"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit"
Das ist bekannterweise ein Zitat von Karl Valentin und für mich das zweitschönste, das er je aussprach.
Noch besser gefällt mir die Sache mit den Semmelnknödeln, dieser köstlichen Dialog mit Liesl Karlstadt
Anlässlich des heutigen 50sten Todestags von Liesl Karlstadt und noch leicht inspiriert von der böhmischen Küche in Karlsbad im Mai, bekam ich Lust auf Knödel, oder heißt es jetzt Knödeln?
Da ist sie wieder, die Frage aller Fragen, die schon Liesl Karlstadt und Karl Valentin so heiß diskutierten.
Ich weiß genau was Ihr jetzt denkt. Wie kann die nur im Hochsommer Knödel mit Sauce posten.
Erstens hat sich das Wetter abgekühlt, zweitens hatte ich noch Schweinebäckchen im Vorrat, drittens wegen Liesl Karlstadt, die ich sehr verehre und viertens kriegt jeder eh nur einen, Basta!
Für die Knödel braucht man zu allererst altes Brot, das habe ich immer im Haus. Wir essen fast ausschließlich Sauerteigbrot, auch als Weißbrot, da können ruhig ein paar Reste übrig bleiben.
Brotreste vom Sauerteigbrot schimmeln nicht, sie werden einfach nur trocken. Wie heißt es doch gleich: altes Brot ist nicht hart, gar kein Brot, das ist hart!
Wenn sich genug angesammelt hat, gibt es entweder einen Brotsalat Panzanella, einen Brotauflauf, oder, wie in diesem Fall, Knödel.
Die Zutaten:
- altbackenes -was für ein Ausdruck- Brot, die Menge von 4 Brötchen
- 4 Eier
- 200 ml Milch
- 1 Zwiebel
- Petersilie
- Butter
- Muskat, Salz und Pfeffer
Die Milch anwärmen, über das zerkleinerte Brot oder die Brötchen gießen, noch nicht alles, man kann besser noch nach gießen, und die Schüssel abdecken. Etwa 15 Min. ziehen lassen.
Die Zwiebel mit der fein geschnittenen Petersilie in Butter andünsten, abkühlen lassen.
Ist die Mich aufgesogen, schlägt man die Eier dazu und mischt die Zwiebel-Petersilienmischung darunter. Es soll eine lockere Kloßmasse sein, aus der sich Knödel formen lassen. Sind die Knödel zu weich, wie hier in meinem Fall, die Selbigen einfach in Panko oder Paniermehl wälzen.
Vielen Dank für den Dämpftipp. Ich habe ihn in einem Blog gesehen, weiß aber nicht mehr bei wem. Deshalb kann ich ihn nicht verlinken. Vielleicht outet sich ja die/der Ideengeber/in.
In einem Dämpfkorb 2 cm hoch Wasser einfüllen, die Knödel auf die zwei Gitter verteilen -ich hatte Bananenblätter untergelegt, so wusste ich, dass nichts klebt- und 20 Min. bei geschlossenem Deckel dämpfen.
Die Schweinebäckchen hatte ich kürzlich im Überfluss gekauft, die mussten jetzt weg. Ich habe sie mit Wurzelwerk geschmort, ordentlich mit Rotwein angegossen, gut gewürzt, die Sauce schön reduziert bis sie sämig war.
Wie so häufig, war die Sauce zu den Knödeln das Beste.
Buon Appetito!