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Montag, 30. Mai 2022

Urbane Landhausküche: Gebratenes Doradenfilet mit Basilikumsauce an Erbsenrisotto mit Zitrone und Minze


Einer meiner Lieblingsposts in diesem Blog ist der über die venezianische Spezialität risi e bisi, Risotto mit Erbsen (klick hier). Ich hatte das Rezept für diesen Klassiker in einem Kochbuch über die Lagunenstadt gefunden. Der Trick für den unnachahmlichen Geschmack besteht darin, dass man die leeren Schoten der frischen Erbsen zu einer Brühe auskocht, mit der man dann den Reis zubereitet. Als weiteres Gewürz kam nur noch etwas Fenchelsamen hinzu. Nun brachte mich ein Youtube-Video von Blogger-Kollege Francesco Strazzanti (klick hier) auf die Idee, eine weitere klassische Variation auszuprobieren, bei der Brühe mit Zitronenschale und Minze auf erfrischende Weise aromatisiert wird

Als mir diese Zutaten durch den Kopf gingen, fiel mir auf, dass sie auch prima zu gebratenem Fisch passen. Also suchte ich einen mittlerweile 12 Jahre alten Post mit einem Rezept von der Amalfiküste heraus, Meerbarben in Basilikumsauce (klick hier), und beschloss, beides miteinander zu kombinieren. Ich weiß, für den echten Italiener ist Risotto ein eigenständiges Gericht, das ganz ohne Beilagen gegessen wird, aber da ich auf meinem Südbalkon der Ruhrgebietsküche fröne, sei mir diese Kombi verzeihen. Einen weiteren Tribut ans Ruhrgebiet musste ich bei der Zutatenbeschaffung zollen. Samstagsnachmittags konnte ich in Bochum keine Meer-oder Rotbarben auftreiben, also mussten Doradenfilets aus der Tiefkühltruhe herhalten. Statt des trockenen Martinis nahm ich zur Aromatiserung etwas von dem libanesischen, Raki-ähnlichen Arak, den ich noch hatte (klick hier). Es wurde ein wunderbar frühsommerlicher Schmaus mit mediterranem Flair. Dazu gab's einen Vinho verde rosé.

Zutaten für die Risotto-Brühe: frische Erbsen, Zitrone und Minze

Rezept: Gebratenes Doradenfilet mit Basilikumsauce an Erbsenrisotto mit Zitrone und Minze
2 Portionen

Erbsenrisotto:
500 g junge Erbsen in der Schote, das entspricht
1 Tasse Erbsen (ca 130 g)
1 Tasse Risottoreis (Vialone oder Arborio, ca 130 g)
2 x 10 g Butter
1 große Schalotte
dünn abgeschnittene Schale einer halben Zitrone
1 Zweig frische Minze
etwas Zitronensaft
etwas Knoblauch
50 g geriebener Parmesan
50 g Butter
Salz
Pfeffer aus der Mühle

Erbsen aus den Schoten brechen. Leere Schoten gründlich waschen. In 1 ½ l leicht gesalzenem Wasser aufsetzen und eine Stunde lang kochen. Nach dreiviertel Stunden die Zitroneschale und den Zweig Minze dazu geben. Brühe durch ein Sieb in einen Topf gießen und am Köcheln halten.
In der Zwischenzeit die ausgelösten Erbsen in etwas Butter und 1-2 EL Wasser 10 Minuten lang dünsten. Dabei leicht pfeffern und salzen.
Schalotte fein würfeln. Butter in einem Topf auslassen. Zweibelwürfel darin glasig dünsten, ohne dass sie Farbe bekommen. Risottoreis dazu geben, unter Rühren andünsten umrühren. Mit zwei Kellen heißer Erbsenschotenbrühe auffüllen und in 17 Minuten gar köcheln lassen. Dabei immer wieder Brühe nachgießen und immer wieder umrühren. Nach fünf Minuten die gedünsteten Erbsendazu geben und bis zum Ende mitkochen lassen. Der Reis ist fertig, wenn er noch etwas flüssig ist, aber noch leichten Biss hat. Mit Zitronensaft abschmecken.
Topf vom Feuer nehmen. 50 g Butter in Stücken unter den heißen Reis heben und schmelzen lassen. Eine Spur Knoblauch hineinreiben. Geriebenen Parmesan unterheben. Mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Doradenfilets mit Basilikumsauce:
2 Doradenfilets (TK)
1 TL Mehl
2 EL Ölivenöl
1 Bund Basilikum, gehackt
1 cl Martini Dry (oder Noilly Prat oder Arak)
2 EL Sahne
Salz Pfeffer

Doradenfilets eine dreiviertel Stunde auftauen lassen und trocken tupfen. Fleischseite mit Mehl bestäuben, auf dieser Seite vier bis sechs Minuten in Olivenöl braten und aus der Pfanne nehmen. Das Basilikum, den Arak, Salz, Pfeffer und die Sahne mixen, in der Pfanne vorsichtig anwärmen.

Anrichten:
Risotto auf vorgewärmte Teller verteilen. Gebratene Doradenfilets darauf legen und vorsichtig mit etwas Sauce übergießen.

Montag, 21. Juni 2021

Sommerfreuden: Zucchinirisotto mit Garnelen und Pink Grapefruit sowie bunter Getränkebegleitung


Wenn man seit zwölf Jahren einen Blog mit Kochrezepten macht, kann man es sich leisten, einfach mal im Archiv zu stöbern, um dem kulinarischen Dolce Vita auf dem sommerlichen zu frönen. Als vor ein paar Tagen das Thermometer die Dreißig-Grad-Marke überstieg, fiel mir der immer wieder gern gegessene Zucchinirisotto ein, den ich vor neun Jahren einmal in der Rubrik „Gestern bei Mama“ gepostet hatte (klick hier). Daraus machte ich mir vor ein paar Tagen eine salatähnliche Mahlzeit, indem ich ihn mit gebratenen Chicoree, Pink Grapefruit-Scheiben und ein paar kleinen Garnelen kombinierte.


Erste Version mit kleinen Bio-Garnelen,
viel Grapefruit und Chicoree

Das Ganze erwies sich als so erfrischend und lecker, dass ich es am Wochenende noch einmal machte. Nur ersetzte ich den Chicoree durch hauchdünn gehobelte Gurkenscheiben, und statt der kleine Bio-Garnelen gab’s diesmal Riesengarnelenschwänze, die ich wie in einem alten Kochkursrezept mit Pernod flambierte (klick hier).

Bunte Getränkebegleitung

Das Sommeressen war perfekt. Bei den fotogenen Getränken auf dem Bild handelt es sich übrigens um Rhabarberschorle und einen mallorquinischen Minzlikör. Ein kühler Rosé ein Pernod oder eine andere Fee Verte hätten es sicherlich auch getan….

Hier noch einmal die Links zu den Rezepten:
Zucchini-Risotto klick hier
Flambierte Garnelen klick hier


 

Sonntag, 18. April 2021

Venetien auf dem Südbalkon: Risotto al Prosecco (vegetarisch)

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Unter den Regionalküchen Italiens gehört die Küche Venetiens durchaus zu den Favoriten des Genießers. Schon des Öfteren habe ich Rezepte und Produkte aus der Lagunenstadt und ihrem Hinterland auf Genussbereit abgehandelt, etwa die köstlichen eingelegten Sardinen „Sarde in saor“ (klick hier) oder die verschiedenen Sorten des Salates Radicchio (klick hier). So rannte die Anfrage, ob ich Interesse an einem Kochbuch über das Weinanabaugebiet Prosecco hätte, bei mir sozusagen offene Türen ein.

Sandro Bottega: The 100 Prosecco Recipes. 190 Seiten. Mondadori Libri S.p.A. Englisch.

Geschrieben hat das 190 Seiten dicke Buch Sandro Bottega, einer der führenden Erzeuger von Spirituosen und Weinen in Venetien. Ca. 70 Kilometer nördlich von Venedig produziert er u.a. den Prosecco Spumante „Gold“, der nicht nur wegen seiner Qualität, sondern auch wegen seiner goldenen Flasche einer der erfolgreichsten Prosecchi überhaupt ist. Einst bezeichnete Prosecco eine der wichtigsten Traubensorten Venetiens. Seitdem Prosecco jedoch im Jahr 2010 die Bezeichnung für das Anbaugebiet wurde, wird die Traubensorte Glera genannt.

Mit seinem Kochbuch will Sandro Bottega seine Verbundenheit mit der Region dokumentieren. So präsentiert er 100 regionale Rezepte, die er zum Teil einem Update auf Sterneküchen-Niveau unterziehen ließ und in deren Mittelpunkt die Produkte der Region und ihre kulinarische Bedeutung stehen.

Nachzukochen sind die Rezepte trotz ihres Anspruchs z.T. recht einfach. Weil es als Zugabe zum Kochbuch auch noch eine Flasche des Prosecco Spumante „Gold“ gab, lag es auf der Hand, dass ich mir zum Nachkochen ein Gericht vornahm, das man sozusagen als Sandro Bottegas Signature Dish bezeichnen kann: Risotto al Prosecco.

Zutaten für den Risotto 


Der gekochte Risotto wird mit Prosecco aufgegossen.


Die Herstellung des Risotto ist geradezu puristisch. Statt in einer üppigen Hühnerbrühe wird der Reis nur in einem Sud aus Thymian und mediterranen Gewürzen gekocht. Ich griff dazu auf das bewährte Kräutersträußchen aus Thymian, Rosmarin, Salbei, Oregano, Petersilie und Basilikum vom Balkon zurück, mit dem ich sonst immer die Tomatensauce für meine Spaghetti aufpeppe, und kochte es mit etwas Salz in Wasser auf. Auch wird der fertige Risotto nicht mit Butter und Parmesankäse aufgedonnert, sondern es kommt nur etwas bestes Olivenöl dazu. Am Anfang war ich eher skeptisch, ob das ausreichen würde, doch das Ergebnis überzeugte durch seinen feinen und dennoch aromareichen Geschmack. Aufgegossen wird das Ganze dann mit dem fantastischen Prosecco, der eine ungemein fruchtig-herbe Note an den Risotto bringt und wunderbar mit den Kräuteraromen harmoniert.  

Hier also das Originalrezept aus Sandro Bottegas Kochbuch „The 100 Prosecco Recipes“: Es gehört als Primo Piatto zum Menü „Celebrating Springtime“.


Rezept: Risotto al Prosecco

4 Portionen

Risotto zählt zu den eher jüngeren Gerichten der feinen italienischen Küche. Eine erste Beschreibung aus dem frühen 19. Jahrhundert findet sich in „Nuovo cuoco milanese economico“ von Giovanni Felice Luraschi. Aber erst im Jahre 1891 publizierte Pellegrino Artusi ein voll ausgearbeitetes Rezept in seinem Kochbuch „La scienza in cucina e l’arte di mangiar bene“. Heute gibt es unzählige Risotto-Variationen, aber eine der edelsten ist zweifellos Risotto mit einem Schuss Prosecco.

750 ml Wasser
50 g Butter
1 kleine Zwiebel
Thymian und mediterrane Gewürze
350 g Risottoreis
Salz und Pfeffer
50 g Olivenöl Extra Vergine
50 ml Prosecco

Wasser mit Thymian, mediterranen Gewürzen, Salz und Pfeffer aufkochen. Die Butter in einem Topf schmelzen, die klein geschnittene Zwiebel darin leicht bräunen. Den Reis hinzufügen und eine Minute lang umrühren. 100 ml Wasser dazugeben, die Hitze erhöhen und die Flüssigkeit unter ständigem Rühren auf die Hälfte reduzieren. Dann die Hitze verringern und das Thymianwasser mit einer Schöpfkelle portionsweise unter weiterem Rühren hinzufügen. Das Wasser jeweils vom Reis absorbieren lassen. Nachdem das Wasser vollständig hinzugefügt ist, den Reis 12 - 15 Minuten kochen. Er soll bissfest sein. Von der Kochstelle nehmen und 30 Sekunden ruhen lassen. Das Olivenöl hinzufügen und gut umrühren. Den Risotto mit frisch gemahlenem Pfeffer servieren, mit einer Gabel eine kleine Vertiefung in der Mitte formen und den Prosecco angießen. 


Montag, 28. Oktober 2019

Risotto mit auf Balkonstroh gedünsteten Steinpilzen. Ein essbares Experiment.

Jetzt weiß ich, wie mein Balkon schmeckt.

Als ich im Spätsommer von meinem Kuraufenthalt in Bad Liebenstein (klick hier) wieder nach Hause kam, waren die Pflanzen in den Kräuter- und Salattöpfen auf meinem Balkon ganz schön ins Kraut geschossen. Zum Teil waren die Halme bis zu 50 Zentimeter hoch, einige blühten noch, viele waren schon verwelkt. Also machte ich den Sensenmann, säbelte alles ab und band es zu einem dicken Strauß zusammen. Ich hängte ihn in der Küche auf und ließ in vollends trockenen. Schließlich duftete er durchaus interessant, denn es waren viele aromastarke Pflanzen darunter. Da könnte man sicherlich etwas draus machen.

Stroh aus den Kräuter- und Salattöpfen vom Balkon des Genießers.

Jetzt war es endlich soweit. Im Internet hatte ich gelesen, dass irgendein Spitzenkoch für ein Gericht Steinpilze so Redzepi-mäßig über Moos gegart hatte. Als ich am Freitag im Supermarkt recht große und den Umständen entsprechend auch schöne Steinpilze entdeckte, war es soweit. Ich kaufte einige und beschloss, sie über meinem Balkonstroh zu dünsten.

 Steinpilze aus dem Supermarkt

Dazu ergänzte ich den Strauß mit den trockenen Halmen mit einer großen Handvoll Estragon, der aus einem Blumentopf quoll, aber kurz vor dem winterlichen Eingehen stand, und einigen Rosmarin- und Thymianzweigen. Daraus machte ich in einer großen Pfanne ein dickes Polster für die Steinpilze, das ich zusätzlich noch mit Wacholderbeeren und schwarzen und Szechuan-Pfefferkörnern würzte, und goss alles mit soweit mit Brühe auf, dass die darauf liegenden Steinpilze nicht mit der Flüssigkeit in Kontakt kamen. Dann setzte ich die Pfanne auf den Herd, brachte alles zum Köcheln, setzte den Deckel auf und dämpfte die Steinpilze in etwa 20 Minuten gar.

 Pfeffer und Wacholderbeeren bringen noch mehr Aroma.

Steinpilze im Stroh

Die Brühe, die dabei entstand, hatte es in sich. Sehr dunkel war sie, und alle Aromen waren vorhanden, die von den Steinpilzen und den Kräutern ausgingen. Erkennen konnte man sogar den scharfen und an Minze erinnernde ätherischen Geschmack der vertrockneten Goldmelisse oder Indianernessel, ein seltsam blühendes amerikanisches Kraut, das überraschenderweise aus einem Topf mit gemischten Salaten herausgekommen war und vom Balkon Besitz ergriffen hatte.

Aromaspender Indianernessel

Was aber alles dominierte waren bittere Gerbstoffe, die Gaumen und Zunge zusammenzogen wie ein junger ungepflegter, tanninhaltiger Côtes du Rhône. Den Pilzen selbst machte das aber nichts aus, sie blieben zart und duftig, und die Aromen brauchten nur noch durch etwas Fleur de Sel herausgekitzelt zu werden. Durchs Dämpfen hatten sie jedoch viel Flüssigkeit gezogen, und so legte ich sie in die Grillpfanne, um das Wasser heraus zu braten und sie mit einem hübschen Streifenmuster zu versehen.

Gedämpfte und gegrillte Steinpilze auf dem Risotto.

Das ausgelaugte Stroh konnte ich natürlich nicht zum Servieren verwenden, es war nicht essbar. Also kochte ich schnell nach einem bewährten Rezept (klick hier) Risotto aus getrockneten Pilzen und einigen Abschnitten meiner gedämpften Steinpilze. Die Brühe, mit der ich rezeptgemäß den Reis aufgoss, verlängerte allerdings mit zwei kleinen Kellen der gerbstoffhaltigen Steinpilzbrühe. Ihre Bitternis gab einen individuellen Geschmack, wurde aber durch die Butter und den geriebenen Käse, die ich unter den fertigen Pilzreis mischte, voll ausgeglichen. Auch der Käse war speziell. Ich nahm keinen schnöden Parmesan, sondern einen toskanischen Pecorino mit dem Namen „Il Fiorino“.

 Pecorino "Il Fiorino"

Es war ein einzigartiges Risotto-Erlebnis, das bei diesem Experiment herauskam, irgendwie unbezahlbar. So also schmeckt mein Balkon! Fein, bitter, würzig - und hinterlässt ein nachhaltiges sanftes Kratzen im Hals.


Hier noch mal der Link zum Risotto-Rezept. Klick hier.

 Und noch mal mit mehr Käse.

Freitag, 20. September 2019

Herbstvergnügen: Risotto mit Rondinikürbis, Champignons, Kürbiskernöl und Hühnchen

Vor ein paar Tagen entdeckte ich im Bioladen kleine Kürbisse, die ich auf den ersten Blick für runde Zucchini hielt. Zu Hause stellte sich jedoch heraus, dass es sich bei den tennisballgroßen Dingern um handfeste richtige Kürbisse handelte, mit knochenharter Schale, gelbem Fruchtfleisch und strohigem Schmodder samt Kürbiskernen innen drin. Laut Internet, so ergab die Recherche, heißt die Sorte Rondini.


 Tennisballgroßer Rondinikürbis

Trotzdem: Von der Größe her eignete sich ein Rondini prima, um in einem Risotto verarbeitet zu werden. Zudem hatte ich noch einige Champignons mitgebracht; die Brühe wollte ich aus zwei kleinen Bio-Hähnchenschenkeln herstellen, deren Fleisch dann ebenfalls im Risotto landen sollte. Mit etwas Curry abgeschmeckt und Kürbiskernöl beiträufelt entstand folgendes köstliche Herbstgericht, das im blauen Dämmerlicht eines spätsommerlichen Sonnenuntergangs eine ganz bezaubernde optische Wirkung entfaltete.


Rezept: Risotto mit Rondinikürbis, Champignons, Kürbiskernöl und Hühnchen
2 Portionen

Für die Brühe:
2 Bio-Hähnchenschenkel ohne Rückenteil
1 kleine Stange Lauch
1 Karotte
1 Stück Sellerie
1 Zwiebel
1 kleine Petersilienwurzel
2-3 Champignons
1 TL Pfefferkörner, ½ TL Piment, 3 Nelken, 2 Lorbeerblätter
Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Für den Risotto:
1 Tasse Risottoreis
¾ l Hühnerbrühe
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Rondinikürbis
5-8 Champignons
1 Schuss Weißwein
2 Zweige Thymian
1 Msp Curry
evtl. 1 Msp Kurkuma
20 g Butter
2-3 EL geriebenen Parmesan
pro Portion 1 TL Kürbiskernöl
Butter, Olivenöl
Pfeffer aus Mühle, evtl. Salz


Für die Hühnerbrühe das Suppengemüse putzen, in Stücke schneiden und in einen Topf geben. Die Hähnchenschenkel darauf legen. Gewürze in ein Teeei oder  einen Teebeutel geben und dazu geben. Alles mit 1 bis 1 ½ l Wasser auffüllen, zum Kochen bringen und ein etwa ¾ Stunden zu einer Brühe kochen, bis das Fleisch weich ist.

In der Zwischenzeit für den Risotto den Rondinikürbis halbieren, die Kerne und das Stroh entfernen und schälen. Fruchtfleisch in 1 cm große Würfel schneiden.
Champignons blättrig schneiden
Zwiebel fein würfeln, Knoblauch in hauchdünne Scheiben schneiden.

Wenn die Brühe fertig ist, Hähnchenschenkel herausnehmen. Fleisch vom Knochen lösen und in kleine Stücke zupfen, nach Geschmack Haut entfernen. ¾ Liter Brühe abmessen, mit Salz, Pfeffer und Muskat kräftig abschmecken und zum Köcheln bringen.

Etwas Butter und Olivenöl in einem Topf erhitzen. Zwiebelwürfel und Knoblauchscheiben darin anschwitzen. Kürbiswürfel und Champignons dazugeben und ebenfalls kurz anschwitzen. Risottoreis dazugeben, ebenfalls anschwitzen. Mit einem Schuss Weißwein ablöschen und den Wein komplett verdampfen lassen. Mit zwei bis drei Kellen köchelnder Hühnerbrühe auffüllen. Thymianzweige dazugeben. Unter umrühren bei niedriger Hitze 17 Minuten köcheln lassen, bis der Reis gar ist. Immer wieder heiße Brühe nachgießen.

Wenn der Reis gar ist, vom Feuer nehmen. Thymianzweige entfernen. Mit Curry nach Geschmack würzen, ggf. mit Kurkuma gelb färben. 20 g Butter unter den Reis rühren. Geriebenen Parmesan ebenfalls unterrühren. Mit Pfeffer aus der Mühle und ggf. Salz abschmecken.

Risotto in tiefen Tellern oder Schalen anrichten. Jede Portion mit einem Tl Kürbiskernöl beträufeln.

 Blaue Stunde auf dem Balkon

Freitag, 30. Juli 2010

Auf dem Balkon: Zitronenrisotto mit Pfirsichsalsa nach Vincent Klink


Bei der Wiederöffnung des neuen Mövenpick Weinkellers in Dortmund hatte es ein Wein dem Genießer angetan, der für manchen Weintrinker eigentlich gar kein Wein ist: ein Moscato d’Asti 2009 Anniversario von Michele Chiarlo. Mit seinen gerade mal 5 %vol Alkohol ist dieses fruchtige Stöffchen eine naive, prickelnde Verführung schlechthin, die so gar nichts mit den Barolo, Barbaresco und Barbera, für die der Piemonteser Erzeuger Michele Chiarlo sonst noch bekannt ist, zu tun hat. Da kam es gerade recht, dass Vincent Klink in seiner „Koch-Kunst“ neulich ein genauso unschuldig süßes Gericht vorstellte, das am Gaumen jedoch genauso pikant prickelte und die Geschmacksnote „süß“ keineswegs ins Dessert verbannte: Zitronenrisotto mit Pfirsichsalsa. Der Genießer kochte es nach und konnte in einer wunderbaren Harmonie von Wein und Essen schwelgen.

Rezept: Zitronenrisotto mit Pfirsichsalsa
Für 4 Personen

4 weißfleischige Pfirsiche
1 Bio-Limette
1 Peperoni
4 Halme Schnittlauch
1 EL Ahornsirup (Der Genießer nahm Zuckerrübensirup)
1 EL Mandelöl
1 Msp. Szechuanpfeffer
etwas Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle
300 g Risottoreis
2 Schalotten
80 g Butter
ca. 600 ml Gemüse- oder Geflügelbrühe
1 Bio-Zitrone
50 g Parmesan

Für die Salsa Pfirsiche in kochendes Wasser tauchen, danach kurz abschrecken und enthäuten, halbieren und entkernen. Fruchtfleisch in kleine Würfel schneiden. Limette abwaschen, abtrocknen, etwas Schale abreiben und den Saft auspressen. Peperoni halbieren, die Kerne ausstreichen und das Fruchtfleisch fein hacken. Schnittlauch abspülen, trocken schütteln und fein schneiden. Limettensaft- und Schale, Ahornsirup, Peperoni, Mandelöl und Szechuanpfeffer in eine Schüssel geben und gut verrühren, Schnittlauch untermischen und mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken. Die Pfirsichwürfel untermischen, 5 Minuten ziehen lassen und nochmal abschmecken.
Fürs Risotto Schalotten schälen und fein schneiden. Den Reis mit 1 EL Butter und den Schalotten in einen Topf geben und anschwitzen. Sobald die Schalotten oder der Reis braun zu werden beginnen, mit der Brühe ablöschen, bis der Topf bis drei Zentimeter über dem Reis aufgefüllt ist. Den Topf mit einem Deckel schließen und bei kleinem Feuer köcheln. Immer wieder umrühren und immer wieder etwas Brühe beigeben und umrühren, damit nichts anbrennt. In kurzen Zeitabständen ein Reiskorn heraus nehmen und auf Festigkeit überprüfen.
In der Zwischenzeit die Zitrone abwaschen, abtrocknen und etwas Schale abreiben. Parmesan reiben. Nach ca. 15 Minuten Kochzeit 1 TL abgeriebene Zitronenschale unter den Reis mischen. Wenn der Reis gar ist, Butterstückchen nach Belieben und den Parmesan untermischen.
Pfirsichsalsa auf einen Teller geben und das Risotto daraufsetzen.

Sonntag, 9. August 2009

Sonntagsessen: Hähnchenschenkel auf Zucchinibett mit Knoblauch



Dieses Gericht kann man auch mit einem ganzen Hähnchen zubereiten, das man in Stücke zerlegt hat. Hartgesottene können dann bis zu 40 Knoblauchzehen verwenden. Dann erinnert es an den provençalischen Klassiker „Poulet Mistral“. Bei zwei Hähnchenschenkeln nehme ich maximal fünf Zehen.
Durch das Dämpfen des Hähnchens bei hoher Hitze im Backofen wird das Fleisch wunderbar saftig und die Haut schön knusprig kross. Eigentlich nimmt man dazu einen trockenen Weißwein; ich nahm heute den bordelaiser Rosé, den wir dazu tranken, einen 2008 Chateau Tour de Mirambeau (Mövenpick Weinkeller). Es schmeckte hervorragend, doch mir schien, dass das Fleisch dadurch etwas dunkler wurde.
Passend zum Gemüsebett gab es als Beilage Risotto mit Zucchini, dazu Tomatensalat Caprese mit Büffelmozzarella. Zum Nachtisch gab es Joghurt mit frischen Pfirsichen, den ich mit selbstgemachtem Vanillezucker gesüßt hatte.
Obst und Gemüse stammten vom Biokauf Bochum, die Hähnchenschenkel von Metzger Gläser. Der hervorragende Büffelmozzarella "Sori" stammte von Real Wattenscheid.


Rezept: Hähnchenschenkel auf Zucchinibett mit Knoblauch

2 Hähnchenschenkel
1 in dünne Scheiben geschnittene Zucchini
3 bis 5 Knoblauchzehen
1 Glas trockenen Weißwein
1 EL frischen Estragon
frisch geriebene Muskatnuß
Pfeffer, Salz, Olivenöl

Backofen auf 250 Grad vorheizen.
Bratentopf oder Auflaufform mit gut schließendem Deckel mit Zucchinischeiben auslegen. Hähnchenschenkel in Olivenöl wenden und auf die Zucchini legen. Knoblauchzehen dazu tun. Mit Weißwein übergießen, bis das Gemüse knapp bedeckt ist, die Hähnchenschenkel aber frei liegen. Salzen und pfeffern, Muskatnuss darüber reiben. Gehackten Estragon darüber streuen. Deckel auflegen.
Bei 250 Grad ca. 90 Minuten lang backen.

Mittwoch, 15. Juli 2009

Gestern bei Mama: Zucchinirisotto mit Frikadellen



Gestern habe ich für Mama in einer Dreiviertelstunde Zucchinirisotto mit Frikadellen gemacht. Dazu gab es Tomatensalat mit Basilikum und Mozzarella. Für den Risotto habe ich eine selbstgemachte Hühnerbrühe genommen, die ich aus der Karkasse des Roten Hahns vom Coq au vin neulich zubereitet und in kleinen Portionen eingefroren hatte. Da ich dazu viel Petersilienwurzel benutzt hatte, war sie sehr süß, was man im Risotto schmeckte. Für die Frikadellen habe ich kein Gehacktes, sondern Brät aus der frischen Bratwurst von Metzger Gläser genommen. Gemüse und Mozzarella stammten vom Biokauf in Bochum. Der Reis war Paella- und Risotto-Reis von Oryza. Die Kräuter kamen vom Balkon.

Rezept
Zucchinirisotto
3/4 Tasse Risotto-Reis
3/4 l Brühe
1 mittelgroßer Zucchini, gewürfelt
1 Knoblauchzehe
1 Handvoll Petersilie, feingehackt
50 g Butter
frisch geriebener Parmesan
Pfeffer, Salz, Olivenöl

In einem Topf Zucchiniwürfel und die Hälfte der Petersilie in Olivenöl leicht andünsten. Reis hinzufügen, umrühren. Mit heißer Brühe löffelweise auffüllen und umrühren, bis der Reis nach ca. 17 bis 20 Minuten gar ist. Zwischendurch die Knoblauchzehe hineinpressen. Topf von der FLamme nehmen, Butter unterziehen. Geriebenen Parmesan und restliche Petersilie hinzufügen.

Rezept:
Frikadellen
ergibt 6 Stück
knapp 300 g Bratwurstbrät (oder Gehacktes halb und halb oder vom Schwein)
1 Zwiebel, fein gewürfelt
3 EL Haferflocken
1 Ei
1 Handvoll frische gehackte Kräuter (Thymian, Oregano etc.)

Zwiebelwürfel in der Pfanne weich braten, aber nicht zu braun werden lassen. Brät aus der Wurstpelle in eine Schüssel puhlen. Mit Haferflocken, Ei und Kräutern vermischen, pfeffern und salzen. Sechs schöne Frikadellen daraus formen und in Öl bei mittlerer bis kleiner Hitze auf beiden Seiten je sieben Minuten goldbraun braten, bis sie durch sind.
Rezepte: Gestern bei Mama