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Mittwoch, 20. November 2013

Suppenzmittag II - Schwarzwurzelsuppe mit getrüffelten Kartoffeln


Nachdem wir vorgestern Lauchsuppe hatten, sah ich gestern bei Andy von Lieberlecker ein Schwarzwurzelsüppchen mit Trüffelöl. Traf sich hervorragend, denn ich hatte noch ein Pfund Schwarzwurzeln da und Trüffelöl hatte es auch noch einen Rest, der weg musste. Vom Wochenende waren noch ein paar Pellkartoffeln übrig. Die könnten doch - dachte ich mir - knusprig gebraten und mit Trüffelöl parfümiert, hervorragend zum Süppchen passen. Und so war es auch.
Diesmal gab es vor der Suppe einen Salat, einen Zuckerhutsalat mit gerösteten Mandeln und den letzten Trauben aus dem Garten.

Zuckerhutsalat mit gerösteten Mandeln und Trauben

Rezept für 2 Personen
Schwarzwurzelsuppe mit getrüffelten Kartoffeln

1 kleine Zwiebel
500 g Schwarzwurzeln
1 mehligkochende Kartoffel
6 dl selbstgemachte, heisse Gemüsebrühe
1 Lorbeerblatt
2 Nelken
10 schwarze Pfefferkörner
1,5 dl Sahne
2 Pellkartoffeln vom Vortag
Salz, schwarzer Pfeffer
Petersilie
1 dl Olivenöl
Bratbutter

Schwarzwurzeln schälen - entweder mit Latexhandschuhen an den Händen oder unter fliessendem Wasser. Weil Schwarzwurzeln eine weisse Milch absondern, die, sobald sie oxidiert und leicht antrocknet kaum noch von den Händen zu kriegen ist. Klebt wie Leim! Die geschälten Schwarzwurzeln in 3 cm lange Stücke schneiden und in einer Schüssel mit Essig- oder Zitronenwasser zwischenlagern, damit sie nicht braun werden.
Die Zwiebel in kleine Würfelchen schneiden und in einem Topf in der zerlassenen Bratbutter glasig dünsten. Nun von den Schwarzwurzeln vier Stücke beiseite legen, die restlichen Wurzeln sowie die geschälte und die in kleine Würfel geschnittene mehligkochende Kartoffel zu den Zwiebeln geben und mitdünsten.
Mit der Gemüsebrühe aufgiessen. Nelken, Pfefferkörner und Lorbeer in eine Gewürzkugel geben und diese in die Suppe hängen. Die Suppe zugedeckt gute 30 Minuten köcheln lassen, bis die Schwarzwurzeln gar sind. Die Gewürzkugel entfernen und die Suppe pürieren. Die Sahne dazu geben, erhitzen und mit Salz abschmecken.
In einem kleinen Topf (ich nehme dazu ein Saucenpfännchen), das Olivenöl erwärmen. Die vier Schwarzwurzelstücke in kleine Würfelchen von ca. 7 mm Kantenlänge schneiden. Die Würfelchen im Olivenöl (sie sollten komplett bedeckt sein mit Öl) bei kleiner Hitze langsam garen (dauert ca. 15 bis 20 Minuten). Dann mit einem Sieb aus dem Öl fischen und auf einem Küchenkrepp abtropfen lassen.
Das Olivenöl nicht wegschütten, sondern in eine Bratpfanne geben. Die Pellkartoffeln schälen und in Würfelchen von ca. 7 mm Kantenlänge schneiden. Die Kartoffelwürfelchen im Olivenöl rundum schön goldbraun und knusprig braten. Die Kartoffelwürfelchen ebenfalls auf Küchenpapier entfetten.
Die Kartoffel- und die Schwarzwurzelwürfelchen zusammen in eine kleine Schüssel geben, salzen und pfeffern, mit Trüffelöl beträufeln und die feingeschnittene Petersilie dazu geben. Alles gut durchmischen.
Die Suppe in Teller anrichten und in jede Suppe einen Löffel von dem getrüffelten Kartoffel-Schwarzwurzel-Gemüse geben.

Samstag, 3. August 2013

Nachgekocht: Wels auf Paprikafond von Alfons Schuhbeck


Die Sommer-Denkpause ist zwar noch nicht ganz vorbei - aber so ab und an koche ich wieder was. Zwölf Süsswasserfisch-Rezepte gedenke ich dieses Jahr für Peggys Süsswasserfisch-Event zu veröffentlichen - jeden Monat ein Rezept. Den Juli habe ich bereits versemmelt. Drum gibt es halt jetzt im August zwei Rezepte. So langsam wird es aber schwierig mit dem Fisch. Ich habe an mich den Anspruch, keine zwei Mal den selben Fisch zu verwenden. Ich kriege hier aber gewisse Fische einfach nicht. Deshalb habe ich den Wels für das heutige Rezept aus Deutschland mitgebracht.
Das Rezept ist von Alfons Schuhbeck - im Grossen und Ganzen habe ich mich an das Original gehalten, ein paar kleine Änderungen habe ich aber trotzdem vorgenommen. So habe ich zum Beispiel den Kräutersalat weggelassen, der meiner Meinung nach defintiv zu viel an Aromen gewesen wäre. Denn im Paprikafonds sind bereits Zitronenabrieb, Kümmel, Vanille und Zimt mit drin, beim Fisch auch noch Majoran. Irgendwann hört es bei mir dann einfach auf mit Geschmackskomponenten. Ich werde hier meine Version verbloggen, das Original kann man bei Schuhbeck nachlesen. Uns hat das Gericht sehr gefallen. Das sommerliche Gemüse ist eine Überraschung, grad wegen der Gewürze, die leicht nach Weihnachten schmecken.

Für 2 Personen als kleiner Hauptgang oder als Vorspeise
Paprikafond
zwei Frühlingszwiebeln
je eine kleine gelbe und rote Paprika
1 Knoblauchzehe in feine Scheiben geschnitten
1 kleine Zimstange
1 Lorbeerblatt
ausgekratztes Mark von einer halben Vanillestange
1/2 Espressolöffel Kümmelsamen, im Mörser leicht angestossen
wenig Abrieb von einer unbehandelten Bio-Zitrone
eine Messerspitze Piment d'Espelette
Rapsöl
2,5 dl Gemüsebrühe
evtl. Salz

Wels
180 bis 200 g Welsfilet
1 Knoblauchzehe in feine Scheiben geschnitten
1 Prise Kümmelsamen, im Mörser leicht angestossen
frischer Majoran, fein geschnitten
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle
wenig Piment d'Espelette
wenig Bratbutter
frische Butter


Kartoffelwürfel
1 grosse festkochende Kartoffel, in kleine Würfelchen geschnitten
1 Lorbeerblatt
1 Chilischote
Bratbutter
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Paprikafonds
Die Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden, grün und weiss getrennt voneinander. Die Paprika mit einem Sparschäler schälen, Kerne entfernen, in Streifen schneiden und dann diagonal in Rhomben. Die weissen Zwiebelringe mit den Paprika in einem Topf in Rapsöl anschwitzen, dann alle Gewürze und die Knoblauchscheibchen dazu geben, kurz mitdünsten und mit Brühe aufgiessen. Das Paprikagemüse 10 Minuten simmern lassen, so dass es am Schluss noch Biss hat. Den Topf vom Herd nehmen, das Grün der Frühlingszwiebel und den Zitronenabrieb beifügen und mit Salz abschmecken.

Wels
Die Welsfilets in einer Grillpfanne in Bratbutter beidseitig kurz anbraten, anschliessend die Pfanne vom Herd nehmen und den Fisch durchziehen lassen.
In einer Bratpfanne die frische Butter aufschäumen, vom Herd ziehen, salzen, pfeffern, Kümmel, Piment d'Espelette und Knoblauchscheibchen beifügen. Gewürze kurz ziehen lassen, dann den Fisch darin wenden. Mit frischem, feingeschnittenen Majoran bestreuen.

Kartoffelwürfel
Kartoffelwürfel in Salzwasser mit einer Chilischote und einem Lorbeerblatt ca. 10 Minuten garen, abgiessen, ein bisschen ausdampfen lassen, Lorbeer und Chili entfernen. Die Kartoffelwürfel in Bratbutter goldbraun braten, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Finish
In einen Suppenteller das Paprikagemüse mit Fond schöpfen, die Kartoffelwürfel darüber verteilen und ein Fischfilet darauf setzen. Mit etwas Grünem (bei mir Basilikum und Majoran) aus dem Kräutergarten garnieren. Eine Zitronenzeste zu einer Locke drehen und dazu stecken. Ein paar diagonal geschnittene Ringe von einer roten Spitzpaprika geben dem Ganzen noch einen knalligen Farbeffekt.

Samstag, 18. Mai 2013

Nachgekocht: Spargelpesto von Bonjour d'Alsace


Zwischendurch bin ich sowas von einfallslos in der Küche, das glaubt man kaum. Da steh ich vor dem Kühlschrank, räume aus, stelle Menüs zusammen, verwerfe wieder, halse in die hintersten Ecken des Küchenschrankes, kombiniere in Gedanken... aber irgendwie überzeugt mich gar nichts. Es ist ja nicht so, dass der Kühlschrank leer wäre. Nene, am Donnerstag war ich auf dem Markt und habe den Kühli von oben bis unten mit Gemüse voll gestopft. Das Angebot an jungem Gemüse ist doch im Moment schon recht erfreulich.
Jedenfalls gestern wollte mir auch nach dreimaligem Umräumen nichts Gescheites einfallen. Das einzige, was ich wusste, war, dass der Spargel weg muss. Und da fiel mir des Elsässerlis Spargelpesto ein. Mein Hühnerhof liebt Pasta (ich persönlich stehe da mehr auf Kartoffeln), so gedachte ich den Hühnern eine Freude zu machen. Und weil ich ja selten einfach genau nach Rezept koche, habe ich das Rezept noch ein bisschen abgewandelt und z.B. anstelle des Zitronensaftes Zitronenthymian verwendet.

Rezept für 4 Personen
Spargelpesto
ca. 400 g grüner Spargel
eine Handvoll Pinienkerne (im Original ungeschälte Mandeln, hatte ich aber nicht)
ein Knoblauchzehe, geschält
ca. 100 g Parmesan, frisch gerieben
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Zitronenthymian (fehlt im Original, dafür kommt dort Zitrnonensaft rein)
(1 rote Chilischote - habe ich weggelassen)

zusätzlich
3 dicke, weisse Spargelstangen
400 g Pasta (bei mir Tagliatelline)

Beim grünen Spargel die Enden wegbrechen, den Spargel in Stücke schneiden, die Spargelspitzen zur Seite legen. Die Spargelstücke ohne die Spitzen in Salzwasser garen, abgiessen und eiskalt abschrecken. Ein bisschen Spargelkochwasser aufheben. Die Spargelstücke mit Pinienkernen, der Knoblauchzehe, Parmesan und Olivenöl pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und Zitronenthymianblättchen ins Pesto zupfen. Falls das Pesto zu dick ist, ein bisschen Spargelwasser beifügen.
Die Spargelspitzen habe ich kurz in Salzwasser blanchiert. Die weissen Spargelstangen schnitt ich diagonal in dünne Scheiben, habe sie in einer Bratpfanne in Olivenöl angebraten und mit Salz und Pfeffer gewürzt. Zum Schluss die grünen Spargelspitzen beifügen und kurz mitbraten.
Pasta al dente kochen und sofort mit dem Spargelpesto und den gebratenen Spargeln vermischen. Anrichten und mit Zitronenthymian ausgarnieren.

Der Hühnerhof hat zugeschlagen, der lange Hahn fand, das könne man also öfters so servieren, die andern haben Zustimmung genickt. Zustimmung hatten auch bereits genickt Andy von LieberleckerRobert von Lamiacucina und eben das Elsässerli.

Montag, 13. Mai 2013

Nachgekocht: Englischer Frühlingssalat


Der gestrige Sonntag war wettermässig zum in die Tonne treten oder so. Jedenfalls hat es bis drei Uhr nachmittags nur geschüttet. Hätte das Küken nicht total lieb zum Muttertag einen wunderbaren Brunch hergerichtet, wäre ich gar nicht aus dem Bett gekommen. Aber gegen Ende des Nachmittags wurde es doch noch einigermassen sonnig. Und dann kam auch die Lust, mich in die Küche zu stellen. Derzeit steht mir der Sinn nach leichter Kost und drum gab es einen englischen Frühlingssalat. Denn da ist Fenchel drin, und wer hier schon länger mitliest, weiss, dass Fenchel mein absolutes Lieblingsgemüse ist.
Ich habe einfach Handgelenk x Pi zusammengewürfelt, was mengenmässig da war.

Rezept für 4 Personen
eine Handvoll Radieschen, halbiert
1,5 Fenchelknollen, in dünne Spalten geschnitten
4 dicke, weisse Spargelstangen, diagonal in Scheiben geschnitten
8 grüne Spargelstangen, in 5 cm Stücke
2 Esslöffel Kapern, fein gehackt
1 rote Zwiebel, fein gewürfelt
Sherry-Essig
Olivenöl
Dill
Salz, Pfeffer

Die geschnittenen Gemüse in einer Grillpfanne in Olivenöl anbraten, bis sie Farbe kriegen. Die Radieschen habe ich erst ziemlich zum Schluss beigefügt, weil die rote Farbe bei Hitze so schnell ausbleicht. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Aus Kapern, Zwiebel, Salz, Pfeffer, Sherry-Essig und Olivenöl eine Vinaigrette rühren und über das noch warme Gemüse geben. Mit gehacktem Dill bestreuen.
Bei uns gab es dazu Bratkartoffeln.

Montag, 3. Dezember 2012

Abendbrot italienisch - Cime di Rapa mit Brot und Käse


Bei mir hängt in der Küche ein Leinenbeutel, in dem sammle ich hartes Brot. Nicht für die Enten, sondern für Paniermehl. Gut, dass ich letztens noch auf Claudios Blog «Anonyme Köche» vorbeigeschaut habe, gerade bevor ich eigentlich das gesamte harte Brot zu Paniermehl schreddern wollte. Aus seiner ursprünglichen Heimat, den Abruzzen, stammt dieses Rezept.

Für 3 Personen
1 kg Cime di Rapa
hartes Brot
Olivenöl
ein paar Knoblauchzehen
1 Peperoncino, in Ringe geschnitten
Salz, Pfeffer
Pecorino (bei mir Sbrinz - der war grad noch im Kühlschrank)

In einer grossen Pfanne den in Scheiben geschnittenen Knoblauch und die Peperoncinoringli sanft anziehen. Cime di Rapa waschen und in ca. 2 bis 3 cm lange Stücke schneiden, noch nass in die Pfanne geben. Claudio bedeckt nun das Ganze knapp mit Wasser. Das habe ich nicht gemacht. Vom Waschen war da genug Wasser an den Blättern, so dass ich keine zusätzliche Flüssigkeit mehr brauchte. Jetzt das Ganze ca. 15 Minuten dünsten, dann salzen und pfeffern. Das harte Brot in Stücke teilen und zum Gemüse geben, ein bisschen reindrücken, damit sich das Brot mit dem Gemüsesud vollsäuft. Anrichten und Pecorino oder wie bei mir eben Sbrinz drüber hobeln.

Freitag, 16. November 2012

Röstikörbchen mit Rauchlachs


Rösti können nur wir Schweizer. Ha, von wegen! Auch Deutsche können Rösti. Und zwar noch viel kreativer als wir. Ängstlich, dass sie dabei was falsch macht, hat Magentratzerl die Kartoffeln nicht in der Bratpfanne klassisch gebraten, sondern in kleine Muffinförmchen gedrückt und in den Ofen geschoben. Das hat mir sehr gefallen. Dirk hatte dann in einem Kommentar die Idee, den Rand ein bisschen hochzuziehen und daraus Körbchen zu machen, die man füllen kann. Sybille hat gestern ein bisschen rumgedreckelt und feine Schweinereien in den Körbchen mitgebraten. Und ich wollte auch gefüllte Röstikörbchen, aber nicht mit warmer, sondern mit kalter Füllung - mit Rauchlachs und Crème fraîche. Pro Person habe ich drei Körbchen gerechnet, mit einer kleinen Suppe vornweg und einem Salat als Beilage hat das alle satt gemacht. Die Körbchen werden genau auf die Art die Vorspeise zum Weihnachts- oder Silvestermenü.

Für 4 Personen (ergibt 12 Körbchen)
4 mittelgrosse, mehligkochende Kartoffeln
Salz
Butter

1 Becher Crème fraîche
200 g Bio-Rauchlachs
Dill zur Garnitur

Kartoffeln ca. 10 Minuten kochen, ungeschält auf der Röstiraffel (Gemüsereibe) reiben, salzen. Die Muffinförmchen ausbuttern, die Kartoffeln in die Förmchen geben, bisschen festdrücken und den Rand hochziehen, damit Körbchen entstehen. Ich habe in jedes Förmchen noch ein Butterflöckchen gegeben. Bei 220 Grad ca. 40 bis 45 Minuten im Backofen backen.
Die Körbchen aus der Form nehmen und jedes mit einem Kaffeelöffel Crème fraîche füllen. Ein bisschen Lachs auf die Crème fraîche setzen und mit einem Dillzweiglein garnieren.

Freitag, 21. September 2012

Nachgekocht: Maissuppe von Frau Ziii



Der Kater von Frau Ziii mag Regen nicht. Ich auch nicht. Aber Frau Ziii hat Medizin gegen den Regenwetterblues: Maissuppe mit Dill. Ich will auch auch. Und weil am Mittwoch Regen angesagt war und ich grad noch frische Maiskolben im Kühlschrank hatte, im Kräutergarten der Dill zwar schon ausgebildete Samenstände hatte (bei Frau Ziii waren die noch nicht so weit), habe ich noch kurzerhand eine Süsskartoffel besorgt und los ging die Suppenkocherei.



Rezept für 4 Personen
3 Maiskolben
1 grosse Süsskartoffel, geschält und klein gewürfelt
4 dl Sahne
Dillkraut und grüne Samenkapseln
(meine waren leider schon reif, war aber trotzdem lecker)
Rapsöl
Salz, Pfeffer

Von den Maiskolben mit einem grossen, scharfen Messer die Körner längs runter schneiden. Nata von Pastaciutta brauchte letztens auch Maiskörner für ihr Maispüree. Da hatte eine Kommentatorin geschrieben, man können den Maiskolben warm machen und dann die Körner leicht mit der Gabel ablösen, so gehe die Spitze des Maiskorns nicht verloren, in der am meisten Zucker drin sei. Hab ich ausprobiert... und mich wahrscheinlich zu doof angestellt. Die Körner hab ich nicht vom Kolben gekriegt auf die Art, also doch das Messer. Und noch ein kleiner Tipp: ich hab das Schneidebrett in die Spüle gestellt, Maiskolben senkrecht drauf und dann schneiden. Die Körner fliegen so nicht in der ganzen Küche rum.
Können wir jetzt endlich kochen? Jawoll. Also dann. Nun die abgeschabten Maiskolben, also das was übrig bleibt, wenn die Körner weg sind, halbieren und in einen Topf geben, mit Wasser bedecken und eine halbe Stunde auf kleinem Feuer auskochen. Ich hatte zum Schluss etwa einen halben Liter Sud.
In einem Topf die Süsskartoffelwürfel in Rapsöl anbraten (nicht zu braun), die Maiskörner dazu, kurz mitdünsten und dann mit dem Sud aufgiessen. Salzen und auf kleinem Feuer ca. 20 Minuten köcheln lassen. Dann mit dem Pürierstab einmal kurz durch die Suppe fahren - nicht fein pürieren, das Gemüse nur einmal kurz zerkleinern! - die Sahne dazu geben und nochmals erhitzen. Zum Schluss das Dillkraut und die Samenkapseln (oder wie bei mir, die ausgereiften Samen) dazu und abschmecken. Nicht mehr kochen, aber ein paar Minuten ziehen lassen.
Als die Suppe fertig war, war auch Schluss mit Regen und die Sonne kam raus. Eindeutig die richtige Suppe gegen Sch...wetter!


Nachtrag:
Aha, wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Die Geschichte mit der Gabel und den Maiskörnern ist gedacht für bereits gekochte Maiskolben.

Montag, 27. August 2012

Nachgekocht: Kalte Tomatensuppe von Lamiacucina mit überbackenem Ziegenkäse


Suppe geht immer - auch im Sommer. Tomatensuppe sowieso, ob heiss oder kalt. Gestern gab es die Suppe nach dem Rezept von Robert von Lamiacucina kalt. Eigentlich wollte ich sie ja am bereits am Freitag nachbasteln, aber irgendwas kam dazwischen.


Rezept für 3 Personen
Suppe
3 grosse Tomaten mit wenig Kernen (z.B. Ochsenherz)
2 Frühlingszwiebeln (nur das Weisse)
1 grosse Knoblauchzehe
2 Scheiben Toastbrot, entrindet und klein gewürfelt
eine Handvoll frischen Oregano
eine Handvoll Basilikumblätter
1 Peperoncino, entkernt
Salz, Pfeffer
bisschen Olivenöl

Crostini
6 Baguettescheiben
6 Scheiben Ziegenkäse
3 Kaffeelöffel abgezupfte Thymianblättchen
Olivenöl
Pfeffer


Die Haut der Tomaten kreuzweise einschneiden, kurz in kochendes Wasser tauchen, kalt abschrecken und die Haut abziehen. Tomate klein würfeln. Tomatenwürfel und alle andern Zutaten in einen Mixer kippen und gut durchmixen. Suppe in eine Metalschüssel kippen, mit Folie bedecken und für eine gute halbe Stunde in den Gefrierschrank stellen.
Zum Anrichten habe ich auf die Suppe noch einen Klacks Crème fraîche gegeben.

Die Thymianblättchen mit Olivenöl vermischen. Den Ziegenkäse auf die Brotscheiben legen und unter der Grillschlange kurz überbacken. Mit einem Kaffeelöffel ein Loch in die Ziegenkäseoberfläche drücken und ein wenig Thymianöl reingeben. Eine Umdrehung schwarzer Pfefffer drüber.

Hab ich schon mal erwähnt, dass ich Suppenfan bin? ;-)
Diese Suppe wird ein Lieblingsrezept aus zwei Gründen: Das ist eine Turbosuppe (die Herstellung dauert knapp eine Viertelstunde) und sie schmeckt fantastisch nach Sommer - hängt aber natürlich auch von der Qualität der Tomaten ab!

Mittwoch, 15. August 2012

Nachgebastelt: Gurkensalat mit Kürbiskernöl von Mel


Letzte Woche konnte ich nicht mal sagen, ich hätte was nachgekocht. Ich hab nur nachgebastelt (zu kochen gab es da nämlich nix). Und zwar den Hochzeits-Gurkensalat, der laut Mel von Pimpimella das «Beste nach der Rede des Bräutigams» war.
«10%igen Joghurt mit Kürbiskernöl verrühren, salzen und pfeffern. Gurke fein hobeln und untermischen, ein paar Klackse Joghurt dazwischen», so lautete Mels Beschreibung.
Ich hatte keinen solchen Joghurt - dafür aber einen Becher saure Sahne, der weg musste. Und die Gurken waren aus dem Garten der Nachbarin - drum hab ich sie abgeschält. Die Kürbiskerne habe ich in wenig Olivenöl gebraten, bis sie in der Bratpfanne gehüpft sind, dann gesalzen und gepfeffert. Den Salat gab es zu Bratkartoffeln und war ratzfatz weggefuttert - das wird ein Wiederhohlungstäter.
Und weil ich bei Mels Mohnevent bei Zorra nicht mitmachen kann, obwohl ich gerne gewollt hätte (mir ist mit Mohn nichts eingefallen), widme ich ihr den heutigen Post :-)

Montag, 13. August 2012

Randen mit Tomaten und Speck


Ich hab's letztens bereits angetönt, ich bin derzeit ziemlich einfallslos in der Küche. Kein Plan für gar nix, keine Ideen, leer, Sommerloch oder so. Nun denn, das ist nicht weiter tragisch. Eigentlich ist das sogar sehr gut. Denn so komme ich endlich dazu, all die gesammelten Ideen von andern Blogs mal nachzukochen. Wir leben derzeit eigentlich nur von Nachgekochtem.
Petra von Chili und Ciabatta hatte letztens ein Randentartar, das mich grad angemacht hat. Aber am Tag drauf postete sie Randen mit Tomaten und Speck. Oh yeah - das musste ich haben. Zufällig hab ich am Wochenende Randen geschenkt gekriegt, so stand dem heutigen Mittagessen nichts mehr im Weg. Ausser, dass ich keine Cherry-Tomaten hatte und das Ganze mit Coeur de Boef machen musste/durfte. Und abgemessen habe ich natürlich auch nichts, sondern Handgelenk x Pi einfach in die Pfanne gekippt. Drum ist mein Rezept halt nicht so genau.
Bei uns gab es das Randengemüse als Vorspeise zu einer Zwetschgenwähe - für die folgt das Rezept dann morgen.
als Vorspeise für 3 Personen
1 grosse Rande
1 Schalotte, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1 Handvoll Speckwürfelchen
1,5 Tomaten Coeur de Boeuf
ein Schluck Balsamico
Olivenöl
(im Original noch Saft einer halben Zitrone - hatte ich aber nicht)
Salz, Pfeffer
glatte Petersilie, gehackt - hatte ich eben nicht
bei mir gab auf jeden Teller noch zwei Scheiben Bratspeck supplément obendrauf

Rande weichkochen und in Scheiben schneiden. In einer Bratpfanne die Speckwürfel anbraten, dann den Knoblauch und die Schalotte dazu geben und mitbraten, bis sie leicht caramelisieren. Balsamico, Olivenöl, Salz und Pfeffer dazu geben, Pfanne vom Herd ziehen und die in Scheiben geschnittenen Randen und Tomaten untermischen. Gemüse eine halbe Stunde ziehen lassen. Wenn man hat, zum Schluss Petersilie darüber streuen. Ich hatte nicht. Lauwarm angerichtet habe ich die Teller mit gebratenen Speckscheiben «garniert». Geschmeckt hat es wunderbar.

Aber alles garnieren nützte nichts - mein Teller sieht irgendwie aus wie schon mal gegessen oder iiih, wie eine offene Wunde. Wenn ich da mit Micha von Grain de sel vergleiche, die am Wochenende das Selbe gekocht hat... also bei ihr sieht das wunderschön aus. Bei mir ist es wieder mal ein Beitrag für Heikes Dauerevent Ugly Food

Nachtrag
Sodele, jetzt kommt noch der Ursprung des Rezeptes. Petra hat es nämlich von der Küchenschabe. Auch in Österreich sieht der Teller hübsch aus. Ich glaub, bei mir lag es an meinen Coeur de Boef, die zwar wahnsinnig fein sind, aber hier fürs Optische nicht die richtige Wahl waren.

Sonntag, 29. Juli 2012

Nachgekocht: Nachtschicht-Gewürzpaste


Unlängst habe ich bei Sabine von Bonjour Alsace diese Gewürzpaste entdeckt, das Elsässerli hatte das Rezept ursprünglich von Robert von Lamiacucina, der wiederum hatte da auch eine Quelle, die via Ostschweiz bis nach Italien führte. Diverse Foodblogger hatten diese Paste bereits ausprobiert und waren voll des Lobes. Also wollte ich auch.
Und da ich erstens einen üppigen Kräutergarten mein Eigen nenne, zweitens die Küken noch ausserhäusig im Urlaub sind, drittens das Perlhühnchen gestern mit einer Freundin im Kino war und ich viertens derzeit schlecht zu Fuss bin und eh nicht auf die Piste kann, war gestern der ideale Zeitpunkt, mich dem Unternehmen «Gewürzpaste» zu widmen.
Von meiner Mutter hatte ich - nachdem mir ja die Schnecken sämtlichen Basilikum gefressen hatten - gestern Nachmittag ein gutes Pfund frischen Basilikum gekriegt. Alles andere an Kräuterzeugs hatte ich selber in üppigen Mengen. Leider hatte ich mir nicht allzuviel überlegt im Vorfeld, sonst hätte ich nämlich nicht erst um 19.30 Uhr abends angefangen! Für Nachahmer deshalb hier in fett: Um 1 kg Kräuter von den Stengeln zu zupfen und zu hacken braucht man gute 1,5 Stunden. Dann müssen noch die Tomaten und die Gemüse geschnibbelt und geröstet werden, alles noch püriert und dann erst fängt der eigentliche Kochprozess an, der dann gute 4 Stunden dauert. Um zwei Uhr nachts habe ich das letzte Glas zugeschraubt!


Ich erstelle hier mal ein grobes Rezept, wie ich die Paste gemacht habe. Aber vorgängig noch ein paar Bemerkungen zu den Zutaten. Ganz im Ursprung kommen keine Gemüse rein, die hatte Robert aus Mangel an genügend Kräutern mit dazu gegeben, diese Idee hatte bereits das Elsässerli übernommen und ich auch. Bei den Gemüsen hatte ich extra keinen Sellerie mit dabei, weil ich bereits bei den Kräutern die Blätter vom Stangensellerie drin hatte. Die Zucchini dümpelten schon länger im Kühlschrank rum, die mussten weg, somit sind sie auch mit in den Topf gewandert. Beim Wein hatte ich diverse angefangene Flaschen - und zwar rot wie weiss. Da ich derzeit Medis nehmen muss, ist nix mit Wein trinken, drum wanderten der Schluck Humagne rouge, der Riesling, ein Rest Johannisberg sowie eine angefangene Flasche Vully mit in den Topf.

1 kg gemischte, frische Kräuter
Rosmarin, Salbei, Bohnenkraut, Ysop, Zitronenthymian, Bergtyhmian, Oregano, französischer Estragon, Basilikum, Liebstöckel, Blätter vom Stangensellerie, Petersilie
1 kg frische Tomaten vom Markt
600 g Gemüse gewürfelt
Fenchel, Karotten, Frühlingszwiebeln, Knoblauchzehen, 2 kleine Zucchini
1,3 kg Salz
ca. 6 dl Wein (rot und/oder weiss)


Alle Kräuter von den Stengeln zupfen und grob hacken. Tomaten würfeln. Gemüse ebenfalls klein würfeln. In einem grossen Topf mit viel Bodenfläche die Gemüsewürfel trocken, also ohne Fett anrösten. Mit wenig Wein ablöschen und die Gemüse weichdünsten, resp. immer wieder bisschen Wein dazu geben und diesen einkochen lassen. In einem Mixer die Tomaten und die Kräuter portionenweise zusammen pürieren. Dann das weiche Gemüse ebenfalls portionenweise pürieren. Alles zusammen nun in den Topf zurück. Dann das gesamte Salz dazu geben und mit einer Holzkelle gut umrühren. Achtung, das Zeugs spritzt wie heisse Polenta. Jetzt die ganze Paste auf kleinem bis mittlerem Feuer einkochen lassen (bei mir auf Stufe 4 von 9, normales Ceranfeld). Dabei immer wieder gut umrühren. Zum Schluss sollte die ganze Flüssigkeit weg sein und eine dicke, nur wenig feuchte Paste entstehen. Das hat bei mir geschlagene 4 Stunden Kochzeit in Anspruch genommen.
Paste heiss in Gläser abfüllen und zuschrauben. Und dann todmüde ins Bett fallen.


Laut Robert und Sabine hält die Paste bei Raumtemperatur problemlos, da das ganze Zeugs ja in Salz konserviert ist.
Gebraucht wird die Paste für Sugo, Saucen, Eintöpfe - also immer dann, wo Salz und Gewürze zum Einsatz kommen.

Nachtrag
Die Paste kam sofort zum Einsatz in einem Sugo: Auf rund 700 g Tomaten gab ich einen Kaffeelöffel von der Würzpaste - das hat gut gereicht. Mehr an Würze brauchte es nicht - der Geschmack war voll da. Mein Kräutergarten sozusagen konzentriert im Sugo!

Mittwoch, 20. Juni 2012

Wie bei Oma - Schnitzel mit Kartoffelsalat


Bei Nata war es unlängst ein Sonntagsessen, bei Heike das beste Schnitzel der Welt und bei uns «wie bei Oma», befand das Küken heute Mittag. Bei Nata war es ein Wiener Schnitzel, also Kalb, bei Heike aus der Oberschale des Schweins (für die Schweizer LeserInnen: ein Teil des Hinterschinkens) und bei mir ebenfalls Schwein, aber vom Hals (ich mag es gerne ein bisschen durchzogen).

für 3 Personen
3 Schnitzel vom Schwein
Salz
Mehl
1 Ei
Semmelbrösel (bei mir selbstgeschredderte)
Bratbutter

Das Schnitzel mit der Bratpfanne flach prügeln, salzen, mehlen, durchs zerdepperte Ei ziehen und in die Semmelbrösel werfen, rundum panieren, aber die Brösel nicht andrücken - habe ich bei Heike gelernt.
Bratpfannenboden putzen, naja, mit der Sauerei von vorhin kann man die ja nicht aufn Herd stellen, grosses Stück Bratbutter rein, Schnitzel rein. Schnitzel beidseitig goldbraun braten.
Dazu gab es wie bei Oma im Frankenland Kartoffelsalat, den obligatorischen Tomatenschnitz und das Petersiliensträusschen aufm Teller. Das Küken war hell begeistert: «Das ist ja wie bei Oma in den Ferien!»

Freitag, 1. Juni 2012

Turbo-Menü - geplättete Kartoffeln von Chili & Ciabatta


Immer dieses Gehetze am Mittag. Ich mach ja Home-Office und arbeite bis 12 Uhr. Um 12.15 Uhr stehen die Kids auf der Matte... völlig erschöpft und ermattet und kurz vor dem Verhungern und schwach auf den Beinen, und ich kann uuuuunmöglich Tisch decken, weil erst muss ich etwas essen, total unterzuckert, Mam, Du verstehst das einfach nicht, ich bin sooooo kaputt... Am besten wäre ja, wenn ich das Futter bereits um 12.12 auf dem Teller angerichtet hätte, so dass die halbverhungerten Hühner einfach nur noch drüber herfallen könnten.
Heute habe ich bei Petra von Chili & Ciabatta geplättete Kartoffeln aus dem Ofen gesehen. Das isses, die Lösung gegen das Kochgehetze. Die Kartoffeln geben überhaupt nix zu tun. So simpel, aber total lecker! Die hab ich irgendwann im Laufe des Vormittags gekocht und dann um 11.15 Uhr so nebenbei in Ofen geschoben.

für 4 Personen
12 mittelgrosse Kartoffeln
Olivenöl
Salz und Pfeffer

Kartoffeln (ich hatte die ersten CH-Frühkartoffeln) in der Schale gar kochen. Ein Backblech mit einem Backpapier auslegen, dieses leicht mit Olivenöl einpinseln. Kartoffeln drauf verteilen. Ein Stück Backfolie auf die erste Kartoffel legen, mit einem Fleischklopfer oder wie bei mir mit einem Kartoffelstampfer drauf drücken, die Kartoffel also platt machen. So alle Kartoffeln plätten, bisschen Olivenöl obendrauf, Salz und Pfeffer und ab in Ofen damit. Meine waren bei 220 Grad gute 30 Minuten im Ofen, dann einmal gewendet, andere Seite auch gesalzen und gepfeffert, nochmals 15 Minuten in den Ofen - da habe ich die Hitze aber auf 250 Grad erhöht.
Dazu gab es eine Tunke aus Sauerrahm, Quark und einem Rest Crème fraîche, gewürzt mit Salz, Pfeffer und viel Schnittlauch und als Beilage gebratene Spargeln und Salat.
Die platten Kartoffeln werden sofort ins Alltagsrepertoire aufgenommen!

Montag, 21. Mai 2012

Nachgekocht: Spaghetti mit Mönchsbart nach Lamiacucina


Die Mönchsbart-Saison geht kurzum zu Ende, deshalb habe ich letzte Woche auf dem Markt nochmals zugeschlagen. Und weil Robert von Lamiacucina Mönchsbart-Spezialist ist, habe ich mich in seiner Datenbank umgesehen und bin fündig geworden. Spaghetti mit Mönchsbart, Sardellenfilets, Kapern und Pinienkernen - das war es, was ich wollte. Das Rezept findet ihr hier.
Ich hab ganz klein wenig abgewandelt. Die Knoblauchmenge habe ich glatt vervielfacht - mindestens 6 grosse Zehen von einer ganz frischen Provence-Knolle. Statt eine Zwiebel fein gehackt, habe ich eine Schalotte in feine Ringe geschnitten. Und dann dümpelte da noch eine rote Peperoni (für die Deutschen unter uns ist das eine Paprika) im Gemüsefach. Die habe ich wegen der Farbe auch noch dazu geschnibbelt.
Fazit: Die Sardellenfilets haben sehr gut gepasst, Pinienkerne mach ich das nächste mal grad doppelt soviele rein, das Ganze hat lecker geschmeckt. Reste gab es keine - wird also wieder auf den Tisch gebracht. Und vor allem, die Kocherei geht ratzfatz. Bis das Spaghettiwasser gekocht hat und die Spaghetti al dente waren, war der Rest auch fertig.
Tolles Sonntag-Abend-Essen.

Montag, 7. Mai 2012

Parmesanchips


Letztens hat Robert von Lamiacucina zu seinen Fazzoletti carbonara nicht nur Gesang sondern auch Parmesantuiles serviert. Die müssen doch zu einem Glas Weisswein auch gut schmecken, habe ich mir so gedacht. Und weil am Samstag Besuch angesagt war, habe ich schnell die Tuiles gezaubert. So einfach, so schnell gemacht und so lecker!
In unserem Brotschrank dümpelte noch ein recht grosses Stück steinhartes Körnerbrot, das hab ich oben in meine Kenwood geschmissen und unten den Staub und die Brösel aufgefangen. Dann - weil es noch zu grob war, die ganze Bröselsgeschichte in die elektrische Kaffeemühle gekippt. Diese Kaffeemühle hat noch nie auch nur eine Kaffeebohne gemahlen. Die benutze ich nur um getrocknete Pilze, Kräuter und Gewürze zu zermüllern. Jetzt also auch noch für Brotbrösel. Das entstande Pulver habe ich mit fein geriebenem Permesan gemischt im Verhältnis 1:5. Ich hatte auch noch selbstgetrockneten Oregano vom letzten Jahr sowie Bohnenkrautpulver (natürlich auch selbstgemacht). Von beidem habe ich ein bisschen zur Käse-Bröselmischung gegeben, dazu noch ein bisschen schwarzen Pfeffer gemahlen.
Nun nach Roberts Anleitung in einer beschichteten Bratpfanne gebacken. Ich hab meine Tuiles flach auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.
Wer Käsefondue kennt, weiss, dass am Schluss meist aufm Caquelonboden ein Rest Käse leicht anbrennt. Wir nennen diesen braunen Käserest «Schwiegermutter» - und um die Schwiegermutter wird in der Regel erbittert gekämpft, weil sehr lecker. Die Schwiemu wird mit der Fonduegabel vom Caquelonboden gekratzt, jeder versucht ein bisschen davon zu ergattern.
Diese Permesanchips schmecken ähnlich wie die Fondue-Schwiegermutter!

Sonntag, 15. April 2012

Nachgekocht - Speckkörbchen mit pochiertem Ei von Tomatenblüte


Vor drei Tagen bei Sybille von Tomatenblüte gesehen: Ei im Speckkörbchen mit Avocado. Da ich mir dieses Speckkörben für heute Sonntag zum Brunch vorgenommen hatte, und zwar mit pochiertem Ei, war ich die letzten beiden Tage wie ein Junkie auf Entzug. Ich liebe pochierte Eier, für mich die schönste, reinste Art, ein Ei zu servieren. Seit Robert von Lamicacucina bereits im März ein pochiertes Ei mit Salat serviert hatte, Tanja von Il Frullino am Mittwoch ein pochiertes Ei mit Erbsenpfannkuchen kredenzte und Sybille eben am Freitag mit dem Speckkörbchen mit gekochtem Ei nachzog, ist es um mich geschehen.

Ich habe Sybilles Rezept ein bisschen abgewandelt, da in meinem Kühlschrank noch so einiges dümpelte, was aufgebraucht werden musste.

Rezept für 2 Personen
140 g Bratspeck in dünnen Scheiben

1 Avocado
1 Spritzer Zitronensaft
Salz, Pfeffer, 1 Messerspitze Cayenne-Pfeffer
1 Kaffeelöffel Saurer Halbrahm

Aufgebraucht werden musste:
1/2 rote Spitzpaprika
1 kleine Frühlingszwiebel
1 Handvoll kleine Tomätchen in gelb und rot
Salz, Pfeffer
ein paar Blätter glatte Petersilie, Basilikum und Estragon

2 Eier
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Schnittlauch

1 Herz von einem Kopfsalat
ein paar Blätter Löwenzahn
Dressing nach persönlichem Gousto

Speckkörbchen vorbereiten und im Ofen braten. Wie das geht steht hier und hier.

Spitzpaprika würfeln, Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden, Mini-Tomaten vierteln. Kräuter hacken. Zwiebel und Paprika in wenig Olivenöl kurz dünsten, salzen und pfeffern, Tomaten dazu und zum Schluss die Kräuter. Einmal durchschütteln, vom Herd nehmen.


Avocado würfeln, mit Saurem Halbrahm, einem Spritzer Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Cayenne vermischen.
Salat waschen und auf Küchenpapier gut abtropfen lassen. Salat auf einen Teller anrichten, mit Dressing beträufeln. Speckkörbchen in die Mitte setzen, mit der Avocado füllen, ein Esslöffel Paprika-Tomatengemüse darauf geben. Das restliche Gemüse auf den Salat rund um das Speckkörbchen verteilen.


Wasser aufkochen und einen guten Schuss Weissweinessig reingeben. In eine Tasse ein Ei geben, dieses vorsichtig ins leicht siedende Wasser gleiten lassen. Sobald sich das Eiweiss um die Eier gelegt hat, das Wasser leicht salzen. Beide Eier vorsichtig pochieren, mit einem Sieb aus dem Wasser fischen, gut abtropfen lassen und auf das Gemüse im Speckkörbchen setzen. Schnittlauch, einige Tropfen Olivenöl sowie ein paar Salzkörnchen drüber und dann... reinlegen ;-)

Samstag, 18. Februar 2012

Nachgekocht - Hackbraten von «Aus meinem Kochtopf»


Voilà - hier ist er, der erste Hackbraten meines Lebens. Und ich sag euch - der war soooowas von lecker - ich konnte es kaum fassen. Denn an Hackbraten habe ich nicht grad die besten (Kindheits)Erinnerungen. Bei uns zuhause gab es nie Hackbraten - aber bei Nachbars oder Schulfreunden schon. Meine Erinnerungen sind deckungsgleich mit denjenigen von Peter von «Aus meinem Kochtopf»: Hackbraten ist ein braunes Etwas, das halbverdaut aussah und aus diesem Grund mit einer dunkelbraunen, sehr dicken Sauce zugedeckt werden musste. Dazu gab es Kartoffelstock aus dem Beutel und Erbsli und Rüebli aus der Dose. Schauderhaft.
Nun hatte aber Peter letztens ein Hackbratenrezept gepostet und mich ermuntert, das auszuprobieren. Und das habe nun gestern abend gemacht. Der Braten hat ein Innenleben aus mit Frischkäse gefüllter Spitzpaprika, aussenrum ist eine Kräuterkruste und der Braten wird als Bonbon in Backfolie gegart. Das Rezept findet ihr auf Peters Blog.

Hier nun meine Bewertung nach folgenden Kriterien:
1. Aufwand, die Zutaten zu besorgen
2. Rezeptverständlichkeit
3. Kompliziert oder einfach (Anzahl Arbeitsschritte)
4. Sieht mein Resultat ähnlich oder gleich aus, wie das des Originalbloggers
5. Schmeckt es mir
6. Schmeckt es meiner Sippe
7. Unter diesem Punkt teile ich Änderungen mit, die ich am Rezept vorgenommen habe

1. Zutaten sind einfach zu besorgen, da ist nichts Exotisches dabei. Hackfleisch, Kräuter, Semmelbrösel (gekauft oder selbstgemacht), Eier, Sahne, Frischkäse. Einzig bei den Spitzpaprika aus dem Glas hat es bei mir gehappert. Die kriegt man in einer Schweizer Kleinstadt nicht einfach so. Deshalb musste ich da etwas improvisieren (siehe Punkt 7).
2. Das Rezept ist einfach und verständlich geschrieben, allerdings war die Angabe «Frischkäse» für mich ein bisschen schwammig, ich hab die Füllung dann aus einer Mischung von St. Môret und Philadelphia gemacht.
3. Kompliziert ist es nicht, es sind drei Arbeitsgänge: Fleischmasse, Füllung, Umhüllung. Ging bei mir aber ratzfatz - nach 25 Minuten war der Braten im Ofen.
4. Ich hatte mehr Hackfleisch als im Originalrezept. Darum hatte der Braten auch einen grösseren Durchmesser. Aber ich finde, er kann optisch neben Peters Original bestehen.
5. Geschmeckt hat er sehr lecker und er hatte auch keine Ähnlichkeit mit den Hackbraten aus meiner Kindheit. Das war zwar mein erster selbstgemachter Hackbraten, aber bestimmt nicht der Letzte.
6. Kommentare von meinen Mitessern Gästen und Kindern:
- Schwager: schmeckt sehr gut, so richtig frisch mit der Peperoni in der Mitte
- Neffe: darf ich noch ein Stück haben?
- Junghahn: Ich mag keinen Hackbraten, aber der ist wirklich super. Gib mir bitte noch ein Stück.
- Küken (mit vollem Mund): Mmmmm
7. Folgendes habe ich geändert: In Ermangelung der Spitzpaprika aus dem Glas, habe ich frische genommen. Und weil ich keine Zeit hatte, die zu häuten, habe ich sie einfach im rohen Zustand gefüllt. Sie hatte nach dem Braten noch leicht Biss, was dem Braten so nen Frischekick gegeben hat.
Kräutermischung: glatte Petersilie, Basilikum, Oregano, Majoran, wenig Estragon. Ich habe alle Kräuter auf einmal gehackt - für das Hackfleisch, für die Kräuterhülle und auch dieselbe Mischung für die Frischkäsefüllung verwendet.
Fazit: Sehr leckerer Braten, kann gut vorbereitet werden, geringer Arbeitsaufwand, grosse Wirkung.