Posts mit dem Label Leben werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Leben werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 25. November 2013

Sonntagsfreuden


Sonntagsfrühstück... klein, fein mit selbstgemachter Marmelade, frischen Brötchen, Kräuterfrischkäse, O-Saft und Tee. Dazu ein gekochtes Ei und Geschichten. Die Geschichten aus «So zärtlich war Suleyken» von Siegfried Lenz sind etwas vom schönsten, das ich in der letzten Zeit gelesen... ne, nicht gelesen... sondern vorgelesen bekommen habe:
«Noch vor Mittag sahen sie Schissomir, den freundlichen Marktflecken, und die Luft war erfüllt von allem, was Ton und Geruch gab, die Leute waren lustig und lebhaft, knallten mit Peitschen, lachten, hatten Stroh an den Stiefeln, assen fetten Speck, schauten Pferden ins Maul und kniffen Ferkel in den Rücken, worauf ein wildes Quietschen anhob; dicke Frauen wurden am Rock gezogen, Kinder plärrten, Bullen brummten, eine Gans war unter eine Herde Schafe geraten, was bewirkte, dass einige Schafe unter die Kühe kamen und einige Kühe sich losrissen und durch die staubige Gasse der Buden sausten, und als ein riesieger Mann die Gans einfing, schrie und flatterte sie so laut unter seinen Händen, dass er vor Angst fester zupackte, und dabei starb die Gans, was wieder die zungenfertige Eigentümerin auf den Plan rief - kurz gesagt, Schissomir, der freundliche Marktflecken, hatte einen seiner grossen Tage.»*

Morgen geht es dann hier weiter mit Suppen - zwei folgen noch, dann wird die Suppenwoche abgeschlossen sein.

*«Die siebente der masurischen Geschichten - Schissomirs grosser Tag» aus «So zärtlich war Suleyken», Siegfried Lenz, Fischer Taschenbuch Verlag, ISBN 978-3-596-20312-3

Montag, 12. August 2013

Nichtblogbares Lieblingsessen: «Hörnlichäsuöpfumues»

Version für die Seele

Gibt es bei Foodbloggern Essen, das nicht vorzeigbar ist? Ja, gibt es und Mel vom Blog Pimpimella möchte für Ihren Blogevent, den sie bei Zorra ausrichtet, genau solches Essen sehen. Kann sie haben. Abgründe, sag ich da nur - ABGRÜNDE! Es gibt Dinge, die schmecken einfach unglaublich gut - die würde man aber nicht mal seinen Freunden vorsetzen. Freunde, die mittlerweilen ein bisschen verwöhnt sind und gewisse Ansprüche an ein Essen im Hühnerstall haben. Denen würde ich NIE meine Leibspeise für schlimme Tage vorsetzen! Das heutige Essen gehört in die Kategorie «Seelennahrung und Trostpflaster»:

Hörnlichäsuöpfumues

Gehört genauso ausgesprochen, alles in einem Rutsch - nochmals, für alle Nichtschweizer und Nichtberner: Hörnlichäsuöpfumues, Hörnlichäsuöpfumues, Hörnlichäsuöpfumues

Habt ihr's? Jetzt noch die Übersetzung für die, die es gar nicht verstehen: Hörnli, Käse und Apfelmus. Klingt so aber nicht so schön, gell. Hörnlichäsuöpfumues ist viel schöner, weicher, trostpflästerliger. Essen tut man Hörnlichäsuöpfumues mit einem Suppenlöffel. Kauen tut man praktisch nicht, Hörnlichäsuöpfumues rutscht einfach so runter.

Rezept für 2 Personen
300 g Hörnli
15 g Butter
frisch geriebenen Parmesan oder Greyerzer
selbstgemachtes Apfelmus

Hörnli in Salzwasser al dente kochen, abgiessen, die Butter schmelzen lassen und die Hörnli in der Butter schwenken.
Für die Seele geht es hier weiter:
Hörnli in einen Suppenteller geben, Käse drüber reiben, mit den Hörnli vermischen und das Apfelmus mit Schwung obendrauf klatschen. Alles umrühren und mit einem Suppenlöffel essen.
Wer Ansprüche ans Aussehen hat:
Hörnli in einen Suppenteller geben, Käse drüber reiben, Apfelmus in einem kleinen Töpfchen dazu reichen. Isst man auch mit dem Suppenlöffel, mantscht aber nicht im Teller rum und löffelt das Apfelmus separat dazu.
Die Version für die Seele schmeckt besser - versprochen!

Version fürs Auge

Blog-Event XC - Outtakes (Einsendeschluss 15. August 2013)

Donnerstag, 18. Juli 2013

Hochsommerdenkpause









Sommerhitze, flirrend. Nachbars Katze reglos unter dem Forsythienstrauch. Sogar die Vögel sind für einmal ruhig.
Einzig eine Hummel fliegt von Malvenblüte zu Malvenblüte. Schwer beladen mit Blütenstaub. Das Starten fällt ihr von Blüte zu Blüte schwerer. Vielleicht stürzt sie auf dem Heimweg ab wegen Übergewicht. Selber schuld?
Auf den Gartenwegplatten ein vertrockneter Regenwurm. Der war gestern noch nicht da. Wieso kommt der bei dieser Hitze überhaupt aus dem Boden? Können Regenwürmer Selbstmord begehen?
Heute gelesen: «Woher wollen Sie eigentlich wissen, was jemand wirklich meint, wenn er etwas sagt?»* Lange darüber nachgedacht. Je mehr ich darüber denke, umso wirrer werde ich im Kopf.
Mit wirrem Kopf kann ich nicht kochen. Wenn ich nicht koche, kann ich nicht essen. Wenn ich nicht esse, kann ich nicht denken. Ich mache Sommerpause. Kochpause. Denkpause. Bis auf weiteres.

* Thomas Vašek: Denkstücke - Lockerungsübungen für den philosophischen Verstand
Suhrkamp Verlag Berlin, ISBN 978-3-518-46394-9

Mittwoch, 17. Juli 2013

Vegifutter für und Liebeserklärung an den besten Freund


Chaos im Leben. Auf und ab. Wie die Landschaft im Emmental:


Ich lebe hier, war fern und kam immer wieder zurück, will nicht wieder weg. Hier geht es auf und ab und drunter und drüber. Und wenn meine Welt unterzugehen droht, wenn ich nicht mehr weiss, wo oben und unten steht, wenn sich alles auf den Kopf stellt - dann schiebe ich die CD «Ämmitau» von Tinu Heiniger (meinem ehemaligen Singlehrer) in den Schieber, Lautstärke auf Maximum und dann... hinhören, zuhören, mitsingen, mitleben, mitfühlen, manchmal ein bisschen weinen...

Nicht einfach, diese Emmentaler... ein seltsames Volk. Aber hier lebe ich, hier bin ich zuhause, hier verstehe ich die Sprache, hier gehöre ich hin, hier sind meine Freunde.

Freunde! Bester Freund! Lieber I. - dieser Post ist nur Dir gewidmet! Ich danke Dir, dass es Dich gibt. Seit bald 25 Jahren bist Du mein bester Freund. Du hast mich durch fast mein ganzes Erwachsenenleben begleitet. Wir hatten keinen einfachen Start zusammen, mussten uns zusammenraufen, kennen lernen, mussten uns ausloten, mussten lernen, uns zu spüren...

Das hat einige Zeit, Jahre gedauert. Wir haben uns aneinander aufgerieben, haben uns gegenseitig manchmal genervt, haben uns aber immer wieder gefunden, haben gelernt, was wir aneinander haben, haben gelernt, uns gegenseitig bedingungslos zu lieben und zu schätzen - als beste Freunde!

Ich danke Dir, dass Du jederzeit für mich da bist! Und ich weiss, dass Du weisst, dass ich für Dich genauso bedingungslos da bin.

Ich bin glücklich und dankbar, dass Du mein bester Freund bist!

Vegifutter für den besten Freund und zwei Mitesserinnen
3 kleine Zucchini in Scheiben geschnitten
1 Aubergine in Scheiben geschnitten
je 1 rote und 1 gelbe Paprika, halbiert und entkernt
3 Tomaten, halbiert, Kerne entfernt
400 g Champgingons, geviertelt
12 kleine, neue Kartoffeln, mit Schale gekocht
4 Esslöffel selbstgemachtes Paniermehl
Butter
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Knoblauch
Oregano, Thymian, Rosmarin, Basilikum, Bohnenkraut, gehackte Petersilie
Weisswein
essbare Blüten zur Deko (Kapuzinerkresse, Malven, etc.)
Sauerrahm mit Schnittlauch und Basilikum

Zucchini in einer Grillpfanne in Olivenöl beidseitig langsam anbraten, salzen und pfeffern, anschliessend auf einem Küchenpapier abtropfen lassen. In eine kleine Schüssel geben, mit frischem Olivenöl, wenig Salz und Pfeffer sowie frischem Oregano vermischen.
Aubergine in Scheiben schneiden, beidseitig salzen, in einem Sieb mindestens zwei Stunden entwässern lassen. Auberginenscheiben abwaschen, mit Küchenpapier trockentupfen, in einer Grillpfanne beidseitig langsam in Olivenöl anbraten (dauert rund 35 Minuten), anschliessend auf Küchenpapier abtropfen lassen.
Halbierte Paprikaschoten auf eine Stück Alufolie setzen und bei ca. 250 Grad im Backofen auf Grillstufe solange übergrillen, bis die Haut komplett schwarz ist. Paprika aus dem Ofen fischen, mit einem feuchten Tuch abdecken und auskühlen lassen. Dann die Haut abziehen, salzen, pfeffern, mit Thymianblättchen bestreuen und mit Olivenöl vermischen.
Tomaten halbieren, Kerne entfernen. Tomaten in eine kleine Auflaufform setzen, salzen und pfeffern. In einer beschichteten Bratpfanne frische Butter schmelzen, selbstgemachtes Paniermehl dazu geben, salzen, pfefffern sowie gehacktes Bohnenkraut, Oregano und Thymian dazu geben. Die Bröselmischung in die Tomatenhälften füllen. Wenig Olivenöl und Wasser in die Auflaufform geben, diese in den vorgeheizten Backofen geben und rund 40 Minuten bei 170 Grad schmurgeln lassen.
Champignons vierteln, in einer Bratpfanne in Olivenöl anbraten, bis sie goldbraun sind. Zwei Knoblauchzehe dazu drücken, salzen und pfeffern, mit einem Schluck Weisswein ablöschen und ca. 10 Minuten köcheln lassen. Ganz zum Schluss eine Handvoll gehackte Petersilie dazu geben.
Gekochte Kartoffeln in Olivenöl rundum kurz anbraten, salzen, pfeffern, mit feingeschnittenem Rosmarin bestreuen.
Alle Gemüse und die Kartoffeln auf einer grossen Platte anrichten. Sauerrahm mit frischem Basilikum und Schnittlauch vermischen, salzen und pfeffern und in einem hübschen Töpfchen zum Gemüse reichen. Die Platte mit essbaren Blüten garnieren.

Und dann einfach nur noch glücklich darüber sein, dass man einen besten Freund hat. Alles andere auf dieser Welt ist dann unwichtig!

Mittwoch, 10. Juli 2013

Gâteau Saint-Honoré zum Hochzeitstag


Heute sind meine Eltern 49 Jahre verheiratet. Schon verrückt, gell. Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Neunundvierzig Jahre... 49 Jahre Höhen und Tiefen, Freude und Leid, Lustiges und Trauriges miteinander durchlebt. Sie haben zusammen gearbeitet, ein Haus umgebaut, zwei Junghühner aufgezogen, sind gemeinsam in die gleiche Richtung gegangen. Klar gab es Auseinandersetzungen, auch Krisen und all den Scheiss, den es halt so gibt in einer Beziehung. Aber im Endeffekt haben sich beide immer wieder auf das Gemeinsame besonnen. Dafür war und bin ich Ihnen heute noch dankbar.

Hochzeit der Henneneltern.

Eines aber haben meine Eltern all die Jahre immer wieder vergessen: ihren Hochzeitstag. Meist so eine Woche hinterher sagte eines von beiden: «Sag mal, was haben wir heute eigentlich für ein Datum...» Und dann Gelächter: «Wir haben den Hochzeitstag schon wieder vergessen, der wäre letzte Woche gewesen!»

Heute seit 49 Jahren verheiratet.

Den 25. Hochzeitstag hätten meine Eltern damals glatt auch wieder versemmelt: Voll der Stress im Job (Heimleiter in einem Altersheim) und grad gar keine Zeit, um an sowas «Profanes» wie einen Hochzeitstag zu denken. Aber ich hatte dran gedacht und meinen Eltern verboten, in die Wohnung zu kommen (Dienstwohnung um Altersheim). Ich hatte am Nachmittag extra frei genommen und die Küche mit Beschlag belegt. Gut, dass meine Mutter an dem Tag soviel um die Ohren hatte, dass sie gar nicht nachgefragt hat, was ich da eigentlich mache. Somit hatte ich meine Ruhe und die brauchte ich auch. Denn ich bastelte die erste Torte meines Lebens - einen Gâteau Saint-Honoré. Ich weiss bis heute nicht, wie ich es damals in einem halben Tag geschafft hatte, die Torte zu basteln und dazu noch ein mehrgängiges Abendessen hinzulegen - ich war damals grad mal 23. Jedenfalls hatte alles geklappt und mein Vater hatte damals die Torte über den Klee gerühmt. Seither hatte ich sie leider nie wieder gemacht bis jetzt.

1964 vor der Schweizer Botschaft in Teheran

Und es werden nicht wieder fast 25 Jahre vergehen, bis es die Torte wieder gibt, das weiss ich. Denn dafür liebe ich Windbeutel, diese mit Luft und luftiger Crème gefüllten Dinger zu sehr.

Rezept für eine Torte mit ca. 24 cm Durchmesser
Brandteig für die Windbeutel
3 dl Milch
80 g Butter
1,5 Esslöffel Zucker
1/4 Teelöffel Salz
1 Prise Muskat
150 g Mehl
3 Eier
100 g Butterblätterteig

Crème für die Füllung
1 Vanilleschote
3 dl Milch
60 g Zucker
4 Eigelb
3 Blatt Gelatine
3 Eiweiss
2 dl Rahm

Caramel
100 g Zucker
1,25 dl Wasser

Himbeeren zur Deko

Brandteig
In einem flachen Topf Milch mit der Butter, dem Salz, Zucker und Muskat aufkochen. Dann das Mehl dazu geben und dabei ständig rühren, auf kleinem Feuer ca. 3 bis 5 Minuten abbrennen. Das ergibt einen dicken Teig, der sich vom Topfboden löst und total mühsam im Schneebesen hängt. Topf vom Herd nehmen, den Teig aus dem Schneebesen klopfen und ca. 10 Minuten etwas auskühlen lassen. Jetzt die Eier eins nach dem andern unter den Teig rühren.
Den Blätterteig auswallen und eine runde Form von ca. 24 cm Durchmesser ausschneiden (habe ich mit einem Topfdeckel und einem Pizzarad gemacht). Ein grosses Kuchenblech mit Backpapier auslegen, die Teigplatte auf das Papier legen und mehrfach mit einer Gabel anstechen.
Den Brandteig in einen Spritzbeutel mit grosser Sterntülle geben und auf den Blätterteig einen Rand aufspritzen, der ca. 2 cm hoch sein sollte.
Mit dem Rest des Brandteiges kleine Windbeutel spritzen. Das Blech in den auf 200 Grad vorgeheizten Ofen schieben (zweite Schiebeleiste von unten), backen ca. 20 Minuten. Dann die Windbeutel und den Boden auf einem Gitter auskühlen lassen.


Crème
Für die Crème die Milch mit der ausgekratzten Vanille-Schote und dem Zucker aufkochen. Die Eigelb in eine Schüssel geben. Die heisse Milch dann langsam unter ständigem Rühren zu den Eiern giessen. Nun die Eier-Milch-Geschichte zurück in den Topf geben und diesen zurück auf den Herd stellen. Bei schwachem Feuer solange rühren, bis die Crème anfängt zu binden (nicht kochen!). Die Gelatineblätter in kaltem Wasser einweichen, wenn sie schön labbrig sind, ausdrücken und in die heisse Crème rühren. Crème vollständig auskühlen lassen.
Eiweiss zu Schnee und den Rahm steif schlagen. Eiweiss und die Hälfte des Rahms unter die ausgekühlte Crème heben.
Die Windbeutel mit einer Schere aufschneiden und jeden Windbeutel mit der Crème füllen. Die restliche Crème auf den Tortenboden streichen.

Caramel
In einem Topf den Zucker caramelisieren, das Wasser beifügen und anschliessend gute 5 Minuten kochen lassen, bis sich ein dickflüssiger Sirup bildet. Die Windbeutel kopfüber in den Caramel tauchen. Anschliessend auf die Crème setzen.

Finish
Die restliche Sahne in einen Spritzbeutel geben und zwischen die Windbeutel weisse Sahnetupfer setzen. Himbeeren dekorativ auf dem Kuchen zwischen die Sahne verteilen.
Torte mind. eine Stunde kühl stellen.


Sonntag, 21. April 2013

Lieberlecker tafeln - der Hühnerstall isst auswärts

Gigot vom Sisteron-Lamm, Frühlingsgemüse
und Kartoffelstock mit sooooo feinem Seelein

Ich gewann eine Einladung. Ich.. unglaublich, gewinnen tun eigentlich immer andere. Das liegt daran, dass ich nie Lotto spiele, keine Preisausschreiben mitmache etc. Aber diesmal zog ich das grosse Los. Ich musste ja nicht mal eine knifflige Wettbewerbsfrage beantworten - ich habe einfach Andy vom Blog Lieberlecker zum ersten Blogpurzeltag gratuliert. Und - ladeldibum - hatte ich den Hauptpreis in der Tasche - eine Einladung zu zweit im Hause Lieberlecker.
Gestern war nun der grosse Tag. Das Perlhühnchen und ich sind gen Osten gefahren. Je weiter wir uns vom Kanton Bern entfernten, umso unwirtlicher wurde das Wetter. Hinter Zürch lag dann Schnee...
Wir wurden von Andy und dbEva (die beste Ehefrau von allen) aufs herzlichste willkommen geheissen und beim Apéro am Chemineefeuer vergassen wir das unwirtliche Wetter sogleich. Und dann ging die Tafelei los...
Leute, dieser Abend ist in meine Festplatte eingebrannt. Wunderbar! Soooooo fein und mit soooo viel Liebe gekocht! Ich glaube, das ist das, was mich am meisten beeindruckt hat: Diese Liebe, mit der Andy kocht, diese Hingabe, dieses sorgfältige Umgehen mit den wunderbaren Zutaten - bei jedem Bissen war das herauszuspüren. Und während Andy in der Küche werkelte, bediente uns dbEva mit einer Herzlichkeit, die ihresgleichen sucht. Wir haben viel gelacht, viel Interessantes voneienander erfahren, spannende Geschichten gehört, naütrlich auch viel übers Kochen und Restaurants und berühmte Köche diskutiert. Es war ein ganz toller Abend - Andy und dbEva, nochmals vielen herzlichen Dank dafür!
Das gesamte Menü könnt ihr bei Andy anschauen, im Laufe der Woche wird er noch die Rezepte dazu verbloggen.



Donnerstag, 18. April 2013

Frühling vor der Küche


Auf der Küchenfensterbank des Hühnerstalls blüht und wächst es. Im Kräutergarten vor der Küche strecken die ersten Kräuter sich zaghaft ans Licht.















Am meisten freue ich mich aufs Maggikraut (links) und auf den Schnittlauch (rechts) - die beiden Kräuter verkörpern für mich den Frühling schlechthin.

Montag, 15. April 2013

Ein Hauch von Sommer - Cervelat, Chips und Bier


Ab jetzt werde ich bis zum nächsten November keine Strümpfe mehr tragen! Naja, gut - ausser wenn ich Wanderschuhe montiere und mit dem Pilzkorb durch die Wälder stiefle. Aber sonst gibt es nur noch Nagellack und Sandalen und zuhause Flip-Flops oder barfuss. Das sommerliche Wetter musste gestern gefeiert werden. Das Perlhühnchen hatte den Grill eingeschürt, Cervelats gebraten, dazu gab es eine Schüssel Salat und Chips. Und natürlich ein Bier. Nicht irgend ein Bier, sondern ein wunderbar fruchtiges Bier, das gerade den richtigen Grundstein legte für eine lange, wunderbare Grillsaison. So kann das von mir aus die nächsten Monate weiter gehen. Das Bier hatte Tinu vom befreundeten Blog Tinus Welt selbst gebraut und im Februar anlässlich eines Besuchs im Hühnerstall mitgebracht. Prost!

Perlhühchen und Küken beim Grillen.

Montag, 18. März 2013

Mittagessen flachliegend

Der Junghahn hat gekocht: Knöpfli mit Käse und Frühlingszwiebeln und Salat hat er mir soeben ans Bett serviert. Neinein, nicht Grippe oder son Zeugs. Genau vor einer Woche begann es im Rücken zu zwacken. Die ganze Woche hatte ich das Zwacken mit der richtigen Stuhlsitzflächenneigung im Griff. Am Wochenende war leider Schluss mit lustig. Seit gestern Früh liege ich flach. Komplett. Aufstehen ist nicht mehr, der Ischias zieht bis in die Wade runter, jede Belastung der Bandscheibe beschert mir einen TränenSchweissausbruch.
Aber ich will nicht jammern. Man guckt sehr gut zu mir. Der Junghahn hat heute und morgen schulfrei. Nachdem heute früh das Perlhühnchen Wäsche in die Wama gestopft hatte, bevor sie zur Arbeit gefahren ist, hat der Junghahn diese später dann aufgehängt. Vorhin hat er Mittagessen gekocht, weil das Küken ja um 12 Uhr von der Schule kam. Essen wurde  mir ans Bett serviert, die richtigen Tabletten aus der Blisterpackung gedrückt, das Wasserglas mit einem Strohhalm versehen.

Ich bin umgeben von
- Telefon, Handy, («Mam, damit Du uns anrufen oder eine SMS schicken kannst, wenn was ist!»)
- Laptop («Mam, dann kannst Du ein bisschen bloggen und Online-Zeitung lesen, wenn Dir langweiilig ist»)
- Bücher und Lesebrille («Mam, magst Du überhaupt lesen mit all den Tabletten?»)
- Wasserflasche, aufgefüllt auf den Nachttisch gestellt («Mam, Du musst genug trinken!»)

Das Küken hatte mir jetzt zwanzig Minuten auf der Bettkante Gesellschaft geleistet («Mam, kann ich Dich jetzt alleine lassen, ich geh jetzt zur Schule. Du rufst nach dem Junghahn, wenn Du was brauchst, gell! Der ist ja da!»

Hach... ich weiss, andere Leute haben auch flotte Kinder, aber ich bin überzeugt, meine sind die Besten!

Und soeben hat jetzt auch noch das Perlhühnchen von der Arbeit angerufen und sich erkundigt, wie die Schmerzen seien und ob ich gut gepflegt werde und überhaupt sei ich eine Arme und so... *schmelz*

Mittwoch, 6. März 2013

Suche nach Alternativen


Heute ist der zweite Safttag. Das Hungergefühl hält sich im Moment in Grenzen. Wie all die vorherigen Jahre empfinde ich immer den zweiten Safttag als der schwierigste. Die Lust etwas zu kauen, ist an diesem Tag am grössten. Ab dem dritten Tag wird es dann easy. Das Hungergefühl verschwindet dann gänzlich.
Gestern Abend habe ich mich ein bisschen schlau gemacht und mal geguckt, bei welchen Bauern in der Umgebung ich mein Fleisch künftig direkt beziehen kann. Und ich bin fündig geworden, ich habe einen Hof für Rindfleisch und einen für Schweinefleisch gefunden. Denjenigen für Rind gehe ich jetzt morgen mal anschauen. Wenn er mir zusagt, werde ich darüber berichten. Ich bin gespannt.

Dienstag, 5. März 2013

Gedankensprünge


Nur trinken lässt einen am Essen rumstudieren. Also ob ich das nicht schon genug machen würde. Aber wenn man gar nichts isst, dann hat man plötzlich wahnsinnig viel Zeit. Zeit, um Essgewohnheiten zu überdenken, Zeit, um sich mit bestimmten Nahrungsmitteln zu beschäftigen, Zeit, um sich zu überlegen, ob man so wie bisher weiter machen will, ob man was ändern möchte und wenn ja, was. Zeit, um sich auch zu überlegen, ob man sich von der Nahrungsmittelindustrie und den Detailhändlern weiterhin verarschen lassen möchte.
Gestern Abend lag ich gemütlich auf dem Sofa, ein 2-Liter-Krug Kräutertee in Reichweite, und guckte auf NDR die Sendung «Die Tricks der Lebensmittelindustrie». Später im Bett blätterte ich ein bisschen in der Zeitschrift «Saveurs» (Gourmetmagazin aus Frankreich) und las vor dem Einschlafen noch ein paar Seiten im Buch «Tiere essen» von Jonathan Safran Foer.  Nach dieser geballten Ladung Informationen bin ich ganz froh, dass ich heute nichts essen muss!

Montag, 4. März 2013

Saftladen


11 x 0,5 l Saft (siehe Bild), 14 bis 20 Liter Kräutertee, 16 Kaffeelöffel Leinsamen, 4 mittelgrosse Kartoffeln (2 heute, 2 am nächsten Sonntag) und 4 mittelgrosse Karotten (2 heute, 2 nächsten Sonntag) - das ist alles, was ich diese Woche zu mir nehmen werde.
Heute Mittag durfte ich noch was Leichtes essen (den Salat da unten), heute Abend gibt es die Kartoffeln und die Karotten, ab da dann 5 Tage lang nur noch Säfte. Manche fasten ja komplett (also nur Wasser oder Tee), das könnte/möchte ich nicht. Diese Saftwoche mache ich bereits seit Jahren immer im Frühjahr. Den Zeitpunkt hätte ich nicht besser wählen können. Heute scheint die Sonne und es ist nicht mehr so bitter kalt wie die letzten Wochen. Ich bin zuversichtlich, dass nach meiner Saftwoche der Frühling da ist :-)

Dienstag, 19. Februar 2013

Bio-Laden Integral

Margrith Nöthiger im Bio-Laden Integral in Burgdorf

In Zeiten von Fleisch- und sonstigen Skandalen ist es höchste Zeit, wieder mal einen sauberen Laden vorzustellen. Einen kleinen, feinen Laden, der mein Vertrauen geniesst: der Bio-Laden Integral an der Poststrasse 8 in Burgdorf. Margrith Nöthiger betreibt den Laden mit viel Herzblut, viel Engagement und viel Liebe. Sie gibt kompetent und mit viel Fachwissen Antworten auf Fragen und geht auf Kundenwünsche ein.
Das Angebot in «meinem» Bioladen umfasst nebst Gemüse, vielen verschiedenen Getreide- und Hülsenfrüchtesorten auch Fleisch vom Bio-Metzger Stettler aus Langenthal oder direkt vom Bauernhof. Jeweils Freitags wird vakuumiertes Frischfleisch geliefert. Milchprodukte wie Joghurt, Butter und ein feines Käsesortiment ergänzen das Angebot. Aber auch feine Sirupe, Säfte und ein schönes Wein- und ein kleines Schnapsangebot runden das Sortiment ab. Oliven, Ravioli, Brot, Gebäck, Gewürze, aber auch Kosmetika - alles findet sich immer in tadelloser Qualität in dem kleinen Laden, in dem der Kunde stets herzlich bedient wird.
Hier kaufe ich gerne ein. Ich vertraue Margrith Nöthiger und ihrem Gespür und Wissen für und um Bio-Produkte. Bei ihr kriege ich im Februar Bio-Rotkraut und -Petersilienwurzel von hier und keine Bio-Tomaten vom andern Ende der Welt. Und das ist gut so!


Bio-Laden Integral, Poststrasse 8, 3400 Burgdorf, Telefon 034 423 14 13, bio-integral@bluewin.ch
Öffnungszeiten: Montag geschlossen, Di - Sa 9 bis 12.30 und 14 bis 18.30 Uhr, Sa 8.30 bis 16 Uhr

Mittwoch, 6. Februar 2013

Knusper-Kraftmüesli


Ob es besser wird im Hühnerlazarett, lässt sich so nicht sagen. Das Perlhühnchen ist zwar auf dem aufsteigenden Ast, fieberfrei, wird aber noch geplagt von einem üblen Reizhusten. Der Junghahn... naja, sosolala - seit heute zwar ohne Fieber, dafür hat er jetzt Probleme mit den Stirnhöhlen und der Husten ist auch übel. Der jammert gescheit rum, spült aber brav mit Kochsalzlösung seinen Rüssel.
Heute gab es deshalb mal was Kräftigendes zum Frühstück: ein Knusper-Kraftmüesli.

Für zwei Portionen
Müeslimischung
2 Esslöffel Haferflocken
2 Esslöffel grob gehackte Nüsse (Walnüsse, Haselnüsse, Cashew)
1 Esslöffel gemischte Kerne (Sesam, Sonnenblumen, gehackte Kürbiskerne)
20 bis 30 g Butter
2 Esslöffel Honig

Müesli
Müeslimischung
200 g Quark
1 Apfel
1 Orange
evtl. noch etwas Honig oder Ahornsirup

In einer beschichteten Bratpfanne erst die Nüsse und die Kerne trocken anrösten, anschliessend beiseite stellen. In der selben Bratpfanne die Hälfte der Butter zerlassen und die Haferflocken darin braten. Sobald die Haferflocken Farbe annehmen, die Nuss-Kerne-Mischung beifügen, den Honig dazu geben und zum Schluss noch die restliche Butter. Alles gut durchmischen und den Honig leicht caramelisieren lassen, dann auf ein Backpapier verteilen. Wenn die Müeslimischung ausgekühlt ist, diese zerbröseln oder grob hacken und in eine Schüssel geben. Die Orange filetieren, den Apfel auf der Bircherraffel samt Schale reiben. Den Quark mit der Müeslimischung, der Orange und dem geriebenen Apfel vermischen. Evtl. mit Honig oder Ahornsirup nachsüssen.

Dienstag, 5. Februar 2013

Krankenkost - Reis mit Gemüse und Filetstreifen

Anspruchsvoll ist unser derzeitiger Magenfahrplan nicht: Für meinen kranken Hühnerhof muss das Essen leicht bzw. darf nicht schwer verdaulich sein - die Ärmsten liegen ja flach. In meinem Kühlschrank gibt's derzeit von vielem ein bisschen:

Rezept für 2 Kranke und 1 Gesunde
1 halbe Lauchstange
2 Frühlingszwiebeln
4 Selleriestangen
1 Fenchelknolle
3 Champignons
ca. 150 g Schweinefilet
1 Stück Ingwer
ein bisschen Petersilie
wenig Rapsöl
1 Teelöffel Maisstärke
ca. 1 dl Sojasauce
ca. 2 dl Wasser
Pfeffer, evtl. wenig Salz

dazu 1,5 Tassen Reis
3 Tassen Wasser

Reis in einem Sieb waschen, anschliessend in kochendes Salzwasser geben, einmal aufkochen, dann Hitze zurückdrehen und den Reis garziehen lassen.
Schweinsfilet in Streifen schneiden, diese in wenig Rapsöl kurz anbraten, aus der Pfanne heben und warm stellen. Champignons in Schnitze oder Scheiben schneiden, in Rapsöl anbraten, dann die klein geschnittenen, geputzten Gemüse sowie den geriebenen Ingwer dazu geben und mitdünsten. Sojasauce mit Wasser und Maisstärke mischen und zum Gemüse geben, die Sauce ein bisschen einkochen lassen, evtl. noch ein bisschen salzen und pfeffern. Filetstreifen zur Gemüsesauce geben und darin nochmals heiss werden lassen. Nicht mehr kochen.

Mit Reis in Schalen anrichten, mit Petersilie garnieren und mit einem Löffel den Kranken ans Bett bringen - Mundschutz nicht vergessen beim Servieren. Bei beiden Kranken einen Moment auf der Bettkante sitzen und mitleidig gucken, ein bisschen die Sorgen anhören, bekräftigen, was für arme Schw... sie sind - und hoffen, dass beide schnellstmöglich wieder gesund werden.

Nachtrag:
Die Mengen waren sehr gut berechnet - das gibt gleich noch ein Abendessen für zwei Kranke oder eine Gesunde ;-)

Montag, 4. Februar 2013

Hühnersuppenvariation

Gut, dass ich am Freitag einen Riesenpot Hühnersuppe gekocht habe. Denn seit gestern Abend ist nun der Junghahn auch malade. Heute also eine Variation der Hühnersuppe vom Freitag, statt Kartoffeln habe ich in der Grundbrühe je eine Handvoll Karotten- und Lauchjulienne sowie ein paar feine Nudeln mitgekocht. Fertig ist die Krankenkost.
Das Küken und ich sind beim Perlhühnchen die letzten Tage nur mit Mundschutz ein und aus gegangen. Das hat sich jetzt ausgezahlt - das Küken ist heute quietschfidel und gesund ins Skilager abgereist. Und ich habe nicht mal einen Anflug von Schnupfen. So soll es von mir aus auch bleiben!
Pfefferminz-Thymiantee mit Honig und Zitrone, Vitamin C, Zink und Pelargonium sidoides für die kranken Hühner ;-)

Samstag, 2. Februar 2013

Hühnersuppe für das kranke Perlhühnchen


Erst kratzte der Hals, dann schwollen die Nasenschleimhäute an, innert kürzester Zeit schmerzten sämtliche Glieder und das Fieber stieg über 38 Grad. Das Perlhühnchen liegt flach - krank, verrotzt, mit Kopfschmerzen und allem drum und dran. Ob es nun diese heftige Grippe ist, die derzeit hier wütet - meine Arbeitskollegin hatte es diese Woche auch schon jämmerlich ins Bett gelegt - oder nur ein grippaler Infekt ist, wissen wir nicht. Ich tendiere auf Grippe (in dem Tempo, wie das kam) und betrete das Zimmer nur noch mit Mundschutz. Man mag mich für bescheuert halten, aber ihr kennt mich nicht, wenn ich krank bin - das ist eine Zumutung für alle, ehrlich! Drum ist es besser, ich bleibe gesund. Und damit das Hühnchen auch schnell wieder gesund wird, habe ich gestern Hühnersuppe gekocht. Ich hatte noch so einen Suppenvogel im Gefrierschrank, der endlich weg musste. Also das Teil aufgetaut und fröhlich losgelegt.

Rezept für einen grossen Pot Suppe
1 grosses Suppenhuhn
2 Stangen Lauch
4 grosse Karotten
1 grosses Stück Sellerie
15 schwarze Pfefferkörner
2 Lorbeerblätter
4 Gewürznelken
Ein paar Petersilienstängel
Salz
Wasser

4 Kartoffeln, mehlig kochend
Sahne


Den Hühnervogel innen und aussen gut waschen und trockentupfen. In einem grossen Topf Wasser aufkochen, das Suppenhuhn dazu geben und warten, bis das Wasser fast kocht. Zwei Minuten sieden lassen, Huhn rausnehmen und gut ab- und auswaschen. Wasser aus dem Topf weggiessen und den Topf spülen. Jetzt das Huhn wieder in den Topf geben und mit kaltem Wasser bedecken. Lauch putzen, waschen und in grobe Stücke schneiden. Karotten ungeschält vierteln, Sellerie ebenfalls ein bisschen zerkleinern - auch ungeschält. Die Zwiebel schälen und halbieren. Alle Gemüse und die Petersilienstängel zum Huhn in den Topf geben, Pfefferkörner, Salz, Lorbeer und Gewürznelken dazu. Deckel auf den Topf und die Suppe zum sieden bringen. Achtung, die Suppe sollte nicht kochen wie eine Wäsche, sondern nur vor sich hin simmern.
Wenn sich das Fleisch von den Knochen löst (bei meinem Huhn war das nach ca. einer Stunde), das Huhn aus der Suppe fischen. Die Haut abziehen, das Fleisch von den Knochen lösen und klein schneiden.
Von der Brühe soviel Fett wie möglich abschöpfen. Jetzt habe ich einen Teil von der Brühe in einen zweiten Topf geschöpft, vier grosse Kartoffeln geschält und klein geschnitten in der Brühe gar gekocht. Mit einem Stampfer, die Kartoffeln ein bisschen zerdrücken, Hühnerfleisch dazu geben, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Schluss einen Schuss Sahne in die Suppe geben und mit gehackter Petersilie und ein paar Frühlingszwiebelröllchen bestreuen.
Wäre ja gelacht, wenn wir das Perlhühnchen nicht wieder auf die Beine bringen.


Die Hühnerknochen habe ich wieder in die restliche Brühe gegeben und nochmals für ca. 1,5 Stunde simmern lassen. Morgen wird entfettet, abgesiebt, geklärt und eingefroren. Hühnerbrühe kann man immer brauchen, gell. Wer weiss, wer als nächstes krank wird.

Der Junghahn moserte gestern beim Mittagessen ungehalten rum: «Du musst jetzt nicht meinen, Du kannst das wie die aus Wien machen. Wenn die ihre Tochter so mit Suppe ärgert, brauchst Du das nicht hier auch zu praktizieren. Es nervt - schon das dritte Mal Suppe diese Woche!» Mit «die aus Wien» meinte er die Frau Ziii.

Freitag, 25. Januar 2013

Heute gibt's Suppe


Heute gibt's Suppe für die, die essen können. Mehr nicht. Ich habe grad den Monsterblues. Ihr erinnert euch an dies hier, das ist jetzt vorbei. Der Zahn ist kurz nach der letzten, vierten Wurzelbehandlung, sprich zwei Tage vor der definitiven Füllung gebrochen. Seit heute früh um 9.30 Uhr ist er raus. Ich fasse es nicht, ich, die sonst eigentlich super Zähne hat, musste einen Zahn ziehen lassen. Das ist der Mega-Frust schlechthin. Ich geh jetzt eine Tablette einwerfen gegen die Schmerzen. Gegen den Frust hilft nichts.

Freitag, 21. Dezember 2012

Wieder kalte Küche



Zahnschmerz
Das Zahnweh, subjektiv genommen,
ist ohne Zweifel unwillkommen;
doch hat's die gute Eigenschaft,
daß sich dabei die Lebenskraft,
die man nach außen oft verschwendet,
auf einen Punkt nach innen wendet
und hier energisch konzentriert.
Kaum wird der erste Stich verspürt,
kaum fühlt man das bekannte Bohren,
das Zucken, Rucken und Rumoren,
und aus ist's mit der Weltgeschichte,
vergessen sind die Kursberichte,
die Steuern und das Einmaleins,
kurz, jede Form gewohnten Seins,
die sonst real erscheint und wichtig,
wird plötzlich wesenlos und nichtig.
Ja, selbst die alte Liebe rostet,
man weiß nicht, was die Butter kostet,
denn einzig in der engen Höhle
des Backenzahnes weilt die Seele,
und unter Toben und Gesaus
reift der Entschluß: Er muß heraus!
Wilhelm Busch


Nein, er muss nicht raus, sondern wird immer noch wurzelbehandelt. Dank sei der modernen Zahnmedizin. Während dieser Post hier online geht, wird schon wieder in meiner Wurzel rumgestochert.
Vielleicht kann ich meinen Zahnarzt dazu bringen, diesmal nicht nur ein Foto zu machen, sondern gar einen Film zu drehen - so zum Abschluss der Behandlung. ;-)

Am Wochenende wird hier wieder gekocht.