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Freitag, 1. Februar 2013

Pilz-Ravioli


Nachdem ich ja anfangs Jahr in die Ravioli-Produktion eingestiegen bin und 3 Stunden für fünfzehn Ravioli brauchte, habe ich meine Leistung nun gesteigert: 80 Ravioli in einer Stunde. Das nenn ich mal Fortschritt! Denn ich habe mir so ein Raviolibrett gekauft. Jetzt geht das mit dem Raviolimachen wie der Teufel. Teig durch die Nudelwalzen treiben, aufs Brett legen, in die Vertiefungen Füllung rein, Teigplatte obendrauf, drüberwallen und fertig lustig. Jupp, so macht das Spass. Das Küken hatte mitgeholfen, so dass wir ratzfatz für 7 Personen Ravioli hatten (Hauptgang in einem 5-Gang-Menü).

Rezept für 80 Ravioli
1 Portion Pastateig wie hier beschrieben

Füllung
150 g Shitake-Pilze
150 g Champignons
1 Esslöffel selbstgemachtes Pilzpulver
1 kleine Zwiebel, feinst gehackt
1 Handvoll gehackte Petersilie
1 Schluck Weisswein
Salz, Pfeffer aus der Mühle
Bratbutter
250 g Ricotta

1 Eiweiss

Sauce
1 kleine Zwiebel, feinst gehackt
Pilze nach Belieben (ich hatte selbstgesammelte aus dem Tiefkühler)
1 Handvoll Steinpilze und Hexenröhrlinge getrocknet, ca. 1 Stunde in warmem Wasser eingeweicht
Weisswein
Salz, Pfeffer
wenig Mehl
gehackte Petersilie
Bratbutter

Pastateig gemäss verlinktem Rezept herstellen. In Folie wickeln und kühl stellen.
Pilze in Scheiben schneiden. Zwiebel in Bratbutter glasig dünstigen. Pilze beifügen und mitdünsten. Salzen und pfeffern, Pilzpulver dazu und mit Weisswein ablöschen und das ganze ca. 10 Minuten schmurgeln lassen, bis keine Flüssigkeit mehr in der Pfanne ist. Die Pilzmischung auskühlen lassen. Dann die Pilze auf einem Brett mit einem grossen Messer fein hacken. Pilze in eine Schüssel geben, mit Petersilie und Ricotta vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.


Nun den Nudelteig durch die Nudelmaschine drehen. Ich mag die Ravioli gerne, wenn der Teig dünn ausgewallt ist, also bis auf die dünnste Stufe. Dann das Raviolibrett mit Mehl bestäuben, Teigplatte drauflegen und in die Vertiefungen je ein Löffel Füllung geben. Alle Ränder mit Eiweiss bestreichen, dann mit einer zweiten Teigplatte zudecken. Mit einem Nudelholz zweimal längs und zweimal quer über das Raviolibrett fahren. Die Ravioli auf ein mit Hartweizengriess bestreutes Handtuch kippen.


Ravioli in einem grossen Topf in knapp siedendem Salzwasser kochen, bis sie an die Oberfläche steigen.
Für die Sauce in einer Bratpfanne die Zwiebel in Bratbutter glasig dünsten, dann die aufgetauten Pilze dazu geben. Natürlich kann man auch einfach frische Champignons oder andere Pilze, die man kaufen kann, nehmen. Pilze braten, mit wenig Mehl bestäuben und mit Weisswein ablöschen. Die eingeweichten Pilze mitsamt dem Einweichwasser dazu geben. Pilzragout ca. 15 Minuten köcheln lassen, salzen, pfeffern und die Petersilie zum Schluss dazu geben.
Ravioli in Suppentellern anrichten und die Pilzsauce dazu geben, mit gehackter Petersilie bestreuen.
Die Ravioli waren Teil eines mehrgängigen Menüs, da mag ich es jeweils ein bisschen leichter, deshalb hatte ich extra keine Sahne in der Sauce.

Donnerstag, 27. September 2012

Pilze putzen für ein Waldpilzragout


Die Pilzsaison ist in vollem Gange - eine wahre Freude. Gut, ist das Küken von Pilzen auch dermassen angefixt wie ich - so habe ich zwischendurch nette Begleitung bei meinen Streifzügen durch den Wald. Letztes Wochenende haben wir fette Beute gemacht - an zwei Tagen haben wir an die 8 kg Pilze gesammelt. Gefreut ist, dass derzeit die Vielfalt an Pilzen sehr gross ist. Als ich anfangs September im Wald war, gab es ja nur Steinpilze und Hexenröhrlinge. Die mag ich natürlich auch, aber in ein Pilzragout gehören schon mindestens sechs verschiedene Arten.


Gefunden haben wir nach wie vor viele Hexenröhrlinge und Steinpilze. Zu den Rotfussröhrlingen und den Ziegenlippen gesellten sich jetzt endlich auch die Maronenröhrlinge. Und neu gab es jetzt Zigeuner, Perlpilze und Violette Lacktrichterlinge. Am Sonntag waren dann plötzlich auch Safranschirmlinge und Parasol zu finden sowie ein paar Schopftintlinge. Auch ein paar Champignons gehören in ein Pilzragout, die hatte ich aber gekauft, da ich im Wald keine gefunden habe.

Das Sammeln von Pilzen ist ja das Eine, eine andere Sache ist die Putzerei. Das ist eine Heidenarbeit. Gut, wenn man die Pilze bereits im Wald vom gröbsten Dreck wie Sand, Laub und Nadeln befreit.
Ich mach hier mal eine Auflistung, wie die einzelnen Pilze für die Pfanne vorzubereiten sind:

Röhrlinge wie Steinpilze, flockenstielige Hexenröhrlinge, Ziegenlippe, Rotfuss- und Maronenröhrlinge
Kleine, feste Exemplare mit festen Röhren längs in Scheiben schneiden
Bei grossen Pilzen mit weichen Röhren, die Röhren entfernen. Diese aber nicht wegschmeissen, sondern auf dem Dörrex trocken und dann pulverisieren. Dieses Pilzpulver ist hervorragend für Saucen und für Risotto.
Den Rest vom Pilz in Stücke schneiden, Stiel quer in Rondellen.

Flockenstieliger Hexenröhrling

Steinpilz


Perlpilz
Huthaut abziehen, Stiel längs mit einem Messer abschaben. Stiel quer in Scheibchen schneiden, Hut in Stücke reissen.
Perlpilz 

Perlpilz häuten

Riesenschirmlinge wie Parasol und Safranschirmlinge
Bei den Riesenschirmlingen den Stiel entfernen. Stiele auf dem Dörrex trocknen und anschliessend zu Pulver mahlen.
Hüte von den Safranschirmlingen in Stücke reissen. Parasolschirme gebe ich in nicht zu grossen Mengen auch ins Ragout, aber es gibt dafür noch eine bessere Art der Zubereitung. Falls ich demnächst noch ein paar Parasol finde, werde ich diese andere Art hier zeigen.

Safranschirmling

Lacktrichterlinge
Die kleinen Violetten Lacktrichterlinge wachsen jeweils in grossen Mengen. Lacktrichterlinge sind Würzpilzchen, davon nehme ich so eine Handvoll pro Pilzragout. Bei den Lacktrichterlingen die Stiele entfernen (zäh) und nur den Hut verwenden.

Hüte von Violetten Lacktrichterlingen

Rezept
pro Person eine Handvoll geputzte, kleingeschnittene Waldpilze
wenig Mehl
trockener Weisswein
Salz, Pfeffer
Lorbeerblatt
1 Zweiglein Thymian
Sahne
Bratbutter
frische, gehackte Petersilie

In einer Bratpfanne die Pilze portionenweise in Bratbutter scharf anbraten. Pilze salzen und pfeffern und mit wenig Mehl bestäuben. Thymianzweiglein und Lorbeerblatt dazu. Mit Weisswein ablöschen, Wein einkochen lassen, evtl. noch ein bisschen Wasser dazu geben, falls die Sauce zu dick wird. Sahne dazu und das Pilzragout mindestens 20 Minuten köcheln lassen. Zum Schluss eine Handvoll gehackte Petersilie dazu geben.
Normalerweise gibt es bei uns dazu entweder Knöpfli oder ein weisses Risotto. Weil der Junghahn aber Pilzragout und weisses Risotto nicht so mag, habe ich letztes Wochenende halt ausnahmsweise mal ein Safranrisotto gemacht.

Die restlichen Pilze, die wir nicht sofort essen, putze ich, schneide sie klein und blanchiere sie. Dann abgiessen, kalt abschrecken und gut abtropfen lassen. So vorbereitet in Gefrierbeutel verpacken, Luft rausdrücken, verschliessen und einfrieren. So halten sich die Pilze länger als ein Jahr.
Röhrlinge wie Hexen und Steinpilze trockne ich auch in Scheiben geschnitten auf dem Dörrex.

Über den freuen wir uns einfach, weil er so schön ist, und lassen ihn stehen: Fliegenpilz