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Montag, 12. August 2013

Nichtblogbares Lieblingsessen: «Hörnlichäsuöpfumues»

Version für die Seele

Gibt es bei Foodbloggern Essen, das nicht vorzeigbar ist? Ja, gibt es und Mel vom Blog Pimpimella möchte für Ihren Blogevent, den sie bei Zorra ausrichtet, genau solches Essen sehen. Kann sie haben. Abgründe, sag ich da nur - ABGRÜNDE! Es gibt Dinge, die schmecken einfach unglaublich gut - die würde man aber nicht mal seinen Freunden vorsetzen. Freunde, die mittlerweilen ein bisschen verwöhnt sind und gewisse Ansprüche an ein Essen im Hühnerstall haben. Denen würde ich NIE meine Leibspeise für schlimme Tage vorsetzen! Das heutige Essen gehört in die Kategorie «Seelennahrung und Trostpflaster»:

Hörnlichäsuöpfumues

Gehört genauso ausgesprochen, alles in einem Rutsch - nochmals, für alle Nichtschweizer und Nichtberner: Hörnlichäsuöpfumues, Hörnlichäsuöpfumues, Hörnlichäsuöpfumues

Habt ihr's? Jetzt noch die Übersetzung für die, die es gar nicht verstehen: Hörnli, Käse und Apfelmus. Klingt so aber nicht so schön, gell. Hörnlichäsuöpfumues ist viel schöner, weicher, trostpflästerliger. Essen tut man Hörnlichäsuöpfumues mit einem Suppenlöffel. Kauen tut man praktisch nicht, Hörnlichäsuöpfumues rutscht einfach so runter.

Rezept für 2 Personen
300 g Hörnli
15 g Butter
frisch geriebenen Parmesan oder Greyerzer
selbstgemachtes Apfelmus

Hörnli in Salzwasser al dente kochen, abgiessen, die Butter schmelzen lassen und die Hörnli in der Butter schwenken.
Für die Seele geht es hier weiter:
Hörnli in einen Suppenteller geben, Käse drüber reiben, mit den Hörnli vermischen und das Apfelmus mit Schwung obendrauf klatschen. Alles umrühren und mit einem Suppenlöffel essen.
Wer Ansprüche ans Aussehen hat:
Hörnli in einen Suppenteller geben, Käse drüber reiben, Apfelmus in einem kleinen Töpfchen dazu reichen. Isst man auch mit dem Suppenlöffel, mantscht aber nicht im Teller rum und löffelt das Apfelmus separat dazu.
Die Version für die Seele schmeckt besser - versprochen!

Version fürs Auge

Blog-Event XC - Outtakes (Einsendeschluss 15. August 2013)

Montag, 20. Mai 2013

Mediterane Leckereien - Part I: Olivenpasta mit Paprikawürfel, Frühlingszwiebeln und Oliven


Letzten Donnerstag war in unserer Kleinstadt Mai-Markt. Das bedeutet, dass nicht nur Gemüsemarkt ist. Da kommen die Marktfahrer von überall her und bieten ihre Ware feil: Kleider, Gürtel, Schmuck, Lederfett, Spielsachen, etc. Aber auch ergänzende Lebensmittelstände zum normalen Gemüsemarkt sind da anzutreffen. Bilder von einem dieser Stände gab es bereits letztes Jahr, als ich den Berner Gemüsemarkt gezeigt hatte, es ist der Stand von Michael Büchi. Michael Büchi betreibt auf dem Berner Gemüsemarkt einen grossen Stand mit Oliven, Käse, frischen Ravioli und sonstigen mediteranen Leckereien. Und wenn in unserer Kleinstadt ein Markt wie der Maimarkt stattfindet, reist Büchi mit seiner Ware auch zu uns - derweil ein Mitarbeiter in Bern die Stellung hält.
Wer bei Büchi einkauft, sollte sich ein bisschen Zeit nehmen und das reichhaltige Sortiment an Oliven und anderen in Öl eingelegten Spezialitäten bestaunen. Der Marktfahrer hält gerne ein Schwätzchen, stets gut aufgelegt liefert er Informationen zu den feilgebotenen Schlemmereien, berät leidenschaftlich seine Kundschaft, gibt hier eine Olive zum probieren, macht aufmerksam auf sein grosses Pastasortiment und den Käse am andern Ende des grossen Standes. Wenn ich bei ihm einkaufe, dann immer mit sehr viel Genuss. Und meist habe ich dann mehr, als ich eigentlich ursprünglich geplant hatte ;-)

Michael Büchi vekrauft mit Leidenschaft mediterane Leckereien.

Auch letzten Donnerstag konnte ich bei ihm einfach nicht widerstehen. frische Olivenpasta, frischen Knoblauch aus Frankreich, Schafkäse aus Italien, verschiedene Olivensorten - und die nette Unterhaltung gab es umsonst dazu.
Die Pasta waren geformt wie Bonbons, mit einer Füllung aus Ricotta (vermute ich mal) und grünen Oliven. Vor lauter Ratschen hatte ich ganz vergessen nachzufragen.
Wir hatten gestern eine Vorspeise mit Artischocken (Rezept folgt morgen) und die Ravioli als kleinen Hauptgang, was für uns drei Weiber längstens gereicht hat. Für den Junghahn allerdings wäre die Portion zu klein gewesen.

Rezept - als Vorspeise oder kleiner Hauptgang für 3 Hühner
300 g frische Pasta (z.B. Ravioli)
1 rote Paprika
1 Frühlingszwiebel
1 Handvoll Nyons-Oliven
Olivenöl
Salz, Pfeffer

Paprika in kleine Würfel schneiden, Frühlingszwiebel in feine Rädchen. Die Nyons-Oliven entsteinen und in Streifen schneiden. In einer Bratpfanne die Paprkawürfel und die Zwiebelringe in Olivenöl kurz anziehen. Olivenstreifen dazu geben, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Pasta in reichlich Salzwasser kochen, abgiessen und mit dem Gemüse kurz in der Bratpfanne schwenken. Anrichten und ein paar unentsteinte Oliven sowie ein bisschen frischgeschnittenes Grün von einer Frühlingszwiebel drüber streuen.
Also schneller geht es kaum noch.

Samstag, 18. Mai 2013

Nachgekocht: Spargelpesto von Bonjour d'Alsace


Zwischendurch bin ich sowas von einfallslos in der Küche, das glaubt man kaum. Da steh ich vor dem Kühlschrank, räume aus, stelle Menüs zusammen, verwerfe wieder, halse in die hintersten Ecken des Küchenschrankes, kombiniere in Gedanken... aber irgendwie überzeugt mich gar nichts. Es ist ja nicht so, dass der Kühlschrank leer wäre. Nene, am Donnerstag war ich auf dem Markt und habe den Kühli von oben bis unten mit Gemüse voll gestopft. Das Angebot an jungem Gemüse ist doch im Moment schon recht erfreulich.
Jedenfalls gestern wollte mir auch nach dreimaligem Umräumen nichts Gescheites einfallen. Das einzige, was ich wusste, war, dass der Spargel weg muss. Und da fiel mir des Elsässerlis Spargelpesto ein. Mein Hühnerhof liebt Pasta (ich persönlich stehe da mehr auf Kartoffeln), so gedachte ich den Hühnern eine Freude zu machen. Und weil ich ja selten einfach genau nach Rezept koche, habe ich das Rezept noch ein bisschen abgewandelt und z.B. anstelle des Zitronensaftes Zitronenthymian verwendet.

Rezept für 4 Personen
Spargelpesto
ca. 400 g grüner Spargel
eine Handvoll Pinienkerne (im Original ungeschälte Mandeln, hatte ich aber nicht)
ein Knoblauchzehe, geschält
ca. 100 g Parmesan, frisch gerieben
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Zitronenthymian (fehlt im Original, dafür kommt dort Zitrnonensaft rein)
(1 rote Chilischote - habe ich weggelassen)

zusätzlich
3 dicke, weisse Spargelstangen
400 g Pasta (bei mir Tagliatelline)

Beim grünen Spargel die Enden wegbrechen, den Spargel in Stücke schneiden, die Spargelspitzen zur Seite legen. Die Spargelstücke ohne die Spitzen in Salzwasser garen, abgiessen und eiskalt abschrecken. Ein bisschen Spargelkochwasser aufheben. Die Spargelstücke mit Pinienkernen, der Knoblauchzehe, Parmesan und Olivenöl pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und Zitronenthymianblättchen ins Pesto zupfen. Falls das Pesto zu dick ist, ein bisschen Spargelwasser beifügen.
Die Spargelspitzen habe ich kurz in Salzwasser blanchiert. Die weissen Spargelstangen schnitt ich diagonal in dünne Scheiben, habe sie in einer Bratpfanne in Olivenöl angebraten und mit Salz und Pfeffer gewürzt. Zum Schluss die grünen Spargelspitzen beifügen und kurz mitbraten.
Pasta al dente kochen und sofort mit dem Spargelpesto und den gebratenen Spargeln vermischen. Anrichten und mit Zitronenthymian ausgarnieren.

Der Hühnerhof hat zugeschlagen, der lange Hahn fand, das könne man also öfters so servieren, die andern haben Zustimmung genickt. Zustimmung hatten auch bereits genickt Andy von LieberleckerRobert von Lamiacucina und eben das Elsässerli.

Samstag, 6. April 2013

Tagliatelline mit Artischocken


Meine erste Artischocke hatte ich im Alter von etwa drei Jahren. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich Blatt für Blatt in eine Vinaigrette tauchte und durch die Zähne zog. So eine grosse, schöne, französische Artischocke... ein Traum war das. Meine Eltern hatten in den Hilton Hotels gearbeitet und ich kam schon als kleines Kind mit Leckereien in Verbindung, die man in der Schweiz Ende 60er Jahre nicht wirklich kannte. Meine Schulfreundinnen später fanden meine Eltern total cool: «Deine Eltern hätte ich auch gerne. Meine sind hier aufgewachsen und nicht einen Schritt aus diesem Kaff raus gekommen!» Manche Schulfreundin hatte bei uns gelernt Dinge zu essen, die sie zuhause nie gekriegt hätte.
Zurück zu den Artischocken. Die waren eben schon eines der Lieblingsgemüse, als ich ein Winz-Küken war. Gestern habe ich kleine, italienische Artischocken gekauft. Ich konnte einfach nicht widerstehen!

Für 3 Personen
400 g kleine römische Artischocken
1 rote Spitzpaprika
1 Peperoncino
2 Frühlingszwiebeln
Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 Zitrone
1 Knofizehe
1 Handvoll glatte Petersilie

400 g Tagliatelline

Von den Artischocken den Strunk wegschneiden, die äusseren, harten Blätter entfernen, die Spitze mit einem scharfen Messer kappen und die Artischocken je nach Grösse vierteln oder sechsteln.  Sofort in eine Schüssel mit Wasser und dem Saft einer halben Zitrone geben.
Paprika und Peperoncino waschen, Kerne und Stielansatz entfernen und in feine Streifen schneiden. Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden.
Wasser aufsetzen für die Tagliatelline. Die Pasta in gut gesalzenem Wasser al dente kochen, abgiessen. Ein bisschen Nudelwasser dabei zurück halten.
Artischocken abgiessen und gut abtropfen lassen. In einer Bratpfanne Olivenöl erhitzen. Artischocken darin kurz anbraten, salzen und pfeffern, Saft einer halben Zitrone sowie wenig Nudelwasser dazu  geben und bei geschlossenem Deckel ca. 15 Minuten schmoren. Paprika- und Peperoncino-Streifen sowie die Zwiebelringe beifügen. Gut durchschütteln. Wenn die Zwiebelringe gar sind, die Knofizehe feinst würfeln und zusammen mit der feingeschnittenen Petersilie zu den Artischocken geben. Alles mit den Tagliatelline vermischen, mit Salz und Pfeffer sowie einem guten Olivenöl abschmecken.

Montag, 7. Januar 2013

Premiere: Zitronenravioli mit Spinat-Ziegenfrischkäse


Endlich - ich präsentiere hiermit meine allerersten Ravioli meines Lebens! Ach, wie oft habe ich mich schon an Ravioli versucht. Mehr als drei habe ich nie geschafft, meist aus lauter Frust alle Zutaten zu einer Lasagne zusammengekippt. Das Problem waren nie die Zutaten, sondern das Problem war ich. Wenn Ravioli, dann sollten die so wunderschön aussehen wie die von Robert. Ich habe da so gewisse Ansprüche an mich selbst. Aber meine Ravioli sahen irgendwie immer übelst aus. Drum habe ich irgendwann aufgegeben.
Am Freitag haben wir unsere Nachbarinnen eingeladen und ich gedachte, ein mehrgängiges Vegi-Menü zu kredenzen - die eine der beiden lebt fleischlos. Also nochmals ein Ravioli-Versuch. Unterdessen hatte ich mir nämlich ein Hilfsmittel, einen Ravioliformer, gekauft. Und nun kann auch ich Ravioli. Langsam zwar, aber immerhin - ich finde, für den Anfang sehen die doch ganz hübsch aus. Ich sag euch jetzt nicht, dass ich für 15 Ravioli geschlagene drei Stunden gearbeitet habe ;-)
Andy von Lieberlecker, offensichtlich jahrelang unter selbem Problem wie ich gelitten, hat am Samstag seine ersten Ravioli, auch Zitronenravioli, verbloggt.

Rezept für 15 Ravioli
Teig
220 g Weissmehl und Hartweizengries zu gleichen Teilen gemischt
2 Eier
2 Esslöffel Olivenöl
abgeriebene Schale von einer Zitrone

Füllung
70 g Ricotta
50 g Ziegenfrischkäse
300 g frischer Blattspinat
1 kleine Zwiebel
abgeriebene Schale einer Zitrone
Salz, schwarzer Pfeffer
wenig Bratbutter
ein Eiweiss

Zusätzlich
1 Esslöffel rosa Pfeffer
Maldon Sea Salt
wenig Zitronenabrieb
schwarzer Pfeffer
frische Butter

Aus den Zutaten für den Teig einen geschmeidigen Nudelteig kneten. Evtl. ein paar Spritzer lauwarmes Wasser über den Teig spritzen, falls er zu trocken ist. Nudelteig in eine Folie wickeln und mindestens eine halbe Stunde kalt stellen.
Blattspinat putzen und waschen. Grobe Stiele entfernen. Zwiebel mit einem superscharfen Messer in allerfeinste Würfelchen schneiden. Zwiebel in einem grossen Topf in wenig Bratbutter glasig schwitzen, dann den Spinat dazu geben und zusammenfallen lassen. Spinat in ein Sieb geben und gut abtropfen lassen, dabei auch noch ausdrücken, damit er so trocken wie möglich ist. Spinat dann mit einem grossen Messer kurz hacken. Ricotta, Ziegenfrischkäse, Spinat, Zitronenschale, Salz und Pfeffer miteinander verrühren.
Nudelteig auf der Nudelmaschine dünn auswallen. Die Ravioli füllen, Ränder mit Eweiss bestreichen und die Teigränder so gut miteinander verkleben.
Die Ravioli in fast siedendem Salzwasser so lange ziehen lassen, bis sie an die Oberfläche steigen (ca. 3 bis 4 Minuten). Ravioli abtropfen lassen und auf die vorgewärmten Teller anrichten. In einer Pfanne die Butter aufschäumen lassen, rosa Pfeffer kurz drin schwenken und die Pfefferbutter über die Ravioli träufeln. Wenig Maldon Sea Salt über die Ravioli geben und diese zusätzlich noch mit frischem, grob gemahlenem Pfeffer bestreuen. Zum Schluss noch ganz wenig Zitronenschale über das Gericht reiben.

Montag, 12. November 2012

Ossobuco mit selbstmachten Tagliatelle und Röstzwiebeln



Für Uwes Farbenevent ist diesen Monat Braun angesagt. Das sollte ja eigentlich nicht so schwierig sein. Kuchen, Schoggi, Brot, Fleisch... irgendwie ist ein Grossteil unseres Essens braun. Süsses wollte ich nicht - im steh mehr auf Salziges. Also fiel die ganze Backerei sowieso weg. Bleibt noch Fleisch. Passt ja, ich mag Fleisch sehr. Kalbshaxen gab es grad aktuell - sehr gut, brauner wird's kaum noch, ausser vielleicht Sauerbraten oder so. Egal, ich hab mich für Kalbshaxen entschieden - ich sag euch, die waren göttlich, die sind auf der Zunge zerlaufen. Einziger Mist an der ganzen Sache war, dass jetzt Spätherbst ist und ich abends in der Küche dermassen mieses Licht habe zum fotografieren... Also das Bild ist einfach nix. Wirklich nicht. Grauenhaft. Da erübrigt sich sogar eine elektronische Bearbeitung. Eigentlich wollte ich das ursprünglich gar nicht einreichen. Ich tu es nur aus dem Grund, weil die Haxen wirklich geschmacklich der Hammer waren.

Für 4 Personen
4 mittelgrosse Kalbshaxen
2 mittelgrosse Karotten
1 mittelgrosse Petersilienwurzel
3 Stengel Stangensellerie
1 kleine Lauchstange
1 Handvoll getrocknete Steinpilze
wenig Mehl
Bratbutter
1,5 Kaffeelöffel selbstgemachte Kräuter-Gemüse-Paste
2 Thymianzweige
1 Lorbeerblatt, 2 Nelken
Pfeffer aus der Mühle
ca. 6 dl Rotwein (hatte noch eine angefangene Flasche St. Emilion Grand Cru)

Kalbshaxen trockentupfen, beidseitig mit Mehl bestäuben und in einer Bratpfanne in der heissen Bratbutter beidseitig sehr gut anbraten. Rausheben und in einen Bräter setzen. Karotten, Petersilienwurzel, Stangensellerie und Lauch in gleich grosse Stücke schneiden. In der Bratpfanne von vorhin die Gemüse in der Bratbutter rundum anrösten. Sie sollten Farbe kriegen, aber nicht zu dunkel werden. Mit Rotwein ablöschen, diesen etwas einkochen lassen, restlichen Rotwein, die Steinpilze, die Thymianzweige, Kräuter-Gewürz-Paste und Pfeffer, Lorbeer und Nelken dazu geben, einmal aufkochen lassen. Nun die Gemüsegeschichte über die Kalbshaxen im Bräter giesssen, Deckel drauf und im Backofen bei ca. 140 Grad ca. 3 bis 4 Stunden langsam schmoren lassen.

Tagliatelle (für 4 Personen als Beilage)
350 g Hartweizenmehl mittel
2 Eier
wenig lauwarmes Wasser

Aus den Zutaten eine geschmeidigen Teig kneten, falls er zu trocken und spröde ist, wenig lauwarmes Wasser darüber spritzen. Teig auf der Nudelmaschine (meine hat 6 Stufen) bis auf Stufe 6 durch drehen, dann mit dem Nudelsaufsatz zu Tagliatelle schneiden. Auf einem sauberen Küchentuch mit einer Handvoll Hartweizenmehl bestreuen und locker durchmischen. Nudeln in kochendem Salzwasser al dente kochen, abgiessen und mit einem guten Stück Butter und wenig Meersalz vermischen.
Ich habe aus einem Ei und entsprechend mehr Mehl meinen Teig gemacht, weil ich gleich auf Vorrat gearbeitet habe.

Geröstete Zwiebelringe
2 grosse Zwiebeln
1 Esslöffel Mehl
Bratbutter oder Erdnussöl

Zwiebel schälen und in dünne Ringe hobeln. In einer Schüssel mit dem Mehl vermischen. In einer Bratpfanne das Öl oder die Bratbutter erhitzen, die Zwiebeln ins Öl geben und fast schwimmend rösten. Nicht in der Pfanne rumrühren, die Zwiebeln besser mit einer Gabel oder eine Spaghettizange wenden. Wenn Sie schön braun sind, aus dem Fett heben und auf einem Küchenpapier abtropfen lassen. Vor dem Servieren mit wenig Salz bestreuen. Vorsicht, beim Zwiebeln rösten ist es wie beim Caramel kochen. Ihr könnt keinen Schritt vom Herd weg machen. Erst passiert mal nix, kaum dreht ihr euch um und wollt einen Teller in die Spülmaschine räumen, sind die Zwiebeln verbrannt und bitter. 


Auf dem Bild sieht man im grossen Topf noch die Kräuterpaste köcheln. Am Tag vorher hatte ich nämlich meinen Kräutergarten wintertauglich gemacht und die noch geernteten Kräuter ergaben zusammen mit ein bisschen Gemüse acht Einmachgläser Paste. Diese Paste kommt bei mir immer dann zum Einsatz, wenn irgendwo Gemüsebrühe rein soll: Eintöpfe, Suppen, Kartoffelsalat - aber auch im Risotto macht sie sich gut.
Viele Ossobuco-Rezepte enthalten Tomatenmark oder geschälte Tomaten. Ich habe darauf gänzlich verzichtet und mir hat die Sauce so viel besser geschmeckt. Lag aber auch am guten Wein, den ich verwendet hatte. Zuerst hatte ich noch überlegt, ob ich den St. Emilion jetzt so trinke oder wirklich verkochen will. Der Entscheid war richtig. Genauso, wie man keinen schlechten Wein trinken soll, genauso soll man gutes Fleisch nicht in schlechtem Wein ersäufen.

HighFoodality Blog-Event Cookbook of Colors

Sonntag, 17. Juni 2012

Sommerspaghetti


Endlich Sommer, wunderbares Wetter, heiss, die Sonne brennt vom Himmel - ich liebe das! Und sobald die Temperatur über 25 Grad klettert, schreit der Hühnerhof: «Sommerspaghetti!» Gerne doch! Das Rezept stammt von meinem Schwager, der ist Italiener. Vor vielen Jahren war's, das Küken war noch ein Winzling ohne Zähne. Aber wenn mein Schwager Sommerspaghetti auftischte, schrie sie immer ganz begeistert: «Da - ha!» (Da, haben!).


Rezept für 4 Personen
400 g Spaghetti
4 mittelgrosse Tomaten
je eine gelbe und eine rote Peperoni
1 grosse Handvoll Basilikum
2 Kugeln Mozzarella
Salz, Pfeffer
Aceto Balsamico
Olivenöl

Tomaten, Peperoni und Mozzarella in gleich grosse Würfel schneiden und in eine grosse Schüssel geben. Basilikum in Streifen schneiden, mit Salz, Pfeffer, Balsamico und Olivenöl zum Gemüse geben und durchmischen. Spaghetti al dente kochen, abgiessen, ganz kurz mit kaltem Wasser abschrecken und noch warm (aber bloss nicht heiss) mit dem Gemüse mischen.

Und weil der Sommer grad so wunderbar ist, zeige ich ihn euch noch von seiner allerschönsten Seite. Derzeit blühen meine Rosen in voller Pracht. Hier ein Strauss mit Kornblumen, Lavendel und der Rose «Leonardo da Vinci» - alles aus meinem Mini-Blumengarten.



Freitag, 8. Juni 2012

Sommer in der Toscana - Penne mit Zucchini und Knoblauch


Vor Jahren war es, da war ich noch ein junges Huhn. Ein sehr arbeitsames Huhn, das irgendwann fast zusammengeklappt ist, weil es lange, lange Zeit keinen Urlaub gemacht hat. Der Rücken wollte nicht mehr, die Bandscheiben drückten, der Ischiasnerv zog bis in die Wade runter. Ich brauchte dringend Ferien, Wärme, Ruhe.
Eines Abends sass ich mit einem guten Freund bei einem Glas Rotwein zusammen. Er, Kunstmaler, wollte einen Tag später in den Süden, in die Toscana. Ein Freund von ihm, Skulpturenkünstler, baute dort eine grosse Ausstellung zum Thema Eisen und Feuer auf. Mein Kunstmalerfreund wollte für einen Monat runter und beim Aufbau helfen. «Hey, Du wildes Huhn - komm doch mit...!» Er fuhr dann schon mal alleine in seinem klapprigen Citroën, ich musste noch einen Auftrag fertig machen. Dann fuhr ich 10 Tage später mit dem Zug in die Toscana.
Die Frau des Skulpturenkünstlers kochte täglich für die rund 15 Mann, die mithalfen, die Ausstellung aufzubauen. Und ich, ich durfte meinen Rücken schonen - trieb mich aber die ganze Zeit in der Küche rum. Eine grosse Sommerküche, dunkel, kühl. Und natürlich half ich mit beim Kochen. Und von dort ist dieses simple Rezept, das aber zu meinen Lieblings-Pasta-Rezepten gehört. Einerseits weil es toll schmeckt, andererseits, weil es mich an eine tolle Zeit mit lieben Menschen an einem wunderbaren Ort erinnert.

für 4 Personen
3 Zucchini
2 Peperoncini
8 bis 10 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer
Olivenöl
500 g Penne

Zucchini längs halbieren und in 1 cm dicke Scheiben schneiden. Peperoncini entkernen, in feine Würfelchen oder in Streifen schnibbeln, Knoblauch schälen und hacken (nicht pressen!). Zucchinischeiben in Olivenöl beidseitig anbraten, sie sollten gut Farbe haben. Gehackten Knoblauch und die Peperoncini dazu geben, salzen und pfeffern. Achtung, der Knoblauch soll keine Farbe kriegen. Penne in Salzwasser al dente kochen. Bisschen Kochwasser von den Penne zu den Zucchini geben. Penne abgiessen und mit den Zucchini vermischen.

Montag, 21. Mai 2012

Nachgekocht: Spaghetti mit Mönchsbart nach Lamiacucina


Die Mönchsbart-Saison geht kurzum zu Ende, deshalb habe ich letzte Woche auf dem Markt nochmals zugeschlagen. Und weil Robert von Lamiacucina Mönchsbart-Spezialist ist, habe ich mich in seiner Datenbank umgesehen und bin fündig geworden. Spaghetti mit Mönchsbart, Sardellenfilets, Kapern und Pinienkernen - das war es, was ich wollte. Das Rezept findet ihr hier.
Ich hab ganz klein wenig abgewandelt. Die Knoblauchmenge habe ich glatt vervielfacht - mindestens 6 grosse Zehen von einer ganz frischen Provence-Knolle. Statt eine Zwiebel fein gehackt, habe ich eine Schalotte in feine Ringe geschnitten. Und dann dümpelte da noch eine rote Peperoni (für die Deutschen unter uns ist das eine Paprika) im Gemüsefach. Die habe ich wegen der Farbe auch noch dazu geschnibbelt.
Fazit: Die Sardellenfilets haben sehr gut gepasst, Pinienkerne mach ich das nächste mal grad doppelt soviele rein, das Ganze hat lecker geschmeckt. Reste gab es keine - wird also wieder auf den Tisch gebracht. Und vor allem, die Kocherei geht ratzfatz. Bis das Spaghettiwasser gekocht hat und die Spaghetti al dente waren, war der Rest auch fertig.
Tolles Sonntag-Abend-Essen.

Montag, 16. April 2012

Morchel-Spinat-Lasagne


Um ein Haar hätte es nochmals Ugly Food gegeben. Aber ich hab die Gefahr im allerletzten Hühneraugenblick erkannt und grad noch abgewendet. Denn eigentlich wollte ich so schöne Ravioli machen wie Zorra. Und dann hatte Nata letzte Woche so Priesterwürger (Spinatknödel) gekocht. Und der frische Spinat ging mir dann nicht mehr aus dem Kopf. Da liegt's ja nahe, die Ravioli mit dem Spinat zu verheiraten, gell. Und das ging eben um ein Haar schief.
Denn ich habe eine wunderbare Nudelmaschine. Imperia nennt sich das Teil. Fällt mir grad ein... letztes Jahr waren wir in Imperia an der ligurischen Küste im Urlaub - hach, schön war's! Anyway. Flugs hatte ich am Samstag einen Nudelteig aus folgenden Zutaten geknetet:
Nudelteig
350 g Hartweizengriess
3 grosse Eier
ein paar Spritzer lauwarmes Wasser

Ich wollte Ravioli mit zwei verschiedenen Füllungen machen. Einmal Spinat-Ricotta und einmal Morchel-Champignons. Als erstes habe ich die Füllung für die Pilz-Ravioli gemacht. Rezept gibt's hier nicht, kommt vielleicht ein anderes Mal. Dann auf meine Imperia den Ravioli-Aufsatz aufgesteckt (den habe ich zwar schon seit 15 Jahren, hatte ihn aber noch nie ausprobiert). Vergesst es. Wer sich mit dem Gedanken rumschlägt, so einen zu kaufen, kann den Gedanken kippen. Bei mir kam unten nur Matsch raus. Sooo einfach geht das also nicht, wie es in der Anleitung beschrieben ist. Also habe ich die Ravioli von Hand gemacht - was irgendwie auch keine Augenweide war - und die Dinger für einen absoluten Notfall im Gefrierschrank deponiert. Die Lust auf Ravioli war dahin. 

Dafür gab es dann mit dem Spinat und den Morcheln, die ich noch hatte, eine Morchel Spinat-Lasagne.

Füllung
700 g frischer Spinat
20 g getrocknete Morcheln, eingeweicht in lauwarmem Wasser
1/2 Zwiebel, fein gehackt
1 Schluck Weisswein
1 Handvoll gehackte Petersilie
Salz, Pfeffer

leichte Béchamel
20 g Butter
1 Esslöffel Mehl
abgesiebtes Einweichwasser von den Morcheln
2 dl Milch
2 dl Gemüsebouillon
Salz, Pfeffer, Lorbeerblatt

Parmesan

Butter in einem Topf schmelzen, Mehl einrühren, mit kalter Milch ablöschen, Einweichwasser der Pilze sowie ca. 2 dl Gemüsebrühe dazu, bisschen Salz, Pfeffer und ein Lorbeerblatt rein und ca. 20 Minuten ganz leicht köcheln lassen. Immer mal wieder gut umrühren, damit nix anbrennt.


Spinat waschen, in einem grossen Topf in Salzwasser ganz kurz blanchieren, abgiessen, mit   eiskaltem Wasser abbrausen und gut abtropfen lassen, resp. zum Schluss noch ausdrücken.

In einer Bratpfanne etwas Butterschmalz erhitzen. Morcheln darin andünsten (grosse Morcheln bisschen klein schneiden), Zwiebeln mitdünsten, salzen und pfeffern, mit einem guten Schluck Weisswein ablöschen und Wein einkochen lassen. Zum Schluss gehackte Petersilie dazu.


Den Nudelteig auf der Nudelmaschine oder von Hand dünn ausrollen. Die Teigplatten in einem grossen Topf nacheinander kurz aufkochen, rausnehmen und kalt abspülen. Eine Gratinform ausbuttern, als erstes einen Löffel Béchamelsauce verteilen. Erste Lage Nudelplatten in die Form legen. Béchamelsauce drauf, Spinat darauf verteilen, ein paar Morcheln darüber, nächste Teigplatte. So weiterfahren bis zum Schluss. Zuoberst kommt Béchamel und ganz zum Schluss frisch geriebener Parmesan. Ein paar Butterflöckchen obendrauf und ab in Ofen damit - ca. 20 Minuten bei 200 Grad.


Meine Béchamel ist ein bisschen dünn geraten, aber ich mag sie lieber so, als wenn es so eine dicke Mehlpampe ist. Auch ein Schlückchen Rahm würde der Sauce gut stehen, darauf habe ich aber verzichtet, weil ich soviele Mocca-Schoggi-Eier von Ostern genascht hatte. 

Donnerstag, 9. Februar 2012

Spaghetti mit Mönchsbart


Heute waren wir nur zu zweit beim Mittagessen: das Küken und ich. Und da das Küken ein kleiner Gourmet und vor allen Dingen sehr neugierig ist, konnte ich an ihr grad was ausprobieren. Gestern habe ich in Bern Mönchsbart - Barba di frate - gekauft. Den Bart gab es mit roten Zwiebeln, Knoblauch und Peperoncini an Spaghetti.

Rezept für 2 Personen
300 g Mönchsbart
3 Knoblauchzehen
1 Peperoncini
2 rote Zwiebeln
Salz, Pfeffer
Olivenöl
Aceto Balsamico
Spaghetti
Fleur de Sel

Die Bärte putzen (Wurzel und rotes Stengelzeugs wegschneiden). Knoblauch und Zwiebeln schälen, Knoblauch in Scheibchen, Zwiebeln in dünne Schnitze schneiden. Peperoncini halbieren, Kerne rausschaben, quer in Halbringe schnibbeln.
In einer Bratpfanne Olivenöl erhitzen, darin die Zwiebeln anbraten - sie dürfen ruhig ein bisschen caramelisieren. Dann die Hitze reduzieren, den Knoblauch, die Peperoncinistreifen sowie die Bärte dazu geben, salzen, pfeffern und alles kurz dünsten. Mit Balsamico ablöschen und den Aceto ein bisschen einkochen lassen. Evtl. noch ein bisschen Spaghetti-Kochwasser zu der Gemüsepfanne geben. Zum Schluss alles mit den Spaghetti mischen, anrichten und ein bisschen Fleur de Sel drüber streuen.
Reste gab es keine.



Montag, 28. November 2011

Spaghetti Sugo





















Mmmh, immer wieder gut! Denke, die Bilder sind selbsterklärend. Falls das Rezept jedoch gewünscht wird, bitte melden, dann stell ich es noch rein. Buon appetito!