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Dienstag, 30. April 2024

Gelsenkirchen-Schalke: GenussWerkstatt Risoli

Francesco Risoli

Sieben Jahre ist es nun her, dass mich Kollege Michael Alisch darauf aufmerksam machte, dass Francesco Risoli auf der Schalker Straße in dem gleichnamigen legendären Gelsenkirchener Fußball-Stadtteil seine damals brandneue „GenussWerkstatt“ aufgemacht hatte (klick hier). Wir kannten den gebürtigen Kalabresen noch aus seinem Ristorante „Brunello“ an der Ring- und später an der Plutostraße, mit dem er sich Anfang der 2010-er Jahre an die Spitze der der feinen Italiener in Gelsenkirchen gekocht hatte (klick hier und hier). Noch früher hatte der die Bochumer Freunde der italienischen Küche in der alten Destillerie in Langendreer verzaubert.



Francesco Risolis Feinkostlinie

Mit der „GenussWerkstatt Risoli“ verließ Francesco jedoch die eingefahrenen Gleise der täglich verfügbaren A-la-Carte-Küche. Nur am Wochenende war sein Laden wie gewohnt geöffnet. Unter der Woche gab es nur noch einen gehobenen Mittagstisch auch zum Mitnehmen, ansonsten kochte Francesco für Veranstaltungen und geschlossene Gesellschaften aller Art. Und er frönte seiner Leidenschaft als passionierter Genusshandwerker. Er komponierte Dips, Grill- und Pastasaucen, aromatisierte feine Olivenöle, Gin und Grappa, und schuf so eine Feinkostlinie, die bis heute auch über Gelsenkirchen hinaus ihre Freunde findet.

Sonniges Orange

Als wir in der letzten Woche seiner Einladung folgten und die „GenussWerkstatt Risoli“ wieder einmal besuchten, schien es mir, als sei die Zeit stehen geblieben. Noch immer strahlten die Räumlichkeiten in sonnigem orange, und in den Regalen lachten mich die veredelten Öle und Spirituosen an. Das verbreitete einen Optimismus, der nach den Verwerfungen, mit denen die Corona-Pandemie die Gastronomie in den letzten Jahren heimgesucht hatte, geradezu erfrischend war. „Den Mittagstisch machen wir allerdings jetzt nur noch mittwochs bis freitags zum Mitnehmen“, räumt Francesco ein und freut sich darüber, dass seine Stammkunden ihm so zahlreich die Treue halten. Sie kommen nach wie vor, um sich seine exklusiven Gerichte auf stilvollem Porzellangeschirr abzuholen, feine italienische Küche wie z.B. Black Angus- oder Doradenfilet, Pasta-Gerichte und Desserts. Freitag-, Samstag- und Sonntagabend gibt es dann normalen Restaurantbetrieb.


Die nötige Unterstützung, dass der Laden so läuft, findet Francesco in seiner Servicekraft Dilara, die mittlerweile seit sechs Jahren für ihn arbeitet. Am Anfang habe sie gar nicht gewusst, was sie servierte,  gibt sie freimütig zu, aber im Laufe der Zeit konnte sie sich aufgrund von Francescos hohen Qualitätsansprüchen eine umfassende Kompetenz in Sachen Gerichte, Zutaten und Wein aneignen. Mit ihrer charmanten Art wirkt sie wie die Verkörperung des kulinarischen Ruhrgebiets schlechthin. In Gelsenkirchen gebürtig, mit türkischen Wurzeln, präsentiert sie mitten in Schalke italienische Küche.



Aromatisierte Öle und Grappe

Das Menü, das Francesco für uns kochte, war der der Beweis, dass es in Schalke eine Kulinarik jenseits der Stadionwurst gibt. Dabei kamen Francesco unaufgeregte Kreationen ohne avantgardistische Chi-chi zum Teil erfrischend altmodisch daher. Immer spürte man die Solidität des passionierten Genusshandwerkers. Seezunge, Kalbsfilet und Jakobsmuschel waren bilderbuchmäßig zubereitet, die Pommerysenfsauce von klassischer Größe. Und dazu setzten die Produkte aus Francescos Feinkostproduktion immer wieder neue Aroma-Akzente.


Das „Jenseits der Stadionwurst“-Menü
25.4.2024, GenussWerkstatt Risoli, Gelsenkirchen-Schalke


Insgesamt gab es drei Aperitivi zum Verkosten:
Gin mit Clementine und Prosecco, Gin mit Rhabarber, Erdbeereund Prosecco sowie Sambuca mit Himbeere und Wild Berry Spritz



Vorweg Crostini mit Lachs ... 


... Pesto, Ricotta und getrockneten Tomaten...


...Parmaschinken und Walnuss


Jakobsmuschel in leichtem Chili-Knoblauch-Öl auf Rote-Bete Carpaccio


Bio-Lachs-Carpaccio mit Grünem Spargel und Parmesan



Mozarella di Bufala mit karamellisierten Cherrytomaten und Balsamico



Sorbetto:
Wassermelone, Limetteneis und Rosengrappa-Perlen



Atlantik-Seezunge in Salbeibutter und Parmesan



Weinbegleitung weiß:
Cusumano Shamaris Grillo DOC 2022 Sizilien


Kalbsfilet in Pommerysenfsauce



Weinbegleitung rot:
Cassiletti Romano Appassimento 2019 Apulien


Panna Cotta mit frischen Beeren


Karamellisierte frische Feigen mit Ricotta in Marsala-Wein



Absacker: Aromatisierter Grappa

GenussWerkstatt Risoli. Schalker Str. 157, 45881 Gelsenkirchen.Tel. 0209 / 95 907 855. Mittagstisch Bestellung und Abholung Mi, Do, Fr 12-14.30 Uhr. Restaurant Fr, Sa, So 18-22.30 Uhr. www.genusswerkstatt-risoli.de

Der Genießer bedankt sich für die Einladung.

Freitag, 22. Februar 2019

Neu in Gelsenkirchen-Erle: Restaurant UNVERHOFFT im Golfclub Haus Leythe


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Seit 1. Februar Chef im UNVERHOFFT: Patrick Hoff

Gemeinhin gilt ja die auf den mittelalterlichen Hellweg zurückgehende, in neuerer Zeit euphemistisch „Ruhrschnellweg“ genannte A 40 als der mythenbeladene Verkehrsweg im Ruhrgebiet. Doch auch die Autobahnen im nördlichen Revier haben es in sich. An der A 43 liegen einige der kulturindustriellen Leuchttürme der Region wie Perlen an der Kette, und die A 2, die quasi die Grenze des Ruhrgebiets zum Münsterland bildet, ist eine der meistfrequentierten West-Ost-Verbindungen Europas überhaupt. Und ausgerechnet im Schatten dieses Autobahn-Lindwurms liegt ein sportlich-kulinarisches Ruhrgebiets-Idyll der Sonderklasse.

Strukturwandel im Ruhrgebiet: Einst Wasserschloss, dann Zechengelände, jetzt Golfplatz

Um es zu erreichen, muss man die A 2 an der Ausfahrt Gelsenkirchen-Buer verlassen, um parallel noch auf der Middelicher Straße einige Kilometer nach Westen zu fahren. Biegt man bei Hausnummer 72 dann nach Süden ab, gelangt man schnell zu einer schmalen Autobahnunterführung, hinter der sich dann eine ganz andere Welt öffnet. Hier liegt, einem westfälischen Wasserschlösschen gleich, der Golfclub Haus Leythe. Die antike Optik der Anlage täuscht jedoch, das Anwesen besteht aus Neubauten, die den historischen Vorbildern nur nachempfunden sind. Die mittelalterlichen und barocken Gemäuer sind längst verschwunden, den letzten Rest gab ihnen die Zeche Bismarck, zu der das Gelände in der Steinkohleära gehörte und die mittlerweile ebenfalls im Orkus der Geschichte versunken ist. Heute ist hier eine postindustrielle friedliche Freizeit-Landschaft pur, in der nur tieffliegende Golfbälle gefährlich sind.


Neubauten nach historischem Vorbild: Golfclub Haus Leythe

Es gibt Golfer, die sich gern von der großen Welt abkapseln und das kleine Glück auf dem großen Green unter sich genießen wollen. Im Golfclub Haus Leythe ist das anders. Das geräumige Clubrestaurant dient zwar auch der Versorgung der hungrigen Sportler, steht aber auch allen anderen Gästen als Ausflugs- und Veranstaltungslokal zu Verfügung. Als vor ein paar Jahren Pia Engel Nixon das Restaurant übernahm, gelangte es unter ihrem Namen schnell zu beachtlicher Popularität. Doch dann wurde die telegene Pia mit der Geburt von Zwillingen gesegnet. So entschied sie sich, sich aus dem Restaurantbetrieb zurück zu ziehen. Ein Nachfolger stand glücklicherweise bereit: Patrick Hoff, der schon als Küchenchef das kulinarische Profil des Hauses definiert hatte. Und so wurde am 1.2.2019 aus dem Restaurant NIXON das Restaurant UNVERHOFFT.



Im Restaurant werden Pop-Art-Gemälde von Sebastian Zell ausgestellt.

Eigentlich lebt Patrick in Bochum, wo er auch seine Ausbildung machte und seine ersten Arbeitsstellen hatte, bei „Herrn B. in der Gesellschaft Harmonie“ am Stadtpark und im Forsthaus im Weitmarer Forst. Zusammen mit der Zeit im NIXON ist er bestens in Gastro-Szene des Mittleren Ruhrgebiets vernetzt. So konnte er, obwohl mit dem UNVERHOFFT ein Newcomer, aus dem Stand ins diesjährige „Menue Karussell“ einsteigen, ohne die dafür vorgesehene Bewährungszeit abwarten zu müssen. Schließlich ist er mit dem Aufwand, den die Teilnahme an dieser Aktion erfordert, seit Jahren bestens vertraut.

Club-Atmosphäre im Winter 

Im Sommer wird eine große Terrasse bespielt.

„Wir kochen alles, was uns Spaß macht“, erklärt der 33-jährige, schiebt das Baseballcap zurecht und spielt fürs Foto cool mit einem großen Küchenmesser, wobei die Tätowierung auf den Armen schön zur Geltung kommt. Vom schnellen Golfer-Snack wie dem unvermeidliche Currywurst oder dem Grand Slam Burger (aus Charolais-Rind aus der Eifel), geht über Salate, Pasta, Risotto und Currys, klassische Vorspeisen wie Dijon-Senf-Suppe mit Lauch und Pinienkernen oder Knoblauch-Chili-Garnelen und Hauptgänge wie Filet vom St. Petersfisch mit Limonenrisotto, Salat und Fenchel-Vanilleemulsion oder Original Wiener Schnitzel vom Kalb mit Kartoffel-Gurkensalat bis hin Steak-Spezialitäten. Ob Trüffel oder Grünkohl, bei keinem Produkt hat Patrick Berührungsängste. Für regionale Produkte ist er offen, doch bezieht der den größten Teil seiner Zutaten vom Gastrogroßhandel in Bochum. „Bei der Menge, die bei uns verarbeitet wird, ist das kaum anders zu machen“, sagt er.

Die Gasträume wurden für den Start vom UNVERHOFFT neu gestaltet.

Und natürlich gibt es Menü-Aktionen. Im Februar und März ist das das „Menue Karussell“, für das Patrick mit 35 anderen Gastronomen im Bereich Vest, der historischen Bezeichnung des nördlichen Ruhrgebiets, antritt. So lag es für den Genießer auf der Hand, dieses Menü zu testen, zumal die Gänge auch einzeln zu bestellen sind. Die Zusammenstellung war kreativ und die Weinbegleitung sogar raffiniert. Vor allem kamen die Gänge handwerklich tadellos zubereitet auf den Tisch – Essen, das wie Essen aussah und wunderbar schmeckte.

Das Menue-Karussell-Menü 

Vorweg
Ein Stößchen vom Bernstein


Geflämmtes Tatar vom Limousin Rind
Schalotte | Ei | Dijonsenf | Anchovis | Kapern | Malz-Röstbrot
Tatar mit diesen Zutaten ist ein Klassiker, der in der Gastronomie anscheinend eine Renaissance erlebt. Das Rinderhack serviert Patrick Hoff sanft gewürzt als Bausatz. Wer z.B. Kapern oder Anchovis nicht mag, kann sie weglassen.
Und aus der Pipette eine chili-scharfe Essenz dazugeben.
Dazu gibt es den fruchtig-eleganten Riesling Quant
von Carl Loewen an der Mosel

Petersilienwurzelessenz
Jakobsmuschel | Süßkartoffelrösti | Schwarze Walnuss | Lardo
Würzig-süßes Süppchen, gerade richtig für den
späten Winter oder frühen Frühling.
Dazu gibt es einen Sherry von Emilio Hidalgo,
extravagant Medium Dry ohne große Süße.

Coq au Vin von der Maispoularde
Brust und Keule butterzart wie im französischen Landgasthaus.
Dazu gibt es Monastrell „Yellow Label“ von den Bodegas Juan Gil im südspnischen Anbaugebiet Jumilla mit passender pfeffriger Würze.

Tarte von der Williamsbirne
Mandel-Karamell | Yuzugel | Himbeerkaviar | Geeiste Nougatpralinen
Verführerischer Nachtisch. Dazu eine Tokaji Édes Szamndi vom Weingut Disznókö Tokaji in Ungarn. Die frische Fruchtigkeit und die Mandelnoten eine wunderbare Ergänzung.

Inkl. Weinbegleitung kostet das Menü 56 Euro.

UNVERHOFFT im Golfclub Haus Leythe. 45891 Gelsenkirchen-Erle, Middelicher Straße 72. Tel. 0209/88307973. Nov.-Feb. 12.00 - 22.00 Uhr und Montags Ruhetag. März-Okt. 10.00 - 22.00 Uhr. www.unverhofft.de

Kennzeichnung: Der Genießer bedankt sich für die Einladung zum Pressemenü. 

Dienstag, 31. Oktober 2017

Gelsenkirchen: Francesco Risolis Genusswerkstatt in Schalke



Die Schalker Straße in Gelsenkirchen in ein Ruhrgebietskiez wie aus dem Bilderbuch: Lotto- und Werkzeugläden, Brautmoden und Fussballkneipen, orientalische Imbissbuden jeglicher Provenienz und natürlich zur Zeit eine riesige Baustelle. Hierhin, mitten ins Herz des deutschen Fussball-Stadtteils schlechthin, hatte es einst Francesco Risoli verschlagen, als er als 17-Jähriger aus Italien kam, und hierher ist er jetzt auch wieder zurückgekehrt.

Francesco Risoli

Seit Ende der 1970er Jahre, hat Francesco in Gelsenkirchen und Bochum Gastronomien betreiben, darunter in der alten Kornbrennerei Eickelberg in Bochum-Langendreer. Vor sechs Jahren eröffnete er schließlich das Brunello an der Ecke Ring- und Augustastraße in Gelsenkirchen (klick hier). Die Fans seiner feinen italienischen Küche kamen bald von weither und Francesco glaubte, hier glücklich zu werden. Aber er hatte die Rechnung ohne den Hauswirt gemacht – wegen Nichtbehebung von baulichen Mängeln musste er das Lokal verlassen.

Steaksaucen und aromatisierte Grappe sind Francescos Spezialität.

Schon damals gab er sich seiner eigentlichen Leidenschaft hin: der Produktion von Steaksaucen (klick hier) und aromatisierten Grappe. Seit neustem produziert er sie in seiner „Genusswerkstatt“ an der Schalker Straße 17, in den Räumen des ehem. „Wiener Cafés“. Für gute Freunde und Stammkunden hält er hier auch noch einen exklusiven Mittagstisch bereit, bietet selbstgemachte Pastasaucen, Antipasti, Nudel-, Fisch- und Fleischgerichte zum Mitnehmen an oder einfach frische Pasta, die man zu Hause fertig kochen kann.

Der Genießer durfte sich freuen, mit ein paar Kollegen zu einem exklusiven kleinen Menü eingeladen zu werden, bei dem Francesco alle Register seine Kochkunst zog. Mal eben so. Man braucht nicht zu erwähnen, dass alles so fantastisch schmeckte, wie es aussah.

 Aperitif

 Gruß aus der Küche: Cracker mit Pesto und Ricotta

 Carpaccio mit Feigen

Scampi mit Borlottibohnen 

Jakobsmuschel auf Kürbiscarpaccio

Mezzalune gefüllt mit Grillgemüse

 Wolfsbarsch mit Rosa-Pfeffer-Sauce

Doradenfilet mit Tomatencrème

 Rinderfilet mit Risoli's Balsamico-Reduktion

Pannacotta mit Früchten

Tiramisu

Gegrillte Feigen

Absacker: Espresso mit Honig-Zimt-Grappa