Am Wochenende gab es bei uns einen richtig klassischen Sonntagsbraten und zwar von der Wildschweinkeule.
Zum Einen passt er in die Jahreszeit und zum Anderen muss ich mich langsam vorbereiten auf die neue Staffel beim Slow Food, die da heißt "Sonntagsbraten".
Ich bin da ja für Kulinaristik zuständig.
Natürlich war das nicht MEIN erster Sonntagsbraten, wie man es vielleicht aus der Überschrift ableiten könnte. Nur war es der erste in dieser Saison.
Alle zwei Monate möchten wir beim Slow Food mit ein paar kochwütigen Leuten zusammen kochen und braten wie in alten Zeiten. Wir möchten dort die alte Tradition wieder aufleben lassen, die heute leider etwas in Vergessenheit geraten ist. Nämlich sonntags, wenn alle Familienmitglieder zuhause sind, einen Braten im Topf zu haben.
Zutaten:
- 1 schöne Wildschweinkeule
- Wurzelgemüse zum Anschmoren
- Rosmarin, Thymian, Lorbeerblätter
- Knoblauch
- Rotwein
- Salz & Pfeffer
- Pfeilwurzmehl
- Olivenöl
- evtl. Pilzextrakt
Ein Prachtstück habe ich da erstanden. Schön durchzogen mit Fett. So, wie er sein muss.
Nachdem ich den Knochen ausgelöst hatte, waren es noch 1,7 kg.
Ich habe ihn mit Kräutern und Knoblauch gefüllt und mit Küchengarn zusammengerollt.
Nach kräftigem Anbraten roch es schon verdächtig gut in der Küche. Wurzelgemüse, Knoblauch und Kräuter taten das Ihrige dazu. Mit Salz & Pfeffer gewürzt und einer halben Flasche Rotwein -da hielt ich mich ganz an die Anweisung von Arthurs Tochter, also nicht so knapp -aufgegossen und ab damit in den Backofen bei 160° für eine Stunde. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen.
Den Bratenfond abgegossen und reduziert. Mit etwas Pfeilwurzmehl leicht gebunden und fertig. Mit ein paar Tropfen Pilzextrakt habe ich den Geschmack verstärkt oder, besser gesagt, abgerundet.
Oje, ist das jetzt Geschmacksverstärker?
In der Zwischenzeit die Tarhonya zubereitet. Das sind eine Art Knöpfle, nur ist der Teig fester. Ich habe dafür den Spätzlehobel genommen, eine Tarhonyareibe hatte ich nicht zur Hand. Vielleicht ist das ja auch nur ein österreichischer Ausdruck für diesen Hobel, keine Ahnung.
Jedenfalls habe ich mich damit auch in die Reihe der Austro Pasta Tester eingereiht. Ich muss sagen, nach anfänglicher Skepsis finde ich viele Rezepte in dem Buch gut. Besonders die Süßspeisen, denen ich mich noch bei Gelegenheit ausgiebig widmen werde.
Diese Tarhonya jedenfalls haben uns sehr gut geschmeckt.
Den Rest Tarhonya hatte ich am nächsten Tag mit Butter und Paniermehl angebraten und sie mundeten immer noch ausgezeichnet. Die Form derselbigen war anders als im Buch vorgegeben, das lag dann wohl an den Gerätschaften.
Das restliche Bratenfleisch wurde am übernächsten Tag mit Kartoffelsalat verspiesen.
Hier bei Ulrike von Küchenlatein kann mann nachlesen, wer schon alles die Austro Pasta Rezepte getestet hat. Ausserdem hat Ulrike ein tolles Register angelegt, welches ich auch für andere Rezepte sehr gut gebrauchen kann. Danke liebe Ulrike für die Arbeit, die es sicher gemacht hat.








