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Sonntag, 15. September 2013

Feige mit Ziegenfrischkäse, caramelisierten Kernen und Nüssen


So gerne ich ja den Sommer von den Temperaturen und vom Wetter her mag, so sehr liebe ich den Herbst was das Kulinarische betrifft. Ich mag den Wechsel von Sommersalaten wie Kopfsalat und Eichblatt zu Herbstsalaten wie Endivie und Feldsalat. Herbstgemüse wie Rotkohl, Randen und Pfälzer Rüebli lassen mein Herz höher schlagen. Und auch beim Obst ist der Herbst ganz auf meiner Wellenlänge: Trauben, Zwetschgen und Feigen.
Das Küken entdeckte gestern beim einkaufen wunderschöne Feigen. Und wer das Küken kennt, weiss, dass man ihrem bittenden Blick kaum was ausschlagen kann. Wenn sie einen mit ihren grossen braunen Augen anschaut und sagt: «Oooch büüütte Mam, Du weisst doch, wie sehr ich Feigen liebe...!», dann ist es meist um einen geschehen. ;-)
Mit dem Bitten ist das ja so eine Sache, gell. Ich gebe ja nicht einfach so jedesmal nach, wenn meine Kids mich um was bitten. Aber es gibt da immer ein paar Punkte, die ich mir überlege:
- Habe ich oder sonst jemand etwas davon wenn ich nein sage?
- Muss jemand leiden, wenn ich ja sage?
- Ist es ein ökologischer Blödsinn (z.B. Spargel an Weihnachten)?
- Ist der Zeitpunkt gut oder schlecht gewählt (z.B. ein Riegel kurz vor dem Mittagessen)
- Fällt mir ein Zacken aus der Krone, wenn ich jetzt ja sage?
- Wenn ich jetzt nein sage, kann ich dieses Nein begründen oder geht es nur darum, Macht zu demonstrieren?

Lange Rede, kurzer Sinn - wir haben die Feigen gekauft. Und auch noch ein bisschen Ziegenfrischkäse. Und abends haben wir uns eine nette Vorspeise gebastelt.

Rezept für 2 Personen
2 grosse Feigen
2 gehäufte Kaffeelöffel Ziegenfrischkäse
Thymianhonig (habe ich aus der Provence)
1 Zweig Rosmarin
Pfeffer

Nuss-/Kernemischung
Seesamsaat
Sonnenblumenkerne
Macadamia-Nüsse, in Scheiben geschnitten
Haselnüsse, in Scheiben geschnitten
Walnüsse, grob gehackt
Pinienkerne
Cashewkerne,halbiert
2 Esslöffel Honig
Fleur de Sel

Kerne und Nüsse in einer Bratpfanne trocken anrösten. Wenn die Nüsse und Kerne duften und langsam bräunen, den Honig darüber ziehen und gut mit den Nüssen und Kernen vermischen. Leicht caramelisieren lassen, dann vom Herd ziehen und mit Fleur de Sel bestreuen. Die Mischung sofort auf ein Backpapier geben und flach verteilen. Auskühlen lassen und mit einem Messer in Stücke hacken.
Die Feigen mit einem Messer kreuzweise einschneiden (nicht ganz durchschneiden. In ein Muffinförmchen ein Stück Backpapier legen, die Feige auf das Papier ins Förmchen setzen und ein bisschen auseinander drücken. Den Zigenfrischkäse in die Mitte der Feige geben. Den Rosmarin fein hacken, über den Käse geben und über das Ganze schwarzen Pfeffer grob drüber mahlen. Mit Honig beträufeln und die Feigen bei 220 Grad ca. 10 bis 15 Minuten backen bis der Käse anfängt zu bräunen.
Zum Anrichten die Feigen mit zwei Löffeln vorsichtig aus den Förmchen holen (aufpassen, dass sie nicht auseinander fallen) und auf einen Teller setzen. Mit den gehackten, caramelisierten Nüssen bestreuen.
Und dann zufrieden sehen, wie das Küken sich glücklich über die Feige hermacht.

Donnerstag, 10. Januar 2013

Farbiger Rotkohlsalat gegen Wintertristesse


Ich mag den Winter nicht, das ist hinlänglich bekannt. Ich mag keine dunklen, langen Nächte, mir fehlt das Licht, die Sonne. Und kalt mag ich es auch nicht, noch schlimmer, wenn es feucht-kalt ist;  das ist für meinen Rücken absolutes Gift. Ab Januar jammere ich nur noch rum, dass ich jetzt endlich wieder frisches Grünzeugs auf dem Teller haben will.   Leider sind Bärlauch und Co. noch nicht soweit und kurzum soll noch die «russische Kältepeitsche» über uns hereinbrechen, prophezeite letzhin unsere Freundin M. Da kam mir dieser fröhlich bunte Krautsalat mit caramelisierten Nüssen von Ottolenghi grad recht gegen die Wintertristesse. Bisschen Farbe auf dem Teller kann nie schaden.
Im Originalrezept kommen da Macadamianüsse rein und im Dressing wäre Sesamöl aus geröstetem Sesam - beides hatte ich nicht. Statt nur Macadamianüsse habe ich deshalb eine Nuss-/Kernemischung gemacht aus Walnüssen, Haselnüssen, Cashewkernen sowie Sesam und Sonnenblumenkernen. Das ist eine Mischung, die ich so auch oft für einen Winter-Blattsalat benutze.

Rezept für 5 Personen als Vorspeise
150 g Nussmischung aus Walnusskernen, in Scheiben geschnittenen Haselnüssen, Cashewkernen, Sesam und Sonnenblumenkern (O: Macadamianüsse)
10 g Butter
2 Esslöffel Zucker
1/2 Teelöffel Salz
1/2 Teelöffel Chiliflocken
7 hellgrüne Blätter eines Wirsings
1/2 Rotkohl, mittelgross
1 Mango
1 Papaya
1 Peperoncino (O: Chilischote)
je eine Handvoll gehackte Minze und Petersilie (O: Koriander statt Petersilie)

Dressing
100 ml Limettensaft
1 Stängel Zitronengras, in feine Ringe geschnitten
3 Esslöffel Ahornsirup
1 Teelöffel Sojasauce
2 Prisen Chiliflocken
2 Esslöffel Walnussöl (O: Sesamöl aus geröstetem Sesam)
4 Esslöffel mildes Olivenöl

Für das Dressing alle Zutaten bis und mit Chiliflocken in einem kleinen Topf aufkochen und dann sirupartig einkochen lassen. Dann etwas auskühlen lassen, durch ein Sieb giessen und mit dem Öl verrühren. Ich fand das Dressing so zu fad und hab noch nachgesalzen und ein bisschen Sojasauce dazu gegeben.
Nun die Nussmischung caramelisieren. Dazu alle Nüsse und Kerne in einer Bratpfanne trocken anrösten, bis der Sesam lustig hüpft und springt. Dann die Butter dazu geben, wenn sie geschmolzen ist, Zucker und Salz beifügen. Mit einer Holzkeller während des Caramelisierens gut umrühren, damit alle Nüsse mit dem Zucker überzogen werden. Gell, ihr macht keinen Schritt vom Herd weg - ihr wisst, eine Sekunde nicht aufgepasst, schon ist die ganze Geschichte bitter. Also sobald der Zucker bernsteinfarben wird, weg vom Herd. Die Nuss-Caramel-Mischung auf ein Backpapier kippen und flach drauf verteilen. So auskühlen lassen, bevor ihr davon nascht. Ähm, ich habe jetzt noch eine Brandblase am Gaumen, weil ich das Naschen nicht sein lassen konnte.
Nun den Rotkohl fein hobeln und mit dem ausgekühlten Dressing vermengen, dazu ein bisschen durchkneten. Wirsing und Mango in feine Streifen schneiden, die Papaya habe ich gewürfelt. Ein Teil des Peperoncinos in feine Ringe, den Rest in Brunoise schneiden. Minze und Petersilie hacken. Alle Zutaten mit dem Rotkohl vermischen.
Die ausgekühlten Nüsse grob hacken oder von Hand zerkleinern. Salat anrichten und mit den Nüssen bestreuen.

Mittwoch, 22. August 2012

Herbstsalat mit Roquefort-Crostini


Noch ist es Sommer. Die Temperaturen hoch wie schon lange nicht mehr. Aber der Herbst ist nicht mehr weit. Man spürt ihn schon. Abends ab 21 Uhr wird draussen das Gras feucht - ein untrügliches Zeichen. Und die Trauben sind reif.
Zorra feiert heuer, resp. nächsten Monat ihr achtes Bloggerjahr. Wahnsinn! Hunderte Brotzrepte, Kochrezepte, Eisrezepte, Blog-Events und... und... und.
Um die Acht gebührend zu knacken gibt es natürlich ein Blog-Event, diesmal mit dem Titel «Knacken und backen». Geknackt werden sollen Walnüsse. Jupp, da bin ich dabei. Jetzt könnte ich natürlich als Schweizerin eine Bündner Nusstorte backen. Kann ich aber nicht. Weil mein Vater der «Chrömlibeck» kann die viel besser - das überlasse ich ihm. Bündnerin bin ich auch nicht. Und die Backerei ist ja bei mir so eine Sache... ;-)
Aber ich kann auch Nüsse verbacken. Ganz simpel einfach auf einem Roquefort-Crostini. Und die gab es heute zu einem kleinen Herbstsalat.

Rezept für 4 Personen
120 g Roquefort
60 g frische Butter
12 Scheiben von einem Mini-Baguette
12 Walnusshälften

Roquefort und Butter in einer Schüssel von Hand zusammen verkneten. Die Baguette-Scheiben gut halbzentimeterdick mit der Käsemischung bestreichen. Auf jede Baguette-Scheiben je eine Nusshälfte setzen. Ofen auf 220 Grad vorheizen, dann bei Erreichen der Hitze auf Oberhitze schalten. Die Crostini auf ein Blech setzen und auf der zweitobersten Rille 5 bis 7 Minuten backen.

Die Crostini kann man zum Apéro zu einem Glas Wein reichen oder als kleines Abendessen mit einem Salat. Mein Salat war ein buntes Allerlei aus verschiedenen Blattsalaten, ein paar Blättern Ruccola aus dem Kräutergarten, Frühlingszwiebeln, Schnittlauch, Basilikum und einer Handvoll kurzgebratener Eierschwämmchen, die ich obendrüber verteilt hatte. Dazu ein paar Muskatellertrauben vom Traubenstock einer Nachbarin.

Blog-Event LXXXI - Knacken & Backen und eine KitchenAid gewinnen! (Einsendeschluss 15. September 2012)