Posts mit dem Label Gourmetmeilen 2012 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gourmetmeilen 2012 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 25. August 2012

Gourmetmeile Metropole Ruhr 2012: Schlaraffenland auf Zollverein


 Nach Sonnenuntergang:
Prächtige Illuminierung

Gestern startete bei idealem Wetter die Gourmetmeile Metropole Ruhr auf Zeche Zollverein in Essen-Altenessen. Das Areal für das „Schlaraffenland“ im Schatten des imposanten Förderturms, wie sich der Essene Bürgermeister Rudolf Jelinek in seiner Eröffnungsrede ausdrückte, war nach dem Zuschauerandrang der letzten Jahre vergrößert worden. Eine gelungene Entscheidung, jetzt kann man das Ruhrgebiets-Wahrzeichen auch tatsächlich beim Schlemmen sehen. Dennoch waren einige der Restaurants wie z.B. die Kettwiger „Résidence“, die die Veranstaltung seit Gründung im Kulturhauptstadtjahr 2010 prägten, nicht mehr dabei, doch wurde der Verlust durch drei Neuzugänge wieder wett gemacht, so dass insgesamt 17 Gastronomen aus Essen, Mülheim, Heiligenhaus, Gelsenkirchen und Bochum am Start sind.

Trocken speisen im Industriekultur-Monument

Nach zögerlichem Beginn am Nachmittag kamen die Gäste am Abend dann in Scharen. Auch wenn das Wetter an den beiden Haupttagen Samstag und Sonntag nicht mehr so ganz mitspielen sollte, zahlreiche Zelte und Schirme sorgen für trockenes (oder schattiges) Schlemmen.

Veranstalter Rainer Bierwirth (Mitte)
mit NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (links)
und dem Essener Bürgermeister Rudolf Jelinek

Veranstalter Rainer Bierwirth hatte Honoratioren aus Stadt und Land am Abend zu einem Menü geladen, das einen kleinen Querschnitt durch das kulinarische Angebot bot. Während des Essens wurde es langsam dunkel, und nach Sonnenuntergang wurde die Zeche phantastisch illuminiert.

Hier die fünf Gange des Menüs.

Kiepenkerl zu Essen: Saltimbocca vom Kninchenrücken mit Limetten-Aioli auf Wildkräutersalaten (6 Euro):. Man musste fast schon suchen, um die leckeren, in Salbei und Schinken gewickelten Kaninchenfilets auf dem übervollen Teller zu finden. Dominierend war ein großer Parmesan-Chip, der den Salat in Form hielt. Richtig lecker die Limetten-Aioli.

Trattoria Trüffel da Diego: Tortelloni, Trüffelsauce, frischer scharzer Trüffel und Parmiggiano (8 Euro). Im Programmheft sind zwar Gnocchi angekündigt, aber auch die Tortelloni brachten mit ihrem intensiven Trüffelgeschmack italienischen Luxus auf den Teller und machten dem Namen von Diego Palermos Restaurant alle Ehre.

Vincent & Paul: Gebratener Butterfisch mit Pak Choi, Mu Err Pilzen und schwarzer Bohnen Sauce (9 Euro). Auch ohne seinen bisherigen Patron Frank Heppner, der das Restaurant im Museum Folkwang verlässt, bleibt sein bisheriger Stellvertreter und Nachfolger Jan Schlögl der euro-asiatischen Küchenlinie treu. Das Gericht ist ein schönes Beispiel dafür.

Restaurant M: Scheibe vom rosa gebratenem US-Beef an Süßkartoffel-Pommes und Trüffelsauce (9 Euro). Die prächtige Ausleuchtung der Zeche Zollverein nach Sonnenuntergang lässt das Essen auf dem Foto schriller erscheinen, als es schmeckte. Der neue Küchenchef auf der Margarethenhöhe Christian Götz zeigt sich minimalistisch. Gutes Fleisch, leckere Sauce, nur unter Pommes versteht man etwas anderes als die dennoch ganz leckeren Süßkartoffelschnitze.

Parkhaus Hügel: Cannelloni von Schokoladenkrokant mit Rumschaum-Crumble und Gewürzpflaume (5 Euro). In seinem witzigen Dessert bringt Suvad Memovic wieder einen deutschen Küchenklassiker up to date. Diesmal ist es die traditionelle Herrencrème, die er neu und extravagant interpretiert. Lecker.

Die Gourmetmeile Metropole Ruhr geht noch bis zu Sonntag, 26. August. Das komplette Programm finden Sie hier.

 Zollverein bei Tag

Zollverein bei Nacht

Samstag, 11. August 2012

Bochum kulinarisch 2012: Am Nachmittag versackt

Rosen für die tapferen Esser:
Blumenmädchen auf dem Boulevard

Eigentlich sollte es ja gestern nur ein kurzer Mittagsbesuch bei „Bochum kulinarisch“ sein, um der Talkrunde von „Bochum geht aus“-Chefredakteur Peter Erik Hillenbach und einigen Vertretern der Bochumer Gastronomie zu lauschen, doch dann wurde alles anders. Der Genießer versackte mit den Kollegen bei betörendem Wetter in dem Schlaraffenland auf dem Bongard-Boulevard und verbrachte schließlich sechs (!) Stunden im diesjährigen Feldlager der Bochumer Küche. Verhungern brauchte er dabei nicht, sondern konnte ganz nebenbei die Angebote der Bochumer Spitzenköche Ralph Curanz vom „Livingroom“ und Daniel Birkner von „Herr B. in der Gesellschaft Harmonie“ sowie einiger anderer Gastronomen inspizieren.

„Genussbereit“-Leser haben noch etwas Zeit, sich davon inspirieren zu lassen. „Bochum kulinarisch“ geht noch bis einschließlich Sonntag, den 12. August 2012. Infos hier.

Hierfür stehen die Bochumer Schlange: Oekey's gegrillte
halbe Ente wartet in der Warmhaltevitrine auf den Verzehr

Herr B.: Pastrami-Sandwich mit Gurken und grobem Senf.  Prima Einstieg mit weihnachtlich gewürztem Brot.

Herr B.: Juvenil-Ferkel Keule und Rücken mit Blutwurst, Schalotte und Kartoffel. Deftiges vom jungen Schwein, zart und lecker.

Strätlingshof: Riesengamba 800 Grad, Zitronengras-Tomaten-Marinade, Keta-Kaviar, Blattsalate, Trüffelbaguette. Aus dem einzigartigen Southbend 800 Grad Grill. Tja, lecker.

Vitrine: Roulade vom weißen Wels, Zander und Lachs auf Bärlauchschaum und Salat. Die schöne Fischzubereitung geht im Salat unter. (Schon am Mittwoch probiert.)

Livingroom: 3 gebratene Jakobsmuscheln auf Algensalat mit Madras-Curry und Pssionsfrucht. Elegante Exotik, frisch und fruchtig, pikant und knackig.

Livingrom: Hausgemachter getrüffelter Brie de Meaux mit ofenfrischem Baguette. Spitzen-Dessert der pikanten Art. Dafür füllt Ralph Curanz die französische Käsespezialität mit einer Trüffel-Marcarpone-Crème und lässt sie noch etwas reifen. So wird aus dem Brie de Meaux ein Brie de Bo. Dazu schenkt er einen kräftigen roten Son Bordils aus Mallorca ein.

Schlemmen am Nachmittag: Hungrige Bochumer
auf dem Bongard-Boulevard

Freitag, 10. August 2012

Bochum kulinarisch 2012: Sonne auf dem Teller bei der Orangerie

Diese beiden machen  den Stadtpark zum Zentrum der Bochumer Gourmetlandschaft: Michael Hau von der "Orangerie im Stadtpark" (rechts) und Daniel Birkner von "Herr B. in der Gesellschaft Harmonie".

Auf der Gourmetmeile „Bochum kulinarisch“ beweist die „Orangerie im Stadtpark“ einmal mehr dass sie eines der Spitzenrestaurants der Stadt ist; im Ranking „Gourmetrestaurants“ des Restaurantführers „Bochum geht aus“ steht sie nicht von Ungefähr auf Platz 1. Was Küchenchef Michael Hau und seine Crew in ihrer Feldküche auf dem Bongard-Boulevard auf die Teller zaubern, ist einmalig lässig und abgeklärt. Die Portionen sind von angenehmer Größe und spiegeln ein großartiges Preis-Leistungsverhältnis wider. Es gibt keine lieblosen Salathaufen und keine über die Ufer tretenden Saucen-Seen, stattdessen definieren die Tellerarrangements klar die Prioritäten der Geschmäcker und Konsistenzen. Optisch sind die Teller  funktionalistische kleine Meisterwerke. Michael Hau verzichtet auf jeglichen kulinarischen Kitsch und verlässt sich ganz auf die Schönheit der Produkte und die farblichen Effekte, die durch die Zubereitung entstehen. Da kann die Sonne noch so knallen, das Essen sieht einfach gut aus.

Dass das alles auch noch wunderbar schmeckt, davon konnte der Genießer bei einem kleinen Fischmenü überzeugen.

Vorspeise: Heißgeräucherter Lachs auf orientalischem Linsen-Reissalat und hausgemachter Barbecuesauce

Hauptgang: Thunfisch vom Grill mit eingelegten Tomatenbeeren, Oliven-Pesto und Bruschetta

Dessert: Warme Apfelküchlein mit Zwetschgeneis
 
„Bochum kulinarisch“ geht noch bis zum 12. August 2012. Infos hier.
Zum Angebot der Orangerie geht es hier.  (Leider ohne Preise.)

Zum Bericht über die Eröffnung von "Bochum kulinarisch 2012" mit vielen Tipps des Genießers bitte hier klicken.

Donnerstag, 9. August 2012

Bochum kulinarisch 2012: Die Feldküche unterm Kuhhirten ist eröffnet

Da freut sich der Bochumer Kuhhirte:
Foie Gras von der Gans "heiß und kalt" von "Herrn B."

„Schreib das ruhig“, ruft Sabrina K., stemmt die Fäuste in Hüften und lacht sich über den Begriff „Feldküche“, den sie für das weiße Pagodenzelt, in dem die vielköpfige Brigade des Restaurants „Herr B.“ wie die Weltmeister schuftet, gerade gefunden hat. Während Daniel „Herr B.“ mit frisch gestutztem Bart hinter dem ambulanten Herd schwitzt, gibt die Restaurantchefin auf „Bochum kulinarisch“ mit rauchiger Stimme die Chefmarketenderin. Es gibt ein Problem zu lösen. Bereits um halb neun ist die Foie gras alle, dabei hatte man eine Vorrat mitgenommen, der im letzten Jahr mehr als einen ganzen Tag gereicht hatte.

Keine Beerdigung, sondern Auftakt von "Bochum kulinarisch":
Die Bochumer Symphoniker" intonierern
bei der Köcheparade "Glück auf, der Steiger kommt".

Ob’s am guten Wetter lag? Tatsächlich schien es dem Genießer, dass der Andrang bei der Bochumer Gourmetmeile am Eröffnungstag größer war als in den Jahren zuvor. Der Start der Köcheparade am Rathaus gestern um 17 Uhr hatte sich etwas verzögert, und schon scharrten die Gäste auf dem Boulevard mit den Hufen. Diesmal wurde der Umzug nicht von dem französischen „Starkoch“ Francois Cambuse angeführt, sondern der Hattinger Entertainer Frank Hoffmann zockelte mit seinem Segway als Müllmann verkleidet hinterher. 

Müllmann im Segway

Voran schritt ein Bläser-Quartett der Bochumer Symphoniker, die mit seltsamem Liedgut wie „Glück auf, der Steiger kommt“ und „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ das Publikum erfreute. Nachdem dann Bochums OB Dr. Ottilie Scholz und die Vertreter der Städte Witten und Hattingen und des Ennepe-Ruhr-Kreises, die auch mit Restaurants auf „Bochum kulinarisch“ vertreten sind, konnte es losgehen.

Eröffnungsreden der Honoratioren

17 Gastronomen haben das große kulinarische Feldlager auf dem Boulevard in der Innenstadt aufgeschlagen. Der Genießer futterte sich am nächsten Tag vor allem beim „Takeshi“ durch. Das Restaurant des jungen Kochs Daniel Takeshi Wienand ersetzt seit letztem Jahr, damals noch ohne eigenes Lokal, das verblichene „Sticks“. Alle Sushi werden frisch vor Ort auf der Gourmetmeile hergestellt – Schlange stehen lohnt sich also.

Sushi-Flambieren bei Takeshi

Hier die Fotoausbeute des Genießers vom ersten Tag von „Bochum kulinarisch 2012“. Leider hat der Genießer sich nicht alle Preise notiert, und im Internet stehen sie nicht. (Andere Gourmetmeilen können das, liebe Bochumer Gastronomen, siehe „Essen verwöhnt“, „GourmeDo“ usw. Wann bietet ihr endlich diesen Kundenservice?!? Grummel, schimpf…)

Takeshi:  Veggie-Duo "East & West" - vegetarische Sushi-Variation. Futomaki und Vegifornia mit Zwiebelsprossen und Limetten-May-Trüffel-Dressing an "Goma Wakame" Salat. Da macht es Spaß, Vegetarier zu sein.

Takeshi: Tori no KARAAGE. Scheneklfleisch vom Hunh, mariniert, paniert & gebacken, auf Möhrensalat mit Soja-Oliven-Dressing. Top.

Takeshi: Oshi-Zushi.  Kombination aus Thunfischfilet, gegarten „Blacktiger“ Garnelen & blanchiertem Blattspinat auf Sushi-Reis, darauf eine Ebene „Shiso“-Vinaigrette gesättigter Reis, Lachs und Top- ping aus Rucola & Tahoon-Kresse, japanischer Balsamico-Reduktion und Yuzu-Mayo. Dazu unsere Algen-Salatvariation „Goma Wakame“ mit Sesam-Dressing. Da sagt der Genießer nix mehr!

Gasthaus Weiß: Getrüffeltes Carpaccio vom Weiderind in einem Balsamico-Olivendressing mit gehobeltem Parmesan. Nicht gegessen, nur fotografiert. Üppig! Die mahlzeit verschlang Sven Merten, Geschäftsfüherer der Überblick Medien GmbH.


Herr B.:Foie gras von der Gans „heiß und kalt“ mit Kartoffelpüree, Schalottenconfit, Portwein. Das warten lohnte sich. Köstlich die Gänseleber, sensationell das Kartoffelpüree: dünn wie Mayonnaise!

Gasthaus Weiß: Tante Hertas Blaubeer-Pfannekuchen. Ein Klassiker!

„Bochum kulinarisch“ geht noch bis zum 12. August 2012. Infos hier.

Mittwoch, 8. August 2012

Termne des Tages - 8. August 2012: Heute startet die Gourmetmeile "Bochum kulinarisch"

Heute um 17 Uhr geht es los. Da startet die Köcheparade am Bochumer Rathaus und zieht auf den Boulevard, wo 17 Gastronomen aus Bochum und Umgebung ihre Zelte aufgeschlagen haben.

Gourmetmeile
Bochum kulinarisch
Bochum-Innenstadt, Boulevard
Infos hier

Ausstellung
Vom Braumeister bis zum Bierkutscher
Dortmund, Brauerei-Museum
Infos hier

Montag, 6. August 2012

In dieser Woche starten die Gourmetmeilen "Bochum kulinarisch" und "Kirchhellener kulinarische Landpartie" 2012

Traditionell führt der Meisterkoch „François Cambuse“
die Parade der Köche in Bochum an.

Die Bochumer Gastronomen scharren schon heftig mit den Hufen. "Herr B." z.B. bereitet die Schweinchen für sein "Juvenil-Ferkel mit Blutwurst, Schalotte und Kartoffel" vor, und der "Strätlingshof" verpackt seinen 800-Grad-Grillofen, um ihn auf der Gourmetmeile "Bochum kulinarisch" wieder aufzubaeun und dann Garnelen, Duke-of-Birkshire-Schwein und Black-Angus-Rind bei Hochtemperatur zu grillen. Denn am Mittwoch, den 8. August 2012, geht es los. Um 17 Uhr startet der Zug der Köche vom Rathaus zum Boulevard, wo Oberbürgermeisterin Dr. Elfriede Scholz die Meile offiziell eröffnet. Gegen 21.30 Uhr gibt es dann ein Höhenfeuerwerk. Bis Sonntag bieten 17 Gastronomen jeweils ab 12 Uhr ihr volles Programm. Am Donnerstagnachmittag um 17 Uhr gibt es erstmalig ein Speeddating. An langen Tischen hat man Gelegenheit, Kontakte zu finden: in 5 Minuten Kurzgesprächen lernt man Leute kennen. Am „rewir-power Familiensonntag“ gibt es viele Attraktionen für Kinder.
Weitere Infos unter www.bochum-kulinarisch.de

Der Brezelbruder wacht auf dem Johann-Breuker-Platz
über die "Kirchhellener kulinarische Landpartie".

Zwei Tage später, am Freitag, den 10. August 2012, startet die "Kirchhellener kulinarische Landpartie" auf dem Johann-Breuker-Platz im gleichnamigen ländlichen Stadtteil von Bottrop. Mit dabei sind fast die gleichen Protagonisten, die auch schon im Juni bei "Bottrop echt lecker"für kulinarische Genüsse sorgten. Gleichzeitig gibt es am 11. Augsut einen verkaufsoffenen Sonntag.
Infos unter www.kirchhellener-landpartie.de

Und dann sei auch noch auf den "Veggie Street Day" am 11. August 2012 auf dem Reinoldikirchplatz in Dortmund hingewiesen. Dabei handelt es sich zwar nicht um einen klassische Gourmetmeile, aber man kann da u.a. die Tortenkreationen der Veggie-Queen Kim Kalkowski probieren, die sich letzten Monat im "Perfekten Dinner" so barvourös geschlagen hat..
Infos hier.

Freitag, 3. August 2012

GourmeDo 2012: Bezaubernder Start der Gourmetmeile in Dortmund

Magisches Dessert unterm Magic Sky:
Belgisches Schokoladen- und Linzer Eierlikör-Eis
von Goldberg*hs Eis-Meisterei (6 Euro)

Besser hätte es nicht sein können: Laue 24 Grad, der Himmel etwas bedeckt, und Dortmunds OB Ulli Sierau fand überschwängliche Worte, als er gestern gegen 11 Uhr die „GourmeDo 2012“ eröffnete. Das Erscheinungsbild ist aber auch perfekt. Vor der stattlichen architektonischen Kulisse der Friedensplatzes bieten die weißen Pagodenzelte von 21 kulinarischen Spitzenvertretern aus Dortmund und Umgebung ein geschlossenes Ensemble mit ganz eigener Atmosphäre. In der Mitte spannt sich schwebend der sog. „Magic Sky“ über die zahlreichen Tische und hält, wenn nötig, Regen oder zu starke Sonne ab, ohne dass man das Gefühl verliert, bei einer Freiluftveranstaltung zu sein. Ein idealer Standort für den Versuch am Samstag, ins Guinnessbuch der Rekorde zu kommen. Mit über 2000 Kerzen soll auf der "GourmeDo" dann das größte Candlelight-Dinner stattfinden, dass es je gab.

Treffpunkt unterm Magic Sky

Als der Genießer am Abend vorbeikam, verwandelte dass sich ständig ändernde Dämmerlicht die „GourmeDo“ tatsächlich in die funkelnde „Prinzessin der Gourmetmeilen“, wie er die noch neue Dortmunder Gourmetmeile gerne nennt. Das kulinarische Angebot, das wie schon bei der Veranstaltungs-Premiere im letzten Jahr unter dem Motto „Sterneküche trifft Szenegastronomie“ steht, ist besonders im gehobenen Bereich fantastisch. Obwohl für tatsächlichen Sternenglanz nur Sternekoch Jens Bomke aus dem westfälischen Wadersloh mangels entsprechend ausgezeichneter Restaurants aus Dortmund sorgenkann, legen sich die die ortsansässigen Jung-Stars wie Dennis Rother vom „L’Arrivée“, Michael Dyllong vom „Palmgarden in der Spielbank Hohensyburg“ und Markus Pape vom „Fénix“ am Phönixsee mächtig ins Zeug und bringen gerichte, wie man sie sonst nur auf der Essener Gourmetmeile "Essen verwöhnt" findet. Und auch das kulinarische Drumherum ist hochkarätig. So sorgt die Kult-Eisdiele „Goldberg*hs“ für Premium Desserts, und die für die vier Tage der „GourmeDo“ wiederauferstandene legendäre Cocktailbar „Meyer Lansky“ für stilvolle Aperitifs und Absacker.

Hier also der gewohnte Degustations-Marathon des Genießers. Ups.

L’Arrivée: Variation von Gänsestopfleber und Wildkirsche (7,50 Euro). Keine Praline als Vorspeise, sondern ein Tortenstück. Dennis Rother präsentiert eine Zutat der Sterneküche in eleganter Kombination mit der fruchtigen Kirsche. Unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis.  

Die Küche – Neue Ess-Klasse: Kalbsbraten-Brötchen (5,50 Euro). Naja, Sattmacher muss es auch geben. Dabei schmeckt der Haufen auf dem Teller richtig gut und passt in das moderne Hausmannskostkonzept der „Neuen Ess-Klasse“: feine Scheiben vom Kalbsbraten mit Avocado-Sauerrahm und Kräutersalat im Baguettebrötchen.

Il Gambero: Bovino al Norico (9 Euro). Hier standen die Gäste Schlange: Sensationelle zehn Stunden wurden die Ochsenbäckchen geschmort und waren von einer Zartheit, die ihresgleichen sucht. Ein wenig mehr Würze an Fleisch und Sauce aus dem Südtiroler Norico-Wein hätte dem Genießer allerdings gefallen, und auch das Kartoffel-Karotten-Püree erinnerte mehr an Kürbis als an die aromatischen Möhrchen.  

Ringhotel Bomke: Gelackte Ente auf Erbsenmousseline mit Aprikosenbrot (10 Euro). Sternekoch Jens Bomke sorgt mit diesem klar strukturierten Gericht tatsächlich für Sternenglanz auf der „GourmeDo“. Handwerklich perfekte Entenbrust, eine wunderschön süßliche Erbsenzubereitung und als besonderer Pfiff die Aprikosen auf dem Brot.

Palmgarden: Geschmorter Rinderschaufelbug, Rettich und Bamberger Hörnchen (9 Euro). Michael Dyllong übertraf sich selbst. Wunderbar zart geschmortes Fleisch, und zu den im Programmheft annoncierten Zutaten gesellten sich noch jahreszeitlich korrekte Pfifferlinge.

Fénix: Halber Hummer vom Grill mit Safran Aioli und Caesar’s Salad (12 Euro): Nicht mehr selbst probieren, sondern nur noch fotografieren konnte der Genißer diesen eleganten Mitternachtshappen. Wen’s interessiert:
Verspeist wurde das Krustentier von GourmeDo-Veranstalter Marcus A. Besler.

Meyer Lansky: Cocktail-Triloge mit Mojito, Tom Collins und Sex on the Beach (7 Euro): Der stilvolle Absacker in verführerischer Umgebung.

„GourmeDo“ geht noch bis zum 5. August. Infos über das kulinarische Angebot und das umfangreiche Rahmenprogram gibt es hier.

Donnerstag, 2. August 2012

Gourmetmeile „Rü…Genuss pur 2012“: Gnadenloser Sonnenschein, jedenfalls beim Start

Die Sonne im Glas:
Statt am Kultgetränk „Hugo“ labte sich der Genießer
an einem „Riemrol Spritz“, einer alkoholfreien
Variante des „Aperol Spritz“ von der "Rü-Bar" (5 Euro)

Wer hätte das gedacht, dass man bei der Beschreibung des Wetters in diesem Sommer die Worte „gnadenloser Sonnenschein“ benutzen kann! Gestern war es jedenfalls so. 31 Grad meldete das Autothermometer, als der Genießer pünktlich zu Eröffnung der Gourmetmeile „Rü…Genuss pur“ kurz vor drei in Essen-Rüttenscheid einfuhr. Die Sonne war ihm aber anscheinend aufs Gehirn geschlagen, denn als er versuchte, das erste Foto zu machen, stellte er fest, dass der Akku der Kamera leer war. Also blieb ihm nichts anderes übrig, als auf die wegweisenden Begrüßungsworte von Bürgermeister Jelinek und anderen Honoratioren zu verzichten und über die ferienleere A40 zurück nach Bochum zu düsen, um dann, nachdem Akku und Hemd gewechselt waren, an den Ort des Geschehens zurückzukehren.

 Das Tor zur Glückseligkeit

Mittlerweile hatte sich halb Rüttenscheid auf dem Messeparkplatz am Girardet-Haus eingefunden und besetzte die begehrten und viel zu raren Schattenplätze zwischen den weißen Pagodenzelten. Beim strahlend blauen Himmel fühlte sich der Genießer an die Promenaden spanischer Ferienmetropolen in der Hochsaison erinnert, an denen die vollbesetzten Hoteltürme die Hitze reflektieren. Nur das Essen war besser. Wie immer suchte sich der Genießer ein paar Gerichte nach dem Zufallsprinzip aus, die er probierte. Es war schließlich unmögliche, alle 24 Stände gleichermaßen zu beglücken. Kein Gericht war teurer als 8 Euro, nicht einmal der Edel-Burger vom „Bistecca“, das eigentlich nur teuerstes Edel-Fleisch im Angebot hat. „Rü..Genuss pur“ hat ein fantastisches Preis-Leistungsverhältnis. Dass zwei Gerichte auf den Fotos fast gleich aussehen, ist Zufall. Letztendlich macht das aber nichts, denn die gleißende Sonne verpasste jedem Tomatenwürfel und jeder Fleischtranche einen gnadenlosen Schlagschatten. 

Noch sind die Plätze in der Sonne leer.

Gegen sechs Uhr war der Genießer mit dem Essen fertig, und das war gut so. Da trat nämlich die andere Hälfte Rüttenscheids zur Invasion der Gourmetmeile an und besetzte auch die Sonnenplätze.

Hier das Rüttenscheider Sonnenmenü des Genießers.

Bliss: Geräuchertes Pastrami-Rind auf Tomaten-Brot-Salat (6 Euro). Tolles, frisches und kühles Fleisch. Hier wurde deutlich, dass Rüttenscheid in Wirklichkeit ein Stadtteil von New York ist. Die Toamtenwürfel waren schön aromatisch und lieferten sich mit den knusprigen Brotwürfeln einen zweikampf der Konsistenzen.

Gebrandenhof: Wildkräutersalat mit Himbeer-Walnuss-Vinaigrette und Scheiben von der Honig-Chili-Ente (6 Euro). Die Entenscheiben von „Rü…Genuss pur“-Organisator Werner Rzepucha sahen nicht viel anders aus als das Pastrami vom „Bliss“ und waren auch wunderbar zart. Auch der Salat war angenehm angemacht, nur knirschten die Walnusskrümel zwischen den Zähnen, als seien sie nicht abgewaschener Sand.

Maksim chez Schmitz: Bourride – französisches Fischgericht aus der Provence von bretonischem Seehecht mit Aioli auf geröstetem Pain Parisienne (8 Euro). Waren die französischen Gerichte von Maksim Zitnikov, der für den Rüttenscheider Kult-Gastronomen Johannes Schmitz kocht, zu exotisch für die Rüttenscheider? Jedenfalls brauchte der Gneießer nicht Schlange zu stehen, um die Bourride zu bestellen, ein Fischgericht mit gebundenem Fischfond. Wie der Seehecht in dieses gericht aus der Prvence und dem Languedoc kommt, fargen wir nicht, es schmeckte zu gut. Die herrlichen Fenchel-, Safran- und Fischaromen, verbunden mit dem Knoblauch der Aioli, waren so so südlich wie der Sonnenschein. In dem Weingals, das den harten Schatten wirft, befand sich ein toller weißer Entre-Deux-Mers. 

La Turka: Yogurtlu Adana - Lammhackspieß auf lauwarmem Minz-Joghurt, Kräuter-Croutons, Tomatensauce und Korianderpesto (6,50 Euro). Schmeckte so lecker, wie es sich liest. Leider gab es von dem Korianderpesto zu wenig. Es hatte eine schöne exotische Note.

Sylter Kliff: „Hugo trifft auf errötendes Mädchen“ Holunderblütenmousse mit Erdbeer-Chili-Minzragout (4,50 Euro). Die Farben dieses Desserts spiegelten verführerisch das Lippenrot und die weißen Blusen der blonden weiblichen Besatzung des „Sylter Kliffs“. „Rü…Genuss pur“-Co-Organisatorin Katharina Basedow hat dafür einen klassischen westfälischen Nachtisch („Errötendes Mädchen“, so eine Art Crème-Pudding) und den Cocktail des Jahres („Hugo“) miteinander vermählt. Der Holunder-Touch hätte deutlicher sein können.

"Rü...Genuss pur" geht noch bis zum  5. August 2012. Infos über das komplette Angebot gibt es hier.