer zu verwenden, die Kerntemperatur sollte am Ende bei ca. bei 80 Grad liegen.
    5. Grill anwerfen und die Schwarte für kurze Zeit knusprig werden lassen. Dies kann je nach Backrohr manchmal recht schnell gehen oder aber auch etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen. Auf jeden Fall muss man hier stets dabei bleiben.
    6. Braten aus dem Ofen holen und für 15-20 Minuten ruhen lassen, damit sich das Fleisch entspannen kann. Bitte nicht mit Alufolie, etc. abdecken, da sonst die Kruste schnell weich wird. 




    • Brezelknödel
    • für 6 Personen
    • ca 2-3 Stück pro Person
    •   
    • 1-2 Tage alte Brezeln, 6 Stück
    • Schalotten, 2 Stück
    • Butter, 1 Esslöffel
    • Milch, 300 ml
    • kleine Eier, 2 Stück
    • glatte Petersilie, 1/2 Bund
    • Thymian, 1 Teelöffel
    • Muskat, Salz, Pfeffer
    1. Brezeln mit einem Brotmesser in sehr dünne Scheiben schneiden. Milch erhitzen, über die Brezelstücke geben und 15-20 Minuten einweichen lassen. In der Zwischenzeit die Schalotten fein hacken und mit etwas Butter in der Pfanne hellgelb andünsten. 
    2. Petersilie fein wiegen und zusammen mit den Schalotten zur Brezelmasse hinzufügen. Die Eier aufschlagen und unterrühren. Das Ganze mit Salz, Pfeffer, Muskat und feingehacktem Thymian würzen. Die Masse nochmals gut vermischen und dann daraus mit feuchten Händen Knödel formen.
    3. Einen Topf mit viel Wasser zum Kochen bringen, ordentlich Salz dazu und die Knödel darin ca. 20 Minuten garziehen lassen. Das Wasser darf nicht kochen.




    • Pflaumensauce
    • für 6 Personen

    • Dörrpflaumen, 350 g 
    • Ingwer, 1 Esslöffel
    • Schalotte, 1 mittlere
    • Rotwein,  1/2 Liter
    • eiskalte Butterflocken
    • Honig
    • Salz, Pfeffer 
    1. Dörrpflaumen, falls notwendig, 1-2 Stunden vor der Zubereitung in warmen Wasser einlegen.
    2. Schalotte und Ingwer feinhacken in etwas Butter andünsten und mit dem Rotwein ablöschen. Pflaumen abtropfen lassen, im Ganzen dazugeben und die Sauce auf kleiner Flamme stark einreduzieren lassen, bis diese leicht sämig und die Früchte weich sind.
    3. Die Sauce mit Salz, Pfeffer und etwas Honig abschmecken und die Sauce mit der eiskalten Butter montieren.

    Donnerstag, 4. November 2010

    Normannisches Perlhuhn


    Momentan ist mein großer Schmortopf ständig unter Feuer - irgendwie muss das wohl am Wetter liegen. Neulich erst simmerte hier noch das Boeuf Bourguignon für 8 hungrige Gäste stundenlang im Rohr vor sich hin und heute schon wieder ein leckeres Perlhuhn nach normannischer Art. Die Idee zu diesem Gericht entstand beim Lesen des französischen Kochbuchs "Die Kultur der französischen Küche" von Robert Freson. Der wunderbare Band nimmt den Leser auf eine Reise durch 14 verschiedene Provinzen unseres Nachbarlandes mit. Man begegnet der regionale Küche mit ihren typischen Alltagsgerichten und natürlich auch vielen Spezialitäten. Ich blättere mich derzeit mit viel Vergnügen durch diesen großen Wälzer. Er ist nur so gespickt mit kleinen Ankedoten, interessanten Hintergrundinformationen und verführt dazu auch noch mit tollen Landschafts- und Portraitaufnahmen. Selbst das Foodstyling hat mich begeistern, auch wenn es natürlich überhaupt nicht dem heutigen Zeitgeist entspricht. Für mich ist das Buch eine späte und eher zufällige Entdeckung, da das Werk inzwischen fast genauso alt ist wie ich selbst :-).
    Aber ich schweife schon wieder ab und dabei wollte ich eigentlich nicht über das Alter, sondern von einem Huhn schreiben. Das ursprüngliche Rezept war eigentlich für Schweinekotletts gedacht, aber das hat mich natürlich nicht davon abgehalten stattdessen eine flambiertes Perlhuhn zu kochen. Es dreht sich dabei oder darin alles um den Apfel - gebraten, gedünst oder veredelt als Cidre und Calvados. Schnell, fein und lecker.




    • normannisches Perlhuhn
    • für 2-3 Personen
    •    
    • Perlhuhn, 1 ganzes
    • aromatisch-säuerliche Äpfel z.B. Boskop, 4 Stück
    • Calvados, 150 ml
    • Cidre trocken,  3/4 Flasche 
    • Creme fraîche, 2-3 Esslöffel 
    • Rosmarin, 2 Zweige
    • Zucker, Salz, Pfeffer
    • Butterschmalz
    1. Backofen auf 180 Grad vorheizen
    2. Perlhuhn waschen, trocken tupfen, innen und außen gut salzen und pfeffern. Das Geflügel mit dem Rosmarin füllen und die Öffnungen mit Holzspiessen verschließen. 
    3. Äpfel schälen und in dicke Scheiben schneiden
    4. Butterschmalz in einem feuerfesten Bräter erhitzen, das Perlhuhn hineingeben und rundherum kurz anbraten und mit der Hälfte des Calvados flambieren. 
    5. Die Hälfte der Apfelscheiben, den Cidre und Calvados zum Geflügel geben und für 40-50 Minuten mit geschlossenem Deckel im Ofen butterzart braten.
    6. Das Saucenpüree im Bräter aufrühren, mit etwas Zucker, Salz, Pfeffer und Creme fraiche abschmecken und nochmal kurz köcheln lassen.
    7. Restliche Apfelscheiben in heißem Butterschmalz braten und dazu servieren.

    Mittwoch, 27. Oktober 2010

    Boeuf Bourguignon mit grobem Kartoffelstampf


    Für mich ein absolutes Herbstgericht und am Herrenabend ein großer Erfolg: Boeuf Bourguignon - geschmortes Rindfleisch in Rotwein mit feinem Gemüse. Der Topf war so schnell leer, dass ich noch nicht mal ein gescheites Foto machen konnte. Dieses klassische Gericht aus dem Burgund habe ich nach dem Rezept von Julia Child zubereitet. Sicherlich ist einigen noch der Film Julie and Julia mit Meryl Streep in Erinnerung, in der sich eine Bloggerin 365 Tage lang durch Julia's Kochbuch Mastering of French Cooking mit mehr oder weniger Erfolg kocht. Der Film war sicherlich leichte Kost, jedoch brachte er eine außergewöhnliche Frau, die fast schon vergessen war, wieder in Erinnerung. Immerhin hat sie die gute französische Küche über den großen Teich getragen hat.

    Hier mal eine kleine Kostprobe ihrer damaligen Kochsendung - zu köstlich:


    Aber zurück zum Boeuf - das Schmorgericht kann man hervorrangend am Vortag vorbereitet. Dadurch entwickelt sich das Aroma besonders gut. Ich gebe das blanchierte Gemüse und die Pilze aber erst unmittelbar vor dem Servieren dazu, so bleibt alles schön knackig.

    Wichtig für den Erfolg ist ein guter Schmortopf und natürliches gutes Fleisch. Ich empfehle einen Topf aus Gusseisen mit einen gut schliessenden Deckel zu verwenden und natürlich einen Besuch beim Schlachter des Vertrauens.
    • Boeuf Bourguignon 
    • nach Julia Child
    • für 8 Personen

    •  
    • mageres Rindfleisch (Schulter, Tafelspitz o.ä.), 1,8-2 kg
    • durchwaschener Speck mit Schwarte, 300 g
    • kräftiger Rotwein, 2 Flaschen
    • Bouquet Garni (1 Lorbeerblatt, 4-5 Petersilienstengel, 4 Thymianszweige)
    • Rinderfond, 1/4 Liter (optional) 
    • Zwiebeln, 2 Stück
    • Koblauch, 3 Zehen
    • Olivenöl
    • Mehl
    • Salz, Pfeffer
    •  
    • Champignons, 400 g
    • Möhren, 6 Stück
    • Petersilienwurzel, 1 Stück
    • Stangensellerie, 5 Stangen
    • Perlzwiebeln oder kleine Schalotten, 300 g
    • Sellerie, 1/2 Knolle
    1. Backofen auf 160 Grad vorheizen.
    2. Das Fleisch würfeln und mit Küchenkrepp abtrocknen. 2 Möhren, 2 Zwiebeln und den Knoblauch schälen und in größere Scheiben schneiden.
    3. Schwarte abschneiden, Speck würfeln und beides bei starker Hitze im Schmortopf ausbraten. Speck und Schwarte mit einer Schaumkelle herausheben und zur Seite stellen.
    4. Das Fleisch in mehrere Durchgängen wiederum bei sehr starker Hitze rundherum sehr braun anbraten. Das Fleisch sollte ausreichend Platz im Topf haben, damit es richtig Farbe bekommen kann.
    5. Speck, Schwarte, Zwiebeln, Knoblauch und Möhrenscheiben in den Topf mit dem Fett geben und etwas anschwitzen. Das Fleisch, Salz und Peffer kommen dazu. Alles mit etwas Mehl bestäuben und bei mittlerer Hitze kurz schmoren ggf. mit einem Kochlöffel etwas unterheben. Diesen Vorgang zwei bis dreimal wiederholen.
    6. Das Bouquet Garni und das Tomatenmark dazugeben, mit dem Rotwein ablöschen auf dem Herd kurz aufkochen. Topf mit geschlossenen Deckel für 2 1/2 bis 3 Stunden im Backofen schmoren lassen. Falls erforderlich, zwischendurch etwas Fond angiessen. Das Fleisch soll butterzart sein.
    7. Das Gemüse: Knollen-, Stangensellerie und Möhren fein würfeln und für einige Minuten im kochenden Wasser blanchieren, im Eiswasser abschrecken und dann gut abtropfen lassen.
    8. Perlzwiebeln mit etwas Öl auf kleiner Flamme bissfest garen.
    9. Die Pilze putzen, in Scheiben schneiden und in einer beschichteten Pfanne bei starker Hitze anbraten, bis diese Farbe bekommen. Dann etwas Öl dazugeben, durchschwenken und 1-2 Minuten weiter schmoren lassen.
    10. Die Sauce des Boeufs ggf. mit etwas Stärke andicken oder falls erforderlich etwas Fond bzw. Wasser für die gewünschte Konsistenz dazugeben.
    11. Das Gemüse, Perlzwiebeln und Pilze zum geschmorten Fleisch geben.

    Sonntag, 24. Oktober 2010

    Kalbsleber mit geschmorten Quitten


    Reife schöne Quitten zu erstehen ist wirklich ein großes Glück. Dieses besondere Obst hat im optimal Fall ein tollen Duft und auch gekocht ein einzigartiges Aroma. Leider werden zu oft geschmacklose oder kaum duftende Früchte angeboten, so dass Enttäuschungen zumeist vorprogrammiert sind. Ich empfehle besonders gelbe Exemplare auszuwählen und auf den intensiven Duft der Schale zu achten. Das Obst ist roh sehr hart und muss geschmort werden. Außerdem lässt sich daraus auch ein leckerer Saft herstellen oder ein Fruchtgelee für die Wintersaison. 

    Ich bin ein großer Fan von herzhaften Gerichten. Besonders wenn diese mit etwas Fruchtigem erst so richtig gut werden. Leber ist hierfür ein schönes Beispiel und die besonders feine Kalbleber erst recht. Warum nicht mal den klassischen Apfel in diesem Gericht gegen eine Quitte austauschen? Gesagt - getan. Hier das Rezept dazu:

    • Kalbsleber mit geschmorten Quitten
    • nach einer Idee von Essen und Trinken
    • für 2 Personen
    •   
    • Kalbsleber, 2 Scheiben
    • Mehl
    • weißer Portwein, guter Schuß
    • Thymian
    • Butter
    • Salz, Pfeffer
    •  
    • Quitten, 1 kg oder ca. 6 Früchte
    • Wasser, 1/2 Liter
    • Zucker, 150-200 g
    • Zitronensaft, von einer 1/2 Frucht (optional) 

      
    1. Die Quitten mit einem Tuch ordentlich abreiben und dann waschen. Stiel und Blütenansatz der Früchte mit einem scharfen und spitzen Messer entfernen.
    2. Wasser mit Zucker aufkochen und 2/3 der Quitten grob zerkleinert mit Schale und Kerngehäuse auf kleiner Flamme für 45 Minuten kochen lassen. Danach das Obst und den Saft in ein Sieb geben und abtropfen lassen - ggf. etwas ausdrücken.
    3. Die restlichen Quitten zügig schälen, das Kerngehäuse entfernen und in Spalten schneiden. Das Obst direkt in der Hälfte des zuvor gekochten Quittensafts geben und bissfest garen. Der restliche Saft kann für ein schönes Gelee verwendet werden.
    4. Butter in einer Pfanne aufschäumen lassen, währenddessen die Leber in Mehl wenden und von beiden Seiten zusammen mit etwas Thymian zügig wenige Minuten braten.
    5. Die Leber entnehmen, würzen und warmstellen. Den Bratsatz in der Pfanne mit einem ordentlichen Schuß Portwein ablöschen und die so gewonnene Sauce etwas einkochen lassen.

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