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Sonntag, 29. Juli 2018

Gersten-Krautstiel-Salat mit Aprikosen - Resultat eines Gartenprojekts

Gersten-Krautstiel-Salat mit Aprikosen


Seit 5 Jahren wohne ich nun in diesem Haus. 4 Jahre mochte ich hier nicht kochen, weil ich eine Küche hatte, in der man einfach nicht kochen konnte (40 cm Stellfläche zwischen Herd und Spüle). Im Mai vor einem Jahr hatte meine Vermieterin dermassen Mitleid mit mir, dass Sie mir eine neue Küche eingebaut hat. Seither wird im Hühnerstall wieder gekocht.
Seit 5 Jahren wohne ich nun in diesem Haus. 4 Jahre hatte ich kaum Lust, im Garten was zu machen. Weil hierzulande (fast) jeder eine Katze hat. Was heisst da eine Katze. Neeee, 2 müssen es doch mindestens sein. Und dann, achherrjee, einmal sollte das Weibchen doch mindestens Junge haben... Und all die Viecher haben dann in meinen Garten geschissen. Ich war schon fast soweit, dass ich mir einen Kampfhund zulegen wollte!
Aber oha, dieses Frühjahr sind die beiden Nachbarn, die am meisten Katzen hatten, weggezogen. Was für eine Freude.
Subito habe ich meinen Spaten aus dem Schuppen geholt und ein Gartenprojekt gestartet.





 
 März/April/Mai 2018

Ich habe mit Rittersporn, Fingerhut, Akelei, Pfingstrosen etc begonnen, das Beet zu bepflanzen. Ich habe bei meiner Mutter Mohn, Phlox und Frauenmantel ausgebuddelt und mit viel Muttererde in meinem Beet eingepflanzt. Habe Rosen bestellt, und zusammen mit Lavendel eingegraben. So gegen Mitte Mai wurde es langsam nett hier. Also Tischdecken, Liegestühle etc. raus. Und weil es im Beet noch nicht so richtig blühen wollte, mussten Blumen auf die Tische. Aber im Beet sah es noch so leer aus. Also dachte ich, jetzt muss ein Füller rein: Kopfsalat, Stielmangold und Rosenkohl. Das Küken hat aufgeschrieen: «Mist, was willst Du mit 6 Rosenkohlstauden? Wenn das dumm läuft, haben wir am Schluss 36 kg Rosenkohl!» Ich wollte den Rosenkohl ja nicht eigentlich wegen des Rosenkohls, sondern, weil ich die Stauden optisch toll finde! Hingegen, gegen die 3 roten Stielmangold hatte sie nichts einzuwenden.





So, und nun ist alles ordentlich angewachsen und man kann im Garten leben. Und man kann ein bisschen was ernten. Also der Stielmangold jedenfalls gibt ganz ordentlich was her. Und deshalb und weil es so heiss ist derzeit, gab es letztens einen Gersten-Stielmangold-Salat mit Aprikosen für mich und das Küken.

Rezept
für 2 Personen

5 Stengel roter Stielmangold inkl. Blätter (Krautstiele)
6 reife Aprikosen
6 Cherrytomaten
½ rote Zwiebel
1 Tasse Rollgerste
1 Handvoll Kopfsalatblätter

Dressing (ergibt ¾ l)
1 Esslöffel Dijon-Senf
1 Esslöffel milder Senf
1 Esslöffel feines Meersalz
1 Esslöffel Kräutersalz
 l Rotweinessig
 l Weissweinessig
¼ l Wasser
 l Rapsöl
 l Olivenöl

1 Knoblauzehe
1 Esslöffel Sahne
6 Borretschblüten
Schnittlauch

Rollgerste in viel Salzwasser Wasser 25 bis 30 Minuten gar kochen. Abgiessen und kalt abspülen. Kopfsalat putzen. Zwiebel schälen, halbieren und in feine Ringe schneiden. Zwiebelringe in eine kleine Schüssel geben und mit Meersalz bestreuen. Mindestens 15 bis 20 Minuten ziehen lassen.
Beim Mangold das Blatt vom Stiel streifen. Stiele schräg in 2 cm lange Stücke schneiden. Blätter längs halbieren und quer in feine Streifen schneiden. Stiele in Salzwasser 5 bis 7 Minuten garen, mit einer Schaumkelle rausfischen und eiskalt abschrecken. Mangoldblätterstreifen im selben Kochwasser einmal aufwallen lassen, abgiessen und ebenfalls eiskalt überbrausen. Stiele und Blätter gut abtropfen lassen. Blätter evtl. von Hand ein bisschen auspressen.
4 Aprikosen halbieren, und würfeln. 2 Aprikosen in dünne Schnitze schneiden. Tomaten halbieren, Schnittlauch klein schneiden.
Zutaten für das Dressing in einen Massbecher geben und mit dem Stabmixer gut durchmixen, dann in eine leere Flasche füllen.
Knoblauchzehe in eine Schüssel pressen, vom Salatdressing ein bisschen dazu geben. Rollgerste, Mangoldstiele und Aprikosenwürfel dazu geben.
Mangoldblätter mit wenig Salatdressing beträufeln.
In einer zweiten Schüssel ein bisschen Dressing mit einem Löffel Sahne verrühren. Kopfsalatblätter darin kurz wenden und auf einen Teller anrichten. In die Mitte den Gersten-Mangold-Aprikosen-Salat auf den Kopfsalat anrichten. Mit den eingesalzenen Zwiebelringen bestreuen. Um den Gerstensalat den Mangoldblättersalat verteilen. Mit Aprikosenschnitzen und den halben Cherrytomaten ausgarnieren. Ein bisschen Schnittlauch über den Gerstensalat streuen und mit Borretschblüten garnieren.

Sommersalat

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Gemüsetöpfchen mit Kichererbsen und Sumach


Der erste Schnee war heuer ja sehr früh, bereits Ende Oktober schneite es ziemlich heftig und die letzten Rosen, der Salat und die letzten Krautstiele verschwanden unter einer Schneedecke. Kaum war der Schnee wieder weg, habe ich die Krautstiele begutachtet. Och, die sahen doch noch ganz ordentlich aus. Mengenmässig war es nicht sehr viel, also musste ein Gericht her, bei denen die Krautstiele keinen Soloauftritt hatten. Diese Gemüsetöpfchen mit Kichererbsen von Ottolenghi aus dem Buch «Genussvoll vegetarisch» waren Teil eines kleinen Buffets mit verschiedenen vegetarischen Gerichten, das ich also bereits Anfangs November gekocht hatte. Das Rezept ist angegeben für vier Personen. Wir wissen ja mittlerweilen aus Erfahrung, dass dies als Hauptgericht nie und nimmer für vier Personen reicht. Als Hauptgang unbedingt die Mengen verdoppeln, im Rahmen verschiedener Vegi-Kleinigkeiten passt das Rezept aber so.

Für 4 Personen
300 g Krautstiele (Blätter und Stiele getrennt)
4 mittelgrosse Karotten
250 g frisch gekochte Kichererbsen
1 Teelöffel Kümmelsamen
1 Knoblauchzehe
1 Esslöffel gehackte Minze
1 Esslöffel gehacktes Koriandergrün
1 Esslöffel Zitronensaft
1 Espressolöffel Sumach
Salz, schwarzer Pfeffer
ein Spritzer Zitronensaft
griechischer Joghurt
Olivenöl

Kichererbsen über Nacht einweichen und ca. 2 Stunden in ungesalzenem Wasser kochen. Ich habe 500 g Kichererbsen (Trockengewicht) gekocht, von den gekochten habe ich 250 g gebraucht für dieses Gericht. Aus dem Rest Kichererbsen gab es dann wieder mal den marokkanischen Kichererbseneintopf.
Krautstiele 3 Minuten in Salzwasser blanchieren, dann die klein geschnittenen Blätter dazugeben und nochmals 2 Minuten garen. Abgiessen und mit kaltem Wasser abschrecken, dann gut abtropfen lassen.
Karotten schälen und in kleine Würfel schneiden. In einer flachen Pfanne die Karottenwürfel mit den Kümmelsamen (ich habe diese im Mörser leicht angestossen) in Olivenöl ca. 5 Minuten anbraten. Kichererbsen und ausgedrückte Krautstiele dazu geben und mitdünsten. Knoblauch dazu pressen, Kräuter, Sumach und Zitronensaft beifügen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Pfanne vom Herd ziehen und das Gemüse durchziehen lassen. Lauwarm mit Joghurt servieren.

Achja, und für Magentratzerl und Co., also all diejenigen, die derzeit die Augen beim Optiker kontrollieren lassen, das Rezept ist auf Seite 211, das Foto dazu auf Seite 213. ;-)

Freitag, 14. Dezember 2012

Krautstielküchlein mit Gersten-Sellerie-Granatapfel-Salat


Und schon wieder Ottolenghi - Freunde, da müsst dürft ihr jetzt einfach durch. ;-) Die Krautstielküchlein mit Gersten-Sellerie-Granatapfelsalat gab es für unsere Freunde letzten Samstag Abend bereits. Das Foto wurde - ihr ahnt es - übelst. Also musste das Gericht an einem Mittag nochmals auf den Tisch. Gestern war gleich die Gelegenheit dazu, denn ich hatte Besuch einer lieben Leserin meines Blogs, die aber selber keinen Blog führt. Nachdem ich sie vormittags mit auf den Gemüsemarkt geschleppt hatte, durfte sie dann zuhause in der Küche gleich Gemüse schnippeln, dazu kann man wunderbar ratschen. Und zum Schluss erlebte sie hautnah den Akt des Fotografierens. Das kalte Essen habe ich dann gegessen - sie und der Hühnerhof erhielten eine warme Mahlzeit. ;-)

Rezept für 5 Personen
Krautstielküchlein
1,2 kg Krautstiele
80 g Pinienkerne
200 g Kaschkawal (gibts hier nicht, deshalb bei mir Pecorino Canestrato)
2 Eier
80 g Paniermehl selbstgemacht
Salz, schwarzer Pfeffer

Die Krautstiele teilen in Blätter und Stiele. Stiele in kleine Stückchen schneiden, Blätter kleinschneiden. Stiele in Salzwasser ca. 4 Minuten kochen, dann die kleingeschnittenen Blätter zugeben und weitere 2 bis 3 Minuten kochen. Abgiessen und eiskalt abschrecken. Gut abtropfen lassen. Dann die Krautstiele von Hand gut auspressen. Das Gemüse sollte so trocken wie möglich sein. Gemüse in eine Schüssel füllen.
In einer Bratpfanne die Pinienkerne trocken leicht anrösten. Pinienkerne, Eier, grob geriebenem Pecorino, Paniermehl, Salz und Pfeffer mit dem Gemüse vermischen. Mit einem Glaceportionierer Kugeln aus der Gemüsemasse portionieren, diese in eine beschichtete Bratpfanne mit Olivenöl geben, flach drücken (ca. 1,5 bis 2 cm) und beidseitig braten.

Rezept für 5 Personen
Rollgerste-Granatapfelsalat mit Stangensellerie
250 g Rollgerste (Graupen)
8 Stangen Sellerie (Blätter abgezupft)
Sherry-Essig (ich: Emmentaler Himbeeressig)
Olivenöl
2 Knoblauchzehen
Piment d'Espelette
Salz, schwarer Pfeffer
frischer, gehackter Dill
frische, gehackte Petersilie
Granatapfelkerne von 1 grossen oder 2 kleinen Granatäpfeln

Gerste in einem grossen Topf auf kleinem Feuer ca. 20 Minuten in Salzwasser köcheln lasseen. Stangensellerie klein schneiden. Gerste abgiessen und noch heiss mit dem Stangensellerie, mit Essig, Öl, gepresstem Knoblauch, Piment, Salz und Pfeffer vermischen und auskühlen lassen. Zum Schluss gehackten Dill und Petersilie sowie die Granatapfelkerne untermischen.


Zu den Küchlein gab es eine Joghurt-Sauce. Dafür habe ich einen Becher griechischen Natur-Joghurt mit 1 Esslöffel Dijon-Senf, Salz, schwarzem Pfeffer und einer Handvoll gehackter Petersilie vermischt.

Donnerstag, 6. September 2012

Nachgebacken: Krautstiel-Tarte von Lamiacucina


Beim letzten Mal hatte ich von ihm den Teig abgekupfert und den Belag verändert. Dieses Mal hatte ich keine Zeit, um den Teig selber zu machen, also war die Unterlage zwar ein gekaufter Blätterteig, dafür habe ich am Belag nur ganz wenig rumgeschraubt. Roberts Mangold-Tartelettes gab es heute bei mir in gross mit einer Schüssel Nüsslersalat (Feldsalat), den ich kurz vor dem Mittagessen aus dem Garten von Nachbar Hans gepflückt hatte.


Rezept für eine Tarte-Form von 26 cm

Blätterteig oder Mürbteig von hier
5 kleine Krautstiel-Stengel (Mangold), entblättert
Blätter von den Stielen, kleingeschnitten
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
5 Scheiben Schwarzwälder Schinken
2 Eier
Sahne
Muskat
Salz, Pfeffer
wenig Bratbutter

Die Tarteform mit dem Teig auslegen. Krautstiele kurz blanchieren. Zwiebel fein hacken und in der Bratbutter glasig dünsten, blanchierte Stiele und die kleingeschnittenen Blätter dazu geben. Alles dünsten, bis die Blätter sichtlich zusammengefallen sind. Das Gemüse salzen und pfeffern und auf dem Teig verteilen. Die Schinkenscheiben ein bisschen zerzupfen und locker zwischen dem Gemüse verteilen. Eier in einen Massbecher geben, mit Sahne auf gesamthaft 3 dl auffüllen, salzen und pfeffern und wenig Muskat dazu reiben. Den Guss mit dem Rührgerät einmal gut durchrühren und über das Gemüse giessen. Backen in der untern Ofenhälfte bei 220 Grad Unter-/Oberhitze.
Und weil sie immer so wunderbare Tartes macht mit diesem wahnsinnig schönen, gewellten Rand, habe ich mir gestern so eine Form gekauft (mit herausnehmbarem Boden) - er fand vor einem Jahr schon, dass Backformen kaufen überflüssig sei. Und ich bin glücklich, dass ich jetzt auch schöne, gewellte Ränder habe - das Auge isst schliesslich mit ;-)

Samstag, 1. September 2012

Poulet-Involtini mit Krautstiel-Curry-Füllung


Gestern habe ich etwas gebastelt gekocht, darauf wäre ich normalerweise nie gekommen. Die Idee dazu lieferte mir die Tatsache, dass ich jede Woche rund 20 Zugriffe auf diesen Post hier habe. Und zwar wird nach folgendem gegoogelt: Involtini, Poulet, Fleischvögel, Huhn, Rezept. Und immer landen die Leute dann auf meinen Involtini vom letzten März. Letztens kam sogar ein ganzes WeightWatcher-Forum hier vorbei.
So habe ich mir schon vor längerer Zeit überlegt, für all diejenigen, die nach Poulet-Involtini googeln oder eben auch für die WeightWatcherinnen ein schlankes Rezept zu kreieren, damit die auch mal ein Erfolgserlebnis bei der Googlerei haben und nicht immer auf diesen Rinderrouladen landen. Ich find das wahnsinnig nett von mir ;-)
Es gibt also Poulet-Involtini mit Curry-Krautstiel-Füllung auf einer Tomaten-Curry-Sauce, dazu Krautstielblättertätschli und Berberitzen-Reis.

für 3 Personen
Currymischung
1 Teelöffel Koriandersamen
1 Teelöffel Kreuzkümmelsamen
1 getrocknete Chilischote
1 Teelöffel Fenchelsamen
1 Gewürznelke
1,5 Teelöffel Gelbwurz
wenig Zimt

Alle Gewürze bis und mit Gewürznelke pulverisieren - ich mach das in einer elektrischen Kaffeemühle. Dann das Pulver mit dem Gelbwurz und dem Zimt vermischen.

Involtini
2 Hühnerbrüste
Blätter von ca. 8 Krautstielen, zerkleinert
1 Schalotte, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1 Esslöffel Rosinen
2 Teelöffel von der Currymischung
Salz, Pfeffer
Bratbutter

Die Hühnerbrüste flach auf ein Brett legen, jede Hühnerbrust mit einem sehr scharfen Messer quer in drei dünne Schnitzel schneiden.
Die Schalotte in wenig Bratbutter dünsten, Krautstielblätter dazu geben, kurz dünsten, salzen, pfeffern und wenig Wasser dazu geben. Die Blätter dünsten, bis sie zusammenfallen . in einem Sieb gut abtropfen lassen. Dann die Blätter mit einem scharfen Messer fein hacken. Krautstielblätter, Rosinen und Currymischung in einer Schüssel gut miteinander vermischen. Auf jedes Hühnerschnitzel ein wenig von der Krautstielmasse geben, Schnitzel aufrollen und mit einem geölten Zahnstocher verschliessen. In Bratbutter in einer Bratpfanne rundum braten. Rausnehmen und warm stellen.

Currysauce
2 grosse Tomaten, gehäutet wie hier beschrieben und in Würfel geschnitten
1 feingehackte Zwiebel
2 Teelöffel Currymischung
Salz, Pfeffer
wenig Bratbutter
wenig Wasser

Zwiebel in Bratbuter andünsten, Currymischung dazu geben und kurz mitbraten. Dann die Tomatenwürfel dazu, solange schmurgeln lassen, bis die Tomate zerfällt.  Jetzt alles mit dem Stabmixer pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Involtini in die heisse Sauce geben und ca. 10 Minuten darin ziehen lassen (nicht kochen!).

Krautstieltätschli
Rest der Involtini-Füllung
1 Ei
grobes, selbstgemachtes Paniermehl
Salz, Pfeffer

Zum Rest der Füllung habe ich ein Ei und Paniermehl gegeben, das Ganze mit Salz und Pfeffer wenig nachgewürzt. Dann kleine Tätschli geformt und diese in Paniermehl gewendet und in Bratbutter beidseitig gebraten.

Montag, 20. August 2012

Tomatentarte mit Zugabe


Ihr kennt meinen netten Nachbarn, den Hans. Der mit dem Gemüsegarten. Der reichte mir am Freitag einen Arm voll Krautstiele über den nichtvorhandenen Zaun. Sehr schön, denn alle hier mögen Krautstiele. Und letzte Woche buk Robert von Lamiacucina hübsche Mangold-Tartelettes, zwar mit rotem Stielmangold, aber das musste ja auch mit meinen Krautstielen vom Hans funktionieren. Am Samstag habe ich also flugs einen Teig nach Roberts Rezept geknetet und blind gebacken. An dieser Stelle möchte ich anfügen, dass ich das allererste Mal etwas blind gebacken habe - unglaublich, gell.
Tja, und wie das häufig so ist - klingelte dann das Telefon... Fahrplanänderung... also sind wir am Samstag Abend mit Freunden auswärts essen gegangen. Der Blindgebackene musste warten.
Unterdessen hatte mich aber bei Sybille von Tomatenblüte auch noch eine Tomatentarte begeistert. Das Ursprungsrezept stammt von Heike. Aha - hier auch ein blindgebackener Boden, so einen hab ich ja parat.
Und weil ich ja häufig alles gleichzeitig haben will, habe ich die ganzen wunderbaren Ideen einfach zusammengefügt, verheiratet, teils bisschen was weggelassen, dafür ergänzt mit dem, was bei mir im Kühlschrank war. Entstanden ist was Neues, das lauwarm wunderbar mit einer grossen Schüssel Salat geschmeckt hat.

Rezept für ein rundes Blech von 26 cm Durchmesser
Teig
(ich habe nur etwa die Hälfte des Teiges gebraucht)
300 g Mehl
100 g Butter
1/2 Teelöffel Salz
1 Ei
ca. 1/2 dl Wasser

Belag
Blätter von 4 Krautstielen
ca. 650 g Cherry-Tomaten
125 g Mascarpone
125 g Ricotta
1 Esslöffel Crème fraîche
1 Ei
Salz, Pfeffer

Mehl mit Salz vermischen, Butter in Flocken dazu geben und mit dem Mehl verkrümeln, das Ei und Wasser zugeben und alles zu einem glatten Teig zusammenfügen. In eine Klarsichtfolie gehüllt im Kühlschrank eine halbe Stunde ruhen lassen.
Dann den Teig auswallen und ein Blech damit belegen. Teig einstechen, irgendwelche Hülsenfrüchten, die zur Hand sind, drauf kippen (bei mir waren es Kichererbsen) und ab in den Ofen damit - 20 Minuten bei 180 Grad. Hülsenfrüchte in ein Glas kippen fürs nächste Mal blindbacken. Boden auskühlen lassen.
Krautstiele von den Blättern befreien. Blätter kleinschneiden und in Salzwasser blanchieren. Abgiessen und mit kaltem Wasser abschrecken.
Mascarpone, Ricotta, Crème fraîche, Ei, Salz und Pfeffer miteinander glatt rühren. Die Masse auf den ausgekühlten Teigboden streichen. Die Krautstielblätter gut ausdrücken und auf der Tarte verteilen. Dann die Tomätli eng kreisförmig auf den Krautstielblättern anordnen.
Tarte in den auf 180 Grad vorgeheizten Ofen schieben und ca. 40 Minuten bei Umluft backen bis die Tomaten anfangen zu schrumpeln. Die noch warme Tarte mit bestem Olivenöl beträufeln und mit Salz und grob gemahlenem, schwarzem Pfeffer bestreuen.
Das nächste Mal werde ich noch Feta in die Mascarpone-Ricotta-Masse krümeln. Ich glaube, das würde ganz gut passen.