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Dienstag, 8. Oktober 2013

Eine Hühnergeschichte: Französisches Kräuteromelette


Könnt ihr euch erinnern, damals an die Geschichte vom Salade Niçcoise, resp. daran, wie ich da als Teenie mit meinem Vater in Frankreich geurlaubt hatte? Also, die folgende Geschichte stammt auch aus diesem Urlaub. Wir haben ja nicht nur Schlösser besichtigt, sondern sind nach den ganzen Schlössern weiter nach Paris gefahren. Denn die Wilde Henne ist drum ursprünglich in Frankreichs Hauptstadt aus dem Ei geschlüpft und der Hennenvater wollte jetzt seine alten Arbeitskollegen im Hilton Hotel besuchen. Was für ein Hallo, als wir in der Pâtisserie des Hotels einmarschierten. Umarmung hier, Küsschen da, ich wurde von einem starken Kerl mit Armen wie Oberschenkeln auf einen Tresen gehievt, ein Tellerchen wurde mir in die Hand gedrückt und sofort mit Leckereien gefüllt, die ich versuchen sollte. Derweil ich am Schlemmen war, koordinierte mein Vater mit Monsieur Hochet den Termin für ein Abendessen.
Am selben Abend sollten wir gegen 20 Uhr in einem Vorort im Süden Paris bei M. und Mme Hochet erscheinen - und genügend Hunger mitbringen. Pas de problème... ich ass den ganzen Tag nichts mehr, damit ich abends genug Kohldampf für ein mehrgängiges Menü hatte.
Wir erschienen pünktlich, mit eingeladen war auch noch eine junge deutsche Confiseurin, die neu im Hilton war. Nach einem Apéro ging es zu Tisch. Mme Hochet, eine füllige Dame mit üppigem Decolleté, ondulierten Haaren, grossen, goldenen Fingerringen an jedem Finger und einem herzlichen Lachen, trug eine grosse Platte mit Melonenschnitzen und Rohschinken auf. Man ass, unterhielt sich über vergangene Zeiten, Madame brachte eine weitere Platte, jeder nahm sich nochmals - draussen war es heiss, da war Melone mit Schinken eine ideale Vorspeise. Die Platte leerte sich, Madame verschwand in der Küche und erschien... mit einer dritten Platte Melone und Schinken. Ich guckte meinen Vater fragend an und murmelte auf Schweizerdeutsch «Meinsch, das git nüt angerschs meh?» (Meinst Du, das gibt nichts anderes mehr?) Mein Vater war jetzt auch etwas verunsichert, vor allem, weil Madame mittlerweilen die vierte Platte auftrug. Also beschloss ich, meinen Kohldampf mit Melone und Schinken zu besänftigen und langte nochmals zu. Madame verschwand in die Küche und kam vorläufig nicht wieder. Plötzlich jedoch räumte Monsieur auf ein geheimes Zeichen hin die leeren Teller und Platten ab. Dann ging die Esszimmertür auf und Madame brachte eine riesige Platte rein, wie ich noch nie eine gesehen hatte. Darauf prangte fluffigfeucht ein riesiges Kräuteromelette. Keine Ahnung, wie gross die Pfannen von Madame Hochet waren, aber normalgross konnten die nicht sein...
Nach dem Omelette kam noch ein Gang mit Fleisch und Gemüse und Kartoffelgratin und dann Käse und Dessert und natürlich diverse Pâtisserie, die Monsieur gemacht hatte. Alle durften nach dem üppigen Mahl Cognac zwecks Magenberuhigung trinken, nur ich nicht, weil ich erst 13 war...

Kräuteromelette für 2 Personen
4 Eier
1,5 dl Sahne
eine Frühlingswiebel
Schnittlauch
Petersilie
Salz, Pfeffer aus der Mühle
Muskat
wenig Bratbutter

Kräuter fein schneiden, Frühlingszwiebel in Ringe schnibbeln. Alle Zutaten in einem Massbecher mittels einer Gabel miteinander verkleppern. In einer beschichteten Bratpfanne die Bratbutter schmelzen, dann die Eiermasse in die Pfanne giessen. Jetzt mit einer Holzbratschaufel die Eimasse rundum vom Rand her gegen die Mitte der Pfanne schieben. Die Herdplatte auf mittlere Hitze zurückdrehen. Die Pfanne ab und an ein bisschen ruckeln. Sobald die Masse zu einem Drittel gestockt ist, hat die Bratschaufel nichts mehr in der Pfanne zu suchen. Das Omelette ist fertig, wenn die Oberfläche noch sehr feucht ist und glänzt. Das Ganze mit Schwung auf eine Platte kippen, so dass das Omelette zusammengeklappt wird.
Ein Omelette wird nicht beidseitig in der Pfanne gebraten, hat also mit einem Pfannkuchen nichts zu tun.

Montag, 9. September 2013

Tomaten-Brot-Salat mit Quinoa zum letzten Sommertag


Da geht er dahin, der schöne Sommer. Die Tage werden kürzer, die Nächte kühler, Nachbars Katze sitzt auf der abgemähten Wiese und lauert den Mäusen auf. Die hatte es nach den heftigen Regenfällen vom Wochenende aus ihren Löchern getrieben - fette Beute für die Mieze. Die Temperatur ist im Vergleich zu letzter Woche zwar stark gesunken, aber heute Nachmittag schien nochmals so richtig schön die Sonne. 
Mein netter Nachbar Hans hatte mir in der letzten Zeit immer wieder Gurken auf den Gartentisch gelegt. Davon waren noch zwei Stück im Kühlschrank. Ein paar Tomaten gab es ebenfalls und im Brotkasten lag defintiv zuviel altes Brot. Da drängte sich Ottolenghis Tomaten-Brot-Salat mit Quinoa fast auf. Denn ab morgen gibt es mieses Wetter, die Schneefallgrenze sinkt auf 1700 m, es wird nass und kalt.

Rezept für 4 Personen
40 g Quinoa
4 Scheiben Sauerteigbrot (ca. 300 g)
Olivenöl
Salz
4 reife mittelgrosse Tomaten (ca. 400 g)
3 kleine oder 2 mittlere Salatgurken (ca. 250 g)
1/2 rote Zwiebel, in dünne Ringe geschnitten (ich: 1 ganze Zwiebel)
gehackte Minze und Petersilie sowie Koriandergrün (Koriander fehlte bei mir)
1 Esslöffel Zitronensaft (hatte ich nicht)
Rotweinessig
1 frische Knoblauchzehe, zerdrückt
schwarzer Pfeffer

Ofen auf 180 Grad vorheizen. Das Brot auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen, mit Olivenöl einpinseln und mit wenig Salz bestreuen. Das Brot im Ofen rösten, es sollte komplett getrocknet und knusprig sein. Das Brot auf einem Kuchengitter auskühlen lassen, dann in Stücke brechen.
Quinoakörner in kochendes Wasser geben und ca. 10 bis 15 Minuten garen, dann abgiessen und mit kaltem Wasser abspülen.
Die Tomaten und die Gurken würfeln und mit dem Quinoa sowie allen andern Zutaten in eine Schüssel geben, gut durchmischen und evtl. nachwürzen.

Ende Sommer, in Kürze geht es hier mit Suppen und Eintöpfen weiter ;-)

Mittwoch, 17. Juli 2013

Vegifutter für und Liebeserklärung an den besten Freund


Chaos im Leben. Auf und ab. Wie die Landschaft im Emmental:


Ich lebe hier, war fern und kam immer wieder zurück, will nicht wieder weg. Hier geht es auf und ab und drunter und drüber. Und wenn meine Welt unterzugehen droht, wenn ich nicht mehr weiss, wo oben und unten steht, wenn sich alles auf den Kopf stellt - dann schiebe ich die CD «Ämmitau» von Tinu Heiniger (meinem ehemaligen Singlehrer) in den Schieber, Lautstärke auf Maximum und dann... hinhören, zuhören, mitsingen, mitleben, mitfühlen, manchmal ein bisschen weinen...

Nicht einfach, diese Emmentaler... ein seltsames Volk. Aber hier lebe ich, hier bin ich zuhause, hier verstehe ich die Sprache, hier gehöre ich hin, hier sind meine Freunde.

Freunde! Bester Freund! Lieber I. - dieser Post ist nur Dir gewidmet! Ich danke Dir, dass es Dich gibt. Seit bald 25 Jahren bist Du mein bester Freund. Du hast mich durch fast mein ganzes Erwachsenenleben begleitet. Wir hatten keinen einfachen Start zusammen, mussten uns zusammenraufen, kennen lernen, mussten uns ausloten, mussten lernen, uns zu spüren...

Das hat einige Zeit, Jahre gedauert. Wir haben uns aneinander aufgerieben, haben uns gegenseitig manchmal genervt, haben uns aber immer wieder gefunden, haben gelernt, was wir aneinander haben, haben gelernt, uns gegenseitig bedingungslos zu lieben und zu schätzen - als beste Freunde!

Ich danke Dir, dass Du jederzeit für mich da bist! Und ich weiss, dass Du weisst, dass ich für Dich genauso bedingungslos da bin.

Ich bin glücklich und dankbar, dass Du mein bester Freund bist!

Vegifutter für den besten Freund und zwei Mitesserinnen
3 kleine Zucchini in Scheiben geschnitten
1 Aubergine in Scheiben geschnitten
je 1 rote und 1 gelbe Paprika, halbiert und entkernt
3 Tomaten, halbiert, Kerne entfernt
400 g Champgingons, geviertelt
12 kleine, neue Kartoffeln, mit Schale gekocht
4 Esslöffel selbstgemachtes Paniermehl
Butter
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Knoblauch
Oregano, Thymian, Rosmarin, Basilikum, Bohnenkraut, gehackte Petersilie
Weisswein
essbare Blüten zur Deko (Kapuzinerkresse, Malven, etc.)
Sauerrahm mit Schnittlauch und Basilikum

Zucchini in einer Grillpfanne in Olivenöl beidseitig langsam anbraten, salzen und pfeffern, anschliessend auf einem Küchenpapier abtropfen lassen. In eine kleine Schüssel geben, mit frischem Olivenöl, wenig Salz und Pfeffer sowie frischem Oregano vermischen.
Aubergine in Scheiben schneiden, beidseitig salzen, in einem Sieb mindestens zwei Stunden entwässern lassen. Auberginenscheiben abwaschen, mit Küchenpapier trockentupfen, in einer Grillpfanne beidseitig langsam in Olivenöl anbraten (dauert rund 35 Minuten), anschliessend auf Küchenpapier abtropfen lassen.
Halbierte Paprikaschoten auf eine Stück Alufolie setzen und bei ca. 250 Grad im Backofen auf Grillstufe solange übergrillen, bis die Haut komplett schwarz ist. Paprika aus dem Ofen fischen, mit einem feuchten Tuch abdecken und auskühlen lassen. Dann die Haut abziehen, salzen, pfeffern, mit Thymianblättchen bestreuen und mit Olivenöl vermischen.
Tomaten halbieren, Kerne entfernen. Tomaten in eine kleine Auflaufform setzen, salzen und pfeffern. In einer beschichteten Bratpfanne frische Butter schmelzen, selbstgemachtes Paniermehl dazu geben, salzen, pfefffern sowie gehacktes Bohnenkraut, Oregano und Thymian dazu geben. Die Bröselmischung in die Tomatenhälften füllen. Wenig Olivenöl und Wasser in die Auflaufform geben, diese in den vorgeheizten Backofen geben und rund 40 Minuten bei 170 Grad schmurgeln lassen.
Champignons vierteln, in einer Bratpfanne in Olivenöl anbraten, bis sie goldbraun sind. Zwei Knoblauchzehe dazu drücken, salzen und pfeffern, mit einem Schluck Weisswein ablöschen und ca. 10 Minuten köcheln lassen. Ganz zum Schluss eine Handvoll gehackte Petersilie dazu geben.
Gekochte Kartoffeln in Olivenöl rundum kurz anbraten, salzen, pfeffern, mit feingeschnittenem Rosmarin bestreuen.
Alle Gemüse und die Kartoffeln auf einer grossen Platte anrichten. Sauerrahm mit frischem Basilikum und Schnittlauch vermischen, salzen und pfeffern und in einem hübschen Töpfchen zum Gemüse reichen. Die Platte mit essbaren Blüten garnieren.

Und dann einfach nur noch glücklich darüber sein, dass man einen besten Freund hat. Alles andere auf dieser Welt ist dann unwichtig!

Freitag, 10. Mai 2013

Wildkräutersalat mit gerösteten Haselnüssen


Ich hab's schon mal erwähnt, ganz tief in mir drin bin ich ein Eichhörnchen. Ich kann mich stundenlang damit beschäftigen, Vorräte in Gläser einzukochen, Gemüse, Obst und Pilze zu trocknen, haltbar zu machen. Und ebenso gerne gehe ich in den Wald und sammle «Futter» - nicht nur Pilze, sondern auch Wildkräuter, Blüten, Beeren etc. Ich steh dann staunend an einem Waldrand und denke: «Wow, bis auf ein, zwei Sachen kann man hier alles essen.» Man muss sich nur bücken, pflücken... und natürlich ein bisschen auskennen.

An diesem Bächlein entlang pflücke ich jeweils Brunnkresse.

Für gestern Abend hatte ich einen Freund - nennen wir ihn D. - eingeladen, wir werden Ende Juni zusammen als Gastköche im hiesigen Museumscafé einen Abend lang kochen. (Falls da jemand Lust hat zu kommen... meldet euch via Mail bei mir. Ich werde aber dann noch eine Ausschreibung hier machen). Und gestern wollten wir eben das Menü für diesen Kochabend planen. Und da D. in der Küche genau so ein Faible für Kräuter hat wie ich, bin ich gestern vormittag in den Wald und über die Wiesen gehüpft und habe gesammelt.

Den Aronstab habe ich allerdings stehen lassen, der ist hochgiftig

Rezept
Brunnkresse
Bärlauch
Spitzwegerich
Löwenzahn
Kriechender Günsel
Frauenmantel
Giersch
Sauerampfer

Sherryessig
Haselnussöl
Salz, Pfeffer
milder Senf

eine Handvoll Haselnüsse


Haselnüsse in Scheiben schneiden und in einer Bratpfanne trocken anrösten. Alle Kräuter gut waschen und auf Ungeziefer prüfen. Bei der Brunnkresse auf Schnecken achten *iiiiiiiiighitt*. Ich habe eine Schneckenphobie. Das ist jetzt kein Witz sondern bitterer Ernst.
Aus Sherryessig, Haselnussöl, Salz, Pfeffer und wenig mildem Senf eine Vinaigrette rühren und über die Wildkräutermischung geben. Mit den gerösteten Haselnüssen bestreuen.

Hier badet manchmal eine Waldfee.
Wenn man ganz still ist, hört man sie singen.

Mittwoch, 24. April 2013

Frühlingsgrün: Gemüse-Kräuter-Ragoût mit Rösti


Endlich ein bisschen Frühling. Endlich kommen auch bei uns die Spargeln nicht mehr aus Peru, sondern aus Europa. Ein Bund grüne Spargeln aus Spanien musste jetzt einfach sein, und eine Zucchini und sonst noch ein bisschen Grünzeugs. Und weg mussten die paar alten Kartoffeln, die auch den Frühling spürten und austrieben. Aus den Kartoffen bastelte ich eine Rösti, Rezept gibt's hier. Und aus dem Grünzeugs zauberte ich ratzfatz ein Gemüseragoût mit Kräutern.

Rezept für 3 Personen
120 g weisse Champignons, halbiert oder geviertelt
1/2 Kohlrabi, in Würfel von ca. 1 cm Kantenlänge geschnitten
1/2 Fenchelknolle, gewürfelt
1 kleine Zucchini, gewürfelt
1 Stange Stangensellerie, in ca. 1 cm lange Stücke geschnitten
6 Stangen grüner Spargel, gedrittelt
1 Schluck Weisswein
2 dl Spargelkochwasser
1 dl Sahne
1 Kaffeelöffel Maisstärke
Salz, Pfeffer
je eine Handvoll gehackte Petersilie und Schnittlauch
das in Ringe geschnittene Grün von zwei Frühlingszwiebeln
Bratbutter

Spargel - ohne Köpfe - in Salzwasser blanchieren, Spargelspitzen nur kurz, abgiessen, Spargelwasser auffangen, Spargeln eiskalt abschrecken und gut abtropfen lassen. Spargelenden in ca. 1 cm lange Stücke schneiden.
In einer Sauteuse Bratbutter zergehen lassen, die Champignons sautieren, die restlichen Gemüse ausser den Spargeln beifügen, ebenfalls sautieren, salzen und pfeffern, mit Weisswein ablöschen, diesen einkochen lassen, Spargelwasser beifügen und zugedeckt ca. 5 Minuten köcheln lassen. Maisstärke mit wenig kaltem Wasser anrühren, zur Sauce geben, Sahne dazu giessen, gut umrühren und nochmals 2 bis 3 Minuten leise köcheln lassen. Die Spargeln beifügen und in der Sauce heiss werden lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und die gehackten Kräuter sowie das Grün der Frühlingszwiebeln über das Gericht streuen.

So barbarisch sieht der Teller aus, wenn das Küken für sich schöpft.
Rösti unten, Gemüseragoût in einem Klatsch obendrauf ;-)

Donnerstag, 18. April 2013

Frühling vor der Küche


Auf der Küchenfensterbank des Hühnerstalls blüht und wächst es. Im Kräutergarten vor der Küche strecken die ersten Kräuter sich zaghaft ans Licht.















Am meisten freue ich mich aufs Maggikraut (links) und auf den Schnittlauch (rechts) - die beiden Kräuter verkörpern für mich den Frühling schlechthin.

Mittwoch, 20. März 2013

Felchenfilets auf Kerbelsauce mit Karottendariole



Für Peggys Süsswasserfisch-Event hatte ich mir vorgenommen, jeden Monat ein Rezept beizusteuern. Im Januar waren es Eglifilets mit Rübengemüse, im Februar Saiblingfilets mit Kräuterkruste. Und jetzt bei den Felchenfilets vom letzten Samstag merke ich, dass ich den Fisch bereits zum dritten Mal einfach in der Bratpfanne gebraten habe... nächsten Monat lasse ich mir mal was Gescheiteres einfallen - versprochen.
Die Felche gehört zu den Coregonen und wird von Region zu Region anders genannt. Mir bekannte andere Namen aus Deutschland sind auch Renke oder Maräne. Ich habe vorhin ein bisschen recherchiert und eine tolle Seite mit sehr umfassenden Informationen über die Felche und die Felchenfischerei gefunden.
Zu den Felchenfilets wollte ich Karottendarioles auf Kerbelsauce ausprobieren. Das Rezept dazu hatte ich im Buch «Mit Liebe, Lust und Thymian» von Elfie Casty gefunden. Aus diesem Kochbuch haben wir in dem Restaurant, in dem ich jahrelang gearbeitet hatte, sehr oft gekocht. Als meine Freundin und Chefin nach mehr als 20 Jahren die Pacht gekündigt hatte, haben wir die Kochbücher unter dem Personal aufgeteilt. Seither steht das Buch bei mir im Regal und ich habe es bis letzte Woche nie mehr in den Händen gehabt. Warum eigentlich nicht? Denn es ist nicht einfach ein Kochbuch, sondern ein Geschichtenbuch, ein Nachschlagewerk, eine Aufforderung zum glücklichen, lustvollen Kochen.
Und so hatte ich letzte Woche beschlossen, wieder öfters nach diesem Buch zu kochen. Die Kerbelsauce konnte ich nicht so wie im Buch machen, da ich nicht alle Zutaten hatte. Ich gebe hier mein Rezept an, das war auch nicht schlecht.

Rezept für 3 Personen
Karottendarioles (Menge reicht für 7 Espressotassen)
250 g geschälte Karotten
1 dl Sahne
1 Frühlingszwiebel
1 grosses Ei
1 Esslöffel feingeschnittener Kerbel
Salz
weisser Pfeffer aus der Mühle
eine Spur Koriander frisch gemahlen (ich: gemörsert)

Kerbelsauce
1 Schalotte
1 dl Gemüsebrühe
1 Handvoll feingeschnittener Kerbel
je 1 Hauch Cayenne und mildes Currypulver
1/2 dl Sahne
1 Espressolöffel Maisstärke, aufgelöst in wenig kalter Gemüsebrühe
1 Spritzer Zitronensaft
wenig Butter

Felchenfilets
3 bis 4 Felchenfilets, insgesamt ca. 300 g
Salz, weisser Pfeffer
Zitronensaft
Mehl


Karottendarioles
Karotten schälen, in kleine Würfelchen schneiden und mit der feingehackten Frühlingsziebel und der Sahne in einer kleinen Kasserole weich dünsten. Zum Schluss ist praktisch keine Sahne mehr vorhanden. Die Karottenwürfel auskühlen lassen, auf ein Brett kippen und mit einem grossen Messer fein hacken. In einer Schüssel ein Ei mit einer Gabel verkleppern, eine Spur gemörserten Koriander beifügen, die Karotten und den feingeschnittenen Kerbel dazu geben,  alles gut vermischen und mit Salz und weissem Pfeffer abschmecken. Die Masse in leicht ausgebutterte Espressotassen füllen und mit Alufolie verschliessen. Die Espressotassen in eine feuerfeste Form stellen, soviel heisses Wasser zufügen, dass die Tassen zu Dreiviertel im Wasser stehen und dann ab in den auf 200 Grad vorgeheizten Ofen damit. Im Kochbuch stand für 15 bis 20 Minuten, bei mir dauerte es 40 Minuten bis die Masse gestockt war - vielleicht weil die Espressotassen dickwandig waren.

Kerbelsauce
Die Schalotte fein schneiden und in einer kleinen Kasserole in wenig Butter glasig dünsten. Den feingehackten Kerbel dazu geben und mit Gemüsebrühe ablöschen. Die Sauce bis kurz vors Kochen bringen, dann den Topf vom Herd nehmen und die Brühe pürieren. Die Sauce durch ein Sieb in ein kleines Saucenpfännchen passieren, mit einem Löffelrücken die Rückstände im Sieb ausdrücken. Sahne dazu geben, wieder erhitzen, mit der angerührten Maisstärke abbinden, und mit Zitronensaft, Curry, Cayenne und Salz abschmecken.

Felchenfilets
Die Felchenfilets mit einer Pinzette entgräten, auf der Fleischseite mit Zitronensaft beträufeln, beidseitig salzen, pfeffern und leicht mehlen. In Bratbutter beidseitig goldbraun backen.

Kerbelsauce auf einen Teller anrichten, Fischfilet drauflegen und ein Karottendariole dazu setzen. Mit frischem Kerbel garnieren.

«Mit Liebe, Lust und Thymian», Elfie Casty, Elfie Casty Buchverlag, Klosters, 1998, ISBN 3-905273-04-7


Montag, 25. Februar 2013

Saibling mit Kräuterkruste


Fisch hatten wir schon lange nicht mehr. Und weil bei Peggy ja derzeit der Süsswasserfisch-Event läuft, ich Süsswasserfische sehr mag (eigentlich lieber als Salzwasserfische), und es letzte Woche grad frische Bio-Saiblinge gab, habe ich zugegriffen. Der Saibling gehört zu den Lachsfischen und ist ein Süsswasserfisch, den ich eigentlich gerne mit einer Kräutersauce mag. Aber ausser mir hatte am Wochenende niemand Lust auf Sauce, die Junghühner waren mehr auf Knusper aus. Also statt Kräutersauce gab es den Saibling mit Kräuterkruste. War nicht schlecht, das nächste Mal würde ich aber einen etwas kräftigeren Fisch unter die Kräuterkruste legen. Der Saibling war fast ein bisschen zu fein dafür.

Rezept für 3 Personen
3 Saiblingfilets
Salz, Pfeffer
Zitrone
Mehl
Bratbutter

Kräuterkruste
40 g frische Butter
Salz
1 Handvoll gemischte, gehackte Kräuter (Dill, Estragon, Petersilie)
3 Esslöffel selbstgemachtes Paniermehl

Saibling entgräten, mit Zitronensaft beträufeln, salzen, pfeffern und mit Mehl bestäuben. In heisser Bratbutter beidseitig braten.
In einer zweiten Bratpfanne die frische Butter schmelzen, dann das Paniermehl dazu geben und unter Rühren gleichmässig bräunen. Sobald das Paniermehl Farbe annimmt, Pfanne vom Herd nehmen Kräuter beifügen und salzen.
Den Fisch anrichten und die Kräuterpanade darauf verteilen. Dazu gab es Karotten der Sorte Blue Rabbit und für die, die mochten, noch Salzkartoffeln. Mir reichte die Kräuterpanade als Stärkebeilage längstens.

Freitag, 22. Februar 2013

Pochiertes Ei auf Gemüse-Kräuterpfanne


Nach all dem Geschmorten der letzten Monate steht mir nun der Sinn nach leichter Kost. Irgendwann in den nächsten zwei/drei Wochen werde ich meine jährliche Saftwoche einlegen. Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest und ist bei mir klar auch vom Wetter abhängig. Ich brauche ein paar Tage Sonnenschein, sonst ist meine Laune im Keller, wenn ich nichts essen kann/darf. Nun ja, jedenfalls stelle ich mich schon mal ein bisschen auf leichte Frühlingskost ein, dann fällt mir einerseits die Saftwoche leichter und andererseits ist für mich nach der Saftwoche der Winter definitiv zu Ende.

Für vier Personen
pro Person eine Handvoll vorgekochtes Gemüse nach Lust und Laune
(bei mir Karotten, Broccoli, Blumenkohl, Kohlrabi, Blattspinat)
4 mittelgrosse Kartoffeln, am Vortag in der Schale gekocht
2 Frühlingszwiebeln
1 Handvoll gemischte Kräuter (Estragon, Petersilie, Thymian)
Bratbutter
ca. 40 g frische Butter
Salz, Pfeffer
Kresse zum Garnieren
4 frische Eier

Die Kartoffeln vierteln und in Scheiben schneiden. In zwei Bratpfannen die Bratbutter auslassen und die Kartoffelscheiben in die beiden Pfannen verteilen und goldbraun braten. Schon mal ein bisschen salzen. Nun in jede Bratpfanne zwei Handvoll vorgekochtes Gemüse geben und die Gemüse kurz mitbraten, dann die Hitze zurückdrehen. Die Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden und in die Gemüsepfannen geben. Jetzt je 20 g Butter pro Pfanne sowie die gehackten Kräuter beifügen, salzen und pfeffern und alles gut durchmischen.
Eier pochieren entweder so wie hier oder nach Art von Daniel Düsentrieb. Das Gemüse auf Tellern anrichten, je ein Ei auf das Gemüse setzen und mit Kresse garnieren.

Wenn ich dann meine Saftwoche hinter mir habe, dauert es nicht mehr lange, dann sind die ersten Spargeln da und später auch die ersten Kefen. Dann wird das Gemüsepfännchen mit echtem Frühlingsgemüse aufgepimpt. Und ich hole mir auch die ersten Wildkräuter im Wald und auf den Feldern. Und dann ist das Folgende Vergangenheit. Man sieht es nicht so gut auf dem Bild - aber es schneit grad ziemlich heftig!

Dienstag, 22. Januar 2013

Kräuter-Cordon bleu


Cordon bleu... wer hat's erfunden? Genau, wieder mal die Schweizer, bzw. die Walliser. Und nach den Wallisern haben Irene und ihr Mann von der Widmatt das Cordon bleu legendär und zur Perfektion gebracht. Jedenfalls schleiche ich seit langem um das Widmatt-Cordon bleu rum. Und irgendwann, in nicht allzuferner Zeit, wird auf meinem Teller ein Cordon bleu nach Widmatt-Art liegen. Am Sonntag, einem grauenhaften Nebeltag, übefiel mich wieder mal die Lust nach einem Cordon bleu. Kühlschrank auf, ne wirklich.. gerammelt voll. Aber was fehlt? Jawoll, Schinken. Immer haben wir Schinken im Kühlschrank. Nur am Sonntag nicht. Vier schlappe Scheiben Bratspeck waren noch da - na dann, mussten halt die herhalten. Greyerzer? Vergiss es, den hatte das Küken am Samstag zu Käsecrostini verarbeitet - Vorspeise zum Purzelessen. Dafür lag da noch ein Stück Luzerner Rahmkäse rum. Oke, warum nicht. Und wenn schon nicht Original-Widmatt-Cordon-bleu, dann wandeln wir gleich ganz ab. Eine Handvoll gehackte Oregano- und Petersilienblätter schaden sicher auch nichts in der Füllung.

Rezept für 4 Personen
4 Schweinsschnitzel vom Nierstück, in die Hälfte aufgeschnitten und aufgeklappt
4 Scheiben Bratspeck
4 dicke Scheiben Käse (Greyerzer, bei mir Luzerner Rahmkäse)
eine Handvoll gehackte Kräuter (Oregano und Petersilie
wenig Mehl
1 Ei
Paniermehl
Salz, Pfeffer
Bratbutter

Die aufgeschnittenen Schnitzel (mit einer Stielkasserole) flach klopfen. Bratspeckscheiben halbieren. Eine Hälfte auf das Schnitzel legen, Käse drauf, Kräuter drüber, zudecken mit der zweiten Bratspeckhälfte, Schnitzel zuklappen und mit einem in Öl getunktem Zahnstocher verschliessen. Eine Panierstrasse vorbereiten: Suppenteller mit einem zerklepperten, mit Salz und Pfeffer gewürztem Ei, einer mit Paniermehl. Schnitzel erst beidseitig mit wenig Mehl bestäuben, dann durchs Ei ziehen und zum Schluss panieren. In einer Bratpfanne die Schnitzel in viel Bratbutter bei mittlerer Hitze goldgelb ausbacken.

Freitag, 11. Januar 2013

Figurschmeichelnde Seelenwärmer-Gemüsesuppe


Der Speck muss weg. Also ich meine den um die Leibesmitte. So eine Salatwoche täte meiner Figur eigentlich ganz gut. Aber draussen ist es grad eklig kalt, da mag ich mich nicht von Salat ernähren, sonst frier ich noch mehr. Da fiel mir die Gemüsesuppe von früher ein. Claudio von Anonyme Köche hatte letztens bereits über «anständige Suppen» geschrieben. Bei mir auch kein Süppchen, kein Schäumchen, sondern Suppe - ich will mich schliesslich satt essen - nicht püriert, nicht mit Rahm abgeschmeckt, sondern ehrliche, bodenständige Gemüsesuppe mit viel Gemüse und Kartoffeln drin wie früher bei Muttern. Und Kohl. Unbedingt Wirsing. Und ganz wichtig, Sellerieblätter. Und das Gemüse nicht klein und fein gewürfelt, nein grosse Stücke sollen es sein. Und kein Firlefanz an Flüssigkeit - ganz normales Wasser. Dafür aber mit meiner Kräuter-Gewürzpaste würzen, die bringt zusätzlichen Geschmack in die Suppe.

Für einen grossen Topf mit ca. 3,5 l Flüssigkeit
(reicht gut für 6 Personen)

1 Zwiebel, fein gehackt
1/2 Sellerieknolle
3 Selleriestangen
3 grosse Karotten
1 mittelgrosser Wirsing
1 grosse Stange Lauch
6 mittelgrosse Kartoffeln
2 Lorbeerblätter
3 Gewürznelken
3 Esslöffel selbstgemachte Kräuter-Gewürzpaste
1 Handvoll gehackte Stangensellerieblätter und Petersilie gemischt
schwarzer Pfefffer
ca. 3 bis 3,5 l Wasser
evtl. Salz
wenig Rapsöl

Alle Gemüse putzen und grosse Würfel/Stücke schneiden. In einem grossen Topf die Zwiebel in Rapsöl glasig dünsten, dann die Gemüse beifügen und mitdünsten. Mit Wasser ablöschen, die Kräuterpaste, den Lorbeer und die Gewürznelken beifügen, mit Pfeffer würzen. Halb zugedeckt köcheln lassen, bis die Kartoffeln gar sind. Mit wenig Salz abschmecken und die gehackten Kräuter in die Suppe streuen.
Die Suppe ist gut gegen Speckröllchen, wärmt und tut Körper und Seele gut. Und noch besser, dass ich Reste davon habe. Ich mag aufgewärmte Suppen.

Sonntag, 5. August 2012

Erntezeit


Fette Beute haben wir heute gemacht: Karotten, Catalogna, Bohnen und Bohnenkraut haben wir nach Hause getragen, alles aus dem Garten meiner Eltern. Im Frühjahr haben das Küken und ich dort geholfen den Gemüsegarten zu bepflanzen.


Das Küken balancierte damals im Mai die Bohnenstangen, die ich dann in den Boden rammte.
Das Küken im Frühjahr mit den Grosseltern bei der Gartenarbeit.


Und jetzt ist alles wunderbar gewachsen und wir haben geerntet. Nun ist der Kühlschrank voll mit Gemüse und es wird Zeit, dass ich endlich wieder mal eine richtige Mahlzeit statt nur Marmelade koche ;-)

Sonntag, 29. Juli 2012

Nachgekocht: Nachtschicht-Gewürzpaste


Unlängst habe ich bei Sabine von Bonjour Alsace diese Gewürzpaste entdeckt, das Elsässerli hatte das Rezept ursprünglich von Robert von Lamiacucina, der wiederum hatte da auch eine Quelle, die via Ostschweiz bis nach Italien führte. Diverse Foodblogger hatten diese Paste bereits ausprobiert und waren voll des Lobes. Also wollte ich auch.
Und da ich erstens einen üppigen Kräutergarten mein Eigen nenne, zweitens die Küken noch ausserhäusig im Urlaub sind, drittens das Perlhühnchen gestern mit einer Freundin im Kino war und ich viertens derzeit schlecht zu Fuss bin und eh nicht auf die Piste kann, war gestern der ideale Zeitpunkt, mich dem Unternehmen «Gewürzpaste» zu widmen.
Von meiner Mutter hatte ich - nachdem mir ja die Schnecken sämtlichen Basilikum gefressen hatten - gestern Nachmittag ein gutes Pfund frischen Basilikum gekriegt. Alles andere an Kräuterzeugs hatte ich selber in üppigen Mengen. Leider hatte ich mir nicht allzuviel überlegt im Vorfeld, sonst hätte ich nämlich nicht erst um 19.30 Uhr abends angefangen! Für Nachahmer deshalb hier in fett: Um 1 kg Kräuter von den Stengeln zu zupfen und zu hacken braucht man gute 1,5 Stunden. Dann müssen noch die Tomaten und die Gemüse geschnibbelt und geröstet werden, alles noch püriert und dann erst fängt der eigentliche Kochprozess an, der dann gute 4 Stunden dauert. Um zwei Uhr nachts habe ich das letzte Glas zugeschraubt!


Ich erstelle hier mal ein grobes Rezept, wie ich die Paste gemacht habe. Aber vorgängig noch ein paar Bemerkungen zu den Zutaten. Ganz im Ursprung kommen keine Gemüse rein, die hatte Robert aus Mangel an genügend Kräutern mit dazu gegeben, diese Idee hatte bereits das Elsässerli übernommen und ich auch. Bei den Gemüsen hatte ich extra keinen Sellerie mit dabei, weil ich bereits bei den Kräutern die Blätter vom Stangensellerie drin hatte. Die Zucchini dümpelten schon länger im Kühlschrank rum, die mussten weg, somit sind sie auch mit in den Topf gewandert. Beim Wein hatte ich diverse angefangene Flaschen - und zwar rot wie weiss. Da ich derzeit Medis nehmen muss, ist nix mit Wein trinken, drum wanderten der Schluck Humagne rouge, der Riesling, ein Rest Johannisberg sowie eine angefangene Flasche Vully mit in den Topf.

1 kg gemischte, frische Kräuter
Rosmarin, Salbei, Bohnenkraut, Ysop, Zitronenthymian, Bergtyhmian, Oregano, französischer Estragon, Basilikum, Liebstöckel, Blätter vom Stangensellerie, Petersilie
1 kg frische Tomaten vom Markt
600 g Gemüse gewürfelt
Fenchel, Karotten, Frühlingszwiebeln, Knoblauchzehen, 2 kleine Zucchini
1,3 kg Salz
ca. 6 dl Wein (rot und/oder weiss)


Alle Kräuter von den Stengeln zupfen und grob hacken. Tomaten würfeln. Gemüse ebenfalls klein würfeln. In einem grossen Topf mit viel Bodenfläche die Gemüsewürfel trocken, also ohne Fett anrösten. Mit wenig Wein ablöschen und die Gemüse weichdünsten, resp. immer wieder bisschen Wein dazu geben und diesen einkochen lassen. In einem Mixer die Tomaten und die Kräuter portionenweise zusammen pürieren. Dann das weiche Gemüse ebenfalls portionenweise pürieren. Alles zusammen nun in den Topf zurück. Dann das gesamte Salz dazu geben und mit einer Holzkelle gut umrühren. Achtung, das Zeugs spritzt wie heisse Polenta. Jetzt die ganze Paste auf kleinem bis mittlerem Feuer einkochen lassen (bei mir auf Stufe 4 von 9, normales Ceranfeld). Dabei immer wieder gut umrühren. Zum Schluss sollte die ganze Flüssigkeit weg sein und eine dicke, nur wenig feuchte Paste entstehen. Das hat bei mir geschlagene 4 Stunden Kochzeit in Anspruch genommen.
Paste heiss in Gläser abfüllen und zuschrauben. Und dann todmüde ins Bett fallen.


Laut Robert und Sabine hält die Paste bei Raumtemperatur problemlos, da das ganze Zeugs ja in Salz konserviert ist.
Gebraucht wird die Paste für Sugo, Saucen, Eintöpfe - also immer dann, wo Salz und Gewürze zum Einsatz kommen.

Nachtrag
Die Paste kam sofort zum Einsatz in einem Sugo: Auf rund 700 g Tomaten gab ich einen Kaffeelöffel von der Würzpaste - das hat gut gereicht. Mehr an Würze brauchte es nicht - der Geschmack war voll da. Mein Kräutergarten sozusagen konzentriert im Sugo!

Mittwoch, 25. Juli 2012

Kräuterurwald

Kräutergarten heute

Kräutergarten vor einem Monat

Vor einem Monat hatte ich ja meinen Kräutergarten schon mal gezeigt. Ich musste damals ein paar Kräuter neu pflanzen, weil mir im letzten Winter einiges erfroren ist. Und weil derzeit in diversen Blogs Kräutergärten gezeigt werden, zeige ich euch meinen auch noch mal: Denn guckt euch das an. Innerhalb eines Monats ist mein Kräutergarten dermassen zugewuchert, dass ich kaum noch durchkomme.


Rüdiger stand damals ein bisschen verloren in der Prärie und bewachte die Petersilie (links). Heute sieht Rüdiger kaum noch durchs Gestrüpp (rechts).
Ungelogen, aber meine Pfefferminze ist hüfthoch, und ich bin also nicht grad kleinwüchsig. Das einzige, was heuer nicht so richtig will, ist der Basilikum. Der hat einfach zuviel Feuchtigkeit abgekriegt - und Schnecken, diese Scheissviecher. 


Kräuter- und sonstige Urwälder gibt es auch zu bewundern bei Heike, bei Astrid grad zweimal - einmal hier und dann hier nochmals, bei Sybille, Micha und Eline, bei Zorra hält sich der Urwald heuer in Grenzen, aber es wächst trotzdem was.

Sonntag, 17. Juni 2012

Mein Kräutergarten

Bei dem schönen Wetter wurde nicht gekocht - ich musste meinen Kräutergarten dringend jäten. Vor allem, weil ich noch neues Krautzeugs gekauft hatte, das verbuddelt werden wollte. Mir sind ein paar Kräuter erfroren diesen Winter, nun wollte ich in die Lücken was reinpflanzen. Krautstiele haben zwar eigentlich in einem Kräutergarten nichts verloren, aber die brauchen recht wenig Platz, also durften sie doch rein. Ebenso der Stangensellerie. 


Dann musste unbedingt ein Strauchbasilikum her, noch zwei Petersilienstöckchen - und weil ich grad noch ein Tütchen zur Hand hatte, habe ich in die Lücken Radieschen gesät.


Der Geselle hier bewacht den Kräutergarten. Sein Name ist Rüdiger.
Gekocht wird hier dann am Sonntag Abend wieder. Am Samstag Abend waren wir an der Emme zum Würste grillen.