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Sonntag, 8. Februar 2015

Mami-Essen: Langsam geschmorter Hochlandrind-Ochsenschwanz mit Polenta


Anruf letzten Donnerstag, 11 Uhr. Auf dem Display das Küken. Ich krieg einen Schrecken. Das Küken weilt zu dieser Zeit im Skilager im Berner Oberland. Wenn das Kind aus dem Lager anruft, verheisst das nix Gutes.
Ich: «Hier WildeHenne - ist was passiert?»
Küken: «Hast Du Zeit, ich muss Dir was erzählen!»
Ich: «Küken, hast Du Dir was gebrochen?»
Küken: «Nööööö, warum?»
Ich: «Ja, weshalb rufst Du denn an?»
Küken: «Ey, jetzt musst Du mal zuhören. Ey, echt jetzt - ich verhungere hier. Ich hab bestimmt vier Kilo abgenommen. Das Essen ist ja sowas von Scheisse. Echt, ich fass es nicht. Der Typ kann sowas von nicht kochen. Gestern gab es Spaghetti Bolognese und meine Vegi-Freundin hat der einfach nicht berücksichtigt. Für die hat er zu den Spaghetti einen Topf Nutella auf den Tisch gestellt. Mam, ganz ehrlich, ich hätte ihm die Faust in die *ZENSUR* schlagen können. Der hat sie doch nicht alle. Und dann gibt es Salat. Mam, ganz ehrlich, ich dreh durch. Der hat ja soooooooo keine Ahnung. Ey, Kopfsalat mit Radieschen, Gurke und Tomate!!!! Scheisse, wir haben doch Winter und der tischt uns tatsächlich geschmacksloses Sommerzeugs auf. Mam, ich esse hier nix....»
Ich: «Küken, moment... hör mal zu... neee... stopp jetzt... fahr mal ein bisschen runter...»
Küken: «Mam, wenn ich morgen nach Hause komme, kochst Du dann was?»
Ich: «Klar Küken, auf was hast Du denn Lust?»
Küken: «Auf Mami-Essen!»
Ich: «Auf was bitte?» (Zur Info - meine Kinder nennen mich «Mam» nie «Mami»)
Küken: «Auf Mami-Essen! Auf etwas Geschmortes und dazu bitte Polenta oder Risotto oder so. Und einen richtigen Salat ohne Sommerzeugs!»


Gut, dass ich mit meiner Hochlandrinder-Farm am gleichen Tag einen Termin hatte. So holte ich ein gutes Kilo Ochsenschwanz. Ich wollte ja vor zwei Jahren mal eine Ochsenschwanzsuppe kochen, daraus wurde dann leider ein kremierter Hamster. Seither lag das Projekt Ochsenschwanz auf Eis. Aber jetzt sollte es reaktiviert werden. Ursprünglich wollte ich den Schwanz nach dem Rezept von der Farm kochen. Aber im Endeffekt musste ich das Rezept ein bisschen aufpeppen. So schmorte ich den Schwanz in einer Flasche Maison Blanche aus dem Médoc (2011) und gab der Sauce zum Schluss Steinpilze bei. Ein Hochgenuss. Das Küken war zwar gar nicht scharf auf Fleisch mit dem Namen «Schwanz», hingegen die Sauce fand sie äusserst delikat. Und mein Besuch beschied mir heute beim Reste-Essen nochmals - wie auch gestern schon -, dass dies das beste Fleischgericht überhaupt gewesen sei, das er je bei mir gegessen habe und überhaupt so einen leckeren Ochsenschwanz hätte er noch gar nie gehabt.


Rezept für 4 Personen

1 gute Handvoll getrocknete Steinpilze
1 kg Ochsenschwanz vom Hochlandrind
1 Flasche Maison Blanche aus dem Médoc (Famille Bouey, Jhg. 2011)
2 kleine Karotten
1 Petersilienwurzel
1 kleines Stück Sellerieknolle
1 kleine Stange Lauch
1/2 Zwiebel mit Schale
1 Esslöffel Tomatenpüree
3 Zweige Thymian
2 Lorbeerblätter
3 Nelken
10 schwarze Pfefferkörner
6 Pimentkörner (Nelkenpfeffer)
Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Bratbutter


Steinpilze am Vorabend in warmem Wasser einwachen.

Den Backofen auf 150 Grad vorheizen. Das Fleisch der Ochsenschwanzstücke auf der Knorpelseite (jedes Stück hat ein Knochen- und ein Knorpelstück) mit einem scharfen Messer rundum vom Knorpel lösen. In einem grossen Bräter die Bratbutter sehr heiss erhitzen. Den Ochsenschwanz darin von allen Seiten richtig scharf anbraten. In der Zwischenzeit sämtliche Gemüse putzen und klein schneiden. Sämtliche Gemüse und die halbierte Zwiebel (Schale dran lassen), das Tomatenpüree sowie sämtliche Kräuter und Gewürze mit in den Schmortopf geben. Alles gut 10 Minuten mitrösten.
Jetzt mit einem Schluck Rotwein ablöschen und alles gut umrühren. Den Wein einkochen lasseen, sobald er fast ganz eingekocht ist, wieder ein Schlückchen dazu geben. Nochmals einkochen lassen. Dann soviel Wein dazu giessen, dass noch ca. 1,5 dl in der Flasche übrig bleibt. Wenig Salz und Pfeffer zugeben. Alles einmal gut umrühren, dann den Topf mit dem Deckel verschliessen und den Bräter in den Backofen schieben. Den Schwanz gute 4 Std. bei ca. 150 Grad im Ofen schmoren lassen.
Dann den Bräter aus dem Ofen holen. Die Schwanzstücke rausfischen und in eine Schüssel geben, diese mit Alufolie zugedeckt wieder in den Ofen geben. Die Sauce durch ein Sieb giessen.
Die Steinpilze abgiessen. Das Einweichwasser auffangen. Das Einweichwasser sowie den restlichen Rotwein zur durchgeseihten Sauce geben und in einer Sauteuse aufkochen lassen. Die Sauce auf ca. die Hälfte einreduzieren lassen.
In einer kleinen Bratpfanne ein bisschen Bratbutter auslassen und die abgetropften Steinpilze darin rundum kurz anbraten. Dann die Steinpilze in die Sauce geben und gute 15 Minuten auf kleiner Stufe mitköcheln lassen. Zum Schluss die Ochsenschwanzstücke in die Sauce geben und noch 10 Minuten mitziehen lassen.
Bei uns gab es dazu Polenta und Gemüse. Und während wir assen, rödelte im Keller in der Waschmaschine die Küken-Wäsche. Denn das Küken war grad mal einen Abend und eine Nacht zuhause. Heute früh ist sie bereits wieder los mit dem ganzen Gepäck... mit der Vegi-Freundin ins Wallis in die Skiferien. Ihr erinnert euch an das gebrochene Handgelenk? Drückt mir diesmal die Daumen... ;-)
Küken beim Snowboard-Schuhe montieren.

Freitag, 5. Juli 2013

Ugly-Food: Lauwarmer Bohnensalat mit Hackbraten vom Hochlandrind


Im hiesigen Bioladen hatte ich unlängst drei verschiedenfarbige Bohnensorten gekauft: weisse, rote und schwarze. So ein dreifarbiger Bohnensalat wäre eigentlich noch cool, dachte ich mir. Also habe ich die Hülsenfrüchte über Nacht eingeweicht. Tja, was soll ich sagen - dumm gelaufen. Die schwarzen Bohnen haben total abgefärbt, so dass die weissen Bohnen nach dem Einweichen total grau waren. Damit nicht fertig - als die Bohnen fertig gekocht waren, waren die Schwarzen von den Roten kaum noch zu unterscheiden und die Weissen hatten einen rotbräunlichen Stich. Und dazu servierte ich dann einen Hackbraten, der farblich ja auch eigentlich keine Augenweide ist. Das einzige, was optisch die ganze Sache rausgerissen hat, waren die mit Frischkäse gefüllten Mini-Paprika, die das Innenleben des Hackbratens darstellten (Rezept in Anlehnung an dieses Modell hier, im Ursprung von Peter von Aus meinem Kochtopf), sowie das Bohnenkraut, das ich grosszügig auf dem Teller verteilt hatte. Aber lecker war das Ganze dann schon - einfach optisch war es nicht so der Brüller.

Rezept für 4 Personen
Bohnensalat
je 100 g weisse, rote und schwarze getrocknete Bohnen, über Nacht eingeweicht
1 rote Zwiebel
3 Selleriestangen
1 Tomate
Salz, Pfeffer
Weissweinessig, Rapsöl
1,5 Esslöffel Dijonsenf
Bohnenkraut

Hackbraten
500 g Hackfleisch vom Schottischen Hochlandrind
2 Eier
ein altes, weisses Brötchen eingeweicht in etwas Sahne
Salz, Pfeffer
gehackte Kräuter (Petersilie, Thymian, Bohnenkraut, wenig Rosmarin)
1 Zwiebel, feinst gewürfelt
1 Spitzpaprika oder 8 kleine, runde Mini-Paprikas
Frischkäse (z.B. Philad.elphia), gewürzt mit Salz und Pfeffer und bisschen Piment d'Espelette
selbstgemachtes, feines Paniermehl
Bratbutter

Bohnensalat
Die eingeweichten Bohnen in frischem, ungesalzenem Wasser in einem grossen Topf ca. 1,5 bis 2 Stunden gar kochen, dann abgiessen und einmal kurz mit kaltem Wasser überbrausen.
Die Zwiebel schälen und in feine Ringe, den Stangensellerie in kleine Stückchen schneiden. Zwiebel und Stangensellerie in wenig Rapsöl dünsten. Die Tomate evtl. häuten, aber vor allem entkernen, dann klein würfeln.
Aus Salz, Pfeffer, Dijonsenf, Weissweinessig und Rapsöl eine Salatsauce rühren, Bohnenkraut dazu geben und die Sauce mit den noch warmen Bohnen vermischen. Die Zwiebel-Sellerie-Mischung und die Tomatenwürfel dazu geben und alles gut vermischen. Evtl. nochmals mit Salz abschmecken.

Hackbraten
Das Brötchen in eine Schüssel bröckeln und mit Sahne übergiessen. Zwiebelwürfel in Bratbutter glasig dünsten, Kräutermischung dazu geben und mit Salz und Pfeffer würzen. Zwiebel-Kräutermischung in eine Schüssel geben. Hackfleisch mit Küchenpapier gut trocken tupfen, Fleisch zur Zwiebel-Kräutermischung. Das eingeweichte Brötchen sowie die Eier ebenfalls. Von Hand die ganze Masse gut durchkneten.
Die Hackmasse flach auf ein Backpapier ausstreichen. Die Spitzpaprika bzw. die Minipaprika mit der Frischkäsemasse füllen. Die Paprika in die Mitte der Hackmasse legen und die Fleischmasse um die Paprika formen, so dass ein länglicher Braten entsteht.
In eine flache Platte das feine Paniermehl geben. Den Hackbraten in den Bröseln wenden, so dass er rundum paniert ist.
Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. In einer Bratpfanne den Hackbraten in Bratbutter rundum gut anbraten. Anschliessend auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und im Ofen 40 Minuten backen.

Fazit:
Der Bohnensalat schmeckt lauwarm hervorragend. Optisch ist er ein ziemliches Desaster. Das nächste Mal würde ich jede Bohnensorte einzeln einweichen. Wenn man die Bohnensorten einzeln kochen würde, wäre die Optik wahrscheinlich sehr gut. Aber energietechnisch gesehen wäre dies absoluter Schwachsinn.
Jedenfalls ist das wieder mal ein Beitrag für Heikes Rubrik Ugly Food:

Dienstag, 4. Juni 2013

Turboküche: Hackbällchen vom Hochlandrind und Taboulé


Liebe M., da wir beide in der selben Firma arbeiten und mittags häufig gleich planlos sind und/oder das selbe Gehetze haben, widme ich das folgende Rezept Dir. Es geht ganz schnell, wirklich. Ich habe das Gericht innerhalb von 20 Minuten hingeknallt. Und da Du ein ähnlicher «Zabli» bist wie ich, kriegst Du das auch in der Zeit hin.
Für die Hackbällchen habe ich Hochlandrind-Hackfleisch verwendet. Hackfleisch von andern Rindern geht natürlich auch, aber Bio sollte es dann schon sein. Weil man schmeckt halt schon, ob ein Tier anständig gehalten wurde oder nicht.

Rezept für 3 Personen
Hackbällchen
500 g Hackfleisch vom Hochlandrind (oder Bio-Rind)
1 mittelgrosse Zwiebel, feinst gewürfelt
3 grosse Zweige frische Pfefferminze
3 grosse Zweige glatte Petersilie
1 Ei
3 Esslöffel selbstgeschreddertes Paniermehl
0,5 dl Sahne
1 Espressolöffel Piment d'Espelette
Salz, Pfeffer
Bratbutter

Taboulé
300 g Couscous
2 Zitronen
lauwarmes Wasser
Salz, Pfeffer
1 grosse Fleischtomate, entkernt, klein gewürfelt
1/2 Salatgurke, entkernt, klein gewüfelt
3 Zweige frische Pfefferminze
1 Messerspitze scharfes Paprikapulver
Olivenöl

Als allererstes das Couscous in eine Schüssel geben und soviel Wasser dazu geben, dass das Couscous zwei Fingerbreit bedeckt ist. Salz und Pfeffer dazu. Mit einer Gabel einmal gut umrühren und das Couscous quellen lassen.
Jetzt das Hackfleisch gut trockentupfen und in eine Schüssel geben. Pfefferminz- und Petersilienblätter fein schneiden. Zwiebelwürfel in Bratbutter glasig dünsten, Pfanne vom Herd nehmen, bisschen salzen und pfeffern, dann die Kräuter dazu geben und mit den Zwiebeln mischen. Zwiebel-Kräutermischung sowie sämtliche andern Zutaten zum Hackfleisch geben und alles gut durchkneten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Aus der Masse kleine Kugeln formen und in genügend Bratbutter bei mittlerer Hitze rundum braten.
Zitrone auspressen zum Couscous geben. Falls es noch zuviel Biss hat, nochmals etwas Wasser zufügen. Pfefferminzblätter fein schneiden, Tomate und Gurke klein würfeln und alles mit dem Couscous mischen. Mit Salz, Pfeffer, Paprika und Olivenöl abschmecken.
Hackbällchen aus der Bratpfanne fischen und mit Küchenpapier entfetten.

Tipp: Die Hackbällchen machen sich übrigens auch auf einem Buffet sehr gut und können auch kalt gegessen werden.

Donnerstag, 21. März 2013

Saftplätzli vom Hochlandrind


Wir hatten diese Saison schon mal Saftplätzli, ich weiss. Aber die hier muss ich jetzt einfach verbloggen, denn die sind vom Hochlandrind, gekauft bei meinem Besuch auf der Power-Farm in Lyssach. Und ich sag euch, das, was da auf dem Teller liegt, ist schlicht eine Offenbarung! Das waren Saftplätzli, wie ich sie noch nie hatte: geschmacklich der Hammer, von der Konsistenz her sowas von zart, das Fleisch ist regelrecht auf der Zunge zergangen. Das Perlhühnchen, sonst in Sachen Fleisch äusserst heikel, hatte sich beim Essen fast überschlagen. Und die Sauce... sooooo gehaltvoll. Dem Perlhühnchen ging es offensichtlich so wie Frau Lieberlecker bei Andys Kalbsbäckchen.
Ursprünglich hatte ich ja meinen Onkel letzte Woche zu diesem Essen eingeladen, aber der hatte dann sehr kurzfristig abgesagt. Kurzfristiger geht also nicht mehr... denn der Tisch war bereits gedeckt und die Kartoffeln für den Stock bereits gekocht... Und mein langer Sohn, auch genannt der Junghahn, der normalerweise für drei Personen isst, hatte ebenfalls seeeeehr kurzfristig erklärt, dass er ja zum Abendessen gar nicht hier sei, sondern mit der Schule in der Oper! Und ob ich eventuell so nett wäre - ich drehte gerade die Kartoffeln für den Stock durchs Passe Vite (Flotte Lotte) - und noch schnell (!) sein Hemd bügeln würde, denn mit dem alten Kapuzenshirt könne er ja nicht gut ins Stadttheater und überhaupt, ob ich irgendwo sowas wie eine Schuhbürste hätte, denn seine Schuhe sähen irgendwie... achja, und in einer Viertelstunde würde übrigens sein Bus fahren, ob ich noch irgendwo eine Buskarte habe oder ein bisschen Geld.
«Hol das Hemd von der Wäscheleine in der Waschküche, stell das Bügeleisen auf, such die Nummer von Freundin L. bitte aus dem Telefonbuch raus, in meiner Handtasche ist noch eine Buskarte, die kannst Du nehmen», und dann schnell die Kartoffeln fertig durchgedreht, Freundin L. angerufen und mit ihrer Tochter zusammen zum Abendessen eingeladen. Dafür ein «Dich schickt der Himmel - ich freu mich total» geerntet, Hemd gebügelt, den Sohn mit dreckigen Schuhen aus der Hütte gescheucht und in Ruhe fertig gekocht. Uuuufz...


Die Plätzli habe ich diesemal ein bisschen anders gemacht als beim letzten Mal. Bei diesem Rezept hier ist noch Rotwein mit drin. Normalerweise schmort man die Plätzli ja im eigenen Saft, aber die Bäuerin Priska von Ballmoos hatte mir gesagt, dass man z.B.  bei den Hochlandrind-Haxen genügend Flüssigkeit zufügen müsse. Da dachte ich, das kann bei den Saftplätzli auch nicht schaden, deshalb wanderte eine halbe Flasche St.-Emilion Grand Cru mit in den Schmortopf.

Rezept für 6 Personen
Saftlätzli vom Hochlandrind
800 g Saftplätzli
100 g Speckwürfel
5 grosse Zwiebeln
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1 Esslöffel Tomatenpüree
3,5 bis 5 dl St.-Emillion Grand Cru
2 Thymianzweige
2 Esslöffel getrockneter, gerebelter Majoran
2 bis 3 Lorbeerblätter
3 Gewüznelken
evtl. 1 dl Rindsbrühe

In einem Schmortopf die Speckwürfel anziehen. Zwiebeln schälen, fein hobeln und abwechslungsweise mit dem Fleisch in den Schmortopf schichten, mit Zwiebeln beginnen. Jede Lage Fleisch mit Majoran, Salz und Pfeffer würzen. Nelken, Lorbeer und Thymianzweige mit einbauen. Mit Zwiebeln abschliessen, den Wein zufügen und den Schmortopf verschliessen. Das Ganze einmal erhitzen, dann Hitze zurückdrehen, so dass es nur noch leise im Topf schmurgelt. Mein Schmortopf stand so ca. 4 Stunden auf dem Herd. In der Halbzeit habe ich ein bisschen Sauce entnommen und mit dem Tomatenpüree verrührt, dies dann zurück übers Fleisch gegossen. Im Topf wird aber während des ganzen Kochprozesses nicht ein einziges Mal gerührt. Evtl. ab und an ein bisschen Wein oder auch Rindsbrühe nachgiessen. Die Sauce sollte zum Schluss schön sämig und glänzend sein.


Freitag, 8. März 2013

Gefunden: Power-Farm in Lyssach

Schottische Hochlandrind-Dame beäugt den Besuch

Gesucht, quasi direkt vor der Haustür gefunden und mit dem Velo in 10 Minuten erreichbar: Die Power-Farm in Lyssach. Gesehen habe ich die schottischen Hochlandrinder schon häufig beim Durchfahren. Und ebenso häufig wollte ich auf diesem Hof mal vorbei schauen. Keine Ahnung, warum ich es bislang nie gemacht hatte. Aber heute war es nun soweit. Ich hatte vorgängig telefonisch angefragt, ob es in Ordnung sei, wenn ich vorbei schauen würde. Selbstverständlich, das sei überhaupt kein Problem, beschied mir Bäuerin Priska von Ballmoos. Und so habe ich dem Hof gestern zusammen mit dem Küken einen Besuch abgestattet.

Power-Farm in Lyssach

Wir wurden von Priska von Ballmoos herzlich empfangen und herumgeführt. Stallungen, Unterstände, Auslauf und Weide konnten wir besichtigen. Priska von Ballmoos erzählte uns, wie der Hof überhaupt zu den Tieren kam, zeigte uns die Jungtiere, kraulte ein Kalb am Hals, verteilte ein paar Goodies (hartes Brot) an die Kleinen und führte uns über den Hof zum Hofladen.
Priska von Ballmoos verteilt Leckerlis an die Jungmädels.

Die Power-Farm wird von zwei Bauernfamilien betrieben, einerseits von der Familie von Ballmoos, andererseits von der Familie Bachmann. Der Betrieb ist kein Bio-Betrieb, da nicht die komplette Ackerbewirtschaftung auf Bio umgestellt ist. Die Hochlandrinder jedoch fressen Gras und Ökoheu (Wiesen dürfen nicht gedüngt werden und für das Ökoheu wird erst nach Mitte Juni gemäht), Kraft- und Mastfutter sowie wachstumsfördernde Substanzen sind verboten. Da die Rasse sehr robust ist, treten kaum Krankheiten auf. «Den Tierarzt sehen wir nur, wenn er unsere Tiere kontrolliert», erzählt Priska von Ballmoos. So gesehen, sind die Hochland-Rinder halt doch Bio, wenn auch nicht zertifiziert.

Muni (Stier) mit Kühen auf der Weide

Auf der Power-Farm wird Mutterkuhhaltung betrieben, das bedeutet, dass die Kleinen bis zu einem Jahr bei den Mutterkühen bleiben. Da die Kühe nicht gemolken werden, kriegen die Kälber die ganze Milch ab. Derzeit ist grad der Muni (Stier) bei den ausgewachsenen Kühen auf der Weide, aus diesem Grund werden die Jungmädels im offenen Stall gehalten, damit der Muni sie nicht deckt. Denn Hochlandrinder wachsen langsam und sollten erst im Alter von zweieinhalb Jahren das erste Mal gedeckt werden, erklärte uns Priska von Ballmoos. Die Jungmädels werden nun im Stall von Muttermilch auf feste Nahrung umgestellt und kommen nach ca. drei bis vier Wochen wieder mit den andern auf die Weide. Und bis dann ist der Muni in Begattungsmission bereits auf einem andern Hof unterwegs.
Die Tiere sind das ganze Jahr auf der Weide, haben aber die Möglichkeit direkt von der Weide in den offenen Stall mit viel Stroheinstreu zu wechseln. Meist jedoch trifft man sie draussen an. Bis vor einer Woche lag noch Schnee, deshalb ist die Weide und der Auslauf im Moment ziemlicher Matsch. Die Tiere werden aber regelmässig geputzt und haben auch die Möglichkeit, sich an der rotierenden Bürste das Fell zu pflegen.

Fellpflege

Im Alter von zwei bis drei Jahren werden die Tiere geschlachtet. Stierkälber werden übrigens nicht kastriert. Zur Schlachtung werden die Tiere nicht transportiert, das Dorf verfügt über einen Dorfmetzger und über ein kleines Schlachthaus, das praktisch neben dem Hof liegt. Transportweg = 0, somit auch kein Stress für die Tiere. Nach der Schlachtung wird das Fleisch mindestens vier Wochen zur Reifung gelagert. Erst wenn der optimale Reifungsgrad erreicht ist, wird das Fleisch an die Kunden abgegeben.
Geschlachtet wird viermal jährlich, die Fleischbestell- und die Fleischabholdaten sind auf der Webseite der Power-Farm publiziert. Am 11. und am 12. Mai 2013 ist Hoffest und auch Abholtag für bestelltes Frischfleisch. Wer bestellen möchte, muss dies bis am 22. April erledigen. Am Hoffest können auch alle Wurstwaren degustiert werden und in kleinen Mengen kann auch unbestelltes Frischfleisch bezogen werden.
Wir haben natürlich nicht nur den Hof und die Tiere besichtigt, sondern auch gleich Würste und Fleisch (tiefgefroren) gekauft. Nächste Woche, wenn ich dann meine Saftwoche hinter mir habe, kommt mein Onkel zum Abendessen. Dem werde ich dann grad mal Hochlandrind vorsetzen, als Dank dafür, dass er mir einen Kronleuchter neu verkabelt hat.
Künftig werde ich mein Rindfleisch also direkt bei der Power-Farm beziehen. Und demnächst werde ich einen Hof besuchen, der Bio-Schweinefleisch direkt vermarktet. Ich werde berichten.

Wurst-Beute

Power-Farm, Familien von Ballmoos und Bachmann, Dorfstrasse 45, 3421 Lyssach, Telefon 034 445 25 31, Mail info(at)power-farm.ch
Hoffest: 11. und 12. Mai 2013