34 Grad, blauer Himmel, ein Glas eisgekühlter Tinto de Verano und viel Sonnenschein: Das klingt nicht gerade nach Hamburg. Oder? Richtig, trotzig verweigerten wir uns dem nassen nordischen Wetter und sind einfach für ein paar Tage in die spanische Hauptstadt nach Madrid geflohen – sozusagen zum aufwärmen. Ich kann nur sagen, dass war wie ein Zeitsprung zurück in den Sommer. Jeden Abend, bis spät in die laue Nacht hinein, saßen wir irgendwo draußen in einem der unzähligen Straßencafés und beobachteten die vielen Nachtschwärmer, die gutgelaunt überall auf den Straßen und Plätze unterwegs waren.
Sobald in Madrid die Dunkelheit anbricht, beginnt „La Marcha“ – zigtausend Leute ziehen am Wochenende durch die Stadt und machen die Nacht zum Tag. Der Abend beginnt meist mit ein paar Tapas und einem kühlen Bier, in einer der vielen kleinen Bars. Später, so gegen 22 Uhr geht man vielleicht in ein Restaurant zum essen, insofern man noch einen Platz bekommt, denn es ist eigentlich überall voll. Das tanzwütige Volk überbrückt die verbleibende Zeit mit ein paar Cocktails, um dann so gegen 2:30 Uhr in „la discoteca“ bis zum Sonnenaufgang und vielleicht auch noch länger, zu feiern.
Meine Empfehlungen: Tapas im Turf am Plaza Santa Ana, zum Essen vielleicht ins Bazaar im Stadtteil Chueco – sehr schönes Ambiente und trotzdem äußerst preiswert. Alternativ vielleicht ins Ølsen im Bario Huertas, dass mit einem ungewöhnlichen Konzept aus spanisch-/skandinavischer Küche aufwartet und ganz nebenbei auch noch die größte Auswahl an Wodkasorten der Stadt bietet.
Jamón, Chorizo, Manchego und Co. kauft man gut und gern im Museo del Jamón oder bei Lhardy - beides Läden mit einer langen Tradition. Die Pasteleria „La Mallorquina“ an der Puerta del Sol ist bei Einheimischen seit über 100 Jahren ein feste Institution in Puncto Kuchen und Gebäck. Ein Besuch bei der spanischen Filiale des französischen Gebäckmeisters „La Cure Gourmande“ lohnt genauso, wie in den Cafes von La Mallorca vorbei zuschauen. Ein absolutes Muss sind natürlich auch Churros - ein fettiges, leicht salziges Spritzgebäck, dass man in dickflüssige heiße Schokolade tunkt am besten in der Cocolateria San Gines oder aber auch bei Maestro Churrero am Plaza Jacinto Benavente isst.
Sehr zu empfehlen ist auch ein Besuch des „Mercado Antón Martin“ in Lavapiés – ein typischer nachbarschaftlicher Markt mit vielen kleinen Ständen, an denen die Madrilenen ihren täglichen Einkauf erledigen. Im komplett renovierten historischen Markt „San Miguel“, in der Nähe vom Plaza Mayor, findet man hingegen ein Feinkostgeschäft, neben dem anderen und dazu natürlich jede Menge spanischer Köstlichkeiten.
Pflastermüde Stadteroberer gelangen in nur wenigen Schritten zum Retiro Park – der grünen Lunge von Madrid. Parkbänke unter schattigen Bäumen, in Buchs gefasste grüne Wiesen und mit Rosen bepflanzte Alleen bieten ideale Orte, um sich etwas vom Getümmel der Großstadt zu erholen. Gleich nebenan, im königlich-botanischen Garten, säumen prächtig Baumriesen und üppige Blumenbeete die Wege. Interessant ist hier auch der gut sortierte Nutzgarten, mit vielen einheimischen Arten.
Kultur darf natürlich auf einer Städtereise nicht zu kurz kommen – erst recht nicht in der Kunstmetropole Madrid. Deshalb möchte ich hier noch die wichtigsten Museen nennen: Reina Sofia, das Thyssen-Bornemisza, der Prado und das Caxia Forum.
Leider war auch diese Reise wieder einmal viel zu schnell vorbei... Mit Chorizo, Safran und Co. im Gepäck, lässt sich vielleicht die Zeit bis zum nächsten Besuch etwas überbrücken.



































