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Samstag, 11. Juli 2009

Wie skandalös sind Lebensmittel-Imitate wirklich?

Vom Gefühl her finde ich den Aufschrei, der gestern durch die Presse ging, vollkommen richtig. Es ist tatsächlich skandalös, wenn Verbrauchern durch irreführende Aufschriften vorgegaukelt wird, sie erhielten hochwertige Produkte, doch in Wirklichkeit handelt es sich nur um billige Ersatzstoffe.
Doch betrachten wir uns das angeprangerte Pesto von Buitoni. „Pesto Basilico“ steht auf dem Glas, und tatsächlich spielt für das Marketing der Marke das Image, das das traditionelle „Pesto Genovese“ hat, die ausschlaggebende Rolle. Das besteht bekanntlich aus Basilikum, Olivenöl, Knoblauch, Pinienkernen. Ob als Käse Parmesan oder Pecorino hineingehört, darüber scheiden sich schon die Geister.
Was aber ist an Zutaten wie Sonnenblumenöl, Cashewnüssen und nicht näher definiertem Hartkäse, wie sie im Buitoni-Produkt zu finden sind, skandalös? Wenn es sich um gute Produkte von einwandfreier Qualität handelt, warum soll man daraus kein Pesto zubereiten? Sicherlich, „Pesto genovese“ ist das nicht, aber das steht auch nicht auf dem Glas. Beim zur Zeit so beliebten Bärlauch-Pesto ist übrigens auch kein Basilikum drin, und das gilt als interessante Variante des Klassikers.
Wie sollte man Pesto-Varianten wie bei Buitoni denn verhindern und überprüfbar machen? Durch eine EU-Norm, die auf das Gramm definiert, wie Pesto zu beschaffen sein hat? Mein Gott, wir sind doch froh, dass gerade die EU-Norm zum Krümmungsgrad der Schlangengurke gefallen ist.
„Pesto“ kommt bekanntlich vom italienischen „Zerstampfen“ und bezieht sich auf die klassische Herstellungsmethode, die Zutaten in einem Mörser zu zerstoßen. Das tut heute niemand mehr außer den engagierten Freunden der Museumsküche. Ist also die Bezeichnung „Pesto“ für alle, ob im Privathaushalt oder in der Fabrik, mit Maschinen hergestellten Kräuterpasten nicht viel skandalöser?
Also bleibt nur die Frage, ob das Pesto aus dem Glas wirklich schmeckt. Da denke ich, kommt es gegen den Klassiker, zumal selbst gemacht, nicht an. Aber ob ich den bei mir zu Hause mit frischem Basilikum, frischen Pinienenkernen, echtem Parmesan und wirklich gutem Olivenöl tatsächlich zum gleichen Preis herstellen kann, müsste einmal überprüft werden.
Hier mein Pesto-Rezept, mit dem ich meine Gäste regelmäßig in Verzückung bringe. Es stammt aus einem französischen Kochbuch und heißt „Pistou“. Es ist so einfach, dass man sich fragt, wozu man Pesto im Glas eigentlich braucht.

Rezept
Pistou

Ergibt ¼ l
4 Handvoll frische Basilikumblätter
1/8 l bestes kaltgepresstes Olivenöl
2 EL Pinienkerne
3 große Knoblauchzehen, halbiert (ich nehme eine, je nach Größe)
50 g frisch geriebener Parmesan
Salz (eventuell)

Ale Zutaten (bis auf Parmesan und Salz) im Mixer fein pürieren. Die Mischung in eine Schüssel geben, den Käse unterrühren und eventuell salzen.
Wie skandalös sind Lebensmittel-Imitate wirklich? Teil II

Montag, 6. Juli 2009

Magie der Kräuter




Am 24.Juni 2009 besuchten Mitglieder von Slow Food im Ruhrgebiet die Gärtnerei „Kräutermagie Keller“ in Datteln. Die Gärtnerei ist dem Verbund Bioland angeschlossen und existiert seit etwa 5 Jahren. Die Kräuterzucht hat sich ursprünglichen aus einem Hobby des Landschaftsbauers Gregor Keller entwickelt. Denn die Varianten der Kräuter vom Küchenkraut bis zur Heilpflanze übten eine immer größer werdende Faszination auf ihn aus. Heute zieht er über 300 verschiedene Kräuter. Diese Vielfalt überwältigte die Slow-Food-Besucher, denn es gab es viel zu riechen und zu schmecken. Alles konnte sofort bedenkenlos probiert werden, denn als Biobetrieb arbeitet die Kräuterei natürlich pestizidfrei.
Der Hofverkauf ist von April bis Oktober, mittwochs und freitags von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr und samstags von 9 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.


Kräutermagie Keller
Markfelderstr. 32
45711 Datteln
Tel. 023 63 / 36 12 88
https://kraeutermagiekeller.de/

Auf dem Balkon: Kaninchen mit grünen Oliven

Enthält unbezahlte WERBUNG












Am Wochenende gabs bei mir geschmortes Kaninchen mit grünen Oliven, Nudeln und Tomaten Caprese. Dazu gab es einen 1998 Lamothe Bergeron. Das Kaninchen stammte von Karl-Heinz Bontrups Eier-Wild-Geflügel-Stand auf dem Wochenmarkt in Bochum (freitags. Altenbochum, samstags hinterm Hbf.). Die Tomaten stammten aus dem Bio-Supermarkt "Biokauf" an der Wittener Str.

Rezept:
4 Kaninchenläufe
3 Zwiebeln, 1/4 l Weißwein
4 Tomaten
eine Handvoll grüne Oliven
je ein Esslöffel frische Kräuter (Thymian, Rosmarin, Petersilie, Lorbeer)
1 Esslöffel Mehl
Pfeffer, Salz, Olivenöl
Kaninchen gut mit Pfeffer und Salz einreiben. In Olivenöl anbraten. Aus der Pfanne nehmen, grob gehackte Zwiebeln darin anbräunen. Mit Mehl abstäuben und umrühren. Geviertelte Tomaten, Weißwein, gehackte Kräuter, Lorbeer und Kaninchenteile dazugeben. 3/4 bis 1 Stunde auf kleiner Hitze schmoren.