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Sonntag, 14. November 2010

Bonito oder Gaiado!


Gaiado, Bonito Skipjack, Wildfisch
Die Portugiesen teilen die Speisefische auf in - peixe azul -  und - peixe branco -, blauen und weißen Fisch. Menschen mit Nahrungsmittelallergieen und Stoffwechselstörungen sollten nur den höher geschätzten weißen Fisch essen; blaue Fische könnten bei ihnen Nesselfieber oder andere allergische Reaktionen hervorrufen, so der Volksglaube.
Eine offizielle naturwissenschaftliche Erklärung für die blau/weiße Einteilung gibt es dafür bislang nicht.
Eine plausible Hypothese scheint die unterschiedliche Anlagerung der Fettreserven der beiden Gruppen zu sein: Während weißer Fisch sein Fett in der Leber speichert - Stichwort Lebertran - und eher margeres Fleisch hat, zeichnen sich die Blauen durch eine Fettlage unter der Haut aus und eignen sich daher generell besser zum Grillen.
( Nachgelesen im Buch "Die Fische der Algarve" von Nico Böer)

Nico Böer ist 1977 an die Algarve - eigentlich heißt es ja der Algarve von Algarb, masculin - gezogen und arbeitet dort bei Tavira als Salzhändler.



Nico Böer erklärt die Atlantikfische bis in kleinste Detail. Dieses Fischbuch lohnt sich wirklich, es ist wirklich etwas besonderes.
Der gleichen Meinung ist auch Vincent Klink und der muss es ja wissen.

Zu den blauen Fischen gehören: Sardinen, Sardellen, Carapau, Makrelen so wie die gesamte Thunfischfamilie mit Bonito und Co.
Der hohe Gehalt an Omega-3-Fettsäuren beruhigt das Gewissen. Man isst also gesund.
Zu den weißen Fischen gehören: Brassen, Wittlinge, Plattfische, Kabeljau etc.

Bei Wiki habe ich nichts darüber erfahren, dass der Bonito auch in der Azorenbucht heimisch ist, aber hier. Wenn ich es vor Ort nicht selbst gesehen hätte, ich hätte es nicht geglaubt.

Interessant ist, dass die Salmonete, also die Rotbarbe, angeblich - o peixe mais azul - der blaueste Fisch von allen ist.

-Vielleicht gibt es noch eine Ausnahme: Die Forelle blau. Das ist zwar ein Weißfisch, aber durch die Zubereitung dann doch blau. Aber das ist ein ganz anderes Thema-.

Im Hintergrund sieht man den Kilopreis und den Gesamtpreis

Kommen wir also zur Sache, nämlich zum Gaiado, wie er in der Azorenregion heißt, oder dem Bonito.

Auf Porto Santo gibt es eine Unterstelle direkt am Strand. Dort landet zwei - dreimal pro Woche der Fischer - ja es gibt nur noch einen, der das macht - mit ein paar Gaiados an. Verkauft werden nur ganze Fische. Das heißt auf gut portugiesisch, man muss ausdauernd warten, bis ein kleinerer dabei ist. Nach mehreren Tagen hatten wir Glück. Wir bekamen ein schönes Exemplar von 3300 g.


Prezisionsarbeit vom Fischer.


Zum Reinbeißen frisch.


Erst mal roh mit Granatapfel Vinaigrette. Der feine Fisch war uns fast zu schade zum Kochen.



Auf Paprika und Zwiebeln süß - sauer aus der Pfanne.



Auf Tomatenrisotto, schön rosa gegrillt.


Wir haben mehrere Varianten zubereitet - was für ein Luxus - und fanden alle gleich gut.

Bom Apetite!

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