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Dienstag, 31. Oktober 2023

Socktober V: Socken aus myboshi mysocks Pixel und Fortissima von Schoeller + Stahl

Das fünfte Paar für den Socktober bzw. die Aktion Grüne Socke strickte ich ohne Muster. 

Ringelsocken in Größe 38/39.

Das Garn ist wieder myboshi mysocks Pixel im Grünton Genke*, ergänzte um Fortissima von Schoeller + Stahl aus dem örtlichen Wollladen in der Farbe Jagd*.

Wolle und Farben im Detail.

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Freitag, 27. Oktober 2023

Socktober IV: Socken aus myboshi mysocks Pixel und Fortissima von Schoeller + Stahl

Auch das vierte Paar für den Socktober bzw. die Aktion Grüne Socke strickte ich nach einem Muster der Mustermix-Socktober 2022-Socken von Tanja Steinbach. 

Leider sind die Lichtverhältnisse auf der Baustelle im Haus zu schlecht, um Farben richtig wiederzugeben. 

Das Garn myboshi mysocks Pixel im Grünton Genke* ergänzte ich um Fortissima von Schoeller + Stahl aus dem örtlichen Wollladen. Die Farbe Jagd* passt perfekt.

Wolle und Muster im Detail. Die Farben sind durch schlechtes Licht verfälscht. 

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Freitag, 16. Dezember 2022

Friday Flowerday: Erdbeerfarbene Rosen

Der Gatte war auf dem Wochenmarkt, um Blumen für seine Mutter zu kaufen und brachte mir einen Rosenstrauß mit - entgegen aller Vernunft, da wir ja gerade zwischen zwei Wohnsitzen pendeln, ich kaum etwas vom Blumenstrauß haben würde. 

Die Rosen auf der Fensterbank des Esszimmers im alt-neuen Haus.

Aber im Gegensatz zu mir ist der Gatte Romantiker: Als wir mal zwei Wochen getrennt waren, empfing er mich auf dem Bahnsteig mit einer roten Rose, worauf ich entgeistert fragte, wie wir die denn heil nach Hause bekommen sollten, wo wir doch noch drei Tage mit dem Auto unterwegs wären. Ich bin da eher so pragmatisch.  

Die Rosen auf dem angestammten Vasenplatz in der Wohnung. Mal schauen, wo ich im alt-neuen Haus einen schönen Vasenplatz finde.

Einen Teil der Woche standen die Rosen in der Wohnung, dann zogen sie um ins alt-neue Haus. Somit gibt es jetzt dort auch eine Vase.

Adventskranz vor Rosenstrauß und Barbarazweigen.

Die Rosen sind für die Glasvase mit eingeätzten Schneckenhäusern eigentlich zu kurz, aber ich fand es so gerade schön. Zur Vase habe ich hier schon mal mehr geschrieben.

Die Rosen haben einen zauberhaften farbverlauf, der uns an Erdbeeren erinnert.

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Freitag, 10. Juni 2022

Friday-Flowerday: Pfingstrosen

Pfingstrosen sind zu dieser Jahreszeit meine Lieblingsblumen, und anlassbedingt bekomme ich sie dann auch gerne geschenkt. Diesmal brachte mir Schwiegermutter Pfingstsonntag einen Strauß mit.

Pfingstrosen in Glasvase.

Da Schwiegermutter die Stiele sehr stark kürzte, fiel mein Wahl nicht wie sonst auf die weiße Bareuther-Vase, sondern auf eine Glasvase mit eingeätzten Schneckenhäusern. Die bekamen wir vor 22 Jahren von einer sehr alten Tante des Gatten zur Verlobung geschenkt. Leider lernte ich sie nicht kennen. Sie kam kurz danach in eine Wohneinrichtung für Demente, und so ergab sich kein Kennenlernen.

Fluffige Pfingstrosenbällchen im Detail.

In dieser Fülle duften die Pfingstrosen sehr stark und mit "Fragile*", dem passenden Parfüm für diese Jahreszeit, um die Wette. Aktuell habe ich sogar das passende feste Shampoo.

Was für eine wunderschöne Blüte!

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Freitag, 20. Mai 2022

Friday-Flowerday: Ein Rosenstrauß vom Wochenmarkt

Als ich letzten Sonnabend bei Mudderns war, wollte sie nicht nur zu Fuß ins Dorf gehen, sondern auch über den Wochenmarkt. Beides macht sie normalerweise jeden Sonnabend, aber wenn ich da bin, besteht sie seit einiger Zeit darauf, dass sie zu schwach zum Gehen ist, wir mit dem Auto fahren müssen. Dass ihre Gesellschafterin neuerdings zwei Mal in der Woche kommt, tut Mudderns augenscheinlich psychisch sehr gut.

Ein Strauß aus gelben Rosen.

Auf dem Wochenmarkt kauft Mudderns jeden Sonnabend Blumen für sich, und, wenn sie sonntags zum Friedhof möchte, auch Blumen für Vadderns. Diesmal schenkte sie mir einen Blumenstrauß - das kommt sehr selten vor!

Die Blumen mussten vier Stunden im heißen Auto ausharren, denn vorm Elbtunnel stand der Verkehr (normalerweise brauche ich maximal 45 Minuten von Tür zu Tür). Zu Hause kamen sie in meine "Rosenvase". Die heißt so, weil auf ihr Rosen sind und weil meine Nenn-Omi sie mir mal mit einem Strauß aus ihren Wildrosen mitgab. Sie hatte einen über zwei Hektar großen Garten mit Seerosenteich, Enten, Bienenstöcken, ganz vielen Rhododendren, zwei Eseln, ganz vielen Wildrosen, Apfel- und anderen Obstbäumen, Zaubernuss und vielen wilden Ecken. 

Im Laufe der Jahre verwilderte der Garten immer mehr, weil die alte Dame es nicht mehr schaffte, alles zu versorgen. Die Esel und Enten bekamen eine neue Heimat. Einzig die Bienen behielt sie bis kurz vor die Übersiedlung ins Pflegeheim, und so bekam ich im Sommer oft morgens um sechs Uhr Anrufe von ihr. Zu der Zeit war sie schon seit Sonnenaufgang im Garten unterwegs gewesen, um die Bienen zu versorgen. 

Wenn ich bei ihr zu Besuch war, bekam ich immer etwas mit:  Selbstgemachte Ringelblumensalbe für unsere Neurodermitis-Hände (die Salbe war auf Schweineschmalzbasis - sehr gewöhnungsbedürftig), Zaubernusszweige im Winter (die in eine der hier vorgestellten Vasen kamen), Äpfel und Honig im Herbst, Rosen im Sommer - und damit die heil bei mir ankamen, gab sie mir beim ersten Mal die Rosenvase mit (ich vermute, es ist eigentlich ein Zahnputzbecher).

Meine Nenn-Omi versuchte auch immer, mir die Natur nahezubringen, aber obwohl ich gerne gärtnere, kann ich mir vieles einfach nicht merken. Ihr Wissen war einfach einzigartig! Ich bin sehr dankbar, dass wir uns kennenlernten und lernte abseits des Gartens viel von ihr, vor allem Großherzigkeit, Großzügigkeit und Menschlichkeit. 

Die NS-Zeit überlebte sie sehr abenteuerlich, gehörte zum Umfeld der Roten Kapelle, entkam durch Zufälle, Glück und solidarischer Kameradschaft allen Verhaftungswellen. Nach der Befreiung schloss sie rasch das Studium ab, arbeitete als Privatlehrerin für eine Fürsten-Familie und heiratete schließlich einen viel älteren Buchhändler. Die Ehe war alles andere als glücklich; erst nach dem Tod ihres Mann begann sie, wieder zu leben. In ihrem kleinen Hexenhäuschen inmitten des riesigen Grundstücks führte sie ein Leben voller Musik, Literatur, Kunst - und Orchideen, für die sie eigens ein riesiges Fenster einbauen ließ. 

Das Haus war immer offen, gerade auch für Menschen in Not - so zum Beispiel für einen jungen Mann, der, kaum 20 Jahre alt, zum Mörder wurde, und einen anderen jungen Mann, der in ein Bürgerkriegsland abgeschoben werden sollte. Beide wurden kurzerhand adoptiert, um ihnen mit neuem Nachnamen ein anderes Leben zu ermöglichen. Dafür wählte sie ihren Geburtsnamen, denn gegen alles andere hätte die Familie ihres Mannes rebelliert (eine andere oder Kinder hatte sie nicht; der Kontakt zu ihren Geschwistern und deren Familien war abgerissen). 

Der Familie ihres Mann missfiel nicht nur das. Die alte Dame hatte zwar lebenslanges Wohnrecht in ihrem Hexenhäuschen, war finanziell durch eigene Arbeit gut abgesichert, aber die Familie machte kein Hehl daraus, dass das Grundstück lieber heute als morgen zu Geld gemacht werden sollte. Kaum kam die alte Dame in ein Pflegeheim, weil sie sich nicht mehr alleine versorgen konnte, wurde das Grundstück verkauft. Heute stehen dort teure 08/15-Reihenhäuser mit 08/15-Gärten. Ich war seit dem Ausräumen des Hauses nicht mehr dort - es würde zu sehr schmerzen. 

Zu unseren Treffen gehörte auch immer ein Essen, für das sie sorgte: Sie fuhr gerne zum Forellenhof, weil sie in der Nähe gut mit den Pudeln laufen konnte, also gab's regelmäßig Räucher-Forellen mit Pellkartoffeln (oder Forelle blau an Silvester). Im Winter gab's Grünkohl - lohnt sich ja nicht für eine alleine, genug, dass ich etwas mitnehmen musste, war also immer da. Zum Grünkohl gehörten natürlich kleine zuuckerbraune Kartoffeln! Jetzt um diese Jahreszeit gab's selbstverständlich Spargel mit Schinken. Die alte Dame war außerdem der Meinung, Schinken und Milch seien das Heilmittel gegen Kummer jeglicher Art - dass ich eine Zeitlang koscher lebte, war da egal: Bei Kummer gibt's Schinkenbrot mit Milch, basta!   

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Freitag, 1. April 2022

Legwarmer / Stulpen aus den 1980er Jahren

Erinnert ihr euch an die frühen 1980er Jahre, als Aerobic aka Popgymnastik modern war? Stulpen oder Legwarmer waren damals obligatorisch, und in sämtlichen Frauenzeitschriften gab's Strickanleitungen dafür.

Quietschbunte Stulpen.

Bei der Umgestaltung unseres Schlafzimmers guckten wir gründlich alle Kladage durch, und da fand sich tatsächlich ein Paar Legwarmer, das Mudderns mir in den frühen 1980er Jahren strickte.

Die Stulpen im Ganzen.

Ich war wieder hin und weg davon, wie akkurat Mudderns stricken konnte und wünschte, ich könnte es nur halb so gut. Was sie allerdings überhaupt nicht möchte, war Fädenverziehen - die Innenseiten sind sehr chaotisch ...

Das Muster im Detail.

Damit die quietschbunten Stulpen nicht wieder verloren gehen, wohnen sie jetzt sicher verwahrt bei den Winterstricksachen im neuen Kleiderschrank. 

Die Stulpen unterwegs.

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Freitag, 21. Januar 2022

Friday Flowerday: Amaryllis für die Tante

Auf dem Weg zu Tante machten wir einen Zwischenstopp in Hammelburg, und als ob ich ahnte, dass Tante sich selbst eher selten Blumen kauft, beschloss ich, dass wir ihr einen Strauß mitbringen. 

Amaryllis, Lisianthus, weiße Rose und Seidenkiefer.

Eigentlich wollte ich keine Amaryllis haben, und schon gar keine rote, weil's die im Winter ja überall gibt, aber in der Kombi mit weißer Lisianthus und Rose gefällt nicht nur mir der Strauß ausnehmend gut - Tante war hin und weg. 

Die Amaryllis behauptet sich gegen Tantes Stehrümchen.

Den Strauß stellte eine freundliche alte Dame bei Hurrlein am Hammelburger Marktplatz zusammen - ich vermute, es ist die Seniorchefin. Dieser Beitrag geht rüber zur Freutag-Linkparty und zum Friday Flowerday. Vielen Dank für's Sammeln!

Freitag, 17. Dezember 2021

Friday Flowerday: Der geschenkte Strauß

Als ich Montag Morgen bei der Blumenfrau im Dorf vorbei kam, überlegte ich, mir wieder so einen kleinen kugeligen Amaryllis-Strauß mitzunehmen wie vor zwei Wochen. Dann aber entschied ich mich dagegen.

Mittags eilte ich über eine Ampel am Gänsemarkt, um vorm Ladendienst noch schnell das eine und andere zu erledigen, als mich eine neben mir gehende Frau ansprach: "'tschuldigung, fahren Sie jetzt zufällig nach Hause und können die Blumen ins Wasser stellen?" "Äh, also, nee, aber Blumen ins Wasser stellen kann ich." "Hier bitte, dann gehört dieser Strauß jetzt Ihnen!" 

Amaryllisstrauß im Garten. Ich freue mich, dass es keine rote Amaryllis ist, denn an denen sehe ich mich im Winter schnell satt.

Sprachs und entschwand mit ihrem Begleiter samt Rollkoffer und Taschen in der Gänsemarkt-Passage. Ich konnte ihnen gerade noch "Herzlichen Dank!" hinterherrufen. 

Vom Begleitgrün kann ich nur Eukalyptus identifizieren.

Der Strauß war ganz frisch; den Duft der Eukalyptuszweige konnte ich sogar durch die FFP2-Maske wahrnehmen. Im Laden kam der Strauß erstmal ins Wasser, zu Hause dann in eine Glasvase mit Silberrand. Die kam auch durch Zufall zu mir: Ich rettete sie mal vorm Altglas-Container. 

Ich mag's, dass die Amaryllis nicht wie so oft mit Kiefer oder Tanne gebunden wurde.

Durch den geschenkten Strauß, der noch eingewickelt war, entdeckte ich den Blumenladen in den Colonnaden wieder. Den hatte ich nicht mehr auf dem Zettel, obwohl ich jahrelang in der Straße arbeitete und mir dort freitags gerne Blumen holte.

Den Blumenplatz teilt sich der Strauß mit einem Weihnachtsstern, den uns die südkoreanischen Nachbarn als Dankeschön für ein Jahr Paketannahme schenkten. Im Kästchen davor ist ein Abschiedsgeschenk von ihnen, da sie inzwischen wieder in der Heimat sind.

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Freitag, 3. September 2021

Mein Verspätungsschal

Als ein Verspätungsschal auf Twitter die Runde machte, hatte ich sofort Lust, einen für die ewigen Verspätungen meiner Bus- und S-Bahn-Fahrten zu stricken. Die sind nämlich seit Jahrzehnten ein Ärgernis. Wie ich zu dem Projekt kam, kannst Du hier nachlesen. Alle Beiträge zu dem Projekt findest Du hier.

Der Schal im Ganzen.

Im Hamburger Westen ist der ÖPNV auf die S-Bahn ausgerichtet, die Zubringung erfolgt per Bus. Ich bin beim Bus auf die eine Linie angewiesen, die direkt vor der Tür hält und den gesamten Westen durchquert, vom ländlichen Teil bis zum Bahnhof Altona. Da kann es am Anfang der Linie dann schon mal zu Verspätungen durch Kühe oder Pferde auf der Straße kommen, während es später eher Falschparker sind (und der Dauerstau vorm Elbtunnel, denn die Linie muss durch die Zubringerstraßen zur A7 durch).

Bevor die die Buslinie X3 gab, fuhr ich mit der Buslinie von der Haustür bis zur S-Bahn und mit der weiter ins Büro. Dabei muss ich in Altona umsteigen, was selten klappt und regelhaft 10 Minuten Verspätung bedeutet. Es gibt zwei Strecken in die Innenstadt: Tunnelstrecke und Verbindungsbahn. Ich fahre normalerweise über die Verbindungsbahn. 

Die S-Bahn-Technik ist zudem bummelig 100 Jahre alt und nicht erneuert. Dafür ist sie erstaunlich robust, aber dennoch: Es vergeht kein Tag, ohne dass mir die S-Bahn-App meldet, dass Anschlusszüge nicht erreicht werden oder ausfallen. Auf beiden Strecken ist immer was los: Polizei- oder Feuerwehreinsätze, Personen im Gleis, Stellwerksstörungen, Zugausfall wegen kranken Lokführer, Schienenersatzverkehr wegen Bauarbeiten ... In den Sommerferien ist ein Teil der S-Bahn-Strecke regelhaft mehrere Wochen wegen Bauarbeiten gesperrt. Passiert dann auf der zweiten Strecke etwas, ist Stillstand. Der Busverkehr ist da trotz Dauerstau berechenbarer. Noch schneller geht's tatsächlich mit dem Auto, aber die Parkkosten sind mir mit 300 Euro / Monat in der Innenstadt zu hoch.

Der Verspätungsschal im Detail. Hellgelb steht für pünktliche Fahrten, Gelb für Verspätungen bis 5 Minuten, Orange für Verspätungen bis 20 Minuten und Rot mit Perlen für Verspätungen über 20 Minuten.

Von Januar 2019 bis Januar 2020 führte ich also akribisch Buch über alle Verspätungen. Wobei: Genau genommen umfasst der zwölfte Monat den Zeitraum 1. Januar bis 6. Februar. In diesem Monat kam ich auf 356 Verspätungsminuten bei 56 Fahrten.

Insgesamt stecken im Verspätungsschal 3001 Verspätungsminuten auf 430 Fahrten. Im Schnitt ist also jede Fahrt 6,97 Minuten verspätet. Die größte Verspätung betrug 39 Minuten. 26 Fahrten sah auch der HVV als verspätet an - das ist immer dann der Fall, wenn die Verspätung mehr als 20 Minuten beträgt. Dafür gibt es eine Entschädigung von 1 Euro pro Fahrt, wenn man sich die Mühe der Antragsstellung macht. Fünf Fahrten mit Verspätungen über 20 Minuten flossen nicht in meine Statistik ein, weil in dem Zeitraum mal wieder SEV war. Da gab's keine Entschädigung.  

Der Schal beim Abhängen.

Damit der Verspätungsschal nicht so alleine ist, wird's dazu Handschuhe und Mütze geben. Allerdings ruht das Projekt gerade, denn nach Fertigstellung des Schals kam Corona und damit Heimarbeit, weitgehender ÖPNV-Verzicht. Mal schauen, wann Handschuhe und Mütze fertig werden. Verstrickt habe ich übrigens Ficolana Arwetta Classic, gekauft im Uldgården.

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Freitag, 27. August 2021

Hüttenschuhe mit extra langem Schaft

Der Gatte leidet krankheitsbedingt unter kalten Extremitäten und freut sich deshalb immer wieder über Socken mit extralangem Schaft oder Stulpen. Im Lauf der Jahre habe ich mir da gewisse Fertigkeiten angeeignet. Gerade Stulpen sind schwierig, denn in den Läden fand er nur welche für Frauen, und die passen nicht richtig, sind zu kurz. Deswegen fertige ich Beinstulpen inzwischen maß.

Hüttenschuhe mit einem Schaft, der lang genug zum Krempeln ist.
Hüttenschuhe, langgemacht.

Bislang traute ich mich bei Socken (und Hüttenschuhe sind ja nichts anderes als Socken mit Sohle) nicht, richtig lange Schäfte zu stricken, denn ich war unsicher, ob 150 g Wolle bei Größe 46/47 für ein Paar reichen. Also strickte ich auch diesmal nicht einen wahnsinnig langen Schaft, hatte dann aber beim ersten Paar noch so viel Wolle über, dass ich noch etwas anstrickte. Ergebnis: 150g sechsfache Sockenwolle reichen locker für ein Sockenpaar mit einem Schaft mit 105 Runden!

Noch ein Paar Hüttenschuhe.

Hüttenschuhe von vorne.

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Freitag, 20. August 2021

Barockgarten Jersbek / Jersbeker Park

"Wer rechnet hier mitten auf dem Land schon mit so einem tollen Park?", meinte der erstaunte Gatte, als ich ihm den Barockgarten in Jersbek zeigte. Obwohl der Anfang des 18. Jahrhunderts angelegte Park nur noch rudimentär erhalten ist, lässt sich seine einstige Pracht noch erahnen. Die Anlage steht unter Denkmalschutz, das dazugehörige Gut Jersbek, Herrenhaus samt Nebengebäuden, ist in Privatbesitz und wird von den Nachfahren der ursprünglichen Gutsherrenfamilie bewohnt.

Rondell und Torhaus, einst quasi das Entrée zum Barockgarten. Im Keller befand sich das gutseigene Gefängnis; seitlich wohnten die Gutsarbeiter.
Blick auf die Seitengebäude und das eigentliche Gutshaus. Die Gebäude sind bewohnt, das Areal privat und nicht zu betreten.

Bei unseren Besuchen Mitte April 2018 (damals machte ich die Fotos) bzw. Mitte August präsentierte sich der Park im Wesentlichen Grün. Besonders schön muss er im Frühjahr sein, wenn auf den Wiesenflächen tausende Buschwindröschen und Schlüsselblumen blühen, oder mit bunt gefärbten Blättern im Herbst. Im Herbst lohnt sich der Besuch auch wegen der Streuobstwiese mit Apfelbäumen. Gegen eine Spende darf man hier für den Eigenbedarf ernten.

Sichtachse von Eingang bis zu den sogenannten Jagdsternen, sternförmige Schneisen für die Treibjagd.
Die Streuobstwiese im Frühjahr.

Je nach Kondition kann man den Park auf drei Wanderrouten von 1,4 km bis 3,5 km Länge erkunden. Vor drei Jahren nahm ich die mittlere Runde, die bis zum Wasserbecken und zu den sogenannten Jagdsternen führt, mit dem kranken Gatten war es nur ein kurzer Spaziergang. Die lange Runde führt u.a. zum historischen Eiskeller und zur ehemaligen "Holländerei" genannten Milchwirtschaft. Später mal. 

Lindenkreis "12 Apostel". Die fehlende Line wurde inzwischen nachgepflanzt. In diesem "grünen Salon" wurden im Sommer im kleinen Kreis Gäste empfangen.
Der Lindenkreis.

Die Jagdsterne, sternförmige Schneisen für Treibjagden, verlängern den eigentlichen Garten. Beliebt ist die Jagd auf Dam- und Rotwild. Jersbek liegt am Rande des Duvenstedter Brook, einem Naturschutzgebiet, eingerichtet von Reichsstatthalter Hamburgs, Karl Kaufmann, der es zu seinem persönlichen Jagdgebiet machte und für die Bevölkerung schloss. Inzwischen ist der Duvenstedter Brook wieder frei zugänglich.

Eine der vielen prächtigen Alleen.
Die Lindenalleen sind vierreihig.

Start und Ziel ist am Landgasthof Zum Fasanenhof mit dem ehemaligen Küchengarten. So einladend sich das Lokal auch präsentiert, eine Einkehr ergab sich nicht. 

Die Bäume haben hier Gesichter.

Bis heute erhalten sind die Alleen, Sichtachsen und Heckengänge, die Aufteilung in Parkett- und Boskettbreich, die Flächen zum Lustwandeln und natürlich der Wald. Manche Gebäude wie das Gartenhaus, in dem einst Opern und Konzerte veranstaltet und Feste gefeiert wurden, sowie viele Dekorationselemente wie Putten und Pavillons, fehlen leider. Konzerte und Führungen hingegen werden immer wieder veranstaltet, aktuell natürlich nur, sofern Corona es zulässt.

Erinnerungsbank. Wer auf Ruhebänke angewiesen, hat ansonsten Pech, denn die sind Fehlanzeige. Für den Gatten habe ich deswegen immer einen Flipstick* dabei.

Der Barockgarten in Jersbek ist von Hamburg aus in etwa zwei Stunden (einfache Strecke) mit dem HVV erreichbar - theoretisch. Fährt man unter der Woche, hält die Linie 8111 quasi vor der Tür. Am Wochenende läuft man etwa 50 Minuten von Bargteheide aus zu Fuß - oder man nimmt das Auto und fährt knapp eine Stunde (einfache Strecke). Parkplätze gibt es an der Bushaltestelle und vor dem Landgasthof Zum Fasanenhof normalerweise reichlich.  

Der Landgasthof "Zum Fasanenhof".

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Freitag, 11. November 2016

Eine Nacht auf Schloss Saaleck

Nachdem klar war, dass wir unseren Urlaub abbrechen müssen, war auch klar, dass wir die Strecke Inzell - Hamburg nicht in einem Stück fahren würden. Wenn sich's vermeiden lässt, reisen wir lieber statt zu rasen (und zu dem Zeitpunkt war uns noch nicht klar, dass der Gatte eigentlich ins Krankenhaus gehört).

Blick auf den abendlichen Schlosshof.
In Hammelburg wollten wir ohnehin einen Zwischenstopp machen, ein paar Tage, um zu wandern und Wein zu kaufen. Jetzt würde es halt nur ein kurzer Stopp in der Vinothek von Schloss Saaleck werden - und eine Übernachtung auf dem Schloss.

Eingang ins Restaurant und Hotel.
Das hatten wir schon länger geplant, aber am ursprünglich geplanten Termin war das Hotel, das zum Schloss gehört, ausgebucht. Jetzt, bei der ungeplanten Rückreise, war ein Zimmer auf Schloss Saaleck frei.

Im Foyer.
So hatte der verpatzte Urlaub dann einen sehr schönen Abschluss.

Überall gibt es Blumen, auch auf den Zimmern (und das Ding neben den Blumen ist des Gatten Uhr).
Auf Schloss Saaleck übernachteten schon die Eltern des Gatten, wenn sie ihn besuchten, als er als Offizier in Hammelburg stationiert war. Der Gatte selbst war öfter auf dem Schloss, wenn er seine Eltern dort traf oder Feiern für vorgesetzte Dienstgrade organisierte, aber in den letzten Jahrzehnten hat sich natürlich vieles verändert.

Häschen und Schäfchen habe es sich schon mit dem Strickzeug bequem gemacht und freuen sich über Rosen, Wein, Traubensaft und Wasser (Obst und Schnobkram standen auch bereit).
Der Rest der Bande guckt sich auf der anderen Zimmerseite um.
Das Schloss ist eine im Mittelalter erbaute Burg, die auf einem Bergsporn hoch über der Stadt thront. Aus dieser Zeit ist noch der Bergfried erhalten, wenngleich er im Dreißigjährigen Krieg etwa sechs Meter Höhe einbüßte. Das Erscheinungsbild der übrigen Burganlage ist überwiegend auf die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg zurückzuführen.

Hier haben wir sehr gut geschlafen.
Detail.
Wir hatten ein Zimmer im Ostflügel mit einem wunderbaren Blick auf die Stadt im Tal. Außerdem hatten wir das Schloss quasi für uns, denn im Restaurant war Ruhetag, außer uns waren nur noch fünf Stammgäste im Hotel. So genossen wir einen lauen Abend auf der Bank am Burgtor, zusammen mit einer verschmusten jungen Katze, die den Gatten so verzauberte, dass er sie am Liebsten mitgenommen hätte - und der Gatte mag keine Katzen. Diese faszinierte ihn aber so sehr, dass er immer wieder von ihr erzählt ...

Blick ins Badezimmer.
Als wir abends ins Restaurant gingen, fand ich mich plötzlich Aug' in Aug' mit Domenica Niehoff wieder. Ein Portrait der Hamburger Domina hängt in der Weinstube. Hier, mitten in Franken, auf ein Stück St. Pauli zu treffen, war unerwartet. Die Erklärung ist einfach: Ewald Hupp, seit fast drei Jahrzehnten Pächter von Saaleck, war befreundet mit dem Hammelburger Maler Robert Höfling und der Hamburger Sexarbeiterin und Streetworkerin.

Blick aus unserem Zimmer auf die Stadt.
Sonnenaufgang am nächsten Morgen.
Während eines ihrer Aufenthalte in Hammelburg kam Niehoff dem schon oft geäußerten Wunsch Höflings nach und ließ sich im Juli 1997 von ihm malen. Von der Sitzung existierte lange Zeit nur ein Foto, das Porträt selbst galt als verschollen. Nun hängt es hier, an sehr prominenter Stelle, und strahlt eine wunderbare Lebensfreude aus.

Weinstube mit Schank und Domenica-Porträt.
Im Hotel gibt es auch ein Robert-Höfling-Zimmer, in das sich, wenn es gerade frei ist, ein Blick lohnt. Höfling ist außerhalb Hammelburgs leider kaum bekannt. Ich hoffe, ich habe noch öfter Gelegenheit, seine Werke zu sehen, denn für mich war dieser Künstler eine wirkliche Entdeckung.

Kerl und Katze.
Da wir erst spät und bei Regen auf dem Schloss ankamen, machte ich nur Detailfotos. Einen guten Überblick über die Gesamtanlage gibt's bei Wikipedia. Mehr zum Abend im Restaurant gibt es in der Kombüse.

Die Bande ist abfahrtsbereit.
Dieser Beitrag geht zu Nähfroschs Urlaubslinkparty und zum Freutag.