Posts mit dem Label Sonntagskaffee werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sonntagskaffee werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 20. März 2023

Dessert: Tiramisu-Törtchen mit Pistazien-Ganache



Bei unserem denkwürdigem Besuch im Dortmunder Ristorante Belvedere mit all seinen sizilianischen Spezialitäten (klick hier) war das Pistazien-Tiramisu eine besondere Überraschung. Nun gut, es gibt kaum ein italienisches Restaurant, bei dem das Dessert, bestehend aus einer Mascarpone-Sahne-Eigelb-Creme und mit Espresso und Likör bzw. Brandy getränktem Eier-Biskuit, nicht auf der Speiskarte steht, und laut Wikipedia wird seine, übrigens noch gar nicht so lange zurückliegende Entstehung der Provinz Venetien in Norditalien zugeordnet. Was jedoch typisch sizilianisch war, waren die Pistazien, die der Belvedere-Kreation eine besondere Note gaben. Pistazien gelten als das „grüne Gold“ Siziliens, und Bronte an den Hängen des Ätnas als die Pistazien-Hauptstadt schlechthin.

Mir war sofort klar, dass ich das nachmachen wollte. Klassisches Tiramisu hatte ich schon einmal ein einem meiner Kochkurse zubereiten lassen (klick hier) und dann für eine „Gestern bei Mama“-Session als Dessert im Glas variiert (klick hier). Auch im Belvedere wurde es – ziemlich chic und wild - im Glas serviert, aber ich nahm mir vor, es als Portionstörtchen ohne Glas zu realisieren.


Klassisches Tiramisu im Kochkurs


Tiramisu im Glas bei Mama


Pistazien-Tiramisu im Dortmunder Belvedere

Also mussten zwei Probleme gelöst werden: Wie werden die Pistazien in die Macarpone-Crème integriert und wie bekommt die Crème den nötigen Stand, dass das Törtchen nicht zerfließt? Die Lösungen für bei Probleme fand ich in dem Blog „Labsalliebe“ (klick hier), der sich mit der persischen Küche auseinandersetzt. Persien bzw. Iran ist ja die eigentliche Heimat der Pistazie, und so wundert es nicht, dass ich dort auch ein Tiramisu-Rezept entdeckte. Da werden die Pistazien ganz einfach püriert und der Crème untergemischt. Und den nötigen Stand bekommt sie, weil nicht rohe Eigelbe mit Mascarpone und Sahne vermischt werden, sondern wie bei einer klassischen Ganache ein wenig geschmolzene weiße Schokolade, die beim Erkalten die nötige Festigkeit erzeugt.


Pürierte Pistazien, Mascarpone, Sahne, Puderzucker und weiße Schokolade für die Ganache


Für den Bisquit wurde der Teig aus Eiern, Zucker und Mehl dünn aufs Blech gestrichen, gebacken und mit dem Dessertring ausgestochen.


Zum Schichten der Törtchen wurde der Dessertring
mit Backpapier ausgekleidet.

Die Form meiner Törtchen ergab sich dann durch die Verwendung eines 4,5 Zentimeter hohen Dessertrings mit 6 Zentimeter Durchmesser. Ich kleidete ihn mit einem Streifen Backpapier aus, so dass ich meine selbstgebackenen Biskuitplätzchen und die Crème einfach einfüllen und dann den Ring mühelos wieder entfernen konnte, ohne das etwas daran kleben blieb.

Heraus kamen wunderschöne zweifarbige Tiramisu-Törtchen, die genauso gut schmeckten wie sie aussahen.

Erste Version noch ohne mittleren Boden

Rezept: Tiramisu-Törtchen mit Pistazien-Ganache
Ergibt 4 Törtchen

Für den Bisquit:
2 Eier
2 EL Zucker
2 EL Mehl

Eier und Zucker mindestens 5 Minuten mit dem Mixer zu einer steifen Masse verschlagen. Mehl nach und nach hinein sieben und verrühren. Backpapier auf ein Backblech legen und den Teig ca. ¾ Zentimeter dick darauf verstreichen. Bei 200 Grad 12 Minuten backen.
Nach dem Backen Teig auskühlen lassen und mit dem Dessertring 12 Plätzchen ausstechen.

Für die Pistazien-Ganache:
120 g Mascarpone
150 g Schlagsahne
30 g Puderzucker
50 g weiße Kuvertüre
120 g grüne Pistazien

Puderzucker in die Sahne sieben und die Sahne steif schlagen. Den Mascarpone vorsichtig unterrühren.
Kuvertüre im Wasserbad schmelzen lassen und leicht abkühlen lassen. Sie muss flüssig bleiben. Flüssige Kuvertüre unter das Sahne Mascarpone-Gemisch heben. Dies Ganache bis zur weiteren Verwendung in den Kühlschrank stellen.
Pistazien im Mixer oder mit dem Pürierstab fein hacken, bis sie ein leicht cremiges Mus ergeben. Es dürfen ruhig noch ein paar größere Pistazienstücke darunter sein.
Etwa die Hälfte der Ganache unter die Pistaziencreme heben. Dabei darauf achten, dass die Creme eine schöne grüne Farbe behält und nicht zu hell wird.
Am Ende hat man eine grüne und eine weiße Ganache.

Anrichten:
pro Törtchen 3 ausgestochene Bisquitplätzchen
Kalter Espresso oder Mokka- oder Mandellikör
grüne und weiße Ganache
pro Törtchen 6 ganze Pistazien
pro Törtchen 1 Cocktailkirsche
Puderzucker

Dessertring, 4,5 cm hoch und 6 cm Durchmesser
Backpapier
Dessertteller

Backpapier in vier Streifen von 4,5 cm Breite und 22 cm Länge schneiden.
Mit dem Dessertring aus dem Biskuitteig 12 Plätzchen ausstechen.
Dessertring mittig auf einen Dessertteller stellen. Einen Streifen Backpapier zusammenrollen und in den Dessertring stecken, so dass dieser mit dem Papier ausgekleidet ist.
Pro Törtchen 3 Biskuitplätzchen mit eine halben TL Kaffee oder Likör tränken. Nicht zu viel Flüssigkeit nehmen, damit die Plätzchen nicht aufweichen. Ein Biskuitplätzchen in den ausgekleideten Dessertring drücken. Aufpassen, dass das Backpapier dabei nicht zusammen gedrückt wird. Zwei bis drei TL weiße Ganache in den Ring geben und festdrücken. Ein zweites Biskuitplätzchen darauf setzen und festdrücken. Zwei bis der TL grüne Ganache darauf geben und ein drittes Plätzchen darauf setzen und festdrücken. Der Dessertring sollte jetzt vollständig gefüllt sein.
Dessertring nach oben abheben und den Backpapierstreifen vorsichtig abziehen. Törtchen oben hauchdünn mit weißer Ganache bestreichen und zur Deko sechs Pistazien darauf festkleben. Mit Puderzucker bestäuben und die Cocktailkirsche mittig darauf kleben.
Vorgang für jedes weitere Törtchen wiederholen.


Donnerstag, 7. April 2022

Griechisches Ostergebäck: Koulourakia lambriatika


Es ist jetzt genau 10 Jahre her, dass ich an der VHS Herne einen zweiteiligen Oster-Kochkurs rund ums Lamm gab. Während der zweite Abend international ausgerichtet war und wir u.a. eigenhändig Lammbratwürste herstellten (klick hier), war der erste Abend von einem schmalen Kochbuch mit griechischen Rezepten inspiriert, das ich vor Jahren irgendwo in der Grabbelkiste eines Buchladens gefunden hatte (klick hier). Darin stand auch das Rezept für das traditionelle griechische Ostergebäck Koulourakia lambriatika, das ich von meinen Kursteilnehmern für den Nachtisch backen ließ.




Diese Kekse bestehen aus einem einfachen Mürbeteig aus Mehl, Butter, Ei und Backpulver. In meinem Rezept werden sie mit abgeriebener Vanille, Orangen- Zitronenschale aromatisiert. Aus diesem Teig formt man traditioneller Weise kleine Kringel, Achten oder S-förmige Schlangen. Schließlich werden sie mit Sesamsamen bestreut. Weil sie so eine simple Sache ist, sollte man nur beste Zutaten verwenden, also gute Bio-Orangen und
-Zitronen und vor allem Mark aus einer echten Vanilleschote und keinen Vanillinzucker. Dann haben die rustikal anmutenden Kekse ein wunderbar elegantes Aroma. Dazu passt natürlich ein griechischer Mokka, für den gemahlener Kaffee mit Zucker aufgekocht wird, der stilecht in einer schön bekleckerten Mokkatasse serviert wird.

Für das diesjährige Osterfest backte ich mir eine kleine Keksdose voll, die aber kaum bis zu den Feiertagen reichen wird.


Rezept: Griechisches Ostergebäck Koulourakia lambriatika

Ergibt 40-50 Stück

200 g Mehl
½ EL Backpulver
1 Prise Salz
85 g weiche Butter
85 g brauner Rohrzucker
1 Ei
50 ml Milch
Fein geriebene Orangenschale
Fein geriebene Zitronenschale
Ausgekratztes Mark einer Vanilleschote
1 Eigelb
1 EL frisch gepresster Orangensaft
Sesamsamen

Den Ofen auf 180 Grad vorheizen.
Mehl, Backpulver und eine Prise Salz in eine Schüssel sieben.
Weiche Butter und, Zucker in eine andere Schüssel geben und mit dem Rührgerat schaumig rühren. Das Ei hinein schlagen und die Milch dazu gießen. Die Orangen- und Zitronenschalen sowie das Vanillemark unterrühren.
Nach und nach die Mehlmischung dazugeben und zu einem dicken Teig verrühren. Auf eine mit Mehl bestäubte Arbeitsfläche geben und den Teig mit der Hand vorsichtig kneten, bis er glatt und weich ist. 10 Minuten ruhen lassen.
Den Teig in walnussgroße Stücke zerteilen und zu gleich großen „Würmern“ drehen. Daraus Kringel, S-Formen oder Achten formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.
1 Eigelb und 1 EL Orangensaft verquirlen. Plätzchen damit bestreichen und mit Sesam bestreuen. 15-20 Minuten backen, bis der Teig durch und goldbraun ist. Auf einem Gitterrost auskühlen lassen.

Rezept: Griechischer Mokka

Pro Tasse:
ca. 50 ml Wasser
1 TL frisch und fein gemahlener Kaffee
1 TL brauner Rohrzucker

Wasser, Kaffeepulver und Zucker in einen nicht zu kleinen Topf geben. Zum Kochen bringen und aufwallen lassen. Vom Feuer nehmen, bis der Kaffee wieder zusammen gefallen ist. Wieder aufs Feuer stellen und noch einmal aufwallen lassen. Dann in Mokkatassen füllen und hieß servieren.


 

Dienstag, 16. November 2021

Sonntagskaffee: Zweierlei Madeleines frei nach Léa Linster



Eigentlich müsste ich ja als alter Winnetou-Experte auf die Bezeichnung „Bärentatzen“ für dieses hübsche Kaffeegebäck abfahren, aber irgendwie finde ich den Namen „Madeleines“ romantischer. Das mag an einer Kindheitserinnerung liegen, die noch etwas länger her ist als mein erster Besuch eines Winnetou-Films mit sieben Jahren im Jahr 1962 (genau gesagt war es „Der Schatz im Silbersee“), die aber durchaus auch irgendwie prägend war. Bereits im Jahr 1960 hatte Vico Torriani schließlich den Hit „Kalkutta liegt am Ganges“, und so schmetterte ich als Fünfjähriger mit wachsender Begeisterung die Zeilen: „Kalkutta liegt am Ganges, Paris liegt an der Seine, doch dass ich sooo verliebt bin, das liegt an Madeleine.“

Das fiel mir im Jahr 2015 wieder ein, als ich auf der Suche nach einem typischen französischen Gebäck für den Kochkurs „Neues aus Bistro, Trattoria und Taverne“ auf ein Rezept von Léa Linster stieß. Für die Luxemburger Sterne- und TV-Köchin sind Madeleines sozusagen eine Art signature dish; ein paar Jahre lang betrieb sogar neben ihrem Sterne-Restaurant ein Bistro mit diesem Namen im luxemburgischen Ort Kayl.

Der Teig für Léa Linsters Madeleines besteht aus gemahlenen Mandeln, flüssiger brauner Butter, viel Zucker und wenig Mehl. Mir scheint das Rezept ziemlich slow-food-kompatibel. Statt so etwas Neumodisches wie Backpulver nimmt Léa Linster wie einst Henriette Davidis Eiweiß als Treibmittel, und der Teig muss ganz slow 24 Stunden ruhen, bis er gebacken werden kann. Heraus kommt dann ein köstliches, an Eierplätzchen erinnerndes Backwerk, außen knusprig und innen fluffig.

Zweierlei Teig wird in die Madeleine-Formen gefüllt.


Durch den karamellisierten Zuckeranteil im Teig sind die
Madeleines außen schön knusprig, innen fluffig.

Im Blog kamen die Madeleines bislang nur in der Berichterstattung über den damaligen Kochkurs vor (klick hier). Als Solitär habe ich sie bislang noch nicht gebracht, und das will ich nun nachholen. Allerdings habe ich für meine Version den Teig auf eine für meinen Singlehaushalt ausreichende Menge reduziert und gleich noch eine weitere Variante ausprobiert, bei der ich die Hälfte des Teiges mit geschmolzener Kuvertüre versetzte und so wunderbare Schokoladen-Madeleines bekam.


Rezept: Zweierlei Madeleines frei nach Léa Linster

Ergibt 36 Stück 

125 g Butter
125 g Puderzucker, gesiebt
4 Eiweiß
50 g fein gemahlene Mandeln
40 g Mehl, gesiebt
50 dunkle Kuvertüre
weiche Butter zum Einfetten der Formen

Den Teig einen Tag im Voraus zubereiten. Butter in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze schmelzen lassen, bis sie eine goldbraune Farbe und ein nussartigen Geruch angenommen hat. Sofort vom Herd nehmen, den entstandenen Schaum etwas abschöpfen und die heiße Butter durch ein feines Sieb abgießen. Lauwarm abkühlen lassen.
Puderzucker durchsieben und zusammen mit dem Eiweiß glattrühren. Mehl durchsieben, mit den gemahlenen Mandeln und Mehl vermischen und unter die Eiweiß-Zucker-Mischung rühren. Zum Schluss die Butter dazugeben und gut vermischen. Den Teig über Nacht bedeckt im Kühlschrank ruhen lassen.
Am nächsten Tag Kuvertüre im Wasserbad schmelzen lassen und abkühlen lassen, ohn dass sie wieder hart wird. Die Hälfet es Teiges abnehmen und mit der flüssigen Kuvertüre gut verrühren, so dass eine gleichmäßig braune Masse entsteht.
Backofen auf 200°C vorheizen. Madeleines-Formen dünn mit weicher Butter einfetten, jeweils einen knappen Esslöffel Teig in jede Form geben, so dass sie zu zwei Dritteln gefüllt sind. Madeleines im vorgeheizten Backofen erst 3 Minuten bei 200°C backen, dann die Temperatur auf 180°C herunterschalten und in 12 bis 15 Minuten fertig backen. Kurz abkühlen lassen und aus den Formen lösen. Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. 


Donnerstag, 3. Dezember 2020

Kaffeetrinken: Arme Ritter vom vertrockneten Hefe-Rosinen-Zopf mit hausgemachtem Salzkaramell


Das war der Plan. Als ich letzten Samstag beim Biobäcker war, kaufte ich mir einen halben, wunderbar duftenden Hefezopf. Den wollte ich, in nicht zu dicke Scheiben geschnitten, mit guter Butter bestreichen, eine Scheibe Pumpernickel darauf legen und zum Advents-Kaffee vertilgen.

 
Hefezopf in der Eierplempe

Doch es kam alles anders. Mitte der Woche lag der Hefezopf immer noch herum, und als ich ihn anschnitt, war er doch schon ziemlich vertrocknet. Da kam mir die Idee, Arme Ritter daraus zu machen. Ich weichte die Scheiben einfach in einer leicht gezuckerten Eier-Sahne-Plempe (fast schon ein Pfannkuchenteig) ein, panierte sie dann in Semmelbrösel und briet sie schließlich in Butter wie ein Wiener Schnitzel aus. Auf dem Teller übergoss ich sie sie mit dem hausgemachten Salzkaramell, das ich noch von den Apfel-Galettes von neulich übrig hatte (klick hier), und bestäubte sie mit einem Hauch Puderzucker. Dazu ein Tässchen karamellfarbener Milchkaffee – einfach herrlich!


Rezept: Arme Ritter vom Hefe-Rosinen-Zopf mit hausgemachtem Salzkaramell

Ergibt 6 Arme Ritter

6 nicht zu dicke Scheiben Hefe-Rosinen-Zopf
1 großes Ei
1/8 l Sahne
1/8 l Milch
3 TL Zucker
1 Prise Salz
1 Tasse Paniermehl
Butter zum Braten
hausgemachtes Salzkaramell (Rezept klick hier)
Puderzucker

Ei, Sahne, Zucker und Salz verquirlen und etwas Miclh unterrühren, damit genug Flüssigkeit da ist. Hefezopf-Scheiben hineinlegen, ¼ Stunde einweichen und die Flüssigkeit aufsaugen lassen. In Paniermehl wälzen.
In einer Pfanne Butter auslassen und die panierten Hefezopf-Scheiben goldbraun ausbacken.

Auf Dessertteller legen, mit Salzkaramell beträufeln und mit einem Hauch Puderzucker bestäuben. Möglichst lauwarm zu Milchkaffee servieren.

Montag, 13. Mai 2019

Sonntagskaffee: Blaubeertarte mit Mandelcrème

Fürs Foto kam mal wieder Omas fast 100 Jahre
altes Hochzeitsservice zum Einsatz.

Ob es wirklich klug war, die Blaubeeren zu kaufen, die verschiedene Supermarktketten zum Muttertag im Angebot hatten, weiß ich nicht. Jedenfalls wurden die z. T. weintraubengroßen Dinger auch nicht aromatischer, als ich sie fürs Foto aus dem müllintensiven Plastikeimer, in dem sie abgepackt waren, in ein naturnah wirkendes Spankörbchen umfüllte. Die Tartes, die ich dann daraus backte, waren aber trotzdem ganz lecker, weil ich die Mandelcrème, mit der ich den Blätterteig bestrich, bevor die Beeren darauf kamen, kräftig fruchtig und frisch mit Zitronenschale und Minze aufpimpte.

Fotogen umgefüllt: dicke, aber nur wenig aromatische Blaubeeren

Dass ich TK-Blätterteig (und nicht etwa Mürbeteig) nahm, lag einfach daran, dass ich noch eine Packung im Tiefkühler hatte. Wer Lust hat, kann ihn auch relativ einfach selbst machen. Man braucht nur etwas Zeit. Ein Rezept gibt es hier.


Rezept: Blaubeertarte mit Mandelcrème
6 Tartes

500 g Blaubeeren
1 Packung TK-Blätterteig mit sechs quadratischen Teigscheiben (300 g)
1 Ei
60 g Zucker
60 g Butter
75 g gemahlene Mandeln
ausgekratztes Mark von 2-3 cm Vanilleschote
Schalenabrieb ein halben Zitrone
1 TL frische oder getrocknete Minze

Die TK-Blätterteigscheiben nebeneinander legen und auftauen lassen, bis sie geschmeidig sind.
Für die Mandelcrème weiche Butter, Zucker, Ei und gemahlene Mandeln mit einander verrühren, Ausgekratztes Vanillemark, Zitronenabrieb und Minze unterheben und eine geschmeidige Masse herstellen.

Die Ränder der Blätterteigscheiben fünf Millimeter einschlagen und festdrücken. Mandelmasse in den so entstandenen Vertiefungen verteilen. Gehörig Blaubeeren darauf und bei 220 Grad auf einem mit Backpapier bedeckten Blech 20 bis 30 Minuten backen, bis der Teig aufgegangen und braun geworden ist. Am besten lauwarm servieren.

Ein einfaches Rezept für selbst gemachten Blätterteig gibt es hier.



Sonntag, 1. April 2018

Auf dem Balkon: Pasteis de Nata zum Osterkaffee

Enthält unbeauftragte WERBUNG

Pasteis de Nata (das ist der Plural, eines allein heißt Pastel de Nata) sind eine portugiesische Spezialität. Dabei handelt es sich um Puddingteilchen aus Blätterteig. Es gibt sie im ganzen Land; besonders beliebt sind die Pasteis aus Belem, einem Stadtteil von Lissabon, um die ein regelrechter Kult betrieben wird. Eigentlich sind sie kein typisches Ostergebäck, aber die Füllung, eine Mehlschwitze aus mit Zitronenschale, Zimt oder Vanille aromatisierter Milch und einem gehörigen Anteil Zucker, wird mit zahllosen Eigelb gestockt, dass sie gut und gerne vom Osterhasen gebracht werden können.

Am besten schmecken sie ganz frisch aus dem Ofen, denn der Blätterteig verliert schon nach kurzer Zeit seine knisternde Konsistenz. Die Dinger schmecken dann immer noch, gehören aber eher in die Kategorie „Gutes von gestern“. So hatte ich den Ehrgeiz, Pasteis de Nata komplett selbst zu machen - auch den Teig, obwohl es allgemein nicht als ehrenrührig gilt, Convenience-Blätterteig zu verwenden.

Der Blätterteig wird in mehreren Touren ausgerollt.

Dann werdendie Kreise ausgestochen.

Mein selbstgemachter Blätterteig basierte auf einem fettreduzierten Rezept, das ich schon einmal verwendet hatte (klick hier). Er besteht aus je einem Drittel Mehl, Butter und Quark sowie einer kräftigen Prise Salz. Diese Zutaten werden vorsichtig miteinander verknetet und dann ausgerollt, zu drei Schichten zusammenfaltet und wieder ausgerollt. Diese sog. Tour wiederholt man so oft wie möglich und lässt den Teig zwischendurch immer wieder ruhen. Dabei wird die Geduld ganz schön strapaziert, den es gilt: je mehr Touren und je länger die Ruhezeiten, desto feiner und blättriger wird das Ergebnis. In der letzten Woche hatte ich dreimal Pasteis de Nata gebacken, und die Ergebnisse waren nicht übel. Aber richtig überzeugt war ich erst, als ich die Teigreste verbackte, die insgesamt vier Tage im Kühlschrank geruht hatten. Diese Pasteis de Nata waren so leicht, luftig und knusprig wie man es sich nur vorstellen kann.

 In die Füllung kommen zahlreiche Eigelbe.

Dann werden die Teigbecher gefüllt.



Das gleiche gilt auch für die Füllung. Ich hatte ein traditionelles Rezept mit einem sehr hohen Zuckeranteil gefunden. Dadurch kann man sie ebenfalls problemlos mehrere Tage im Kühlschrank lagern, aber sie bekommt auch einen fast orientalisch penetrant-süßen Geschmack. Beim zweiten Backen verlängerte ich die vorhandene Füllung kurzerhand mit ungesüßter Milch-Mehl-Schwitze, was aber nur wenig brachte. Bei dritten Mal gab ich einfach noch einen gehörigen Schuss Kondensmilch (jawohl, Kondensmilch!) hinzu, und das Ergebnis überzeugte. (Im Rezept unten habe ich von vornherein den Zuckeranteil entsprechend reduziert.)


Bei wunderbarem Frühlingswetter stand dann dem ersten diesjährigen Kaffeetrinken auf dem Balkon samt entsprechender Fotosession nichts mehr im Wege. Um den portugiesischen Touch abzurunden, gab’s auch noch ein Gläschen Portwein dazu. Im Nachhinein bin ich froh, dass schon am Karsamstag gemacht zu haben, denn das Wetter am Ostersonntag war doch sehr bescheiden. Selbstverständlich wurden alle Pasteis de Nata sofort aufgegessen. Am nächsten Tag wären sie, wie schon gesagt, doch nur noch Gutes von gestern gewesen.

Rezept: Pasteis de Nata
Ergibt 12 Stück

Für den Blätterteig:
125 g Mehl
125 g Quark
125 g kalte Butter in Würfeln
½ TL Salz

Alle Zutaten vorsichtig verkneten und zu einer Platte ausrollen. Auf ein Brett legen, abdecken und mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Herausholen, zu drei Lagen zusammenfalten, wieder ausrollen und wieder ½ Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Diese Tour mindestens vier Mal wiederholen. Zuletzt die Teigplatte so groß ausrollen, dass man mit einem Glas 12 Kreise von 8 cm Durchmesser ausstechen kann.

Für die Füllung:
250 ml Milch
30 g Mehl
120 g Zucker
1 Zimtstange und/oder
1 Stück Vanilleschote
dünn abgeschnittene Schale einer Zitrone
4 Eigelb
¼ l Wasser

Zucker in Wasser aufkochen und zu einem Sirup einkochen lassen.
Mehl mit etwas Milch glatt verrühren.
Restliche Milch mit Zitronenschale, Zimt und Vanille aufkochen und etwas köcheln lassen. Verrührtes Mehl hinzugeben und unter Rühren zu einer Art Pudding einkochen lassen.
Zuckersirup hinzufügen. Masse durch ein Sieb streichen. Dabei bleiben Zitronenschalen, Zimt- und Vanillestangen sowie das meiste Mehl als Klümpchen im Sieb zurück.
Etwas abkühlen lassen und die Eigelbe unterrühren.

Die Vertiefungen eines Muffinblechs für 12 Teilchen ausbuttern, eventuell mit Semmelbröseln bestreuen und mit den ausgestochenen Teigscheiben auslegen. Ränder bis nach oben ziehen. Die so entstandenen Teigbecher zu zwei Dritteln mit der Füllung auffüllen.

Bei 220 Grad im Ofen ca. 15 Minuten backen. Am besten sofort servieren.




Bilder vom 5. April 2026

Ostern 2026 variierte ich das Rezept ein wenig. Ich nahm tiefgekühlten Vollkornblätterteig und für die Füllung Mandelmilch. Das Ergebnis fanden meine Gäste durchaus gewöhnungsbedürftig; warum die Füllung beim Backen nicht völlig stockte, ist mir unklar. Hatte ich zu viel Füllung pro Teilchen genommen, war zu wenig Mehl in der Füllung oder lag es an der Mandelmilch? Ich selbst fand diese Pasteis de nata durchaus delikat. 
 





Sonntag, 9. Oktober 2016

Sonntagsessen: Reineclauden-Tarte als Nachtisch

 Perfekt waren sie leider nicht, die Reineclauden, die mich bei einem Obst- und Gemüsehändler in der Hattinger Innenstadt neulich anlachten. Bemerken tat ich das allerdings erst zu Hause. Sie waren wohl nicht richtig gelagert worden, jedenfalls waren sie zwar reif, aber hart, und wurden auch nach mehreren Tagen nicht weich und saftig.


Reineclauden sind eine Pflaumendelikatesse.

Eigentlich sind die Reineclauden, jene grünen Pflaumen, die nach der französischen Königin (frz. reine) Claude aus dem 16. Jahrhundert benannt sind, eine wahre Delikatesse. Also entschloss ich mich, sie zu einer Tarte zu verbacken, die ich einem meiner Lieblingsrezepte für Birnentorte nachempfand. Das Ergebnis hätte etwas süßer sein können, was bei guten und vollreifen Früchten auch kein Problem gewesen wäre. Aber auch so schmeckte die Tarte, nachdem ich noch einen Klacks gesüßter Sahne auf die Stücke verteilt hatte.

Aromabringer Pflaumenbrand

Dass beim Backen und auch hinterher die Küche von einem wunderbaren Pflaumenduft erfüllt war, lag sicherlich daran, dass ich die Eier-Sahne-Crème mit einem Mini-Fläschchen Altes Pflümle von der Brennerei Scheibel parfümiert hatte, das noch im Schrank stand. Es war das letzte Überbleibsel von einem Obstbrand-Degustations-Menü im Jahr 2010, das der damals noch unbekannte Koch Dennis Rother im Restaurant des Dortmunder Fernsehturms zu den Scheibel-Produkten kreiert hatte. Heute ist er der Hauskoch vom BVB.


Rezept: Reineclauden-Tarte

175 g Mürbeteig (Rezept hier, oder Fertigteig)
400 g Reineclauden
20 g Zartbitterschokolade, gehackt
80 g Mandelsplitter oder gehackte Mandeln

Für die Eiercrème:
1 Ei
125 ml Sahne
20 ml Pflaumenbrand

Geschlagene Sahne oder Crème fraîche zum Servieren

Backofen auf 200 Grad vorheizen.
Reineclauden waschen, halbieren und entkernen.
Ei, Sahne und Pflaumenbrand miteinander verquirlen.
Tarteform mit Backpapier ausschlagen. Mit Mürbeteig auslegen, so dass es einen Rand gibt.
Gehackte Mandeln und gehackte Schokolade darauf verteilen. Reineclaudenhälften mit der Schale nach oben darauf setzen. Eiersahne darüber gießen.
Tarte bei 200 Grad in den Ofen geben und ca. 35-40 Minuten backen, bis der Teig gar und die Eiercrème gestockt und gebräunt ist.











 

Fotos vom 11.8.2025
Geburtstagskuchen mit Pflaumen von der Bonnekamphöhe



Vor dem Backen





Bei Doris in Kürten