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Samstag, 1. Februar 2020

Minced Beef Pie mit königlichem Teig

Minced Beef Pie

Nun ist es soweit, Grossbritannien hat die EU verlassen. EU-Ratspräsident Donald Tusk hatte gesagt: «Wir werden immer Freunde bleiben!» Das wollen wir doch hoffen! Mein nächster Urlaub auf die Insel ist gebucht. Wir stimmen uns jetzt schon mal kulinarisch ein bisschen drauf ein.

Mit dem Perlhühnchen und dem Küken 2019 in London

Mein örtlicher Supermarkt beugt Food Waste vor, indem sie Waren, deren Verfallsdatum abläuft oder Gemüse, das nicht mehr so toll frisch aussieht, zu einem vergünstigen Preis anbietet. Da greif ich doch gerne zu: Lebensmittel wandern nicht auf den Müll, ich spare Geld beim Einkauf und mit dem gesparten Geld fahre ich in Urlaub.

Oxford

Nun letztens beim Einkaufen war da im Gemüse-Wühlkorb eine Tüte mit zwei grünen Paprikaschoten drin. Also es waren mehrere Tüten. Weil niemand mag grüne Paprika. Drum bleiben die immer übrig. Aber ich mag grüne Paprika, bzw. es gibt Gerichte, die gehen nur mit grünen Paprika. Z.B. gefüllte Paprika, bzw. in der Schweiz heisst das gefüllte Peperoni. Und meine Mutter bastelte jeweils aus Hackfleisch und grünen Paprikaschoten einen gedeckten Fleischkuchen. Himmlisch.
Jedenfalls mit den grünen Paprika, die ich unlängst gekauft hatte und die locker noch zwei Wochen unbeschadet in meinem Kühlschrank dümpelten, wollte ich letztens eigentlich gefüllte Paprika basteln. Also flugs Hackfleisch gekauft und ab nach Hause. Dann den Hühnerstall aufgeräumt und geputzt, mit einer Freundin in Australien per Videochat telefoniert, die Steuererklärung schon fast fertig ausgefüllt, Schreibtisch aufgeräumt und dann.... ein Hüngerchen. Ein grosses Hüngerchen!
Und neben dem Schreibtisch lag auf dem Drucker «Zu Gast bei Jamie» von Jamie Oliver. Bei Hunger hilft ja immer auch ein bisschen, in Kochbüchern zu schmökern. Jedenfalls stosse ich beim Stöbern auf das Rezept von «Kate & Wills Hochzeitspastete». Eigentlich hatte die Pastete nichts mit dem zu tun, was ich kochen wollte. Aber der Untertitel des Rezepts war «Rindfleisch in Biersauce - königlicher Teig». Ahhhhh, der Teig... yessss! Mir fiel sofort die Hackfleisch-Pie meiner Mutter ein. Und ich stellte mir diese Pie mit dem königlichen Teig von Jamie vor. Ohhhh, welche Freude.

Rezept für eine Springform von 18 cm Durchmesser
Teig
200 g Mehl
130 g Butter
85 ml lauwarmes Wasser
Salz

Füllung
350 g Rinderhackfleisch
1 kleine Zwiebel, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
2 kleine, grüne Paprikaschoten, in kleine Würfel geschnitten (0,5 x 0,5 cm)
1 kleines Stück Sellerie, in kleine Würfel geschnitten (0,5 x 0,5 cm)
2 Lorbeerblätter
3 Gewürznelken
1 Zweig Rosmarin, abgezupft, Nadeln fein gehackt
1 Esslöffel abgezupfte Thymianblättchen
1 Esslöffel Tomatenmark
0,5 dl Weisswein
1 dl Rinderfond, selbstgekocht
Salz, Pfeffer
Bratbutter

1 Eigelb

Mehl in eine Schüssel geben. Die Butter in kleine Würfel schneiden und mit dem Mehl von Hand fein zerreiben. Einfacher geht es, wenn die Butter auf der Gemüsereibe gerieben wird. Wenn keine Butterstückchen mehr sicht- und fühlbar sind, das Salz und das Wasser dazu geben. Alles rasch zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Den Teig 20 Minuten ruhen lassen. In allen Rezepten steht, dass das im Kühlschrank sein muss. Mach ich nicht, der Sinn vom Kühlschrank hat sich mir diesbezüglich nicht erschlossen.
Übrigens, Jamie verwendet halb Butter, halb Rindernierenfett. Aber das Rindernierenfett kriege ich in der Schweiz nicht. 

Jetzt das Hackfleisch in erhitzter Bratbutter scharf anbraten. Die Zwiebel, den Knoblauch, die gewürfelte Paprikaschoten und den Sellerie dazu geben und gute 15 Minuten mitdünsten. Das Tomatenmark, den Rosmarin, Thymian, Nelken und Lorbeer beifügen und ebenfalls andünsten. Mit Weisswein ablöschen, diesen kurz einkochen lassen. Den Rinderfond dazu geben, salzen und pfeffern und alles ca. eine Stunde auf kleinstem Feuer schmurgeln lassen. Anschliessend die Fleischmasse auf einen flachen Teller geben und kühl stellen.

Ofen auf 180 Grad vorheizen.


Nun zwei Drittel des Teigs auf einer bemehlten Arbeitsfläche ca. 0,5 cm dick ausrollen. In eine Springform von 18 cm Durchmesser legen, so dass der Rand bis fast nach ganz oben gezogen wird. Die ausgekühlte Fleischmasse in die Springform füllen. Den restlichen Teig 0,5 cm dick auswallen und die Pie damit bedecken. Die Ränder gut verschliessen. Mit einem runden Ausstecher in der Mitte des Teigdeckels ein Loch ausstechen, damit der Dampf entweichen kann. Den Deckel der Pie mit dem Eigelb bestreichen.
Die Pie ca. 45 Minuten backen. Dann den Springformrand entfernen und nochmals 10 Minuten fertig backen.

Minced Beef Pie mit königlichem Teig

Freitag, 5. Juli 2013

Ugly-Food: Lauwarmer Bohnensalat mit Hackbraten vom Hochlandrind


Im hiesigen Bioladen hatte ich unlängst drei verschiedenfarbige Bohnensorten gekauft: weisse, rote und schwarze. So ein dreifarbiger Bohnensalat wäre eigentlich noch cool, dachte ich mir. Also habe ich die Hülsenfrüchte über Nacht eingeweicht. Tja, was soll ich sagen - dumm gelaufen. Die schwarzen Bohnen haben total abgefärbt, so dass die weissen Bohnen nach dem Einweichen total grau waren. Damit nicht fertig - als die Bohnen fertig gekocht waren, waren die Schwarzen von den Roten kaum noch zu unterscheiden und die Weissen hatten einen rotbräunlichen Stich. Und dazu servierte ich dann einen Hackbraten, der farblich ja auch eigentlich keine Augenweide ist. Das einzige, was optisch die ganze Sache rausgerissen hat, waren die mit Frischkäse gefüllten Mini-Paprika, die das Innenleben des Hackbratens darstellten (Rezept in Anlehnung an dieses Modell hier, im Ursprung von Peter von Aus meinem Kochtopf), sowie das Bohnenkraut, das ich grosszügig auf dem Teller verteilt hatte. Aber lecker war das Ganze dann schon - einfach optisch war es nicht so der Brüller.

Rezept für 4 Personen
Bohnensalat
je 100 g weisse, rote und schwarze getrocknete Bohnen, über Nacht eingeweicht
1 rote Zwiebel
3 Selleriestangen
1 Tomate
Salz, Pfeffer
Weissweinessig, Rapsöl
1,5 Esslöffel Dijonsenf
Bohnenkraut

Hackbraten
500 g Hackfleisch vom Schottischen Hochlandrind
2 Eier
ein altes, weisses Brötchen eingeweicht in etwas Sahne
Salz, Pfeffer
gehackte Kräuter (Petersilie, Thymian, Bohnenkraut, wenig Rosmarin)
1 Zwiebel, feinst gewürfelt
1 Spitzpaprika oder 8 kleine, runde Mini-Paprikas
Frischkäse (z.B. Philad.elphia), gewürzt mit Salz und Pfeffer und bisschen Piment d'Espelette
selbstgemachtes, feines Paniermehl
Bratbutter

Bohnensalat
Die eingeweichten Bohnen in frischem, ungesalzenem Wasser in einem grossen Topf ca. 1,5 bis 2 Stunden gar kochen, dann abgiessen und einmal kurz mit kaltem Wasser überbrausen.
Die Zwiebel schälen und in feine Ringe, den Stangensellerie in kleine Stückchen schneiden. Zwiebel und Stangensellerie in wenig Rapsöl dünsten. Die Tomate evtl. häuten, aber vor allem entkernen, dann klein würfeln.
Aus Salz, Pfeffer, Dijonsenf, Weissweinessig und Rapsöl eine Salatsauce rühren, Bohnenkraut dazu geben und die Sauce mit den noch warmen Bohnen vermischen. Die Zwiebel-Sellerie-Mischung und die Tomatenwürfel dazu geben und alles gut vermischen. Evtl. nochmals mit Salz abschmecken.

Hackbraten
Das Brötchen in eine Schüssel bröckeln und mit Sahne übergiessen. Zwiebelwürfel in Bratbutter glasig dünsten, Kräutermischung dazu geben und mit Salz und Pfeffer würzen. Zwiebel-Kräutermischung in eine Schüssel geben. Hackfleisch mit Küchenpapier gut trocken tupfen, Fleisch zur Zwiebel-Kräutermischung. Das eingeweichte Brötchen sowie die Eier ebenfalls. Von Hand die ganze Masse gut durchkneten.
Die Hackmasse flach auf ein Backpapier ausstreichen. Die Spitzpaprika bzw. die Minipaprika mit der Frischkäsemasse füllen. Die Paprika in die Mitte der Hackmasse legen und die Fleischmasse um die Paprika formen, so dass ein länglicher Braten entsteht.
In eine flache Platte das feine Paniermehl geben. Den Hackbraten in den Bröseln wenden, so dass er rundum paniert ist.
Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. In einer Bratpfanne den Hackbraten in Bratbutter rundum gut anbraten. Anschliessend auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und im Ofen 40 Minuten backen.

Fazit:
Der Bohnensalat schmeckt lauwarm hervorragend. Optisch ist er ein ziemliches Desaster. Das nächste Mal würde ich jede Bohnensorte einzeln einweichen. Wenn man die Bohnensorten einzeln kochen würde, wäre die Optik wahrscheinlich sehr gut. Aber energietechnisch gesehen wäre dies absoluter Schwachsinn.
Jedenfalls ist das wieder mal ein Beitrag für Heikes Rubrik Ugly Food:

Dienstag, 4. Juni 2013

Turboküche: Hackbällchen vom Hochlandrind und Taboulé


Liebe M., da wir beide in der selben Firma arbeiten und mittags häufig gleich planlos sind und/oder das selbe Gehetze haben, widme ich das folgende Rezept Dir. Es geht ganz schnell, wirklich. Ich habe das Gericht innerhalb von 20 Minuten hingeknallt. Und da Du ein ähnlicher «Zabli» bist wie ich, kriegst Du das auch in der Zeit hin.
Für die Hackbällchen habe ich Hochlandrind-Hackfleisch verwendet. Hackfleisch von andern Rindern geht natürlich auch, aber Bio sollte es dann schon sein. Weil man schmeckt halt schon, ob ein Tier anständig gehalten wurde oder nicht.

Rezept für 3 Personen
Hackbällchen
500 g Hackfleisch vom Hochlandrind (oder Bio-Rind)
1 mittelgrosse Zwiebel, feinst gewürfelt
3 grosse Zweige frische Pfefferminze
3 grosse Zweige glatte Petersilie
1 Ei
3 Esslöffel selbstgeschreddertes Paniermehl
0,5 dl Sahne
1 Espressolöffel Piment d'Espelette
Salz, Pfeffer
Bratbutter

Taboulé
300 g Couscous
2 Zitronen
lauwarmes Wasser
Salz, Pfeffer
1 grosse Fleischtomate, entkernt, klein gewürfelt
1/2 Salatgurke, entkernt, klein gewüfelt
3 Zweige frische Pfefferminze
1 Messerspitze scharfes Paprikapulver
Olivenöl

Als allererstes das Couscous in eine Schüssel geben und soviel Wasser dazu geben, dass das Couscous zwei Fingerbreit bedeckt ist. Salz und Pfeffer dazu. Mit einer Gabel einmal gut umrühren und das Couscous quellen lassen.
Jetzt das Hackfleisch gut trockentupfen und in eine Schüssel geben. Pfefferminz- und Petersilienblätter fein schneiden. Zwiebelwürfel in Bratbutter glasig dünsten, Pfanne vom Herd nehmen, bisschen salzen und pfeffern, dann die Kräuter dazu geben und mit den Zwiebeln mischen. Zwiebel-Kräutermischung sowie sämtliche andern Zutaten zum Hackfleisch geben und alles gut durchkneten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Aus der Masse kleine Kugeln formen und in genügend Bratbutter bei mittlerer Hitze rundum braten.
Zitrone auspressen zum Couscous geben. Falls es noch zuviel Biss hat, nochmals etwas Wasser zufügen. Pfefferminzblätter fein schneiden, Tomate und Gurke klein würfeln und alles mit dem Couscous mischen. Mit Salz, Pfeffer, Paprika und Olivenöl abschmecken.
Hackbällchen aus der Bratpfanne fischen und mit Küchenpapier entfetten.

Tipp: Die Hackbällchen machen sich übrigens auch auf einem Buffet sehr gut und können auch kalt gegessen werden.

Montag, 6. August 2012

Drei auf einen Streich - dreimal rotes Tatar


Arthurs Tochter Astrid feiert Geburtstag, den dritten Blog-Geburi. Und wünscht sich deshalb ein Dreigestirn. Kriegt sie. Dreimal Tatar, dreimal in Rot: Tomate, Rindsfilet und Paprika. Damit schlag ich Drei auf einen Streich: denn das Geschenk ist einmal für Arthurs Tochter (die Farbe passt auch zu ihrem Banner), einmal für Uwe - der will für den August nämlich Rot - und das dritte Ma(hl) für mich selber ;-)

Rezept für 3 Personen

Rindstatar
300 g Rindsfilet
3 Sardellenfilets, fein gehackt
3 Kaffeelöffel Kapern, fein gehackt
3 Dessertlöffel Cognac
3 Kaffeelöffel feinstgehackte Schalotte
2 Eigelb
1 Kaffeelöffel Senf
Tabasco
Worcestershiresauce
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Salz

Rindsfilet mit einem sehr scharfen Messer fein hacken - maschinengehackt ist Frevel am teuren Fleisch. Filet mit allen andern Zutaten gut mischen.

Berner-Rosen-Tomaten-Tatar
3 Tomaten der Sorte Berner Rosen
1/2 feinstgehackte Schalotte
3 Messerspitzen feinstgehackten, frischen Knoblauch
roter Basilikum, fein gehackt
ein paar Tropfen Balsamico
feinstes Olivenöl
Salz, Pfeffer

Tomatenhaut kreuzförmig einschneiden, kurz in kochendes Wasser tauchen, kalt abschrecken und schälen. Die wenigen Kerne entfernen und die Tomate in feinste Würfelchen schneiden. In einem Sieb abtropfen lassen (Saft kann gut für eine Tomatensauce verwendet werden). Dann mit dem Basilikum, den Schalotten und dem Knoblauch mischen. Kurz vor dem Anrichten mit allen andern Zutaten vermischen.
Die Tomatensorte «Berner Rosen» ist eine ganz alte Sorte, die man bei uns nicht oft erhält: meist nur auf Märkten bei kleinen Bio-Bauern oder im Bio-Laden. Wer einmal eine Berner Rose hatte, will keine anderen Tomaten mehr.

Rotes Paprika-Tatar
2 rote Paprika
Zitronensaft
Olivenöl
Salz, Pfeffer

Paprika unter dem Grill schmurgeln, bis die Haut Blasen wirft. Unter einem feuchten Tuch auskühlen lassen, schälen und in feinste Würfelchen schneiden. Würzen und mit wenig Zitronensaft und Olivenöl mischen.

Sodele ihr Lieben - ich hoffe, die Geschenke entsprechen eurem Geschmack. 



Geschenke für 3 Jahre Arthurs Tochter kocht    HighFoodality Blog-Event Cookbook of Colors

Samstag, 18. Februar 2012

Nachgekocht - Hackbraten von «Aus meinem Kochtopf»


Voilà - hier ist er, der erste Hackbraten meines Lebens. Und ich sag euch - der war soooowas von lecker - ich konnte es kaum fassen. Denn an Hackbraten habe ich nicht grad die besten (Kindheits)Erinnerungen. Bei uns zuhause gab es nie Hackbraten - aber bei Nachbars oder Schulfreunden schon. Meine Erinnerungen sind deckungsgleich mit denjenigen von Peter von «Aus meinem Kochtopf»: Hackbraten ist ein braunes Etwas, das halbverdaut aussah und aus diesem Grund mit einer dunkelbraunen, sehr dicken Sauce zugedeckt werden musste. Dazu gab es Kartoffelstock aus dem Beutel und Erbsli und Rüebli aus der Dose. Schauderhaft.
Nun hatte aber Peter letztens ein Hackbratenrezept gepostet und mich ermuntert, das auszuprobieren. Und das habe nun gestern abend gemacht. Der Braten hat ein Innenleben aus mit Frischkäse gefüllter Spitzpaprika, aussenrum ist eine Kräuterkruste und der Braten wird als Bonbon in Backfolie gegart. Das Rezept findet ihr auf Peters Blog.

Hier nun meine Bewertung nach folgenden Kriterien:
1. Aufwand, die Zutaten zu besorgen
2. Rezeptverständlichkeit
3. Kompliziert oder einfach (Anzahl Arbeitsschritte)
4. Sieht mein Resultat ähnlich oder gleich aus, wie das des Originalbloggers
5. Schmeckt es mir
6. Schmeckt es meiner Sippe
7. Unter diesem Punkt teile ich Änderungen mit, die ich am Rezept vorgenommen habe

1. Zutaten sind einfach zu besorgen, da ist nichts Exotisches dabei. Hackfleisch, Kräuter, Semmelbrösel (gekauft oder selbstgemacht), Eier, Sahne, Frischkäse. Einzig bei den Spitzpaprika aus dem Glas hat es bei mir gehappert. Die kriegt man in einer Schweizer Kleinstadt nicht einfach so. Deshalb musste ich da etwas improvisieren (siehe Punkt 7).
2. Das Rezept ist einfach und verständlich geschrieben, allerdings war die Angabe «Frischkäse» für mich ein bisschen schwammig, ich hab die Füllung dann aus einer Mischung von St. Môret und Philadelphia gemacht.
3. Kompliziert ist es nicht, es sind drei Arbeitsgänge: Fleischmasse, Füllung, Umhüllung. Ging bei mir aber ratzfatz - nach 25 Minuten war der Braten im Ofen.
4. Ich hatte mehr Hackfleisch als im Originalrezept. Darum hatte der Braten auch einen grösseren Durchmesser. Aber ich finde, er kann optisch neben Peters Original bestehen.
5. Geschmeckt hat er sehr lecker und er hatte auch keine Ähnlichkeit mit den Hackbraten aus meiner Kindheit. Das war zwar mein erster selbstgemachter Hackbraten, aber bestimmt nicht der Letzte.
6. Kommentare von meinen Mitessern Gästen und Kindern:
- Schwager: schmeckt sehr gut, so richtig frisch mit der Peperoni in der Mitte
- Neffe: darf ich noch ein Stück haben?
- Junghahn: Ich mag keinen Hackbraten, aber der ist wirklich super. Gib mir bitte noch ein Stück.
- Küken (mit vollem Mund): Mmmmm
7. Folgendes habe ich geändert: In Ermangelung der Spitzpaprika aus dem Glas, habe ich frische genommen. Und weil ich keine Zeit hatte, die zu häuten, habe ich sie einfach im rohen Zustand gefüllt. Sie hatte nach dem Braten noch leicht Biss, was dem Braten so nen Frischekick gegeben hat.
Kräutermischung: glatte Petersilie, Basilikum, Oregano, Majoran, wenig Estragon. Ich habe alle Kräuter auf einmal gehackt - für das Hackfleisch, für die Kräuterhülle und auch dieselbe Mischung für die Frischkäsefüllung verwendet.
Fazit: Sehr leckerer Braten, kann gut vorbereitet werden, geringer Arbeitsaufwand, grosse Wirkung.

Montag, 6. Februar 2012

Hirtenpastete


Heute ein bewährtes Rezept aus der Alltagsküche - einfach, gut, kann super vorbereitet werden. Falls man schnäderfräsige Kids hat, ist das Gericht eine gute Möglichkeit, denen ein bisschen Gemüse unterzujubeln. ;-)

Rezept für 4 Personen
500 g Hackfleisch gemischt
1 Zwiebel, fein gehackt
2 Karotten, gewürfelt
1 kleine Knolle Sellerie, gewürfelt
1 Lauchstange, in Ringe geschnitten
2 Knoblauchzehen, geviertelt
1 Esslöffel Tomatenpüree
1 Dose Pelati
je 1 Zweig Thymian und Rosmarin
1 Lorbeerblatt
2 Nelken
1 dl Rotwein
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Butterschmalz

kalter Kartoffelstock
(selbstgemacht oder aus dem Beutel - wie es euch beliebt)
1 Eigelb mit ein bisschen Sahne verrührt

Hackfleisch in Butterschmalz anbraten, Zwiebeln und die diversen Gemüse dazu geben und kurz mitbraten. Knoblauch, Thymian, Rosmarin, Lorbeer, Nelken und Tomatenpüree dazu, dann mit Rotwein ablöschen, die Pelati zum Fleisch kippen, die ganze Chose salzen und pfeffern, anschliessend Deckel drauf und 1,5 Std. leise köcheln lassen. Ab und an umrühren, damit nix anbrennt. Bei Bedarf ein bisschen Rotwein dazu kippen. Das ganze Fleischzeugs sollte schön feucht sein, aber nicht in Sauce schwimmen.

Und dann geht es weiter wie hier:











Fleisch in eine Gratinform schaufeln, mit dem Kartoffelstock zudecken und mit dem Spatelmesser schöne Rillen reindrücken. Aus einem Rest Stock eine Kugel formen, oben auf die Pastete setzen und das Ganze mit einem zerdepperten Eigelb (bisschen Sahne dazu - dann geht das Pinseln einfacher) anmalen.
Ofen auf 220 Grad vorheizen, Pastete auf der mittleren Schiene rund 20 Minuten überbacken.

Nachtrag:
Hier noch ein bisschen Übersetzungshilfe, da mein Schweizerdeutsch natürlich nicht überall verstanden wird:
  • Kartoffelstock = Kartoffelpüree
  • Pelati = geschälte Tomaten
  • schnäderfräsig = tja... in Franken heisst das «gnäschig», in Hamburg «krüsch» - sagt meine Freundin grad im Hintergrund - und im Rest von Deutschland weiss ich es nicht. Aber ich versuche hier mal einen Erklärungsversuch: Schnäderfräsige Kinder sind solche, die an allem, was man auftischt, etwas rumzumäkeln haben, die das Essen sezieren, nur um das eine Stückchen Gemüse auszusortieren, das sie (angeblich) nicht mögen. Schnäderfräsige Kinder sind solche, die immer am Essen rummotzen, die ausser Nudeln mit Ketchup eigentlich nichts mögen *brrr*.