Im Blog Foodfreak läuft in diesem Jahr ein Event mit dem Titel: Koch den Vinz. Obwohl ich mich normalerweise nicht an Events beteilige - aus vielerlei Gründen -, kann ich hier nicht wiederstehen. Vincent Klink ist für mich einer der besten, natürlichsten und sympathischsten Köche in Deutschland. Da kann sich so manch ein Show-Koch eine Scheibe von abschneiden.
Sauerbraten habe ich seit Jahren nicht mehr zubereitet. War irgendwie nicht angesagt bei uns. Dabei erzählt mir die Kommandantin seit Jahr und Tag etwas vom Pferd. Will sagen: sie bereitet den weihnachtlichen Sauerbraten immer und nur so zu, nämlich vom Pferd.
Dazu kam, dass ich neulich einen ziemlich wissenschaftlichen Bericht las in der Zeit von Christian Mittermeier genau zum Thema Sauerbraten. Das machte mich neugierig.
Da habe ich den Herrn Geschmacksache aber sowas von losgeschickt zum Einkaufen eines schönen Fleischstücks.
Damit kam er zurück mit den besten Grüßen vom Metzgermeister Schmidt. Ein schönes Stück vom Tafelspitz.
Dieser wurde erst einmal eingelegt, nach dem Rezept von Vincent Klink's schwäbischem Sauerbraten.
Zutaten:
- 1,5 kg Tafelspitz
- 0,3 l Weinessig
- 0,7 l Weißwein
- 1 l Wasser
- Möhre, Sellerie, Schalotten
- Lorbeerblätter
- Pfefferkörner, Pimentkörner, Nelken, Wacholderbeeren, Senfkörner
- Korinthen oder Rosinen
- Balsamico zum Abschmecken
So sah der Tafelspitz nach 4 Tagen aus, nun konnte er gebraten werden.
Da wurde ich fündig -natürlich auch bei Vincent- in alten Unterlagen aus der Fernseh-Kochreihe "Kochkunst" im SWF vor 9 Jahren. Man soll doch nix wegwerfen, besonders keine guten Rezepte.
Zutaten für Vincent's Wunderknödel, wie er sie nennt:
- 750 g mehlige Kartoffeln
- 60 g Griess
- 3 Eigelb
- Salz & Pfeffer
- Muskatnuss
Die Kartoffeln schälen, in Salzwasser kochen, abgießen, ausdampfen lassen und durch die Presse drücken.
Schnell die Eigelbe und den Griess unter die Kartoffelmasse rühren, mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen und Knödel daraus formen.
Jeden einzelnen Knödel in Frischhaltefolie einpacken und zubinden.
Der Braten durfte ruhen, Zeit die Knödel zu garen.
Da der Teig so filigran war, war es eine echt gute Idee von Vincent, die Knödel in Folie einzupacken. Sonst wären sie sicher auseinandergefallen.
Nach 20 Min. im siedenen Wasser waren sie fertig und wunderbar leicht und luftig, wie ein Wölkchen.
Eine kleines Zugeständnis an die Rheinländer -ich hoffe, Vincent verzeiht es- waren Korinthen und als Beilage Apfel- bzw. Quittenmus. Für mich genau das, was das süß-sauer-Spiel ausmachte. Und irgendwie erinnert mich das an Italien. Dort wird auch sehr viel agro-dolce gekocht, also süß-sauer.
Vielleicht haben ja seinerzeit die Römer den Sauerbraten ins Rheinland mitgebracht oder auch nur das Rezept dafür, wer weiß?
Buon Appetito!
PS: Dieses Scheibchen hebe ich mir auf für Morgen, hmmm.....







