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| Der Pavillon von Türkmenistan ist innen mit Prachtstücken der Teppichkunst geschmückt. |
Eine Weltausstellung im eigenen Land ist ein besonderer Reiz, noch dazu zum Thema "Nutrire il pianeta, energia per la vita". Dem konnten wir nicht widerstehen.
Wir hatten schon einiges darüber gelesen und gehört. Um sich ein eigenes Bild davon machen zu können, muss man sie jedoch selbst gesehen haben.
Als sich uns die Gelegenheit im Reisebus zur EXPO nach Mailand zu fahren bot, ergriffen wir sie sofort.
Um 5.00 Uhr früh in Meran gestartet, kamen wir gegen 10.00 Uhr in Mailand an.
Die Tore öffneten sich pünktlich und wir gelangten nach akkuraten Sicherheitskontrollen, bei strahlendem Sonnenschein, auf das große Gelände der EXPO.
Die große Hauptader ist luftig überdacht, also auch bei Regenwetter ohne Regenschirm begehbar und spendet bei Sonnenschein Schatten.
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| Pavillon von Qatar mit Körbchen |
Wir wussten, dass wir nie im Stande wären, die gesamte Ausstellung zu erkunden, deshalb konzentrierten wir uns auf Länder, welche uns speziell interessierten.
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| Ein traditionelles Essen von Qatar, in schönstem Plastik. |
Das Herangehen an das Thema wird auch sehr unterschiedlich umgesetzt. In verschiedenen Pavillons werden Länder einfach "vorgeführt".
Andere möchten die Besucher auf Themen aufmerksam machen, welche für Ernährung der Weltbevölkerung sehr wichtig sind, so zum Beispiel England und die Schweiz.
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| England hat die Biene zu ihrem Thema auserwählt. Wir stehen im "Bienenstock" unten sieht man die Blumenwiese. |
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| Ein Turm des Schweizer Pavillons. |
Die Schweiz möchte die Menschen darauf aufmerksam machen, dass
Lebensmittel nicht in unbegrenztem Ausmaß zu Verfügung stehen. Wobei
gerade bei der Schweiz sehr kritisiert wird, dass ein Großkonzern wie
"Nestlé" als Hauptsponsor auftritt, eine Firma, welche unter anderem nicht davor zurückschreckt, Kinderarbeit in den Kakaoplantagen zu vertuschen.
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| Pavillon der Türkei mit sehr gutem türkischem Kaffee. |
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Erstaunlich sind die vielen Gemüse- und Kräuterbeete, welche auf der gesamten EXPO immer wieder zu bewundern sind.
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| Irans Pavillon mit Pistazienbäumchen. |
Gefragt haben wir uns allerdings, was für ein Aufwand betrieben werden muss, um diese Vielfalt bis zum 30. Oktober gewährleisten zu können.
Getreide, welches momentan grün vor dem französischen Pavillon steht, reift und irgendwann kann es geerntet werden, dann stehen immer noch die Stoppeln. Aber Gemüsebeete müssen sicher mehrmals gewechselt werden.
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| Wenn man in den französischen Pavillon gelangen möchte, muss der bepflanzen Eingangsbereich durchwandern werden. |
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| Frankreich von innen |
Belgien führt in der oberen Etage die künstlerische Verarbeitung von Schokolade vor, was sicherlich nicht zum unbedingten Muss zählt um die Weltbevölkerung zu ernähren und im Kellergeschoss Zukunftsvisionen einer Gemüseplantage.
Italien wird in der größten Querstraße mit all seinen Regionen präsentiert, in welcher uns eigentlich zur Mittagszeit nur die Ausstellung der italienischen Weine angezogen hat.
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| Auch bei vielen Besuchern hat man nie den Eindruck, dass die Ausstellung überfüllt ist. |
Vorbei an der Piazza Italia und am Südtiroler Stand zum "Lebensbaum", dann zu einem "Koster" der besten Weine Italiens.
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| Südtirol präsentiert sich mit einem "Baumhaus". |
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| Das Spektakel am Lebensbaum wird erst abends vorgeführt. Wir waren leider schon am Heimweg. |
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| Eine goldene Rebe. |
Auch mehrere asiatische Länder stellen aus, wobei auf das Thema der Ausstellung in keinem Pavillon, welchen wir besuchten, eingegangen wäre.
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| Im vietnamesischen Pavillon öffnete die Küche leider eine Woche später, als wir da waren. |
Der Pavillon, welcher verständlicher Weise noch fertig zu stellen
ist, ist der Pavillon von Nepal. Nach dem verheerenden Erdbeben, ist die
gesamte Besatzung nach Hause gereist um dort zu helfen. Italienische
Arbeiter stellen den Pavillon fertig und irgendwann wird auch dieser zu
besichtigen sein.
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| Der noch verwaiste nepalesische Pavillon. |
Eine Ausstellung welcher sicher mehr Aufmerksamkeit zu widmen wäre, ist der Pavillon Zero. Hier kommen auch kritische Stimmen zu Wort.
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| Dieser Raum soll unser großes Wissen über Lebensmittel symbolisieren. Für jedes Lebensmittel, oder dessen Verarbeitung gibt es eine Schublade. |
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| Der einzige uns bekannte Ort, an dem die Lebensmittelverschwendung weltweit kritisiert wird. |
In unseren Augen bräuchte es mehr Sensibilisierung zum Thema Ernährung und wie damit umgegangen wird. Aber wundert's einem, dass diese Stimme kaum zu hören ist, wenn Großkonzerne wie McDonald, Nestlé, CocaCola, Ferrero, Coop usw. als Sponsoren oder Aussteller fungieren?
Leider haben sich außerdem die Organisatoren der Ausstellung in keiner Weise
über den entstehenden Müll Gedanken gemacht. Denn auch hier beginnen
wir, mit Ressourcen achtsam umzugehen.
Ein
Ideen-Wettbewerb rund um die Vermeidung von Müll, wäre angesagt gewesen.
Wenn schon uns allerhand eingefallen wäre, so z.B. beim Eintritt die
Überreichung von wieder verwendbarem, eventuell auch unzerbrechlichem
Teller und Becher, mit Reinigungsmöglichkeiten auf dem Gelände.
Der architektonische Aufwand der hier betrieben wird, ist gewaltig und man kann nur hoffen, dass mit diesem Gelände, nach der Ausstellung etwas Sinnvolles passiert.
Ein Erlebnis ist es trotzdem allemal, wenn uns abends auch die Füße schmerzten, trotz der vielen Rastplätze die es gibt, zum Teil sogar am Wasser.
Ein nächstes Mal müsste man 2 Tage einplanen. Es wäre schön, auch den Abend an diesem Ort zu verbringen, denn die Tore schließen erst um 23.00 Uhr.
Für die verschiedenen Themenbereiche "Reis, Kakao-Schokolade, Kaffee, Früchte-Hülsenfrüchte, Gewürze, Getreide-Knollen, Bio-Mediterraneo, Inseln-Meer-Lebensmittel und Trockengebiete" wäre wahrscheinlich noch ein voller Tag einzuplanen.
Wer weiß, ob es uns nicht noch einmal hinzieht?!