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Donnerstag, 30. Oktober 2025

#pmdd2025: Der 28. Oktober 2025

An jedem 28. eines Monats ist Picture my Day-Day, kurz pmdd. Ich finde, das ist ein schönes Tagebilderbuch. Mitmachen ist einfach: Fotos vom Tag machen, bloggen oder mit #pmdd2025 auf Instagram einstellen. Gesammelt wird alles auf dieser Seite.  

Frühstücken. In dem Schnapsglas ist Grapefruitkern-Extrakt - nicht, dass du auf Gedanken kommst ;o)

Das aktuelle Panoramafenster.

Der Treppenlift, den der Gatte kaum zwei Wochen nutzen konnte, dient mir aktuell als Lastenaufzug.

Ich habe Diamanten gekauft.

Heute ist Dienstag. Der Gatte starb vor einer Woche. Ich versuche gerade, mich in irgendeiner Form von Alltag einzufinden. Heute stehen ein Besuch beim Bestatter und die Auswahl einer Grabstätte an. Ansonsten ist es ein ruhiger Tag.

Dieses Haus dekoriert jedes Jahr zu Halloween, dieses Jahr allerdings eher zurückhaltend. 

Kurz beim Bestatter vorbeigehen. Die Holzlatten-Fassade finde ich ja jedes Mal auf's Neue befremdlich. 

Jedes Mal, wenn ich an diesem Grabstein vorbeikomme, muss ich an Herr der Ringe denken.

Ich mag die kleine Friedhofskapelle, trotz der Heldengedenkfenster, die für mich überhaupt nicht passen.

Im Frühjahr nahm ich die beiden Vögelchen vom Grab meiner Eltern mit nach Hause, um sie zu kleben, da sie vom Grabstein fielen. Heute bringe ich sie endlich wieder zurück.

Ich habe ein Grab gekauft. Während ich noch überlegte, ob es dem Gatten gefallen könnte, fiel darauf ein Sonnenstrahl durch die grauen Wolken. Ich nehme es mal als Zeichen, dass der Gatte mit meiner Wahl einverstanden ist.

Kurz ins Einkaufszentrum.

Hört sich spannend an. Mal gucken, ob ich es zur Veranstaltung schaffe.

Wieder zu Hause. Der Türsteher-Hase trägt immer noch das Oster-Outfit. Ich kam in diesem Jahr gefühlt zu nichts. 

Die Spülmaschine will spielen. Ich habe endlich den Spülarm des oberen Korbes sauber bekommen, so dass sie wieder richtig sauber spült.

Letztes Jahr hatte ich einen Anfall von Ordnungssinn, so dass ich die Halloween-Deko auf Anhieb im Häuschen finde.

Wenn ich schon im Häuschen bin, kann ich auch gleich das Vogelfutter nach vorne holen und die beiden Vogelhäuschen füllen.

Da kam dann doch etwas zusammen heute. Ein paar mehr Schritte werden es noch werden, Treppen sei Dank.

Die Halloween-Girlande hängt. 

Der Halloeween-Schnobkram stünde dann auch bereit.

Alles geschafft. Aktuell mache ich mir jeden Tag eine Zu-Erledigen-Liste. Das hilft mir gegen depressionsbedingten Schlendrian.

Vor einem Jahr wollte ich schon mal die Mutmach-Socken verschicken, aber im Karton war noch Platz. Jetzt machen sie sich bald auf den Weg. 

Kleiner Müffelhase, Kirmeshase und KPH versuchen, dem Kuschelrudel zu erklären, warum das Herrchen nicht wiederkommt. Schnuffi versteht das nicht und blickt zur Tür, weil: "Da ging er raus. Da muss er wieder rein kommen." Nur: Der Gatte kommt nie wieder.

Herbsthimmel.

Ich esse heute fast das gleiche wie vor einem Jahr: Schweinefilet mit Steinpilzsauce und Spätzle statt Bandnudeln. Von der Schokolade mit dem Du-schaffst-das-Hasen habe ich so viel gekauft, dass der Gatte nicht alle aß. Er aß in den letzten Monaten ohnehin nur noch wenig Schnobkram. Der Gatte sagte, der Hase machte ihm im Krankenhaus Mut. Jetzt soll er mir dabei helfen, das mit der Trauer und dem Alleinleben zu schaffen.

Fäden verziehen.

Auch das geschah an einem 28. Oktober: 1938 wurden alle polnisch-stämmigen Juden ohne deutsche Staatsbürgerschaft deportiert.

Neue Socken annadeln. Ich möchte mich mal an Mojo-Socken versuchen, allerdings mit klassischer Käppchen-Ferse. Ich bin gespannt, ob das klappt.

Vorm Einschlafen noch etwas lesen*.

Der Blick zurück in die ersten fünf Corona-Jahre: Am 28. Oktober 2020 wussten wir zwar schon seit zwei Wochen, dass der Gatte krank ist, ahnten aber noch nicht das ganze Ausmaß, und so arbeitete er noch. Am 28. Oktober 2021 wussten wir um das ganze Ausmaß der Erkrankung des Gatten, wartete er auf seine Verrentung, da er nicht mehr arbeitsfähig war. Am 28. Oktober 2022 hofften wir auf einen baldigen Umzug - vergeblich. Den Adventskalender, den ich an diesem Tag für meine Mutter kaufte, entsorgte ich ein halbes Jahr später immer noch originalverpackt, als wir nach ihrem Tod ihr Zimmer im Pflegeheim ausräumten. Am 28. Oktober 2023 kauften wir die gleichen Süßigkeiten für Halloween wie im Jahr davor, hoffte der Gatte zu recht auf viele klingende Kinder, die er erschrecken wollte. Am 28. Oktober 2024 freute sich der Gatte auf Halloween. Ein Jahr später werde ich versuchen, mich im seinem Sinne auf Halloween zu freuen, auch wenn es schwer ist. / *Affiliate links

Freitag, 30. August 2024

#pmdd2024: Der 28. August 2024

An jedem 28. eines Monats ist Picture my Day-Day, kurz pmdd. Ich finde, das ist ein schönes Tagebilderbuch. Mitmachen ist einfach: Fotos vom Tag machen, bloggen oder mit #pmdd2024 auf Twitter oder Instagram einstellen. Gesammelt wird alles auf dieser Seite.

Wir haben gerade einen hohen Verbrauch an glatter Petersilie, die neben der Kaffeemaschine wohnt.

Während der Kaffee kocht, werde die Pflanzen gegossen, wird Sauerampfer geerntet.

Den Sauerampfer brauche ich für die Frühstücksbrote im Büro. 

Heute ist der zweite Echtbüro-Tag in dieser Woche. Da der Metronom-Fahrplan ausgedünnt wurde, sind meine Hamburg-Tage sehr klar strukturiert, ist morgens jede Minute verplant. Bei nur zwei Zügen pro Stunde (oft auch nur einer) kann ich es mir nicht leisten, einen Zug später zu nehmen, schon gar nicht, wenn ich einen Termin habe so wie heute.

Der Moment, in dem ich überlege, doch lieber das Auto zu nehmen.

Der Moment, in dem ich entscheide, doch lieber das Auto zu nehmen.

Ich ergatterte den vorletzten Parkplatz!

Dauert zwar länger, aber dafür sehe ich mehr: Mit dem Bus statt mit der S-Bahn ins Büro.

Die Entscheidung für's Auto war sehr richtig, so bitter es ist. Ich hätte lieber einen funktionierenden ÖPNV.

Auch die Rückfahrt wird sich schwierig gestalten ... Mit dem Auto bin ich abends kommod in 30 Minuten zu Hause. Allerdings fehlen mir die drei bis fünf Kilometer Fußmarsch, die ich an jedem Echtbüro-Tag habe.

Der Tag im Büro ist ruhig. Ich bin froh, dass ich mich gestern schon mit Mineralwasser eindeckte und es noch schaffte, mir Overnight Oats zu machen, denn so muss ich nicht in die Affenhitze raus, um mir etwas zu essen oder zu trinken zu holen. 

Arbeiten. Mit dem Ende der Sommerferien wird es langsam wieder mehr. 

Plötzlich steckt die geburtstagsbeauftragte Kollegin ihren Kopf durch die Tür und ruft "Happy Birthday!" Mein Geburtstag ist zwar schon lange her, aber sie fand ein vergessenes Geschenk: Zur Sockenwolle sollte es auch Maschenmarkierer geben.

Feierabend.

Vor der Tür der Shrink erinnert ein Stolperstein an Meta Stern, die in Riga ermordet wurde. Mehr scheint über die 31jährige nicht bekannt zu sein.

Mit der S-Bahn zum Parkhaus und dann schnell nach Hause.

Heute ist Klapsenklub, wie ich die Gruppentherapie der Reha-Nachsorge liebevoll nenne. Ich freue mich auf jeden Mittwoch, auch, wenn es sein sehr langer Tag ist. 

Die monatliche Flut der gelben Säcke. Eigentlich steht jedem Haushalt nur ein Sack pro Monat zu, aber das reicht nirgendwo. Wir sind diesen Monat mit anderthalb dabei.

Der Sperrmüll unsere Nachbarn hat sich mittlerweile auf zwei Bordsteine verteilt. 

Gelbe Säcke an Trimmrad und Drucker. Einen Tag später vereint sich alles mit den Blauen Tonnen. Die Müllabfuhr klappt hier nur unregelmäßig.

Endlich zu Hause!

Abendessen: Linsen-Gemüse-Pasta, angereicht mit Tomate und Ei.

Tino Chomentowski könnte heute seinen 87. Geburtstag feiern.

Ausgeräumt wird morgen: Die Spülmaschine ist durch.

Das Rudel liest. Ich beende "James*" von Percival Everett und fange "Bitterkaltes Land*" von Regine Seemann an.

Der Blick zurück in die ersten vier Corona-Jahre: Am 28. August 2020 lebte sich Schwiegermutter gerade in der Seniorenwohnanlage ein, war der Gatte noch gesund, fuhren wir am kommenden Tag nach Dänemark. Am 28. August 2021 war der Gatte schon krank, wartete auf die Entscheidung über seine Verrentung, musste ich arbeiten, holten wir abends Tante ab, um in der kommenden Woche einen runden Gatten-Geburtstag zu feiern. Am 28. August 2022 waren wir noch so optimistisch, spätestens im kommenden Frühjahr ins alt-neue Haus zu ziehen. Am 28. August 2023 bezweifelten wir, dass wir überhaupt noch dort einziehen werden. / *Affiliate links