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Sonntag, 11. Juni 2017

Sonntagsbäckerei: Lemon tart nach Gill Meller

 Lemon tart

Als ich in London Gatwick meinen Koffer für den Flug nach Basel aufgegeben wollte, musste ich 40 £ draufzahlen, weil der Koffer 5 kg Übergewicht hatte. Sowas ist mir ja noch nie passiert. Als ich im Emmental aus dem Zug stieg, fuhr leider kein Bus, so dass ich mit meinem schweren Gepäck zu Fuss nach Hause musste. Mir sind fast die Arme abgefallen unterwegs. Und die ganze Zeit dachte ich: «Poulet, soviel hast Du doch eigentlich gar nicht geshoppt - wieso ist der Koffer bloss so sauschwer?!»
Nun ja, ein bisschen habe ich natürlich schon eingekauft... das Bisschen war leider ziemlich gewichtig. Wir waren unter anderem in Notting Hill in Books for Cooks, einer Buchhandlung, die nur Kochbücher führt - über 8000. Fantastisch! Von da habe ich mir «Gather» von Gill Meller mitgebracht. Ein wunderbares Werk, daraus werde ich noch einiges verbloggen. Heute fangen wir  mit Süsskram an.



Zum sonntäglichen Nachmittagstee gibt's die «Lemon & gooseberry tart with elderflower fritters». Aber ohne Stachelbeeren und frittierten Holunderblüten :-D. Denn hierzulande ist das mit den Stachelbeeren und den Holunderblüten ein bisschen schwierig. Also ich weiss ja nicht, wie die das in England hinkriegen, aber wenn bei uns der Holunder blüht, sind die Stachelbeeren noch lange nicht reif. Nun denn, ich habe also statt der Stachelbeeren Aprikosen verwendet. Und die Holunderblüten fallen grad ganz weg, die Törtchen sind so schon eine totale Kalorienbombe, da muss ich nicht noch frittierte Blüten drauf haben.

Rezept
Für 16 Törtchen

Teig
90 g Puderzucker
340 g Weissmehl
170 g Butter (kalt, in Würfel geschnitten)
1 Ei
2 Esslöffel kaltes Wasser
Hülsenfrüchte zum Blindbacken

Lemoncurd
100 g frische, entsteinte Aprikosen (im Originalrezept: 100 g Stachelbeeren)
2 Esslöffel Wasser
abgeriebene Schale einer grossen Zitrone
1 dl Zitronensaft
100 g Honig
8 Eigelb
225 g Butter (kalt, in Würfel geschnitten)

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Für den Teig Puderzucker mit Mehl mischen, ich habe noch eine Prise Salz dazu gegeben. Dann mit der kalten Butter zügig zwischen den Händen verreiben. Das mit dem Wasser verquirlte Ei dazu geben und rasch einen glatten Teig erarbeiten. Die Vertiefungen eines Muffinblechs ausbuttern. Den Teig von Hand in die Muffinvertiefungen drücken und bis oben einen Teigrand hochziehen. Auf jeden Teig ein Stück Backpapier legen und mit den Hülsenfrüchten beschweren (ich hab für sowas ein Glas Kichererbsen im Küchenschrank). Das Blech in den Ofen schieben und die Küchlein 15 bis max. 20 Minuten blind backen. Aus dem Ofen nehmen und auskühlen lassen.

Für die Füllung die Aprikosen mit dem Wasser in einen kleinen Topf geben und weichkochen. Ich habe noch zwei Kaffeelöffel selbstgemachten Vanillezucker beigefügt. Das Aprikosenkompott durch ein Sieb in eine Schüssel streichen. Den Honig, Zitronenschalenabrieb, den Zitronensaft sowie die Eigelb dazu geben. Nun ein Wasserbad herrichten und die Schüssel über das heisse Wasser stellen. Das Wasser sollte ab jetzt die ganze Zeit simmern, die Schüssel darf das Wasser aber nicht berühren. Nun die Masse aufschlagen, ich hab das mit dem Handrührgerät gemacht, bis sie heiss und dick ist. Jetzt ein Stück kalte Butter in die Masse geben und weiter rühren, bis die Butter geschmolzen ist. So nun Stück für Stück von der Butter in die Zitronenmasse rühren. Wenn die ganze Butter aufgebraucht ist, den Herd nochmals hochdrehen, dass das Wasser anfängt zu köcheln. Jetzt die Masse noch solange weiterrühren, bis sie richtig heiss ist, dann die Schüssel vom Topf nehmen und den Lemoncurd durch ein Sieb streichen. Anschliessend den Curd in die ausgekühlten Küchlein füllen. Küchlein für 4 bis 6 Stunden in den Kühlschrank stellen, bis der Curd fest ist. 


4 bis 6 Stunden Zwischenlagerung im Kühlschrank


Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben. Ich hatte noch ein Beerenkompott von einem andern Dessert übrig und fand, das passt ganz nett zu den Törtchen.

Zitronentörtchen mit Beerenkompott


Angaben zum Kochbuch: Gill Meller, Gather - Verlag: Quadrille Publishing - ISBN-978 1849497138. Das Buch ist nur in Englisch erhältlich.

Mittwoch, 10. Juli 2013

Gâteau Saint-Honoré zum Hochzeitstag


Heute sind meine Eltern 49 Jahre verheiratet. Schon verrückt, gell. Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Neunundvierzig Jahre... 49 Jahre Höhen und Tiefen, Freude und Leid, Lustiges und Trauriges miteinander durchlebt. Sie haben zusammen gearbeitet, ein Haus umgebaut, zwei Junghühner aufgezogen, sind gemeinsam in die gleiche Richtung gegangen. Klar gab es Auseinandersetzungen, auch Krisen und all den Scheiss, den es halt so gibt in einer Beziehung. Aber im Endeffekt haben sich beide immer wieder auf das Gemeinsame besonnen. Dafür war und bin ich Ihnen heute noch dankbar.

Hochzeit der Henneneltern.

Eines aber haben meine Eltern all die Jahre immer wieder vergessen: ihren Hochzeitstag. Meist so eine Woche hinterher sagte eines von beiden: «Sag mal, was haben wir heute eigentlich für ein Datum...» Und dann Gelächter: «Wir haben den Hochzeitstag schon wieder vergessen, der wäre letzte Woche gewesen!»

Heute seit 49 Jahren verheiratet.

Den 25. Hochzeitstag hätten meine Eltern damals glatt auch wieder versemmelt: Voll der Stress im Job (Heimleiter in einem Altersheim) und grad gar keine Zeit, um an sowas «Profanes» wie einen Hochzeitstag zu denken. Aber ich hatte dran gedacht und meinen Eltern verboten, in die Wohnung zu kommen (Dienstwohnung um Altersheim). Ich hatte am Nachmittag extra frei genommen und die Küche mit Beschlag belegt. Gut, dass meine Mutter an dem Tag soviel um die Ohren hatte, dass sie gar nicht nachgefragt hat, was ich da eigentlich mache. Somit hatte ich meine Ruhe und die brauchte ich auch. Denn ich bastelte die erste Torte meines Lebens - einen Gâteau Saint-Honoré. Ich weiss bis heute nicht, wie ich es damals in einem halben Tag geschafft hatte, die Torte zu basteln und dazu noch ein mehrgängiges Abendessen hinzulegen - ich war damals grad mal 23. Jedenfalls hatte alles geklappt und mein Vater hatte damals die Torte über den Klee gerühmt. Seither hatte ich sie leider nie wieder gemacht bis jetzt.

1964 vor der Schweizer Botschaft in Teheran

Und es werden nicht wieder fast 25 Jahre vergehen, bis es die Torte wieder gibt, das weiss ich. Denn dafür liebe ich Windbeutel, diese mit Luft und luftiger Crème gefüllten Dinger zu sehr.

Rezept für eine Torte mit ca. 24 cm Durchmesser
Brandteig für die Windbeutel
3 dl Milch
80 g Butter
1,5 Esslöffel Zucker
1/4 Teelöffel Salz
1 Prise Muskat
150 g Mehl
3 Eier
100 g Butterblätterteig

Crème für die Füllung
1 Vanilleschote
3 dl Milch
60 g Zucker
4 Eigelb
3 Blatt Gelatine
3 Eiweiss
2 dl Rahm

Caramel
100 g Zucker
1,25 dl Wasser

Himbeeren zur Deko

Brandteig
In einem flachen Topf Milch mit der Butter, dem Salz, Zucker und Muskat aufkochen. Dann das Mehl dazu geben und dabei ständig rühren, auf kleinem Feuer ca. 3 bis 5 Minuten abbrennen. Das ergibt einen dicken Teig, der sich vom Topfboden löst und total mühsam im Schneebesen hängt. Topf vom Herd nehmen, den Teig aus dem Schneebesen klopfen und ca. 10 Minuten etwas auskühlen lassen. Jetzt die Eier eins nach dem andern unter den Teig rühren.
Den Blätterteig auswallen und eine runde Form von ca. 24 cm Durchmesser ausschneiden (habe ich mit einem Topfdeckel und einem Pizzarad gemacht). Ein grosses Kuchenblech mit Backpapier auslegen, die Teigplatte auf das Papier legen und mehrfach mit einer Gabel anstechen.
Den Brandteig in einen Spritzbeutel mit grosser Sterntülle geben und auf den Blätterteig einen Rand aufspritzen, der ca. 2 cm hoch sein sollte.
Mit dem Rest des Brandteiges kleine Windbeutel spritzen. Das Blech in den auf 200 Grad vorgeheizten Ofen schieben (zweite Schiebeleiste von unten), backen ca. 20 Minuten. Dann die Windbeutel und den Boden auf einem Gitter auskühlen lassen.


Crème
Für die Crème die Milch mit der ausgekratzten Vanille-Schote und dem Zucker aufkochen. Die Eigelb in eine Schüssel geben. Die heisse Milch dann langsam unter ständigem Rühren zu den Eiern giessen. Nun die Eier-Milch-Geschichte zurück in den Topf geben und diesen zurück auf den Herd stellen. Bei schwachem Feuer solange rühren, bis die Crème anfängt zu binden (nicht kochen!). Die Gelatineblätter in kaltem Wasser einweichen, wenn sie schön labbrig sind, ausdrücken und in die heisse Crème rühren. Crème vollständig auskühlen lassen.
Eiweiss zu Schnee und den Rahm steif schlagen. Eiweiss und die Hälfte des Rahms unter die ausgekühlte Crème heben.
Die Windbeutel mit einer Schere aufschneiden und jeden Windbeutel mit der Crème füllen. Die restliche Crème auf den Tortenboden streichen.

Caramel
In einem Topf den Zucker caramelisieren, das Wasser beifügen und anschliessend gute 5 Minuten kochen lassen, bis sich ein dickflüssiger Sirup bildet. Die Windbeutel kopfüber in den Caramel tauchen. Anschliessend auf die Crème setzen.

Finish
Die restliche Sahne in einen Spritzbeutel geben und zwischen die Windbeutel weisse Sahnetupfer setzen. Himbeeren dekorativ auf dem Kuchen zwischen die Sahne verteilen.
Torte mind. eine Stunde kühl stellen.


Sonntag, 14. April 2013

Nachgebacken: Doppelte Donauwellentorte von Gekleckert

 
Torte gehört zu Sonntag wie Sonntag zu Torte. In Deutschland zumindest. In der Schweiz ist das nicht so. Also ich zumindest bin quasi ohne Torten und Kuchen aufgewachsen - und das bitteschön mit einem Vater, der ursprünglich Pâtissier und einem Grossvater, der Bäcker-Konditor mit eigenem Geschäft und Tea-Room war. Und der Rest der väterlichen Verwandtschaft (die Geschwister meines Vaters) hatten alle auch eine süsse Ausbildung. Als ich Kind war, hatte mein Vater sehr oft Torten produziert: Für Freunde zum Geburtstag, für den Schützenverein, in dem er Mitglied war, für irgendwelche Bekannte zum Hochzeitstag... mehrstöckige, cremegefüllte Wahnsinnsgebilde, aufwändig mit selbstgemachten Marzipanröschen verziert (Fondantmasse, wie man sie heute kennt, gab es damals noch nicht), meist mit einer Marzipan-Banderole versehen, die mit Schokolade in gotischer Schrift beschriftet war.
Zu meinem zweiten Geburtstag gab es eine Schwarzwälder Torte (ohne Kirsch für die Kinder) und dann erst wieder eine zu meinem zwanzigsten Purzel. Die Jahre dazwischen gab es zwar schon immer einen Kuchen... aber nie eine Torte. Meine Mutter schmiss jeweils ein Cake in den Ofen oder sowas ähnliches... das war zwar oke, aber diese creme- oder sahnegefüllten Torten waren halt schon was Besonderes.

Mini-Henne am 2. Geburtstag mit Schwarzwälder Torte

Letzte Woche postete Jens von Gekleckert eine Doppel-Moppel-Donauwellentorte. Das muss man sich mal vorstellen. Eine Donauwelle an sich ist ja schon etwas wahnsinnig Leckeres. Aber das Ganze dann doppelstöckig... da setzte bei mir Schnappatmung ein. Produziert hat diesen Traum die Frau Jens, also dem Jensen seine Freundin. Meine Hochachtung ist ihr gewiss. Vor allem, nachdem ich nun am Freitag Abend und Samstag Vormittag versucht habe, dieses Gebilde nachzubauen.
Grundsätzlich: das Rezept ist super. Alles haarklein beschrieben. Eigentlich kann da nichts schief gehen. Ausser wenn Frau Henne dann findet, dass sie statt gekauftem Pudding lieber selber einen Pudding macht. Ne, auch das war eigentlich noch in Ordnung. Aber dann bei der Vermischung von Butter und Pudding zu einer Buttercrème habe ich eben geschusselt. Statt löffelweise Pudding in die weiche Butter zu rühren, habe ich dummerweise die weiche Butter als Ganzes in den Pudding geschmissen. Leider gab das dann keine Buttercrème sondern so ein bisschen was Komisches, also irgendwie eine Crème mit Butterstückchen drin. Somit wurde das Ganze dann auch nicht so richtig schön fest über Nacht. Tja... von aussen sieht das Tortenhochhaus eigentlich ganz nett aus, aber eben, innen fehlt irgendwie eine mind. Dreizentimeterschicht Buttercrème.
Des weiteren gibt es in der Schweiz nicht diese wunderbar grossen Sauerkirschen. Unsere hier sind so miniminiwinzwinzkleine Dingerchen. Grad mal so gross wie mein kleiner Fingernagel. Irgendwie sind die in der ganzen Torte irgendwo abgesoffen. Schmecken tut man sie, aber sehen...  Ihr seht, ich habe da noch Verbesserungspotenzial.


Rezept für eine Springform von 18 cm Durchmesser1 großes Glas Sauerkirschen (~750 ml)
250 g + 80 g weiche Butter 
250 g Mehl 
225 g Zucker 
1 Prise Salz 
4 Eier 
2 Teelöffel Backpulver 
1 Esslöffel Kakao 
1 großer Becher Vanillepudding à 300ml (ich: 300 ml selbstgemachter Pudding, Rezept siehe unten) 
50 g + 75 g + 200 g dunkle Schokolade

Pudding 
1/2 l Milch 
3 Esslöffel Maisstärke 
2,5 Esslöffel Zucker 
ausgekratztes Mark einer Vanilleschote 
2 Eigelb




Während die Kirschen abtropfen, Springform ausbuttern und leicht mehlen. Backofen vorheizen auf 175 Grad. 

250 g Butter, 225 g Zucker und das Salz schaumig rühren, dann ein Ei nach dem andern unterrühren. Backpulver mit dem Mehl vermischen und unter den Teig heben. Die Hälfte des Teiges in eine andere Schüssel geben und beiseite stellen.
50 g Schoggi im Wasserbad schmelzen und zusammen mit dem Kakao unter die eine Hälfte des Teiges rühren. 
Die Hälfte des hellen Teiges in die Springform geben und glatt streichen, obendrauf die Hälfte des Schoggiteiges schmieren. Die Hälfte der Kirschen durch den dunklen Teig bis fast nach unten durch den hellen Taig drücken. Den Kuchen ca. 35 Minuten im Ofen backen, aus der Springform nehmen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. 
Springform auswaschen und mit den restlichen Zutaten ein zweites Bisquit analog des Ersten herstellen. Wer zwei Formen hat, kann die Böden auch gleichzeitig backen. 
Für den selbstgemachten Pudding alle Zutaten bis und mit Vanillemark mit einem Schneebesen gut verrühren, aufkochen lassen, Topf vom Herd nehmen und die Eigelb einrühren. Topf wieder auf den Herd, rühren, bis die Masse anfängt zu stocken. Den Pudding sofort in eine kalte Schüssel giessen und schnellstmöglich runterkühlen, dazu Schüssel in kaltes Wasser stellen, alle fünf Minuten mit dem Schneebesen gut durchrühren, bis der Pudding Zimmertemperatur hat. 
Für die Buttercreme 80 g Butter mit 3 dl von dem Vanillepudding verrühren bis sich beides verbunden hat und die Masse glänzt, sollte dies nicht der Fall sein, kann man die Creme über einem Wasserbad auf ganz niedriger Temperatur zu einer homogenen Masse verrühren. Danach wieder abkühlen lassen bzw kühl stellen. 
Hier noch eine Anmerkung meinerseits: ich würde die zimmerwarme Butter mit dem Schneebesen glatt rühren, dann löffelweise Pudding dazu geben, immer gut rühren, damit sich der Pudding und die Butter gut vermischen. 
Einen der abgekühlten Böden in einen Tortenring legen und den Ring fest auf die Größe anpassen. Die Hälfte der Buttercreme auf dem Boden gleichmäßig verstreichen. 75 g Schokolade über dem Wasserbad schmelzen, kurz abkühlen lassen und über der Buttercreme verteilen. Auskühlen lassen. Nun den Rest der Buttercreme auf der Schokoschicht verstreichen und den zweiten Boden aufsetzen (mit der glatten Seite nach oben). Andrücken und über Nacht im Ring in den Kühlschrank stellen. 
Tags drauf 200 g Schoggi im Wasserbad schmelzen. Den Kuchen aus dem Ring lösen und mit der Schokolade dünn aber deckend überziehen. Auskühlen lassen.

Die Torte habe ich mit essbaren Blüten und Mini-Schoggiröllchen verziert.



Ganz zum Schluss verrate ich euch noch, dass ich für diese Torte geschlagene 6 Stunden in der Küche stand. Aber ich bin kein Massstab, ich bin überzeugt, dass die Frau Jensen das in der halben Zeit hingekriegt hat.

Sonntag, 10. März 2013

Mississippi Mud Pie


Wenn ich nicht esse, komme ich auf die irrsten Ideen. Gestern Samstag stand ich bereits um 8.30 Uhr in der Küche, guckte in alle Schränke, in den Tiefkühler, in den Kühlschrank, blätterte in Koch- und Backbüchern nach Ideen und wusste: «Wenn ich jetzt nicht subito etwas koche, drehe ich gleich am Rad!» Also knetete ich mal einen Nudelteig, da ich gedachte, im Laufe des Tages Ravioli zu basteln. Dann wühlte ich mich durch Roberts Archiv nach Ideen für Füllungen. Sybilles Maultaschen waren auch eine Option.
Dann fiel mir so ein olles Backbuch in die Hände, aus dem ich noch nie etwas gebacken hatte, da drin stach mir ein Mississippi Mud Pie in die Augen. Aber beim Durchlesen des Rezeptes war ich mir plötzlich nicht ganz sicher, ob das, was da im Text stand, wirklich auch das gab, was auf dem Bild abgebildet war. Also gegoogelt und auf dem Blog vom Honigkuchenpferd ein Rezept gefunden, welches bei der nachbackenden Leserschaft helle Begeisterung ausgelöst hatte. Die Bildanleitung war ebenfalls toll - drum schnell kontrolliert, ob ich alle Zutaten im Haus habe und dann losgelegt.

Rezept für eine Tarteform von 28 cm
Teig
200 g Mehl
25 g Kakaopulver
50 g Zucker
125 g Butter
1 Espresso (30 ml)

Füllung
150 g Butter
230 g Zucker (im Originalrezept waren es 300 g)
2 Kaffeelöffel selbstgemachten Vanillezucker
4 Eier
300 g Sahne
2 Kaffeelöffel Zuckerrübensirup
150 g Zartbitterschokolade
40 g Kakaopulver

Deko
100 g Zartbitterschokolade
400 g Sahne
2 Beutel Rahmhalter

Boden
Mehl, Zucker und Kakaopulver miteinander vermischen, dann die Butter in Stückchen dazu geben und mit den Trockenzutaten verreiben. Jetzt den heissen Espresso dazu giessen, alles zu einer Kugel zusammenfügen und in Folie gewickelt ca. 30 Minuten kühl stellen.
Anschliessend den Ofen auf 190 Grad vorheizen. Den Teig auswallen und in eine Tarte- oder eine Springform legen, den Rand mind. 3 cm hochziehen. Ein Stück Backpapier auf den Teig legen und mit trockenen Hülsenfrüchten (ich nehme da Kichererbsen) beschweren. Den Kuchenboden bei 190 Grad ca. 25 Minuten backen.

Füllung
Zucker und Vanillezucker mit der weichen Butter verrühren. Die Eier nacheinander zu der Butter-Zucker-Mischung geben und vermischen. Sahne, Zuckerrübensirup und gesiebten Kakao beifügen.
Schoggi im Wasserbad schmelzen und unter Rühren in die Masse giessen.
Die Hülsenfrüchte und das Backpapier entfernen und die Fülle auf den Kuchenboden giessen. Den Ofen auf 160 Grad zurück stellen und den Kuchen weitere 45 Minuten backen. Dann vollständig auskühlen lassen.


Deko
100 g Schoggi im Wasserbad schmelzen und auf einer Porzellan- oder Glasplatte dünn verstreichen. Jetzt die Platte kühl stellen, bis die Schoggi hart ist. Das ist sie, wenn sie nicht mehr feucht glänzt. Mit einem Schaber aus der Schoggi Röllchen formen. Wenn die Schoggi zu kalt resp. zu hart ist, dann brechen die Röllchen. Die Form dann einfach 10 Minuten bei Zimmertemperatur stehen lassen, dann hat die Schoggi die richtige Temperatur und lässt ich leicht rollen.


Jetzt die Sahne mit dem Rahmhalter steif schlagen und auf dem vollständig ausgekühlten Kuchen verteilen. Ich habe noch zusätzlich 1 dl Sahne steif geschlagen um die Tupfen auf den Rand aufspritzen zu können. Ich mag Torten und Kuchen mit so Sahnetupfen, die machen einfach optisch was her. Zum Schluss die Schoggiröllchen in der Mitte des Kuchens  «lockerflockig» aufschichten.

Meine Teigrand war ein Tick zu wenig hoch, so dass nicht die ganze Füllung Platz hatte. Die restliche Füllung habe ich dann in zwei feuerfeste Glas-Puddingförmchen gegossen und mit dem Kuchen zusammen in den Ofen geschoben. Die sind wie ein Soufflee aufgegangen, beim Auskühlen aber auch wieder ein Tick zusammengefallen. Jedenfalls haben das Küken und das Perlhühnchen diese zwei Puddings noch lauwarm mit einem Klecks Sahne und einem glückseligen Lächeln im Gesicht gelöffelt.

Ich möchte jetzt öffentlich festhalten, dass ich Torten backen kann! Sogar verzieren kann ich sie - ich finde, die hier schaut jedenfalls sehr chic aus. Und es hatte sogar Spass gemacht, sie zu basteln.


Achja, und die Ravioli habe ich gestern natürlich auch noch gemacht, die verblogge ich dann, wenn sie auf den Tisch kommen. Habe sie nämlich eingefroren.

Donnerstag, 28. Februar 2013

Nachgebacken: Meringuierte Zitronentarte vom Schoggizwerg


Ich glaube, ich kann wirklich backen. Naja, zumindest schön brav nach all den wunderbaren Kuchen- und Tortenrezepten auf euren Blogs. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie ich mich darüber freue. Ich mochte als Kind ja überhaupt nichts Süsses ausser Schwarzwäldertorte. Pure Schoggi - damit konnte man mich jagen. Schoggikuchen ging nur in Kombination mit Sahne oder Orangen. Später dann Süsses meist mit Saurem kombiniert. Kuchen mit Sauerkirschen - oke. Kuchen mit Zwetschgen - oke. Zitronenkuchen - Highlight! Mittlerweilen mag ich Kuchen und Torten - aber es muss immer irgendwie Säure drin haben.
Vor ein paar Tagen bin ich beim Schoggizwerg vom Charlottenblog über eine Zitronentarte gestolpert. Die sah sooooo wahnsinnig schön aus, dass mir grad das Wasser im Mund zusammengelaufen ist. Aber dann habe ich das Rezept studiert und gedacht: «Ein Huhn ist halt einfach kein Adler, jetzt wirst Du grössenwahnsinnig!» Aber ich wäre nicht ich... und somit habe ich mich frisch ans Werk gemacht. Und musste feststellen: Ich bin doch ein Adler! ;-)

Achja, etwas muss ich noch anfügen, das Rezept von Schokozwerg ist angegeben für eine Tarteform von 22 bis 24 cm. Meine hat 26 cm und der Teig sowie die Fülle hat dafür auch gereicht. Die Mengenangaben im Original sind durchgehend in g angegeben, also auch die Eier und die Sahne. Ich übernehme das mal so, gebe aber noch an, wieviele Eier es waren. Und noch was: Ihr braucht einen Tag Vorlaufzeit. Der Teig muss 12 Stunden ruhen. Warum weiss ich auch nicht, aber stand so im Rezept. Und ich wandle bei Gebackenem grundsätzlich nicht ab, weil das endet im Desaster, ich weiss das.

Rezept für eine Tarteform von 26 cm
Boden (12 Std. im Voraus)
250 g Weissmehl (Type 550)
150 g weiche Butter
40 g geschälte, gemahlene Mandeln
80 g Zucker
1 Prise Salz
1 Ei (50 g) verquirlt

Füllung
2 Eier (100 g)
1 Eigelb (20 g)
100 g Zucker
25 g Maisstärke
160 g Sahne
abgeriebene Schale von 1 Zitrone
160 g frisch gepresster Zitronensaft (waren bei mir 3 Zitronen)
Achtung: vor dem Auspressen der Zitronen, von einer Zitrone noch die Schale abreiben (wird für die Meringuage gebraucht)

Meringuage
2 Eiweiss (80 g)
80 g Puderzucker

Teig für den Boden
Mehl und weiche Butter von Hand miteinander verkneten. Zucker und Mandeln beifügen. Ei und Salz miteinander verkleppern, dann zur Mehlmischung geben und alles von Hand zackig verkneten. Eine Kugel formen, in Folie wickeln und mindestens 12 Stunden kühl stellen.
Anderntags den Teig Zimmertemperatur annehmen lassen und dann in eiine Tarteform gleichmässig reindrücken. Für den Boden habe ich ein Stück Teig zwischen zwei Frischhaltefolien ein bisschen ausgewallt, den Rest dann von Hand einfach reingedrückt. Den Rand habe ich dann Stück für Stück in die Form gepresst. Weiss der Gugger, wie andere es schaffen, einen Mürbeteig auszuwallen. Bei mir klappt das jedenfalls nicht richtig und der Teig hier war total klebrig. Egal, irgendwie und irgendwann war der Teig drin. Dann kommt die Form entweder für mindestens eine halbe Stunde in den Tiefkühler oder wie bei mir vor die Haustür. Denn draussen waren heute Minusgrade und im Tiefkühler kein Platz.

Füllung
Eier und Eigelb verkleppern. In einer separaten Schüssel Zucker und Stärkemehl mischen. Dann die Eier mit dem Zucker-Stärkemehl so verrühren, dass alle Klümpchen aufgelöst sind. Nun die Sahne und den Zitronensaft zufügen. So, und dabei habe ich die grösste Sauerei überhaupt veranstaltet - voilà:


Denn ich bin ja «schlau» und dachte, ich könnte alles in einem Massbecher zusammen vermischen und zwar mit dem Zauberstab. Das klappte auch wunderprächtig. Nur hatte ich dann den Fehler gemacht, den Zauberstab im Massbecher stehen zu lassen. Und als ich mich dann umdrehte, um die Zitronenschale abzureiben, ist der Massbecher mitsamt dem Zauberstab auf die Schnauze gefallen und die ganze schöne Sauce floss unter die Mikrowelle und über die Küchenfronten und überhaupt... Aber geistesgegenwärtig habe ich den Zauberstab zur Seite geschmissen und von Hand die Sauce zurück in den Massbecher geschoben. Immerhin sind 4,5 dl durch die Küche geflossen und 4 dl habe ich gerettet (mit ein bisschen Stärkemehl, Sahne und Zucker habe ich den fehlenden Teil ergänzt).
Aber jetzt erst mal fluchen wie ein Emmentaler Stallknecht und dann putzen!
Und dann weiter im Text. Also noch die Zitronenschale in den geretteten Guss reiben. Den Guss kühl stellen und den Backofen auf 170 Grad vorheizen (Unter-/Oberhitze). Den Teigboden aus dem Tiefkühler oder von draussen rein holen und in den Ofen schieben. 10 Minuten blind backen. Dann den Guss auf den Teig giessen und weitere 30 Minuten backen (ich auf der zweituntersten Rille). Die Füllung wabbelt jetzt nicht mehr, wenn man die Form leicht schüttelt und gibt aber auf Druck leicht nach. Tarte aus dem Ofen nehmen und den Ofen auf 200 Grad hochjagen.

Meringue
Unterdessen die Meringue anrühren. Dafür das Eiweiss steif schlagen und dabei langsam den Puderzucker dazu rieseln lasse. Die Masse sollte cremig-fest sein und glänzen. Jetzt noch die Zitronenschale von einer Zitrone dazu geben (habt ihr ja schon abgerieben bei der Füllung) und mit dem Gummischaber sorgfältig unterziehen. Schoggizwerg verstreicht nun mit einem Teigspatel die Eiweissmasse auf der Tarte und stippt dann mit der Spitze des Spatels kreuz und quer in die Masse, so dass sich kleine Zipfel bilden. Ich habe die Masse in einen Spritzsack mit runder Tülle gefüllt und kleine Güpfli auf die Tarte gespritzt. Gab auch schöne Zipfel.
Jetzt die Tarte 8 bis 10 Minuten in den Ofen schieben, bis die Meringue leicht gebräunt ist. Rausfischen, und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Das Auskühlen war fast der schwierigste Teil... ;-)


Auch meringuierte Zitronentörtchen gleich in zwei Varianten hat Andy von Lieberlecker gebacken.
Und Dirk von Cucina e passione präsentiert derzeit meringuierte Orangentörtchen.

Dienstag, 12. Februar 2013

Nachgebacken: Quarktorte von Frau Flohnmobil


Der Junghahn war ja letzte Woche malade. Nun ist er seit dem Wochenende wieder einigermassen auf den Beinen, schwach zwar, aber immerhin. Der hat die letzten 10 Tage 6 kg abgenommen. Es ist ja auch so schon nicht grad viel an ihm, aber jetzt schlottern ihm die Klamotten wirklich am Leibe. Nun, damit er mir nicht vom «Bitz» fällt, gedachte ich, seine Lieblingstorte zu backen: Quarktorte. Denn letzte Woche hatte die Frau Flohnmobil eine wunderbare Quarktorte gebastelt, ein Foto davon veröffentlicht und gut war's... dachte sie. Nur hatte sie leider nicht mit ihren Leserinnen gerechnet - das Geschrei war gross, so dass Frau Flohnmobil kurz darauf das Rezept online gestellt hat.
Und da ich ja nach dem Desaster von letztem Jahr jetzt weiss, auf was es ankommt, habe ich mich ohne grosse Hemmungen an das Rezept gewagt.

Rezept für eine Springform von 26 cm Durchmesser
Teig
250 g Weissmehl
1 Prise Salz
20 g Zucker
125 g Butter
1 Ei
1 Esslöffel Wasser

Füllung
40 Griess (im Original Mehl)
900 g Quark (hatte nur 800 g, dafür aber noch 100 g Crème fraiche)
3 Eier
40 g Butter
180 g Zucker
1 Esslöffel Vanillezucker, selbstgemacht
1 Prise Salz
80 g Rosinen

Für den Teig das Mehl mit Salz und Zucker mischen. Kalte Butter in kleine Stückchen schneiden und mit dem Mehl zwischen den Fingerspitzen fein verreiben. Das Ei mit dem Wasser verquirlen und zum Mehl-Butter-Gemisch geben. Rasch zu einem glatten Teig zusammenfügen (nicht kneten). Eine Kugel formen, diese in Frischhaltefolie wickeln und eine halbe Stunde kühl stellen. Dann auswallen und eine 26er Springform (vorher gebuttert und mit selbstgemachtem Paniermehl ausgebröselt) damit auslegen. Den Teigrand so hoch wie die Springform ziehen. Den Teigboden mit Rosinen bestreuen.
Für die Füllung den Griess mit dem Quark vermischen. Eigelb mit Zucker, Vanillezucker und der geschmolzenen Butter hell rühren und anschliessend zum Quark geben. Gut durchmischen. Eiweiss mit einer Prise Salz steif schlagen und vorsichtig unter die Quarkmasse heben. Quarkmasse in die vorbereitete Springform giessen.
Im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad ca. 1 Stunde bis 70 Minuten backen.


Diese Woche ist mein Neffe bei uns zu Besuch. Um die Zeit zu überbrücken, bis der Kuchen aus dem Ofen kam und ausgekühlt war, haben wir einen Jass geklopft.  Ich bin von den Jungs grauenhaft abgekanzelt worden - Null Chancen. Aber die Woche ist noch lang, ich werde mich rächen ;-)

Nachtrag für Frau Flohnmobil und für alle NachahmerInnen
Die Quarktorte schmeckt wunderbar, ist innen luftig-fluffig, genau so, wie wir sie mögen. Die Torte war so gut, dass wir gleich den halben Kuchen weggeputzt haben.

Mittwoch, 30. Januar 2013

Eine Torte zum Geburtstag - Sauerkirschen-Fächertorte


Darf ich euch ein Stück Torte anbieten? Das Küken hat gestern gebacken. Für euch, für mich, für diesen Blog. Denn genau vor einem Jahr habe ich den Poulet-Blog ins Leben gerufen, habe die Rezepte, die ich bereits auf dem Hennen-Blog veröffentlicht habe, hierhin kopiert und am 30. Januar ging das hier online mit einem Coq au vin - und dem jämmerlichsten Bild, das dieser Blog je gesehen hat. Ugly Food zur Eröffnung sozusagen. Na, das versprach ja heiter zu werden ;-)
Egal. Heute gibt's ein wunderbares Törtchen zum ersten Bloggeburtstag. Ein kleines Dankeschön dafür, dass ihr euch für meine Kocherei und meine Schreibe interessiert. Ein Merci dafür, dass ihr hier lest. Eine Verbeugung für den Applaus, den ihr mir mit euren Kommentaren zuteil kommen lasst. Ich habe durch diesen Blog wunderbare Menschen kennengelernt, die ich nicht mehr missen möchte. Über die Zweifel, die mich manchmal überkommen, schreibe ich heute nichts. Jetzt wird gefeiert!
Das Törtchen hat das Küken nach einem Rezept von Petra von Chili und Ciabatta gebacken. Das Original von Petra ist mit Pflaumen gefüllt, unser Törtchen mit Sauerkirschen. Das Küken hat sich genau an die Mengenangaben von Petra gehalten, jedoch bei uns ergab das eine Springform von 18 cm Durchmesser, bei Petra eine mit 26 cm Durchmesser... *grübel* ;-)

Rezept für eine Springform von 18 cm Durchmesser
Teig
150 g Mehl
3 Teelöffel Backpulver
125 g Zucker
2 Teelöffel Vanillezucker, selbstgemacht
125 g weiche Butter
4 Eier
Mandelsplitter

Sauerkirschfüllung
250 g abgetropfte Sauerkirschen aus dem Glas
1,5 bis 2 dl Saft von den Sauerkirschen
1 Esslöffel Zucker
1 gehäufter Kaffeelöffel Maisstärke

Quarkfüllung
3 dl Schlagrahm
250 g Rahmquark
75 g Zucker
2 Kaffeelöffel Vanillezucker
1 Bio-Zitrone Schale und Saft
4 Blatt Gelatine
zusätzlich 1 dl Schlagrahm

Petra mischt erst Backpulver und Mehl und gibt dann die andern Zutaten dazu und mischt mit dem Mixer alles zu einem glatten Teig. Das hat bei uns Klümpchen gegeben. Das nächste Mal machen wir wieder erst alle flüssigen/weichen Zutaten zusammen und geben das Mehl und das Backpulver zum Schluss dazu. Dann eine Springform buttern und mit Paniermehl ausbröseln. Teig einfüllen, mit Mandelsplitter bestreuen und ca. 35 bis 40 Minuten bei 180 Grad backen. Biscuit aus der Form nehmen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.
Das Maizena mit dem Sauerkirschensaft verrühren und mit dem Zucker in einem kleinen Topf unter ständigem Rühren aufkochen. Solange köcheln lassen, bis es gut abgebunden hat. Dann den Topf vom Herd nehmen und die Kirschen beifügen. Sauerkirschenfüllung auskühlen lassen.
Die Gelatineblätter in kaltem Wasser einweichen. Quark, Zucker, Vanillezucker und Zitronenschale in einer Schüssel verrühren. Zitrone auspressen, den Saft erhitzen und die ausgedrückten Gelatineblätter im heissen Saft auflösen. Den Saft vorsichtig zum Quark giessen und gut verrühren. Nun die Sahne steif schlagen und unter die Quarkmasse heben.
Das ausgekühlte Biscuit so aufschneiden, dass der untere Boden etwa doppelt so dick ist wie das Deckelstück. Den Deckel in 8 Teile schneiden. Den Boden auf einen Teller legen, einen Tortenring um den Boden stellen und in die Mitte des Biscuits die ausgekühlte Sauerkirschenfüllung geben, so dass rundum ca. 1 cm Rand frei bleibt. Nun die Quarkmasse erst aussenrum, dann auch über die Sauerkirschen verteilen und glatt streichen. Torte so ca. 2 Stunden kühl stellen. 
Den Tortenring entfernen. Die restliche Sahne steif schlagen und auf die Torte 8 Sahnetupfer mit dem Spritzbeutel und einer Sterntülle setzen. Wir hatten noch einen Rest Sauerkirschfüllung, den hat das Küken oben auf der Torte verteilt. Zum Schluss die Deckelstücke fächerartig auf der Torte verteilen und die Torte mit Puderzucker bestäuben.


Nein, unser Haus ist nicht kalt. Nein, das Küken hatte auch keine Ohrenschmerzen. Mütze tragen ist einfach cooooool. Und nein, ich verstehe das nicht - muss ich auch nicht.

Mittwoch, 30. Mai 2012

Frankfurter Kranz


Ich bin immer noch platt von der Backerei. Einerseits, weil es wirklich ein wahnsinniger Aufwand war. Andererseits weil ich immer noch fast nicht glauben kann, dass ich tatsächlich sowas wie ne Torte selbst gemacht habe.
Das Rezept für den Frankfurter Kranz hatte ich - wie bereits erwähnt - in der aktuellen «Landlust» gesehen. Ich geb dem Rezept jetzt mal das Prädikat «gelingsicher». Es war so beschrieben, dass sogar ich es geschnallt habe.

Rezept für eine Kranzform von 26 cm

Teig
300 g weiche Butter
300 g Zucker
Mark von 1/2 Vanilleschote (ich hab selbstangesetzten Vanillezucker genommen)
6 Eier, getrennt
300 g Mehl
2 Messerspitzen Backpulver (das erschien mir zuwenig, hab einen guten Tl genommen)

Buttercrème
300 g zimmerwarme Butter
1 Päckchen Puddingpulver
5 dl Milch
2 Eigelb (ich hab nur eins genommen)
5 Esslöffel Zucker

Krokant
150 g gehackte Mandeln
3 bis 4 Esslöffel Zucker
1 bis 2 Teelöffel Butter

Ausserdem
Butter für die Form
Johannisbeergelee (ich hatte Erdbeer)
Cocktailkirschen (hatte ich keine)

Teig
Die Butter mit zwei Dritteln des Zuckers und dem Vanillemark oder -zucker schaumig rühren. Dann die Eigelb unterrühren. Mehl und Backpulver mischen und zügig unter den Teig arbeiten. Eiweiss steif schlagen und den letzten Drittel Zucker rein mischen. Nun das Eiweiss vorsichtig unter den Teig heben. So steht es zumindest im Rezept. Ich fand das nicht ganz soooo einfach. Rein gefühlsmässig würde ich jetzt das nächste Mal das Eiweiss vor dem Mehl dazu mischen. Aber vielleicht klappt das dann nicht mehr mit dem Kuchen...
Form gut ausbuttern und mehlieren (ich hab nicht Mehl sondern feinstes, selbstgemachtes Paniermehl genommen). Im auf 180 Grad vorgeheizten Backofen ca. 50 bis 55 Minuten backen.

Buttercrème
Das Puddingpulver in etwas kalter Milch anrühren und das Eigelb dazu klopfen. Die restliche Milch mit dem Zucker mischen und kurz aufkochen. Vom Herd ziehen und die Pudding-Milch-Ei-Mischung einrühren, das ganze wieder auf den Herd und aufkochen lassen. Komischerweise funktionierte das und das Ei wurde nicht flockig. Warum auch immer - jedenfalls war es so. Unter gelegentlichem Rühren auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.
Die zimmerwarme Butter sehr schaumig rühren. Löffelweise den Pudding vorsichtig unterschlagen. Immer nur wenig Puddingmasse zur Butter geben, damit die Masse nicht gerinnt. Das fand ich jetzt ziemlich einfach - Pudding und Butter hatten bei mir die genau gleiche Temperatur, das ging einwandfrei.

Krokant
Die gehackten Mandeln in einer Bratpfanne ohne Fett rösten. Zucker und Butter dazu geben und unter Rühren karamelisieren lassen. Krokant auf einem Backpapier auskühlen lassen.

Puzzlen
Den ausgekühlten Kuchen zweimal waagrecht durchschneiden, die beiden untern Ringe mit Johannisbeergelee bestreichen. Buttercrème auf die Marmelade streichen, Ring aufsetzen, wieder Buttercrème drauf, nächster Ring aufsetzen. Den ganzen Kuchen rundum mit Crème bestreichen und mit dem Krokant bestreuen. Dieses leicht andrücken. Also danach sah meine Küche schlimm aus ;-)
Restliche Buttercrème in einen Spritzsack mit Sterntülle füllen und oben auf den Kuchen kleine Rosetten spritzen. Wer hat, setzt da dann noch Cocktailkirschen drauf. Ich hatte keine.

Dienstag, 29. Mai 2012

Handgeflieste Tiramisù-Torte


Darf ich präsentieren - die mit Mandelblättchen handgeflieste Tiramisù-Torte nach dem Rezept von Sybille. Auf die bin ich ein bisschen stolz - und die war auch der Renner auf dem Buffet. Ich hab noch nie so eine Crème-Torte gemacht und hatte voll den Bammel davor, obwohl ich wusste, dass Sybille mir ganz bestimmt ein gelingsicheres Rezept geliefert hatte. Aber was hätte da nicht alles schief gehen können...
Während Sybille ihre Torte in 50 Minuten mit der Pinzette gefliest hatte, brauchte ich für meine Torte grad mal 35 Minuten - ohne Pinzette. Nachdem ich zwei Reihen Mandelplättchen geklebt hatte, hat der Junghahn mit seinem Handy ein Foto von der Torte geknipst und seinen Freunden mit folgenden Worten gesmst: «Jungs, ich bleib heute zuhause - das hier ist der Grund dafür.» Der war sowieso Zucker am WE und total beeindruckt von meinen Backkünsten. Immer wieder hat er gelobt, was das Zeugs hält. Er hat im September Geburtstag... ich ahne Schreckliches... ;-)

Rezept (Springform 18 cm)

Zutaten Biscuit
3 Eier
100 g Zucker
50 g Stärkemehl
50 g Mehl
3 El heißes Wasser
1 Prise Salz

Ganze Eier mit der Prise Salz in einer grossen Schüssel - und damit ist wirklich eine Schüssel mit hohem Rand gemeint - mit dem Mixer aufschlagen, dabei langsam den Zucker einrieseln lassen und das Wasser zugeben. Unglaublich, was für eine Menge aus drei Eiern entsteht. Die Masse sollte dick und cremig sein. Dann das Mehl und das Stärkemehl darüber sieben und vorsichtig unterheben. Die Masse in eine gut gefettete Springform (18 cm) füllen und im vorgeheizten Backofen bei 170 Grad eine Stunde backen (Stäbchenprobe). Das Biscuit nach dem Backen gleich aus der Springform lösen.
Das Biscuit habe ich gemäss Sybille einen Tag im voraus gemacht, damit es sich besser schneiden lässt.

Zutaten Füllung
3 Tl Instantkaffeepulver
180 ml kochendes Wasser
80 ml Marsala (hatte ich nicht)
2 El Kaffeelikör (ich hatte nur Haselnuss-Baileys, davon aber mind. 4 El ;-))
500 g Mascarpone
60 g Puderzucker
250 ml Sahne
1 Beutel Mandelblättchen

Kaffeepulver mit dem kochenden Wasser angiessen und den Likör dazu geben. Ich hab zusätzlich noch 1 gestrichener El Zucker dazu gerührt. Mit dem Handmixer den Mascarpone mit der flüssigen Sahne und dem Puderzucker gut verrühren. 80 ml von der Kaffeemischung dazu rühren.
Nun das Biscuit in drei Teile schneiden. Die Schnittfläche von allen drei Teilen mit einem Pinsel mit der Kaffeemischung befeuchten. Feucht heisst feucht und nicht nass, gell ;-)
Dann die Crème auf den Boden schmieren, Mittelstück drauf, wieder Crème, dann Deckel obendrauf. Die ganze Torte schön mit Crème einschmieren, ein Rest Crème zur Seite stellen für die Deko am Schluss. Und nun kommt die Fleissarbeit. Die Mandelblättchen reihum von unten nach oben um die Torte kleben. Ich hab das von Hand gemacht. Ging eigentlich ganz flott.
Zu guter Letzt habe ich die Torte mit Kakaopulver bestäubt und mit ein paar Tupfern von der Restcrème verziert.