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Samstag, 27. Juli 2013

Pfannen-Fladenbrot mit Zwiebelsamen

Normalerweise sind Samenstände von Pflanzen auch für naturnahe Gärtner manchmal ein kleines Übel, sollten sie den eigenen Garten im nächsten Jahr in eine Art unbezwingbaren Urwald verwandeln. Bei weitem nicht alle werden im Winter von den Vögeln als Nahrung geerntet. Viele dieser Samen haben über die eigene Vermehrung hinaus noch einen anderen Nutzen für uns, wie z. B. die Samen der Winterheckenzwiebel (allium fistulosum), die zu "Großmutters Zeiten" schon als Pfefferersatz verwendet wurden.
>>> Hier gibt es noch mehr über die Winterheckenzwiebel in meinem Blog zu lesen, außerdem siehst Du dort auch noch die jungen Blütenknospen.



Diese Samen sehen eigentlich genauso aus wie die Schwarzkümmel-Samen (nigella sativa), die für indische Naan-Brote verwendet werden und ebenso leicht pfeffrig schmecken.

Jetzt ab Juli sind sie erntereif, wann genau hängt von der Witterung ab, dieses Jahr sind sie nach dem schlechten Frühjahr etwas später dran als sonst. Der richtige Zeitpunkt ist dann, wenn die Samenhüllen sich braun färben und aufplatzen, so dass die schwarzen Körner in jeder der Samenhüllen zu sehen sind und nicht wie hier auf dem Foto nur ein paar aufgeplatzt sind:


Solltest Du sie aus bestimmten Gründen schon in diesem nicht ganz ausgereiften Zustand abschneiden, lass sie einfach in einer flachen Schale noch direkt in der Sonne zu Ende trocknen oder ein paar Tage im Zimmer, dann springen die Hüllen weiter auf und Du kannst du die Körner einfacher gewinnen.


Du erntest die Samen am besten bei trockenem, sonnigem Wetter, so lassen sie sich am besten aus ihrer Umhüllung "schütteln". Schneide die vertrockneten Blüten vorsichtig ab, damit die schwarzen, Körner nicht gleich auf den Boden fallen, gib sie in eine flachere Schüssel oder tiefen Teller und drücke und zwirble die restlichen Körner mit den Fingern aus ihrer Umhüllung. Wenn Du fertig bist, bläst Du GANZ vorsichtig über die Körner, um die Spreu von den Körnern zu trennen, am besten im Freien, sonst hast Du die trockenen Pflanzenteile überall in der Wohnung liegen, das wäre nicht so lustig. Aber wirklich nicht zu fest blasen, sonst fliegen auch die Samenkörner aus der Schüssel.


Das Aroma der Körner ist etwas flüchtig, übrige Samen solltest Du in einem Schraubglas aufbewahren. Mit einer Gewürzmühle kannst Du die Samen fein mahlen und damit Speisen ganz leicht pfeffrig würzen.


Streust Du sie dekorativ als ganze Körner oben auf Fladenbrote, z. B. nach Art der Indischen Naan-Brote, und bäckst diese in einer (Grill-)Pfanne, entwickeln sie eher ein leicht nussiges Röstzwiebelaroma. Also, ein Samen, zwei unterschiedliche Geschmacksrichtungen: innen im Brot leicht pfeffrig, außen ein Hauch von Röstzwiebelaroma.

Es ist schon ein bisschen "Pfriemelei", die Samen zu ernten. Klar, jeder hat heutzutage die verschiedensten Pfeffersorten im Haushalt, man braucht also eigentlich nicht auch noch Samen zu sammeln, aber ich finde es einfach mal interessant, Dir zu zeigen, was die heimische Natur immer wieder so an Überraschungen bereit hält und was man damit machen kann.

Pfannen-Fladenbrot mit Zwiebelsamen von der Winterheckenzwiebel