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12.07.10

Kleines Fest zum 100sten Post


So, da bin ich wieder und erfreue euch, wie ich hoffe, mit meinen Beiträgen. Urlaub ist vorbei und wir hoffen wieder lange davon zu zehren. Wir sind nicht wie ursprünglich geplant in die Normandie gefahren, da wir einfach Wärme brauchten. Es war bei uns bis Mitte Juni für unsere Verhältnisse kalt. Wir mussten uns die Füße wärmen. Im Urlaub sind wir Nomaden und da kann man das machen. 5 Tage vor der Abreise haben wir die Fähre nach Korsika gebucht. Diese Insel hat sehr viele Highlights. Hohe Berge, direkt am Meer, wunderschöne Flüsse, in denen man baden kann und vieles mehr. Es gibt leider keinen Bericht über kulinarische Höhepunkte. Ich wollte meine Familie nicht auch noch im Urlaub mit dem Fotografieren der Speisen stressen.
Aber dafür haben wir es schon geschafft meinen 100sten Post zu feiern.



Zuerst gibt es Blumen, so wie es sich gehört.


Ein Veneziano, das Modegetränk, und ein paar Häppchen dürfen auch nicht fehlen. Veneziano besteht aus Prosecco oder Sekt, Aperol, viel Eis, wenn nicht soviel Eis vorhanden ist, dann gekühltes Mineralwasser mit Kohlensäure, und einer Orangenscheibe, welche man bevor man das Gesöff trinkt in das Glas gibt.


Danach haben wir gegrillt. Ich habe mehrere Spieße vorbereitet. Zwei davon stelle ich euch vor: einmal einen Fleisch-Mortadella-Spieß und einmal einen vegetarischen Spieß.

Für den Fleisch-Spieß benötigt man für 4 Personen:
  • 400 g Spitzrose vom Rind, in einer Scheibe

  • 1 kleine Mortadella (Von der kleinen kann ich soviele Würfel schneiden wie ich brauche und später langsam verbrauchen. Sie hält sich länger. Wenn ich eine dicke Scheibe von der großen Mortadella nehme, wird das ein halbes Kilo, das ist mir zuviel.)

  • 3 mittlere Zucchini

  • Lorbeerblätter

  • Salz

Für die vegetarischen Spieße braucht man für 4 Personen:

  • 250 g kleine Tomaten, hier Datterini

  • 100 g Kirsch-Mozzarella

  • 1 grüner Peperoni

  • 4 dicke Scheiben Ciabatta

  • Olivenöl

  • Salz
  1. Für die Fleischspieße schneide ich Fleisch, Mortadella und Zucchini in Würfel und ziehe alles abwechselnd mit den Lorbeerblättern auf die Spieße.

  2. Für die vegetarischen Spieße teile ich die Datterini und höhle die Hälften aus, salze sie und füllt jede mit der Hälfte einer Kirsch-Mozzarella.

  3. Das Brot und der geputzte Peperoni werden in Würfel geschnitten und ebenfalls auf Spieße aufgezogen.


  4. Beide Spieße werden dann nicht zu lange auf dem Grill gebraten, wobei man den vegetarischen Spieß nicht wenden kann, sonst klebt der Mozzarella am Grill fest und es kommt zu eine fadigen Angelegenheit.

  5. Auf den Fleischspieß kann man noch etwas Balsamico-Essig träufeln, auf den Vegispieß unbedingt gutes Olivenöl.

Und heute noch schnell etwas zu meinen Blüten, welche ich im Garten gesät habe.
Ich zupfe die Blüten ab, trockne sie, bewahre sie separat auf und mische sie mit anderen Blättern (Minze, Lindenblüten...) das ganze Jahr über zu unterschiedlichen Tees, den wir jeden Morgen trinken.

17.12.09

Die vergessene Kalbsbrust

Gefüllte Kalbsbrust ist ein in Vergessenheit geratenes Gericht. Dabei zaubert man aus einem eher billigerem Fleisch einen Braten, von dem alle noch lange sprechen werden.
Wie ich mitbekommen habe, muss man eine Kalbsbrust beim Metzger vorbestellen. Nicht bei allen. Wenn dieser Braten auf dem Weihnacht-Menü stehen soll, würde ich es aber raten. Dann kann der Metzger auch schon die Tasche hineinschneiden, welche notwendig ist. Im letzten Einkaufsstreß ist es sicher zum Vorteil, sonst wird man von seinen Leidgenossen noch gelyncht.
Die Fülle ist natürlich das Beste, wobei einem die Mortadella schon schmecken muss.
Dazu eine kleine Geschichte. Ich habe einen Teil meiner Kindheit in Deutschland verbracht. Bei einem Besuch in der Heimat, haben meine Eltern, wahrscheinlich unter Entzugserscheinungen, eine ganze Mortadella gekauft, die damals in Deutschland (vielleicht auch nur dort wo wir wohnten) noch unbekannt war. Vor der Grenze hat mein Vater in seiner Angst um die Wust, der Mortadella, auf dem Rücksitz eine Decke übergeworfen und 3 von seinen Kindern draufgesetzt. Die Grenzbeamten, die es damals noch gegeben hat, haben uns passieren lassen. Die Wurst war gerettet. Damals ist das Sprichwort entstanden: es geht um die Wurst, oder nicht?

Jetzt aber zum Rezept:

Gefüllte Kalbsbrust für mindestens 8 Personen:

  • 1,2 kg Kalbsbrust, mit eingeschnittener Tasche
  • 1 Schalotte
  • Butterschmalz
  • 150 g Mortadella, entweder in einer 1 cm Scheibe, die wiegt aber wesentlich mehr. Man kann auch eine Baby-Mortadella kaufen. Sie hält sich danach länger gut.
  • 50 g gekochter Schinken
  • 80 g Pistazien, nicht gesalzen und auch von der innen Haut geschält
  • 7 Scheiben Toastbrot
  • wenig Milch
  • 100 ml Weißwein
  • ein paar Kalbsknochen
  • 1 Karotte
  • 1/4 Zwiebel
  • 1/2 Selleriestange oder 1 Scheibe Knollensellerie
  • Öl
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  1. Das Toastbrot weiche ich in Milch ein.
  2. Danach schneide ich die Mortadella und den Schinken in Würfel, zerstoße die Pistazien etwas im Mörser.
  3. Die Schalotte wird geschält und gehackt, dann in einer Pfanne in Butterschmalz angedünstet. Die Mortadella, den Schinken und die Pistazien gebe ich dazu und röste alles ein wenig.
  4. Das Toastbrot drücke ich aus, gebe es zu den anderen Zutaten in die Pfanne und vermische alles gut miteinander.
  5. Ich salze die Kalbsbrust innen und außen. Außen kann ich auch pfeffern, innen geht nicht so gut, ich habe niemanden der mir die Tasche aufhält! Das Füllen ist auch ganz lustig. Ich raufe mit der Kalbsbrust. Aber mit den Händen geht alles. Unsere Hände sind sowieso das schönste Werkzeug, das es gibt. Also die ganze Fülle hinein in die Tasche. Ich nähe die Öffnung mit Küchengarn und einer Fleischnadel zu, ganz ohne Betäubung!
  6. Ich schalte den Backofen auf 200° Ober und Unterhitze.
  7. Ich erhitze eine Kasserolle mit starkem Boden, gebe erst dann Öl hinein (Rapsöl, kein Olivenöl) und bräune darin die Kalbsknochen.
  8. Das Gemüse schäle ich und wasche es, dann schneide ich alles mit meinem fleißigen Ohne- Motor-Cutter gebe es zu den Knochen in die Kasserolle und brate alles rundum an.
  9. Jetzt kommt natürlich auch der Braten an die Reihe. Auch dieser wird bei nicht zu starker Hitze rund herum angebraten.

  10. Ich lösche mit dem Weißwein und schiebe den Braten für 1 1/2 Stunden in den Backofen.
  11. Während dieser Zeit übergieße ich die Knochen immer wieder mit Wasser und die entstandene Sauce über das Fleisch. Aber nicht zu viel Wasser, es soll eine Sauce werden, keine Suppe.
  12. Nach dieser Zeit nehme ich das Fleisch heraus, lege es auf ein Brett und lasse es etwas ruhen. Ich nehme auch die Kalbsknochen heraus und seihe die Sauce ab. Danach erhitze ich die Sauce wieder und würze sie mit Salz und Pfeffer.
  13. Den Faden ziehe ich vom Fleisch heraus, schneide es in Scheiben und serviere es mit der heißen Sauce.
Dazu gibt es Sesamkartoffeln. Dafür schäle ich kleinere Kartoffeln, halbiere sie, schneide sie am Bauch etwas ein und lege sie auf ein mit Olivenöl und Sesamsamen ausgelegtes Backblech. Eine halbe Stunde vor Ende der Garzeit des Bratens, schalte ich den Backofen auf Heißluft und schiebe die Kartoffeln ebenfalls in den Ofen. Salz kommt erst danach dran, so bleiben sie viel knuspriger.
Lasst Euch nicht vom ersten Aussehen der Kalbsbrust abschrecken. Sie gibt im ersten Moment nichts her, aber dafür im zweiten.