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28.07.10

Gefüllte Peperoni oder kochende Männer sind attraktiver!


Christina hat es mit ihrem Kommentar zum letzten Post genau getroffen, das was ich mir immer schon gedacht und neulich dann bestätigt bekommen habe. Mir ist die März-Ausgabe des Feinschmeckers unter gekommen. In einem kleinen Bericht werden zwei Studien vorgestellt, die besagen, dass ca. 90 Prozent der Frauen die Kochkünste der Männer attraktiver finden als Geld, Macht und Humor!! An letzter Stelle stehen, wie könnte es anders sein, Beschäftigungen wie Fahrzeugtuning.
Bei meiner Idee, unseren Junior mittags kochen zu lassen, gab es ganz bestimmt nicht diesen Hintergedanken. Die ist schon viel früher entstanden.
Er kocht wie wild und ich komme ihm schon nicht mehr hinterher....
Norbert hat schon gemeint, man könnte meinen wir essen nur 1 x pro Woche. Ich könnte nie alles ins Netz stellen was der produziert!
Neulich hat er gefüllte Peperoni zubereitet.
Wir hatten uns für ein Rezept aus der Zeitschrift "Sale & Pepe" geeinigt und sind es zusammen durchgegangen. Einige Ausdrücke, welche ihm nicht geläufig waren, musste ich ihm übersetzen, dann gab ich halt meine Ratschläge und merkte schon, das ihn das schon irgendwie nervte.
Gekocht hat er dann alleine. Es war keine Rede von Fotos.
Als wir mittags in die Wohnung kamen, waren die Peperoni schon im Backofen und er überraschte mich mit der Aussage, dass er, mit Hilfe des Stativs, alles fotografiert habe. Auf der Frage wie es geklappt hat, kam die prompte aber ehrliche Antwort: "Als du nicht da warst, war es ganz gemütlich."
Hier das empfehlenswerte Rezept für 4 Personen (bei uns nur für 3, da die Große zur Zeit nicht mit uns isst)
  • 2 rote Peperoni
  • 2 gelbe Peperoni (bei uns war es ein grüner. Der gelbe war eindeutig besser. Grüne Peperoni sind und bleiben unreifes Gemüse)
  • 200 g Reis, hier Arborio
  • 400 g reife Tomaten
  • 2 Dotter
  • 80 g Pecorino
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 EL Petersilie (war schon gehackt im Tiefkühlfach)
  • Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer
  1. Als erstest hat Lukas reichlich Wasser aufgestellt, es gesalzen und dann den Reis 14 Minuten darin gekocht, wie man Nudeln kocht. Nach der Kochzeit hat er das Wasser abgeschüttet und den Reis in einer Schüssel mit 3 Esslöffel Olivenöl und der Petersilie gemischt.
  2. Dann hat er die gelben Peperoni geköpft, den grünen der Länge nach aufgeschnitten, da er diesen nicht stehend in die feuerfeste Form stellen konnte und hat die Kerne entfernt.

  3. Die Tomaten hat er mit dem Tomatenschäler enthäutet und sie dann mit dem Allesschneider, welcher auch ihn fasziniert, kleingeschnitten. Die Hälfte davon hat er in der feuerfesten Form verteilt und mit etwas Wasser, Salz und Pfeffer angerührt. Den Pecorino hat er entrindet und gerieben.
  4. Irgendwann wird ihm dann eingefallen sein den Backofen auf 180° vorzuheizen.
  5. Die Dotter waren das einzige Problem, wegen dem telefonisch angefragt wurde, wie er die vom Eiweiß trenne. Ich habe nicht weiter nachgefragt, drinnen waren sie, das hat man geschmeckt.

  6. Er hat den Reis mit der anderen Hälfte der gehackten Tomaten, dem Pecorino, den Dottern, noch etwas Salz und Pfeffer gemischt und sie in die gesalzenen Peperoni gefüllt.
  7. Dann hat er sie in der feuerfesten Form verteilt, hat noch den geschälten Knoblauch darüber gehobelt und sie, mit einem Deckel darüber, in den Ofen geschoben. Dort sind sie 30 Minuten geblieben.
  8. Nach dieser Zeit hat er den Deckel abgenommen, den Backofengrill eingeschaltet und weitere 10 Minuten die Peperoni Farbe annehmen lassen (aufpassen, es kann auch kürzer sein).

Auch hier wäre es von Vorteil, wenn das Gericht einige Zeit abkühlen könnte, dann muss man nicht so wahnsinnig aufpassen, dass man sich die Zunge verbrennt.
Der Knoblauch war violett, wer weiß warum. Geschmeckt hat er gut, so wie das gesamte Gericht. Ich freue mich über seinen Mut und die Ausdauer, die er hat. Mit dem Alter habe ich mich nicht an so schwierige Gerichte gewagt!
Hier aber noch ein von mir nachgekochtes Gericht, damit der Verdacht, dass ich nichts mehr koche, aus der Welt geräumt wird. Petra hat es ins Netz gestellt, Claus hat es nachgekocht und uns hat es sehr gut geschmeckt: ein wunderbares Sommergericht. Ich habe folgende Zutaten dafür verwendet:
  • 1 Tasse roter Quinoa (nach Packungsanleitung kochen)
  • 2 kleiner gekochter Brokkoli
  • gegrillte, Zucchinischeiben, in Steifen geschnitten
  • 1 kleine Salatgurke
  • 1 Karotte
  • 3 TL Kapern + 3 TL Essig davon
  • 3 frische Tomaten (Perette), in kleine Stücke geschnitten
  • reichlich frischen Thymian
  • Salz
  • Pfeffer
  • Olivenöl
  • 100 g Feta-Würfel
  • 1 EL Zucker (weiger Zucker als im Originalen)

Die Überraschung war groß, wie hervorragend gut der karamellisierte Feta zum restlichen Gericht passte. Mein Rat an alle: unbedingt nachkochen!!!

09.06.10

Spargel-Lasagne


Diese Spargel-Lasagne hat eine Vorgeschichte. Ich bereite sie in dieser Art schon lange zu. Vor zwei Jahren wurde ich gebeten, ein paar Rezepte für die Provinz-Zeitung zur Verfügung zu stellen. Es war genau während der Spargelzeit und mir ist sofort diese Lasagne eingefallen.
Ich habe schön säuberlich meine Rezepte per E-Mail nach Bozen geschickt.
Am Tag der Veröffentlichung schaue ich in die Zeitung und was sehe ich da? Die Zutaten der Lasagne waren durcheinander geraten. Ich hatte auch noch den Nudelteig angegeben und dieser war mit dem Rest vermischt. Die Leute, welche mich kennen, haben mich dann gefragt, wie ich mir das vorgestellt hätte, mit dieser Zutatenliste. Der Erklärungen waren viele.
Eine Woche darauf gab es eine Richtigstellung, wer sie gelesen hat, hatte Glück, wer nicht und er wollte die Lasagne zubereiten, im Dilemma.
Erst gestern wurde ich wieder einmal darauf angesprochen, deshalb hier nochmals diese verflixte Lasagne, obwohl bei uns die Spargelsaison beim Ausklingen ist.
Zutaten für eine Lasagne, sicher für mehr als 4 Personen:
  • 300 g Lasagneblätter (gibt es auch sehr gute von der Firma Rana, im Kühlregal, sonst Eiernudelteig, wie hier mit gesamten Mehlanteil von 200 g und 2 Eiern)
  • 800 g grüner Spargel
  • 300 g Brie, ohne Rinde
  • 150 ml Milch
  • 60 g reifer Pecorino, gerieben
  • 50 g Walnusskerne
  • 40 g altbackenes Brot
  • 30 g Butter
  • Salz
  • Pfeffer
  1. Ich stelle Wasser für die Nudeln auf und salze es nachdem es bereits gekocht hat. Warum erst jetzt steht hier.
  2. Ich zerplücke das Brot und hacke es mit den Walnusskernen mit dem Cutter grob und mische es dann mit der Hälfte des Pecorinos.
  3. Ich wasche die Spargel und schäle nur das untere Drittel, schneide die Enden ab und, falls sie zu dick sind halbiere ich sie.

  4. Ich dämpfe den Spargel 10 Minuten.
  5. Ich mixe den Brie mit der Milch fein auf und mische den Rest des Pecorinos darunter, salze und pfeffere die Masse. Es soll eine eher dünnflüssige, streichfähige Masse werden, falls sie zu dick ist einfach noch etwas Milch untermixen.
  6. Ich koche die Nudelblätter ganz kurz auf, schrecke sie in kaltem Wasser ab und breite sie auf einem Küchentuch zum Trocknen aus.
  7. Ich heize den Backofen auf 200° Heißluft vor.

  8. Ich fette eine feuerfeste Form mit Butter ein und schichte als erstes Lasagneblätter ein.
  9. Ich verteile einen Teil der Käsemasse und lege dann Spargeln darauf. Vielleicht wäre es idealer nicht alle Köpfe in die Mitte zu legen. Der oder die Glückliche, welche das Mittelstück bekommt!
  10. Ich streue etwas von der Brotmischung darüber und fahre so lange mit der Schichterei fort, bis alle Zutaten fertig sind. Die oberste Schicht sollte die Käsepaste und viel von der Brösel-Mischung sein.
  11. Ich verteile einige Butterflöckchen darauf und schiebe die Lasagne für 30 Minuten in den Ofen.

Nach dem Backen sollte sie noch Zeit haben, etwas auszukühlen, denn wer kann schon glühen heiße Lasagne essen.
Ich hoffe, dass dieses Rezept so viele wie möglich erreicht und dieser Irrtum von damals wieder ein bisschen behoben wird.

08.03.10

Focaccia, Sfincione und all diese Brote mit Belag

Es gibt viele Brote mit Belag in Italien. Nicht mit belegten Broten zu verwechseln, das ist wieder etwas ganz anderes.
Wer einmal in Pompeji war, dieser Ausgrabungstätte neben Neapel, hat vielleicht mitbekommen, dass man an diesem Ort Gemeischaftsbacköfen ausgegraben hat, praktisch einen öffentlichen Bäcker. Die Pizza, aber sicher auch alle anderen belegten Brote, oder Brote mit Belag sind aus einem einfachen Grund entstanden. Der einfachen Bevölkerung hat es an Essgeschirr gemangelt. Da ist man auf die Idee gekommen, sich einen essbaren Teller zu formen, oder eine essbare Unterlage, darauf hat man alles gelegt was man hatte oder was einem schmeckte, Tomaten, Käse, Zwiebel, Salami, Gewürze....
Dann hat man dieses Brot zum Bäcker getragen und hat es dort gebacken, um es dann zu Hause zu verspeisen. Damals ist das erste recycelbare Essgeschirr entstanden, die waren ja schon ziemlich modern.
Die bekannteste ist sicher die Pizza. Es gibt aber so einiges was nicht so bekannt ist , aber trotzdem sehr, sehr gut. Miteinander verbindet sie der Hefeteig als Grundlage.


Zu meiner großen Freude habe ich schon Kräuter im Töpfchen bekommen. Wie man im Hindergrund verschwommen erkennen kann, sind die auf dem Fensterbrett im Freien, abgeerntet, hier der Salbei. Die Kinder hatten einfach zu oft Halsschmerzen!


Das hier ist eine Focaccia, mit viel gutem Olivenöl und hier das Rezept:

Focaccia mit Oliven und Pancetta, für 1 Blech:
  • 600 g Mehl

  • 2 kleine gekochte, mehlige Kartoffeln

  • 80 g Pancetta (Bauchspeck)

  • 50 g entsteinte Oliven

  • 50 ml Olivenöl

  • 1 1/2 TL Trockenhefe

  • frischer Thymian (ist immer noch schön, auf meiner Terrasse)

  • frischen Basilikum

  • Salz, fein

  • Salz, grob

  • Pfeffer aus der Mühle
  1. Als erstes streue ich in 350 ml lauwarmen Wasser die Trockenhefe und lasse sie solange in Ruhe bis sie von selbst an die Oberfläche steigt.

  2. Ich schneide den Bauchspeck in kleinste Würfelchen, hacke die Oliven fein, wasche und trockne die Kräuter, ziehe sie von den groben Stängeln und hacke auch diese fein.

  3. In eine Schüssel siebe ich das Mehl und drücke die Kartoffeln durch die Kartoffelpresse zum Mehl, sie machen den Teig besonders knusprig.

  4. Zum Mehl gebe ich noch Salz, Pancetta, Oliven, Kräuter, 50 ml Olivenöl und eine gute Dosis vom Pfeffer.

  5. Ich gebe das Hefewasser dazu und da ich keine Küchenmaschine besitze, bearbeite ich den Teig mit meinem Handrührgerät mit den Knethaken versehen. Der Teig soll geschmeidig werden und nicht mehr an den Wänden kleben bleiben, er soll Fäden ziehen und Blasen aufweisen. Soviel soll er, ihr könnt aber nichts falsch machen, wenn ihr den Teig 10 Minuten bearbeitet, dann tut er das alles, was ich aufgezählt habe.

  6. Jetzt lasse ich den Teig 1 Stunde gehen, das heißt er vergrößert sein Volumen.

  7. In der Zwischenzeit bestreiche ich ein Backblech mit Olivenöl und wenn es soweit ist verteile ich den Teig gleichmäßig, mit den Händen, auf dem Blech.

  8. Ich heize den Backofen auf 200° Ober und Unterhitze vor.

  9. Ich lasse den Teig nochmals 10-15 Minuten gehen und drücke dann mit dem Daumen, Dellen hinein.

  10. Ich verrühre je ein Esslöffel Olivenöl und Wasser miteinander und pinsle den Teig damit ein.

  11. Dann streue ich noch grobes Salz darüber und schiebe das Blech in die 1. Ebene des Backofens, lasse die Focaccia dort 25 Minuten backen und schiebe sie nochmals für 5 Minuten in die oberste ein, damit sie auch oben schön knusprig wird.

Soviel zur Focaccia, jetzt kommen wir zum Sfincine palermitano. Wie schon das Wort sagt, kommt dieses Brot aus Palermo. Ich habe es von Anice und Cannella und wir waren alle hell begeistert.

Die Menge war mir zu groß, ich habe ziemlich reduziert.

Hier das übersetzte Rezept und mit kleinen Abänderungen:

Sfincione palermitano für 1 Blech:

  • 350 g Mehl

  • 150 g Hartweizenmehl

  • 1 1/2 TL Trockenhefe

  • 2 TL Zucker

  • 2 TL Salz

  • 1 Schuss Olivenöl

Für den Belag:

  • 2 weiße Zwiebeln

  • 1 Dose Pelati, in Stücke zerhackt

  • 4 Acciughe, in Öl eingelegte Sardellen

  • 200 g Perorino, noch eher frischen

  • Artischockenherzen in Öl eingelegt

  • 20- 30 Scheiben pikante Salami, Napoli (wie scharf möchtet ihr's?)

  • Origano

  • 1 TL Zucker

  • Salz

  • Olivenöl
  1. Ich streue auch hier den Trockenhefe in 300 ml lauwarmen Wasser ein und lasse ihn an die Oberfläche steigen.

  2. Ich mische die Mehle mit dem Zucker, dem Salz, schütte das Olivenöl dazu und knete mit dem Handrührgerät, mittels Knethaken, das Wasser darunter.

  3. Ich lasse den Teig 2 Stunden stehen und er geht schön auf.

  4. Inzwischen bereite ich den Belag vor: ich schäle die Zwiebeln und schneide sie in feine Ringe.

  5. Ich dünste sie in reichlich Olivenöl weich, zerdrücke die Sardellenfilets im Öl, schütte die Pelati dazu und fülle die Dose 3/4 mit Wasser. Auch das Wasser kommt in die Pfanne.

  6. Ich würze die Sauce mit Salz, Zucker und Pfeffer und lasse sie eindicken. Dabei lege ich den Spritzschutz auf die Pfanne, damit ich danach nicht die Küche rot gesprengelt habe. Sobald der Sugo cremig ist, lasse ich ihn auskühlen.

  7. Den größten Teil des Käses schneide ich in dünne Scheiben, den Rest reibe ich.

  8. Wenn es soweit ist, verteile ich den Teig in ein mit Olivenöl eingepinseltes Backblech und lasse ihn nochmal 1/2 - 1 Stunde gehen.

  9. Irgendwann heize ich den Backofen auf 200° Ober und Unterhitze vor.

  10. Ich kann aber schon den Belag auf dem Teig verteilen: die Salami, die in kleine Spalten geschnittenen Artischockenherzen, die Käsescheiben und darüber den Tomatensugo.

  11. Ich streue noch den restlichen Käse darüber und reibe den getrockneten Origano zwischen meinen Handflächen über den Sfincione. So aktiviere ich wieder die verbliebenen Aromastoffe.

  12. Nachdem der Teig schön aufgegangen ist, schiebe das Blech auf der 2. Ebene des Backofens ein und lasse den Sfincione 20 Minuten backen.

Erst jetzt, wenn er auf meinem Teller liegt, träufle ich noch Olivenöl darüber. Ich kann euch nicht beschreiben, wie gut er war. Etwas ist noch übrig geblieben. Das haben die Kinder heute zur Pause für die Schule mitbekommen. Ich würde wetten, dass kaum ein anderer Schüler eine solche Pause mitbekommt.

So eine Sache mache ich nur am Wochenende, sonst hätte ich niemals Zeit dafür. Aber da genießen wir es um so mehr.

24.11.09

Pasticcio mit Brokkoli

Gestern hatte ich es eilig. Ich bin erst spät von der Arbeit nach Hause gekommen. Was koche ich jetzt noch?? Wieviel Zeit habe ich noch? 45 Minuten!
Bestandsaufnahme des Kühlschranks, auf das Mittagessen konzentriert: ein Stückchen Bauchspeck, etwas Mortadella, unbedingt zu verbrauchen, eine halbe geräucherte Provola, eine Ecke milder Pecorino....
Zwiebel, Knoblauch, Tomatensugo und Nudeln (in diesem Fall Pennette lisce) sind immer zu Hause, Butter, Mehl und Milch ebenfalls. Und dann hatte ich noch einen schönen Brokkolo, vom eigenen Garten, der ist mir aber erst später eingefallen.
Also an die Arbeit: einen Topf Wasser auf den Herd stellen, Backofen auf 220° Ober und Unterhitze vorheizen, Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken, Speck und Mortadella in feine Streifchen schneiden, in wenig Olivenöl mit dem Zwiebel und dem Knoblauch bei milder Hitze ein wenig bräunen, ca. 300 g Tomatensugo einrühren und alles bis zum Gebrauch, mit dem Deckel ein wenig geöffnet, kochen lassen.
Ein dritter Topf kommt auf den Herd, es kommt ein Stückchen Butter rein (ca. 50 g). Ich lasse es zergehen, gebe ca. 2 Esslöffel Mehl dazu und lasse es aufschäumen. Die kalte Milch rühre ich ein, es waren ungefähr 700 ml und rühre bis die Béchamelsauce eingedickt ist, immer wieder mit einem Schneebesen um. Ich fluche, sie ist mir diesmal sehr dünn geworden, fast eine Béchamelsuppe, was sich später aber als Vorteil erweist.
Inzwischen Wasser salzen, Nudeln abwiegen und in das kochende Wasser geben. Die Kochdauer stelle ich immer auf meiner Eieruhr ein, diesmal allerdings 2 Minuten weniger als die Zeit, welche auf der Packung angegeben ist.
Dem Provola schneide ich ganz dünn die geräucherte Haut ab und schneide ihn in hauchdünne Scheiben. Den Pecorino befreie ich ebenfalls von der Rinde.
Eine feuerfeste Form muss her. Sugo und Béchamelsauce salzen, Sugo auch pfeffern und die Nudeln abseihen.
Jetzt erst fällt mir der Brokkolo ein. Ich stelle nochmals wenig Wasser auf den Herd. Reiße den Brokkolo aus dem Kühlschrank. Inzwischen ist auch Norbert nach Hause gekommen. Ich bin erleichtert! Er putzt mir den Brokkolo, ich schneide ihn in kleinere Teile. Danach muss er noch warten, da das Wasser noch nicht kocht. Wie spät ist es? Die Kinder kommen in 25 Minuten nach Hause!
Ich stelle alles, außer den Brokkolo, der noch kocht, vor mich auf den Tisch und schichte es hintereinander in die Form: die Hälfte der Nudeln, die Hälfte des Sugo´s, ein Drittel der Béchamelsauce, die Provolascheiben. Der zweite Teil der Nudeln folgt, so wie der restliche Sugo und wieder ein Drittel der Béchamelsauce.
Jetzt noch den Pecorino darüberreiben und ab in den Backofen, auf der mittleren Schiene.
Eine viertel Stunde habe ich noch. Inzwischen kocht das Wasser. Salz und die Brokkolistücke ins Wasser geben und umrühren, damit das Salz zergeht.
Jetzt habe ich sogar noch Zeit den Tisch zu decken, für den Salat ist Norbert zuständig, den er immer sehr abwechslungreich zubereitet. Heute gibt es Vogelesalat mit rohen Fenchelstreifen.
Der Brokkolo ist noch stark bisfest, aber wir haben ja alle gut Beisser, aber die Zeit drängt, deshalb seihe ich ihn ab.
Ich nehme die feuerfeste Form nochmals aus dem Ofen, verteile den Brokkolo über der schon entstandenen Kruste und gebe die restliche Béchamelsauce darüber, sie ist auch durch das Abkühlen nicht dicker geworden. Wieder in den Ofen rein und die restlichen 10 Minuten nochmals überbacken.
Wenn das mal was Gescheites wird!?
Inzwischen trudeln die abgekämpften Krieger ein, hungrig, durstig und müde.
"Was gibt es heute?" ist die erste Frage.
Nach 45 Minuten steht der Pasticcio auf dem Tisch. Er sieht gut aus und riecht auch verlockend. Wir schöpfen ihn auf die Teller. Die Béchamelsuppe haben die Nudeln aufgesaugt, da sie ja noch nicht ganz gekocht waren und der Pasticcio ist sehr saftig. Wieder einmal Glück gehabt!
Nach dem Essen räumen Norbert und ich die Küche auf. Danach haue ich mich für 10 Minuten auf´s Ohr. Jetzt bin ich die abgekämpfte Kriegerin. Ich habe wieder einmal die Schlacht gewonnen!

17.09.09

Melanzaneröllchen

Wenn man so durch verschiedene Foot-Blogs im Internet zieht, kommt einem schon so allerhand unter. Manches ist krass, vieles ist verrückt, manche, wenige sind brauchbar. Ich rede jetzt immer nur als Hausfrau. Damit die Rezepte auch umsetzbar sind, müssen sie relativ einfach sein. Wenn da jemand über ein Nudelgericht erzählt, für das er 8-10 Stunden Arbeit aufwendet, dann ist das Fanatismus. Und ich habe immer gedacht ich sei es!!
Eine Internetseite möchte ich Euch doch vorstellen. Sie ist schön anzuschauen, interessante Beiträge, aber leider nur auf Englisch. Hier der Link dazu http://www.deliciousdays.com/.
Es gibt auch ein Kochbuch mit demselben Namen und das ist in deutscher Sprache herausgekommen.
Die Münchnerin schreibt fast einen Roman, der nett zu lesen ist. Die Rezepte sind relativ einfach, aber gut. Nicht alles was sie kocht ist für unsere Breitengrade. Aber in jedem Kochbuch gibt es etwas, was einem nicht animiert. Das Meiste ist aber wirklich zu empfehlen.
Aber ich habe für Euch natürlich auch ein Rezept, welches, wie ich hoffe, sofort nachgekocht wird.
Essen für jeden Tag! Bei uns gibt es noch keine Kantine oder Mensa. Ich koche zwei mal am Tag.
Abends nur was Kleines. Aber man braucht Ideen und die möchte ich Euch liefern.













Zutaten für 4 Personen:

  • 2 große Melanzane (Auberginen)
  • 4 sehr dünne Rindsschnitzel
  • 80 g Pecorino, gerieben
  • 4 TL Kapern, in Essig gelegt
  • 200 g Tomatensugo, passiert
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Olivenöl
  1. Die Melanzane waschen und in nicht zu dicke Scheiben schneiden. Das mache ich mit einem Hobel, bei dem ich die Dicke der Scheibe wählen kann. So werden alle Scheiben gleich dick.
  2. Die Scheiben in einer Grillpfanne oder einer beschichteten Pfanne mit etwas Olivenöl von beiden Seiten braten, dass sie Farbe annehmen. Erst nach dem Grillen salzen, sonst würden sie Wasser ziehen und das möchte ich bei dieser Zubereitung nicht.
  3. Backofen auf 200° Heißluft vorheizen.
  4. Zwei Melanzanescheiben überlappend nebeneinander legen. Das Rindsschnitzel salzen und pfeffern und auf die Melanzanescheiben legen.
  5. Auf dem Fleisch zwei Esslöffel Pecorino und 1 Teelöffel Kapern verteilen.
  6. Die Melanzanescheiben aufrollen und darauf achten, dass die Fülle eng eingewickelt wird.
  7. In eine feuerfeste Form geben und den Tomatensugo zwischen die Röllchen verteilen. Diesen etwas salzen.
  8. Im Ofen 20-25 Minuten backen, je nach dem, ob man das Fleisch ganz durch haben will, oder nicht.
Dazu passt Reis, den ich immer im Schnellkochtopf zubereite, und im Rezept "Risotto mit Gorgonzola und Birnen" beschreibe, natürlich ohne Gorgonzola und Birnen.
Mir läuft das Wasser im Mund zusammen, während dem Schreiben. Und es ist erst 9.30 Uhr am Vormittag. Ich dürfte noch keinen Hunger verspüren, nach dem ausgiebigen Frühstück. Dieses Rezept müsst Ihr unbedingt ausprobieren!!

12.06.09

Gemüsekuchen






















Zutaten für 6 Personen:
  • 250 g Blätterteig
  • 1/2 kg gemischtes Gemüse (Peperoni, Zucchini, Melanzane, Karotten...)
  • 200 g milder Pecorino gerieben
  • Basilikum
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Olivenöl
  1. Blätterteig falls gefroren, im Kühlschrank früh genug auftauen lassen.
  2. Gemüse putzen und waschen, Peperoni mit einem Tomatenschäler schälen und in Spalten schneiden. Gemüse in gleichdicke, längliche Scheiben schneiden, oder falls man einen geeigneten Hobel besitzt hobeln, und alles grillen.
  3. Backofen auf 200° vorheizen.
  4. Den Teig ausrollen und in eine ausgefetteten runde Auflaufform geben, wobei ein Rand von ca. 4 cm sein sollte.
  5. Das Gemüse auf den Teig schichten. Jede Schicht salzen und pfeffern.
  6. Den geriebenen Käse und die zerzupften Basilikumblätter darüber geben.
  7. Mit guten Olivenöl beträufeln und im Ofen 35 Minuten backen.
  8. Herausnehmen und etwas abkühlen lassen. Der Gemüsekuchen wird eher lauwarm gegessen.

Wenn man möchte, kann auch eine Hühnerbrust in Streifen geschnitten und ebenfalls gegrillt, zwischen das Gemüse geschichtet werden, oder zum Schluss eine Hand voll halbierte Cocktailtomaten darübergeben. Eine Springform eignet sich nicht, da der Saft vom Gemüse und das Olivenöl, sobald der Kuchen geschnitten wird, am Rand ausläuft. Ist mir alles schon passiert. Übrigens: man würde nicht glauben, wie gut gegrillte Karotten schmecken.




Und so muß der Teller nachher aussehen!