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Donnerstag, 9. Januar 2014

Riesencrevetten auf Pastissauce mit Fenchel-Flan und Quinoa


Fenchel, Foeniculum vulgare, Finocchio, Fenouille, Fennel und in Berndeutsch Fängchu... wie auch immer, dieses Gemüse lässt mein Herz höher schlagen. Fenchel gedünstet, gekocht, mit Käse überbacken, roh als nettes Knabberzeugs, als Salat, gebraten, als Tee - Fenchel ist meine grosse Liebe, die schon fast 50 Jahre währt. Fenchel als Vorspeise, als Hauptgang, als Beilage zu Fisch oder Fleisch, ja sogar als Dessert. Gestern bin ich auf ein Rezept für ein Fenchel-Dessert gestossen - das probiere ich demnächst aus.
Fenchel liebt man oder man mag ihn überhaupt nicht. So ein bisschen mögen... das gibt es selten. Ich kenne jedenfalls niemanden. Gut, dass im Hühnerstall nur absolute Fenchelliebhaber leben.
Dem Küken habe ich vorgestern einen Fenchel-Flan kredenzt, dazu ein paar gebratene Riesencrevetten auf einer Pastis-Sauce. Und weil letztes Jahr die Küchenschabe von Fenchelpollen so geschwärmt hat, habe ich mir unlängst solche besorgt. Preislich kommen die Pollen an Safran ran - aber diese Ausgabe hat sich ja sooooo gelohnt. Ich bin seit vorgestern grosser Fan von den Pollen.

Rezept für 2 Personen
Fenchelflan
1 Fenchelknolle
2 Eier
1 dl Sahne
Salz, Pfeffer

Fenchel putzen und in Würfel, die grünen Stengel in hauchdünne Scheibchen und das Fenchelgrün klein schneiden. Die Fenchelwürfel in Salzwasser blanchieren, dann kalt abschrecken. Die Fenchelscheibchen separat für eine Minute ins Salzwasser geben, ebenfalls kalt abschrecken, damit die grüne Farbe erhalten bleibt. Die Fenchelwürfel klein hacken, zusammen mit den Scheibchen und dem klein geschnittenen Fenchelgrün in eine Schüssel geben. Sahne und Eier miteinander verquirlen, salzen und pfeffern und dieses Gemisch zum Fenchel geben. Vier kleine, feuerfeste Förmchen leicht ausbuttern, die Fenchelmasse einfüllen. Die Förmchen in eine Auflaufform stellen, heisses Wasser dazu giessen, so dass die Förmchen zu zwei Dritteln im Wasser stehen. Auflaufform in den vorgeheizten Backofen schieben und die Flans bei 230 Grad ca. 40 Minuten garen. Mit einem Messer die Flans vom Förmchenrand lösen und auf einen vorgewärmten Teller stürzen.

Rezept für 2 Personen
Riesencrevetten mit Pastissauce
pro Person 3 bis 5 Riesencrevetten
0,5 dl Pastis
30 bis 40 g kalte Butter
Salz, Pfeffer
1 Messerspitze Fenchelpollen
wenig Bratbutter

Die Riesencrevetten schälen, den Darm entfernen, mit kaltem Wasser kurz waschen und anschliessend gut trockentupfen. Die Crevetten in einer Bratpfanne in Bratbutter beidseitig kurz braten, aus der Pfanne heben und warm stellen. Den Bratensatz mit Pastis ablöschen, diesen auf die Hälfte einreduzieren. Nun die kalte Butter stückchenweise einrühren, bis die Sauce abbindet. Dabei die Pfanne immer wieder vom Herd ziehen, die Sauce darf auch keinen Fall zu heiss werden, sonst gerinnt sie. Nun die Sauce mit Salz abschmecken und die Fenchelpollen beifügen.
Die Sauce zum Fenchelflan auf den Teller geben, die Crevetten drauf setzen.

Dazu gab es Quinoa, die ich ohne Firlefanz in Salzwasser gegart hatte.

Mittwoch, 11. September 2013

Spätommerliches Fenchelsüppchen mit Rosa Pfeffer


Noch halte ich am Sommer fest, so ganz will ich ihn noch nicht gehen lassen. Draussen hat es zwar merklich abgekühlt, das Thermometer zeigt grad mal 13 Grad an. Aber zwischendurch scheint trotz Wolken und Regen auch immer mal wieder die Sonne. Ein untrügliches Zeichen, dass der Sommer noch nicht ganz vorbei ist, sind meine unbestrumpften Füsse. Hab ich schon mal erzählt, dass ich Strümpfe nicht mag. Am liebsten würde ich das ganze Jahr barfuss gehen. Wenn ich Socken anziehe, dann ist es draussen wirklich kalt! Noch trage ich aber keine Socken, also ist noch ein kleines bisschen Sommer. Weil der Bauch jedoch nach was Wärmendem verlangte, gab es ein Fenchelsüppchen.


Rezept für 2 Personen (als Hauptgericht)
Fenchelsüppchen
2 grosse Fenchelknollen
2 mittelgrosse Kartoffeln, mehligkochend
1/2 Lauchstengel (nur das weisse/hellgrüne)
ca. 1 l Gemüsebrühe
1 Espressolöffel Fenchelsamen, im Mörser angestossen
2 Nelken
2 Lorbeerblätter
1 Kaffeelöffel schwarze Pfefferkörner
ein paar Petersilienstängel
ein Schluck Pastis
ein spritzer Zitronensaft
ca. 1 dl Sahne
Salz
Bratbutter

Garnitur
Fenchelstengel, ganz fein gehobelt
1 Espressolöffel Fenchelsamen, im Mörser angestossen
wenig gehackte Petersilie
Fenchelgrün
Rosa Pfeffer


Lauch in feine Ringe schneiden. Fenchel putzen, die grünen Stengel mit dem Fenchelgrün wegschneiden und zur Seite legen. Fenchel und Kartoffeln in kleine Stücke schneiden.
In einem Topf die Lauchringe sowie die Fenchelstücke andünsten, dann die Kartoffelwürfel dazu geben und mit der Gemüsebrühe und einem Spritzer Zitronensaft aufgiessen. In ein verschliessbares Gewürzsieb die Fenchelsamen, die Lorbeerblätter, die Nelken und die Pfefferkörner geben und dass Sieb in die Suppe hängen.  Petersilienstengel dazu und das Süppchen kochen, bis die Kartoffeln und der Fenchel gar sind. Gewürzsieb und Petersilienstengel entfernen, dann die Suppe pürieren, Sahne dazu geben und mit Salz und Pastis abschmecken.
Fenchelstengel ganz fein hobeln und in wenig Bratbutter zusammen mit den Fenchelsamen andünsten. Leicht salzen.
Suppe in Suppentellern anrichten, Stengelgemüse auf die Suppe geben, mit Fenchelgrün, Petersilie und Rosa Peffer ausgarnieren.

Variation
Als Vorspeise würde ich wahrscheinlich die Kartoffel weglassen und dafür eine Knolle Fenchel mehr reingeben. Das macht das Süppchen feiner. Als Hauptgang hätte mir das so aber zuwenig Substanz gehabt, sprich ich wäre wahrscheinlich nicht satt geworden.

Dienstag, 3. September 2013

Selbstgemachte Fenchelbratwurst auf Puy-Linsensalat


Er sei das Arschloch unter den Gemüsen, hat Heike vorgestern geschrieben. Entweder man liebe oder man hasse ihn, dazwischen gäbe es nichts. Gemeint ist der Fenchel. Heike liebt ihn, ich auch, mein Hühnerstall ebenso. Und deshalb hat ein Bekannter letzte Woche Bratwürste selbst gemacht, Bratwürste mit Fenchel und Fenchelsamen drin. Und von diesen Bratwürsten habe ich einen Kranz gekriegt. Dazu noch einen Leinensack mit Puy-Linsen, die er direkt aus Puy mitgebracht hatte. Und weil ich noch ein paar kleine Fenchelknollen im Kühlschrank hatte, gab es gestern Abend die Bratwürste auf einem Linsensalat mit Fenchel. Und die Erlaubnis das Bratwurstrezept hier zu publizieren.

Fenchelbratwurst
Rezept für ca. 1,3 m Bratwurst

2 Esslöffel Fenchelsamen
2 Esslöffel Pfefferkörner
1 gestrichener Esslöffel Pimentkörner
1 gestrichener Esslöffel Wacholderbeeren
1 gestrichener Teelöffel Piment d'Espelette
1 Esslöffel gerebelter Oregano
400 g fetter, angeräucherter Rückenspeck vom Schwein
900 g Schweinenacken
2 Knoblauchzehen
125 g fein gewürfelte Zwiebeln
1 Esslöffel Öl
2 Lorbeerblätter, fein geschnitten
abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone
20 g Salz
frisch geriebene Muskatnuss
1/2 Fenchelknolle (ca. 120 g), fein gewürfelt
Lammdarm 28/30, mindestens 30 Minuten in warmem Wasser eingeweicht

Fenchelsamen, Pfeffer, Piment und Wachholder in einer Pfanne anrösten, Oregano, feingeschnittenen Lorbeer und Piment d'Espelette dazugeben und in einem Mörser fein zerstossen. Den Speck und den Schweinenacken grob würfeln. Knoblauch schälen. Zwiebelwürfel im Öl glasig dünsten und auskühlen lassen. Mit dem Fleisch und dem Speck, den gerösteten, gemörserten Gewürzen, dem Knoblauch, der Zitronenschale, Salz, Muskat und Fenchelwürfel gründlich mischen.
Wurstmischung zweimal durch die grobe Scheibe des Fleischwolfs drehen. Beim zweiten Mal die mittlere Fülltülle aufsetzen und den Darm auffädeln. Die Masse nach und nach in den Darm abfüllen. Das ergibt ca. 1,2 bis 1,35 m Bratwurst.


Linsensalat mit Fenchel
Rezept für 4 Personen

250 g Puy-Linsen
1 rote Zwiebel, in hauchdünne Halbringe
3 kleine oder 1 grosse Fenchelknolle, fein gehobelt
1 Tomate, entkernt und klein gewürfelt
1 Lorbeerblatt
2 Nelken
Salz, Pfeffer
1 Kaffeelöffel Dijonsenf
Rotweinessig
Rapsöl
Olivenöl
wenig Balsamico
Saft einer halben Zitrone

Linsen waschen und in einem Topf in ungesalzenem Wasser mit einem Lorbeerblatt und zwei Nelken gar kochen, anschliessend abgiessen und gut abtropfen lassen. In einer Schüssel aus dem Senf, Salz, Pfeffer, Rotweinessig und Rapsöl eine Salatsauce rühren. Die noch heissen Linsen mit der Sauce mischen und eine gute halbe Stunde durchziehen lassen. Unterdessen in einer Bratpfanne in Olivenöl den Fenchel kurz sautieren, so dass er noch Biss hat. Salzen und pfeffern, dann mit dem Zitronensaft ablöschen und diesen einkochen lassen. Die Hälfte des Fenchels in den Linsensalat mischen.
Mit der roten Zwiebel gleich wie mit dem Fenchel verfahren, allerdings statt mit Zitronensaft mit wenig rotem Balsamico ablöschen. Die Hälfte der Zwiebeln kommt in den Salat.
Jetzt noch die Tomate in kleine Würfelchen schneiden. Die Hälfte davon kommt in den Salat.
Die restlichen Zwiebelringe, die restlichen Fenchelringe sowie die restlichen Tomatenwürfel hübsch auf die Teller drapieren, den noch warmen Linsensalat in die Mitte geben, die gebratenen Bratwürste obendrauf setzen und das Ganze mit Fenchelgrün ausgarnieren.

Montag, 13. Mai 2013

Nachgekocht: Englischer Frühlingssalat


Der gestrige Sonntag war wettermässig zum in die Tonne treten oder so. Jedenfalls hat es bis drei Uhr nachmittags nur geschüttet. Hätte das Küken nicht total lieb zum Muttertag einen wunderbaren Brunch hergerichtet, wäre ich gar nicht aus dem Bett gekommen. Aber gegen Ende des Nachmittags wurde es doch noch einigermassen sonnig. Und dann kam auch die Lust, mich in die Küche zu stellen. Derzeit steht mir der Sinn nach leichter Kost und drum gab es einen englischen Frühlingssalat. Denn da ist Fenchel drin, und wer hier schon länger mitliest, weiss, dass Fenchel mein absolutes Lieblingsgemüse ist.
Ich habe einfach Handgelenk x Pi zusammengewürfelt, was mengenmässig da war.

Rezept für 4 Personen
eine Handvoll Radieschen, halbiert
1,5 Fenchelknollen, in dünne Spalten geschnitten
4 dicke, weisse Spargelstangen, diagonal in Scheiben geschnitten
8 grüne Spargelstangen, in 5 cm Stücke
2 Esslöffel Kapern, fein gehackt
1 rote Zwiebel, fein gewürfelt
Sherry-Essig
Olivenöl
Dill
Salz, Pfeffer

Die geschnittenen Gemüse in einer Grillpfanne in Olivenöl anbraten, bis sie Farbe kriegen. Die Radieschen habe ich erst ziemlich zum Schluss beigefügt, weil die rote Farbe bei Hitze so schnell ausbleicht. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Aus Kapern, Zwiebel, Salz, Pfeffer, Sherry-Essig und Olivenöl eine Vinaigrette rühren und über das noch warme Gemüse geben. Mit gehacktem Dill bestreuen.
Bei uns gab es dazu Bratkartoffeln.

Mittwoch, 24. April 2013

Frühlingsgrün: Gemüse-Kräuter-Ragoût mit Rösti


Endlich ein bisschen Frühling. Endlich kommen auch bei uns die Spargeln nicht mehr aus Peru, sondern aus Europa. Ein Bund grüne Spargeln aus Spanien musste jetzt einfach sein, und eine Zucchini und sonst noch ein bisschen Grünzeugs. Und weg mussten die paar alten Kartoffeln, die auch den Frühling spürten und austrieben. Aus den Kartoffen bastelte ich eine Rösti, Rezept gibt's hier. Und aus dem Grünzeugs zauberte ich ratzfatz ein Gemüseragoût mit Kräutern.

Rezept für 3 Personen
120 g weisse Champignons, halbiert oder geviertelt
1/2 Kohlrabi, in Würfel von ca. 1 cm Kantenlänge geschnitten
1/2 Fenchelknolle, gewürfelt
1 kleine Zucchini, gewürfelt
1 Stange Stangensellerie, in ca. 1 cm lange Stücke geschnitten
6 Stangen grüner Spargel, gedrittelt
1 Schluck Weisswein
2 dl Spargelkochwasser
1 dl Sahne
1 Kaffeelöffel Maisstärke
Salz, Pfeffer
je eine Handvoll gehackte Petersilie und Schnittlauch
das in Ringe geschnittene Grün von zwei Frühlingszwiebeln
Bratbutter

Spargel - ohne Köpfe - in Salzwasser blanchieren, Spargelspitzen nur kurz, abgiessen, Spargelwasser auffangen, Spargeln eiskalt abschrecken und gut abtropfen lassen. Spargelenden in ca. 1 cm lange Stücke schneiden.
In einer Sauteuse Bratbutter zergehen lassen, die Champignons sautieren, die restlichen Gemüse ausser den Spargeln beifügen, ebenfalls sautieren, salzen und pfeffern, mit Weisswein ablöschen, diesen einkochen lassen, Spargelwasser beifügen und zugedeckt ca. 5 Minuten köcheln lassen. Maisstärke mit wenig kaltem Wasser anrühren, zur Sauce geben, Sahne dazu giessen, gut umrühren und nochmals 2 bis 3 Minuten leise köcheln lassen. Die Spargeln beifügen und in der Sauce heiss werden lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und die gehackten Kräuter sowie das Grün der Frühlingszwiebeln über das Gericht streuen.

So barbarisch sieht der Teller aus, wenn das Küken für sich schöpft.
Rösti unten, Gemüseragoût in einem Klatsch obendrauf ;-)

Freitag, 29. März 2013

Kamel Forelle in Fenchel-Salzkruste


Heute erzähle ich Euch wieder mal eine Fisch-Geschichte aus meiner Kindheit. Die betrifft eigentlich nicht mich, sondern meine kleine jüngere Schwester. Meine Schwester mochte ganz viele Dinge nicht: unter anderem keinen Lauch, kein Sauerkraut, keinen Sellerie, keine Salzkartoffeln, keinen Lattich - und keinen Fisch! Das heisst, fast bei jeder Mahlzeit gab es Gemecker: «Hani nid gärn!» («mag ich nicht»), war der Standardsatz bei Tisch. Meine Mutter kümmerte das eigentlich nicht gross. Es wurde gegessen, was auf den Tisch kommt - meinte meine Mutter. Denn meine Schwester sass jeweils so lange vor ihren Salzkartoffeln, bis alle vom Tisch aufstanden und wieder an die Arbeit/zur Schule gingen, dann schob sie die Kartoffeln langsam unter den Tisch, wo bereits unser Hund wartete.
Die heutige Geschichte spielte aber in der Zeit, bevor wir einen Hund hatten. Wie gesagt, die kleine Hennenschwester mochte keinen Fisch. Das Gemecker war jeweils gross, wenn Fisch auf den Tisch kam. Meine Mutter war schon soweit, dass sie dachte, das kleinste Hennenkind motzt einfach aus lauter Gewohnheit bei Fisch und kam deshalb auf eine - vermeintlich - geniale Idee.
Hennenschwester (zartes Alter von etwa drei Jahren): Was gibt es heute Mittag?
Hennenmutter: Heute gibt es etwas ganz Tolles.
Hennenschwester: Was denn, sag!
Hennenmutter: Heute gibt es Kamel!
Hennenschwester: KAMEL????? Woher hast Du das Kamel?
Hennemutter: Gekauft beim Metzger Weber.
Hennenschwester: Mag ich Kamel?
Hennemutter: Ganz sicher magst Du das. Alle Kinder mögen Kamel!

Hennenschwester vorne links, Wilde Henne hinten links, rechts zwei Cousins von uns

Hennenmutter verschwindet in der Küche und beginnt zu kochen. Die Fischfilets werden gebraten, Salzkartoffel gekocht, Salat geputzt, Tisch gedeckt - Hände waschen, ESSEN!
Die Hennemutter schöpft allen Fisch auf den Teller, Kartoffeln und Salat dazu - guten Appetit. Die Hennenschwester guckt skeptisch auf den Teller.
«Ist das jetzt das Kamel» - «Jawohl, probier mal.» Die Hennenschwester schaufelt sich ein Stückchen Fisch Kamel auf die Gabel, probiert, schnappt dreimal nach Luft, Tränen treten in die aufgerissenen Augen und sie stammelt ganz entsetzt: «Aa-aa-aber... *schluchz*... ich ma-aa-ag das Kamel ni-hicht, das Kamel schmeckt wie FIIIISSSCHHHHH!» *heeeeeul*

Heute hat niemand geheult. Heute gab es bei uns Forelle in Fenchel-Salzkruste. Das Rezept für den Fisch habe ich bei Swissmilk gefunden. Dazu gab es eine mit Pastis pafumierte Hollandaise, Fenchelgemüse und Salzkartoffeln. Das mochten alle, ich musste niemandem ein Kamel für einen Fisch vormachen.

Für 4 Personen
Forelle in Fenchel-Salzkruste
3 bis 4 Forellen (je nach Grösse)
1 kg Salz
3 Esslöffel Fenchelsamen, im Mörser leicht angestossen
2 Eiweiss
weisser Pfeffer
1 Zitrone
ein paar Petersilienstängel

Pastis-Hollandaise
Fischköpfe von den Forellen
1 kleine Schalotte, halbiert
ein paar Petersilienstängel
Fenchelabschnitte
1 Espressolöffel Fenchelsamen
10 Pfefferkörner
1 Lorbeerblatt
1 Gewürznelke
2 dl Weisswein
Salz
ca. 4 cl Pastis
1 Spritzer Zitronensaft
150 g kalte Butter
1 bis 2 Eigelb (je nach Grösse)

Die Forellen innen und aussen waschen und trockentupfen. Die Köpfe mit einem scharfen Messer abtrennen (nicht wegschmeissen, die brauchen wir für die Sauce). Die Fische innen mit weissem Pfeffer bestreuen. Zitronen in Scheiben schneiden und zusammen mit den Petersilienstängeln in die Fischbäuche legen. Die Fenchelsamen mit dem Salz und den zwei verquirlten Eiweiss vermischen. Ein Stück Backpapier auf ein Kuchenblech legen, die Hälfte des Salzgemisches darauf verteilen, die Forellen eng nebeneinander auf das Salz legen und mit dem restlichen Salzgemisch bedecken und andrücken. Ich hatte meine Fische bei 200 Grad ca. 40 Minuten im Ofen, zweite Schiebeleiste von unten.
Für die Sauce alle Zutaten bis und mit Weisswein in einen kleinen Topf geben und ca. 20 Minuten bei geschlossenem Deckel köcheln lassen, zum Schluss salzen. Fischsud durch ein Sieb giessen. Von dem Sud brauchen wir ca. die Hälfte, die andere Hälfte habe ich in einen Eiswürfelbeutel abgefüllt und eingefroren. Jetzt den Fischsud wieder aufkochen und bis auf einen Esslöffel einreduzieren lassen, dann den Pastis und den Zitronensaft dazu geben, nochmals aufkochen, dann den Topf vom Herd ziehen. Mit einem Schneebesen das Eigelb in den Fischsud rühren und jetzt stückchenweise die kalte Butter beifügen. Ich stelle den Topf immer wieder auf die heisse Herdplatte zurück und ziehe ihn wieder weg, wenn es zu heiss werden droht. Die Sauce darf nicht zu heiss werden, sonst gerinnt sie.
Eigentlich macht man ja eine Hollandaise über dem Wasserbad, das funzt bei mir nie. Ich kann das besser direkt auf dem Herd.
Jetzt den Fisch aus dem Ofen holen, die Salzkruste mit einem grossen Löffel wegschlagen, die Haut von den Fischen lösen, dann die Forellen filetieren und auf vorgewärmten Tellern anrichten. Mit der Sauce, gedünstetem Fenchel und Salzkartoffeln servieren. Unverwechselbar Fisch und nicht Kamel!


Dieser Beitrag geht wieder an Peggy für den Süsswasserfisch-Event.

Freitag, 19. Oktober 2012

Ein ganz normales Mittagessen


Ich koche und der Hühnerhof isst, was ich auf den Tisch stelle. Meine Mithühner und der Junghahn sind grundsätzlich unkomplizierte Esser. Es wird gegessen, was ich auftische. Und seit die Junghühnerschaft klein war, mussten sie immer auch von den Sachen essen, die sie nicht so mögen. Rosenkohl z.B. ist so ein Gemüse, das bei beiden Kids nicht beliebt war. Und trotzdem gab es halt ab und an Rosenkohl - weil ich den nämlich mag - und davon musste jedes Kind ein mittelgrosses Röschen essen. Und siehe da, mittlerweilen essen beide freiwillig nicht nur ein sondern gleich ein paar Röschen. Jedes Kind durfte im Alter von etwa vier Jahren drei Dinge nennen, die es überhaupt nicht essen kann, bei denen es einen Würgreiz kriegt. Die hätten sie nicht essen müssen. Aber beiden kamen keine drei Dinge in den Sinn. Alle paar Jahre habe ich wieder nach diesen drei Dingen gefragt - es gab die Dreierliste nie! Grundsätzlich mussten auch immer Dinge probiert werden, die sie nicht kannten. Nicht viel - aber eine Gabel voll zumindest.
So habe ich im Laufe der Jahre nun Esser grossgezogen, die Tischmanieren haben, die alles probieren, die nicht im Teller rumstochern und das Essen sezieren - kurz, die man kulinarisch gesehen in die Öffentlichkeit entlassen kann.
Und ab und an frage ich in die Runde, ob jemand einen Essenswunsch habe. So auch diese Woche. «Jawohl», meinte der Junghahn, «ich hätte gerne wieder mal ganz normale Fischstäbchen mit ganz normalem Fenchel und ganz normalen Salzkartoffeln OHNE irgend ein Kräutlein dran - nicht mal Petersilie - einfach nur Butter und eine bisschen Salz und dazu Mayonnaise aus der Tube!»
Sein Wunsch war mir heute Befehl!

Freitag, 7. September 2012

Lachs und Fenchel aus der Tüte


Ihr wisst, ich mag Turbofisch, also Fisch, der ratzfatz zubereitet ist. Und ich liebe bekanntlich Fenchel. Und vor allem liebe ich die Kombination Fisch und Fenchel. Aber von allen Fischen reisse ich mich um Lachs am wenigsten. Und trotzdem gab es heute Lachs - weil ich ja nicht nur für mich sondern auch für den restlichen Hühnerstall koche und da gibt es eben Lachsliebhaber. Deshalb, so ab und an, gibt es bei uns doch Lachs. Inspiriert hat mich Astrid mit ihrem Fred, das Orangenöl habe ich jedoch weggelassen, unser Lachsliebhaber, der Junghahn mag Orangenöl gar nicht. Und eigentlich habe ich gar nicht nach Rezept gekocht, sondern mich einfach vom Bild mit dem Fenchel auf des Freds Buckel inspirieren lassen ;-)

für 3 Personen
ein Lachsfilet mit Haut (ca. 500 g), in drei gleich grosse Stücke geschnitten
2 grosse Fenchelknollen
1/2 Zitrone
Salz, Pfeffer
Olivenöl

Pro Lachsstück ein quadratisches Stück Backpapier. Lachs mit der Hautseite nach unten in eine Eckhälfte des Papiers setzen. Salzen und pfeffern.
Fenchel halbieren, Hälften längs nochmals halbieren und quer in Streifen schneiden. In einer flachen Pfanne den Fenchel in Olivenöl andünsten, mit Zitronensaft ablöschen, Salzen und pfeffern und zugedeckt ca. 3 Minuten dünsten, dann Deckel öffen und bei grosser Hitze grad solange weiterdünsten, bis keine Flüssigkeit mehr vorhanden ist. Fenchel auf den Lachs packen, das Papier diagonal übers Eck falten und gut verschliessen. Lachspäckchen auf einem Gitter im vorgeheizten Ofen bei rund 180 Grad 15 Minuten im Ofen garen.
Päckchen öffnen und erst mal eine Nase voll nehmen. Bei uns gab es dazu ganz simple Salzkartoffeln. Ein bisschen rosa Pfeffer hätte zum Schluss nicht geschadet - aber als mir das eingefallen ist, hat sich der Junghahn bereits über die Portion, die ich fotografiert hatte, hergemacht.

Und weil das ein Turbofisch ist, nehme ich damit zum ersten Mal beim Dauer-Event Cucina rapida von Man kann's essen teil.

Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von mankannsessen.de

Samstag, 11. August 2012

Seehecht auf mariniertem Fenchel


Fenchel ist mein Lieblingsgemüse, das war schon immer so. Sei es nun gekocht oder roh oder als Samen, mit Fenchel macht man mich glücklich. Fencheltee während der Stillzeit - für andere Mütter war das eine Strafe, für mich der Himmel. Ich mag auch sehr gerne Brot mit Fenchelsamen. Im Augenblick hab ich grad eins im Ofen, es duftet wunderbar durchs ganze Haus.
Fenchel geht immer - aber ganz toll natürlich zu Fisch. Der Titel dieses Posts ist insofern irreführend, als man denkt, dass der Seehecht hier der Star sei. Aber eigentlich ist es der Fenchel. Das Originalrezept für den Fenchel stammt aus dem Kochbuch «Aus Italiens Küchen» von Marianne Kaltenbach und Virginia Cerabolini*. Ich passe hier die Mengenangaben an und vor allem nehme ich weniger Zitronensaft, als im Originalrezept angegeben, da mir das sonst viel zu sauer ist.

Rezept für 2 Personen als Vorspeise
1 Fenchelknolle
Salz, Pfeffer aus der Mühle
Olivenöl
Saft einer halben Zitrone
2 Esslöffel Wasser
1 Lorbeerblatt
1 Zweiglein Thymian
1 kleines Stück Stangensellerie
5 Pfefferkörner
ein paar Korianderkörner

1 Seehechtfilet
ein paar Tropfen Zitronensaft
Salz, Pfeffer,
wenig Mehl

Den Fenchel in Scheiben hobeln oder wie ich bei diesem Rezept hier längs halbieren, die Hälften längs dritteln und quer in knapp 1 cm breite Streifen schneiden. Im Originalrezept wird der Fenchel jetzt in Salzwasser blanchiert. Den Gang spare ich mir. Ich geb reichlich Olivenöl in eine flache Pfanne, dünste den Fenchel darin kurz an (nicht braten) und geb dann sämtliche weiteren Zutaten mit dazu. Deckel drauf und zugedeckt ca. 15 Minuten auf kleinem Feuer schmurgeln lassen. Ausgekühlt passt er jetzt so auf eine Antipastiplatte.
Bei mir bildete der Fenchel lauwarm die Unterlage für das gebratene Seehechtfilet. Dieses wird mit ein paar Tropfen Zitronensaft beträufelt, gesalzen und gepfeffert und mit wenig Mehl bestäubt. Dann in einer Bratpfanne in wenig Bratbutter beidseitig kurz gebraten. Das Filet auf dem lauwarmen Fenchel anrichten. Und weil ich noch einen Rest Mango hatte, kamen davon ein paar Würfelchen sowie ein paar rosa Pfefferkörner aussenrum.

*Mit diesem Rezept mache ich zum ersten Mal beim Dauerevent DKduW (Dein Kochbuch, das unbekannte Wesen) von Foodfreak mit. Das Buch habe ich im letzten Jahrhundert, ja sogar im letzten Jahrtausend geschenkt gekriegt von einer Freundin, die damals im Hallwag-Verlag gearbeitet hat. Das Buch hat fast 700 Seiten, keine schönen, farbigen Bildchen von den Gerichten sondern Illustrationen und Kupferstiche in s/w. Ich liebe dieses Buch, weil es ein tolles Nachschlagewerk für sämtliche italienischen Klassiker ist. Aber auch, weil ich - obwohl ich das Buch über zwanzig Jahre besitze - darin immer wieder auf Entdeckungsreise gehen kann.

«Aus Italiens Küchen», Marianne Kaltenbach und Virginia Cerabolini, Hallwag Verlag, ISBN 3 444 102380


Freitag, 27. April 2012

Turbofisch - Dorade auf Fenchel


Heute musste das Mittagessen wieder mal super schnell gehen. Hatte keine Zeit für Firlefanz, dafür zwei Fenchelknollen und zwei Fische im Kühlschrank.

Turbo-Rezept für 2 Personen
2 Fenchelknollen
2 Dorade Royale
1 Zitrone
Salz, Pfeffer
Olivenöl

Fenchel klein schneiden, in eine feuerfeste Form schmeissen. Zitrone halbieren, quer in dicke Scheiben schneiden, diese zwischen den Fenchel stecken. Alles gut salzen und pfeffern und mit Olivenöl begiessen.
Fisch innen mit kaltem Wasser ausspülen, innen und aussen trocken tupfen. Innen mit Zitronensaft beträufeln. Innen und aussen salzen und pfeffern. Die Haut mit einem scharfen Messer einschneiden. Fisch auf den Fenchel legen und je einen Faden Olivenöl drüberziehen.
Ofen auf 200 Grad vorheizen. Fisch reinschieben. Hitze auf 180 Grad reduzieren und 5 Minuten garen, dann 1 dl Wasser zum Fenchel giessen und weitere 20 Minuten garen.

Da der Junghahn und mein Perlhuhn leider Fisch mit Augen verschmähen, gab es die Dorade nur für das Küken und mich. Die andern beiden haben langweiligen Pangasius gekriegt (andern Fisch essen sie nicht, naja höchstens noch Fischstäbchen). Dazu gab es Reis.

Mittwoch, 25. April 2012

Poulet sauté mit Aprikosen, Schalotten, Salbei und Fenchel


Vor rund 10 Jahren war's, als ich noch im Frankenland wohnte, da gab es so ein ähnliches Hühnergericht bei einer Nürnberger Freundin. Wir sassen an einem lauen Sommerabend auf ihrem grossen Balkon, genehmigten uns einen wunderbaren Weisswein, die Mücken tanzten um die Lichtergirlande, stachen uns dann in die nackten Füsse... An die Vorspeise und ans Dessert kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber dieses Hühnerzeugs fand ich eindrücklich. Die Freundschaft ging dann leider später irgendwann den Bach runter aus einem ganz doofen Grund, das Hühnerrezept ist mir aber - in leicht abgewandelter Form - geblieben.
Rezept für 3 Personen
2 grosse Hühnerbrüste, in Würfel geschnitten
5 Schalotten, längs geviertelt
eine Handvoll getrocknete türkische Aprikosen (soft), über Nacht in Wasser eingeweicht
ein paar Salbeiblätter, in Streifen geschnitten
1,5 Kaffeelöffel Fenchelsamen, im Mörser leicht angestossen
Bratbutter
3 dl Hühnerbrühe
1,5 dl Sahne
Salz, Pfeffer aus der Mühle

In einer beschichteten Bratpfanne die Hühnerwürfel in Bratbutter sautieren, dann salzen und pfeffern, rausnehmen und beiseite stellen. Die Schalotten in der selben Pfanne anbräunen, die Aprikosen dazu geben bis sie auch leicht Farbe haben. Fenchelsaat und Salbeistreifen kurz mitbraten, mit der Hühnerbrühe aufgiessen und die Brühe zur Hälfte einkochen lassen. Dann die Sahne dazu giessen und 5 Minuten leicht köcheln. Herd ausschalten, Hühnerwürfel dazu geben und in der Sauce noch 7 Minuten ziehen lassen (bloss nicht kochen lassen!). Wir alle wollen dazu Nudeln.

Dienstag, 22. November 2011

Fenchel-Pastis-Risotto



Heute gibt's wieder mal ein Rezept. Ich hoffe, die Mengenangaben stimmen einigermassen, da ich selber selten etwas abmesse. Anyway - fangen wir an.

1 Zwiebel
Olivenöl
1 bis 2 Fenchelknollen
ein guter Risottoreis, z.B. Arborio, davon etwa 500 g
frische Thymianzweige
ca. 1 l heisse Gemüsebrühe, Salz, Pfeffer aus der Mühle
1 Glas trockener Weisswein
ein guter Schluck Pastis
1 Lorbeerblatt
Parmesan
1 Stück frische Butter

Die Zwiebel mit einem scharfen Messer schön fein hacken. Fenchel halbieren, längs in drei Teile und quer in ca. 5 mm breite Streifen schneiden. In einem Topf mit grosser Bodenfläche Olivenöl erhitzen, darin die Zwiebel unter vielem Rühren glasig dünsten. Dann den Fenchel sowie die abgezupften Tyhmianblättchen beigeben, ca. 4 Minuten mitdünsten. Risottoreis dazugeben und solange unter Rühren dünsten, bis der Reis ebenfalls glasig ist.
Jetzt mit einem Glas Weisswein ablöschen, rühren, bis der Wein verdunstet ist. Dann den Pastis dazu giessen, wieder rühren, bis auch der weg ist. Jetzt jeweils kleine Mengen Brühe dazu, immer schön rühren. Den letzten halben Liter giesse ich dann jeweils im Ganzen dazu. Nun das Lorbeerblatt hinterher schmeissen und die ganze Geschichte auf kleinem Feuer ca. 15 Minuten schmurgeln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, ein gutes Stück frische Butter dazu und eine grosse Handvoll frisch geriebenen Parmesan. Nehmt wirklich Parmesan. Alles andere an Reibkäsezeugs taugt nichts für ein gutes Risotto
Das Reiskorn sollte innen noch leicht Biss haben, das Risotto schön sämig sein.
Sofort servieren.

Bei uns gibt's dazu jeweils gebratene Riesencrevetten.

TIPP:
Die Gäste warten auf's Risotto, nicht das Risotto auf die Gäste.