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Dienstag, 6. Januar 2026

Snowflake-Schal aus Metallico von Hobbii

Ich überlegte lange, welchen wolligen Adventskalender ich möchte, entschied mich dann für den von Hobbii, denn es gibt jeden Sonntag ein Projekt, das sich kommod in einer Woche abschließen lässt - also, in der Theorie. In der Praxis warf mich der Tod des Gatten so aus der Bahn, dass ich eine Strickblockade hatte bzw. seit Wochen nur Mützen stricke, weil das Hirn für mehr nicht reicht. Als ich den Kalender bestellte, saß der Gatte neben mir auf einer Bank in der Sonne vorm Krankenhaus, wussten wir noch nichts von seiner tödlichen Infektion ... 

Ich mag es sehr, dass der Schal die Form von Engelsflügeln hat.

Schneeflocken auf dem Snowflake-Schal.

Am vierten Advent waren Wolle und Anleitung für den Snowflake-Schal im Beutel. Die flauschige Wolle begeisterte mich so sehr, dass ich den Schal am Montag annadelte und am Mittwoch abkettete. Kraus rechts stricken schaffte mein wattiges Hirn noch gerade so, und die Zunahmen und die Noppen sehen auch nicht so verkehrt aus.

Wolle, gestickte Schneeflocken und Noppenrand im Detail.

Mit den gestickten Schneeflocken tat ich mich etwas schwer, weswegen meine Schneeflocken sehr minimalistisch ausfallen. 

Nochmal Wolle und Muster im Detail.

Dieser Beitrag geht rüber zum Dings vom Dienstag, zum Flickensalat und zum Creativsalat. Vielen Dank für's Sammeln!

Montag, 29. Dezember 2025

Samstagsplausch KW 52/25: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCCII

Dreißig Minuten vom Eintreffen bei Schwiegermutter und Tante bis zum Entschluss, wieder abzureisen, sind selbst für mich Rekord. Als ich letzten Sonntag bei Schwiegermutter und Tante ankam, eskalierte Schwiegermutter sofort. Es kam zum Rotgarnelen-Gate.

Schwiegermutter und Tante kauften die falschen Garnelen: Rohe, ungeputzte Rotgarnelen. Keiner der beiden wusste, wie man sie küchenfertig macht. Sie versuchten es am Vortag und veranstalteten anscheinen ein Massaker. Tante und ich überlegten, was wir damit machen können, denn wir wollten nicht anderthalb Kilo Garnelen wegwerfen (und Foodsharing ist in Dachau schwierig). Schwiegermutter, die harthörig ist und Hörgeräte verweigert, war der Ansicht, wir reden über sie und gäben ihr die Schuld für die falschen Garnelen. Sie betonte mehrfach, nicht sie sei Schuld an den falschen Garnelen, sondern ausschließlich Tante, denn die habe ihr nicht richtig vorgelesen was auf der Packung stehe (Schwiegermutter ist auch noch halbblind). Ich bekam das Verbot, mich mit Tante zu unterhalten, damit wir uns nicht gegen Schwiegermutter verbünden. 

Das war die erste halbe Stunde. Da überlegte ich, wie ich die Rückfahrt stressfrei organisiere, saß still auf meinem Platz und strickte. I sit, I knit, und Tante hat nichts dagegen, im Gegenteil. Schwiegermutter unterhielt sich nur noch mit Tante, ich durfte nichts mehr sagen, wurde angeschrien, wie ich es denn wage, mich in die Unterhaltung von Erwachsenen einzumischen, wenn ich wagte, etwas zu sagen. Ich durfte auch nicht stricken, sondern sollte andächtig Schwiegermutters Ergüssen lauschen (und Stricken ist ordinär). Schwiegermutter ignorierte zum zweiten Mal meine sehr deutliche Ansage zu ihrem Benehmen.

Das war der Punkt, an dem ich meine Sachen packte und beschloss, im Hotel mit Internet die Rückreise zu klären (bei Tante gibt es keinen Empfang). Das brachte Schwiegermutter total aus der Fassung. Sie schrie, wenn ich jetzt ginge, wären wir geschiedene Leute. Ob ich das wolle? Sie sollte keine rhetorischen Fragen stellen. Zu ihrem Leidwesen kann sie mich anders als ihren Sohn nicht erpressen. Als Schwiegermutter merkte, dass sie mich nicht aufhalten kann, lenkte sie ein, entschuldigte sich und war den Rest der Woche handzahm. 

Ich entschied von Tag zu Tag, was besser für mich ist: Bleiben oder Abfahren. Letztlich blieb ich die ganze Woche, was mir gut tat. Ich konnte in München nochmal die vertrauten Wege gehen und war dabei nicht alleine mit meiner Trauer. Ich konnte in Dachau die Wege gehen, die wir im letzten Jahr nicht mehr gemeinsam gehen konnte, weil der Gatte schon nicht mehr schmerzfrei gehen konnte. Ich reduzierte das Zusammensein mit Schwiegermutter auf das notwendige Minimum, was leider bedeutete, dass ich auch mit Tante, die ich sehr gerne mag, nur wenig Zeit verbringen konnte. Dafür leistete ich ihr noch länger Gesellschaft, nachdem Schwiegermutter abfuhr und bevor ich selbst fuhr. Ich muss mal schauen, dass ich zukünftig öfter mit ihr telefoniere, denn wir beide möchten nicht, dass der Kontakt abreißt. 

Ich konnte etwas zur Ruhe kommen, ging viel spazieren, schlief viel (manchmal denke ich sogar, meine Augenringe sind weg) und strickte viel. Dafür lese ich aktuell kaum, was auch daran liegt, dass der Tolino mal wieder zickt.

Alphornbläser vor einem der Schleißheimer Schlösser. 

Beim Spaziergang durch die Schleißheimer Schlossanlagen musste ich besonders oft an den Gatten denken. Die Nische, in der er sich letztes Jahr ausruhte, war leer. Der Gatte war so verzweifelt darüber, dass wir nur ein paar Meter gehen konnten, weil seine Beine nicht mehr wollten. Dieses Jahr war ich länger unterwegs und hatte das Glück, ein Konzert dreier Alphornbläser zu erleben. Ich wäre gerne länger spazieren gegangen, aber der Wind war eisig, und dafür hatte ich den falschen Mantel mit. 

Hier galt 294 Wochen: Der Gatte und ich waren coronabedingt weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall, im sechsten steckte er sich bei einem neunwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Candidozyma auris an. An der Pilz-Infektion starb er im Oktober 2025 im Alter von 64 Jahren. Seit Woche 294 versuche ich mich, im Alleinleben zurechtzufinden. Jetzt ist Woche 302.

Ich hänge aktuell mit den Blog-Beiträgen hinterher. Mir fehlen Ruhe und Konzentration. Beides reicht gerade mal so für's Arbeiten. Deswegen geht dieser Beitrag diesmal nicht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea, denn ich bin zu spät. Über's Kochen und Einkaufen in der Weihnachtswoche berichte ich demnächst in der Kombüse.

Dienstag, 9. Dezember 2025

Gestrickte Engelchen als diesjährige Weihnachtskarten

Dieses Jahr bin ich sehr früh dran mit den Weihnachtskarten, was daran liegt, dass ich endlich mal wieder bei der Aktion Post mit Herz mitmache.

Ich habe zwei unterschiedliche Engel gestrickt. Die Hälfte hat weiße Körper und goldene Flügel, bei der anderen Hälfte ist es umgekehrt.

Und so kümmerte ich mich vorgestern nicht nur um die Danksagungen für die Kondolenzen, sondern auch um die ersten Weihnachtskarten. Die für Nachbarn und Freunde kommen nächstes Wochenende dran, denn sie müssen verteilt bzw. verschickt werden, bevor ich in den Weihnachtsurlaub starte.

Goldene Engel mit weißen Flügeln.

Zuerst zögerte ich, auch dieses Jahr die Weihnachtskarten wieder selbst zu gestalten, denn seit dem Tode des Gatten mag ich nicht mehr stricken oder häkeln. Andererseits brauchen Hirn und Hände Beschäftigung. So kam ich über die kleinen Engel dann wieder zum Handarbeiten. Sicher eine Form der Trauerarbeit, des Heilungsprozesses. 

Ein Rudel Engel hängt so rum.

Die Anleitung stammt von Frau Schaf mit Schal und kann hier als PDF heruntergeladen werden. Die kleinen Engelchen eignen sich wunderbar zur Verwertung von Wollresten.

Noch mehr Weihnachtskarten mit Strick-Engeln.

Dieser Beitrag geht rüber zum Dings vom Dienstag und zum Creativsalat. Vielen Dank für's Sammeln!

Sonntag, 7. Dezember 2025

Samstagsplausch KW 49/25: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCXCIX

In dieser Woche arbeitete ich nach einem halben Jahr Pause zum ersten Mal wieder. Als ich Mitte Juni zum letzten Mal ins Echtbüro fuhr, stand der Gatte in der Haustür, winkte mir zum Abschied, und als ich nachmittags wieder nach Hause kam, wartete er mit dem Tee. Es folgten noch zwei Tage im Heimbüro, dann zwei Wochen Urlaub, an dessen letztem Tag der Gatte als Notfall ins Krankenhaus kam. Der Aufenthalt sollte zu seinem Tode im Oktober führen. Sechs Wochen nach seinem Tod jetzt also wieder der Start ins Berufsleben. 

Willkommensgruß meiner Kolleginnen.

Es ist unwahrscheinlich schwer. Ich weine viel. Meine Kolleginnen sind entzückend, überschütten mich mit Wärme, Herzlichkeit, Verständnis und Geschenken, aber dennoch: Es ist schwer. Mir fehlt die Konzentration, ich bin erschöpft und ausgebrannt. Die Trauer überlagert alles. Aber ich weiß, dass ich die Struktur, den geregelten Tagesablauf, die soziale Interaktion brauche. 

Sonntag war ich wie jeden ersten Advent in den letzten beiden Jahrzehnten bei Schwiegermutter. Bis wir beschlossen, uns nichts mehr zu schenken, war da Wunschzettelschreiben angesagt. Der Gatte gestaltete richtige Kunstwerke! Die Tradition wollte es zudem, dass der Gatte die erste Kerze am Adventskranz anzündet. In diesem Jahr fehlt der Gatte. 

Schwiegermutter war erschreckend klapperig, taumelig, völlig neben der Spur. Kurz überlegte ich, ob sie einen Schlaganfall haben könnte. Es scheint aber, dass sie sich mit einem Beruhigungsmittel, das ihre Ärztin ihr verschrieb, ausknockte, denn einen Tag später war sie wieder halbwegs normal. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

Schwiegermutter schenkte mir ein Foto vom ersten Weihnachtsfest in unserer ersten Wohnung. Wie jung, verliebt und glücklich der Gatte und ich uns darauf ansehen!

Auf dem Rückweg hatte ich einen Auto-Unfall, in dessen Folge ich durch die Polizei belehrt wurde, dass Fahrerflucht keine strafrechtliche Relevanz hat. Schon schön! Der Unfallverursacher flüchtete nämlich, und ich wollte ihn anzeigen. Er hat den Unfall ganz sicher mitbekommen, denn er verzögerte seine Fahrt, beschleunigte erst, als er sah, dass es einen Schaden gab. Der junge Mann, der auf meinen Wagen auffuhr, bekam von mir das Kennzeichen der Fahrerflüchtigen. Bei meinem Wagen (und bei mir) entstand zum Glück kein nennenswerter Schaden. Bei dem Wagen des jungen Mannes sah es schon anders aus. Und ja, ich weiß, rechtlich ist der Fahrer Schuld, der auf meinen Wagen auffuhr, aber zur Vollbremsung zwang mich der Fahrer, der meinen Wagen schnitt. Mir blieb nur die Vollbremsung, wollte ich Wagen, der mich schnitt, nicht rammen. Aber Fahrerflucht hat wie gesagt laut Polizei keine strafrechtliche Relevanz, also kommt der Fahrer mit seinem asozialen Verhalten davon.

Ich fuhr dann weiter ins Lager, um noch mal zu gucken, dass ich alles Wichtige mitnahm. Ich fand die Taufkerze des Gatten, was Schwiegermutter sehr freute, und einige Fotos, was mich sehr freute. Generell fehlen mir viele Fotos. Ich hoffe, die tauchen noch irgendwo hier im Haus auf. Im Lager musste ich dem Impuls widerstehen, alles einzupacken und mitzunehmen. Stattdessen beauftragte ich den Entrümpler und kündigte das Lager. Ich kann einfach nur hoffen, dass ich alles, was mir emotional wichtig ist, herausholte. 

Das Karlchen wurde vom ADAC überbrückt und schaffte es dann aus eigener Kraft zu Opel. Das ist schon mal ein gutes Zeichen, denke ich. Auf dem Weg dorthin dachte ich ein paar Mal, ich bin völlig falsch, denn es war sehr ländlich. Mir flogen sogar Rebhühner vor's Auto! Der Opel-Mechaniker vermutet, dass die defekte Zentralverriegelung für Ruhestrom sorgt. Ich muss in den nächsten Tagen mal anrufen und fragen, wie es aussieht. Die Werkstatt machte einen guten Eindruck, nicht nur wegen des Werkstatt-Hundes, sondern auch, weil man zuhörte, mir alles genau erklärte. Ich bekam auch einen Tipp für eine Opel-Werkstatt, die mit dem ÖPNV erreichbar wäre und die ich über Google nicht fand. Für den Moment bleibe ich bei dieser Werkstatt. Sicher würde mich auch der überrechte Nachbar dorthin fahren, wenn ich frage, aber daran dachte ich jetzt nicht. 

Hier galt 293 Wochen: Der Gatte und ich waren coronabedingt weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall, im sechsten steckte er sich bei einem neunwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Candidozyma auris an. An der Pilz-Infektion starb er im Oktober 2025 im Alter von 64 Jahren. Seit Woche 294 versuche ich mich, im Alleinleben zurechtzufinden. Jetzt ist Woche 299.

Dieses Wochenende bin ich seit dem Todes des Gatten zum ersten Mal alleine, ohne Besuch, ohne Verabredungen. Das ist schwer, ungewohnt, aber ich muss lernen, Stille, Leere und Einsamkeit auszuhalten. Falls es zu schlimm wird, habe ich mir heute eine Veranstaltung herausgesucht, zu der ich spontan gehen kann, oder ich gehe ins Kino. Aktuell laufen viele Filme, die ich sehen möchte. Außerdem sind da Nachbarinnen, zu denen ich jederzeit mit Strickzeug gehen kann. Dafür bin ich dankbar. 

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse.

Samstag, 29. November 2025

Samstagsplausch KW 47/25 und 48/25: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCXCVII und CCXVIII

Es gibt dieses Jahr dann
doch noch ein bisschen
Adventsstimmung.
Die letzten beiden Wochen waren ziemlich anstrengend. Eigentlich wollte ich mir nach der Woche mit Trauerfeier und Beisetzung eine ruhige Woche gönnen, bevor diese Woche die Räumung des Lagers auf dem Plan stand, aber das ging sich nicht aus. Es war einfach zu viel zu erledigen, und dazu kamen noch ziemlich viele "Mal-Ebens". Ich bin unwahrscheinlich erschöpft und müsste eigentlich einiges an Papierkram abarbeiten, Rechnungen bezahlen, Wäsche machen undundund, aber mir fehlen die Kraft und die Konzentration.

Die Lagerräumung war zum Glück weniger aufwändig als befürchtet, denn überraschenderweise war das Lager fast leer! Ich frage mich seit einer Woche, ob der Gatte zwischendrin mal da war und ein paar Dinge mitnahm oder entsorgte, aber eigentlich fuhr er seit Sommer 2024 nicht mehr selbst Auto. Jedenfalls war es eine unwahrscheinliche Erleichterung, nicht bis zur Erschöpfung arbeiten zu müssen. Ich nahm ein paar Erinnerungen, zwei Möbel, die der Gatte baute, meine Sachen und ein paar Dinge, die ich hoffentlich verkaufen kann, mit. Um den Rest wird sich ein Entrümpler kümmern. Morgen auf dem Rückweg von Schwiegermutter gucke ich nochmal kurz im Lager vorbei, um sicherzugehen, dass ich nichts übersah, was mir wichtig ist. 

So blieb dann diese Woche auch Zeit für Schönes wie Wolle kaufen. Frühstück im Hofladen-Café und Besuch des Kunsthandwerkermarkts im Freilichtmuseum. 

Hier galt 293 Wochen: Der Gatte und ich waren coronabedingt weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall, im sechsten steckte er sich bei einem neunwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Candidozyma auris an. An der Pilz-Infektion starb er im Oktober 2025 im Alter von 64 Jahren. Seit Woche 294 versuche ich mich, im Alleinleben zurechtzufinden. Jetzt ist Woche 298.

Ich hatte gehofft, dass jetzt Ruhe einkehrt, aber das Leben sieht es leider anders und wirft mir immer wieder Steine vor die Füße. Mein kleines Auto, das Karlchen, ist nicht mehr fahrtüchtig und muss in eine Werkstatt geschleppt werden. Der Schrauber, bei dem ich sonst immer war, sagte schon im Frühjahr, ich solle besser mal direkt zu Opel fahren, weil er den Fehler in der Zentralverriegelung nicht beheben kann. Jetzt ist die gesamte Elektrik außer Gefecht gesetzt. 

Hier gibt es drei Opel-Werkstätten, die allesamt nur mit dem Auto zu erreichen sind, weswegen ich die Werkstattsuche erstmal aufschob, weil der Gatte wichtiger war und wir ja zum Glück zwei Autos haben. Jetzt half es nichts. Ich klapperte alle drei Werkstätten ab. Opel 1 beschied mir, bei einem acht Jahre alten Auto lohne sich keine Reparatur mehr, weil die Garantie ja abgelaufen sei, gab mir aber großzügiger Weise einen Termin im März. Opel 2 beschied, ja, ich hätte das Auto zwar in einer Filiale der Kette gekauft, aber die Filiale sei ja inzwischen geschlossen, weswegen man keine Unterlagen mehr habe. Man müsse gucken, ob eine andere Filiale den Wagen nehmen würde. Da die Filialen nicht direkt anrufbar sind, sondern zurückrufen, kamen wir nicht zusammen. Bei Opel 3 hörte sich die Kundendienstmitarbeiterin an, was Sache ist, meinte: "Warten Sie mal, ich rufe mal direkt den Chef ans Telefon - oh, er hört sogar!" Der Chef befand, ich solle den Wagen mal dorthin schleppen lassen und dann gucke man ihn sich an, wenn eine Lücke sei. 

Ich hoffe also, dass der ADAC Montag das Auto zu Opel schleppt, dass das Karlchen irgendwann im Laufe der kommenden Wochen wiederbelebt werden kann, und dass der Opel des Gatten mich solange zuverlässig fährt. Ich habe nämlich beschlossen, Weihnachten nicht mit dem Zug zur Tante zu fahren, sondern wie sonst auch mit dem Auto und mit Stopp in Hammelburg. So bin ich vor Ort unabhängiger. 

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Dienstag, 7. Januar 2025

Meine Häkelkrippe aus dem Häkel-Adventskalender von Gründl

Im letzten Yarncamp wurde ich von der Häkelkrippe angefixt, aber damals stand der Umzug bevor, also war ich vernünftig und kaufte sie nicht. In diesem Herbst musste ich sie aber endlich haben. In meiner Verpeiltheit ging ich noch bis Mitte Dezember davon aus, dass die Krippe nur aus den Figuren von Maria und Joseph, dem Jesuskind, Schaf und Esel besteht. "12 Amigurumi in 24 Tagen" kam bei mir nicht an.

Rechtzeitig zum Dreikönigstag wurde meine Häkelkrippe aus dem Häkel-Adventskalender komplett fertig. Theoretisch hätte ich Zeit bis zum 2. Februar gehabt, denn strenggenommen endet die Weihnachtszeit erst mit Mariä Lichtmess, aber ich wuchs mit Weihnachtsende am Dreikönigstag auf.  

Die Häkelkrippe im Überblick inkl. drei Hasen. Der Schleier von Maria ist verrutscht - ich dachte, ich könnte auf das Festnähen verzichten.

Mir hat das Häkeln Spaß gemacht, wenngleich es eine Herausforderung war. Ich kann nicht gut häkeln, sondern kämpfe mit jeder Masche. So brauche ich für einen Körper dann schon mal drei Stunden. Zwölf Figuren in 24 Tagen waren für mich nicht machbar, zumal ich nebenbei auch noch Tannenbäume für Weihnachtskarten und die Chanukka-Girlande häkeln musste. Teilweise hatte ich auch mit der Anleitung meine Schwierigkeiten, zum Beispiel bei den Häkelschriften für die Rücken von Schäfchen, Eselchen und Öchslein oder denen für die Bärte. Doch, doch, ich kann zählen, aber bei mir waren es immer zu wenig Maschen bei den Rücken und zu viele bei den Bärten. Der Esel hat deswegen ein Rückenleiden. Beim Öchslein und später bei den Bärten machte ich dann die Maschenzahl für mich passend.

Bei Maria ist gut zu sehen, was passiert, wenn frau denkt, es wäre eine gute Idee, den Hals eine reihe länger zu häkeln, und zudem den Schleier nicht festnäht.

Ausgesprochen schwierig fand ich das Annähen der Köpfe. Meine Figuren haben deswegen zum Teil eine sehr merkwürdige Kopfhaltung. Immerhin schaffte ich es, dass sie alle irgendwie nach vorne gucken. Ich habe mich zudem schnell über die Anleitung hinweg gesetzt, wonach der Kopfschmuck vor dem Annähen des Kopfes befestigt werden soll. Ich machte das erst, wenn der Kopf irgendwie mit dem Körper verbunden war. Bei Maria verzichtete ich auf das Festnähen des Schleiers, was doof war. Das muss ich noch nachholen. Übrigens dachte ich bei Maria und Joseph, es wäre eine gute Idee, den Hals eine Reihe länger zu häkeln, damit sich die Köpfe besser annähen lassen. Die Idee war doof. Die Köpfe sind dann instabil.

Der Hirte, Joseph und eine Tierschar.

Eine Herausforderung war für mich auch das Anbringen der Haare. Meine Figuren haben genau so wirre Frisuren wie ich. Wir passen also gut zueinander. 

Der Engel.

Ein bisschen individualisierte ich die Figuren. So fehlten mir Münder, stickte ich welche mit Baumwolle auf. Den Umhang von Balthasar umhäkelte ich ganz mit Gold, nicht nur auf der Innenseite. Überhaupt das Gold-Garn! Das brachte mich regelmäßig um den Verstand, weil ich die Maschen nur schlecht sah. So hatte ich dann immer mal wieder zu viele oder zu wenige Maschen.

Ich hatte mich ja sehr an die Anleitung, gerade, weil ich wenig Ahnung vom Häkeln habe. Das führte dazu, dass ich den Hinweis, kein Garn wegzuwerfen, sehr, sehr ernst nahm, mit der Folge, dass ich 150 g Wolle übrig habe (plus einige angefangene Knäul und Fäden, die sich aber super zum Annähen von Köpfen usw. nutzen ließen). Mit der Füllwatte hingegen kam ich nicht aus - ich nahm den Hinweis, die Figuren sehr fest zu stopfen, sehr ernst. Füllwatte hatte ich aber ohnehin da. Toll ist, dass mehr Augen enthalten sind als benötigt, denn auf Wunsch des Gatten musste ich noch Hasen für die Krippe häkeln, und die haben jetzt auch aufgenähte Augen. Die Anleitung für die Hasen ist von justMiko. Nächstes Jahr soll noch ein Kamel dazu kommen, für das auch noch Augen da sind. Wenn ich mir was wünschen dürfte, wäre es eine passende Anleitung von Gründl für ein Kamel.

Ein bisschen Wolle blieb übrig.

Das Set für die Krippe enthält fast alles, was es braucht. Die Dinge, die zusätzlich benötigt werden, sind auf der ersten Seite des Anleitungsbuchs vermerkt. Ich tauschte die Maschenmarkierer aus, denn so fest, wie ich häkle, taugten mir diese Maschenmarkierer aus Metall* mehr. Ich komme zudem besser mit den KnitPro-Wollnadeln* mit den flexiblen Schlaufen zurecht als mit den beigelegten Sticknadeln. Doof fand ich, dass die Anleitung teilweise so wirkte, als hätte man die für einen Strick-Adventskalender schnell umgearbeitet, zum Beispiel, wenn es heißt, das Häkelnadeln klappern. Okay, ich kann nicht häkeln, vielleicht klappern meine Häkelnadeln deswegen nicht ... Teilweise hätten die Anleitungen auch ein wenig sorgfältiger korrigiert werden können. Aber so was verkämmt sich. 

Ich freue mich schon auf das kommende Weihnachten, wenn die fertige Krippe im Fenster stehen wird.

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Montag, 16. Dezember 2024

#12von12 im Dezember 2024

Caro von "Draußen nur Kännchen" sammelt jeden Monat am 12. des Monats 12 Impressionen des Tages - vielen Dank dafür!

#1: Irgendwo in diesem Grau naht der Zug.

Heute ist Donnerstag, und ich muss ausnahmsweise mal ins Echtbüro, da analoge Besprechung. Außerdem muss ich einen Ersatz-Klapprechner abholen, damit ich ab morgen wieder arbeitsfähig bin. Mein Klapprechner ist nämlich defekt, und es ist ungewiss, wann er ausgetauscht wird. Da ich ohne Rechner eh nicht arbeiten kann, nehme ich einen Zug später, damit die Zeit bis zur Besprechung nicht so lang wird. Sie wird dann doch länger als gedacht, denn unser Gast verpasst einen Anschlusszug und kommt eine Stunde später. 

#2: Es gibt spannende neue Schilder im Büro.

#3: Ausflug in die alte Büro-Heimat, um ein Ersatz-Notebook abzuholen, damit ich ab morgen wieder richtig arbeitsfähig bin. 

#4: Der Zug ist nicht komplett überfüllt. Ich habe einen Sitzplatz und kann lesen*.

Der Zug nach Hause fällt zum Glück nicht aus. Pendeln mit dem Metronom ist aktuell mal wieder eine Herausforderung. Es gilt seit Monaten ein Ersatz-Fahrplan, wodurch jeden Tag 20 Züge ausfallen. Knapp die gleiche Zahl fällt zusätzlich aus, weil Verspätungen, kein Personal, technische Defekte oder was auch immer. Ich bin heilfroh, dass ich nicht jeden Tag pendeln muss.  

#5: Endlich wieder zu Hause!

#6: Der aktuelle Stand der Häkelkrippe.

#7: Der Gatte wartet mit Tee und Kuchen.

#8: Zur Teezeit werden die Adventskalender geöffnet.

#9: Das Abendessen zubereiten.

#10: Ich freue mich auf das nächste Projekt im Häkeladventskalender: Ein Öchslein für die Krippe! Aktuell hänge ich allerdings drei Tage hinterher ...

#11: Ich muss insgesamt 13 Tannenbäume für Weihnachtskarten häkeln ... Kein Wunder, dass meine Schultern vor Anspannung bretthart sind. Das Tens-Gerät* massiert sie wieder etwas weicher.

Der Blick zurück in die ersten vier Corona-Jahre: Am 12. Dezember 2020 hatte ich keinen Kopf, um den Tag festzuhalten, denn der Gatte lag mit unklarer Prognose, ebenso unklarer Diagnose und Corona-Verdacht im Krankenhaus. Es war dramatisch (und sollte noch dramatischer werden). Am 12. Dezember 2021 war der Gatte drittgeimpft und entsprechend malad. Am 12. Dezember 2022 werkelte ich an einem Weihnachtsgeschenk für meine Mutter, das sie sich wünschte, nach Erhalt aber sofort wegwarf (ihre Gesellschafterin rettete es und so trägt Schwiegermutter inzwischen das Schultercape). Am 12. Dezember 2023 stecken wir mitten im Umzug. Ich habe Corona, halte es zu diesem Zeitpunkt aber noch für meine normale Stresssymptomatik. Hätte ich mich nicht wegen einer Verabredung getestet, hätte ich die Infektion wohl nicht gemerkt. Bislang scheint zum Glück nur ein Refluxsyndrom mein Corona-Souvenir zu sein. Katja, besser bekannt als Letnapark, über deren Beiträge ich mich damals noch jeden Tag freute, kämpft aktuell in einem Krankenhaus gegen den Krebs und ist auf Spenden angewiesen.  

#12: Vor dem Einschlafen noch etwas lesen. "Jaffa Road*" ist sehr spannend, aber mit knapp 600 Seiten für mich sehr herausfordernd.

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Samstag, 14. Dezember 2024

Samstagsplausch KW 50/24: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCXLVIII

Diese Woche gab mal wieder alles.

Dienstag ging mein dienstlicher Klapprechner kaputt. Da wir komplett digitalisiert sind, heißt das, ich konnte ohne privates Taschentelefon noch nicht mal beim IT-Support anrufen und mitteilen, dass das Notebook kaputt ist. Da inzwischen jeder ein Notebook hat, gibt es auch keine stationären Rechner mehr, die genutzt werden könnten, wenn jemand nicht an seinem Platz ist. Ich konnte mich also nicht einfach an einem leeren Arbeitsplatz anmelden. Vom Privatrechner habe ich nur Zugriff auf meine persönlichen Mails, aber nicht auf alle eMail-Konten, für die ich zuständig bin, und schon gar nicht auf irgendwelche anderen Daten. Einzig die Website, die ich verantworte, kann ich dank webbasiertem CMS von überall bearbeiten. 

Der IT-Support bemängelte schnell, dass ich telefonisch nicht erreichbar bin, um einen Termin für einen Gerätetausch abzumachen. Wie denn, wenn meine Dienstnummer nicht geht, weil der Rechner defekt ist, und der IT-Support sich weigert, auf meiner privaten Mobilnummer anzurufen, weil sie das nicht dürfen?!

Dienstag machte ich also früher Feierabend, weil ich im Echtbüro nicht arbeitsfähig war. Mittwoch nahm ich mir einen Tag Freizeitausgleich, richtete meinen Privat-PC so ein, dass ich zumindest Mails abrufen konnte, und versuchte weiterhin, den IT-Support wegen eines Gerätetauschs zu erreichen - vergeblich. Meine Büronummer ist ja nicht erreichbar, und auf Privatnummern ruft niemand zurück. Schließlich kam eine Mail, dass kommende Woche irgendwann jemand vorbei kommt. Ich hoffe, dieser jemand bringt dann auch einen neuen Klapprechner mit. 

Schließlich schaltete sich die Chefin ein und sorgte dafür, dass ich vorgestern einen Klapprechner von einer aktuell unbesetzten Stelle bekomme. Der Rechner hätte eigentlich bis zur Wiederbesetzung der Stelle an den IT-Support zurückgegeben werden müssen, was aber noch nicht geschah. Also saß ich Donnerstag erst zwei Stunden dekorativ im Echtbüro rum, war dann in einer analogen Besprechung und fuhr zum Feierabend quer durch die Stadt, um eine alte Möhre abzuholen, mit der ich arbeiten kann. Ansonsten hätte ich keine Idee gehabt, was ich bis zum Austausch des Rechners machen könnte. Fehlstunden oder unbezahlter Urlaub waren für mich keine Alternative, und Büroaufräumen füllt auch nicht ganze Tage. 

Mittwoch zeiget sich, dass der Rollladen vorm Esszimmer wieder mal manipuliert wurde. Schon vor Monaten musste deswegen der Monteur kommen. Damals konnten wir uns nicht erklären, wie das gemacht wurde. Diesmal war es klar: Neben dem Fenster steht u.a. ein Besen. Den muss jemand zwischen Dienstagnachmittag und Dienstagabend vor das Fenster gestellt haben. Als ich Dienstagnachmittag nach Hause kaum, war noch kein Besen vorm Fenster, sonst hätte ich den zurückgestellt. Als der Rollladen abends mit Zeitsteuerung runterfuhr, kam er uns lauter vor als sonst, was uns aber nicht irritierte. Da muss der Besen schon dort gestanden haben. Mittwochvormittag sahen wir dann die Bescherung. Warum jemand den Besen umstellte, ist absolut rätselhaft. Der muss eigentlich nur weggestellt werden, um Zugang zum Tankstutzen zu haben, der aber ist zum Glück unversehrt, das Vorhängeschloss unangetastet. Ansonsten gäbe es leichtere Wege, ins Haus einzubrechen, als das Esszimmerfenster. 

Jedenfalls klappte ich kurz mal zusammen, weil ich keinen Plan hatte, wie ich in der kommenden Woche auch noch den Monteur hätte unterbringen sollen, weil gerade mal wieder einfach alles zu viel ist, weil ich mein Leben vor Oktober 2020 wiederhaben möchte, weil ich gerade einfach nicht mehr kann, weil ich das meiste, was wir früher zu zweit machten, jetzt überwiegend alleine schaffen muss. Dass ich dann auch noch realisierte, dass wir im Wohn- und Esszimmer seit einem Jahr Umzugskartons stehen haben, deeskalierte nicht gerade. 

Zumindest der Monteurtermin hat sich erstmal erledigt: Kommende Woche ist der Rollladenbauer ausgebucht, dann ist er bis Anfang Januar im Urlaub. 

Zum Ende der Woche wurde es dann etwas versöhnlicher: Unser ehemaliger Vermieter kündigte die Rückzahlung der Kaution an, und ich schaffte es zum monatlichen Stricktreffen. Das Geld ist sogar schon da, wenn auch auf dem falschen Konto, aber egal. Zum Stricktreffen musste ich mich aufraffen, denn ich musste im Dunklen hin und zurück 60 km über zwei Autobahnen fahren. ÖPNV ist auf dem Lande keine Alternative. Da wäre ich pro Strecke anderthalb Stunden unterwegs, müsste vier Mal umsteigen. Ich dachte zu spät daran, eine Bekannte, die ein paar Straßen weiter wohnt, zu fragen, ob wir zusammen fahren können. Jedenfalls war ich stolz auf mich, dass ich mich nicht von meinen Ängsten unterkriegen ließ und fuhr. Die drei Stunden Auszeit unter normalen Menschen taten mir gut. Der Gatte war heilfroh, als ich wieder zu Hause war, denn er machte sich Sorgen, weil ich im Dunklen unterwegs war, aber er befand auch, ich solle mir die Auszeit nehmen. 

So ein Stricktreffen ist allerdings teuer: Beim letzten Mal musste ich durchsichtige Gummistiefel* kaufen, diesmal will ich unbedingt dieses Häkelnadelset von Drechsel Hans ... Außerdem entdeckte ich durch die Gruppe einen für mich neuen Wollladen im Nachbardorf und bekam auch sonst jede Menge Input. Den Laden gibt es schon seit bald 30 Jahren, aber er ging total an mir vorbei.

Joseph und das Christuskind sind fertig, und morgen zum dritten Advent wird auch Maria in den Stall einziehen. 

Bei der Häkelkrippe geht's langsam vorwärts. Joseph und das Christuskind sind fertig. Morgen kommt dann hoffentlich auch Maria dazu. Ich dachte, das war's dann, und war traurig, dass u.a. die drei Weisen aus dem Morgenland fehlen, aber dann ging mir auf, dass "12 Häkelprojekte" tatsächlich 12 Figuren heißt. Da ich unwahrscheinlich langsam häkle - alleine für die Körper von Maria und Joseph brauchte ich je drei Stunden - hoffe ich, ich habe die Krippe bis zu Heilige Drei Könige komplett ...  

Hier gilt seit mittlerweile 248 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall. Er ist schwerbehindert und berufsunfähig verrentet. Es geht uns dennoch vergleichsweise gut. Wir halten es gut miteinander aus, wenngleich die Erkrankungen und der Schlaganfall des Gatten zu Wesensveränderungen führten, die ein Zusammenleben manchmal sehr schwer machen. 

Unsere Kontakte sind normalerweise auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Schwiegermutter und Handwerker. Ich bin dankbar, dass Corona bislang Gatten, Schwiegermutter und Tante verschonte und hoffe sehr, das bleibt so.

Schwiegermutter kann sich über Tante aufregen, was bedeutet, dass es ihr gut geht. Ich hoffe, Tante geht's auch gut. Sie hat neuerdings ein Smartphone, Bekannte bringen ihr bei, wie sie damit umgehen kann. Sie ist auch bei WhatsApp, hat meine Nachricht dort aber noch nicht gelesen. Da ist Weihnachten wohl etwas Nachhilfe fällig. Es wäre schön, wenn sie WhatsApp lesen könnte, denn das würde es einfacher machen, ihr Fotos und Grüße zu schicken. 

Ansonsten zieht mich das graue Winterwetter arg herunter. Ich komme nicht mehr dagegen an, möchte endlich etwas Sonne haben, mal wieder einen Unterschied zwischen Tag und Nacht. Gefühlt ist es einfach nur grau, egal, zu welcher Uhrzeit Der Gatte leidet auch unter dem Wetter, und wir beide hatten auch noch keine Lust, mal auf den Weihnachtsmarkt zu gehen. 

Dem Gatten ging's ein paar Tage besser. Er schaffte es an meinen Echtbüro-Tagen, einiges zu erledigen und Termine wahrzunehmen, ohne dass ich ihm entsprechende Zettel schreiben oder ihn zur Erinnerung anrufen musste. Seine Füße heilen gut, so dass er erst im Januar wieder in die Fußambulanz muss. Das ist gut!

Natürlich sind auch die Entwicklungen in Syrien Thema bei uns. Syrien ist eines der Länder, in denen ich in meiner "Wüstenzeit" arbeitete. Die Freude über den Sturz Assads ist groß, die Sorge, dass Syrien ein islamistischer Staat wird, auch. 

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Dienstag, 10. Dezember 2024

Gehäkelte Adventsgirlande / Weihnachtsgirlande

Das große Fenster in unserem Esszimmer bietet viel Platz für Deko, und zumindest, solange wir noch keine Plissees haben, passen Girlanden gut.

Ja, doch, wenn ich das nächste Mal Buchstaben häkle, achte ich beim Häkeln der Umrandung mit Kontrastfarbe auf Vorder- und Rückseite.

Ich fand keine Anleitung für eine ganze Girlande, die mir gefiel, also kombinierte ich verschiedene. Hier die Links zu allen Anleitungen:
Ich ignorierte tapfer meine ausbaubaren Häkelskills und gratuliere mir zu der Idee, diesmal alle Elemente vor dem Häkeln an die Girlande mit Sprühstärke einzunebeln und zu bügeln. Das hilft der Optik ungemein.

Gesichter aufsticken muss ich auch noch lernen. Die Lebkuchenmännchen sehen aus wie aus dem Sexshop oder einem Munch-Gemälde entsprungen ... 

Also, die Tannenbäume sind zwar ein wenig windschief, können sich aber doch sehen lassen, oder? Sie werden neben Kerzen auch das Motiv für die diesjährigen Weihnachtskarten. 

Schneemann Hyde und Schneemann Jekyll ...

Selbst das Flechten des Herzens gelang mir auf Anhieb, und darauf bin ich schon ein bisschen stolz. 

Ich verarbeitete die Garne Katia Capri und Scheepjes Catona. 

Die erste Hälfte der Girlande ... 

... und die zweite Hälfte der Girlande.

Ich weiß auch nicht, was mich ritt, die Girlande inmitten der Blätter zu fotografieren. Auf den Fliesen im Flur hätte man sie viel besser gesehen.

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Sonntag, 8. Dezember 2024

Samstagsplausch KW 49/24: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCXLVII

Aus dieser Woche ließen sich mal wieder mehrere machen.

Eine meiner beiden Schulfreundinnen wurde zum zweiten Mal Witwe. Das Leben ist so ungerecht! Ihr zweiter Mann war lange Zeit sehr krank, schon länger im Hospiz, insofern war der Tod vermutlich eine Erlösung, aber dennoch.  

Wir verbrachten den ersten Advent bei Schwiegermutter. Es war ein harmonischer Besuch, bis sie, als wir schon im Aufbruch waren, mit uns Details ihrer Beerdigung, der Patientenverfügung und ihres Testaments besprechen wollte - vor allem wollte sie sie mit mir besprechen, denn sie rechnet damit, dass der Gatte vor ihr stirbt. Na, ich danke. 

In der Seniorenresidenz, in der Schwiegermutter lebt, war ein kleiner Weihnachtsmarkt, und wir überredeten sie zu einem Bummel. Es gefiel ihr gut, obwohl sie sich anfangs sträubte, das wäre nichts für sie. Ich war überrascht von den angebotenen Waren - das meiste war Handarbeit - und von den moderaten Preisen, selbst von den Adventskränzen. Ich hätte viel kaufen können, hatte aber nicht viel Bargeld dabei. So kamen dann nur eine Karte, die ich als Kondolenzkarte für die Schulfreundin nutzen kann, und eine papiergeflochtene Tasche mit, letztere natürlich mit Disney-Motiven, denn Disney hat eine besondere Bedeutung für mich.  

Zu Petzi, Pelle, Pingo und Seebär habe ich eine ähnlich innige Beziehung wie zu Mickey, Goofy und Donald, weil es mich ohne sie nicht gäbe. In dem einen Verlag lernten sich meine Eltern kennen, in dem anderen arbeiteten sie dann später. Diese Woche durfte ich meinen Kindheitshelden und der Maus begegnen.

Ansonsten steht sich Schwiegermutter mal wieder selbst im Weg. Aus irgendeinem Grund, den sie uns noch nicht mal nennen konnte, fährt sie vom Hamburger Hauptbahnhof nach München anstatt von Altona. In Altona kann sie barrierefrei vom Taxi zum Zug, im Hauptbahnhof nicht. Eine Umbuchung ist nicht möglich. Die Bahnhofsmission könnte helfen. Die wäre telefonisch erreichbar. Nur: Schwiegermutter will das unbedingt persönlich regeln. Heute lief sie ziemlich ergebnis-, da planlos, drei Stunden um den Hauptbahnhof, um die Bahnhofsmission, das richtige Gleis und einen Aufzug zu suchen, mit dem sie sich selbst und ihren Schrankkoffer in den Zug bekommt ... Sie erinnert mich immer mehr an meine Mutter, und dass der Gatte seiner Mutter immer ähnlicher wird, beruhigt nicht. Ich hoffe, ihr Stamm-Taxifahrer setzt sie in den Zug. In München hat sie auch einen Stamm-Taxifahrer, der sie vom Zug abholt und bei Tante abliefert. 

Ich habe wieder einen Termin bei der bisheriger Hamburger Gynäkologin gemacht, denn mit der neuen komme ich auf keinen gemeinsamen Nenner. Als sich dann auch noch herausstellte, dass sie bevorzugt mit der Horror-Hormon-Tante zusammenarbeitet, weil sie keine Ahnung von Hormonen hat, war klar, es wird nichts mit uns. Jetzt muss ich mir zwar für jeden Gynäkologentermin frei nehmen und 80 km fahren, aber das ist dann halt so. 

Hier gilt seit mittlerweile 247 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall. Er ist schwerbehindert und berufsunfähig verrentet. Es geht uns dennoch vergleichsweise gut. Wir halten es gut miteinander aus, wenngleich die Erkrankungen und der Schlaganfall des Gatten zu Wesensveränderungen führten, die ein Zusammenleben manchmal sehr schwer machen. 

Unsere Kontakte sind normalerweise auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Schwiegermutter und Handwerker. Ich bin dankbar, dass Corona bislang Gatten, Schwiegermutter und Tante verschonte und hoffe sehr, das bleibt so.

Durch's Büro galoppiert nach Erkältungen und Corona aktuell eine hochansteckende Lungenentzündung, und der Winter ist noch gar nicht richtig im Gange. Außer mir trägt natürlich niemand Maske, weil Masken ja nichts bringen. Klar, wenn man sie nicht trägt ... Ich bin jedenfalls froh, dass ich nur selten im Büro bin. Immerhin hält die aktuelle Krankheitswelle davon ab, weitere überflüssige Besprechungen zu terminieren. Die Projekterweiterung, die im kommenden Jahr starten sollte, habe ich sicherheitshalber ins übernächste geschoben, sitze an lustigen Konzepten und Papieren zur Abstimmung auf der Behörden-Hühnerleiter. Ich bin gespannt, ob die Projekterweiterung noch vor meiner Rente kommt. 

Diese Woche war Tumorgucken, die alle drei Jahre anstehende Magenspiegelung. Der Laborbefund der Proben steht noch aus, aber so war der Befund erstmal unauffällig, ist nichts gewachsen. Ich hatte ja die Sorge, weil ich zunehmend Schluckbeschwerden habe. Ich bekam ein schickes neues Medikament gegen den stillen Reflux, aber die Chance, dass es was bringt, gehen gen Null. Ich werde mich mit den Halsschmerzen arrangieren müssen. 

Beim Gatten stehen im kommenden Jahr inzwischen drei OPs an, denn seine Augen müssen auch operiert werden. Oh Freude! Ich war froh, dass ich die geplante Reise nach Palma noch nicht buchte, denn genau in der Woche ist der Gatte zur Vorbesprechung in der Uniklinik, und da muss ich ihn natürlich begleiten. Die Vorbesprechung interessiert mich auch persönlich, denn zumindest die Grauer-Star-OP steht bei mir auch an. 

Schäfchen und Esel aus der gehäkelten Krippe sind fertig.

Ansonsten kämpfe ich mit meinem Häkel-Adventskalender. Meine Häkel-Skills sind ja sehr ausbaufähig. Jedenfalls habe ich das Schaf und den Esel fertig. Nach langem Kampf inkl. dem Auftrennen sämtlicher Teile steht das Schäfchen auch von alleine. Meistens. Ich machte den Fehler, den Körper nicht so stramm zu stopfen wie den Kopf, so dass das Schaf immer vornüber fiel. Den Körper habe ich nachgestopft. Es empfiehlt sich außerdem, auch die Füßchen auszustopfen, damit das Schäfchen besser steht. Das Eselchen hat Rückenprobleme, ist kürzer als es sein sollte - irgendwas habe ich da bei der Häkelschrift falsch verstanden ...

Die Chanukka-Girlande ist auch fertig, muss noch gebügelt und zusammengehäkelt werden. Neben dem Häkel-Adventskalender steht dann das Häkeln verschiedenen Ornamente für Weihnachtskarten an. Hatte ich schon gesagt, dass ich weder häkeln kann noch es besonders mag?! 

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Dienstag, 3. Dezember 2024

Statt Adventskranz: Die Kalenderkerze

Während wir selbst in der Baustellen- und Umzugsphase mindestens einen Adventskranz hatten, hatten wir dieses Jahr so gar keine Meinung dazu. 

Die diesjährige Kalenderkerze.

So steht denn einzig eine Kalenderkerze. gekauft auf dem Rückweg von Fanø Strik, auf dem Esstisch. Sie steht in einer Schale, die mit Kunstschnee und allerlei Gedöns vergangener Adventskränze und Wichtel-Accessoires dekoriert wurde. Die Hasen des Hauses bestanden natürlich darauf, dass auch ein Hase dabei ist. 

Hirsch, Schneemann, Rentiere, ein Hase und ein Weihnachtsgans tummeln sich am Rand der Schale.

Ich bin mir noch nicht sicher, ob es eine gute Idee war, Kunstschnee mit etwas Brennbarem wie einer Kerze zu kombinieren, aber der Feuerlöscher ist wegen des Kamins ohnehin in Reichweite ... 

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Dienstag, 26. November 2024

Weihnachtshasen

Der Gatte liebt Weihnachten und würde das alt-neue Haus am liebsten Griswordmäßig dekorieren. Allein: Vorne am Haus fehlt die Außensteckdose. An die haben wir irgendwie nicht gedacht, als die Außensteckdosen gelegt wurden. So bleibt an Leuchtdeko das, was mit Batterien läuft, und selbst da gibt es einige Scheußlichkeiten zu exorbitanten Preisen. 

Die Weihnachtshasen freuen sich über ihre Mützchen mit Platz für die Ohren.

Wir einigten uns schließlich auf zwei beleuchtete Hasen*, die sich praktischerweise auch als Osterdeko nutzen lassen. Zwei Fliegen, eine Klappe. 

Auch ohne innere Erleuchtung putzig, die beiden.

Damit aus dem Hasen eine richtige Weihnachtsdeko wird, bekamen sie Weihnachtsmützen, die natürlich Schlitze für die Ohren haben. Beim Stricken orientierte ich mich an dieser Anleitung von Drops. Da die Hasen draußen wohnen, verstrickte ich Bravo von Schachenmayr in Rot* und Weiß*, ein reines Acrylgarn, das wetterfest ist.

Sieht mit Mützchen und Schal noch distinguierter aus als sonst schon: Der Türsteher-Hase.

Der Türsteher-Hase bekam auch noch ein keckes Mützen, und die rote Wolle reichte auch noch für einen Schal. Einmal so schön im Schwung, wollte dann auch noch einer der Schlafhasen eine Mütze haben. Die strickte ich allerdings aus Sockengarn, denn das ist kuscheliger.

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Dienstag, 13. Dezember 2022

Weihnachtskarten mit Julehjerter (Weihnachtsherzen)

Keine Ahnung, woher ich im letzten Jahr die Kraft nahm, mal eben schnell Weihnachtskarten selbst zu basteln. In diesem Jahr, dem mittlerweile dritte Chaos-Jahr, habe ich sie nicht mehr. In diesem Jahr werden gar keine Weihnachtskarten geschrieben. 

Weihnachtskarten mit Julehjerter.

Diese Weihnachtskarten mit Julehjerter (Weihnachtsherzen) sind schnell gemacht: Ich suchte nach einer Vorlage in den unendlichen Weiten des Internetzes (zum Beispiel dieses hier), übertrug sie auf Klebefilz*, den ich auf Faltkarten* klebte - fertig. Die Karten begleiteten die handgestrickten Spültücher mit Gedöns, die einige liebe Menschen zu Weihnachten bekamen. 

Eines der Herzen im Detail. 

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Samstag, 10. Dezember 2022

Samstagsplausch KW 49/22: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CXLIII

Sonntag wollte ich Mudderns zum Weihnachtsmarkt abholen, aber als ich ins Pflegeheim kam, saß sie nicht wie sonst wartend auf ihrem Platz im Foyer, sondern musste aus dem Gemeinschaftsraum ihres Wohnbereichs geholt werden. Sie hatte nicht vergessen, dass wir verabredet waren, dachte aber, ich käme eine Stunde früher. Auf meine Frage, warum sie denn nicht angerufen habe, antwortete sie, das Heim lasse sie nicht telefonieren. Sie hat ein Telefon in ihrem Zimmer, das sie jederzeit nutzen kann (und nutzt es auch zu allen Tages- und Nachtzeiten, wenn sie etwas von mir will). Mit Mühe bekam ich sie angezogen, aber dann wollte sie nicht spazierengehen, weil ich nicht ihre Gesellschafterin bin und sie nur mit ihr spazierengehen will. Sie fragte mehrfach, warum denn ihre Gesellschafterin nicht da sei, wann sie wiederkomme, sagte, sie vermisse sie so sehr usw. Letztlich brachte ich sie zurück in den Gemeinschaftsraum und ging wieder nach Hause. Ein trauriger Besuch, Erschreckend, wie rasend schnell Mudderns geistig und körperlich abbaut. 

Durch den ausgefallenen Weihnachtsmarktbummel kam ich Sonntag im Hellen nach Hause, was auch mal ganz schön war. 

Hier gilt seit mittlerweile 143 Wochen: Der Gatte und ich sind weitgehend zu Hause. Es geht uns vergleichsweise gut. Wir halten es gut miteinander aus. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird. Er ist inzwischen schwerbehindert und berufsunfähig verrentet. 

Blick vom Jungfernstieg auf die Alstertanne, die jedes Jahr in der Adventszeit auf dem Fluss steht.

Unsere Kontakte sind normalerweise auf das Notwendigste beschränkt, heißt: Arbeit, Ärzte, Einkaufen, Mütter und seit Juli Handwerker. Ich bin dankbar, dass Corona uns bislang verschonte. Wir sind natürlich geimpft, aber angesichts unserer Vorerkrankungen ist trotz Impfung eine Corona-Infektion wenig ratsam. Sie ist aber unvermeidbar, und ich kann nur hoffen, dass es uns dann nicht zu hart trifft. Corona wird ja anscheinend langsam endemisch - wären da nicht die weiterhin hohen Todeszahlen. 

Blick auf den Weihnachtsmarkt am Jungfernstieg.

Montag bekam ich schriftlich, dass der Baukredit bewilligt ist und ausgezahlt wird, sobald ich drölfzich weitere Bedingungen erfülle ... 

Dienstag war Nikolaus, und erstmals beschenkten der Gatte und ich uns nicht. Das zeigt unser aktuelles Stresslevel. Morgens brachte ich eine Überraschungstüte bei Schwiegermutter vorbei, die sich sehr freute. Nachmittags holte mich der Gatte im Büro ab, damit wir Weihnachtsgeschenke für Tante und Schwiegermutter kaufen und über die Weihnachtsmärkte in der Innenstadt bummeln konnten. Wir sahen sogar den Nikolaus! Vor Corona  bummelten wir jedes Jahr in der Adventszeit über die Weihnachtsmärkte, dann setzten wir aus naheliegenden Gründen zwei Jahre lang aus. 

Mittwoch geriet ich mit einer neuen Kollegin aneinander, der die anderen Kolleginnen, denen sie seit September vorgesetzt ist, schon reichlich Konfliktpotential bescheinigten. Jetzt weckt mein Projekt Begehrlichkeiten, und da musste ich Grenzen abstecken. Es gibt zudem im Rahmen unserer Organisationsentwicklung seitens der Chefs Überlegungen, dass ich verstärkt im Bereich dieser Kollegin arbeite, wogegen ich mich bislang erfolgreich wehre - ich bin schließlich bewusst aus diesem Bereich weggegangen. Ansonsten freut sich Chef, dass bei uns alle vollständig gesund an Bord waren - der Krankenstand ist aktuell in allen Abteilungen, aber auch hamburgweit sehr hoch. Corona kann's ja nicht sein, das ist ja vorbei ... Ich trage weiterhin so oft wie möglich Maske.

Mittwoch fuhren wir auch in die lindgrüne Hölle, weil wir abends in eine Lesung von Wladimir Kaminer* wollten.  Auf dem Weg ins Veranstaltungszentrum bummelten wir über den örtlichen Weihnachtsmarkt, und auf dem Heimweg durch die weihnachtlich erleuchtete Stadt mit einsetzendem Schneefall freuten wir uns darüber, in einer Viertelstunde zu Hause zu sein anstatt wie in Hamburg eine gute Stunde mit zwei Buslinien zu fahren und in den Wartezeiten in der Kälte zu bibbern.

Donnerstag traf ich mich mit Mudderns und ihrer Gesellschafterin zum Frühstück in einem Lokal - das war zumindest der Plan. Es gelang auch tatsächlich, Mudderns zu Fuß ins Lokal zu bekommen, aber dort war sie sichtlich überfordert. Nach einer Stunde bat sie mich, das Auto zu holen und sie nach Hause zu fahren. Ihre Gesellschafterin blieb bei ihr, zum Glück, denn während ich noch unterwegs war, entschied sich Mudderns, sich doch zu Fuß aufzumachen ... Was für ein Unterschied zu unserem letzten Treffen im April oder zu Mudderns Geburtstag im Juli! Immerhin fragte Mudderns, ob wir uns am Wochenende sehen und überlegt, mit mir zum Gottesdienst zu gehen. Nach der Begegnung am letzten Sonntag nahm ich mir vor, sie nicht mit der Frage zu überfordern, ob wir uns wie sonst Sonntag sehen, sondern zu warten, bis sie danach fragt. Die Reservierung für das geplante Brunch an Weihnachten werde ich aber absagen, um Mudderns nicht zu überfordern. Wir müssen mal gucken, was wir dann Weihnachten machen. Zu uns holen können wir Mudderns nicht. Die Fahrt nach Hamburg und zurück wäre zu viel, und das alt-neue Haus ist noch nicht eingerichtet.  

Freitag sollten die Baumaßnahmen, die ja laut Bauunternehmen schon seit 26. September fertig sind, jetzt wirklich fertig sein. Ganz sicher. Fest versprochen. Bestimmt. Vormittags kamen dann auch zwei Handwerker, um die Fliesen zu verfugen, und nachmittags, als wir gerade den Schabbes einläuten wollten, stand die ganze Brigade vor der Tür, um mal eben drei Kloschüsseln, drei Spülkästen, vier Waschbecken, eine Dusche, einen fehlenden Fenstergriff und eine Tür zu montieren ... Heute wollen sie weitermachen, Montag spätestens alles fertig sein - okay, bis auf das Balkongeländer, denn Milchglasscheiben sind angeblich aktuell Mangelware. Heute soll auch der Elektriker kommen und sechs Steckdosen legen, die wir schon seit 1. September haben sollten. Für letzten Sonnabend war der Elektriker auch schon avisiert, kam aber nicht. Gestern hatte er Weihnachtsfeier. Mal schauen, ob er heute kommt - und in welchen Zustand. Es bleibt also spannend.

Freitag unterzeichnete ich den Baukredit. Der Gatte kam mit. Rein rechtlich ist er zwar kein Kreditnehmer, da wir noch in Gütertrennung leben, aber es ist natürlich auch sein Haus und somit auch sein Kredit. Nach dem ganzen Hin und Her wegen fehlender Unterlagen fanden wir auch eine Lösung, falls es diese ominösen Bewilligungsurkunden tatsächlich nicht gibt. Der mittlerweile vierte Bankmensch war tiefenentspannt und versprach, nicht wie seine drei Vorgänger nach dem Gespräch mit mir langzeitzuerkranken und falls doch, sei die Filiale so durchdigitalisiert, dass jederzeit ein Kollege einspringen könne. Die Bedingungen für die Auszahlung des Kredits sind auch sehr niedrigschwellig. Vielleicht wird alles gut?

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