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Sonntag, 1. Juni 2025

Ausgelesen: Bücher im Mai 2025

Lesen im vollen Zug ...
In den Mai ging ich mit "Amsel, Drossel, tot und starr*" von Mona Nikolay*. Dafür, dass mir die Reihe ursprünglich nicht gefiel, fand ich sie nun ganz okay. 

Das Jugendbuch "28 Tage lang*" von David Safier* war eine Entdeckung! Die sechzehnjährige Mira schmuggelt Lebensmittel, um im Warschauer Ghetto zu überleben. Als sie erfährt, dass die gesamte Ghettobevölkerung umgebracht werden soll, schließt sich Mira dem Widerstand an. Der kann der übermächtigen SS länger trotzen als vermutet. Viel länger. 28 Tage lang. 

Das Buch ist unwahrscheinlich intensiv. Lese-Empfehlung!

Entspannter war da "Haus der Geister*" von Frank Goldammer*, den ich auch gerne lese. Die bislang zweibändige Reihe um den Kriminalrat Gustav Heller spielt Ende des 19. Jahrhunderts in Dresden. Im heißen August 1881 werden der Kriminalrat und sein Assistent Schrumm in die alte Villa von Adele Blumfeld gerufen, um den plötzlichen Tod eines Teilnehmers der gerade stattgefundenen Séance aufzuklären. Im Gegensatz zu Schrumm glaubt Heller keine Sekunde an Geister oder die übersinnlichen Kräfte der exzentrischen Gastgeberin. Doch das morbide Haus und vor allem Hermina, das stumme und seit einem Unfall schwer entstellte Dienstmädchen, scheinen ein Geheimnis zu hüten, dem Heller auf den Grund gehen will. Und was hat es mit dem "roten Verlies" auf sich, von dem immer die Rede ist? Als es zu weiteren mysteriösen Todesfällen in der Villa kommt, nimmt Heller selbst an einer Séance teil und tappt beinahe in eine tödliche Falle.

Schade fand ich, dass das Buch teilweise schlampig redigiert ist. So ist beim ersten Mord nicht von einem "roten Verlies" die Rede, sondern von einem "roten Vlies".

"Judasbrut*" von Sabine Fink* fand ich ein wenig anstrengend. Der Krimi spielt in Franken. Gerade erst aus dem Urlaub zurück, wird Kommissarin Maria Ammon mit einer Reihe von Fällen konfrontiert: Ein ertrunkener Obdachloser, der Mordanschlag auf einen gefeierten Biochemiker – und der Fall von Marias bester Freundin Nina, die von einer verstörenden Begegnung mit einem Fremden erzählt. Kurz darauf ist Nina spurlos verschwunden. Nichts davon scheint einen Zusammenhang zu haben, doch überall stößt die Kommissarin auf ungelöste Fragen, die sie tiefer und tiefer in einen Sumpf des Verbrechens führen. Als eine weitere Leiche gefunden wird und sich der Verdacht erhärtet, dass Nina entführt wurde, weiß Maria, dass sie handeln muss. Wie viele Leben stehen wirklich auf dem Spiel?

"Funkenflieger*" von Rita Falk* wiederum ist ein unwahrscheinlich intensives Buch, dass ich nach dem Auslesen am Liebsten gleich wieder von vorne gelesen hätte! Elvira war viel zu jung, um selbst Kinder zu haben – und ihre Söhne Kevin, Robin und Marvin haben es nicht gerade leicht mit ihr. Als eines Tages herauskommt, dass Kevin seine große Liebe Aicha geschwängert hat, noch bevor beide ihren Schulabschluss in der Tasche haben, kommt es beinahe zur Katastrophe. Denn Aichas Eltern setzen alles daran, dass das Kind nicht zur Welt kommt. Was tun? Marvin hat einen irrwitzigen Plan. Und für einige Wochen wird ihrer aller Leben kräftig durcheinandergewirbelt.

Bücher mit Cliffhanger mag ich gar nicht, und so hätte ich "Die Totenärztin - Wiener Blut*" von René Anour* vermutlich gar nicht erst angefangen, hätte ich gewusst, dass es ein mehrteiliger Krimi ist. Zum Glück war der zweite Band, "Die Totenärztin - Goldene Rache*" schnell in der Onleihe verfügbar. Insgesamt besteht die Reihe um die junge Ärztin Fanny Goldmann aus vier Bändern, aber die ersten beiden langten mir vorerst. Ort der Handlung ist das Wien des beginnenden 20. Jahrhunderts. Als ein toter Obdachloser in der Gerichtsmedizin eingeliefert wird, schenkt niemand ihm einen zweiten Blick – niemand außer Fanny Goldmann. Ihr fallen Ungereimtheiten auf, aber keiner ihrer männlichen Kollegen will auf sie hören. Daher obduziert sie die Leiche nachts heimlich. Eine gefährliche Entscheidung, denn plötzlich findet sie sich mitten in einer tödlichen Verschwörung rund um einen charismatischen Dieb und Kaiserin Sissis verschwundene Diamantsterne wieder. Ihre Ermittlung führt Fanny von den mondänen Salons und prunkvollen Palais der Oberschicht bis in die schäbigen Spelunken und Bordelle der Wiener Unterwelt. Im zweiten Band steht dann das Gemälde "Der Kuss" von Gustav Klimt im Mittelpunkt.

Ich fand die Handlung gelegentlich sehr verworren und langatmig. Normalerweise hätte ich nach dem ersten Band nicht weitergelesen. Mal gucken, ich irgendwann die beiden anderen Bände lese. Momentan ist mir nicht danach.

Die Vielseitigkeit von Frank Goldammer* ist beeindruckend. "Großes Sommertheater*" ist eine spannende Familiengeschichte, ein Urlaubsroman. Der alte, kranke und steinreiche Patriarch Joseph lädt die gesamte Familie in seine Villa an der Ostsee ein. Die Sonne brennt – doch die dicke Luft ist nicht nur der Hitze geschuldet. Josephs Söhne sind seit Jahren zerstritten, die Aussicht auf das Erbe lässt sie aber mit Kind und Kegel anreisen. Da trifft der biedere CDU-Mann Erwin aus Berlin auf den halbseidenen Harald aus Dresden. Uwe, das schwarze Schaf der Familie, hat – unfassbar! – eine attraktive Frau dabei. Die Gästeliste birgt also reichlich Zündstoff, die Stimmung kocht, die Ereignisse spitzen sich zu. Bis es, im wahrsten Sinne des Wortes, knallt.

Durch einen Zeitungsartikel über den tragischen Tod von Alexandra Fröhlich* wurde ich auf die Autorin aufmerksam und las "Gestorben wird immer*", der einzige Titel, der in der Onleihe verfügbar war. Es war bestimmt nicht das letzte Buch, das ich von Fröhlich las. Zum Inhalt: Der Tod war Agnes’ Geschäft. Über Jahrzehnte hinweg führte sie den Steinmetzbetrieb Weisgut & Söhne in Hamburg und lenkte gebieterisch die Geschicke der Familie. Mit 91 Jahren nun hat Agnes von allem und jedem genug, sie will reinen Tisch machen und endlich das Geheimnis lüften, das sie viel zu lange schon mit sich herumträgt. Da ihre Tochter das Weite gesucht hat, beauftragt sie ihre Enkelin Birte, die Einzige, die aus demselben harten Holz geschnitzt ist wie sie, den ganzen Clan zusammenzutrommeln – kein einfaches Unterfangen, denn alle sind sich spinnefeind. Es ist Zeit für die Wahrheit.

Ebenfalls durch einen Zeitungsartikel wurde ich auf Ben Westphal* aufmerksam, einem Hamburger Drogenfahnder, der unter diesem Pseudonym Krimis schreibt. "Elbe Hafen Bulle*" ist der erste Band um den pensionierten Polizisten Gerd Sehling - mir kam es so vor, als stiege ich mitten in der dreibändigen Reihe ein. Wer die Reihe liest, muss ein Faible für langatmige Dialoge und detaillierte Schilderungen von Verfolgungsjagden haben. 

Die Reihe von Angela Lautenschläger* um die Nachlasspflegerin Friederike Sander und Kommissar Nicolas Sander lese ich ganz gerne, aber "Geheime Rache*" hat irgendwie Lücken in der Handlung und einige Logikfehler, die mich in die Auslegeware beißen ließen.

Mit "Umlaufbahnen*" von Samantha Harvey* gehe ich in den Juni.

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Mittwoch, 2. April 2025

Ausgelesen: Bücher im März 2025

Das Kuschel-Rudel liest.
Wie im Januar und Februar verbrachte ich auch im März wieder viel Zeit in Arztpraxen und Krankenhäusern. Das heißt, viel Zeit zum Lesen. 

Zuerst las ich mich durch "Die drei ???*". Wenn man so viele Bände nacheinander liest, ist das ja schon ein ziemlich merkwürdiges Universum, in dem Mädchen und Frauen nicht gleichberechtigt sind, meistens nur nerven und im Wege sind, außer, sie sorgen für Nahrung. Ich las "... und der Karpatenhund*", "... und der Tornadojäger*", "... und die schwarze Katze*", "Höhenangst*", den Dreifachband "Feuermond*", "Das Erbe des Meisterdiebs*", "Die falschen Detektive*" sowie "... und der schrullige Millionär*". Mit "Die drei ??? und die Geisterfrau*" erwischte ich zum ersten Mal einen Titel, die ich auf dem Kindle nicht öffnen konnte. Solche Zickereien kenne ich ja sonst nur vom tolino.

Auch der zwölfte Band der "Tannentaler Tanten*" von Hanni Faller* war die die anderen elf schlampig redigiert. So geht Emma im "Fastnachtsgemetzel*" um halb drei aus dem Haus, um um kurz vor zwei Uhr ihre Freunde zu treffen. Vermutlich lief sie die ganze Zeit über rückwärts oder war fast zwölf Stunden unterwegs.

Die Krimis von Anna Johannsen* lese ich ganz gerne. "Die Vermisste von Holnis*" ist bereits der elfte Band um die Inselkommissarin Lena Lorenzen*. Auch die Enna-Andersen-Reihe* ging mit dem Band "Enna Andersen und die dunklen Tage*" weiter, genau wie die Reihe um Hanna Will und Jan de Bruyn* mit dem dritten Band "Vor der Stille*".

Über dieses Internetz wurde ich auf das Buch "Frau Yeoms kleiner Laden der großen Hoffnungen*" von Kim Ho-Yeon* aufmerksam. Das Buch ist absolut zauberhaft! Lese-Empfehlung! Es dürfte zudem der erste Roman aus Südkorea gewesen sein, den ich gelesen habe - eine völlig neue Welt, sozusagen.

Zur Handlung: In einer schmalen Gasse eines alten Stadtteils von Seoul befindet sich Frau Yeoms kleiner Gemischtwarenladen. Täglich kreuzen sich hier die Wege ganz unterschiedlicher Menschen. Der obdachlose Dok-go versucht sein Leben neu zu ordnen und fängt als Nachtschichtarbeiter in dem Laden an. Schnell merkt er, dass er nicht der Einzige ist, den Sorgen und Nöte umtreiben. Frau Yeom und Frau Oh hadern mit dem Verhältnis zu ihren erwachsenen Söhnen, In-gyeong ist unglücklich in ihrem Beruf als Schauspielerin, und Gyeong-man steht immer wieder sein hitziges Temperament im Weg. Doch durch Dok-go schöpfen sie alle neue Kraft und lenken ihre Leben in überraschende und hoffnungsvolle Bahnen.

Mit "Wenn es Nacht wird in Frau Yeoms kleinem Laden*" gibt es seit diesem Monat eine Fortsetzung.

Durch den Eklat beim Deutschen Buchpreis im letzten Jahr wurde ich auf den Roman "Hey guten Morgen, wie geht es dir?*" von Martina Hefter* aufmerksam. Auch dieses Buch ist absolut zauberhaft und bekommt eine Lese-Empfehlung! Im übrigen scheine ich einen Hang zu Büchern zu haben, bei denen pflegende Frauen im Mittelpunkt stehen ... 

Zum Inhalt: Tagsüber hilft Juno ihrem schwerkranken Mann Jupiter dabei, seinen Alltag zu meistern. Außerdem ist sie Künstlerin, tanzt und spielt Theater. Und nachts, wenn sie wieder einmal nicht schlafen kann, chattet sie mit Love-Scammern im Internet. Juno schreibt online mit Männern, die Frauen online ihre Liebe gestehen und so versuchen, sie um ihr Geld zu bringen. Doch statt darauf hereinzufallen, werden genau diese Männer zu einer Form von Freiheit für Juno. In den Gesprächen kann sie sein, wer sie will, und sagen, was sie will – und das vermeintlich ohne Konsequenzen. Ganz im Gegensatz zu ihrem sonstigen Leben, in dem sie immer unterwegs, immer besorgt um Jupiter, immer beschäftigt und eingebunden ist. Also flüchtet Juno ab und zu vor ihrem Alltag ins Internet und spielt dort Spielchen mit Männern, die sie anlügen. Sie selbst wird zur Lügnerin. Aber ist es nicht so, dass man sich beim Lügen zuallererst selbst belügt? Eines Tages trifft Juno auf Benu, der ihre Behauptungen ebenso durchschaut wie sie seine. Und trotz der Entfernung zwischen ihnen entsteht eine Verbindung.

Auch wenn sie gelegentlich ein wenig altbacken daher kommt (Bayern halt), lese ich die Reihe um die Dorfkommissarin Mary* von Marion Stadler* recht gerne. Mit "Mordstamtam*" erschien inzwischen schon der zehnte Band. 

Ein wenig altbacken und im Alt-Herren-Duktus sind auch die Krimis von Ole Hansen*. Mit "Arne Claasen und die vergessenen Toten*" beginnt eine neue, bislang dreibändige Reihe* um einen ehemaligen BND-Agenten, der in Hamburg eine Cold-Case-Unit aufbaut und nebenbei Islamisten zur Strecke bringt. 

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Samstag, 1. März 2025

Ausgelesen: Bücher im Februar 2025

Das Rudel liest.
Wie im Januar
 verbrachte ich auch im Februar viel Zeit in Krankenhäusern und Arztpraxen. So galt weiterhin: Alle Bände der Drei Fragezeichen sind prima Krankenhaus- und Wartezimmerlektüre. Arzttermine dauern beim Gatten gerne mal mehrere Stunden, und so schaffe ich da oft spielend zwei Bücher.

Die Frau Helbing-Reihe* von Eberhard Michaely* lese ich ausgesprochen gerne und mit großem Vergnügen. Ich freue mich auf jeden neuen Band. "Frau Helbing und die tödlichen Weihnachtsplätzchen*" wollte ich eigentlich während des Weihnachtsurlaubs beim München-Bummel kaufen und lesen, aber als Ketten-Buchhandlung hat Hugendubel kleine Verlage nicht im Sortiment. Das Buch war dort noch nicht mal als bestellbar gelistet! Unsere hiesige Buchhandlung ist da zum Glück besser aufgestellt.   

Im aktuellen sechsten Band erhält Frau Helbing Weihnachten überraschend besuch von ihrem in den USA lebenden Schwager Walter und seiner Familie. Er will ein Fest wie in Kindertagen feiern. Und am 25. Dezember wird Frau Helbing dann vor einem erlesenen Hamburger Publikum auf der Bühne stehen! Heide hat sie überredet, eine Rolle in dem Schwank Tratsch im Treppenhaus zu übernehmen, der zu Ehren ihres alten Freundes Dr. Rheder an seinem Geburtstag im St. Pauli Theater aufgeführt werden soll. Als der Jubilar, der selbstredend die Hauptrolle spielen will, zum ersten Mal an den Proben teilnimmt, ist für den ambitionierten Regisseur Alexander Krey der Schock groß: Nach einem Schlaganfall hat der vermeintliche Bühnenstar Mühe zu sprechen. Kurz darauf wird Krey tot in seiner Garderobe gefunden – er hat ein mit Zyankali vergiftetes Weihnachtsplätzchen gegessen. Da auch Frau Helbing Kekse gebacken hat, zählt sie zum Kreis der Verdächtigen. Ein Grund mehr für die Hobbydetektivin, den wahren Mörder zu finden.

Solide Koste wie die anderen Bände, wenngleich ich finde, Walters Besuch war überflüssig, irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes. 

"Mordshexerei*" ist der neunte Band rund um die ehemalige Dorfkommissarin Mary von Marion Stadler*. Mary ist inzwischen Privatdetektiv. Seitdem das Dorf mit "Pandora" eine neue Einwohnerin hat, passieren seltsame Dinge: Auf dem Friedhof werden einige Gräber verwüstet, nachts geheimnisvolle Feuer im Wald entdeckt und über der Kirchentür rätselhafte Graffiti hingeschmiert. Sofort fällt der Verdacht auf Pandora, aber sie wird nach einer aufregenden Geisterbeschwörung tot in einem sagenumwobenen Tümpel entdeckt. Nicht nur die beiden Kommissare aus der Polizeiinspektion im nahegelegenen Kelheim beginnen zu ermitteln, sondern auch Mary. 

Spannend und solide wie die Bände davor auch.

Bei der "Miss Merkel*"-Reihe von David Safier* freue ich mich auch immer schon auf den nächsten Band. Den aktuellen vierten schenkte mir der Gatte zu Weihnachten, aber ich kam erst jetzt dazu, ihn zu lesen. Wie der Titel "Mord in der Therapie*" schon sagt, geht Merkel in Therapie. Prompt wird der Therapeut ermordet. Merkel bekommt dadurch gleich viel bessere Laune, endlich kann sie wieder ermitteln. Verdächtig sind die Mitglieder der Gruppe: Ein Wutbürger, eine Katzenfrau, eine Viren-Phobikerin, eine Klima-Aktivistin und ein Mann, dem es buchstäblich die Sprache verschlagen hat. Allerdings fällt der Verdacht der anderen erst einmal auf Merkel selbst, schließlich starb der Therapeut gleich nach ihrer ersten gemeinsamen Sitzung.

Wieder ganz großes Lese-Vergnügen!

Das genaue Gegenteil war dann wieder die Holly Holmes-Reihe* von K.E. O'Connor*. Auch der siebte Band, "Mord und Zitronenkuchen*", bleibt schlampig redigiert, und was eigentlich die Übersetzerin beruflich macht, wüsste ich immer noch gerne.  

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Samstag, 1. Februar 2025

Ausgelesen: Bücher im Januar 2025

Das Rudel liest.
Diesen Monat setzte ich konsequent auf seichte, kurze Bücher, die ich mit Unterbrechungen und ohne viel Konzentration lesen kann, denn es war absehbar, dass ich viel Zeit in Warte- oder Krankenzimmern und auf Krankenhausfluren verbringen würde. Leider wurde es dann doch sehr viel mehr Krankenhaus- und Wartezimmerzeit als geplant. 

Mit "Die vergessenen Kinder*" von Emily Gunnis* ging ich in den Januar. Der Original-Titel des Romas ist übrigens "The Girls Left Behind*", und mir ist unverständlich, warum in der deutschen Übersetzung aus "Girls" "Kinder" wurde. Im Mittelpunkt stehen ausschließlich Mädchen und Frauen. 

Die Pech-und-Schwäfel-Reihe* vom Autorenkollektiv Robin Fuchs* ist nett zu lesen, aber schlampig korrigiert und schnell zusammengeschustert. Daran ändern auch die Bände sieben bis neun, "Tot im Gewächshaus*", "Tot im Meditationsstudio*" und "Tot am Buffet*" nichts. So wird "Maike" mal mit a, mal mit e geschrieben, heißt es "Pallets" statt "Pellets" ... 

Die folgenden beiden Serien "Die Tannentaler Tanten und ...*" sowie "Holly Holmes*" fallen in die gleiche Kategorie. Schreibfehler wie "Kecks" statt "Keks" würde zumindest die Autokorrektur merken, wenn frau sie denn einsetzen würde. Und bei grammatikalisch falschen Sätzen wie "Hat man Ihnen nicht angerufen?" rollen sich mir die Fußnägel ein. Aus einem Becher mit "dampfendem Kaffee" wird schon mal eine Tasse Tee. Bei der Holly-Holmes-Übersetzerin frage ich mich ja schon seit Band eins, was sie beruflich eigentlich macht. Dazu kommen durcheinandergewürfelte Personen, Orte und Uhrzeiten. Und gäbe es irgendein Korrektorat, Lektorat oder Redigat, würden Fehler "Meine Samen" statt "Meine Damen" auch  auffallen. 

Bei den "Die Tannentaler Tanten und ...*" von Hanni Faller* las ich die Bände acht bis elf, "Die Tannentaler Tanten und die Sache mit dem Stauseemassaker*", "Die Tannentaler Tanten und die Sache mit dem Frauenfänger*", "Die Tannentaler Tanten und die Sache mit dem Mördermeister*" sowie "Die Tannentaler Tanten und die Sache mit dem Sylvesterschlächter*" Die Schreibweise "Sylvester" ist übrigens ein Scherz der Autorin, mit dem sie sich über Rechtschreibfehler anderer lustig macht. Sie selbst schafft aber wieder jede Menge wie "sähen" statt säen" usw. 

Aus der Holly Holmes-Reihe* von K.E. O'Connor* las ich die Bände fünf und sechs, "Mord und Blaubeerkuchen*" und  "Mord und Kaffeekuchen*".

Alle Bände der Drei Fragezeichen sind prima Krankenhaus- und Wartezimmerlektüre. Arzttermine dauern beim Gatten gerne mal mehrere Stunden, und so schaffe ich da oft spielend zwei Bücher. In diesem Monat las ich "Insel des Vergessens*", "Die drei ??? und die Gesetzlosen*", "Die drei ??? und der Kristallschädel*", "Die drei ??? und die Zeitreisende*", "Die drei ??? und die schweigende Grotte*", "Nacht in Angst*", "Die Rache des Untoten*", "Schaurige Weihnacht*", "Die drei ??? und der verschwundene Filmstar*", "Die drei ??? und der dreiTag*" und "Schrecken aus der Tiefe*".

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Sonntag, 10. April 2022

Ausgelesen: Bücher im März 2022

Frühstücken und lesen.
Momentan bin ich irgendwie fernsehmüde, mag nicht sofasitzen und stricken, was insofern doof ist, da ich einige #IKnitForUkraine-Projekte habe, aber nun ja. Jedenfalls komme ich so gut zum Lesen.

Durch einen TV-Bericht wurde ich auf die Frau-Helbing-Reihe* um eine Schlachterwitwe im Hamburger Grindelviertel von Eberhard Michaely aufmerksam und lieh "Frau Helbing und der tote Fagottist*" aus. Frau Helbing glaubt nicht, dass ihr freundlicher Nachbar, der namhafte Fagottist Henning von Pohl, einen allergischer Schock durch drei Wespenstiche erlitt, sondern geht von einem Verbrechen aus, liest sie in ihrer Freizeit doch am liebsten Kriminalromane. Leider hält nicht nur ihre exzentrische Freundin Heide ihren Verdacht für ein Hirngespinst, sondern auch die hochnäsige Kriminalkommissarin Schneider. Nur der Schneider Herr Aydin hat ein offenes Ohr für Frau Helbing und ermutigt sie, ihrem Instinkt zu folgen. 

Die Figuren sind ausgesprochen liebevoll gestaltet, das Lokalkolorit stimmt, so dass ich mir gleich den zweiten Band, "Frau Helbing und der verschollene Kapitän*", auslieh. Als Frau Helbing ihre demenziell erkrankte Nachbarin Frau Paulsen im Pflegeheim besucht, begegnet sie dort zufällig einem alten Angelfreund ihres verstorbenen Mannes. Früher ist Fiete Jacobsen von Hamburg aus als Kapitän um die halbe Welt gefahren. Dem bringe ich mal eine Portion Labskaus vorbei, sagt sich die pensionierte Fleischereifachverkäuferin. Allerdings eröffnet ihr Fietes Betreuerin Frau Fischer unter geheimnisvollen Andeutungen, Herr Jacobsen werde bald umziehen. Und dann passiert es: Gerade als Frau Helbing das Heim verlässt, stürzt Frau Fischer aus einem Fenster im dritten Stock. Sterbend haucht sie noch ein letztes rätselhaftes Wort. Die passionierte Krimileserin Frau Helbing weiß sofort: Hier liegt ein Verbrechen vor. Als dann auch noch Fiete spurlos verschwindet, steckt Frau Helbing, sehr zum Unmut der Hamburger Polizei, mitten in ihrer zweiten Mordermittlung.

Meine Buchhalter sind zwei
Dackel-Messerbänkchen.
Auch hier stimmte wieder alles, so dass ich beide Bücher bestellte, um sie Mudderns zu Ostern zu schenken, denn ich kann mir vorstellen, dass ihr die Reihe auch gefällt. Den dritten Band, "Frau Helbing und die schwarze Witwe*", bestellte ich gleich mit. Den bekommt sie, wenn ich ihn ausgelesen habe.

Mit "Die Zukunft der besonderen Kinder*" endet die sechsbändige Fantasy-Reihe über Jacob Portman, die besonderen Kinder und die Ymbrynen, die sie beschützen, geschrieben von Ransom Riggs*. Ich hatte nach so viel Hamburg-Kolorit bei "Frau Helbing" Probleme, in die Handlung zu finden, aber dann legte ich das Buch kaum noch aus der Hand. 

Im letzten Band der Reihe findet sich Jacob im Haus seines Großvaters Abe in Florida wieder, dort, wo alles begann. Bei ihm ist seine Freundin Noor. Jacob weiß zwar weder, wie sie dort hingelangt sein können, noch, weshalb sie überhaupt noch leben. Aber eines weiß er mit tödlicher Sicherheit: Caul ist aus der Bibliothek der Seelen zurückgekehrt. Jetzt bleibt den besonderen Kindern nur noch eine letzte Hoffnung: Noor zum Treffpunkt der sieben Prophezeiten zu bringen. Falls sie die Hinweise auf dessen geheime Lage entschlüsseln können …

Schade, dass die Reihe zu Ende ist, aber im September erscheint ein weiterer Band aus dem Universum der besonderen Kinder. 

Ich habe immer Mitleser.
Von Florida aus ging's ins Alte Land. Mudderns erzählte von der Reihe um die Polizeireporterin Gesa Jansen von Hanna Paulsen, und auch mir gefielen die beiden Bände "Der tote Journalist*" und "Feuer im Alten Land*". Die beiden Fälle waren spannend, und es machte Spaß, zu verfolgen, wie sich die Beziehung zwischen Gesa und ihrem Kollegen Björn langsam entwickelt. Ich hoffe auf eine Fortsetzung.

Mit "Die Frau aus der Nordsee*" las ich den aktuellen Band aus der Reihe um die Inselkommissarin Lena Lorenzen von Anna Johannsen*. Diesmal geht es um Maren Witte, eine junge Frau, deren Leiche aus der Nordsee geborgen wird. Zwei Wochen vor ihrem Tod hat sie heimlich entbunden und das Kind in einer Babyklappe abgegeben. Lena Lorenzen übernimmt den Fall und ermittelt auf Pellworm, der Insel, auf der Maren aufgewachsen ist. Die Eltern des Opfers sind bestürzt über den Verlust, doch schnell wird klar, dass der Kontakt mit der Tochter seit längerer Zeit auf ein Minimum reduziert war. Auch sonst werfen die Ermittlungen einige Fragen auf: Wie konnte die junge Frau sich ein teuer eingerichtetes Appartement in Kiel leisten, obwohl sie keiner regulären Beschäftigung nachging? Und wer ist der Vater des Neugeborenen? 

Der achte Band ist genau so solide wie die Vorgänger, und ich freue mich auf den neunten Band "Der Mann in den Dünen*", der im Juni erscheint.

Nach so viel Spannung brauchte ich einen Schmachtfetzen, und da ist "Mehr als die Finsternis*", der zweite Band der Gut Mohlenberg-Reihe von Melanie Metzenthin* gerade richtig. Nachdem ich mit "Verstummte Liebe*" nicht so richtig warm wurde, passte hier wieder alles. Die Handlung spielt 1923. Die Wirtschaftskrise hat Deutschland fest im Griff. Friederike von Aalen ist froh um jeden Patienten auf Gut Mohlenberg, der die Behandlung in ihrer Einrichtung für psychisch Kranke noch bezahlen kann.

Neupatientin ist die aufmüpfige Luise. Die Eltern der 17jährigen möchten sie vor allem weitab vom kriminellen Einfluss ihrer Freunde wissen. Unerwartet trifft eine weitere junge Frau ein: eine traumatisierte Schwangere, die hartnäckig schweigt. Gelingt es Friederike, hinter ihr Geheimnis zu kommen, um ihr zu helfen? Schließlich bringt die Unbekannte ein dunkelhäutiges Kind zur Welt. Ein Skandal im Lüneburg der 1920er-Jahre.

Ich bin gespannt auf eine Fortsetzung.

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Montag, 7. März 2022

Ausgelesen: Bücher im Februar 2022

Ich habe hier immer stille Mitleser.
Ich bin froh, dass ich bei "Westwall*" von Benedikt Gollhardt am Ball blieb, obwohl mir weder TV-Serie noch Hörbuch zusagten, denn das Buch war wirklich spannend - und hat sogar so was wie ein Happy End. 

Seitdem ich überwiegend zu Hause bin, höre ich öfter den "Büchermarkt" im DLF, wodurch ich auf "Therese - Das Mädchen, das mit Krokodilen spielte*" von Hermann Schulz aufmerksam wurde. Absolute Lese-Empfehlung! Es ist ein historischer Roman für Jugendliche ab 12 Jahren, der sich auch von Erwachsenen sehr gut lesen lässt. Im Mittelpunkt steht Therese, 1900 in Wuppertal geboren und Tochter zweier Togoer, die auf Völkerschauen und Kolonialausstellungen auftreten, wie sie damals zum Beipsiel in Hagenbecks Tierpark stattfanden. Um dem Säugling die strapaziösen Reisen zu ersparen, aber vor allem auch, weil so kleine Kinder nicht mitgenommen werden durften, vertraut der Vater ihn Pflegeeltern an, dem Ehepaar Hufnagel, das dem Mädchen ein liebevolles Zuhause gibt.

Das Buch kehrt in die 
Bücherhalle zurück.
Erst spät erfährt Therese, dass die Togotruppe nach Russland weitergezogen ist, wo sich im Zuge des Ersten Weltkriegs und der Russischen Revolution ihre Spur verliert. Als sich die politische Lage in den 30er Jahre zuspitzt, verlässt Therese ihre deutsche Heimat und reist in das ihr unbekannte Togo, die Heimat ihrer Eltern. Dort trifft Hermann Schulz in den 1990er Jahren auf die echte Therese, hält ihre Biographie fest und schreibt den auf ihrer Biographie basierenden Roman.

Durch Zufall entdeckte ich die Jeremias-Voss-Reihe von Ole Hansen* und las alle zehn Bände um den Hamburger Privatermittler durch. Der ehemalige GSG-9-Polizist hat eine Agentur am Mittelweg, einen ungewöhnlichen Hund, eine patente Sekretärin, eine schlagfertige Rentnergang zur Unterstützung, in jedem Band mindestens eine Affäre und ist selbstverständlich der beste Ermittler der Stadt.

Die Protagonisten sind sympathisch, ich mag, dass die Rentnergang, bestehend aus ehemaligen Schauermännern und Barkassenführern, Platt snackt, aber mich störten einige Flusigkeiten, die beim Korrekturlesen oder beim simplen Durchlaufenlassen eines Korrekturprogrammes hätten auffallen müssen. So ist im zweiten Band, "Jeremias Voss und der tote Hengst*" und im zehnten Band, "Jeremias Voss und der Tote im Fleet*" vom Olsdorfer Friedhof die Rede - da sträubt sich sogar meine Autokorrektur. 

In Band 4, "Jeremias Voss und die unschuldige Hure*", ist vom Stadtteil Stelling statt Stellingen die Rede - auch da sträubt sich die Autokorrektur. Meine Güte, so was muss doch auffallen. In Band 7, "Jeremias Voss und der Mörder im Schatten*", schließlich wird die  Thadenstraße zur  Thaderstraße, werden zwei der Hauptfiguren, Maria und Merle, verwechselt.

Von solchen Kleinigkeiten abgesehen, ist die Serie ein netter Zeitvertreib. Charmant ist der Übergang im zehnten Band zur nächsten Reihe um Voss' Nachfolger, den ehemaligen Pathologen Marten Hendriksen*

Da ich parallel auf Kindle und Tolino las, merkte ich wieder mal, wie angenehm doch das Lesen auf dem Kindle ist. Der Tolino ist weiterhin zickig, schaltet sich mitten im Lesen ab oder braucht einen Neustart, die Seiten lassen sich nicht umblättern oder das Gerät springt beim Umblättern ein paar Kapitel zurück ... Doof das. Aber mit dem Tolino kann ich die Onleihe nutzen, ein unschlagbarer Vorteil.

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Donnerstag, 1. Juli 2021

Ausgelesen: Bücher im Juni 2021

Im Juni las ich relativ wenig. Zum einen gab's harte Kost, also nicht nur Krimis, zum anderen habe ich gerade ein Zeitschriftenabo, und das Magazin reichte mir oft als Lektüre. 

In den Monat ging ich mit "Die Bücherdiebin*" von Markus Zusak - ein unwahrscheinlich bewegendes Buch, das mit bei Twitter empfohlen wurde. Im Mittelpunkt steht Liesel Meminger , die 1939 zu den Pflegeeltern Hans und Rosa Hubermann in die Himmelstraße in Molching bei München kommt.  Das Paar, das zwei erwachsene Kinder hat, bekommt dafür eine bescheidene Beihilfe, die ihnen die ersten Kriegsjahre kaum erträglicher macht. Für Liesel jedoch bricht eine Zeit voller Hoffnung, voll schieren Glücks an – in dem Augenblick, als sie zu stehlen beginnt. Anfangs ist es nur ein Buch, das im Schnee liegen geblieben ist. Dann eines, das sie aus dem Feuer rettet. Aber sie sieht auch  die Juden nach Dachau ziehen. Sie erlebt die Bombennächte über München. Und überlebt: weil der Tod sie in sein Herz geschlossen hat. Sie – und die Menschen aus der Himmelstraße. Eine Diebin zu beherbergen, wäre halb so wild, sind die Zeiten doch ohnehin barbarischer denn je. Doch eines Tages betritt ein jüdischer Faustkämpfer die Küche der Hubermanns.

Ich kann nicht sagen, dass ich das Buch verschlang, denn ich fand schon, dass es phasenweise Längen hat (und ich fing schon am 5. Mai damit an, es zu lesen - es zog sich also). Manche angerissenen Handlungsstränge werden auch nicht ausgeführt. So hätte ich gerne erfahren, was aus Liesels Mutter wurde, die einfach "verschwand". Dann aber fand ich es schade, als das Buch zu Ende war und wünschte mir einen Fortsetzung. 

"Die verstummte Liebe*" ist der dritte Band aus der Leise Helden-Reihe von Melanie Metzenthin. Ich hatte mich sehr auf das Buch gefreut, denn die beiden anderen Bände "Im Lautlosen*" und "Die Stimmlosen*" rund um Richard und Paula Hellmer las ich sehr gerne. Hier steht nun Helen Mandeville, die Mutter von Fritz Ellerweg, einem engen Freund der Hellmers, im Mittelpunkt und irgendwie fand ich die Handlung nur an den Haaren herbeigezogen. Die Handlung beginnt in England im Jahre 1896: Von der eigenwilligen Helen Mandeville erwartet ihre Familie vor allem eine standesgemäße Heirat. An ihrer Verlobung mit James Mitchell, einem schneidigen Anwalt mit besten Verbindungen, geht kein Weg vorbei. Aber dann verliebt Helen sich auf einer Bildungsreise in den deutschen Arzt Ludwig Ellerweg. Für ihn riskiert sie es, für immer mit ihrer Familie zu brechen. 

Helen löst ihr Verlöbnis und reist heimlich nach Hamburg, um Ludwig zu heiraten. Es ist für beide die große Liebe und die Geburt ihres Sohnes Fritz macht ihr Glück komplett. Doch dann erfährt Helen, dass ihre Mutter im Sterben liegt und sie reist zurück nach England – nicht ahnend, dass der erste Weltkrieg ausbrechen und ihr Leben vollkommen verändern wird. Ludwig ist der perfekte Mann, Helen wir ihm die perfekte Ehefrau. So weit, so schmachtfetzig. Haarsträubend wird die Geschichte, als Helen aufgrund des Ersten Weltkriegs nicht mehr nach Hamburg zurückkommt und sich für Tot erklären lässt, was ein Lügengebäude nach sich zieht. Spätestens jetzt ist die Handlung nur noch haarsträubend, langatmig und redundant. Kurz: Das Buch macht keinen Spaß!  

"Der Apfelbaum*" von Christian Berkel las ich sehr gerne und freute mich sehr, als ich "Ada*" zu Weihnachten bekam. Es ist quasi die Fortsetzung, denn die Handlung setzt im Argentinien der Nachkriegszeit ein, von Sala, Berkels Mutter, mit ihrer Erstgeborenen Ada lebt. Sala fühlt sich fremd und kehrt nach Berlin zurück, um Adas Vater, ihre große Liebe Otto, zu suchen. Die Geschichte wird aus der Perspektive der heranwachsenden Ada erzählt und spannt sich eben vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis kurz vor dem Mauerfall. Der Einblick in eine sehr spezielle Familiensituation ist spannend, auch, wenn das Buch phasenweise recht schwierig zu lesen ist.

Eine wirkliche Entdeckung war die Jens Druwe-Reihe von Michael Jensen. Die bislang dreiteilige Reihe beginnt mit "Totenland*". Die Handlung setzt Ende April 1945 ein. Der Krieg geht zu Ende. Nachdem er schwer verwundet wurde, ist Jens Druwe aus Berlin nach Schleswig-Holstein abkommandiert worden. Hier soll er als Polizist für Ordnung sorgen. Als ein hoher Funktionär der NSDAP ermordet wird, wollen seine Vorgesetzten sogleich den ersten Verdächtigen, einen entflohenen Häftling, aburteilen. Doch Druwe stellt sich gegen die Profiteure des untergehenden Regimes. Ihm zur Seite steht allein die Schwester des Verdächtigen, die wie er voller Mut und Hoffnung den Kampf gegen einen übermächtigen Gegner aufnimmt. 

Ich las gleich danach "Totenwelt*". Hier setzt die Handlung kurz nach der Befreiung ein und verlagert sich größtenteils zum Flensburger Marinestützpunkt. Druwe soll beim Aufbau einer neuen Polizeieinheit helfen, kämpft aber weiter gegen die sich absetzenden oder den Befreiern als vermeintlich unschuldig präsentierenden Nazis. Dabei gerät er unter Mordverdacht und wird verhaftet, muss hilflos und wütend beobachten, wie die Nazis Karriere machen. 

Für beide Bände gilt: Absolute Lese-Empfehlung! Ich habe mir gleich den dritten Band "Totenreich*" vorbestellt. Er erscheint im Juli.

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Dienstag, 1. Juni 2021

Ausgelesen: Bücher im Mai 2021

Diesen Monat beendete ich die 30bändige Grappa-Reihe von Gabriella Wollenhaupt. Ich lese ja gerne Krimireihen chronologisch, aber hier war's dann vielleicht doch ein wenig viel auf einmal. Die Protagonistin Maria Grappa, Polizeireporterin für das Bierstädter Tageblatt, wurde mir immer unsympathischer, entpuppte sich als zum Teil rassistisch und homophob, bedient zudem rechte Narrative. Hinzu kommt, dass die Bücher schlampiger redigiert und lektoriert sind. 

So ist in "Ein letzter Grappa*" die Anwältin Hannah Mawardi erst Tochter einer syrischen Mutter und deswegen bei ihren libanesischen Schwiegereltern unbeliebt, dann Tochter einer libanesischen Familie. Okay, im globalen Gesamtzusammenhang betrachtet, ist das eh alles Naher Osten ... Im gleichen Buch wird der Nebenkläger Maxim Becker in einem Zeitungsartikel Maxim S. genannt, dann Maxim B., um schließlich doch mit vollem Namen genannt zu werden - wohlgemerkt: Im gleichen Artikel. 

In "Ein letzter Grappa*"  geht's um Auseinandersetzungen zwischen einem arabischen Clan und der Neonazigruppe "Sturmbund 18". BKA und Verfassungsschutz fahren eine Null-Toleranz-Strategie – mit mäßigem Erfolg: Trotz vermehrter Festnahmen tauchen die eigentlichen Drahtzieher immer rechtzeitig ab. Gibt es eine undichte Stelle innerhalb der Ermittlungsbehörde? Reporterin Maria Grappa recherchiert die Hintergründe des Konflikts und ist dabei um Neutralität bemüht. Doch dann werden von ihrem Mail-Account Botschaften verschickt, die sie verdächtig machen, in den brutalen Mord an einem Polizisten verwickelt zu sein. Grappa gerät selbst ins Fadenkreuz.

Es machte sehr viel Spaß, die Entwicklung von Maria Grappa zu verfolgen, auch die Beziehung zu Friedrich Kleist, mit dem sie im Ruhestand nach Süditalien zieht - ein schönes Ende der Reihe!

Ich freue mich immer, wenn es zu Krimis, deren Protagonisten gerne kochen, auch ein Kochbuch gibt, oder die Rezepte angehängt werden. Das Kochbuch zur Grappa-Reihe heißt "Mörderische Mandelhörnchen*", und wo ich eh schon im Flow war, alle Bände der Reihe antiquarisch zu kaufen, war das Kochbuch Beifang. Als erstes buk ich einen italienischen Mandelkuchen nach.

Den Rest des Monats las ich  "Die Bücherdiebin*" von Markus Zusak - ein unwahrscheinlich bewegendes Buch, das mit bei Twitter empfohlen wurde. Im Mittelpunkt steht Liesel Meminger , die 1939 zu den Pflegeeltern Hans und Rosa Hubermann in die Himmelstraße in Molching bei München kommt.  Das Paar, das zwei erwachsene Kinder hat, bekommt dafür eine bescheidene Beihilfe, die ihnen die ersten Kriegsjahre kaum erträglicher macht. Für Liesel jedoch bricht eine Zeit voller Hoffnung, voll schieren Glücks an – in dem Augenblick, als sie zu stehlen beginnt. Anfangs ist es nur ein Buch, das im Schnee liegen geblieben ist. Dann eines, das sie aus dem Feuer rettet. Aber sie sieht auch  die Juden nach Dachau ziehen. Sie erlebt die Bombennächte über München. Und überlebt: weil der Tod sie in sein Herz geschlossen hat. Sie – und die Menschen aus der Himmelstraße. Eine Diebin zu beherbergen, wäre halb so wild, sind die Zeiten doch ohnehin barbarischer denn je. Doch eines Tages betritt ein jüdischer Faustkämpfer die Küche der Hubermanns.

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Samstag, 1. Februar 2020

Ausgelesen: Bücher im Januar 2020

Angeregt durch verschiedene Berichte über Hans Fallada las ich "Kleiner Mann, was nun?*" und "Jeder stirbt für sich allein*". Bislang schaffte ich es tatsächlich, nichts von ihm zu lesen, erinnere mich aber immer noch an die TV-Serie "Ein Mann will nach oben*" mit Ursela Monn als Arbeitergöre Rieke Busch (ich erinnere mich tatsächlich nur an Monn). Die Serie sah ich im Frühjahr 1978 sonntags mit den Eltern, war aber noch zu klein, um die Handlung zu verstehen, und die Eltern nahmen sich auch keine Zeit, sie mir zu erklären. Falladas Werken standen (und stehen) zwar im Bücherschrank meines Vaters, aber es reizte mich nicht, sie zu lesen.

Nun wollte also endlich "Kleiner Mann, was nun?" gelesen werden - in der 2016 erschienenen Urfassung, denn 1932 erschien der Roman um ein Viertel gekürzt, und Neuauflagen in der NS-Zeit wurden bearbeitet, damit der Roman nicht verboten wurde. Der Roman spielt in den Jahren zwischen 1930 und 1932, während der Weltwirtschaftskrise.

Im Mittelpunkt stehen der Verkäufer Johannes Pinneberg und seine Freundin Emma Mörschel, genannt Lämmchen, die heiraten, weil sie ein Kind erwarten. Mit der Heirat gibt Lämmchen ihre Arbeit auf und zieht zu ihrem Mann. Das Geld wird immer knapper, beide versuchen irgendwie, über die Runden zu kommen. Trotz Weltwirtschaftskrise und erstarkender Nazis nimmt Lämmchen beherzt das Leben ihres verzweifelnden Mannes in die Hand. Die Kraft Lämmchens ist wirklich beeindruckend, ebenso wie ihre Fähigkeit, sich mit den ändernden Situationen zu arrangieren, egal, wie schlecht sie auch sein mögen. So hat die Geschichte der kleinen Familie einerseits zwar kein Happy End, andererseits vermittelt sie aber die Botschaft, dass nur die Liebe wichtig ist.

"Jeder stirbt für sich allein" spielt im Berlin der NS-Zeit und schildert den Widerstand des Arbeiter-Ehepaares Quangel. Fallada schrieb diesen seinen letzten Roman auf Anregung von Johannes R. Becher, der ihm die Fallakten des Ehepaares Otto und Elise Hampel zur Verfügung stellte. Die beiden Berliner verteilten zwischen 1940 und 1942 Postkarten mit Parolen gegen Hitler und den Nationalsozialismus, wurden denunziert, vor Gericht gestellt und am 8. April 1943 hingerichtet.

Fallada lehnte es erst ab, den Roman zu schreiben, war er doch in der NS-Zeit ein erfolgreicher Schriftsteller, und meinte, ein Werk über den Widerstand stünde ihm deswegen nicht zu. Dann aber entstand das 700 Seiten starke Buch Ende 1946 binnen vier Wochen und erschien 1947. Es gilt als einer der besten Romane über den deutschen Widerstand.

Unmittelbar nach der Befreiung entstanden, ist es erschreckend, wie viel doch von den NS-Verbrechen, von denen kurze Zeit später niemand etwas gewusst haben wollte, bekannt war. "Jeder stirbt für sich allein" ist trotz mancher Längen unwahrscheinlich beeindruckend! Ich muss mal schauen, ob ich die Defa-Verfilmung mit dem sehr geschätzten Erwin Geschonneck bekomme.

Auf "Das verlassene Haus*" von D.M. Pulley freute ich mich sehr, denn ihre anderen Bücher gefielen mir trotz diverser Kritikpunkte gut. Hier aber kam all das, was mich bei den anderen Büchern im Ansatz störte, geballt zusammen: Verwickelte, verworrene Handlungsstränge, Sprünge zwischen den einzelnen Zeitebenen, so dass ich phasenweise die Protagonisten kaum auseinanderhalten konnte,  manches wird angerissen, aber nicht weitergeführt, anderes ist unnötig grausam detailliert beschrieben, vieles wiederholt sich und ist vorhersehbar … Da ich wissen wollte, wie die Geschichte zu Ende geht, hielt ich durch.

Worum geht's? Pulley verwebt in 64 Kapiteln fünf Familienschicksale von den 1920er Jahren bis heute miteinander. Hunters Eltern wollen mit der Vergangenheit abschließen – in einer neuen Stadt, in einem neuen Zuhause. Sie kaufen das renovierungsbedürftige Anwesen Rawlingswood. Doch das alte Haus scheint sich gegen die Familie zu sperren. Während die Eltern nicht zur Ruhe kommen, beginnt Hunter, Fragen nach Rawlingswoods Vergangenheit zu stellen. Wer waren seine früheren Besitzer und warum gilt es als "Mordhaus"? Liegt auf dem Haus wirklich ein Fluch oder gibt es natürliche Gründe dafür, dass die Familie sich ständig beobachtet fühlt?

Zufällig entdeckte ich die Reihe um die besonderen Kinder (Miss Peregrine's Peculiar Children) von Ransom Riggs für mich und las zügig nacheinander alle vier Bände - lange Fahrzeiten, viel Zeit in Wartezimmern und Maladie, die kein Weggehen ermöglicht, sind manchmal ganz praktisch.

Ich war ganz froh, dass ich alle Bände nacheinander lesen konnte, denn die Bücher bauen aufeinander auf und sind so spannend, dass es toll war, gleich zum nächsten Band greifen zu können. Jetzt muss ich auf die deutsche Übersetzung des gerade auf Englisch erschienenen fünften Bandes, "The Conference of the Birds*", warten - oder meine Faulheit, Englisch zu lesen, überwinden.

Im ersten Band, "Die Insel der besonderen Kinder*", entdeckt Jacob (Jake) nach dem Tode seines Großvaters Abraham (Abe), dass er besondere Fähigkeiten hat: Er kann Hollowgasts sehen, langbeinige, stinkende Kreaturen, die auf der Suche nach den Besonderen sind, um ihre Augäpfel zu verzehren und wieder eine menschliche Gestalt anzunehmen.
Abraham erzählte seinem Enkel Jacob von einer Insel, auf der abenteuerlustige Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben, und von Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind. Erst Jahre später, als sein Großvater unter mysteriösen Umständen stirbt, erinnert Jacob sich wieder an die Schauergeschichten und entdeckt Hinweise darauf, dass es die Insel Cairnholm wirklich gibt. Er macht sich auf die Suche nach ihr und findet sich in einer Welt wieder, in der die Zeit stillsteht und er die ungewöhnlichsten Freundschaften schließt, die man sich vorstellen kann. Doch auch die Ungeheuer sind höchst real – und sie sind ihm gefolgt.

Jacob und seine Freunde können sich von der Insel retten und landen im London des Jahres 1940, in der ""Stadt der besonderen Kinder*". Miss Peregrine, ihre Ymbryne (Schutzpatronin), kann sich nicht mehr in ihre menschliche Gestalt zurückverwandeln, und die Freunde suchen verzweifelt nach einer Möglichkeit, sie zu retten. Ausgerechnet, als sie glauben, eine sichere Zuflucht gefunden zu haben, müssen sie feststellen, dass sie verraten worden sind. Jacobs und Emmas Freunde, aber auch alle Ymbrynen, werden entführt. Die beiden machen sich auf eine gefährliche Suche nach der "Bibliothek der besonderen Kinder*".

Sie landen schließlich über die Zeitschleife Devil’s Acre, wo der Abschaum der Gesellschaft der Besonderen lebt, zur geheimen Festung der Wights, der weiterentwickelten menschlichen Form der Hollowgasts. Dort decken sie ein noch größeres Geheimnis auf: Caul, Miss Peregrines böser Bruder, will die sagenumwobene „Seelenbibliothek“ Abaton finden und sich mithilfe der dort verborgenen Kräfte zum Herrscher der Besonderenwelt aufzuschwingen. Jacob ist der Schlüssel dazu.

Der vierte Band "Der Atlas der besonderen Kinder*"führt zurück ins heutige Florida, wo Jacob lebt. Seine Eltern wollen ihn einweisen lassen, halten ihn für psychisch krank, weil sie mit seinen Erlebnissen nichts anfangen können. Glücklicherweise entdecken Miss Peregrine, Emma und die anderen besonderen Kinder eine Zeitschleife ganz in Jacobs Nähe. Sie retten ihn und wohnen bei ihm, nachdem seine Eltern nach einer Gedächtniskorrektur auf eine Asienreise geschickt wurden. Gemeinsam versuchen sie, sich in die moderne Zeit einzufügen – inklusive langen Strandspaziergängen und anderen normalen Tätigkeiten.

Dann findet Jacob heraus, dass sein Großvater Abe nicht alleine gegen die Monster gekämpft hat, die die besonderen Kinder jagen - und dass Abes Partner noch lebt. Aber auch altbekannte Feinde sind lebendiger, als es Jacob lieb ist, und Miss Peregrine muss alles aufbieten, um die Freunde zu retten.

Zwischen dem dritten und dem vierten Band erschien "Die Legenden der besonderen Kinder*", eine Sammlung vorn Erzählungen und schöne Ergänzung zu den Abenteuern.

So viel Spaß die Reihe um die besonderen Kinder auch macht, eines störte mich nachhaltig: Das schlampige Korrektorat der deutschen Ausgaben! Über Flüchtigkeitsfehler wie "in" statt "ich" (kommt mehrfach vor) kann ich hinweglesen, aber wenn eine Aufforderung "Jagd sie in die Luft!" lautet, kräuseln sich mir die Fußnägel - und zwar nicht aus Angst vor Hollows und Wights. Gleiches gilt, wenn es heißt, Abe habe eine Schwäche für Automobile der 1950er und 1060er Jahre gehabt. Ich frage mich, mit welchen Autos wohl beispielsweise die Normannen 1060 zur Eroberung Süditalien fuhren. Solche Nachlässigkeit ist wirklich ärgerlich und schmälert den Genuss der ansonsten wirklich schön gestalteten Bände!

Okay, ein paar Logikfehler gibt's auch. So soll Jake um 19.15 Uhr bei Miss Peregrine sein, beginnt um 18.45 Uhr mit dem Lesen des Logbuchs seines Großvaters, ist um 19.07 Uhr fertig und las dennoch fast eine Stunde. Das muss 'ne besondere Uhr sein, ebenso wie der Akku von Jakes Handy, der auch nach Wochen in diversen Zeitschleifen noch Saft hat. Ist sicher 'n Nokia.

Mit "Kamasutra in Unterfilzbach*" von Eva Adam tat ich mich 'n büschen schwer. Der Regionalkrimi spielt in Niederbayern und hat deutliche Anklänge an die Eberhofer-Reihe von Rita Falk*

In dem Dorf ereignen sich innerhalb weniger Tage sich zwei Todesfälle, bei denen nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein kann. Doch während die Polizei sowohl beim Dorfapotheker als auch bei der Metzgereiverkäuferin von Unfällen ausgeht, stellt der naive und bodenständige Familienvater und Bauhofangestellte Hansi Scharnagl, der die beiden Leichen entdeckt hat, eigene Ermittlungen an. Mit seinem Freund und Kollegen Sepp nimmt er schon bald den Esoterik-Guru Ashanti ins Visier, dessen Kamasutra-Kurse im Dorf Furore machen.

Zugegeben, die Krimikomödie hat eine komische Momente und die schrulligen Dorfbewohner sind sympathisch, aber die Längen überwiegen, so sehr, dass ich mir nicht gleich den nächsten Band* antat.

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Mittwoch, 2. Oktober 2019

Ausgelesen: Bücher im September 2019

Eigentlich wollte ich im Mallorca-Urlaub hauptsächlich Mallorca-Krimis lesen, wegen Lokalkolorit und so, aber alle, die ich auf den Kindle lud, nahmen mich so gar nicht gefangen. Also landete ich bei Krimis, die auf den ostfriesischen Inseln spielen.

"Juister Mohn*" ist eine Gemeinschaftsarbeit der Autorinnen Elke Bergsma und Anna Johannsen. Zum Inhalt: Der Emder Hauptkommissar David Büttner sitzt auf gepackten Koffern, als ihn ein Anruf seiner Sekretärin in den beruflichen Alltag zurückholt: Auf der ostfriesischen Insel Juist wurde ein junges Paar in der Strandtoilette tot aufgefunden. Zunächst sieht alles nach einer Überdosis aus – bis der Staatsanwalt eine genauere Untersuchung fordert, denn bei der Toten handelt es sich um seine Nichte.

Auch die Kieler Hauptkommissarin Lena Lorenzen wird auf den mysteriösen Tod des Paares aufmerksam, gab es doch Monate zuvor in Sankt Peter-Ording einen ähnlich gelagerten Fall. Sie nimmt mit ihrem Kollegen Büttner Kontakt auf, der von ihrer Idee einer Zusammenarbeit zunächst jedoch wenig begeistert ist.

Letztlich aber gilt es, sich trotz aller Unterschiede zusammenzuraufen, denn am Tatort deutet ein Strauß von zehn Mohnblumen auf eine Verbindung beider Fälle und auf weitere geplante Morde hin. Für die beiden Kommissare beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, zumal sie wegen ungünstiger Wetterverhältnisse für mehrere Tage auf der Insel festsitzen.

Begeisterung löste das Buch nicht bei mir aus, aber es ist eine nette Urlaubslektüre. Ich fand es schade, dass immer wieder auf den vermeintlichen Unterschieden (Büttner verfressen und faul - Lorenzen plietsch und agil) herumgeritten wurde.

Besser gefiel mir da schon "Dünendämmerung*" von Johannes Wilkes mit Kommissar Mütze und seinem Lebensgefährten Klaus-Dieter. Die Krimi-Reihe begann in Erlangen und findet ihre Fortsetzung auf Spiekeroog, wo das Paar gerne urlaubt. Im Laufe der Zeit freundeten sie sich eng mit dem Inselpolizisten Ahsen an. Es war der erste Krimi, den ich aus der Reihe las, wird aber bestimmt nicht der letzte gewesen sein, denn das schräge Paar macht einfach Spaß.

Kurz nach der Ankunft des Paares wird in den Dünen ein Toter gefunden: ein Angestellter der Kurverwaltung, zuständig für die Herausgabe der Strandkorbschlüssel. Diesmal erhält Ahsen, der Inselpolizist, Unterstützung vom Festland. Kommissar Mütze atmet auf, aber dann begegnet ihm ein ehemaliger Mitschüler.

Mütze hat Heiko van Gehlen nie gemocht, den Sohn aus reichem Hause, dessen Yacht in der Marina vor Anker liegt. Durch ihn wird Mütze nach all den Jahren an den schrecklichen Tod eines Mitschülers erinnert. Er will endlich wissen, was in der Nacht ihrer Abi-Feier wirklich passiert ist. Welche Schuld hat er selbst daran? Und im Licht der Erinnerungen bekommt der aktuelle Mord an dem „Herrn der Strandkörbe“ plötzlich eine ganz andere Bedeutung.

Von Spiekeroog ging's nach Rocky Beach zu den drei Fragezeichen: "Skateboardfieber*" greift den alten Fall "Die silberne Spinne*" auf, ist rasant und spannend erzählt. Peter wird mit einem Spion verwechselt, verhaftet und nach einem spektakulären Ausbruch gejagt. Dabei will er doch eigentlich nur zu einem Skatertreffen! Dieser Band der Reihe macht wirklich Spaß!

Im August las ich ja schon einen Kluftinger-Krimi, der mir gefiel, und so freute ich mich, den aktuellen Band in der Onleihe zu ergattern. Im zehnten Band, der schlicht "Kluftinger*" heißt, wird der Allgäuer Kommissar Großvater und erinnert sich an seine eigene Jugend und seine Anfänge bei der Polizei. Bei der "Allerheiligen-Prozession entdeckt er auf de Friedhof eine Menschentraube, die ein frisch aufgehäuftes Grab umringt, darauf ein Holzkreuz – mit seinem Namen.

Nach außen hin bleibt Kluftinger gelassen. Als jedoch eine Todesanzeige für ihn in der Zeitung auftaucht, sind nicht mehr nur die Kollegen alarmiert – sein ganzes Umfeld steht Kopf. Um dem Täter zuvorzukommen, muss der Kommissar tief in seine eigene Vergangenheit eintauchen. Doch die Zeit ist knapp, denn alles deutet darauf hin, dass Kluftingers angekündigter Tod unmittelbar bevorsteht.

Nachdem das schon das zweite Kluftinger-Buch war, das mir großen Spaß machte, beschloss ich, die Reihe von Volker Klüpfel und Michael Kobr einmal von Anfang an zu lesen. Die Bände sind zwar in sich abgeschlossen, aber es macht mir einfach Spaß, die Entwicklung der Protagonisten zu verfolgen. In der Onleihe war nichts zu bekommen, aber die Altonaer Bücherhalle hatte ziemlich viele Bände auf Lager, also ging ich nach sechs Jahren tatsächlich mal wieder in die Bücherhalle, um analog auszuleihen.

Mit "Milchgeld*" beginnt die Kluftinger-Reihe. Der Kommissar blickt hinter die Kulissen der Lebensmittelindustrie, um einen Mord an einem Lebensmittelchemikers des örtlichen Milchwerks aufzuklären. Bei "Erntedank*" wird's mystisch: Auf der Brust eines toten Mannes in einem Wald bei Kempten liegt, sorgfältig drapiert, eine tote Krähe. Im Lauf der Ermittlungen taucht der Kommissar immer tiefer in die mystische Vergangenheit des Allgäus ein, und es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel mit dem Mörder, bei dem die Zeit gegen ihn arbeitet. Denn alle Zeichen sprechen dafür, dass das Morden weitergeht. So interessant es ist, in die Allgäuer Sagenwelt einzusteigen, so langatmig ist die Handlung leider manches Mal, und der Leserin dämmern die Zusammenhänge schneller als den Ermittlern.

"Seegrund*" ist der für mich bislang spannendste Fall: Am Alatsee bei Füssen macht Kluftinger auf einem Familienausflug mit Frau, Sohn und Schwiegertochter in spe eine schreckliche Entdeckung: Am Ufer liegt ein Taucher in einer riesigen roten Lache. Was zunächst aussieht wie Blut, entpuppt sich als eine seltene organische Substanz aus dem Bergsee. Kluftinger, der diesmal bei den Ermittlungen sehr zu seinem Missfallen weibliche Unterstützung erhält, tappt lange im Dunkeln. Der Schlüssel zur Lösung des Falles liegt tief auf dem Grund des sagenumwobenen Sees.

In den Oktober gehe ich mit "Laienspiel*", dem vierten Kluftinger-Band, und tue mich momentan noch etwas schwer, den Einstieg zu finden. 

Donnerstag, 31. Januar 2019

Ausgelesen: Bücher im Januar 2019

In den letzten Monaten finde ich immer wieder Bücher in den VHH-Bussen, mit denen ich täglich zur Arbeit fahre. Lange Zeit fand ich da nichts Interessantes, nur Herz-Schmerz-Gedöns. Meine Konsumliteratur sind aber Krimis.

Diese Regale sind wirklich prima, zumal man dort auch die ausgelesenen Bücher wieder abgeben kann. Meine Bücher landen allerdings meistens im Zu-verschenken-Korb in unserem Laden, denn wenn ich Bücher abgeben möchte, erwische ich gerade keinen Bus mit Bücherregal oder er ist so voll, dass ich nicht drankomme. Die Regale sind nämlich so angebracht, dass man sie nur erreicht, wenn die Plätze davor frei sind. Im Mittelteil des Busses wären sie besser platziert.

Gibt es bei Dir auch öffentliche Bücherregale in den Bussen?

Von der Serie "Die drei !!!" hatte ich schon öfter gehört, aber noch nichts gelesen. Ich bin ohnehin Fan von den drei ??? und frage mich, wieso es so einen Mädchen-Abklatsch geben muss. Das frage ich mich auch nach Lektüre von "Die drei !!! Tatort Paris*" und "Die drei !!! Skandal im Studio*".

Die Handlung ist schnell erzählt: Kim, Franzi und Marie, kurz: Die drei !!!, fahren für fünf Tage nach Paris, freuen sich riesig auf den Eiffelturm, leckere Croissants und vor allem auf die süßen französischen Jungs. Doch gleich nach ihrer Ankunft verschwindet der Koffer einer Klassenkameradin – nur, um kurz darauf wieder aufzutauchen. Ganz klar, hier ist was faul! Kim, Franzi und Marie stoßen auf einen internationalen Schmugglerring.

Im Folgeband haben Kim, Franzi und Marie die Chance, mit ihren Klassen an einer Quizshow im Fernsehen teilzunehmen. Marie träumt schon lange von ihrem ersten Fernsehauftritt, aber auch Kim würde gerne einmal ihr Können beweisen. Moderiert wird die Veranstaltung von dem beliebten Fernsehstar Thomas Niedlich. Doch kurz bevor es in die entscheidende Runde geht, verschwindet der Moderator spurlos. Die Polizei geht davon aus, dass er entführt wurde. Ganz klar: Die drei !!! haben einen neuen Fall.

Die Parallelen zu den drei ??? sind offensichtlich, bis zum obligatorischen Überreichen der Visitenkarten, und wenn's gefährlich wird, werden Jungs zur Hilfe geholt - Bücher für starke Mädchen sind anders, finde ich. Aber zumindest ist die Handlung spannend.

"Die Mitte der Welt*" von Andreas Steinhöfel ist ja schon ein Klassiker der Jugendliteratur. Ich las ihn dennoch erst jetzt. Es geht um den 17jährigen Phil, der ein sogenanntes normales Leben nie kennenlernte. Denn so ungewöhnlich wie das alte Haus ist, in dem er lebt, so ungewöhnlich sind auch die Menschen, die dort ein- und ausgehen – seine chaotische Mutter Glass, seine verschlossene Zwillingsschwester Dianne und all die anderen. Und dann ist da noch Nicholas, der Unerreichbare, in den Phil sich unsterblich verliebt.

Mir gefiel das Buch ausgesprochen gut.

Ausgesprochen gut gefiel mir auch "Kim Novak badete nie im See von Genezareth*" von Hakan Nesser. Ich war sehr skeptisch, weil ich mit Nessers van-Veteren-Reihe so gar nichts anfangen konnte, es mich kirre machte, dass nicht klar ist, wo die Krimis spielen. Und mit der Verfilmung tue ich mich schwer, brach jedes Mal nach wenigen Minuten ab. Das Buch gefiel mir aber so gut, dass ich jetzt auch dem Film eine Chance geben werde.

Worum geht's? Das Buch spielt im Schweden in den 1960er Jahren, in einem kleinen Sommerhaus an einem der unzähligen Seen, so wie das, in dem ich in den späten 1970er Jahren manche große Ferien verbrachte, nur mit den Eltern und nicht, wie der 14jährige Erik mit großem Brucher und Freund.

Sie schwärmen von der jungen Aushilfslehrerin Ewa, die aussieht wie Kim Novak. Zwei Tage später findet man die Leiche von Ewas Verlobtem, und Eriks älterer Bruder, der eine Affäre mit Ewa hatte, steht unter Mordverdacht. Der Täter wird jedoch nie gefunden. 25 Jahre später liest der erwachsene Erik zufällig einen Bericht über ungeklärte Verbrechen, und der Sommer von damals bricht mit aller Gewalt über ihn herein. Was ist damals wirklich geschehen?

Inzwischen steht "Die Wahrheit über Kim Novak und den Mord an Berra Albertsson*" auf meiner Leseliste. Ich bin gespannt.

"Lügenmeer*" von Kjell Ola Dahl führt nach Oslo und Kenia. Ausgehend von einer an einer vermeintlichen Überdosis getöteten Frau, deren Leiche in einem Osloer Parkhaus gefunden wird, wird ein Missbrauch von Entwicklungshilfe aufgedeckt. Macht Lust auf mehr!

Richtig festgelesen habe ich mich dann bei Faye Kellerman, die mir bislang entging. Ich fand "Tag der Buße*" und "Du sollst nicht lügen*", den vierten und fünften Band aus der Decker-Lazarus-Reihe*.

Peter Decker arbeitet bei der Polizei in Los Angeles, ist konvertierter Jude, obwohl er eine jüdische Mutter hat (es ist kompliziert ...), geschieden mit einer Tochter, und lernt bei einem Fall die orthodoxe Jüdin Rina Lazarus kennen. Sie ist verwitwet und Mutter zweier Söhne.

Im vierten Band ist das Paar auf Hochzeitsreise in New York. Dann verschwindet ein Jugendlicher. Er ist in Begleitung eines Psychopathen. Schnell ist klar: Aus den Flitterwochen wird nichts. Zudem begegnet Decker auch noch zufällig seiner leiblichen Mutter. Im Mittelpunkt des fünften Bandes steht die Tochter einer berühmten Schauspielerin, die überfallen und vergewaltigt wurde. Natürlich ist nichst, wie es scheint, haben Decker und sein Team ordentlich zu tun, um den Fall zu lösen.

Die Bände bauen aufeinander auf, so dass es schön ist, sie auch nacheinander zu lesen. Nachdem klar war, dass mir die Reihe gefällt, lieh ich die Bände 19 bis 24 für den anstehenden Urlaub aus. Damit bin ich dann die nächsten Wochen erst mal beschäftigt.

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