Am 17.6.2025 wurden die diesjährigen Michelin-Sterne bekannt gegeben. Im Ruhrgebiet (plus Velbert) wurden 10 Häuser aus der Region mit 1 Stern ausgezeichnet. Neu dabei sind das Chefs Atelier in Essen, das von Alexander Hoppe im Rahmen des Chefs & Butchers-Projekts von Michael Scheil verantwortet wird, und das SchwarzGold in Dortmund von Pierre Breckerling. Ihren Stern verloren haben Nelson Müllers Schote, weil der TV-Koch mit seinem Restaurant von Essen nach Bergisch-Gladbach umgezogen ist, und Grammons Restaurant in Dortmund, das seit einem Jahr geschlossen ist.
Dorsten
Goldener Anker
Rosin
Dortmund
SchwarzGold
The Stage
Duisburg
Mod by Sven Nöthel
Essen
Chefs Atelier
Hannappel
Kettner’s Kamota
Haltern am See
Ratsstuben
Velbert
Haus Stemberg
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Dienstag, 17. Juni 2025
Michelin-Sterne 2025 im Ruhrgebiet
Mittwoch, 27. März 2024
Michelin-Sterne im Ruhrgebiet 2024
Am 26.3.2024 wurden die Michelin-Sterne bekannt gegeben. Im Ruhrgebiet (plus Velbert) wurden 10 Häuser aus der Region mit 1 Stern ausgezeichnet. Das Landhaus Köpp in Xanten ist seit 31 Jahren nicht mehr dabei.
1 Michelin Stern
Dorsten:
Rosin
Goldener Anker
Dortmund:
Grammons Restaurant
The Stage
Duisburg:
Mod by Sven Nöthel
Essen:
Schote
Kettner’s Kamota
Hannappel
Haltern:
Ratsstuben
Velbert:
Haus Stemberg
BIB Gourmand
Waltrop:
Gasthaus Stromberg
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Dienstag, 4. April 2023
Michelinsterne 2023 im Ruhrgebiet
Um das Schönste gleich am Anfang zu vermelden: Richtig freuen können sich in diesem Jahr Jürgen Kettner und Wiebke Meier, die mit „Kettner’s Kamota“ in Essen-Werden den verdienten ersten Michelinstern erhalten haben. Der Genießer gratuliert von Herzen!
Aber der Rest: Die Euphorie, die die Gastroszene des Ruhrgebiets in den letzten Jahren beflügelte, als sich etwa ein Michelinstern-Regen über Dortmund ergoss, Sven Nöthel mit seinem Mod die Stadt Duisburg aus dem Dornröschenschlaf riss und vor allem der Essener Veteran Knut Hannappel die schon lange verdiente Auszeichnung einheimsen konnte, scheint verflogen. Dieses Jahr war die Verleihung der begehrten Auszeichnungen für die kulinarische Provinz zwischen Ruhr und Emscher (oder zwischen A2 und A40, wie man will), eher Business as usual. Sogar eine Abstrafung gab es. Der Dorstener Gourmettempel von TV-Tausendsassa Frank Rosin wurde von zwei auf einen Stern hinunter gestuft. Damit hat das Ruhrgebiet sein kulinarisches Leuchtturmprojekte verloren. Grüne Sterne, die an besonders nachhaltig wirtschaftende Restaurants verliehen werden, gibt es hier auch nicht. Bib Gourmands, die lobenden Empfehlungen, nur wenige. Immerhin: Mit der Schließung des „Iuma“ in Dortmund und dem Aufstieg von „Kettner’s Kamota“ haben es immerhin die Revier-Metropolen Dortmund und Essen geschafft, mit je drei 1-Stern-Restaurants gleichzuziehen.
Update: Der Schneider in Dortmund ist seit 13. April 2023 geschlossen.
Hier ein Liste der Michelinsterne-Restaurants im Ruhrgebiet, wie immer in den Grenzen des RVR plus Velbert.
1 Michelinstern
Dorsten:
Goldener Anker
Rosin
Dortmund:
der Schneider (seit 13. April 2023 geschlossen)
Grammon’s Restaurant
The Stage
Duisburg:
Mod by Sven Nöthel
Essen:
Hannappel
Kettner’s Kamota
Schote
Haltern:
Ratsstuben
Velbert:
Haus Stemberg
Xanten:
Landhaus Köpp
BIB Gourmand
Hattingen:
Diergardts Kühler Grund
Fachwerk
Neukirchen-Vluyn
Little John‘s
Waltrop:
Gasthaus Stromberg
Alle Michelinsterne in Deutschland:
Klick hier
Alle Bib Gourmands in Deutschland:
Klick hier
Quelle:Tageskarte
Sonntag, 6. Februar 2022
Neu in Essen-Werden: Kettner’s Kamota
Der Glanz, in dem die Stadt Essen Anfang der 2010-er Jahre als kulinarische Metropole des Ruhrgebiets erstrahlte und den z.B. die zahlreichen Gourmetmeilen der Stadt dokumentierten (klick hier), ist in den letzten Jahren mit wenigen Ausnahmen (z.B. Hannappel klick hier) doch etwas verblasst. Zu den „normalen“ Ermüdungserscheinungen tat in noch die Corona-Pandemie ihr Übriges, und so konnte ihr Dortmund mit dem Michelinsterne-Regen im letzten Jahr (klick hier) doch tatsächlich den Rang ablaufen. Umso erfreulicher ist es, dass in den letzten Monaten trotz alledem eine optimistische Aufbruchsstimmung herrscht. Die Neuerfindung der Pierburg in Kettwig durch Erika Bergheim ist nur ein Beispiel dafür (klick hier).
Jetzt hat auch das benachbarte Essen-Werden eine neue Sensation. Mitte Januar eröffneten Jürgen Kettner und seine Geschäftspartnerin Wiebke Meier in den idyllischen Fachwerkgassen des historischen Städtchens an der Ruhr das Restaurant „Kamota“, und die durch japanische Akzente aufgepeppte österreichisch-steirische Küche schlug bei den Gästen sofort ein wie eine Bombe. Über sechs Wochen im Voraus ist das Lokal mit seinen immerhin 43 Plätzen ausgebucht – so, als wolle man aus der bedrückenden Lockdown-Atmosphäre der vergangenen Monate in eine fröhliche Urlaubsstimmung flüchten.
Eigentlich wollte Jürgen Kettner ja Maschinenbauer werden, aber dann entdeckte der heute 33-Jährige gebürtige Steiermärker Metzgerssohn seine Leidenschaft fürs Kochen. Ein Praktikum brachte in gleich zur Koch-Ikone Heinz Winkler in Aschau, doch dann gings ins Ruhrgebiet. Jürgen Kettner gehörte zu den jungen Talenten, mit denen Berthold Bühler und seine Küchenchefs Eric Werner und Erik Arnecke vor zehn Jahren in der Zwei-Sterne-Restaurantlegende Résidence in Kettwig einen Neuanfang wagte (klick hier) und die große Tradition des Hauses noch einige Zeit fortsetzen konnte. 2020 eröffnete Kettner gemeinsam mit Kevin Pietsch das „Pietsch by Kettner“ im Harz, für das er schon bald einen eigenen Michelinstern bekam und wo er sich schon den japanischen Einflüssen widmete. Dennoch zog es ihn zurück ins Ruhrgebiet. Bei der Aufbauarbeit des Asia-Ladens „Mama San“ (klick hier) lernte er schließlich die Restaurantfachfrau Wiebke Meier kennen, mit der er dann das „Kamota“ gründete.
„Kamota“ ist mitnichten ein japanisches Wort, sondern die steirische Aussprache des ursprünglich französischen Wortes „kommod“ und bezeichnet einen gemütlichen Ort. Und gemütlich ist es in den Räumlichkeiten der ehem. Pizzeria „Il Capriccio“ tatsächlich, aber dank des durchdachten modernen Designs immer wieder ironisch gebrochen, moderner Austro-Pop eben. Ein Teil des Restaurants beherbergt die „Greisslerei“, einen Feinkostladen, in dem es hausgemachte Kamota-Produkte gibt, in der Küche im Keller werden in Zukunft regelmäßig Kochkurse abgehalten.
Im Restaurant setzen Jürgen Kettner und Wiebke Meier auf lockere Gasthaus-Atmosphäre. Es kommen keine Teller-Gerichte auf den Tisch, sondern es wird in Schüsseln für zwei oder je nach Gruppengröße mehr Personen serviert, aus denen sich jeder selbst nehmen kann. „Sharing“ nennt man das in modernen Restaurant-Konzepten. „ Da werden die Gäste von ihren Handys weggerissen und müssen sich dem Essen und ihren Mitgästen widmen“, lacht Kettner.
Betrachtet man aber, wie fein die Gerichte angerichtet sind, scheint es fast zu schade, um sie zu zerstören und sich selbst auf den Teller zu bugsieren. Überall scheint die Perfektion des Sternekochs durch. Die Saucen schillern in durchdachten Farbkombinationen, die Garnituren sind zarte Teller-Skulpturen. Was von der Bezeichnung her deftig erscheint, ist in der Darreichungsform leicht und fein. Ein Erdapfelschmarrn kommt als luftiges Schäumchen daher, ein Backhendl wie japanisches Tempura-Ikebana.
Zu einem kleinen mittäglichen Presse-Essen servierten Wiebke Meier und Jürgen Kettner die Gänge des aktuellen Menüs von der Karte. Die einzelnen Gerichte waren eindeutig österreichischen Ursprungs, doch die steirischen Grundprodukte wurden durch japanische Zutaten und Aromen delikat ergänzt. Die Geschmackskombinationen waren durchweg betörend, der Begriff Gasthausküche reines Understatement.
Das Kamota-Pressemenü vom 3. Februar 2022
Komota Bauernbrot, g‘schlagene Butter, steirisches Kürbiskernöl
Daikon Rettich, Jahrgangs Gurkerl, Wasabi Sauerrahm
Preziose fürs Sharing, vom Genießer einigermaßen schön auf den Teller gebracht
Zitrusaromen, Petersilie, scharfe Sabayon
Japanisch-steirische Köstlichkeit
Tokyo Rüberl, Kizami Sauerkraut
Nicht nur optisch ein Gedicht. Tokyo Rüberl sind eine Mairübchen-Sorte.
SHOYU Sellerie, Schwammerl, Speckkraut
Zergeht auf der Zunge. Shoyu ist eine Soja-Sauce.
Strohmeyer Holler, Sake Lees
Das Dessert vermählt Schilcher-Sekt mit der Hefe von der Zubereitung des Reisweins Sake.
Zwetschgenröster, Kamota Vanilleeis
Hat das Zeug, zum Signature Dish zu werden.
Grauburgunder Privat Kettner’s Kamota
Sauvignon Blanc, Weingut Polz
2013 Zweigelt, Weingut Tement
Schilcher Sekt, Langmann
Kettner’s Kamota. Hufergasse 23, 45239 Essen-Werden. Tel. 0201/72044700. Di-Sa 17-23 Uhr. kettnerskamota.de
Der Genießer bedankt sich für die Einladung.
Freitag, 5. März 2021
Michelinsterne 2021 im Ruhrgebiet: 3 Neuzugänge in Dortmund!
War das eine wunderbare Sternedusche für die Westfalenmetropole, als heute die morgen die Präsentation der Michelinsterne coronabedingt durchs Internet geisterte. Jeweils eine der begehrten Auszeichnungen ging an gleich drei Restaurants in Dortmund: Der Schneider, IUMA und Grammons Restaurant. Gemeinsam mit dem Traditionshaus Palmgarden verfügt Dortmund jetzt über 4 Sternerestaurants und löst damit Essen als kulinarisches Zentrum in der Metropole Ruhr ab. In Essen strahlen nur noch das Restaurant Hannappel und Nelson Müllers Schote mit jeweils einem Stern, nachdem Erika Bergheim das Laurushaus im Schlosshotel Hugenpoet verlassen hat.
Insgesamt gibt es 2021 elf Restaurants aus dem Ruhrgebiet (in den Grenzen des RVR zzgl. Velbert) in der gastronomischen Königsklasse. Spitzenreiter mit 2 Sternen ist wiederum das Restaurant des Fernsehkochs Frank Rosin in Dorsten
Hier die Liste aller Sternerestaurants im Ruhrgebiet.
2 Michelinsterne
Dorsten (Kreis Recklinghausen): Rosin
1 Michelinstern
Dortmund: Der Schneider
Dortmund: Grammons Restaurant
Dortmund: IUMA
Dortmund: Palmgarden
Dorsten (Kreis Recklinghausen): Goldener Anker
Essen: Restaurant Hannappel
Essen: Schote
Haltern am See (Kreis Recklinghausen): Ratsstuben
Velbert: Haus Stemberg
Xanten: Landhaus Köpp
Hier die Liste mit allen Michelinsternen aus ganz Deutschland 2021. Klick hier.
Genussbereit-Berichte aus dem Archiv:
Dortmund: Der Schneider klick hier
Dortmund: Palmgarden, klick hier
Essen: Restaurant Hannappel, klick hier
Essen: Schote, klick hier
Haltern: Ratsstuben, klick hier
Velbert: Haus Stemberg, klick hier
Xanten: Landhaus Köpp, klick hier
Sonntag, 9. August 2020
Mal woanders: Ein Jahr Eric Werners „astrein“ in Köln
Viele Genussbereit-Leser kennen Eric Werner noch aus seiner Zeit in der „Résidence“ in Essen-Kettwig. 2012 trat er gemeinsam mit Erik Arnecke die Nachfolge von Henri Bach an (klick hier), der in jahrzehntelanger Bständigkeit auf höchstem Niveau zwei Michelin-Sterne für Berthold Bühlers Gourmet-Institution erkochte. Die junge Doppelspitze verteidigte die hohe Auszeichnung mühelos, und als Erik Arnecke 2015 die „Résidence“ verließ, gelang das auch Eric Werner als nunmehr alleiniger chef de cuisine. Doch bereits ein Jahr später entschloss sich Patron Berthold Bühler, sein Restaurant zu schließen (klick hier).
Eric ging zurück in seine Heimatstadt Köln und wurde Küchenchef im „Himmel un Äd“ im Hotel am Wasserturm, eine atemberaubende Location mit wunderbarer Aussicht über die Domstadt. Auch hier erkochte er rasch einen Michelin-Stern (klick hier), doch lange konnte er diesen Erfolg nicht genießen. Das Hotel wurde verkauft, und die neuen Eigentümer hatten nur wenig Interesse an einem kostenintensiven Sterne-Restaurant in ihrem Haus und schlossen das „Himmel un Äd“. Nach zwei Schließungen, für die er nichts konnte, war es an der Zeit, sich auf eigene Füße zu stellen. Er eröffnete im August 2019 das „astrein“ in Köln, im Agnesviertel, vom Kölner Mediapark nur durch einen Bahndamm getrennt– und bekam im ersten Jahr prompt wieder einen Michelin-Stern.
Astrein, das ist im Holzhandel eine Kategorie für das beste Holz, und entsprechend astrein soll auch das Essen sein, das Eric in seinem Restaurant anbietet. Astrein, das ist aber auch ein nostalgisch wirkender Ausdruck aus der Jugendsprache einer Zeit, als die Jeans noch Nietenhosen hießen und man coole Sachen noch knorke nannte – oder eben astrein. Und so ist auch das Restaurant. Auf der einen Seite auf der Höhe der Zeit ausgestattet – den gar nicht so großen Gastraum dominiert eine Tapetenwand, auf der allerlei Urwaldgetier sein Wesen treibt und die den Dschungel der Großstadt symbolisieren soll. Auf der anderen Seite ist es gemütlich wie eine Kneipe im „Veedel“ – aber mit Michelin-Stern. Während des Corona-Lockdowns gab es neben einem Take-Away-Menü auch ein Fenster, durch das hausgemachtes Eis verkauft wurde. –eine Idee, von der Eric immer noch begeistert ist. Wer weiß, vielleicht macht er ja noch einmal eine Eisdiele auf.
Den Lockdown hat das „astrein“ jedenfalls ganz gut überstanden. Ob der Sommer, der bislang folgte, hätte besser laufen müssen, weiß Eric nicht. Er hat ja noch keinen „normalen“ Sommer hinter sich. Am Samstag feierte er jedenfalls den ersten Geburtstag seines Ladens mit einem lockere, kleinen Presse-Menü, das zeigte, was er sich unter einer astreinen Küche vorstellt. Das, was auf den Teller kam, war ebenfalls auf der Höhe der Zeit, in der Form des Anrichtens oder etwa und bei der Auswahl „erdiger“ Zutaten wie Heilkräuter und Sauerampfer für Sorbet und Eis. Ganz klassisch französisch, fast brav hingegen war der Aufbau des Menüs. Auf eine vegetarische Vorspeise folgte ein Meeresfrüchtegang mit Kaisergranat und als Hauptgang selbstverständlich ein Fleischgericht mit Bison-Filet– alles begleitet von sorgsam ausgewählten Weinen mit schönen ergänzenden Aromen. Dass es keine handwerklichen Schnitzer gab, braucht man wohl nicht extra zu erwähnen. Der Genießer bereute es jedenfalls nicht, den Ausflug aus dem Ruhrgebiet nach Köln gemacht zu haben. Astrein ist knorke.
Das Astrein-Geburtstagsmenü vom 8.8.2020
Kartoffel-Oliven-Liwanze und Zitronenricotta
astrein. Krefelder Straße 37, 50670 Köln., Tel. 0221/95623990. Di- Sa 17-23 Uhr. Ruhetag: So, Mo. ww w.astrein-restaurant.com
Der Genießer bedankt sich für die Presse-Einladung.
Freitag, 29. Mai 2020
Nelson Müller in Essen-Rüttenscheid: Ein Jahr „Schote“ am neuen Standort, sechs Jahre „Müllers auf der Rü“ und erneut ein Michelinstern
Fast hätte es Nelson Müller im Corona-Dilemma vergessen. Im diesjährigen Mai konnte der TV-Koch gleich mehrere Jubiläen feiern. Seit sechs Jahren betreibt er am Rüttenscheider Stern im gleichnamigen Essener Stadtteil sein Bistro „Müllers auf der Rü“, und ein Jahr ist es jetzt her, dass er mit seinem Michelin-besternten Restaurant „Schote“ in die gleichen Räumlichkeiten zog. „Trotz der Lockerungen im Corona-Shutdown hätten wir das sowieso nicht mit einer großen Party feiern können“, meinte Nelson bei einem kleinen Empfang für ein paar ausgesuchte Pressevertreter. Auch gab es keine großartigen Feierlichkeiten zur Verleihung der diesjährigen Michelinsterne. Die Plaketten zu der begehrtesten Auszeichnung in der Gastronomie wurden diesmal ganz einfach per Post verschickt.
Auch 2020 gibt es einen Michelin-Stern für die "Schote".
Dabei hätte der Umzug der „Schote“ aus der Emmastraße (klick hier) an den Rüttenscheider Stern dem Restaurant durchaus den Michelinstern kosten können, doch die Tester waren nach wie vor von der Küchenleistung überzeugt. „Die Verlagerung des Restaurants war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte“, freut sich der vielbeschäftigte TV-Koch. Das Pendeln zwischen den beiden Lokalen sei früher immer sehr anstrengend gewesen, betont er. Dazu noch sein umfangreiches Fernsehengagement, das ihn häufig zu Dreharbeiten verpflichtet. „Jetzt schaffe ich es viel besser, trotzdem so gut wie jeden Abend in den Restaurants zu sein“, erklärt Nelson.
Dass die lässige Truppe trotz grimmiger Corona-Maskierung die Läden mit Charme und Herzlichkeit schmeißt, konnten der Genießer und seine Kollegen dann an einem langen Abend in der „Schote“ erleben. Nelson und Küchenchef Christofer ließen fast alle Gänge ihres derzeitigen Sterne-Menüs auffahren. Erwartet hatten wir ein paar Probierhäppchen. „Doch wir haben aber so viel Lust am Kochen, das wir gleich das ganze Programm auffahren wollten", lachte Nelson übers ganze Gesicht. Einen besonderen Kick lieferte die Weinbegleitung von Sommelier Justin, der aus dem Münchener Gourmettempel „Tantris“ nach Rüttenscheid gekommen ist. Eigentlich ist er in der Musikszene zu Hause, und so vergleicht er die Weine gern mit den stilistischen Eigenschaften klassischer Rock-Größen.
Die Gänge selbst hatten natürlich, wie konnte es anders sein, Sterne-Niveau. Mit höchstem handwerklichen Aufwand und z.T. filigraner Präzision waren die verschiedensten Komponenten zusammengesetzt, Saucen wurden meist er ganz zum Schluss dazu gegossen. „Ich tue mich immer schwer, meinen Stil auf einen einfachen Nenner zu bringen“, gesteht Nelson. „Ich würde sagen, es sind klassisch französische und deutsche Wurzeln mit mediterranem Einschlag, modern interpretiert“, erklärt Nelson, „wenig asiatisch.“ Der Genießer würde sagen, es ist bei aller Raffinesse eine sofort zugängige, farbenfrohe Popküche, die auf einer fast konservativen Basis steht.
Ein paprikalastiger Gulaschsud als Sauce zum Fisch. Lustig: Die Tigerenten-Nudeln obendrauf. Stehen in einem von Nelsons Kochbüchern.
Der Mama-Klassiker Erbsen und Möhren, mit einer lila Urkarotte elegant interpretiert, traf in Garnelen-Couscous und Erdnusssauce auf einen Gruß aus Nelsons Geburtsland Ghana.
Restaurant Schote. Rüttenscheider Straße 62, 45130 Essen. Tel: 0201/78 01 07. Di bis Sa ab 18:30 Uhr, Küche bis 23:00 Uhr. So. und Mo. geschlossen. www.restaurant-schote.de
Der Genießer bedankt sich für die Presseeinladung
















































