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Dienstag, 17. März 2026

#12von12 im März 2026

Caro von "Draußen nur Kännchen" sammelt jeden Monat am 12. des Monats 12 Impressionen des Tages - vielen Dank dafür!

#1: KpH und Schnuffi, das Reise-Rudel, bestehen darauf, dass ich aufstehe, um Kopenhagen zu erkunden.

#2: Appartement-Pflichten: Abwaschen nach dem Frühstück.

Ich bin für eine Woche in Kopenhagen. Heute ist der vorletzte Tag, den ich mit moderner Kunst verbringe - und im Luxus-Kaufhaus Magasin du nord, wo mich dänisches Design mal wieder absolut flasht.

#3: Heute wird's wild.

#4: Verstörende Kunst: Installation "Beyond the Horizon" von A.A. Murakami

#5: Natur als Ausgleich für verstörende Kunst.

#6: Mittagessen.

#7: Schon wieder verstörende Kunst: "Wabbit" von Marion Peck.


#8: Ein bisschen Touristik-Programm zum Runterkommen.

#9: Reicht dann auch für heute.


#10: Abendessen (reicht für zwei Tage).

#11: Stricken und Krimi gucken zur Entspannung.

#12: Vor dem Einschlafen noch etwas lesen*.


Der Blick zurück in die ersten sechs Corona-Jahre: Am 12. März 2020 ahnte ich noch nicht, dass ich vier Tage später für lange Zeit aus dem Heimbüro arbeiten würde. Ich erholte mich von einer OP und bin bis heute froh, dass ich mich der Hysterektomie, zu der mich die Ärzte seit Jahrzehnten drängen, verweigerte. Am 12. März 2021 hatten der Gatte und ich unsere erste Corona-Impfung hinter uns und die irrige Hoffnung, dass wir diese Moppelkotze mit der Impfung los würden. Der schon erkrankte Gatte ging davon aus, dass er eines Tages wieder arbeitsfähig sein würde und dann wieder Vollzeit arbeitet, weil Corona dank Impfstoff ja bald vorbei ist. Er starb im Oktober 2025. Am 12. März 2022 kehrte ich in meinem Job wieder in die Präsenzpflicht zurück. Am 12. März 2023 hatten wir seit einem dreiviertel Jahr ein Haus, in dem wir eigentlich schon seit ein paar Wochen wohnen wollten ... Ein Jahr später war's dann tatsächlich so weit. Der Gatte wartete am 12. März 2025 ungeduldig auf eine weitere OP, nach der er wieder gehen können sollte, ahnte nicht, dass noch sechs folgen sollten, dass er kaum noch ein halbes Jahr zu leben haben würde. Er fehlt mir unendlich, mit jedem Atemzug, in jeder Sekunde. / *Affiliate links

Sonntag, 15. März 2026

Samstagsplausch KW 11/26: Leben und Arbeiten in Corona-Zeiten CCCXIII

Der erste Urlaub ohne den Gatten führte nach Kopenhagen. In der Stadt waren wir nie gemeinsam, so dass wir keine gemeinsamen Erinnerungen daran haben, anders bei der Weihnachtsreise nach Hammelburg und Dachau. Wir hatten zwar öfter überlegt, gemeinsam nach Kopenhagen zu fahren, denn durch die direkte Bahnverbindung von Hamburg aus ist das ja sehr kommod, aber seit unserer Reise nach Prag im Oktober 2017 war klar, dass eine Städtereise für den Gatten aufgrund seiner fortschreitenden Gehbehinderung zu anstrengend ist. Gleiches galt für Wanderreisen, weswegen wir auch nicht mehr nach Südtirol oder Bayern fuhren. 

Der Touristen-Hotspot Nyhavn in Kopenhagen.

Hier galt 294 Wochen: Der Gatte und ich waren coronabedingt weitgehend zu Hause. Im ersten Corona-Jahr wurde der Gatte schwerkrank, im zweiten zeigte sich, dass er nicht mehr gesunden wird, im vierten hatte er einen Schlaganfall, im sechsten steckte er sich bei einem neunwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Candidozyma auris an. An der Pilz-Infektion starb er im Oktober 2025 im Alter von 64 Jahren. Seit Woche 294 versuche ich mich, im Alleinleben zurechtzufinden. Jetzt ist Woche 313, und die Trauer bleibt.  

Aus dem Haus zu gehen, ohne vom Gatten verabschiedet zu werden, nach Hause zu kommen, ohne vom Gatten willkommen geheißen zu werden, fühlt sich noch immer fremd an, vor allem bei einer Reise. Auch wenn der Gatte mich schon länger nicht mehr zur Bahn bringen oder abholen konnte, so verabschiedete oder empfing er mich doch liebevoll an der Haustür. Daran muss ich jedes Mal denken, wenn ich weggehe oder nach Hause komme - in ein Haus, das für immer still, einsam und leer bleiben wird. 

Kopenhagen war abwechslungsreich und inspirierend. Ich habe viel gesehen, und ich habe endlich eine Mesusa gefunden. Seitdem wir ein eigenes Haus haben, soll endlich auch eine Mesusa angebracht werden. Das wird leider noch etwas warten müssen, denn erst muss das Zugangssystem installiert werden, und solange ich noch nicht weiß, wo Klingel und Kamera angebracht werden, möchte ich nicht die Mesusa anbringen. 

Zurück zu Hause erwartete mich allerlei Post, aber noch nichts zur Witwenrente, so dass ich immer noch nicht verlässlich über meine Finanzen Bescheid weiß. Dafür hat sich nach fünf Wochen endlich die zweite der vier Versicherungen gemeldet, die ich wegen des Tods des Gatten anschrieb. Den anderen beiden muss ich beizeiten hinterhertelefonieren, aber ohne Erbschein werde ich da vermutlich ohnehin keine Auskunft bekommen, denn mit den beiden Versicherungen hatte ich nie etwas zu tun. Den Erbschein bekomme ich hoffentlich im Laufe diesen Jahres. Die Rentenversicherung erledigte auch die Kontenklärung, so dass ich jetzt Gewissheit über meine Altersrente habe. Nun, es wäre finanziell immer noch lukrativer, jetzt arbeitsunfähig verrentet zu werden, als noch zehn Jahre zu arbeiten ... Ich muss das Rentensystem nicht verstehen. 

Ansonsten habe ich angefangen, mich endlich wieder um den Nachlass meiner Mutter zu kümmern. Da habe ich ja seit Jahren Probleme mit einer Bank, die die unsinnige Bescheinigung möchte, dass ich meine Mutter bin, die ihren Namen in meinen Namen änderte. Alle rechtsrelevanten Dokumente wie Bankvollmacht, die meine Mutter mir schon zu Lebzeiten gab, Testament oder Erbschein werden nicht akzeptiert. Ich versuche es jetzt noch einmal im Guten zu klären, bevor ich die Sache einem Anwalt übergebe und schnellstmöglich alle Konten bei diesen unfähigen Bank auflöse. Die Bank ist für fehlende Kundenfreundlichkeit bekannt; ich kenne mittlerweile einige ähnliche haarsträubende Geschichten. 

Die Thomas-Beckett-Rosen haben alle drei sowohl Winter als auch Urlaub überstanden! Am kommenden Wochenende kann ich die erste auf den Friedhof pflanzen. Ich muss noch so ein Wildabwehr-Spray besorgen, aber bis die ersten Knospen kommen, dauert es sicher noch etwas. Ich muss ohnehin langsam mal herausfinden, welche Gärtnerausrüstung ich für den Friedhof brauche, aber das hat vielleicht noch etwas Zeit.

Die Mützen für die Lübecker Seemannsmission sind gepackt und können sich auf den Weg machen. Es sind tatsächlich 21 Stück geworden! Für die Innocent-Mützen-Challenge wurden es 15 Stück. Auch die machen sich im Laufe der Woche auf den Weg. Die angefangene Elbbrücken-Socke musste ich wieder aufribbeln, weil sie für meine Wade zu eng war und weil ich zu blöd für eine Bumerang-Ferse bin. Ich arbeite das Muster jetzt so um, dass ich eine Käppchen-Ferse stricken kann, meine Lieblingsferse.  

Mit "Balagan*" von Mirna Funk* las ich im Urlaub ein unwahrscheinlich intensives Buch, das noch lange nachhallt. 

Ein bisschen Sperrmüll steht an der Straße und wird hoffentlich morgen abgeholt - die Müllabfuhr ist hier ja eine Lotterie, und ich weiß auch nicht, ob alles, was ich an die Straße stellte, als Sperrmüll angesehen wird oder als Bauabfall. Den muss ich dann selbst zum Müllumschlag fahren und teuer bezahlen. Jedenfalls ist es weniger Sperrmüll als gedacht, weil ich nur das an die Straße stellte, was ich sicher als Sperrmüll identifizieren konnte. Was ich evtl. noch verkaufen kann, lasse ich erstmal stehen. Trotzdem ist es zumindest in der Kellerküche leerer geworden. Es tat weh, Dinge, die der Gatte möchte, mit denen er sich viel Mühe beim Bauen gab, an die Straße zu stellen, darunter auch die Reste der letzten Küche, die er baute und die aus unbekannten Gründen mit umzogen. Vermutlich wollte der Gatte einiges davon weiterverwenden. 

Bei Schwiegermutter meldete ich mich zurück. Sie hatte immerhin behalten, dass ich verreist war, wusste aber nicht mehr, dass ich sie besuche. Ich bin gespannt, ob sie es Freitag noch weiß ... Trauer und Demenz setzen ihr sehr zu. Bei Tante meldete ich mich ebenfalls zurück. Der Verfall ihrer Cousine setzt ihr sehr zu. Ich bezweifle, dass die beiden nochmal zusammen urlauben werden. Schwiegermutter ist aufgrund der Demenz nicht mehr reisefähig, und Tante ist körperlich dazu nicht mehr in der Lage.

Dieser Beitrag geht rüber zum Samstagsplausch bei Andrea. Vielen Dank für's Sammeln! Über's Kochen und Einkaufen berichte ich in der Kombüse. / *Affiliate links

Mittwoch, 31. Dezember 2025

#pmdd2025: Der 28. Dezember 2025

An jedem 28. eines Monats ist Picture my Day-Day, kurz pmdd. Ich finde, das ist ein schönes Tagebilderbuch. Mitmachen ist einfach: Fotos vom Tag machen, bloggen oder mit #pmdd2025 auf Instagram einstellen. Gesammelt wird alles auf dieser Seite.

Die Nacht war ruhig, das Reiserudel freut sich auf die Rückfahrt.

Gestern ging der Koffer noch zu ...

Heute ist Tag des Rühreis, und selbstverständlich gibt es welches zum Frühstück.

Wer am Vorabend zu faul war, das Auto abzudecken, darf jetzt Eis kratzen.

Das Reiserudel ist abfahrbereit. Jeder hat seine Aufgaben: Der Großfußhase hält immer eine Pfote zum Drücken bereit, Schnuffi passt auf Portemonnaie und Taschentelefon / Navi auf, und Schlafhase zwei sieht süß aus.

Scheibenreinigung bei einer Pause. Früher übernahm das der Gatte. Er war dabei sehr viel sorgfältiger als ich.

Tee und Kekse.

Das Navi ist optimistisch, dass ich bald zu Hause bin. Leider dauert die Fahrt zwei Stunden länger als geplant.

Ab der Rhön gibt es Nebel, ab Göttingen stehe ich im Stau.

Der heutige Tag ist eine Wiederholung des 28. Dezember 2021 und des 28. Dezembers 2024. Wieder bin ich auf der Rückreise von Dachau und übernachtete in Hammelburg. Gravierender Unterschied: Ich reise alleine. Der Gatte starb vor neun Wochen. Seitdem ist nichts mehr gut.

Wieder zu Hause erwarten mich Grüße von den Nachbarn. Die fürchterlichen Fliesen will ich auch erst seit drei Jahren lackieren ... 

Und noch ein Gruß eines lieben Menschen.

Das Reiserudel kam auch gut an.

Die Spikes kaufte ich am 5. November 2024. Heute brauche ich sie zum ersten Mal, denn die Straße vorm Haus ist spiegelglatt. Irritierenderweise finde ich sie auf Anhieb.

Dem Gatten Guten Abend sagen. 

Alles ist ausgeladen. Ich ziehe meinem Mickey-Mouse-Onesie über, den der Gatte so mochte, und heize erstmal ein. Das Haus ist nicht so kalt wie befürchtet, aber warm ist es halt auch nicht.

Vitamine, flüssig und fest.

Ein paar flüssige Mitbringsel.

Dank Tante habe ich einen bunten Teller. 

Während der letzten Woche sammelte sich ein bisschen was für's Wollsparglas an. Ein Bild mit dem Kassensturz findest du hier.

Yippieh, es gibt keine Feiertagsverschiebung bei der Müllabfuhr, ich muss heute nicht noch die Tonne füllen und an die Straße schieben.

Abendessen.

Die Spülmaschine wäre fertig, wird aber erst morgen ausgeräumt.

Das Rudel ist wieder komplett und liest vor dem Einschlafen noch etwas*.

Der Blick zurück in die ersten fünf Corona-Jahre: Am 28. Dezember 2020 ist der Gatte gerade aus dem Krankenhaus entlassen worden und noch sehr schwach. Wir wissen noch nicht, dass noch einige Krankenhausaufenthalte bevorstehen sollen, dass er nicht wieder gesund wird, dass er sich 2025 schließlich bei einem neunwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Candidozyma auris anstecken und daran sterben wird. Am 28. Dezember 2021 waren wir auf dem Rückweg von Tante, mit der wir Weihnachten verbrachten. Das war eigentlich auch für den 28. Dezember 2022 geplant, aber dann kamen uns Mudderns Sturz und die Übernahme meines ehemaligen Elternhauses dazwischen. Dafür kam Tante wieder zu uns. Am 28. Dezember 2023 waren wir endlich umgezogen. Am 28. Dezember 2024 wusste der Gatte, dass er bald ins Krankenhaus soll, hoffte, nach einer OP wieder gehen zu können. Es sollten acht OPs und monatelange Krankenhausaufenthalte werden, die letztlich zu seinem Tode führten. Übrigens bekam ich vor einem Jahr doch kein Strafmandat, denn nicht ich wurde geblitzt, sondern ein anderer Wagen, der schneller fuhr als ich. / *Affiliate link

Montag, 12. Mai 2025

#WMDEDGT 05/25: Verloren in Ostholstein

Heute ist wieder der fünfte Tag des Monats, und Frau Brüllen fragt "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?", kurz WMDEDGT? Vielen Dank für's Sammeln!

Wie am 5. Mai 2022 sind wir in Weißenhäuser Strand, allerdings ist der Gatte Gott sei Dank diesmal nicht im Krankenhaus, sondern schläft neben mir - zumindest bis halb vier, als er anfängt, herumzutigern und unruhig zu werden. Wir schlafen in diesem Urlaub beide schlecht, warum auch immer.

Während ich vor drei Jahren noch die Kraft hatte, vor dem Frühstück eine Stunde in den Fitnessraum zu gehen, bin ich jetzt einfach nur noch erschöpft, komme aus der Erschöpfung einfach nicht mehr heraus. Der Wecker klingelt um halb acht. Aus der Umarmung des schlafenden Gatten lösen, aufstehen, Kaffee kochen, den Gatten wecken und Kaffee auf dem Balkon trinken. Nach zwei, drei Kaffee ist es Zeit für's Frühstück.

Wir sind mit Schwiegermutter und Tante hier, um Schwiegermutters 90. Geburtstag zu feiern. Leider ist sie, gelinde gesagt, unleidlich. An ihrem Geburtstag eskalierte die Situation so sehr, dass der Gatte am liebsten umgehend abgefahren wäre. Ich bat darum, frühestens heute abzufahren, weil ich heute die Ostsee-Tante besuchen möchte. der mitgereisten Bayern-Tante gelang es, die Wogen einigermaßen zu glätten, so sehr, dass Schwiegermutter mehrfach um Entschuldigung bat. Allerdings ist vor allem der Gatte so schwer verletzt, dass er die Entschuldigung nicht akzeptieren kann. Wir verbringen also möglichst wenig Zeit zu viert. Mit Tante verbrächten wir gerne mehr Zeit, aber es ist nicht möglich, sie alleine zu erwischen, da Schwiegermutter immer im Mittelpunkt stehen muss. 

Wie sehr der Gatte verletzt ist, zeigt sich daran, dass er zum Frühstück geht, ohne die Damen abzuholen, deren Zimmer gegenüber unserem sind. So sind wir denn schon fast mit dem Frühstück fertig, als die Damen auftauchen. Als ich vom letzten Büfett-Gang komme, sprintet der Gatte gerade aus der Tür - es ist erstaunlich, welches Tempo er gelegentlich trotz seiner Behinderung vorlegen kann. "Ich muss hier raus, sonst gibt es einen Mord!", zischt er mir zu. Schwiegermutter benahm sich also wieder mal unleidlich, wurde ausfallend, weil ihr niemand ihre Wünsche von den Lippen ablas. Sie wollte nämlich Obst haben, aber ich ging zum Büfett, ohne sie zu fragen, ob ich ihr etwas mitbringen könne. Ich hatte in die Runde gefragt, ob ich etwas mitbringen könne, aber eben nicht explizit sie angesprochen. Großer Fehler.

Zu Ende frühstücken, dabei die keifende Schwiegermutter ignorieren, den Gatten einsammeln und auf's Zimmer gehen. 

Die Wunden des Gatten versorgen. Normalerweise ekle ich mich nicht so schnell (ich hatte in einem früheren Leben mit Exhumierungen zu tun), aber wenn's der Liebste ist, ist es etwas anderes. Ich weiß zudem, dass die Angst, dem Gatten wehzutun, unbegründet ist, da er in beiden Füßen kein Gefühl mehr hat. Dennoch: Ich zögere. Der Gatte ist beim Entfernen der alten Wundauflagen beherzter als ich. In Teamarbeit schaffen wir den Verbandswechsel.

Eigentlich hätte ich jetzt locker zwei, drei Stunden Zeit zum Wellnessen, allein: Ich bin schlichtweg erschöpft. Ich würde beim Schwimmen einschlafen. Der Gatte ist seit der letzten OP ohnehin dauererschöpft, außerdem schlafen wir ja gerade beide einfach schlecht. Wir fallen ins Bett und schlafen zwei Stunden komatös.

Wir starten zum Besuch der Ostsee-Tante, haben reichlich Zeitpuffer, was sich noch als sehr nützlich erweisen wird. Der Plan ist, in Lütjenburg Kuchen und Blumen zu besorgen - laut Google Maps gibt es dort einen Famila, der neben dem Supermarkt Geschäfte für beides bietet. Das Pfand wollen wir dort auch gleich noch abgeben. Allerdings: Kaum sind wir vom Hotelgelände gefahren, verabschiedet sich Google Maps. Ich vergaß, dass ich in Deutschland bin, wo die Netzabdeckung einfach ein Graus ist. 

Ich habe zwar grob die Route im Kopf, mir aber nicht gemerkt, welche Abfahrt wir in Lütjenburg nehmen müssen. So landen wir in der Altstadt. Mit fittem Gatten könnte ich aussteigen und mich zu Fuß auf die Suche nach Bäcker und Blumen machen, nur ist der Gatte halt nicht fit. Der Versuch, in Lütjenburg Internet zu bekommen, schlägt fehl. Also irren wir durch die Altstadt, bis Schönberg ausgeschildert ist, und folgen der Ausschilderung, Zumindest sehen wir viel von der Landschaft - und Zeit haben wir ja auch noch. 

In Schönberg kauft der Ostsee-Onkel immer ein, also wird es da schon Läden geben. Wir finden einen Edeka, der auf den ersten Blick aber weder Blumen noch Kuchen hat. Internet übrigens auch nicht. Beim Versuch, eine Möglichkeit zum Wenden zu finden, finden wir tatsächlich auf einem Fleck einen Blumenladen, einen Bäcker und einen Parkplatz! Da die Ostsee-Tante grundsätzlich eine Torte pro Person rechnet, macht die Bäckereiverkäuferin mit uns das Geschäft ihres Lebens, entsteht hinter uns eine lange Schlange.

Kurz erwische ich etwas Netz, um festzustellen, dass ich nicht drehen muss, sondern der Straße folgen kann, um zur Ostsee-Tante zu gelangen. Das Dorf, in dem sie zusammen mit dem Ostsee-Onkel wohnt, hat kaum 400 Einwohner, aber eine bekannte und gut ausgeschilderte Touristen-Attraktion. Ich weiß nur nicht mehr, ob die beiden rechts oder links davon wohnen, aber in einem Dorf mit knapp 400 Einwohnern kann man sich nicht wirklich verfahren. Eine Viertelstunde vor der Zeit rollen wir bei den beiden auf den Hof. Da gibt es übrigens kurz Netz: Google Maps ist inzwischen immerhin schon in Schönberg und verkündet, ich müsse auf der Niederstraße Richtung Knüllgasse fahren. Ja, das hatte ich vor zwanzig Minuten auch gemerkt. 

Das Wiedersehen mit der Ostsee-Tante verläuft sehr harmonisch, ist wegen des Zustands des Gatten allerdings kürzer als es sein könnte. "Wenn man die Tante und deine Mutter nebeneinander stellt, würde man nicht denken, dass die beiden Schwestern sind!", sagt der Gatte und bringt es auf den Punkt. Auch charakterlich könnten die beiden unterschiedlicher nicht sein. Die Ostsee-Tante hat übrigens auch Kuchen da, obwohl ich mehrfach sagte, sie müsse keinen auftauen. Zwanzig Stück Kuchen für vier Personen sind ein wenig knapp ... Der Gatte und ich freuen uns über aufgetaute Donauwelle, hatten wir ewig nicht. Die Ostsee-Tante und ihr Mann freuen sich über mitgebrachten Mohnkuchen, Erdbeersahne, Bienenstich und Erdbeer-Vanille-Schnitte. Tante und Onkel werden noch ein paar Tage vom Kuchen essen, denn wir nahmen nichts mit. 

Für die Heimfahrt schalte ich das Taschentelefon gar nicht erst ein. Gibt ja eh kein Netz. Den Rückweg finden wir, ohne uns zu verfahren. Hinter Lütjenburg steht plötzlich ein RTW, davor und dahinter jeweils ein Zivilfahrzeug, dessen Fahrer den Verkehr regeln - ohne Warnweste, weswegen ich sie im Dämmerlicht des Waldes fast übersah. Während wir den RTW passieren, sehe ich aus dem Augenwinkel ein oder zwei abgedeckte Körper liegen. Alles sehr merkwürdig, zumal keine Polizei vor Ort ist.

Kaum zurück im Hotel, laufen wir Schwiegermutter und Tante in die Arme. Der Gatte hat allerdings keine Lust, sich zu einem Apéro zusammenzusetzen, möchte sich lieber ausruhen. Die Stimmung ist angespannt, ändert sich auch nicht beim gemeinsamen Abendessen. Normalerweise würden wir uns nach dem Abendessen noch auf ein Abschiedsgetränk in der Bar zusammensetzen, aber danach ist niemandem mehr. 

Wir sind rechtzeitig zur Tagesschau wieder auf unserem Zimmer - das gab es noch an keinem der Abende hier. Nach der Tagesschau beginnen wir mit dem Packen, dann stricke ich eine Socke zu Ende. Vor dem Einschlafen noch etwas lesen*, dann auf eine Nacht hoffen, in der ich durchschlafe - vergeblich.

Der Blick zurück in die ersten fünf Corona-Jahre: Im Mai 2020 war der Gatte noch gesund und in Kurzarbeit, während ich durch die Spontan-Digitalisierung meines Mammutprojekts jede Menge Überstunden ansammelte. Im Mai 2021 war der Gatte schon über ein halbes Jahr krank, stand der zweite Krankenhausaufenthalt unmittelbar bevor. Am 5. Mai 2022 konnte ich den Gatten aus dem Krankenhaus abholen, wo er nach einem Sturz im Urlaub zur Beobachtung war. Im Nachhinein fragt er sich immer wieder, ob dieser Sturz nicht schon ein erster Schlaganfall war, aber das Krankenhaus machte ein CT, wonach der eigentlich ausgeschlossen ist. Am 5. Mai 2023 schreibe ich Trauerbriefe. Das möchte ich nicht so bald wieder machen müssen. Am 5. Mai 2024 sind wir mit der Küchenplanung beschäftigt. Ein Jahr später warten wir auf die Erstattung des retournierten Herdes. Den mussten wir wegen der Behinderung des Gatten nach knapp neun Monaten gegen ein anderes Modell tauschen. Immerhin fand sich die Retoure nach fünf Wochen beim Händler an ... Und auch damals hatten die beiden Schulfreundinnen keine Zeit für ein Treffen. Ich wüsste zu gern, was da los ist, will es aber nach wie vor nicht per WhatsApp klären, sondern im direkten Gespräch. 

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Montag, 28. Oktober 2024

#12von12 im Oktober 2024

Caro von "Draußen nur Kännchen" sammelt jeden Monat am 12. des Monats 12 Impressionen des Tages - vielen Dank dafür! Diesmal bin ich urlaubs- und stressbedingt zu spät für die Party.

#1: Aufstehen!

#2: Am vorletzten Urlaubstag registriere ich, dass wir vom Balkon das Meer sehen können ...

#3: Mal gucken, wann die Postkarten ankommen. 

Heute ist Sonnabend und unser vorletzter Urlaubstag auf Mallorca. Als wir dort zuletzt im September 2022 waren, rechnete ich nicht damit, dass wir nochmal auf der Insel urlauben würden, denn das Klima war zu tropisch für den Gatten. Als er dieses Jahr sagte, er wolle wieder nach Mallorca. entschieden wir uns, im Oktober zu fliegen, weil dann die Wahrscheinlichkeit für tropische Temperaturen geringer ist. Leider ist dann das Wasser kalt - ich wusste nicht, wie kalt 24 Grad sein können ... 

#4: Frühstück. Die Sesamkekse werde ich vermissen. Und: Natürlich gab's vor dem Gebäck noch ein vernünftiges Frühstück.

#5: Obst für den Strandtag schnibbeln. Der Gatte mag zudem hartgekochte Eier. 

Wir haben in den letzten Tag gemerkt, wie gut es uns tut, einfach nur am Strand in der Sonne zu liegen. Dementsprechend entscheiden wir uns auch heute wieder für einen Strandtag. Es passiert also nichts, und das ist ausgesprochen entspannend.

#6: In den kommenden Stunden werde ich mich nicht von der Liege bewegen, diesen Ausblick haben, Wolken gucken und lesen*.

#7: Na gut, vielleicht gucke ich doch mal, ob noch Wasser da ist.

#8: Normalerweise würde ich weit in die Bucht hineinschwimmen, aber momentan ist mir das Wasser einfach zu kalt. Das sind niemals 24 Grad!

#9: Der Strand wurde im Laufe des Tages doch noch etwas voller, aber insgesamt ist es weitaus leerer als August / September, den Monaten, in denen wir in den Vorjahren auf Mallorca waren.

Der Blick in die ersten vier Corona-Jahre: Am 12. Oktober 2020 bekam der Gatte eine schlechte Diagnose. Damals ahnten wir noch nicht, das es nicht die einzige bleiben wird. Damals ahnten wir auch nicht, dass Mudderns Haus und Garten mitsamt Apfelbaum heute uns gehören würden. Am 12. Oktober 2021 wartet der Gatte auf die Verrentung, bin ich malad, gibt es einen Krebsverdacht, der sich zum Glück nicht bestätigt. Am 12. Oktober 2022 hätten wir nicht gedacht, dass wir ein Jahr später immer noch zwischen Wohnung und Haus pendeln, weil die Baustelle nicht fertig wird. Am 12. Oktober 2023 hoffen wir, dass wir bis Ende des Jahres umgezogen sind. 

#10: Abendessen. Cracker gab's außerdem, damit Käse und Wurst eine Grundlage haben.

#11: Zum Geburtstag bekam ich Sockenwolle von meinen Kolleginnen geschenkt, die ich jetzt annadle. Das wird ein Paar im Minecraft-Muster. Wer genau hinguckt, entdeckt im Hintergrund die Halloween-Girlande am Balkongeländer. 

#12: Vor dem Einschlafen noch etwas lesen und dafür ein neues Buch* anfangen.

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Freitag, 25. Oktober 2024

#WMDEDGT 10/24: Alles auf Zucker

Heute ist wieder der fünfte Tag des Monats, und Frau Brüllen fragt "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?", kurz WMDEDGT? Vielen Dank für's Sammeln!

Sonnenaufgang.

Wir sind am Anfang unseres Mallorca-Urlaubs. Erstaunlicherweise, erfreulicherweise schlafe ich seit der Ankunft endlich mal wieder ganze Nächte durch, bekomme es kaum mit, wenn der Gatte nachts aufsteht. Was ich mitbekomme, ist, dass wir nachts Händchenhalten. Nach 25 Jahren Beziehung finde ich das arg romantisch.

Unser Tag ist dadurch strukturiert, dass wir vor dem Hotel-Frühstück noch in Ruhe Kaffee trinken möchten. Also klingelt mein Wecker um halb acht, immerhin anderthalb Stunden später als sonst, schlappe ich in die Küche, um Wasser aufzusetzen, und dann weiter auf den Balkon, um in den Sonnenaufgang zu gucken. Als der Kaffee fertig ist, wird der Gatte geweckt. Heute zickt aus irgendwelchen Gründen sein Blutzucker, was sich den ganzen Tag nicht ändern wird. Also gibt es für ihn zum Kaffee schon Kekse, um den Zucker wenigstens etwas zu pushen.

Die gestrige Ausbeute für die Halloween-Girlande.

Nach dem Frühstück knipse ich die Fortschritte meiner Häkel-Girlande, um zu sehen, dass es vorwärts geht. Häkeln ist so gar nicht meins, aber da ich die Girlande haben will, nützt es nichts. Dann machen wir uns mit dem Bus auf, um einen Mietwagen abzuholen. Zum ersten Mal muss ich auf Mallorca fahren. In den letzten 25 Jahren fuhr ausschließlich der Gatte. Dass er so gut wie gar nicht mehr Auto fährt, ist merkwürdig, heißt, dass ich jetzt lernen muss, im Gebirge zu fahren. Das wird spannend, sollten wir tatsächlich kommendes Jahr nach Südtirol fahren - oder schon in diesem Urlaub, sollten wir durch die Tramuntana nach Cap Formentor fahren. 

Übernahme des Mietwagens. Don Carlito wird uns die kommende Woche über begleiten.

Wir beschließen, als erstes nach Artà zu fahren. Das hat bei uns quasi schon Tradition. Eigentlich hätte es danach nach Cala Rajada und Cala Bona weitergehen sollen, aber der Blutzucker des Gatten lässt sich heute einfach nicht stabilisieren. Er ist dadurch inzwischen zu erschöpft für ein Ausflugsprogramm, besteht aber darauf, wenigstens nach Artà zu fahren.

Nach Artà finden wir problemlos, aber in Artà irren wir umher. Wir finden den Parkplatz, auf dem wir in den Vorjahren parkten, um zu Fuß in die Stadt zu gehen, erst nach einer sehr, sehr langen Irrfahrt. Das Navi hilft nicht weiter, denn es beschließt, gerade jetzt kein Netz mehr zu haben. 

Kampf dem Unterzucker ...

Endlich am Parkplatz angekommen, gehen wir langsam in Richtung Fußgängerzone, aber der Gatte ist ziemlich schlapp. So arbeiten wir uns von Café zu Café und beschließen, dass es heute keinen Sinn hat, etwas zu unternehmen. Wir arbeiten uns zurück zum Auto und beschließen, nur noch beim großen Mercadonna zu halten, um einen Großeinkauf zu machen. Unterwegs registriert der Gatte meine Probleme beim Schalten in gebirgiger Landschaft und gibt Anweisungen - sehr hilfreich, denn bislang fuhr ich kaum in Gegenden mit Erhebungen über 170 m.

Beim Supermarkt angekommen, schlägt das Blutzuckermessgerät des Gatten schon wieder Alarm. Er hat neben Keksen und einem üppigen Frühstück mehrere Dextrose-Beutel, einen halben Liter Cola, einen zuckersüßen Cappuccino und ein Banana Split intus - jeder andere wäre inzwischen im Zuckerschock. Der Gatte hingegen ist unterzuckert. Das ist körperlich unwahrscheinlich anstrengend, zudem gefährlich.

Ich flitze in den Supermarkt, um Zuckerzeugs zu holen und stelle erfreut fest, dass es bei den Getränken Beutel mit Dextrose-Gel gibt. Wieder zum Gatten, der auf halb acht auf dem Beifahrersitz hängt. Warten, bis es ihm besser geht, er wieder aufstehen kann, dann einkaufen. Beim Einkaufen läuft der Gatte zur Höchstform auf - ein gutes Zeichen. Er kauft tatsächlich gerne ein, im Gegensatz zu mir.

Rückfahrt ins Hotel. Wir haben Glück, dass Don Carlito einen Parkplatz direkt am Hotel findet, denn so können wir ein paar Einkäufe im Auto lassen. 

Die Teezeit fiel heute also, also gibt es einen üppigen Aperitif.

Während sich der Gatte ausruht, verräume ich die Einkäufe, bevor ich mich ebenfalls ausruhe. Beim Lesen* nicker ich unweigerlich weg. 

Ein paar Kleinigkeiten vom mallorquinischen Büfett.

Wieder wach, bereite ich uns einen Aperitif zu, bevor wir uns entschließen, zum Abendessen ins Hotel-Restaurant zu gehen. Heute gibt es ein mallorquinischen Büfett. Die Präsentation ist nett, mit Musik und Angestellten in Tracht, das Essen ist so lala - es muss halt der Geschmack vieler Gäste-Nationen getroffen werden. Da bleibt der mallorquinische Geschmack schon mal auf der Stelle.

Warum wir niemals ein Appartement zur Garten- bzw. Pool-Seite buchen würden ... 

Nachdem Abendessen gehen wir wieder in unser Appartement und lassen den Abend auf dem Balkon ausklingen. Ich häkle weiter tapfer an meiner Halloween-Girlande. Es geht früh ins Bett, und natürlich wird vorm Einschlafen noch etwas gelesen*.

Die Ausbeute vom 5. Oktober für die Halloween-Girlande.

Der Blick zurück in die ersten vier Corona-Jahre: Am 5. Oktober 2020 war der Gatte noch gesund und fuhr ins Büro, gab's eine Kundgebung für einen jüdischen Studenten, der am Vortag vor der Synagoge niedergeschlagen wurde, wo gerade Sukkot gefeiert wurde. Einzelfall, klar. Am 5. Oktober 2021 beschäftigte mich ein Krebsverdacht, der sich Gott sei Dank als unbegründet herausstellte. Am 5. Oktober 2022 war Yom Kippur, wurde ein Anschlag auf die Hannoveraner Synagoge verübt. Noch so'n Einzelfall. Am 5. Oktober 2023 ahnte niemand, dass die Hamas zwei Tage später eine Menschenjagd veranstalten sollte - das schlimmste Pogrom seit Ende der Shoah. 

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