Tick, Tack, Tick, Tack: Derzeit fühle ich mich so, wie es eine berühmte norddeutsche Radiokunstfigur, zu sagen pflegte: "Es rasen die Zeiger der Uhren und wir rasen mit!" (Frieda) und damit hat sie es genau auf den Kopf getroffen. Mensch schon wieder ein Jahr rum. Mein Blog ist nun auch schon mehr als 365 Tage alt und folglich bin ich auch, genau, ja... ebenfalls ein Jahr älter geworden. Das allein wäre sicherlich noch kein Grund zum reflektieren, wenn ich nicht auch noch genullt hätte. Die große "4" - nun ist sie da. Ist jetzt alles anders? Oder, bleibt alles wie es ist? Kommt jetzt die Midlife-Crises oder bin ich vielleicht schon mittendrin? Einige Freunde riefen mir sogar in Knef'scher Manier zu: "von nun an gehst Berg ab" und ich gebe gerne zu: es zwickt und zwack auch schon mal hier und da. Der morgentliche Blick in den Spiegel hält völlig neue An-/Einblicke parat, mit denen ich mich noch anfreunden muss und der Kampf mit der Hauswaage wird härter.
Aber runde Geburtstage sind natürlich auch toll. Es gibt Geschenke und J hat sich dieses Jahr richtig ins Zeug gelegt. Alles war natürlich streng geheim. Meine verzweifelten Versuche ihm den einen oder anderen Tipp zu entlocken, scheiterten kläglich. Schlussendlich gab es nur ein wage Anweisung: bitte packe mal so für 3-4 Tage ein paar Sachen ein, was Schickes darf auch dabei sein und ach ja, vergiss deinen Ausweis nicht. Hhmm? Wir verreisen - aber wohin?
Noch auf der Fahrt zum Flughafen, war ich vollkommen ahnungslos. Erst als wir am Gate ankamen, hatte ich Klarheit und rief etwas unpassend: Oh Gott - es geht nach London und wir haben nirgends einen Tisch reserviert! Ich griff sofort zum Telefon, aber leider waren St. John und Ottolenghi natürlich schon wochenlang im voraus ausgebucht, auf Gordon Ramsay konnte ich nach Hell's Kitchen gut verzichten. Schlussendlich wurde ich nach kurzer Recherche bei Eline mit dem Canteen versöhnt und Herr Paulsen steuerte mit seinem Tipp für das Wild Honey in Mayfair einen wunderbaren Abend mit feiner Küche bei. Es waren entspannte und schöne Tage: ausschlafen, gutes Frühstück, bummeln an der Themse, modern Tate hoch und runter, St.Pauls und natürlich einkaufen im Top Shop.
J ist eben ein Schatz. Danke dafür!
Und weil das "english slowly poached pork belly" in London so wunderbar geschmeckt hat, ich euch daran teil haben lassen will, wird hier und heute ein "schweinisches" Festessen serviert...
Das Rezept habe ich bei einer gewissen Tochter A abgeguckt. Danke dafür!
- Lackierter Schweinebauch und Mispel-Chutney
- für 4-6 Esser
- Schweinbauch, 500-600 g
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- Gewürzsalz:
- Pefferkörner, Fenchelsaat, Kümmel, Koriandersaat, Kardamom
- grobes Meesalz
- Lack:
- Kastanienhonig, Sesamöl, Chilipulver, geriebener Ingwer,
- Limettensaft, Sojasauce
- Chutney:
- türkische Mispeln, 8 Stück
- Schalotten, 1-2 Stück
- Ingwer, 1 fingerbreit
- Weißweinessig, 1 Esslöffel
- Cayennepfeffer
- Butter, Zucker, Salz
- Gewürze rösten und dann mit dem Meersalz im Mörser fein zerreiben
- Schweinebauch auf der Fettseite einritzen und mit dem Gewürzsalz einreiben
- Fleisch vakuumieren und bei 63 Grad im Wasserbad für 24-30 h garen
- Mispeln häuten, entkernen und fein würfeln. Schalotten und Ingwer ebenfalls sehr fein würfeln in etwas Butter anschwitzen, Mispelnwürfel dazugeben und mit Weißweinessig ablöschen. Das Ganze etwas köcheln lassen, dann mit Salz, Cayennepfeffer und ggf. einer Prise Zucker abschmecken.
- Grill im Backofen ordentlich anheizen, Lack zubereiten, den Schweinebauch aus der Folie nehmen und einpinseln und dann ins Rohr geben. Die Schwarte soll schön knusprig werden. Ich empfehle den Lack 2-3 mal aufzutragen und dann jeweils für 3-4 Minuten das Stück zu grillen. Immer schön aufpassen, sonst verbrennt das gute Stück!
















