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Sonntag, 12. April 2026

Frühlingslust: Tarte Tatin vom grünen Spargel. Vegetarisch mit Morcheln oder Orangen. Traditionell mit luftgetrocknetem Schinken.



Eigentlich sind diese Rezepte ein Resteessen. Zu Ostern hatte ich nach langer Zeit mal wieder Pasteis de nata gemacht (klick hier), und da blieben nach dem Ausstechen des tiefgekühlten Fertig-Blätterteigs, den ich diesmal verwendete, einige Reste übrig. Gut verstaut in einer Tupperdose hielten die sich im Kühlschrank erstaunlich gut, und so kam ich auf die Idee, sie aufzubrauchen. Ich hatte nämlich auf Instagram ein Filmchen gesehen, in dem witzige Spargel-Tartes Tatin zubereitet wurden, die nicht rund, sondern spargelstangenlang waren. Das wollte ich nachmachen.

Die Zutaten: Pfeffer, Fleur de Sel, Honig, Öl, Spargel, Eigelb, Ziegenkäse, Blätterteig


Denn auch die anderen Zutaten waren nach meinem Geschmack. Ebenfalls von Ostern trocknete auch noch ein Bund grüner Spargel im Gemüsefach vor sich hin. Leicht verschrumpelt, wie die Stangen waren, hätten sie auf dem Teller keine bella figura gemacht; verbacken in eine Tarte waren sie aber noch bestens zu genießen. Und dann Honig und Käse von der Ziegenrolle, alles schnell und simpel verarbeitet – was wollte ich mehr. 

Das Garen der Spargelstangen unter der Teighaube erinnerte mich zudem an ihre Zubereitung in Alufolie Folie (klick hier) - nur, dass man hier die Ummantelung mitessen konnte. 


Fleur de Sel, Pfeffer, Öl und Honig 
auf ein Backpapier verteilen.


Spargel darauf legen. 


Es folgt der Ziegenkäse


Mit Blätterteig bedecken.
 
Mit Eigelb bestreichen.
 

Bei 180 Grad backen.

 
Fertig.

Im Original werden die fertigen Tartes mit Räucherforelle garniert. Ich nahm mir vor, sie zu vegetarisieren und verwendete zur Abrundung Morcheln und Orangen. Und für Traditionalisten hatte ich auch etwas luftgetrockneten italienischen Schinken im Kühlschrank, aus dem ich kleine Röschen formte.

Heraus kamen drei wunderbare Frühlingsgerichte.


Rezept: Tarte Tatin von Grünem Spargel (Grundrezept)


Zutaten pro Portion:
3-4 Stangen grüner Spargel (geht natürlich auch mit weißem), je nach Dicke
50 g (1 Platte) TK-Blätterteig aufgetaut
Fleur de Sel, gern mit Chili aromatisiert
Pfeffer
Rapsöl
2 TL Honig
4-5 kleine Scheiben Ziegenkäse (Ziegenrolle), 3 Millimeter dick
1 Eigelb
Schnittlauch

Backofen auf 180 Grad vorheizen.
Ein Backblech mit Backpapier belegen.
Grünen Spargel ggf. schälen, weißen auf alle Fälle.
Aufgetauten Blätterteig durchkneten und zu einem dünnen Rechteck ausrollen, das 2 cm länger und breiter ist als die nebeneinender gelegten Spargelstangen.
So lang wie die Spargelstangen sind, eine Spur aus Fleur de Sel und Pfeffer darauf streuen. Rapsöl und Honig darüber träufeln. Die Spargelstangen darauf legen, dann die Ziegenrollenschiben darauf verteilen.
Alles mit Blätterteig bedecken. Die Ränder sorgfältig unter den Spargel schieben. Mit Eigelb bestreichen und den Teig einstechen.
30 Minuten bei 180 Grad backen.
Wenn die Tartes schön braun sind, aus dem Ofen nehmen. Mit einer langen Palette vorsichtig wenden und mit feingeschittenem Schnittlauch garnieren.


Variation mit Morcheln:

Pro Portion 2-3 Morcheln, frisch
Sesamöl
1 TL Sesamkörner
2 TL Butter
2 TL Mehl
Etwas Sahne
Pfeffer, Salz

Spargel-Tarte Tatin zubereiten, aber Sesamöl benutzen.
In der Zwischenzeot frische Morchen halbieren und 8 Minuten blanchieren. Abgießen und das Blanchierwasser aufbewahren.
Aus Mehl und Butter eine Mehlschwitze herstellen, mit Blanchierwasser und Sahne auffüllen und einkochen lassen, bis es nicht mehr nach Mehl schmeckt. Sauce mit Pfeffer und Salz abschmecken.
Morcheln mit ein paar Sesamkörnern in Sesamöl anbraten.
Mit der Sauce auf einem Teller einen Spiegel herstellen. Tarte darauf platzieren und mit den Morchelhälften und Sesammkörnern garnieren.


Variation mit Orangen:

1 Biorange

Spargel-Tarte Tatin herstellen.
Orange in dünne Scheiben schneiden. Scheiben in einer Grillpfanne leicht angrillen.
Tarte mit angegrillte Orangenscheiben garnieren und mit etwas Orangensaft beträufeln. Mit Schnittlauchröllchen garnieren.


Variation mit Schinken:

Aus luftgetrocknetem Schinken kleine Röschen herstellen und damit die Tartes garnieren. Mit Schnittlauchröllchen bestreuen.

Dienstag, 24. März 2026

Urbane Landhausküche: Pikante Rosenkohlmuffins mit Champignons, Walnüssen, Ziegenfrischkäse und Kastanienhonig zu einem gereiften Riesling (vegetarisch)



Neulich entdeckte ich auf Instagram einen Post, bei dem gekochte Kartoffeln zu smashed potatoes in Muffinförmchen gedrückt wurden, dann mit Spargel gefüllt wurden und im Ofen überbacken wurden. Ich fand diese Idee so hübsch, dass ich sie nachmachen wollte. Allerdings fand ich, für Spargel war jetzt, Mitte März, noch keine Saison. Also bereitete ich als Füllung die Variation eines meiner Lieblingsgerichte zu, nämlich Rosenkohlauflauf (zum Original klick hier). Auch hatte ich noch keine neuen Kartoffeln, so dass ich sie nicht mit Schale, sondern gepellt verarbeitete.

Heraus kamen hübsche kleine Rosenkohlmuffins, die perfekt als Häppchen zum herrlich gereiften Scharzhofberg Saar Riesling Spätlese feinherb von von Hövel aus dem Jahr 2012 passten.

Die Zutaten

Rosenkohl und Champignons werden in der Pfanne vorgebraten

Gekochte Kartoffeln werden zu Muffin-Bechern zerquetscht...

...gefüllt und im Ofen überbacken



Rezept: Pikante Rosenkohlmuffins mit Champignons, Walnüssen, Ziegenfrischkäse und Kastanienhonig

Ergibt 9 Muffins

9 nicht zu große Kartoffeln, festkochend, z.B. Linda
ca. 18 Rosenkohl-Röschen
9 Champignons
9 Walnüsse
1 Bund Frühlingszwiebeln
1 El Kastanienhonig
1 Chilischote oder mehr nach Geschmack
150 g Ziegenfrischkäse
Pfeffer, Salz
Sesamöl
Rapsöl
ev. etwas Gemüsebrühe

Kartoffeln am besten am Vortag mit Schale in kräftig gesalzenem Wasser gar kochen und abgießen.

Rosenkohl putzen und jedes Röschen längs in drei Scheiben schneiden. Pilze putzen und blättrig schneiden. Frühlingszwiebeln in feine Röllchen schneiden.
Feingeschnittene, mit Pfeffer und Salz gewürzte Pilze in Sesamöl braten, bis sie etwas Farbe angenommen haben. Dafür deckt man sie in der Pfanne mit Alufolie ab und stetzt einen Deckel auf. Nach fünf Minuten nimmt man Alufolie und Deckel ab, gibt die Zwiebelröllchen dazu, lässt die entstandene Flüssigkeit verdampfen und die Zwiebelröllchen weich werden. 
Gebratene Pilze aus der Pfanne nehmen, wenig Sesamöl nachgießen und die Walnusskerne vorsichtig anrösten.
Walnusskerne aus der Pfanne nehmen, neun größere Stückchen beiseite stellen. Rosenkohlscheiben und feingeschnittene Chilischoten dazugeben und braten, bis sie Farbe an genommen haben. Pilze und Walnusskerne wieder dazugeben, alles noch einmal durchbraten und mit Kastanienhonig, Pfeffer und Salz abschmecken.
Gekochte Kartoffeln pellen. Neun Vertiefungen einer Muffinform mit Rapsöl einstreichen, und je eine gepellte Kartoffel hineinsetzen. Jede Kartoffel so mit einem passenden Glas so zerquetschen, so dass ein Becher entsteht.
Einen kleineren Teil Ziegenfrischkäse, etwas Kastanienhonig und etwas Gemüsebrühe zu einer dickflüssigen Sauce verrühren und auf die Kartoffelbecher verteilen. Jeden Becher mit der Rosenkohl-Pilz-Mischung befüllen. Restlichen Ziegenfrischkäse darauf verteilen und je ein Stück der zurückbehaltenen Walnusskern setzen.
Bei vorgeheizten 180 Grad ca 25 Minuten im Ofen backen, bis der Ziegenfrischkäse Farbe angenommen hat.

Sonntag, 21. Dezember 2025

Vegetarische Weihnachten: Die schönsten Rezepte auf Genussbreit

Seit ein paar Jahren gibt es zu Weihnachten beim Genießer zunehmend festliche vegetarische Gerichte. Hier eine Auswahl der schönsten Rezepte, die ich auf Genussbereit gepostet habe.

Seit jeher ein Klassiker: Kastaniensuppe mit mit Orangenfilets, Sahne und Granatapfelkernen. Zum Rezept klick hier

Ebenfalls ein Klassiker aus der Bistroküche: Pariser Zwiebelsuppe von der Roscoffzwiebel. Zum Rezept klick hier

Frisch und nahrhaft: Genießers Weihnachtssalat mit Rapunzel, mariniertem Rotkohl, Cranberries, Äpfeln, Orangen, Walnüssen und gebratenem Fenchel und Serviettenkloß. Zum Rezept klick hier

Wenn’s draußen schön kalt ist: Bratapfel „Himmel und Erde“ vegetarisch. Zum Rezept klick hier

Eine Idee vom Weihnachtsmarkt: Genießers Grünkohlcurry mit Süßkartoffeln, Maronen, Äpfeln, Kokosschmand und gebrannten Walnüssen. Zum Rezept klick hier

Kein Weihnachten ohne Festtagsbraten: Vegetarischer Nussbraten mit Genießers Tomatensauce. Zum Rezept klick hier

Ein Klassiker zum Dessert: Schwarzwälder Kirsch im Glas. Zum Rezept klick hier

Hier geht es zu allen vegetarischen Weihnachtsgerichten: klick hier

Montag, 6. Oktober 2025

Urbane Landhausküche: Shepherd's Pie vegan mit Linsen und Kräuterseitlingen


Auf der Suche nach einem wärmenden und sättigenden Rezept, mit dem ich der Schafskälte begegnen konnte, die beim diesjährigen kalendarischen Herbstanfang den durchaus goldenen Sonnenschein begleitete und mir ganz gehörig in die Knochen gefahren war, stieß ich auf Instagram auf ein vegetarisches Shepherd's Pie. Shepherd's Pie ist ursprünglich ein irisches Gericht, das überall auf der Welt verbreitet ist, wohin Iren in den letzten Jahrhunderten ausgewandert sind. Dafür wird Hackfleisch vom Lamm mit Kartoffelstampf überbacken; wird dafür Rinderhack verwendet, heißt es in der Regel Cottage Pie.


Zutaten fürs Linsengemüse: grüne Linsen, Thymian, 

Zwiebeln, Knoblauch, Kräuterseitlinge, Möhre

Für die vegetarische Variante wurde das Hackfleisch durch Linsen und Champignons ersetzt, was mich als Linsen-Aficionado sofort überzeugte. Die proteinreichen Linsen schaffen das gleiche körnige Mundgefühl wie Hackfleisch (man beachte mein Rezept für eine Bolognese aus Linsen und Walnüssen klick hier), und Pilze sind ebenfalls ein beliebter Fleischersatz. Aber statt der doch recht profanen Champignons entschied ich mich für Kräuterseitlinge, die einen festeren, fleischigeren Biss haben, aber durch ihre leichte Bitternote nicht jedermanns Geschmack sind.

Die Pilze briet ich in Rapsöl mit Thymian, Zwiebeln, Knoblauch und einer Möhre an, gab dann separat gekochte Linsen (ich hatte noch einen Rest grüne) dazu schmorte alles mit etwas Gemüsebrühe durch. Mit Senf und Apfelessig abgeschmeckt, ergab das ein schmackhaftes Linsengemüse, das mit mehr Flüssigkeit auch prima als Linsensuppe durchgegangen wäre.

Zutaten für die Püree-Haube: 
Pastinake, Kartoffeln, Blumenkohl


Bei der Püreehaube hielt ich mich ziemlich an das raffinierte Rezept. Ich kochte mehligkochende Kartoffeln, Blumenkohl und Pastinaken sehr weich und zerstampfte sie gemeinsam. Den Stampf würzte ich mit Pfeffer und Salz, fügte noch Muskat hinzu und machte ihn mit Gemüsebrühe und Rapsöl geschmeidig. Hier hätte man natürlich auch Butter nehmen können, die dem Ganzen einen feineren Geschmack gegeben und beim Überbacken für eine schnellere Bräunung gesorgt hätte. Mit Rapsöl wurde das Gericht aber sogar vegan.

In einer Auflaufform wird das Linsengemüse 
mit Püree bedeckt und dann gebacken.


Als das Ergebnis aus dem Ofen kam, erfüllte es alle meine Erwartungen. Es war heiß, wohlschmeckend und sättigend, dabei von erstaunlicher Leichtigkeit. Allerdings weiß ich nicht, ob ich das nächste mal wieder Kräuterseitlinge nehmen werde. Andere Pilze sind aromatischer und schmecken mir einfach besser. 

Als ich nach dem Essen noch einmal durch meinen Blog surfte, entdeckte ich zu meiner Überraschung, dass ich vor knapp drei Jahren schon einmal ein sehr ähnliches Gericht gepostet hatte: eine Linsen-Pilz-Kartoffel-Pfanne aus dem Ofen. Dabei wurde das Linsengemüse nicht unter Püree, sondern unter einer Haube von Kartoffelscheiben gebacken. So entstanden wunderbar krosse Kartoffelchips, die dem rustikalen Gericht eine fast elegante Note verliehen. (Zum Rezept klick hier)

Variation von 2023 mit Kartoffelscheiben



Rezept: Shepherd's Pie vegan mit Linsen und Kräuterseitlingen

4 Portionen

Linsengemüse mit Pilzen:
200g Linsen
1 EL Rapsöl
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
100 g Möhre
250 g Kräuterseitlinge oder andere Pilze
Thymian
200 ml Gemüsebrühe
1 TL Senf
1 TL Apfelessig
Pfeffer, Salz

Linsen mit doppelter Menge Wasser nach Packungsanagbe in ca. 30 Minuten weich kochen. Überschüssiges Wasser abgießen.
Karotte, Zwiebel und Knoblauch würfeln. Pilze in mundgerechte Stücke schneiden.
In einer Pfanne Rapsöl erhitzen, Zwiebel- und Karottenwürfel darin gut anbraten. Knoblauch, Thymian und Pilze hinzugeben. Bei geschlossenem Deckel sautieren, bis die Pilze weich werden. Linsen dazugeben, mit Gemüsebrühe aufgießen. Erst mit geschlossenem Deckel, dann ohne Deckel einkochen, bis alles gar und dicklich ist. Mit Pfeffer, Salz, Senf und Apfelessig abschmecken.

Püree:
500 g Blumenkohl
120 g Pastinaken
2 Kartoffeln, mehlig kochend
Salz, Pfeffer,
geriebene Muskatnuss
etwas Gemüsebrühe oder Wasser
Rapsöl

Kartoffeln und Pastinaken schälen und in gleich große Würfel schneiden. Blumenkohl ebenfalls in gleich große Röschen und Stücke schneiden. Alles in Salzwasser gar kochen. Wasser abgießen, ausdämpfen lassen und zu einem Püree stampfen. Um es geschmeidig zu machen, etwas Rapsöl und evtl. Gemüsebrühe hinzu fügen.

Backen:
Ofen auf 200 Grad vorheizen.
Linsen-Pilz-Gemüse in eine entsprechend große Auflaufform geben und glatt streichen. Mit einem Spritzbeutel das Püree darauf verteilen und mit den Zinken eine Gabel glattstreichen, so dass ein schneckenförmiges Rillenmuster entsteht. Püree mit Rapsöl einpinseln.
Ca. 20 Minuten im vorgeheizten Ofen Backen. Herausnehmen und noch einmal mit Rapsöl einpinseln.
Ofen auf 250 hochschalten und den Shepherd's Pie fertig backen, bis er goldbraun wird.
 

 

Montag, 31. März 2025

Nachgekocht: Aubergine mit Ziegenfrischkäse-Knoblauch-Füllung auf grüner Salsa (vegetarisch)


Diesmal war es sogar ein Filmchen, das mich dazu inspirierte, dieses Gericht nachzukochen. Immerhin hat ein britischer Food-Influencer namens Max Jarmey mit seiner „Stuffed Aubergine“ über 44.000 Likes auf Instagram ergattert, eine Zahl, von der der von allgemeiner Kochfaulheit geplagte Genießer nur träumen kann.


Die Füllung und ihre Zutaten:
Ziegenfrischkäse, confierte Knoblauchzehen,
Basilikum, Parmesan, Zitronensaft


Nun ja, das Rezept ist ja auch wirklich klasse. Zwei Saucen oder Dips werden dafür gebraucht. Als Füllung für die Aubergine schlägt Max Jarmey eine Knoblauch-Ricotta-Zubereitung vor, bei der mir sofort klar war, dass ich das italienische Molke-Produkt durch meinen geliebten Ziegenfrischkäse ersetzen wollte, womit ich mich, wie ich später herausbekam, durchaus einer klassischen französischen Zubereitung für gefüllte Auberginen näherte. Was mich sofort ansprach, waren die confierten Knoblauchzehen, mit denen die Füllung aromatisiert wurde. Das hatte ich noch nie gemacht, und so bedeckte ich geschälte Zehen einer Knoblauchzwiebel mit bestem Olivenöl, stellte sie bei 160 Grad in den Ofen und ließ sie eine Stunde lang sanft sieden, bis sie butterweich und mild waren. Mit der Gabel zerdrückt, wurden sie unter den Ziegenfrischkäse gehoben – es entstand ein ganz wunderbarer Dip.


Die grüne Salsa und ihre Zutaten:
Basilikum, Petersilie, Cornichon, Knoblauch,
Sardellen, Kapern, Senf, Essig


Bei der grünen Salsa, deren Hauptbestandteile Basilikum und Petersilie waren, wollte ich ganz einfach ein Pesto nehmen, vielleicht sogar eines mit Bärlauch, der zur Zeit ja Saison hat. Doch als ich las, dass im Originalrezept statt der üblichen Nüsse oder Pinienkerne Gewürzgurken, sprich Cornichons unter die Kräuter gemixt werden, war meine Neugierde geweckt. So eine Grillsaucen-Idee kann eigentlich nur in der englischen bzw. in der Ruhrgebietsküche entstehen und musste einfach ausprobiert werden.

Hauptzutat Auberginen

Die Erstellung der beiden Saucen war eigentlich ein Klacks. Was mich an den Rand meiner Fähigkeiten brachte, war das Grillen der Auberginen. Im Originalrezept wird die Füllung ja nicht einfach in eine ausgehöhlte Aubergine gefüllt, sondern dünne Scheiben, die mit einem dekorativen Branding versehen und mit der Füllung bestrichen sind, zu einer Rolle geformt, die jedem Sushi-Meister zu Ehre gereichen würde. Und der bin ich leider nicht.

In Scheiben geschnitten

Gegrillt


Mit Füllung bestrichen
und mit Hilfe von Folie gerollt


Schon allein die Aubergine in gleichmäßig dünne Scheiben zu schneiden, war eine Herausforderung. Sie dann noch in der Grillpfanne so zu grillen, dass sie ein schickes Muster bekommen, aber nicht zu sehr durchgebraten waren, dazu gehörte eine Erfahrung, die man nicht so einfach aus dem Ärmel schüttelt. Und dann musstre ich sie auch noch geschickt aufrollen, was ich mit Hilfe von Klarsichtfolie bewerkstelligen musste, weil keine der kleinen Matten zur Verfügung hatte, mit denen die Sushi-Meister die Maki-Rollen formen. Beim ersten Mal tat ich es von der falschen, langen Seite der Aubergine; beim zweiten Mal probierte ich es von der schmalen Seite, und dann ging es.


Erster Versuch, falsch gerollt


So funktionierte der zweite Versuch, der ein lurchartiges Gebilde hervorbrachte, in dem organischen Umfeld auf meinem Balkon, in dem ich meine Teller immer fotografiere, durchaus wie ein Stück Konzeptkunst.

Egal wie es aussah, schmecken tat es ganz wunderbar. Alles zusammen ergab eine kräftige, mediterrane Aromenkombination, in der die süßsaure Gewürzgurke, die ich eigentlich eher im Baltischen verorte, einen ganz selbstverständlichen Platz fand. Dazu schmeckte natürlich ein kräftiger Rotwein wie mein ebenfalls heißgeliebter süditalienischer Negroamaro.


Rezept: Aubergine mit Ziegenfrischkäse-Knoblauch-Füllung auf grüner Salsa (vegetarisch)


Füllung:
Confierte Zehen von einer Zwiebel Knoblauch
Olivenöl
Ziegenfrischkäse oder Ricotta
Saft einer Zitrone
Geriebener Parmesan
Pfeffer, Salz

Zum Confieren eine Knoblauchzwiebel in Zehen zerlegen und diese schälen. In eine kleine ofenfeste Form geben und mit Olivenöl bedecken und bei 160 Grad im vorgeheizten Ofen ca. 1 Stunde confieren, bis die Zehen butterweich sind. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.
Ziegenfrischkäse in eine Schüssel geben und mit ein wenig Öl vom Confieren glattrühren. Den geriebenen Parmesan unterheben. Die confierten Knoblauchzehen dazugeben, mit einer Gabel zerdrücken und unterrühren. Mit Zitronensaft, Pfeffer und Salz abschmecken.

Grüne Sauce:
1 Bund Petersilie
1 Bund Basilikum
2 Sardellen
2 TL Kapern
1 Cornichon
2 Zehen Knoblauch
1 TL Dijon Senf
1 EL Essig
Pfeffer, Salz, Zucker

Petersilien- und Basilikumblätter von den dicken Stängeln zupfen. Cornichon und Knoblauchzehen in kleine Stücke schneiden. Mit den Sardellen und den Kapern in ein hohes Gefäß geben und mit dem Mixstab pürieren. Mit Dijon Senf, Essig, Pfeffer, Salz und Zucker abschmecken.

Aubergine:
1 große oder 2 kleine Auberginen
Öl vom confierten Knoblauch
Pfeffer, Salz

Aubergine in 5 Millimeter dicke Scheiben schneiden. Mit dem Öl vom confierten Knoblauch einstreichen, pfeffern und salzen. Ein Grillpfanne erhitzen, ebenfalls mit dem Knoblauchöl einstreichen und die Auberginenscheiben darin auf jeder Seite 3 Mten grillen, so dass der Länge nach ein schönes Branding entsteht, die Scheiben aber nicht durchgegart sind. Gegrillte Auberginenscheiben auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

Ein genügend großes Stück Frischhaltefolie auf dem Tisch ausbreiten und die gegrillten Auberginenscheiben nebeneinander leicht überlappend auslegen, so dass sie eine lückenlose Fläche ergeben. Dabei darauf achten, dass die schönen Grillstreifen unten sind. In der Mitte nicht zu dick mit der Ziegenfrischkäsefüllung bestreichen. Mit Hilfe der Folie die Auberginenscheiben zu einer Rolle formen, die quer gestreift sein soll.

Folie entfernen, Auberginenrolle in eine gefettet Form setzten und zehn Minuten im 180 Grad heißen Ofen fertig garen.

Anrichten:
Mit der Salsa einen Spiegel auf einem Teller verteilen und die gegarte Auberginenrolle darauf anrichten.

Montag, 17. März 2025

Urbane Landhausküche: Dunkle Zwiebelsuppe aus verschiedenen Sorten mit Croutons Tatin von der Roscoff-Zwiebel


Neulich fiel mir ein Foto auf Instagram auf, auf dem ein Scheibe von einer Art Lammfleisch-Roulade in dunkler Sauce zu sehen war, und ich musste sofort an die Tartelettes Tatin von der Roscoff-Zwiebel denken, die ich vor ein paar Jahren einmal als Weingebäck hergestellt hatte und die rein optisch recht ähnlich aussahen (klick hier). Und schon war ich aus meiner lethargischen Kochfaulheit gerissen und ich dachte, die machst du jetzt nochmal.

Zutaten: Schwerer Rotwein und verschiedene Sorten Zwiebeln

Als ich dann den alten Post nachschlug, war ich ganz begeistert, mit was für einem Enthusiasmus ich damals ans Werk gegangen war. Damals hatte ich sogar den Blätterteig selbst gemacht, mit dem die vorgedünsteten Zwiebelscheiben nach Art einer Tarte Tatin vor dem Backen bedeckt wurden. Aber das war mir jetzt doch zu aufwendig, und ich beschloss, die ganze Sache zu vereinfachen und diesmal fertigen TK-Blätterteig zu nehmen. Auch darauf, erst einmal flüssiges Karamell für die Zubereitung der Zwiebeln herzustellen, wollte ich verzichten, sondern nur Zucker in die ausgebutterten Backförmchen streuen. Die Hoffnung, die Zwiebeln würden auch so beim Backvorgang schon genügend karamellisieren, trog nicht. Mit flüssigem Karamell hätte die Sache aber wahrscheinlich schöner ausgesehen.



Croutons in der Suppe

Die schwarze Sauce auf dem Instagram-Bild wollte ich durch eine dunkle Zwiebelsuppe ersetzen. Dazu fiel mir mein Post über eine klassische, mit Käse überbackene Zwiebelsuppe ein, die ich einmal nach dem Originalrezept aus einem Pariser Bistro gekocht hatte – übrigens einer meiner Lieblingsposts mit einer ganz persönlichen Geschichte, bei dem ich mich immer wieder sehr freue, wenn er aufgerufen wird (klick hier). Doch diese Zwiebelsuppe wurde mit Weißwein zubereitet und hatte dementsprechend eine recht helle Farbe. Ich surfte eine wenig im Netz herum und fand Rezepte, in denen die Zwiebelsuppe mit Portwein hergestellt wird und entsprechend dunkel war; diese Idee gefiel mir.

Ein Rest war noch in der Flasche.

Nur hatte ich wenig Lust, extra dafür ein Flasche Port zu kaufen. Allerdings hatte ich noch den Rest eines süditalienischen Rotweins seit über drei Wochen offen herumstehen, einen Negroamaro, den ich seit jeher sehr schätze. Also schnupperte ich an der Flasche, und ich stellte einen intensiven Duft fest, der es mit jedem Port aufnehmen konnte, stark maderisierte Töne mit Trockenpflaumenaroma, die einen umhauen konnten. Solo getrunken vielleicht nicht der ganz große Genuss, war dieser Weinnüsel zusammen mit einem Schuss Balsamico vermischt genau das Richtige, um ihn in die Suppe zu kippen.

Auch die Zubereitung der Zwiebelsuppe vereinfachte ich, indem ich diesmal die Zwiebeln nicht vorschriftsmäßig im Backofen vordünstete, sondern einfach im Topf. Bei alledem kam aber ein wunderbares Gericht heraus, eine hocharomatische dunkle Zwiebelsuppe, die ganz witzig mit den hübschen Roscoff-Croutons dekoriert war.


Rezept: Dunkle Zwiebelsuppe aus verschiedenen Sorten mit Croutons Tatin von der Roscoff-Zwiebel

Ergibt 2 Portionen

Croutons Tatin von der Roscoff-Zwiebel:
ergibt 4 Croutons
1 Blatt TK-Vollkornblätterteig
4 ca. 1 cm dicke Scheiben von der Roscoffzwiebel, ca 6 cm Durchmesser
Butter zum Ausstreichen der Förmchen
2 TL Zucker
Gewürzmischung aus gemahlenen oder zerstoßenen Nelken, Pfefferkörnern, Pimentkörnern, Korianderkörnern, Zimt
Salz
je 2 Zweige Thymian und Rosmarin

Roscoff-Zwiebeln schälen und aus der Mitte ca 1 Zentimeter dicke Scheiben schneiden. Die Zweibelscheiben mit Salz und der Gewürzmischung würzen.
Wasser in einem breiten Topf oder einer hohen Pfanne zum Köcheln bringen. Thymian und Rosmarin hineingeben. Einen Dämpfeinsatz hineinstellen, die gewürzten Zwiebelscheiben darauflegen und mit geschlossenem Deckel ca. 10 Minuten weich dämpfen.
Backofen auf 250 Grad vorheizen
Ein Blatt TK-Blätterteig auftauen lassen und etwas ausrollen. 4 ca. 6 Zentimeter große Kreise ausstechen.
4 Muffinformen dick ausbuttern und mit Zucker ausstreuen. Je 1 gedämpfte Zwiebelscheibe hineingeben und mit einer ausgestochenen Scheibe Blätterteig belegen.
Formen in den heißen Ofen geben und ca. 12 Minuten backen. Herausnehmen, etwas abkühlen lassen und auf eine Platte stürzen.
Tipp: Statt des Zuckers bereits flüssiges Karamell in die Formen geben.

Dunkle Zwiebelsuppe:
500 g Zwiebeln, verschiedene Sorten, z. B. Roscoff- und rote Zwiebeln
1 EL Butter
1 TL Zucker
1 TL Tomatenmark
1 EL Mehl
1 Glas Port- oder Rotwein
1 EL Balsamico
750 ml Gemüsefonds
1 zerdrückte Knoblauchzehe
1 Lorbeerblatt
je 1 Zweig Thymian und Rosmarin
Gewürzmischung von den Roscoff-Croutons
Pfeffer, Salz
Sojasauce
1 Frühlingszwiebel, in Scheibchen geschnitten, zum Garnieren

Zwiebeln schälen, vierteln und in Streifen schneiden. Dabei auch die Reste von den Croutons verwenden.
Butter in einem Topf auslassen. Zucker hinzugeben. Die Zwiebelstreifen mit etwas heißem Wasser hinzugeben und auf niedriger Hitze ca 10 Minuten weich dünsten. Sie dürfen gern etwas Farbe annehmen, aber nicht knusprig werden. Nach ein paar Minuten Tomatenmark hinzugeben und mit dünsten. Schließlich mit Mehl bestäuben und ebenfalls mitrösten.
Mit Rotwein und Balsamico ablöschen, etwas verdampfen lassen. Mit Gemüsefonds auffüllen, Gewürze, Knoblauch, Lorbeerblatt und Kräuter dazugeben und alles ca. 30 Minuten zugedeckt köcheln lassen.
Wenn die Suppe etwas eingekocht ist, Lorbeerblatt und Kräuterzweige herausfischen. Mit Pfeffer, Salz, Kräutermischung und Balsamico abschmecken.

Anrichten:
Je zwei Roscoff-Croutons in tiefe Suppenteller setzen und mit der heißen Suppe rundum auffüllen. Mit Frühlinszwiebelscheibchen garnieren.
Evtl. mit geriebenem Parmesan bestreuen.