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Dienstag, 25. Juli 2017

Impressionen aus dem Museumscenter Hanstholm (Dänemark): Das Außengelände (Batterie Hanstedt I) und der Museumszug

Nachdem ich Dich gestern in die Innenräume und den Bunker des Museumscenters Hanstholm mitnahm, zeige ich Dir heute ein paar Impressionen des Außengeländes, über das vier verschieden lange Wanderwege führen.

Die Lok der Feldbahn vom Lokschuppen.
Zur Feldbahn gehört auch ein Hänger mit Munitionsattrappen (jedenfalls hoff eich, dass es Attrappen sind). 
Die Feldbahnwaggons sind vergittert. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig, dient aber der Sicherheit in den engen Tunneln. 
Zuerst fuhren wir mit dem Museumszug, einem wiederhergestellten Abschnitt der alten Munitionsbahn. Die etwa vier Kilometer lange Schmalspurtrasse wurde gebaut, um die Granaten und Kartuschen für die 38cm-Geschütze von den sechs Munitionsbunkern zu den vier Geschützbatterien zu transportieren.

Nach der Zugfahrt geht's ins Gelände.
Den Bunkern kann man quasi nicht ausweichen.
Bunker mit Meerblick. Auch wenn sie die Natur die Bunker langsam zurückholt, können sie betreten werden.
Ab in den Untergrund.
Die etwa zehnminütige Fahrt über einen Kilometer der Trasse führt erst durch einen Munitionsbunker vom Typ Regelbau S 468 für die Munition der 38cm-Geschütze, dann durch den Geschützbunker der Batterie. Deutsche sind effektiv: Bunker wurden in Fertigbauweise hergestellt. Wie alle Bunker auf dem Museumsgelände sind auch diese frei zugänglich - auf eigene Gefahr. Im Sommer muss man dabei halt auf die Museumsbahn aufpassen ...

Wir kreuzen die Feldbahnstrecke.
Der Geschützstand der 38cm-Batterie Hanstholm I.
Blick auf den Hafen von Hanstholm, dem größten Fischereihafen Dänemarks.
Der Danebrog bietet Orientierung.
Während des Zweiten Weltkrieges war das gesamte Gelände der Bunkeranlage eine karge Dünenlandschaft. Nach der Befreiung begann die dänische Regierung, aufzuforsten, auch, um der Stadt Hanstholm einen Windschutz zu geben. So kann man heute lange durch einen abwechslungsreichen Dünenwald wandern. Mitte Juni, als wir dort waren, roch es zudem wunderbar nach Fliederbeerblüten und Heckenrosen - eine schöne Abwechslung zur bedrückenden Atmosphäre der Bunkeranlage.

Wir haben das Museum wiedergefunden. 
Ein 56cm-Geschütz  (und noch ein paar andere) am Eingang des Museums.
Dieser Beitrag geht zur Urlaubslinkparty und zu Brücken und Wege.

Tipps:
  • Unbedingt einen ganzen Tag für den Besuch des Museums samt Außengelände einplanen (mehr geht natürlich immer).
  • Im Frühjahr, Sommer oder Herbst lohnt es sich, einen Stoffbeutel dabei zu haben, um Fliederbeerblüten, Beeren, Hagebutten oder Pilze zu sammeln. 
  • Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung sind praktisch.
  • Bis in den Herbst hinein gibt es geführte Bunkerwanderungen (auf Dänisch, gelegentlich auch auf Deutsch).
  • Falls Du zwei Tage Zeit in Hanstholm verbringen kannst oder viel Kondition hast: In der Museumscafeteria gibt es ein Faltblatt in deutscher Sprache mit einem Rundgang zu den Überresten der Besatzungszeit in Hanstholm
  • In der Museumscafeteria können nur mitgebrachte Speisen und Getränke verzehrt werden, also nimm Dir Verpflegung mit (im Museum gibt es Eis und Kaltgetränke). Auf dem Gelände gibt es Picknickmöglichkeiten. 
  • Die Fahrt mit der Munitionszugsfeldbahn ist nett, um die Dimension des Geländes zu verdeutlichen, gerade, wenn man nicht laufen kann oder mag. 
  • Falls Du gerne Krimis liest: "Donnergrollen*" von Wimmer Wilkenloh spielt sowohl 1941 in und um Hanstholm als auch heute in Eiderstedt und Klitmøller. Unbedingte Leseempfehlung!
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Montag, 24. Juli 2017

Impressionen aus dem Museumscenter Hanstholm (Dänemark): Im Museumsbunker (Batterie Hanstedt II)

Im Juni-Dänemark-Urlaub klappte es endlich mit dem von mir schon lange geplanten Besuch im Museumscenter Hanstholm. In Hanstholm, den einstigen Dorf Hanstedt, befinden sich die Überreste einer großen Festungsanlage, mit der die deutschen Besatzer die Landung der Alliierten im besetzten Dänemark verhindern wollten.

In der Ausstellung.
Der Weg in den Bunker der Batterie Hanstedt II führt über die Bahnschienen. Die Wände sind nur knapp 2 m hoch.
Zusammen mit der Schwesteranlage "Vara" im norwegischen Christianssand  gehörte die Anlage zum sogenannten Atlantikwall, der sich auf knapp 2.700 km von der Atlantikküste über den Ärmelkanal bis zum Skagerrak erstreckte. Ihre Aufgabe bestand darin, den Schiffsverkehr im Skagerrak zu unterbinden und damit den Zugang in die Ostsee zu versperren. Zwar reichte die Geschützweite nicht aus, um die 120 km große Spanne des Skagerrak zu überbrücken, aber da waren die deutschen Militärs pragmatisch: In die Mitte kamen Minen, fertig.

Einer der Munitionszüge.
Die Festung Hanstholm bestand aus etwa 400 Bunkern, und es ist bis heute kaum möglich, durch den Ort zu gehen, ohne auf welche zu treffen. Wenn sie intakt und zugänglich sind, werden sie weiter genutzt, allerdings zivil. Insgesamt existieren in Dänemark noch 6.000 der einst 7.000 deutschen Bunker.

Einer der Mannschaftsräume.
Alle ehemaligen Bunker auf dem Museumsgelände sind, wie fast alle der noch erhaltenen Bunker, frei zugänglich. Es empfiehlt sich also, eine Taschenlampe mitzunehmen (notfalls kann man auch im Museumsshop welche kaufen). Ich hatte keine Lust, durch dunkle Bunker zu stapfen, das habe ich in einem früheren Leben oft genug gemacht, aber der einst militärische Gatte war schwerst beeindruckt. Ich genoss derweil die Aussicht und hoffte, dass er irgendwann wieder zu Tage kommt (was er immer wieder brav tat).

Puppen sollen auch die Enge der Wohnverhältnisse im Bunker verdeutlichen. Insgesamt waren 112 Männer gleichzeitig im Bunker untergebracht.
Der Rundgang beginnt sinnvollerweise im Dokumentationszentrum über dem Museumsbunker. Die Ausstellung wurde im letzten Jahr neu konzipiert und ist dreisprachig (Dänisch, Englisch, Deutsch). Schwerpunkt liegt auf dem Komplex "Feind und Nachbar", dem Leben der Dänen unter und mit den deutschen Besatzern.

Im Vergleich zur Mannschaftsunterkunft ist die Kommandeursunterkunft gerade zu geräumig.
Gegenüber der Kommandeursunterkunft zeigt ein Wandbild von der Sehnsucht nach diesem "Draußen".
Die Darstellung ist sehr ausgewogen, und man merkt, wie schwierig das Thema für beide Seiten immer noch ist. Schade fand ich, dass der Bereich der Besatzungskinder, also der Kinder dänischer Frauen und deutscher Männer, ausgespart wurde, aber wie gesagt: Das Thema ist noch immer schwierig. Fast hatte ich den Eindruck, mehr über die Schicksale der deutschen Soldaten als der dänischen Zivilbevölkerung erfahren zu haben.

Die sanitären Anlagen in den Mannschaftsunterkünften.
Im Komplex "Die Kriegsmaschinerie" beeindruckte mich vor allem die Biographie eines jungen Hamburgers, der in der Festungsanlage hingerichtet wurde, nachdem sein Vorhaben, im Heimaturlaub mit seiner Verlobten in die Schweiz zu fliehen, also zu desertieren, scheiterte. Aber natürlich gibt es auch einiges an Waffen zu sehen.

Die sanitären Anlagen in den Mannschaftsunterkünften.
Beeindruckend und zugleich bedrückend ist der Rundgang durch den 3000m² großen Museumsbunker, der ehemaligen Batterie Hanstedt II. Der Großteil der einstigen Munitionsräume, der Kesselbettung sowie der Mannschafts- und Technikabteilung ist zugänglich und restauriert. Entweder sind die Räume mit Originalmobiliar ausgestattet oder werden als Ausstellungsräume genutzt. Es gibt auch eine Ausstellung zum Film "Die Olsen-Bande fährt nach Jütland", der auch in einigen ehemaligen Bunkern gedreht wurde,

Im Maschinenraum. Mannschaftsräume und technischer Bereich verfügten über eigene Strom. und Wasserversorgung.
Nach der langen Zeit unter der Erde war ich froh, wieder ans Tageslicht zu kommen. Ein paar Impressionen vom Außengelände des Museumscenters (die ehemalige Batterie Hanstedt I) zeige ich Dir morgen.

Sockel des 38cm-Geschützes der Batterie Hanstedt II.
Dieser Beitrag geht zur Urlaubslinkparty und zu den Montagsfreuden.

Tipps:
  • Unbedingt einen ganzen Tag für den Besuch des Museums samt Außengelände einplanen (mehr geht natürlich immer).
  • Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung sind praktisch.
  • Bis in den Herbst hinein gibt es geführte Bunkerwanderungen (auf Dänisch, gelegentlich auch auf Deutsch).
  • Falls Du zwei Tage Zeit in Hanstholm verbringen kannst oder viel Kondition hast: In der Museumscafeteria gibt es ein Faltblatt in deutscher Sprache mit einem Rundgang zu den Überresten der Besatzungszeit in Hanstholm
  • In der Museumscafeteria können nur mitgebrachte Speisen und Getränke verzehrt werden, also nimm Dir Verpflegung mit (im Museum gibt es Eis und Kaltgetränke). Auf dem Gelände gibt es Picknickmöglichkeiten. 
  • Die Fahrt mit der Munitionszugsfeldbahn ist nett, um die Dimension des Geländes zu verdeutlichen, gerade, wenn man nicht laufen kann oder mag. 
  • Falls Du gerne Krimis liest: "Donnergrollen*" von Wimmer Wilkenloh spielt sowohl 1941 in und um Hanstholm als auch heute in Eiderstedt und Klitmøller. Unbedingte Leseempfehlung!
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Montag, 19. Juni 2017

#12von12 im Juni 2017

Dieses Jahr machten wir in den ersten beiden Juniwochen Urlaub. Das ist nicht unsere übliche Urlaubszeit, aber es ergab sich so. So verbrachten wir also den 12. des Monats in Thy, nördlich des Limfjords. Hier sind 12 Impressionen für das monatliche Blog-Event bei Caro von Draußen nur Kännchen.

#1: Zum Wachwerden ein paar Runden schwimmen. 
#2: Frühstücken.
#3: Ausfahrt. Zum ersten Mal darf unser Hoptimist* mit dabei sein. 
#4: Ab ins Museum.
#5: Nach dem Museumsbesuch erstmal 'n büschen die Füße vertreten.
#6: Mit der historischen Munitionsbahn durch Bunker fahren.
#7: Nach dem Museumsbesuch noch schnell etwas für Tee und Abendessen einkaufen.
#8: Zum ersten (und einzigen Mal) gibt's in diesem Urlaub jordbærtærte med creme. Im Urlaubsort gab's keinen Bäcker, und beim købmand waren wir meistens erst abends, wenn das frische Backwerk schon aus war.
#9: Postkarten schreiben.
#10: Ins Kaminfeuer gucken. Eigentlich dachte ich, Anfang Juni bräuchten wir kein Haus mit Kamin, aber es war eine gute Entscheidung, eines zu buchen, das einen hat.
#11: Stricken und fernsehen. Eigentlich wollte ich wie Anikó die Anime auf arte gucken, aber den Sender konnten wir nicht empfangen.
#12: Vor dem Einschlafen noch etwas lesen. In "Alpenkasper*" komme ich nur schwer rein, also lese ich den Spiegel der Vorwoche.
Das war also der 12. Juni. Ist es nicht unglaublich, dass das halbe Jahr schon wieder rum ist?!

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