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Sonntag, 16. Dezember 2018

#pmdd29: Das war der 13. Dezember 2018

#pmdd steht für "Picture my Day Day", und der fand am 13. Dezember 2018 zum 29. Mal statt, diesmal veranstaltet von Frau Schnipselich - vielen Dank dafür!

In 31 Bildern nehme ich Dich mit in einen Arbeitstag - bislang war ich den den #pmdd's entweder krank oder es war Wochenende.

Meine Arbeitstage beginnen oft spät, so auch heute. Ich stehe allerdings meistens mit dem Gatten auf, damit wir noch zusammen Kaffee trinken können, bevor er los muss. Sein Arbeitstag beginnt zwei Stunden vor meinem. 
Wenn er sich auf den Weg gemacht hat, kann ich ein bisschen kruschteln und mich um den Haushalt oder das Abendessen kümmern. Ab Januar wird sich das ändern, dann muss ich früher im Büro sein. Also genieße ich die letzten Tage, an denen ich vor der Arbeit noch 'n büschen trödeln kann.




Gucken, wie die Nacht war.
Frühstück.

Auf den ersten Termin des Tages vorbereiten.

Die 52-Wochen-Challenge für diese Woche abhaken.
Die schon für letzte Woche angekündigte Straßensperrung ist da.

Bushaltstellenwarteblick Nummer eins.

Bushaltestellenwarteblick Nummer zwei.

Umsteigen in die U-Bahn.

Zeit überbrücken.

Verwilderte Kunst am Wegesrand.

Notiz an mich: Den Gatten fragen, ob er weiß, dass es hier ein Modellbahngeschäft gibt. 

Der erste Arbeitsort für heute ist erreicht.

Alte Bekannte treffen.

Kaffee trinken.

Endlich mal das Yarncamp-Gadget nutzen und in verblüffte Kollegen-Gesichter gucken können.

Ich könnte nicht widerstehen.

Das Karussell hat Pause.

Lesen* in der U-Bahn.

Fast schon im Büro.

Über die blühende Orchidee freuen.

Ordnung ins Chaos bringen.

Das kommende Jahr planen. Die unterschiedlichen Tapes brauche ich für die verschiedenen Projekte, für die ich verantwortlich bin.

Beim Staatsopern-Adventskalender Arbeit und Vergnügen kombinieren. 

Heimweg.

Endlich zu Hause.

Mit der Socke um einen Zentimeter ringen.

Beilage zum Abendessen.

Weihnachtsstimmung.

Wird dieses Jahr auch schon 90.

Der Chanukka-Kranz wurde inzwischen zum Adventskranz.

Die Socke bezwingen.

Noch etwas lesen*, bevor die Augen zufallen.
Die Rezepte zum Tag gibt's in der Kombüse.

* Affiliate links.

Montag, 15. Oktober 2018

Ehemaliges Zwangsarbeiter- und Kriegsgefangenenlager in der Welckerstraße 6

Montags gegen Nazis.
Montags erinnere ich daran, was passiert, wenn es mit der Demokratie bergab geht und wie es anfing, denn die Nazis fielen ja nicht 1933 vom Himmel. Die krochen schon Jahre vorher aus ihren Löchern, wurden nicht rechtzeitig aufgehalten, auch, weil man sie nicht ernst nahm, dachte, es wird schon nicht so schlimm.

Wurde es aber.

In loser Folge gibt's hier also montags Kunst und Denkmäler gegen Faschismus, Nationalismus und Rassismus. Orte, die daran erinnern, gibt es nicht nur in unserer Stadt genug, denn wie gesagt: Wir hatten das schon mal.

Wie es zu dieser Beitragsreihe gekommen ist, kannst Du hier nachlesenAlle Beiträge aus dieser Reihe findest Du, wenn Du hier klickst. Das blaubraune Pack kündigte an, im Herbst wieder demonstrieren zu wollen, diesmal monatlich. Nachdem sie sich im September die 11. Klatsche für dieses Jahr von der demokratischen Mehrheit der Stadt abholten, haben sie im Oktober prompt pausiert. Im November müssen wir dann mal wieder zeigen, wer das Volk ist und wer völkisch.


Blick in die Welckerstraße, wo sich zwischen 1943 und 1945 ein Zwangsarbeitslager der Firma Dello befand. 
In direkter Nachbarschaft zum Logenhaus, in der einstigen Welckerstraße 6, befindet sich bis in die 1970er Jahre hinein die Opel-Generalvertretung von Ernst Dello & Co.. Im dritten und vierten Stockwerk des langgestreckten, mehrstöckigen Gebäudekomplexes gegenüber der Staatsoper wird im Juli 1943 ein Lager für ca. 180 sowjetische und französische Kriegsgefangene sowie französische Zwangsarbeiter eingerichtet. 

Das von Soldaten bewachte Lager ist eines von über 1.100 Zwangsarbeitslagern auf dem Hamburger Stadtgebiet. Es bleibt bis zur Befreiung im Mai 1945 bestehen. In welchen Bereichen die Männer eingesetzt wurden, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht ersehen. Ich vermute, sie mussten Trümmer räumen und beim provisorischen Wiederaufbau zerstörter Häuser helfen. 

Montag, 8. Oktober 2018

Die Freimaurerloge in der Welkerstraße

Montags gegen Nazis.
Montags erinnere ich daran, was passiert, wenn es mit der Demokratie bergab geht und wie es anfing, denn die Nazis fielen ja nicht 1933 vom Himmel. Die krochen schon Jahre vorher aus ihren Löchern, wurden nicht rechtzeitig aufgehalten, auch, weil man sie nicht ernst nahm, dachte, es wird schon nicht so schlimm.

Wurde es aber.

In loser Folge gibt's hier also montags Kunst und Denkmäler gegen Faschismus, Nationalismus und Rassismus. Orte, die daran erinnern, gibt es nicht nur in unserer Stadt genug, denn wie gesagt: Wir hatten das schon mal.

Wie es zu dieser Beitragsreihe gekommen ist, kannst Du hier nachlesenAlle Beiträge aus dieser Reihe findest Du, wenn Du hier klickst. Das blaubraune Pack kündigte an, im Herbst demonstrieren zu wollen, diesmal monatlich. Nachdem sie sich im September die 11. Klatsche für dieses Jahr von der demokratischen Mehrheit der Stadt abholten, werden sie im Oktober prompt pausieren. 

Das heutige Logenhaus in der Welckerstraße. 
Die Welckerstraße übersieht man leicht, wenn man von Stephansplatz zum Gänsemarkt läuft: Die schmale Einbahnstraße verbindet die Dammtorstraße mit der Drehbahn und ist Zufahrt zu einem Parkhaus.

Heute läuft man direkt auf das 1971 neu erbaute Logenhaus der „Vereinigten fünf hamburgischen Logen“ zu. Es gehört den Freimaurern, die das Grundstück 1875 erwerben und 1890 ein neu errichtetes Logenhaus eröffnen.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten werden auch die Freimaurer verfolgt. Zwar versucht man noch, sich mit den neuen Machthabern zu arrangieren, aber die sehen wie Joseph Gobbels in einer "weltsumspannenden Verschwörung aus Judentum, internationaler Freimauerei und internationalem Marxismus" eine Bedrohung für Deutschland.

Erinnerungstafel für die Zerstörung des Logenhauses in der NS-Zeit.
1935 wird die Freimauererei verboten. Die Logen müssen sich unter Beobachtung und in Anwesenheit der Gestapo selbst auflösen. Im Logenhaus in der Welckerstraße wurde eine Anti-Freimaurer-Ausstellung eingerichtet, bevor das Gebäude 1937 abgerissen wird. Das Gelände wird als Parkplatz für die benachbarte Post genutzt.

Nach der Befreiung dauert es lange, bis die Freimaurer das Grundstück zurückerwerben können. 1971 schließlich wird der Grundschein für das neue Logenhaus gelegt. Heute nutzen fast 20 Logen die unteren Stockwerke, während die oberen Etagen an die Universität vermietet sind.

Montag, 24. September 2018

Hans-Grahl-Weg

Montags gegen Nazis.
Montags erinnere ich daran, was passiert, wenn es mit der Demokratie bergab geht und wie es anfing, denn die Nazis fielen ja nicht 1933 vom Himmel. Die krochen schon Jahre vorher aus ihren Löchern, wurden nicht rechtzeitig aufgehalten, auch, weil man sie nicht ernst nahm, dachte, es wird schon nicht so schlimm.

Wurde es aber.

In loser Folge gibt's hier also montags Kunst und Denkmäler gegen Faschismus, Nationalismus und Rassismus. Orte, die daran erinnern, gibt es nicht nur in unserer Stadt genug, denn wie gesagt: Wir hatten das schon mal.

Wie es zu dieser Beitragsreihe gekommen ist, kannst Du hier nachlesenAlle Beiträge aus dieser Reihe findest Du, wenn Du hier klickst. Das braune Pack kündigte an, im Herbst demonstrieren zu wollen, diesmal monatlich. Nachdem sie sich im September die 11. Klatsche  für dieses Jahr von der demokratischen Mehrheit der Stadt abholten, werden sie im Oktober prompt pausieren. 


Blick auf den Hans-Grahl-Weg im Gustav-Mahler-Park.
Geht man am Casino entlang zum Kino oder zum Bahnhof Dammtor, passiert man den Hans-Grahl-Weg, der durch den Gustav-Mahler-Park führt. Der kleine ungepflegte Grünstreifen, der die Fortsetzung der Wallanlagen ist, wirkt auf mich wenig einladend, wäre aber einen eigenen Beitrag wert. 

Solange ich denken kann, ist der Park Cruising-Area. Insofern passt die Benamsung des durch den Park führenden Wegs nach Hans Grahl: Der Heldentenor der Hamburgischen Staatsoper wurden in der NS-Zeit aufgrund seiner Homosexualität verhaftet.  

Der 1895 in Braunschweig geborene Hans Grahl studiert nach dem Ersten Weltkrieg Gesang und erhält 1929 ein Engagement in Hamburg. Schnell brilliert er als Heldentenor und singt fast alle großen Rollen dieses Fachs, darunter die großen Wagner-Partien Lohengrin, Parsifal, Tannhäuser, Rienzi, Siegfried, Siegmund und Tristan. 

Welche Bedeutung Grahl in der Hamburgischen Staatsoper hat, sieht man daran, dass er das bestbezahlteste Ensemblemitglied war: Er verdiente brutto 2.500 RM im Monat, fast 17.000 Euro. 1936 wurde der 41jährige zum Kammersänger ernannt.

Im April 1937 wird Grahl verhaftet, nachdem zu Jahresbeginn ein schwuler Opernsänger aus seinem Freundeskreis aufgrund seiner Homosexualität nach §175 verurteilt wurde, ein ebenfalls verhafteter Schauspielerkollege Grahl als homosexuell denunziert. 

Der Tenor wird zu sechs Monaten Haft verurteilt, die er im Gefängnis Glasmoor verbringen muss. Grahls Ehefrau Claire (Cläre / Kläre) Falke gelingt es, die Freilassung zu erwirken. Grahl emigriert in die Tschechoslowakei, wo er an verschiedenen Bühnen singt. Nach der Befreiung zieht Grahl nach Berlin, wo er gelegentlich an der Staatsoper auftritt, aber überwiegend als Gesangslehrer arbeitet und 1966 verstirbt. 

Affiliate links mit Büchern zur Biographie Hans Grahls