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Sonntag, 11. Mai 2025

Essen-Katernberg: Pre-Opening der Saison 2025 im Gartencafé auf der Bonnekamphöhe


Freibadstimmung auf der Bonnekamphöhe


Besser konnte das Wetter gar nicht sein, als das Gartencafé auf Bonnekamphöhe in Essen-Katernberg am vergangenen Samstag in diesem Jahr das erste Mal öffnete. Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich eine buntes Völkchen aus Naturfreunden, Veggie-Enthusiasten und Lebenskünstlern bei Kaffee, Kuchen und frisch gepflücktem Salat, um, wie in der Einladung empfohlen, die „Seele baumeln zu lassen“. Nicht nur die Leute aus der dichtbesiedelten Nachbarschaft, sondern auch der Genießer aus dem fernen Bochum wollte sich die einzigartige Atmosphäre nicht entgehen lassen. Das üppig begrünte Gelände der Permakultur- und Demeter-Gärtnerei hat sich in den letzten Jahren als grünes Herz des Essener Nordens bewährt. Auch in diesem Jahr geht das vielseitige Kulturangebot weiter, weiß Svenja von der „Bunten Beete“, vom Kinder-Kunst-Aktionsprogramm in Zusammenarbeit mit der Folkwang Museum bis hin zu den Yoga-Kursen.


Svenja von der Bunten Beete

Frisch gepflückter Salat mit Zitronenmelisse-Limo


Hausgemachter Zitronenkuchen

Richtig los geht es aber erst nächsten Samstag, am 17.5.2025. Dann findet nicht nur ein großer Flohmarkt statt, sondern es beginnt auch der Jungpflanzenverkauf, auf den viele Hobbygärtner so sehnsüchtig warten. Der Gemüseverkauf geht dann im Juni los, da ist Bonnekamphöhen-Initiator Hubertus ganz zuversichtlich. Denn anders als im letzten Jahr, als die Schnecken einen Großteil der Ernte weggefressen hatte, konnte er bisher kaum ein Exemplar dieser gefräßigen Plagegeister in den Beeten und Pflanztunneln der Gärtnerei entdecken.

Hubertus berät Jungpflanzen-Käuferinnen


Rote und grüne Salate


Mangold



Mohn



Schnittlauch


Gartenidylle

Gründelnde Enten im Permakultur-Teich

Permakulturstiftung Bonnekamphöhe. Bonnekamphöhe 8. 45327 Essen-Katernberg. Im Sommer immer samstags 14-18.
www.bonnekamp-stiftung.net

Weitere Posts über die Bonnekamphöhe auf Genussbereit:
Urbane Landwirtschaft: Sommerfest auf der Bonnekamphöhe in Essen 2017: klick hier
Permakultur Ruhr Essen: „Bunte Beete“ auf der Bonnekamphöhe 2021: klick hier 
Slow Food Bochum auf der Bonnekamphöhe 2021: klick hier
Essen-Katernberg: Das Waldcafé auf der Bonnekamphöhe 2022: klick hier
Bonnekamphöhe in Essen-Katernberg: Das Waldcafé heißt jetzt Gartencafé 2023: klick hier 
 
Rezepte aus der „Urbanen Landhausküche“ mit Gemüsen von der Bonnekamphöhe:
Linsen-Couscous auf Ziegenjoghurt mit gebackenen Harissa-Möhrchen und gerösteten Mandeln: klick hier
Grüne-Linsen-Curry mit buntem Mangold, Stangenbohnen, Tomaten, Pfifferlingen und Ei: klick hier
Thunfisch in einer Pistazien-Sesamkruste an mit Couscous gefüllten Zucchiniblüten und Sommergemüsen von der Bonnekamphöhe: klick hier

Dienstag, 11. Juli 2017

Urbane Landwirtschaft: Sommerfest auf der Bonnekamphöhe in Essen

Update 2025: Die diesjährige Saison beginnt am am Samstag, den 10. Mai. Das Café hat jeweils samstags ab 14 Uhr geöffnet.

Update 2024: Am 4. Mai beginnt die diesjährige Saison auf der Bonnekamphöe und das Café hat jeweils samstags ab 11 Uhr geöffnet.

Auf dem Naschpfad in Essen-Katernberg

Es hätte eine Szene in einem Marcel-Pagnol-Roman sein können, in dem der französische Autor seine Kindheit in der Provence beschreibt. Die Luft flirrt vor Hitze an diesem heißen Sommertag, als der Genießer vor einer vollkommen überwucherten Gartenpforte steht, hinter der er helle Kinderstimmen hört. Das Pforte lässt sich wider Erwarten öffnen, und ein schmaler Pfad führt durch die üppige Botanik zu einer Gärtnerei. Unter Obstbäumen, die den Anfang des entstehenden „Naschpfades“ bilden, verputzt eine Kinderschar frisch gepflückte Kirschen. „Ich habe schon vierzehn gegessen“, ruft ein Junge, und ein anderer übertrumpft ihn: „Und ich fünfzehn!“

Biochemiker André Matena führt über das Gelände

Doch wir befinden uns mitten im Ruhrgebiet, auf der Bonnekamphöhe in Essener Stadtteil Katernberg, in Sichtweite von Schacht III/VII/X des Welterbes Zollverein. Seit 2011 betreibt hier die gleichnamige Stiftung ein Projekt für moderne urbane Landwirtschaft. Der Biologe Hubertus Ahlers und seine Mitstreiter rodeten das wildwuchernde Brombeergestrüpp auf der Industriebrache, um die auf Nachhaltigkeit ausgelegte Gärtnerei mitten in der Stadt anzulegen. Davon, dass es mit der intensiven Landwirtschaft, wie sie heutzutage betrieben wird, bald vorbei sein wird, ist Biochemiker André Matena von der Universität Essen-Duisburg überzeugt. André hält auf der Bonnekamphöhe Seminare ab und macht beim heutigen Sommerfest Führungen über das Gelände. „Die Ressourcen zur Gewinnung des Kunstdüngers neigen sich dem Ende entgegen, und ohne ihn sind die ausgelaugten Böden nicht mehr fruchtbar“, beschreibt er die Weltlage.

So sei es notwendig, bei der Lebensmitterzeugung neue nachhaltige Wege zu beschreiten, und der Gemüseanbau auf der Bonnekamphöhe sei ein Experiment dorthin. Das Wasser kommt aus einem eigenen Brunnenteich, die Energie von einer Biogasanlage. Gedüngt wird mit selbst hergestelltem Brennnesselsud.

Gemeinschaftsgarten

Auf einem Teil des Geländes befinden sich Gemeinschaftsgärten, in denen interessierte Gruppen und Privatleute das Gemüse für den Eigenverbrauch anbauen können. „Allmende“ heißt dieser Bereich, ein Wort, das im Mittelalter das Land bezeichnete, das zur öffentlichen Bearbeitung bereit stand. Allerdings, so findet der Genießer, hätte man gar nicht bis ins Mittelalter zurückgehen müssen. Denn die Selbstversorgung aus dem eigenen Garten ist typisch für die Industriekultur der letzten 150 Jahre im Ruhrgebiet, von den Hausgärten in den Arbeitersiedlungen über das Grabeland vor den Toren der großen Kohle- und Stahlbetrieb bis zu den daraus entstandenen Schrebergärten, die bis heute das Ruhrgebiet wie ein grünes Band durchziehen.

So macht studieren Spaß:
Biologe und Stiftungsvorstand Hubertus Ahlers mit studentischen Praktikanten

Auf dem Sommerfest jedenfalls herrschte eine wunderbar heitere Atmosphäre. Selbstgemachtes wie eine Limonade aus roten Beeren, Zitronenmelisse und Minze sorgten für Erfrischungen, frische geerntete und gegrillte Gemüse zum Stillen des Appetits. Und in den hübschen kleinen Ruheoasen, die überall im Gelände verteilt sind, ließ sich herrlich chillen.

Natürlich kann man die Produkte der Bonnekamphöhe auch kaufen. Dazu muss man sich in eine E-Mail-Liste eintragen lassen, und dann bekommt man wöchentlich mitgeteilt, was gerade im Angebot ist. Man bestellt dann eine Kiste (groß 25 Euro, klein 12,50 Euro), die frisch für einen geerntet wird, und kann sie freitägs abholen.

Die Bonnekamp-Stiftung für die integrative Stadt hat ihren Sitz auf Zollverein A9, Gelsenkirchener Straße 181, 45309 Essen. Die Gärten befinden sich auf der Bonnekamphöhe in Essen Katernberg. Für weitere Infos hier klicken.

Sommerfest zwischen Gemüsebeeten

Vorbereitete Setzlinge

 Dekoratives Gemüse: Blühender Lauch

Zucchini
 Allerlei Kohl
Fenchel

Gewächshaus


Essbare Blüten


Zum Pflücken am Wegesrand

Rote Johannisbeeren

Äpfel

Kein Kunstwerk, sondern eine Rankhilfe für Kiwis, die noch wachsen müssen. Im Hintergrund der
Förderturm III/VII/X von Zollverein.

Teich zur Wasserversorgung

Nische zum Chillen

Erfrischende Limonade

Gemüse vom Grill

Hofidylle

Dienstag, 1. September 2009

Ruhrgebietsküche: Arbeitergarten auf Zeche Zollern


Erstmals in diesem Jahr hat das LWL-Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund-Bövinghausen einen Arbeitergarten angelegt, um im Rahmen der museumspädagogischen Arbeit auch die historische Versorgungssituation der Bergleute vermitteln zu können. Hinter einem Steigerhaus direkt am Eingang haben Mitarbeiter des Museums all das gepflanzt, was die Bergleute um 1900 auch gezogen haben: Kartoffeln, verschiedene Kohlarten, Radieschen, Kohlrabi. Fürs nächste Jahr sind noch Obstbäume geplant. Ebenfalls wird alles auf historische Sorten eingegrenzt.
Ich hatte am Sonntag die Möglichkeit, an einer der letzten Führungen in diesem Jahr teilzunehmen. In einem instruktiven, einstündigen Vortrag erläuterte die Museumspädagogin Dr. Anne Kugler die Herausforderungen, denen die Gartenbau-unkundigen Museums-Mitarbeiter bei ihrer Arbeit gegenüber standen. Man hatte die gleichen Probleme mit der Düngung und den Schnecken wir die Gärtner vor 100 Jahren. Auch hatte man nicht dicht genug gepflanzt. Damals wurde jeder Quadratzentimeter Boden ausgenutzt.
Für die Bergarbeiter-Familien war der Garten eine notwendige Existenzsicherung; das war z.T. noch bis in die 1960er Jahre so. Siedlungshäuser mit Garten waren hochbegehrt. Auf der anderen Seite war die Bereitstellung der Gärten für die Zechenleitungen ein wichtiges Instrument zur Erhaltung des Betriebsfriedens. Eine Alternative zu den Hausgärten war das sogenannte Grabeland, größere Strecken Acker vor den Zechen und Siedlungen, die von mehreren Familien gemeinsam bewirtschaftet wurden. Daraus entstanden dann vor und nach dem ersten Weltkrieg die vereinsmäßig betriebenen Kleingartensiedlungen.

Eine schöne Einführung ins Thema bietet die Broschüre „Arbeitergärten im Ruhrgebiet“, die das Industriemuseum herausgegeben hat und die im Museumsshop erhältlich ist. Neben dem sozialgeschichtlichen Aspekt wird hier auch eine Grundlage der Ruhrgebietsküche dargestellt.

Montag, 6. Juli 2009

Magie der Kräuter




Am 24.Juni 2009 besuchten Mitglieder von Slow Food im Ruhrgebiet die Gärtnerei „Kräutermagie Keller“ in Datteln. Die Gärtnerei ist dem Verbund Bioland angeschlossen und existiert seit etwa 5 Jahren. Die Kräuterzucht hat sich ursprünglichen aus einem Hobby des Landschaftsbauers Gregor Keller entwickelt. Denn die Varianten der Kräuter vom Küchenkraut bis zur Heilpflanze übten eine immer größer werdende Faszination auf ihn aus. Heute zieht er über 300 verschiedene Kräuter. Diese Vielfalt überwältigte die Slow-Food-Besucher, denn es gab es viel zu riechen und zu schmecken. Alles konnte sofort bedenkenlos probiert werden, denn als Biobetrieb arbeitet die Kräuterei natürlich pestizidfrei.
Der Hofverkauf ist von April bis Oktober, mittwochs und freitags von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr und samstags von 9 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.


Kräutermagie Keller
Markfelderstr. 32
45711 Datteln
Tel. 023 63 / 36 12 88
https://kraeutermagiekeller.de/