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19.02.14

Pasta al pesce e zafferano dell'Aquila - Fischpasta mit einheimischem Safran























Eine liebe Teilnehmerin meiner Kochkurse bringt mir ab und zu eine kulinarische Besonderheit aus dem Süden Italiens.

Neulich, während eines Kurses, kamen wir auf Safran zu spechen, dass er berechtigter Weise sehr teuer ist und wo er herkommt.

Ich muss gestehen, ich wusste nicht, dass auch in Italien Safran angebaut wird.

Beim nächsten Kursbesuch brachte sie mir dieses Kleinod: Safran aus den Abruzzen, genauer gesagt aus L'Aquila.


Der Krokus, aus dem der Safran gewonnen wird, ist auf dem Döschen abgebildet. Wenn man den Korken hebt, kommt einem ein betörender Duft entgegen. Dieser Safran ist von der letzten Ernte, dem Herbst 2013.

Ich hab mich gefreut wie eine Schneekönigin. 

Lange überlegte ich mir, was ich für eine Köstlichkeit damit kochen könnte und bin dann bei Fisch gelandet.

Das Filetiermesser und die Fischpinzette gehören zu den wichtigsten Werkzeugen zum Vorbereiten des Fisches für die Pasta.

Pasta al pesce e zafferano dell'Aquila - 
Fischpasta mit einheimischem Safran

 Zutaten für 3 Personen (es sind Semesterferien, deshalb 3):
  •  350 g Fusilli
  • 1 große Golbrasse (orata) oder 2 Filets
  • 1 Lachsscheibe
  • 1 Knoblauchzehe
  • 100 ml Weißwein, trocken
  • Safranfäden (wer es genau wissen will: 0,2 g entspricht ca. 25 Fäden)
  • 3 EL Crème fraîche
  • eine handvoll Sellerieblätter
  • Salz
  • frischer Pfeffer aus der Mühle
  • Olivenöl
  1. Und wieder einmal stelle ich reichlich Wasser zum Kochen auf den Herd.
  2. Fisch filetieren macht bei uns der Mann. Nicht immer bekomme ich Filets von der Goldbrasse. Von diesem Fisch bleibt das Fleisch nach dem Erhitzen noch relativ kompakt, deshalb mag ich es für solche Gerichte gerne. Ich schaue nur zu: Norbert schneidet den Kopf vom Fisch ab, danach schneidet er zwei Filets von dem Rückgrad des Fisches. Es gibt sehr gute Videos wie man Fisch filetiert. Beschreiben ist sehr schwierig. Ich entferne dann noch die Haut und mit der Fischpinzette die Gräten. Mit einem Filetiermesser geht das Ganze viel leichter von der Hand, da es eine flexible Klinge hat und deshalb nicht so starr ist.
  3. Ich schneide auch von der Lachsscheibe die Haut und den Mittelknorpel weg. Auch dieses Fischfleisch entgräte ich. Der  gesamte Fisch wiegt jetzt 380 g.
  4. Ich wasche die Sellerieblätter, trockne sie und schneide sie in hauchdünne Streifen.
  5. Ich schäle eine Knoblauchzehe, drücke sie an und lasse sie in nicht zu stark erhitztem Olivenöl wenig bräunen. 
  6. Ich nehme die Knoblauchzehe heraus und streue die Safranfäden ein, gieße den Weißwein an und koche alles bei moderater Hitze, so dass die Safranfäden den Wein zu färben beginnen.
  7. Den Fisch schneide ich in nicht zu lange Streifen.
  8. Ich rühre die Crème fraîche ein, würze mit Salz und Pfeffer.
  9. Inzwischen rühre ich die Pasta in das kochende, gesalzene Wasser ein.
  10. Den Weinsud stelle ich auf die Seite und lasse ihn ein wenig ziehen bis die Nudeln gekocht sind.
  11. Im letzten Moment rühre ich die Fischstreifen unter den Sud, lege den Deckel auf und lasse ihn durchziehen.
  12. Die Selleriestreifen und die Nudeln mische ich unter den Fischsugo.
Was für ein Festessen! Ich möchte hier noch einmal für das wundervolle Geschenk ein großes Dankeschön aussprechen.
  

17.08.12

Wenn diese Locken nicht locken... - Insalata di pesce - Fischsalat

Erst neulich erzählte ich meiner Familie, wieviele Speisen ich als Kind verschmäht habe. Schon als Baby, schickte ich, die von meiner Mutti gut gemeinte Spinatzufuhr, zwecks überdurchschnittlichem Eisen-Anteils, was sich später als Tippfehler entpuppte, wieder retour. So schnell bekam ich keinen Spinat mehr, von meiner damals grün gesprenkelten Mutti. Als ich später zu kochen begann, wurde ich neugierig und probierte fast alles was mir unterkam. Heute gibt es nicht mehr viel was ich nicht mag.
Deshalb habt Geduld mit euren Kindern, vieles kommt von ganz allein, ohne dass man sie dazu zwingen muß, oder auch umgekehrt, wie bei der Geschichte einer Kundin:
Ihr Mädchen war auf Besuch bei einer ihr älteren Cousine, welche die Haut auf dem Pudding nicht mochte. Wie es so häufig ist, musste die Ältere nachgeahmt werden. Ohne ersichtlichen Grund wurde von einem Tag auf den anderen die Haut auf die Seite geschoben. Dann gab es lange keinen Pudding mehr. Wie das Mädchen das nächste Mal vor einem saß, zögerte sie lange bis sie ihren Zweifel äußerte:" Mag ich das was oben drauf ist nicht oder das was drunter drin ist?"
So mag ich heute auch Fischsalat, wobei ich mich auf wenige Male im Jahr beschränke, da man Fisch nicht zu häufig essen sollte, wegen der Überfischung der Meere. Fisch sollte wie eine Delikatesse gesehen werden. Der Fischsalat ist ein bisschen arbeitsaufwendig, aber es lohnt sich.

Fischsalat

Zutaten für 4 Personen als Vorspeise:
  • 500 g Polyp (bei mir war es ein halber)
  • 2 Calamari (größerer Tintenfisch)
  • 6 Seppioline (kleiner Tintenfisch)
  • 1/2 Netz Vongole (Venusmuscheln)
  • 8 rohe Garnelen 
  • 2 Selleriestängel, wenn möglich aus dem Inneren der Staude oder Bleichsellerie
  • 1 große Fleischtomate
  • 1 Karotte
  • Salz
  • frisch gemahlener Pfeffer
  • Zitronensaft
  • Olivenöl
Wie ihr seht tu ich mich schwer die Zutatenliste in deutscher Sprache zu verfassen. Für Südtiroler ist das normal.
  1. Ich stelle Wasser auf, lasse es aufkochen, gebe die geschälte Karotte und ein paar Sellerieblätter dazu, salze es und lege den Polypen ein. Sofort rollen sich die Tentakel zu wunderschönen Locken. Diesmal koche ich ihn nicht mit dem Schnellkochtopf um auszuprobieren, wie lange das ohne dauert. Wie es mit Schnellkochtopf geht ist hier beschrieben.
  2. Ich putze und wasche den restlichen Fisch, die Calamari wie hier, Garnelen schäle ich und entferne den Darm.
  3. Ich schneide alle Fische in mundgerechte Stücke, die länglichen Calamari in Ringe.
  4. Die Vongole gebe ich in einen leeren Topf, schließe ihn und erhitze ihn solange bis sich im Inneren alle Muscheln geöffnet haben. Da sehe ich, dass sie sehr sandig sind. Ich löse sie aus den Schalen und spüle sie in Wasser durch. Den Sud, der entstanden ist, filtere ich und fange ihn auf, so wie hier.
  5. Die Karotte fische ich nach 10 Minuten aus dem Wasser und lasse sie abkühlen. Den Polyp koche ich noch weitere 30 Minuten.
  6. Die Tomate schäle ich mit dem Tomatenschäler und schneide sie, wie auch die Karotte, in kleinere Würfel. Ich gebe alles in eine große Schüssel, wo nach und nach alles hineinkommt.
  7. Die Selleriestängel schneide ich in ungefähr gleich große Stücke, die Blätter hacke ich fein.
  8. Tintenfische sollten entweder nicht zu lange oder sehr lange gekocht werden, sonst werden sie hart. Deshalb warte ich bis der Polyp schon fast fertig gekocht ist, stelle eine Pfanne auf den Herd, gebe wenig Olivenöl hinein, und brate sie, bis sie ein wenig Farbe angenommen haben. Dann gieße ich einen Schöpfer vom Wasser des Polypen darüber, decke sie Pfanne ab und lasse die Fische 10-15 Minuten kochen. Danach kommen sie zum Rest in die Schüssel.
  9. Die Pfanne wische ich mit Küchenkrepp aus und erhitze nochmals wenig Olivenöl darin, brate jetzt die Garnelen an, bis sie rosa sind, nicht länger sonst werden sie trocken und ab in die Schüssel.
  10. Inzwischen ist der Polyp fertig gekocht. Mit dem Schnellkochtopf geht es wesentlich schneller. Das nächste Mal kommt wieder der zum Einsatz. Ich schäle ein wenig die dicke Haut herunter, entferne Augen und Schnabel und schneide ihn in Stücke.
  11. Wenn alles in der Schüssel ist, richte ich den Salat mit dem Fischsud, viel Zitronensaft, Salz und Olivenöl an.
Unsere Kinder probieren wenigstens, aber lassen den größten Teil uns. Wie nett von ihnen:)

29.04.11

Flaschen-Tanga-Schollenröllchen

Da sich mein Auftritt im Fernsehen zum dritten Mal jährt und ich immer noch darauf angesprochen werden kommt er auch auf meiner Seite einmal zur Sprache. Am Meisten interessiert die Leute, was ich im Fernsehen gekocht habe. Vorausschicken möchte ich noch, dass auf die Anmeldung zur Küchenschlacht meine Kinder gedrängt haben, ich mich halbherzig dazu überreden gelassen habe und dann doch ein ganz tolles Erlebnis daraus entstanden ist.
Zur Anmeldung musste man 10 Rezepte beilegen, von denen die Redaktion dann 3 ausgewählt hat. Für mich wurde ausgewählt:
Beim Schollenröllchen hatte ich Johann Lafer als Juror. Ein denkbar einfaches Gericht, aber gerade wenn man denkt, dass es nur so vom Ärmel heraus zu schütteln geht, kommt allerhand inzwischen!
Wie es zum Flaschen-Tanga-Schollenröllchen gekommen ist könnt ihr hier sehen:



Ich erzähle euch vorher vom Schöllenröllchen und danach was während der Sendung alles schief gelaufen ist.

Schollenröllchen im Lauchmantel

Zutaten für 4 Personen:

  • 4 große Schollenfilets, ohne Haut (für alle die in italienischen Fischgeschäften einkaufen, ist das die Platessa)
  • 1 dicker Lauch
  • 60 g Rohschinken San Daniele, wenn ich die Möglichkeit habe nehme ich vom schmalen Ende, da ist er am mildesten
  • 40 g Walnüsse
  • Salz
  • Pfeffer
  • 150 ml Fischfond
  • 100 ml trockener Weißwein (das "trocken" hatte ich bei dem Rezept für's Fernsehen vergessen)
  • 125 g Crème fraîche
  • Küchengarn zum Binden 


    1. Ich schneide den geschlossenen Teil des Lauchs vorsichtig auf, damit ich die unteren Blätter nicht verletze und schäle 8 Lauchblätter herunter, wasche sie und koche sie solange in Salzwasser, bis sie biegsam sind.
    2. Ich schneide den Schinken fein und hacke die Nüsse mit dem Fincut, mische Nüsse mit Schinken.
    3. Ich lege die Lauchstreifen nebeneinander, teile die Fischfilets und lege sie darauf, salze und pfeffere sie und verteile das Nuss-Schinken-Gemisch gleichmäßig darauf.
    4. Ich rolle das Ganze auf und schnüre mit dem Küchengarn kleine Pakete. 
    5. Im Dampftopf, in diesem Fall ist es der Vitalis, vermische ich Fischfond und Wein, stelle den Dampfeinsatz hinein und lege die Röllchen darauf. Deckel zu und auf den Herd gestellt, dann muss ich warten, bis das Thermometer die 80° erreicht hat, von dem Moment an dauert das Garen 6 Minuten.
    6. Den Dampfeinsatz nehme ich heraus, rühre die Créme fraîche ein, salze und pfeffere die Sauce und serviere sie zusammen mit den Lauchröllchen.
Dazu gab es Basmati-Reis. Wer einen Bambusdämpfer besitzt kann auch diesen für die Zubereitung verwenden.
Jetzt wird sich jeder denken, was kann da schon schiefgehen? Das Gericht hatte ich bald zubereitet und hatte sogar noch Zeit für die Deko, Karottenstreifen zu schneiden und mitzudämpfen. Als es dann zum Endspurt kam, ist mir die Sauce nicht gelungen. Ich hatte nicht mit der Säure des deutschen Weissweins gerechnet, hatte sogar noch ein paar Tropfen Zitronensaft in die Sauce gedrückt. Als ich sie kostete, bin ich ja furchbar erschrocken. Zucker, den ich eventuell unterrühren hätte können, gab es nicht, wenn du ihn nicht bestellt hattest. Unter meinem Herd befand sich kein Schneebesen um den Crème fraîche einzurühren.... Die Zeit drängte dann auch noch und die Sauce war wie sie war. Das Erste was Johann sagte, als er meine Sauce probierte, war:" Die Sauce ist sauer."  Das Röllchen schmeckte ihm schon, obwohl er nicht erkannte, dass San Daniele Schinken als Fülle im Röllchen war, sondern vermutete, dass es Speck sei.
Man muss auch Glück im Leben haben und ich hatte das Glück, dass ein anderes Gericht dem Johann noch schlechter geschmeckt hat, als meine Sauce. Und so bin ich weiter gekommen bis zu Kerner. Was ich dort gekocht habe, erzähle ich euch das nächste Mal.

01.03.11

Heuschreckenkrebs und Fischspieß

Der Heuschreckenkrebs, italienisch "canocchia", ist ein Krustentier, das ich nicht oft angeboten bekomme. Wenn man es betrachtet, versteht man nicht sofort wo hinten und vorne ist. Eine sehr praktische Taktik für das noch lebende Tier. Hier in meiner Küche kann es nur noch von mir bestaunt werden. Seine Augen, welche vorne zwischen den Scheren sitzen, sind grasgrün. Das sieht man hier auf dem Foto gar nicht.

Ich habe noch "coda di rospo", Seeteufel eingekauft. Dieser Fisch, wenn er im Ganzen angeboten würde, wäre er unverkäuflich, weil er so "schiach", so hässlich ist, wie man hier sieht. "Coda di rospo" heißt wortwörtlich übersetzt Schwanz der Kröte, was ja auch nicht gerade eine schöne Betitelung ist, gleich wie Seeteufel.

So, wie auf diesem Foto, bekommt man ihn zu kaufen. Die Haut nehme ich mit einem Stück Küchenkrepp und ziehe sie, in Richtung der Schwanzflosse, ab. Dieser Fisch ist eher teuer, da der Fischer ja sehr viel Abfall mit diesem riesigen Kopf hat, stinkt im rohen Zustand ziemlich, aber ist, meiner Meinung nach, ein vorzüglicher Speisefisch.

Diese Heuschreckenkrebse habe ich auf den Rücken gelegt und die "Fortbewegungsflossen" (keine Ahnung wie die richtig heißen) hochgestellt.


Ich schneide sie mit der Küchenschere weg und schneide, ebenfalls mit der Schere den Bauch auf, damit sie schneller durch sind und der "condimento", das Gewürz an das Fleisch im Inneren kommt. Für sie hacke ich ein bisschen Petersilie und wenig Knoblauch ganz fein. Den Knoblauch drücke ich mit dem Messerrücken zu einer Paste, vermische beides mit Olivenöl und Salz und stelle es auf die Seite.
Dann bereite ich den Fischspieß vor. Es ist selbstgebackenes Weißbrot vom Vortag da. Das schneide ich in grobe Würfel.

Auf dem Foto liegt der Seeteufel ganz lässig über dem Tellerrand. Das ist ihm aber vergangen, weil ich ihm den Mittelknorpel herausgeschnitten habe, wie ihr auf dem zweiten Foto sehen könnt. Es gibt bei diesem Fisch keine Gräten. Das Fischfleisch habe ich in Würfel geschnitten.
Eine handvoll Garnelen sind auch mitgekommen . Denen schäle ich den Panzer ab, schlitze mit einem scharfen Messer den Rücken auf und ziehe den Darm heraus. Den mag ich nicht.
Ich hole von der Terrasse frischen Rosmarin, zupfe die Nadeln vom Stängel und hacke sie fein, mische auch diese mit Olivenöl.
Jetzt ziehe ich abwechselnd Seeteufel-Würfel, Brotwürfel und Garnelen auf den Holzspieß bis ich nichts mehr habe. Ich lege die Spieße auf das Backblech, salze sie und beträufle sie mit dem Rosmarinöl.
Speck ist bei uns immer zu Hause. Von dem schneidet mir Norbert ein paar dünne Scheiben ab und legt sie über die Spieße.


Jetzt kommen sie in den auf 200° vorgeheizten Ofen, für eine viertel Stunde.
Inzwischen habe ich die Grillpfanne schon erhitzt. Die Heuschreckenkrebse grille ich ungefähr gleich lang, wobei ich das Knoblauchöl erst gegen Ende über den Krebsen mit einem Löffelchen verteile.
Ich habe schon Schnittbohnen gedämpft. Ein bisschen mit Salz, Olivenöl und Essig angerichtet warten sie auf die Hauptdarsteller dieses Tellers. Und so sah das Ganze fertig aus.



Das Fleisch vom Heuschreckenkrebs ähnelt im Geschmack etwas dem Hummerfleisch und ist vorzüglich. Allerdings müsste man schon mehrere essen um satt zu werden. Die Fischspieße stehen schon lange auf meinem Speiseplan und sind nichts Neues, aber immer wieder gut. Dass Speck und Fisch so hervorragend zusammen passen, muss man selbst probiert haben, sonst würde man es nicht glauben.

17.08.10

Calamari ripieni, gefüllte Tintenfische


Es hat am Fischstand Calamari gegeben, was nicht so oft vorkommt. Norbert und ich sind momentan verwaist. Ich wäre mir auch nicht sicher, ob die Kinder dieses Gericht mögen würden?? Für uns die richtige Gelegenheit etwas zu kochen, was wir lange schon nicht mehr gegessen haben.
Mit diesem Tintenfisch habe ich schon den dritten auf meiner Seite. Es wäre schwer zu leugnen, dass uns Tintenfisch schmeckt. Tintenfische gibt es viele, von ganz klein, die Moscardini, bis zum großen, dem Polypen.

Dieser heute ist ein wenig anderes gebaut und bedarf einer speziellen Vorbereitung. Wir, d.h. ich beim Putzen und Norbert beim Fotografieren, haben uns bemüht alles Wichtige festzuhalten.



Auf diesem Foto sieht man zwei Exemplare, einer mit den langen Fangarmen, dem anderen haben sie diese schon abgeschnitten. Gleich ober den Armen sieht man die zwei großen Augen, hinten den langen Körper. Der hintere liegt mit dem "Bauch" nach oben, der andere zeigt uns seine kalte Schulter. Ich erkenne das an der Farbe, vorne ist er dunkler als hinten.



Ich ziehe als erstes den Kopf aus dem Körper heraus, das geht ganz leicht. Ich schneide mit einem scharfen Messer die Arme ab und drücke den spitzen Teil vom Schnabel in der Mitte heraus. Den Kopf bewahre ich auf. Mit einem langen Löffel putze ich den Körper vollständig aus.


Auf der vorderen Seite steckt ein eigenartiges Schwert, das seinem Körper halt gibt, welches er aber nicht mehr braucht und ich auch nicht. Ich ziehe es einfach heraus. Es sieht fast wie ein Eiszapfen aus, fühlt sich aber wie Plastik an. Jetzt muss ich ihn noch enthäuten. Ich löse mit dem Fingernagel die Haut ganz leicht an der Öffnung, fasse sie und ziehe sie ab.

Ich wasche die Calamari gründlich und beginne mit der Fülle und der Sauce.

Dazu benötige ich folgende Zutaten:
  • 160 g Thunfisch aus der Dose mit Olivenöl (man kann auch anderes frisches Fischfleisch verwenden und dazu noch 2 EL Olivenöl)
  • die Tentakel vom Tintenfisch
  • 3 EL Brotbrösel
  • 3 TL Kapern, in Essig gelegt
  • etwas Zitronenabrieb einer Bio-Zitrone
  • Petersilie, gehackt
  • Salz
  • Pfeffer
Für die Sauce:
  • die Köpfe vom Tintenfisch, ohne den Innereien, welche daranhängen
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 reife Tomaten
  • 1/8 l Weißwein
  • Petersilie, gehackt
  • Salz
  • Pfeffer
Ich wasche die Arme und schneide sie in kleine Stückchen. Ich erwärme Ölivenöl in einer kleinen Pfanne, gebe die Stücke dazu und lasse sie höchstens 10 Minuten kochen.
Ich mische den Thunfisch mit den Brotbröseln, den gedünsteten Tentakeln, den Kapern, der Petersilie, dem Zitronenabrieb, dem Salz und dem Pfeffer solange bis es eine geschmeidige Masse wird.
Für die Sauce schäle ich die Tomaten, entkerne sie, schneide sie in Würfel dünste sie im gebrauchten Töpfchen, das schon auf dem Herd steht, mit den Tintenfischköpfen, in etwas Olivenöl an.
Ich gieße den Weißwein auf, lasse diesen ein wenig verdampfen und gieße danach noch ein wenig Wasser dazu. Ohne Deckel lasse ich die Sauce leicht kochen, muss natürlich noch salzen und pfeffern.



Die Thunfischmasse fülle ich jetzt mit einem langen Löffel in die Bäuche der Calamari und schließe diese mit einem Schaschlikspieß.



Ich erhitze die beschichtete Grillpfanne, pinsle sie mit Olivenöl ein und grille die Tintenfische in unterschiedlicher Zeit. Der kleinere ist in 10 Minuten fertig, der größere braucht noch 5 Minuten länger. Man sieht am Besten am Rand von der Öffnung, ob er durch ist oder nicht. Wenn der Rand ganz weiß ist, ist er gar. Tintenfische sollten nicht zu lange gebraten werden, denn sie werden dann gerne zäh.



Unsere waren butterweich. Serviert habe ich dazu etwas grünes Gemüse und die Sauce, aus der ich nur die Köpfe entfernt habe. Ein wahrlich fürstliches Essen. Ich hoffe irgendwann einmal, mögen das auch unsere Kids, damit ich nicht wieder solange warten muss um es zu kochen.

21.06.10

Das ist ein Typ, dieser Polyp!


Noch bin in der Küche ich am Ruder und deshalb gibt es wieder einmal für uns zwei Erwachsene Tintenfischsalat. Unsere Kinder probieren ein Häppchen, aber essen lieber was anderes.
Als Kind konnte ich überhaupt nicht verstehen, dass einem so etwas schmecken kann, mit diesen ganzen Armen und Saugnäpfen. In Meran hat es ein Restaurant gegeben, dort waren im Schaufenster die Antipasti ausgestellt, unter anderem auch Tintenfischsalat. Wenn ich vorbei kam, schaute ich immer hinein, wie auf dem Lunapark, das ist der Rummelplatz, ins Gruselkabinett, wo ich mir immer die Augen zugehalten hab und nachher bei meiner Schwester nachfragte, ob es sehr gruslig war.
Aber man lernt viel im Laufe seines Lebens. Man muss nur die Augen und den Geist offen halten für Neues.
Tintenfische gibt es sehr viele von ganz kleine, das sind die Moscardini, bis zum Polypen. Ganz die großen, welche sich in den tiefsten Stellen der Ozeane aufhalten, gibt es nicht für den Verzehr zu kaufen.
Hier mein Tintenfischsalat, der sehr schnell gemacht und eine wirkliche Delikatesse ist:
Zutaten für 4 Personen:
  • 1 Polyp, das Gewicht ist nicht so wichtig, die Zubereitung ist immer die gleiche
  • 1 Karotte
  • 3 Stangen Sellerie, entweder Bleichsellerie oder das Herz einer Selleriestange
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Zitrone
  • Olivenöl
  • Petersilie
  • Salz
  • Pfeffer
  1. Ich erhitze im Schnellkochtopf soviel Wasser, damit der Polyp beim Kochen komplett vom Wasser bedeckt ist, gebe eine geschälte Karotte, eine Selleriestange, das Lorbeerblatt und etwas Salz hinein.

  2. Danach lasse ich den gewaschenen Tintenfisch mit den Füßen voraus ins kochende Wasser. Nicht weil er das unbedingt müsste. Aber es beeindruckt mich immer wieder wie sich seine Füße auf der Stelle aufrollen, als ob er sagen wollte: "Meine liebe Frau, das ist mir zu heiß!"
  3. Ich schließe den Schnellkochtopf und lasse ihn unter Druck gehen. Bei den meisten Schnellkochtöpfen sieht man dann Ringe. Ich lasse ihn 10 Minuten kochen und muss während dieser Zeit den zweiten Ring immer sehen.
  4. Ich wasche den restlichen Sellerie und schneide ihn in sehr feine Scheiben und fange ihn in einer Schüssel auf.
  5. Ich hacke die gewaschene und getrocknete Petersilie fein und gebe sie zum Sellerie.
  6. Sobald die Zeit um ist nehme ich den Schnellkochtopf vom Herd. Wenn ich es eilig habe, stelle ich den Schnellkochtopf ins Waschbecken und lasse einen ganz feinen Strahl kaltes Wasser über den Deckel laufen. Wenn ich Zeit habe, lasse ich das Ventil einfach langsam von alleine hinunter gehen, was bei Flüssigkeit auch das Gescheiteste ist.
  7. Ich hole den Tintenfisch vorsichtig aus dem Topf. Er sprudelt ein bisschen und man könnte sich verbrennen, aber ich weiß, dass er noch ausgeistert (ich sag's ja, Gruselkabinett!!) und gehe mit einer langen Gabel dran.

  8. Ich schneide ihn noch heiß in Stücke, da er warm gegessen werden sollte. Er ist butterweich. Vorher muss ich aber seinen Schnabel, so heißt das Fresswerzeug des Tintenfisches und seine Augen herausschneiden. Der Mund sitzt unten, in der Mitte von den Füßen, die Augen vorne am Kopf. Ich möchte nachher beim Verzehr nicht in eines seiner Augen blicken müssen.
  9. Jetzt richte ich den Salat nur mehr mit Zitrone, Salz, Pfeffer und einem guten Olivenöl an und fertig ist dieser delikate, leicht verdauliche Genuss.

Was natürlich nicht fehlen darf ist eine Scheibe Ciabatta und ein Gläschen Weißwein und schon bin ich im siebten Himmel und wie ihr seht braucht es dazu nicht viel!
Falls noch etwas übrig bleibt, was selten passiert, wärme ich den Salat über Wasserdampf.

17.03.10

Branzino in der Salzkruste


Eine sicher sehr alte Methode Fisch zu zubereiten ist, ihn in der Salzkruste zu garen. Es eignet sich dazu fast jeder flache Fisch. Das Ergebnis ist ein sehr saftiges, delikates Fischfleisch. Wie man fälschlicherweise vermuten könnte, ist das Fischfleisch nicht sehr salzig.
Man kann auch noch anderes Fleisch unter der Salzkruste einpacken. Momentan ist Fisch angesagt.
Beim Einkauf der Branzinos (Wolfsbarsch) wurde ich schon damit konfrontiert, ob ich einheimischen (italienischen) oder türkischen Branzino möchte.
Natürlich ziehe ich den italienischen vor, da ich mal davon ausgehe, dass er frischer ist. Italien hat außerdem sehr strenge Lebensmittel-Gesetze und Kontrollen, was man vielleicht nicht vermuten würde. Aber der Italiener weiß sehr wohl, dass gerade Lebensmittel, welche für den Export bestimmt sind, einwandfrei sein müssen. Natürlich gibt es auch immer wieder schwarze Schafe, wie überall.
Diesbezüglich hat die Italienerin (als kochende Mama) und der Italiener einen gewissen Nationalstolz. Wir essen einfach gerne gut und wer spukt sich schon selbst in die Suppe?
Claudio's Bericht über den Reisanbau in der Region Vercelli zeigt auch, dass immer mehr auf Qualität gesetzt wird.
Aber jetzt wieder zu meinen Fischen.
Branzino in der Salzkruste
Zutaten für 4 Personen:
  • 2 große Branzini, geputzt, nicht geschuppt
  • 2 kg grobes Salz
  • 1 Eiweiß
  • 3 EL kaltes Wasser
  • 2 Rosmarinzweiglein
  • mehrere Thymianzweiglein (immer noch frische von meiner Terrasse)
  • 1 Bio-Zitrone
  1. Ich heize den Backofen auf 200° Heißluft vor.
  2. Danach nehme ich die Fische aus. Das macht mir nichts aus. Die Fischhändlerin hätte es mir schon abgenommen, aber sie hatte es eilig und ich auch. Ich habe die Gelegenheit wahrgenommen und habe es meiner Tochter gezeigt, damit sie irgend einmal wenn sie's braucht, weiß wie anpacken. Beim Ausnehmen muss man vorsichtig sein, damit man nicht schon beim Aufschneiden des Bauches ,die Galle verletzt. Den bitteren Geschmack der Galle bekommt man nicht mehr vom Fleisch, mit noch soviel Spülen. Ich schuppe die Fische nicht. Sie schützen die Fische vor der Salzkruste.
  3. Ich wasche die Zitrone mit heißem Wasser, die Kräuter mit kaltem, ziehe sie von den harten Stängeln und hacke einen Teil klein.
  4. Die Zitrone schneide ich in Scheiben.
  5. In den Bauch gebe ich die gehackten Kräuter und Zitronenscheiben, salzen erübrigt sich.
  6. Ich mische in einer großen Schüssel das Salz mit dem Eiweiß und dem Wasser. Das Eiweiß bindet das Salz während dem Backen und deshalb entsteht eine harte Kruste.
  7. Um dem Salz einen Rahmen zu geben, verwende ich den verstellbaren Backrahmen, den ich sonst nur zum Kuchenbacken verwende. Anfangs rutscht das Salz nämlich gerne davon, so hindere ich es.
  8. Ich gebe vier Hände voll Salz in den Boden und verteile es gleichmäßig.

  9. Ich lege die Fisch darauf und verteile die restlichen Kräuter auf den Fischen.
  10. Jetzt wird das ganze restliche Salz über den Fischen verteilt, so dass man nichts mehr von den Fischen sieht.
  11. Ich schiebe, die weißen Berge für 20 Minuten in den Ofen.

  12. Wenn ich sie herausnehme, ist der Rand ein wenig gebräunt und die Kruste total hart.


    Ich klopfe das Salz sachte mit dem Griff meines Messers an und buddle sie aus dem Salz. Irgendwie erinnert mich das alles an die Sandkiste meiner Kinder, aus vergangenen Jahren.


    Das Salz fällt schön ab, die Haut ist auch ziemlich hart geworden, die kann man nicht essen.
  13. Danach wird der Fisch in Filets zerteilt.

Während der Backzeit hat Norbert einen gemischten Salat zubereitet. Durch die schnelle Zubereitung hatte ich noch Zeit für einen Aperitif: mit einem Stückchen Käse und einem Gläschen Weißwein. Ich trinke, wenn ich wählen muss, lieber Rotwein, aber heute hatten wir einen erstklassigen Weißwein aus dem Vinschgau, genauer gesagt, vom Sonnenberg. Ein Weissburgunder, der wie Öl ins Glas und dann auch in die Kehle läuft. Immerhin hat er eine Auszeichnung vom Gambero rosso erhalten. Das will schon was heißen. Natürlich gab's den auch zum Fisch. Was für ein Mittagessen und das Mitten in der Woche!

11.03.10

Risotto alla marinara


Muscheln hätte ich als Kind nie und niemals gegessen. Ich hätte sie bestenfalls angeschaut, aber nie gegessen. Die ersten paar Male, wie ich sie gekocht habe, hat es mich schon sehr beeindruckt, dass da ein lebendiges Tier in den Topf kommt und gekocht wird.

Geschmeckt haben sie mir später auf Anhieb.
Ich habe das Glück, dass bei uns Netze, mit gemischten Muscheln, angeboten werden. Früher hätte ich 1kg Miesmuscheln, 1kg Venusmuscheln kaufen müssen. Und wer hätte das gegessen? Unser Jungvolk ist Momentan beim Anschauen, aber auch mal Probieren. Es wird schon.
Muscheln kann man täuschen, indem man sie in kaltes, gesalzenes Wasser gibt. In der Meinung sie seien wieder im Meerwasser, öffnen sie sich leicht und lassen eventuellen Sand ab. Das Wasser kann man zwei bis drei Mal wechseln. Ich mache das nur, wenn ich von meiner Fisch-Verkäuferin hingewiesen werde, dass die Schalentiere bei stürmischer See rausgeholt wurden. Mir ist allerdings auch schon passiert, dass ich gewässert habe und danach war fast jede Muschel randvoll mit Sand, praktisch ungenießbar.
Hier das Rezept für Risotto alla marinara:
Für 4 Personen:
  • 2 Tassen Reis

  • 400 g Miesmuscheln (cozze)

  • 400 g Venusmuscheln (vongole veraci)

  • 500 g Tintenfische (anelli totani, calamari, seppie)
  • 200 g Garnelen (gamberi)

  • 200 g Kirschtomaten (sind momentan die einzigen, die man essen kann)

  • 2 Knoblauchzehen

  • 3 Schuss trockenen Weißwein
  • 1 kleine Zwiebel

  • etwas Petersilie

  • Olivenöl

  • Salz
  • weißer Pfeffer aus der Mühle

  1. Ich wasche die Venusmuscheln und die Miesmuscheln und befreie die Miesmuscheln vom Bissfaden. Alle offenen oder kaputten Muscheln werden aussortiert und nicht verwendet.


  2. Den Garnelen schäle ich den Panzer ab und schneide am Rücken eine Rille ein, damit ich den Darm entfernen kann. Viele ekeln sich vom Darm, so wie ich.
  3. Ich wasche die Tintenfische, schneide eventuelle Knorpel oder harten Teile weg und schneide sie dann in Streifen.
  4. Ich hacke den Knoblauch und die Petersilie getrennt fein.

  5. Den Kirschtomaten schneide ich den Stielansatz heraus und schmeiße sie kurz ins kochendes Wasser, dann schrecke ich sie in eiskaltem Wasser ab. Die Haut geht ganz leicht abzuziehen. Ich hacke sie mit dem Cutter grob.

  6. In einen Kochtopf gebe ich Olivenöl und etwas Knoblauch und erhitze es bei niederer Temperatur. Dann kommen die Muscheln dazu und ich erhöhe die Hitze.

  7. Ich gieße mit dem Weißwein auf und schließe den Topf mit seinem Deckel. Die Muscheln bewegen sich im Topf, das hört man und nach ca. 5 Minuten, müssten alle Muscheln geöffnet sein. Die noch geschlossenen, nicht mit Gewalt öffnen. Sie sind nicht genießbar.


  8. Ich nehme die Muscheln heraus und filtere den Sud durch ein Teesieb, das sich dafür bestens eignet. Es könnte noch Sand im Sud sein. Ihr müsst den Sud mal probieren, wie salzig der ist, pures Meerwasser. Das Muschelfleisch löse ich von den Schalen.
  9. Ich hole meine größte Pfanne heraus und beginne wieder mit Olivenöl. Dann brate ich den Rest des Knoblauchs und die Tintenfische an. Ich gebe noch die Garnelen dazu und die Tomatenwürfel. Es riecht schon göttlich (für den der kein Fisch mag, furchtbar). Auch hier gieße ich ein wenig Weißwein auf. Die Sauce darf nicht länger als 10-15 Minuten kochen, sonst werden die Tintenfische zäh, danach müsste man sie lange kochen, bis sie wieder weich werden.

  10. Jetzt hole ich meinen Schnellkochtopf heraus und schütte ein wenig Olivenöl hinein. Ich hacke das Zwiebelchen fein und dünste es im Öl weich. Dann kommt der Reis dazu. Ich mag den Vialone nano, weil er kleine Körner hat. Den Reis lasse ich heiß werden und weil wir dabei sind, gieße ich auch hier mit Weißwein auf. Danach nehme ich vorerst das Muschelwasser, danach normales Wasser. Insgesamt schütte ich 4 1/2 Tassen Flüssigkeit in den Topf, würze noch und schließe ihn sofort. Ich warte bis der 2. Ring sichtbar wird und schalte auf mittlerer Hitze und die Eieruhr auf 5 Minuten.
  11. Sobald der Reis gar ist, stelle ich den Schnellkochtopf in das Waschbecken, lasse kaltes Wasser über den Deckel laufen, bis das Ventil wieder völlig im Deckel ist, dann öffne ich den Topf und schütte den Reis zur Fischsauce, streue die Petersilie darüber und mische alles gut miteinander.

Für eine große Portion, bietet sich der Wok zum Kochen der Sauce an, da sich in einem hohen Topf der Reis schwer mit den Meeresfrüchten mischen lässt.
Bei diesem Risotto ist Parmesankäse absolut verboten.
Ich habe für 2 Personen eine große Portion gekocht, weil es anders nicht geht, mit den Mengen an Schalentieren. Aber wir schlagen zu. Es gibt den Risotto viel zu selten!!

28.01.10

Meine Liebe zur Kartoffel

Ich mag Kartoffel wirklich sehr gerne. Mein Leibgericht ist Röstkartoffel mit Spiegelei und Speck. Außerdem kann man mit Kartoffeln so unglaublich vieles tun und zu diesem Zwecke gibt es auch verschiedene Sorten. An die 30 Sorten sollen es sein (siehe Kommentar unten) und ich kann euch nur wärmstens ans Herz legen, die richtige für das jeweilige Rezept zu nehmen. Grob unterscheidet man zwischen mehlige und speckige Kartoffeln. Habt ihr schon einmal probiert, Kartoffelpüree mit speckige Kartoffeln zu machen? Da kommt so etwas ähnliches wie Kleister raus, anstatt einem flockigem, leichten Püree. Wenn ich so an verschiedene Gerichte aus Kartoffeln denke: Gratin, Suppe, Teigtaschen, Gnocchi, Salat....., mir läuft immer das Wasser im Mund zusammen.
Nur dieses Gericht habe ich als Kind gehasst. Ich mochte überhaupt keinen Fisch. Heute würde ich mich eher für Fisch als für Fleisch entscheiden, wenn ich wählen müsste.
Stockfisch hat seinen Namen vom Fisch der auf Stockgestellen aufgehängt wird um an der frischen Meeresbrise zu trocknen. Im Italienischen heißt er "stoccafisso" oder "baccalá", kommt aber immer aus der Familie der Barsche. Früher war das Stockfischgreastl ein Fastenessen, was ich als Kind auch so verstanden habe. Ich aß wenig und habe gelitten!
Heute liebe ich diese Speise. Es ist eine südtiroler Spezialität.
Beim Fischhändler habe ich nachgefragt. Den gewässerten Stockfisch gibt es ungefähr von Anfang Dezember (die Adventszeit wäre streng genommen auch Fastenzeit) bis Ostern.
Lasst euch vom "Gestank" des rohen Fisches nicht zurückhalten, dieses köstliche Gericht zu kochen.


Stockfischgreastl für 4 Personen:

  • 1/2 kg Stockfisch, gewässert
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1/2 kg speckige Kartoffeln (mein Kartoffelherz ist ein roter Kartoffel, eindeutig speckig)
  • 50 g Lauch
  • 1/2 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Schuss trockener Weißwein
  • ca. 100 ml Sahne
  • 50 g Butterschmalz
  • Petersilie, fein gehackt
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Öl
  1. Die Kartoffel wasche ich und gebe sie ins Dampfkörbchen des Schnellkochtopfs. Unter den Einsatz muss ich nur 1/4 l Wasser geben. Ich verschließe den Topf, stelle ihn auf den Herd und lasse das Ventil hoch gehen. Ab dem Moment wie ich den 2. Ring des Ventils sehe, stelle ich meinen Timer auf 5 Minuten und schalte die Hitze zurück. Ich koche mit Gasflamme, alle mit Ceranfeld müssen etwas früher zurückschalten. Nach den 5 Minuten nehme ich den Schnellkochtopf vom Herd und lasse das Ventil langsam heruntergehen. Wenn ich im Schnellverfahren den Topf öffnen würde, hätte ich geplatzte Kartoffeln. Sie halten den schnellen Druckabfall nicht aus und explodieren (natürlich im Topf). Wie ihr schon bemerkt habt, habe ich vor dem Schnellkochtopf keinen Respekt. Ich wüsste auch nicht aus welchem Grund. Es kann nichts passieren!
  2. Die Kartoffel schäle ich sofort und lasse sie ausdampfen, so werden sie schön knackig. Sobald sie ausgekühlt sind, schneide ich sie in Scheiben.
  3. Ich stelle einen Topf voll Wasser zum Kochen auf den Herd. Sobald es heiß ist, salze ich es kräftig, gebe das Lorbeerblatt dazu, rühre um, damit das Salz nicht am Boden liegen bleibt und lasse den Stockfisch darin 10 Minuten ziehen. Den Herd schalte ich aus.
  4. Stockfisch abseihen. Dann entferne ich mit den Fingern alle Gräten, harte Teile und die Haut und zupfe die Fleischteile in mundgerecht Stücke.
  5. Jetzt schneide ich die Zwiebel und den gewaschenen Lauch in feine Ringe und stelle sie bereit. Den Knoblauch hacke ich fein, lass ihn aber separat.
  6. Ich wärme den Backofen auf 100° vor.

  7. Zum Kartoffel rösten nehme ich eine beschichtete Pfanne, gebe Butterschmalz hinein und röste sie rundum goldgelb, dann salze ich sie erst und fülle sie in eine feuerfeste Form und diese in den Backofen.

  8. In derselben Pfanne gebe ich jetzt ein bisschen Öl und röste den Zwiebel und den Lauch leicht an, dann kommt erst der Knoblauch dazu, lass ihn etwas mitbraten und gebe erst dann den Stockfisch in die Pfanne. Ich erhitzen alles stark und lösche dann mit dem Weißwein.
  9. Ich nehme das feuerfeste Geschirr aus dem Ofen, gebe den Fisch dazu und würze kräftig mit Salz und frischem Pfeffer. Ich weiß nicht wieso, Kartoffeln brauchen ausnahmsweise viel Salz.
  10. Gehackte Petersilie habe ich im gefrorenen Zustand noch vom Sommer im Gefrierschrank. 1 Esslöffel streue ich darüber, schütte die Sahne an, vermische alles gut miteinander und man kann nur noch zuschlagen.

Hoffentlich habe ich genug gekocht, bei so einer Begeisterung, und das bei Fisch!

01.12.09

Markttag in Meran - Moscardini in umido

Wir in Südtirol leben im Paradies. Davon bin ich überzeugt. In unserer Provinz verschmelzen viele Küchen Europas und man kann sich das Beste heraussuchen. Nicht umsonst sind wir die Provinz mit der höchsten Dichte an Michelin-Sternen Italiens. An Zutaten fehlt es nicht. Ich bekomme alles für die wunderbaren Mehlspeisen Österreichs und Deutschlands, bekomme alle Fleischspezialitäten deutscher und italienischer Küche.... Eine gepökelte Schweinsschulter, für das Rezept von Claudio, oder ein Lardo ist für mich kein Problem. Für jemanden der gerne kocht, das Schlaraffenland.


Jetzt wo ich kein eigenes Gemüse mehr habe muss ich mich anderweitig versorgen. In Meran gibt es einen Wochenmarkt. Auf dem gibt es alles was ein Köcheherz höher schlagen lässt.
Im Sommer muss man früh aufstehen und spätestens um 7.30 Uhr auf dem Markt sein. Später überrollen einem die Touristenmassen. Jetzt im Herbst, aber auch im Winter, hat der Markt eine eigene Stimmung. Das saisonale Gemüse, Fisch, Käse, Wurst und vieles mehr lockt.


Es gibt frische saftige Orangen für Orangenmarmelade, aber bitte in Bio-Qualität, da die Schalen mit hinein kommen.

Spitzkohl, alle möglichen Bohnen und Radicchio gibt es auch schon. Alles auf einmal kann ich nicht nehmen, würd es aber gerne.


Artischocken, das supergesunde Gemüse, und viele wissen nicht was damit anfangen. Ich weiß noch nicht für welches Rezept ich mich entscheiden soll.


Rosa Knoblauch, frischer Peperoncino und Zitronen sind eine Augenweide. Rosa Knoblauch kommt vom Süden Italiens und ist bekannt für seinen zarten Geschmack.

Eine Marktfrau hält mir voller Stolz ihre "Treccia", ihren Zopf mit der "Cipolla di Tropea", der Zwiebel aus Tropea hoch. Ich kaufe natürlich welchen. Es ist ein sehr milder, gut verträglicher Zwiebel, mit keinem anderen zu vergleichen.

Dann komme ich zum Fischstand und kaufe Moscardini, das sind kleine Tintenfische. Hier habe ich sie schon in meinem Sieb mit Wasser gespült. Geputzt sind sie schon.
Ich koche dieses Gericht nur für Norbert und mich. Die Kinder sind noch in der Probier-Phase. Ich habe aber gesehen, dass man sie so am ehesten zu einer Speise, die sie nicht so anspricht, hinführen kann. Mit zwingen erreicht man eher das Gegenteil.
Ich hacke ein wenig Zwiebel, einen gelben, und gebe ihn in wenig Olivenöl in eine Pfanne zum dünsten. Danach kommen diese putzigen Tintenfische dazu. Jetzt schaut es aus als ob sie zum Leben erweckt wären. Sie zappeln und bewegen sich. Aber nur weil sich durch die Hitze die Ärmchen aufrollen, nicht weil sie noch leben. Soviel ich weiß kommen nur wenig Tiere lebend in den Kochtopf: Muscheln, Hummer und Schnecken. Grausam, aber wir essen es halt doch!
Ein wenig Tomatenmark wird dazugegeben und mitgeröstet. Danach gieße ich einen guten kräftigen Rotwein auf. Jetzt habe ich Euch geschockt, ja Rotwein. Es fehlt noch passierter Tomatensugo, Salz und frischer Pfeffer. Deckel drauf und höchstens 15 Minuten kochen, sonst werde die Tintenfische hart und dann kann man sie lange kochen bis sie wieder weich werden.Zum Schluss streue ich noch fein gehackte Petersilie darüber.


Dazu gibt es Polenta, aber die richtige, nicht die Schnellpolenta, die mir immer ein bisschen wie Babynahrung vorkommt. Wer´s noch nie probiert hat, hier das Rezept für den Schnellkochtopf:
  • 1l Wasser (für den 3l Schnellkochtopf, wer einen größeren hat 1 Tasse Wasser dazu)
  • 250 g Polentamehl, mittelgrob
  • Salz
  • 25 g Butter
Ich bringe das Wasser zum Kochen, dann salze ich und rühre das Polentamehl ein. Sofort schließen, sonst verdampft vielzuviel Wasser und das fehlt danach. Ventil auf den 2. Ring gehen lassen. Zeit einstellen, in diesem Fall 10 Minuten und zurückschalten. Auf einem Cerankochfeld könnte man nach 5 Minuten abschalten. Ich koche aber mit Gas und schalte die Flamme auf ganz klein. Nach der abgelaufenen Zeit, stelle ich den Topf in das Waschbecken und lasse Wasser über den Deckel laufen. Das Ventil sinkt, der Topf macht ein komisches Geräusch, er saugt sich Luft an, das ist normal. Ich öffne den Deckel, es liegt noch ziemlich Wasser obenauf, das ist auch normal. Ich gebe ein Stückchen Butter dazu und jetzt rühre ich kräftig das Wasser und die Butter unter die feste Polenta. Sie wird geschmeidig.
Ich schwenke eine feuerfeste Form mit kaltem Wasser aus und schütte die Polenta hinein, so klebt sie nicht an den Rändern an. Wir essen sie so. Aber meistens bleibt noch was übrig. Die erkaltete Polenta, wird fest und lässt sich in einem Stück aus der Form nehmen. Die röste ich dann, in Scheiben geschnitten, abends. Dazu gibt es Käse, wer mag, in dünnen Scheiben geschnitten über den heißen Polenta gelegt, dann schmilz er. Für Norbert und mich ein Glas vom Rotwein dazu und wir sind schon glückliche Menschen. Es braucht nicht viel im Leben!