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Sonntag, 18. Februar 2018

#12von12 im Februar 2018

Wie jeden Monat am 12. sammelt Caro von Draußen nur Kännchen 12 Impressionen unseres Tags. Ich starte spät in den Tag, Teilzeit sei's gedankt. Ansonsten ist mir heute nicht nach vielen Worten.


#1: Bushaltestellen-Blick.
#2: De Zoch kütt.
#3: Im Büro erst mal Tee kochen.
#4. Ab in eine Besprechung.
#5: Websites gestalten.
#6: Dinkelflocken mit Kranbeeren und Banane sowie frischen Tee zu Mittag.
#7: Auf dem Heimweg kurz am Hrdlicka-Denkmal innehalten.
#8: In der S-Bahn einen Sitzplatz bekommen und lesen*.
Zu Hause ist erst mal Warten auf den Gatten angesagt. Er hatte am Nachmittag ein wichtiges Gespräch samt anstrengender, gehetzter Anfahrt durch Schneeregen. Als er da ist, trinken wir Tee und reden über den Tag. Das Gesprächsergebnis erfährt er in zwei Wochen.

Wir kümmern uns im Wäsche und Spülmaschine, dann gehe ich einen Moment auf's Sofa, bevor ich das Abendessen zubereite.

#9: Postkarten an Mudderns und an Deniz Yücel.
#10: Zutaten für's Abendessen.
#11: Über die Blumen, die mir der Gatte Freitag schenkte, freuen.
#12: Wolle entwirren.
Die Rezepte zum Tag gibt's in der Kombüse.

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Mittwoch, 14. Februar 2018

Sei Sand im Getriebe

Diesen Beitrag schiebe ich schon lange vor mir her, immer in der Hoffnung, sein Thema erledige sich in der Zwischenzeit. Leider tut es das nicht. Seit einem Jahr ist der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel in der Türkei inhaftiert.

Im April 2017 erfuhr ich, dass es Menschen gibt, die ihm regelmäßig Postkarten schreiben. Ich bewundere die Kraft, die das Fräulein Read On dabei an den Tag legt: Seit 334 Tagen schreibt sie jeden Tag eine Karte. Ich bin froh, wenn meine Kraft morgens zum Aufstehen reicht, deswegen schreibe ich seltener, viel seltener.

Postkarte vom 8. Februar über Hamburg an der Nordsee.
Aber warum überhaupt Postkarten an Deniz Yücel oder an andere politische Gefangene schreiben, wenn völlig unklar ist, ob sie die jemals bekommen? Ganz einfach: Die Bürokratie, die damit beschäftigt ist, Postkarten zu verwalten, kommt in der Zeit, in der sie sich mit Postkarten beschäftigt, nicht dazu, sich mit etwas anderem zu beschäftigen.

Im Idealfall geht der Bürokratie dadurch ein Mensch durch die Lappen, den sie lieber hinter Gittern sähe, oder kommt ein Verwaltungsbeamter ins Grübeln, welchem Staat er da eigentlich dient. Zumindest ist die Verwaltung erst mal beschäftigt, Postkarten zu verwalten.

Ich weiß nicht, wie es in türkischen Amtsstuben aussieht. Ich kenne nur deutsche Amtsstuben, aber die kenne ich vergleichsweise gut. Der Beamtentriathlon ist immer noch Knicken, Lochen, Abheften. Und glaubt mir, aus eigener Erfahrung weiß ich: Das gilt auch für Postkarten.

Es macht jeder Verwaltung unwahrscheinlich viel Freude, Postkartenaktionen zu bearbeiten. Jede Postkarte löst einen Verwaltungsakt aus, um so mehr, wenn sie nicht in der jeweiligen Amtssprache, im Falle Yücel also Türkisch, geschrieben ist, denn bevor die Postkarte den Beamtentriathlon absolvieren kann, muss sie übersetzt werden. Man muss ja wissen, worum's geht, ob man evtl. tätig werden, antworten muss, ob Ungemach dräut. Selbst wenn keine Postkarte jemals Deniz Yücel erreichen sollte, beschäftigt jede Postkarte doch erstmal viele Menschen, vom Briefträger über die Poststellen in den Behörden bis zum Gefängnisdirektor.

Eine Postkarte kann man noch ignorieren, aber die 334 Postkarten vom Fräulein Read On plus die der anderen, die mehr oder weniger regelmäßig an Deniz Yücel und andere politische Gefangene schreiben, die ergeben schon einen ordentlichen Berg, der sich nicht so einfach ignorieren lässt. Jede einzelne Karte signalisiert: Der Mensch, den ihr da inhaftiert habt, der ist nicht vergessen.

Wie leicht es sein kann, einen gut geölten Verwaltungsapparat ins Stocken zu bringen, lernte ich von meinem lieben Freund und Weggefährten Wolf. Eigentlich heißt er Kurt, aber so nannten ihn eigentlich nur die Behörden. Wolf war sein Kampfname, Wolf riefen ihn Freunde und Weggefährten. Wölfchen nannten ihn seine beiden Frauen.

Wolf war Hamburger und Jude, Mitglied einer deutsch-jüdischen Jugendbewegung. Er ging 1933 in den Widerstand. So stand er beispielsweise Schmiere, als Freunde die Parole "Hitler bedeutet Krieg" an einem Weg zwischen Eppendorfer Landstraße und Martinistraße malten. Das mag erst mal als keine große Aktion erscheinen, aber Schmiere stehen war eine verantwortungsvolle Aufgabe, denn hätte Wolf nicht aufgepasst, wären alle verhaftet worden.

Und Schmierestehen in Kombination mit einem kritischen Geist, insbesondere, wenn der Besitzer dieses kritischen Geistes zusätzlich auch noch Jude ist, reicht für eine Verhaftung. Im Mai 1936 wurde der 21jährige Wolf verhaftet und wegen "Vorbereitung des Hochverrats" angeklagt. Im Januar 1937 wurde er verurteilt, verbüßte seine Haftstrafe in Fuhlsbüttel und konnte nach England emigrieren, wo er seine erste Frau, ebenfalls eine gebürtige Hamburgerin, kennenlernte. 1946 kehrten sie nach Hamburg zurück.

Verhört wurde Wolf im berüchtigten Stadthaus, dem Gestapo-Hauptquartier am Neuen Wall. Zu den vielen Folterungen und Mißhandlungen dort gehörte auch das stundenlange Stehen in den langen weiß getünchten Behördenfluren, vor der so genannten Spiegelwand. Nein, sie wurde nicht so genannt, weil dort Spiegel hingen, sondern weil die Inhaftierten so lange bewegungslos mit dem Gesicht zur Wand stehen mussten, dass sie das Gefühl hatten, dort ihr eigenes Gesicht wie im Spiegel zu sehen.

Eines Tages, als Wolf wieder mal zu einem Verhör geführt wurde, stand eine Gruppe Frauen rechts und links an den Flurwänden. Eine der Frauen drehte sich um und bat den Beamten, der Wolf zum Verhör bringen sollte, um Zettel und Stift: "Ich stehe hier schon so lange, mein Mann macht sich Sorgen. Ich möchte ihm ein paar Zeilen schreiben, damit er weiß, wo ich bin."

Während der Beamte noch damit beschäftigt war, das Ungeheuerliche - eine Gefangene spricht ohne Aufforderung, äußert eine Bitte, gibt's dafür überhaupt eine Vorschrift, ich muss doch meinen Gefangenen zum Verhör führen, was mache ich jetzt bloß - zu verarbeiten, drehten sich auch andere Frauen um und baten um Zettel und Stift, um eine Nachricht an ihre Angehörigen zu schicken.

Der Beamte schwitzte inzwischen sicher schon Blut und Wasser, und als wäre das noch nicht genug, öffneten sich nun auch die Bürotüren, eine nach der anderen, guckten die anderen Beamten auf den Flur, wollten wissen, was da los ist, warum Wolf nicht pünktlich zum Verhör erscheint.

An dieser Stelle schien es immer ein wenig so, als hätte Wolf Mitleid mit den Beamten, die von einer einfachen Frage aus dem Konzept gebracht wurden. Einzige Möglichkeit, die Lage wieder in den Griff zu kriegen, war in diesem Moment, den Frauen Zettel und Stift zu geben, damit sie ihren Angehörigen schreiben konnten.

"Den Mut dieser Frauen habe ich unendlich bewundert", sagte Wolf jedes Mal, wenn ich ihn ins ehemalige Stadthaus begleitete, wo er Schulklassen und Jugendlichen seine Geschichte erzählte. "Die Frage nach so etwas Harmlosem wie Zettel und Stift hat in diesem Moment die gute geölte Verwaltungsmaschinerie ins Stocken gebracht und denen, die in den Kellern und Büros verhört und gefoltert wurden, eine kurze Atempause beschert. Was diese Frauen geleistet haben, kann ich nicht vergessen!"

Auch wenn Wolf nie die Namen dieser Frauen in Erfahrung bringen konnte oder ob ihre Nachrichten jemals aus dem Stadthaus herauskamen, sorgte er doch dafür, dass sie nicht vergessen wurden.

Bei jeder Postkarte, die sich auf den Weg nach Silivri macht, denke ich an diese Frauen, an Wolf und an ein Getriebe, das knirschend einen kurzen Moment zum Erliegen kommt. Eines Tages, da bin ich mir sicher, wird so viel Sand im Getriebe sein, dass die Maschine durchbrennt. Möge dieser Tag bald kommen!

Falls Du mehr über Wolf erfahren möchtest, empfehle ich Dir das Buch "Eine verschwundene Welt: Jüdisches Leben am Grindel*", das nur noch antiquarisch erhältlich ist.

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Samstag, 13. Januar 2018

#12von12 im Januar 2018

Wie jeden Monat am 12. sammelt Caro von Draußen nur Kännchen 12 Impressionen unseres Tags. Ich arbeite inzwischen in Teilzeit und in der Hamburger Innenstadt. Entsprechend spät starte ich in den Tag.

#1: Bushaltestellen-Blick.
Der Bus ist pünktlich, ebenso die S-Bahn, die zudem noch leer ist. Alles drei ist ungewöhnlich und wird genossen.

#2: S-Bahn fahren und lesen*
Auf dem Weg ins Büro halte ich noch kurz an der Denkmalsgruppe am Dammtor. Die drei Denkmäler stelle ich später mal vor, wenn's nach Feierabend wieder hell ist, ich Fotos machen kann.

#3: Deserteursdenkmal.
Da heute auch #treppenhausfreitag ist, ein Blick in das original erhaltene Jugendstiltreppenhauses des Gebäudes, in dem ich arbeite.

#4: #treppenhausfreitag. Jugendstil im Dammtorwall 14, erbaut zwischen 1908 und 1912 nach Plänen von Freitag und Elingius.
Jetzt ist erstmal Büroarbeit angesagt. Als ich den PC hochfahre, stelle ich erfreut fest, dass ich endlich den letzten Freitag schon zugesagten Zugriff auf das Abteilungslaufwerk habe. Heureka!

#5: Arbeiten.
#6: Freuen. Die kleine Orchidee, die ich vor, ich glaube, zwei Jahren von der mittlerweile Ex-Chefin geschenkt bekam, blüht.
#7: Stärken. Brote und Kaukau, wie das Schokoladen-Milch-Misch-Getränk auf Hamburgisch heißt.
#8: Postkarte mit Motiven der dänischen Stadt Christiansfeld an Deniz Yücel schreiben. Der deutsch-türkische Journalist ist heute 333 Tage ohne Anklage in der Türkei inhaftiert.
Zu meiner Arbeit gehören drei Aufgabengebiete. Zwei davon kann ich kommod im Büro erledigen. Für das dritte muss ich aus dem Büro raus und unter Menschen. So richtige, analoge Menschen.

#9: Damit alle Kollegen wissen, wo ich gerade arbeite.
Teilzeit sei Dank, komme ich noch im Hellen aus dem Büro und bin vor dem Gatten zu Hause, da auch Bahn und Bus mitspielen Wieder mal sitze ich auf dem Sofa und frage mich, was ich mit der vielen Zeit anfangen soll. Das gibt sich bestimmt.

#10: Abendessen: Paniertes Fischfilet, Bratkartoffeln und Gurkensalat.
Also ein bisschen Haushalt, das tägliche Muddernstelefonat und Abendessenmachen. Der Gatte wünscht sich das gleiche wie in der Vorwoche: Rotbarsch in Cornflakespanade, Bratkartoffeln und Gurkensalat. Murphy will, das das Gericht am letzten Freitag, als ich es nicht fotografierte, viel besser aussah ...

#11: Entspannen.
#12: Noch etwas lesen* vor dem Einschlafen.
Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende!

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Montag, 18. Dezember 2017

#12von12 im Dezember 2017

Ich bin in der letzten Woche meiner aktuellen Tätigkeit. Gestern habe ich schon offiziell meinen Abschied gefeiert. Jetzt arbeite ich noch still und leise bis Freitag vor mich hin.

#1: Mit einer Tüte voll Altmetall und 'nem Trudelband geht's ins Büro.
Morgens nehme ich Altmetall für einen Kollegen mit, der sich damit ein bisschen Taschengeld verdient. Darunter ist auch ein Trudelband, also ein Metallreifen. Du kennst vielleicht das plattdeutsche Lied "An de Eck steit’n Jung mit’n Tüdelband". Ursprünglich ist in dem Lied von einem "Trudelband" die Rede, womit ein alter Reifen oder Ring von einem Fass gemeint ist.
#2: Frühstück.


Als ich mein Geld noch auf den Straßen der Stadt verdiente, präparierte mir der Gatte mal einen Fassreifen, den ich ab und an für Workshops zu alten Kinderspielen nutzte. Das Trudelband verstaubt schon lange in meinem Heim-Büro - hohe Zeit, dass es endlich zum Schrott kommt.

#3: Freuen. Ein Teil meiner Abschiedsgeschenke.
Im Büro hole ich mir erstmal ein paar Reste von meiner gestrigen Abschiedsfeier als Frühstück. Viel Zeit bleibt dafür allerdings nicht: Unsere letzte Pressekonferenz für dieses Jahr steht an. Es ist hektisch, Nerven liegen blank, weil die Pressemitteilung mitten in der Nacht umgeschrieben wurde.

#4: Lesend auf die Friseurin warten.
Dann steht die für mich letzte Teamsitzung an, und im Anschluss werden Tische und Stühle gerückt: Am Nachmittag findet im Besprechungsraum eine Weihnachtsfeier statt. Später am Nachmittag wird Raum noch ausdekoriert und eingedeckt. Nach dem Tischerücken lasse ich mir von Mudderns über ihren Arzttermin berichten. Da läuft zum Glück alles.

#5: Ausgaben festhalten.
Eine Viertelstunde vor Beginn der Pressekonferenz muss noch ein Fotograf organisiert werden, ist endlich die Pressemitteilung fertig, schiebe ich meinen Chef vor die Tür, damit er sich auf den Weg macht. Aber dann ... Nun ja: Für eine fünf Kilometer entfernt laufende Pressekonferenz mal eben die Pressemitteilung nach Diktat der neuen Fassung über eine löchrige Funkrufleitung umzuschreiben, auszudrucken und auszutauschen, ist doch eine meiner leichtesten Übungen ...

#6: Schreiben. Eine Hochzeitskarte an eine Jetzt-Ex-Kollegin, ein verspäteter Geburtstagsgruß an Meşale Tolu und eine Karte an Deniz Yücel.
Dann läuft aber wirklich alles, und ich kann zur Mittagspause, die ich beim Friseur verbringe. Auf dem Weg zurück ins Büro treffe ich auf Blaumann I, der sich für meinen Einsatz bei der Pressekonferenz bedankt. Das höre ich natürlich gerne. Später, als wir zum Feierabend zusammenstehen, lacht er mich von der Seite an und meint "Na, hat doch gut geklappt!" Das sind die Momente, die ich in meinem neuen Job sicher vermissen werde.

#7: Improvisiertes weihnachtliches Flair im Besprechungsraum.
Am Nachmittag schwänze ich die Weihnachtsfeier und arbeite still vor mich hin, unterbrochen vom Chef, der mir ein weiteres Abschiedsgeschenk in die Hand drückt mit den Worten "Das ist doch alles Scheiße" (mein Weggang erfreut ihn nicht, umso mehr, seitdem er die Bewerberlage für meine Nachbesetzung kennt) und von den Fahrern, die klönen wollen.

#8: Geschenke auspacken.
#9: Tetris sei Dank, ist der Rollcontainer für die Kantine schnell und akkurat gepackt.
Kurz vor 18 Uhr wird die Weihnachtsfeier für beendet erklärt. Kollegin I, mein Chef, die Fahrer und ich machen sich dran, den Besprechungsraum wieder aufzuräumen und sind dank vereinter Kräfte eine gute Stunde später fertig. Gegen 19.30 Uhr ist dann endlich Feierabend. Ich nehme Kollegin I mit, die auf meiner Ecke wohnt. Auf dem Heimweg halten wir noch schnell im Supermarkt, denn vor lauter Stress vergaß Kollegin I, Abendessen für ihren Mann zu kaufen.

#10: Endlich zu Hause.
Rechtzeitig zum Doctor kann ich auf's Sofa plumpsen und zu Abend essen. Es gibt Nudelauflauf vom Vortag. Mit Mühe halte ich alle drei Doctor-Who-Folgen durch. Vor dem Einschlafen lese ich noch etwas.

#11: Der Dienstag gehört dem Doctor.
#12: Das aktuelle Strickstück wächst, und inzwischen bin ich zuversichtlich, dass die Wolle reicht.
Dieser Beitrag geht rüber zu Caro von Draußen noch Kännchen, die wie immer am 12. eines Monats 12 Impressionen sammelt - vielen Dank dafür!

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Samstag, 18. November 2017

#12von12 im November 2017

In den Sonntag starte ich spät. Zwar war ich kurz nach sechs Uhr, zu meiner üblichen Aufstehzeit, schon mal wach, schlief dann aber ziemlich unruhig nach bis halb elf weiter. Dann brachte mir der Gatte Milchkaffee ans Bett.

#1: Wäsche abnehmen.
#2: Putzen.
Wie meistens an den Wochenenden fühle ich mich ziemlich zerschlagen, kämpfe mit den Verspannungen, die eigentlich nur erträglich sind, wenn ich eingemummelt auf unserem alten Sofa sitze. Dazu kommt noch eine Wurzelentzündung, die mir seit Ende Oktober zu schaffen macht.

#3: Das neue Strickstück fotografieren.
Das Frühstück lasse ich ausfallen. Stattdessen geht's in den Garten. Vier große Zimmerpflanzen müssen ins Wohnzimmer gewuchtet und der Orangenbaum eingepackt werden. Das sollte eigentlich schon seit mindestens zwei Wochen erledigt sein, aber immer, wenn ich frei habe, bin ich malad. Ich hoffe, das ändert sich, wenn ich endlich auf die neue Position wechseln kann (und dann in Teilzeit arbeite).

#4: Torte, Tee und Fotos gucken.
Einmal im Garten, fülle ich das Vogelfutter auf und nutze das Tageslicht, um ein neues Strickstück zu fotografieren. Dann ist ein bisschen Hausarbeit angesagt: Wasche abnehmen, Waschmaschine füttern, Bad putzen ... Der Gatte kümmert sich derweil um die Küche und serviert anschließend Tee mit Torte.

#5: Postkarten an die in der Türkei inhaftierten Journalisten Meşale Tolu und Deniz Yücel über die Weltgeschichte aus Entensicht.
Danach schreibe ich je eine Postkarte an die in der Türkei inhaftierten Journalisten Meşale Tolu und Deniz Yücel.

#6: Das neue Strickstück fertigstellen. Also, im Prinzip.
Rechtzeitig zu "Inspector Morse" falle ich auf's Sofa. Beim neuen Strickstück müssen noch die Nähte geschlossen werden. Als das erledigt ist, merke ich bei der Anprobe, dass das Teil total komisch sitzt. Am nächsten Tag, nachdem ich eine Nacht drüber schlief, sollte mir aufgehen, welchen Fehler ich beim Umrechnen auf meine Massen Maße machte. Die Bündchen müssen umgesetzt werden ....

#7: Aufribbeln.
#8: Neu stricken.
Nach dem Abendessen (es gibt wunderbare Pastrami von Radbruch auf Vollkornbrot) widme ich mich zum mittlerweile vierten Male dem Kragen des Strickkleides. Beim ersten Mal war er zu eng, beim zweiten Mal zu weit, beim dritten Mal mir zu kurz (auch, wenn alle, die das Kleid bislang sahen, meinten, es sei perfekt ...). Nebenbei gucke ich "Tatort" und "Bruder Schwarze Macht".

#9: Er so: "Was ist eigentlich Pastrami?" - "Ich so: "So wie Schinken, nur auf Jüdisch."
#10: Übrigens, es ist Sonntag.
#11: Fußbadzeit.
Als ich merke, dass mir beim Stricken immer wieder die Augen zufallen, finde ich den Weg ins Bett und lese noch ein paar Seiten im Wien-Krimi "Prater-Morde*" von Beate Maxian.

#12: Lesen*.
Dieser Beitrag geht rüber zu Caro von Draußen noch Kännchen, die wie immer am 12. eines Monats 12 Impressionen sammelt - vielen Dank dafür!

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Dienstag, 17. Oktober 2017

#12von12 im Oktober 2017

Auch in diesem Monat sammelt Caro von Draußen nur Kännchen wieder 12 Impressionen vom 12. des Monats. Hier sind meine.

#1: Ab ins Büro.
Ich arbeite gerade mal in meinem eigentlichen Job, habe eine Woche vertretungsfrei. Der Chef ist auf Dienstreise, dementsprechend anstrengend wird mein Tag, aber die erste Stunde nutze ich wie üblich zum dienstlichen Zeitunglesen (ja, damit verdiene ich mein Geld) und frühstücke dabei.

#2: Frühstück.
Der erste Anruf des Tages gilt aber dem Vorstellungsgespräch, das ich am nächsten Tag habe. Ob ich auch eine Stunde später kommen kann? Klar, dann muss ich mich nicht so hetzen. Den Chef freut das zwar nicht, weil ich dann parallel zu einer Pressekonferenz weg bin, aber ich denke gerade mal nur an mich.

#3: Packen.
#4: Packen.
In zwei Tagen zieht unsere Abteilung um. Eigentlich will ich erst am nächsten Tag packen, aber in den Nachbarbüros wird schon so fleißig gepackt, dass ich nervös werde und kurzerhand auch beginne, einzupacken.

#5: Wie heiße ich? Wo komme ich her? Wo will ich hin? Die Farbe verrät das Stockwerk, in das es geht.
#6: Die IT will wissen, was wo stehen soll. Ich bin gespannt, ob sie sich nach meinen Wünschen richtet. 
#7: Zu-erledigen-Liste für den nächsten Tag schreiben.
Zwischendrin läuft der normale Büroalltag weiter. Auf eine richtige Mittagspause verzichte ich wieder mal, aber ich nehme mir kurz Zeit für Postkarten an Meşale Tolu Çorlu (über die Ameisen, die nach Australien reisen wollten) und Deniz Yücel (über das Forellenquintett).

#8: Postkarten an Meşale Tolu Çorlu und Deniz Yücel.
Dusseligerweise merkte ich nicht, dass die Briefmarken ausgingen und kann die Karten erst Montag abschicken.

#9: Hausarbeit (Symbolfoto).
Zu Hause ist erstmal Hausarbeit angesagt. Ich nehme Wäsche ab und wasche anschließend zwei Ladungen, denn für den nächsten Tag ist gutes Wetter angesagt. Das möchte ich ausnutzen. Dann kruschteln der Gatte und ich in der Küche, bevor er das Abendessen kocht.

#10: Abendessen. Es gibt Schweinefilet mit Steinpilzen und Bandnudeln.
Nach dem Abendessen plumpse ich auf's Sofa und stricke, während der Gatte noch einen Cappuccino serviert.

#11: Am Kleid weiterstricken.
Ich will unbedingt noch den Kragen fertig bekommen und komme deswegen später ins Bett, als gut für mich ist ... Bevor mir die Augen zufallen, lese ich noch etwas in "Agatha Raisin und der tote Friseur*".

#12: Lesen*.
Bücher und Serie gefallen mir gleichermaßen gut, was selten vorkommt.

Und jetzt gucke ich mal, was die anderen am 12. Oktober so machten. Ach ja, Rezepte gibt es wieder in der Kombüse.