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Samstag, 16. November 2024

Topfgucker Spezial: Nelson Müller verlegt sein Essener Sterne-Restaurant "Schote" nach Bergisch-Gladbach

Essen verliert ein Sterne-Restaurant. Nelson Müller will das Hotel Diepeschrather Mühle in Bergisch-Glasbach übernehmen und seine "Schote" am 31.12.204 am Rüttenscheider Stern schließen und dorthin verlegen. Das Bistro "Müllers auf der Rü" bleibt Essen erhalten. Hier ein Bericht aus dem Portal "Genusswelten". Bitte aufs Bild klicken.


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Freitag, 29. Mai 2020

Nelson Müller in Essen-Rüttenscheid: Ein Jahr „Schote“ am neuen Standort, sechs Jahre „Müllers auf der Rü“ und erneut ein Michelinstern

Update November 2024: Nelson Müller übernimmt das Hotel Diepeschrather Mühle in Bergisch-Gladbach und zieht mit der "Schote" ab 31.12.2024 dorthin. Klick hier

Mummenschanz: Trotz grimmiger Corona-Masken empfangen
Nelson Müller und sein Team die Gäste charmant und herzlich.

Fast hätte es Nelson Müller im Corona-Dilemma vergessen. Im diesjährigen Mai konnte der TV-Koch gleich mehrere Jubiläen feiern. Seit sechs Jahren betreibt er am Rüttenscheider Stern im gleichnamigen Essener Stadtteil sein Bistro „Müllers auf der Rü“, und ein Jahr ist es jetzt her, dass er mit seinem Michelin-besternten Restaurant „Schote“ in die gleichen Räumlichkeiten zog. „Trotz der Lockerungen im Corona-Shutdown hätten wir das sowieso nicht mit einer großen Party feiern können“, meinte Nelson bei einem kleinen Empfang für ein paar ausgesuchte Pressevertreter. Auch gab es keine großartigen Feierlichkeiten zur Verleihung der diesjährigen Michelinsterne. Die Plaketten zu der begehrtesten Auszeichnung in der Gastronomie wurden diesmal ganz einfach per Post verschickt.

 Herr Müller auf der Rü:
Auch 2020 gibt es einen Michelin-Stern für die "Schote".

Dabei hätte der Umzug der „Schote“ aus der Emmastraße (klick hier) an den Rüttenscheider Stern dem Restaurant durchaus den Michelinstern kosten können, doch die Tester waren nach wie vor von der Küchenleistung überzeugt. „Die Verlagerung des Restaurants war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte“, freut sich der vielbeschäftigte TV-Koch. Das Pendeln zwischen den beiden Lokalen sei früher immer sehr anstrengend gewesen, betont er. Dazu noch sein umfangreiches Fernsehengagement, das ihn häufig zu Dreharbeiten verpflichtet. „Jetzt schaffe ich es viel besser, trotzdem so gut wie jeden Abend in den Restaurants zu sein“, erklärt Nelson.




Seit einem Jahr am neuen Standort: Restaurant "Schote"

Dass das alles so wunderbar klappt, liegt nicht zuletzt an seiner 25-köpfigen Crew, allen voran Küchenchef Christofer Kokoszka, Sommelier at large Justin Leone und sein Nachfolger David Baumann sowie Restaurantchefin Katrin Lohmann. 36 Plätze in der Brasserie „Müllers auf der Rü“ mit ihrer hochwertigen Hausmannskost, 36 Plätze in der „Schote“ mit ihren aufwendigen Gerichten, ein Imbiss und eine geplante Tagesbar erfordern engagierten Einsatz. Vorbereitet werden die Gerichte in einer Küche im Untergeschoss, fertig gekocht und vom Chef abgenommen werden sie in einer Showküche inmitten der Gäste. Der neuste, aus der Corona-Not geborene Hit sind die die Genussboxen, die Leckereien für Zuhause enthalten und deutschlandweit ausgeliefert werden.

Nelson und sein Küchenchef Christofer Kokoszka

Dass die lässige Truppe trotz grimmiger Corona-Maskierung die Läden mit Charme und Herzlichkeit schmeißt, konnten der Genießer und seine Kollegen dann an einem langen Abend in der „Schote“ erleben. Nelson und Küchenchef Christofer ließen fast alle Gänge ihres derzeitigen Sterne-Menüs auffahren. Erwartet hatten wir ein paar Probierhäppchen. „Doch wir haben aber so viel Lust am Kochen, das wir gleich das ganze Programm auffahren wollten", lachte Nelson übers ganze Gesicht. Einen besonderen Kick lieferte die Weinbegleitung von Sommelier Justin, der aus dem Münchener Gourmettempel „Tantris“ nach Rüttenscheid gekommen ist. Eigentlich ist er in der Musikszene zu Hause, und so vergleicht er die Weine gern mit den stilistischen Eigenschaften klassischer Rock-Größen.


Schenkten ein: Sommelier at large Justin Leone,
der die neue Weinkarte schrieb, ...

...und sein Nachfolger David Baumann.


Die Gänge selbst hatten natürlich, wie konnte es anders sein, Sterne-Niveau. Mit höchstem handwerklichen Aufwand und z.T. filigraner Präzision waren die verschiedensten Komponenten zusammengesetzt, Saucen wurden meist er ganz zum Schluss dazu gegossen. „Ich tue mich immer schwer, meinen Stil auf einen einfachen Nenner zu bringen“, gesteht Nelson. „Ich würde sagen, es sind klassisch französische und deutsche Wurzeln mit mediterranem Einschlag, modern interpretiert“, erklärt Nelson, „wenig asiatisch.“ Der Genießer würde sagen, es ist bei aller Raffinesse eine sofort zugängige, farbenfrohe Popküche, die auf einer fast konservativen Basis steht.

Das Sterne-Menü aus der „Schote“ 


Sylter Brot von Bäcker Gaues
mit Frankfurter Sauce und Gesalzener Butter
unter einer signierten Oblate als Aufstrich.




Kleinigkeiten vorweg
Nachgebautes Ei | Cornetto im Hackfüllung |
Spargelspitzen in essbarer Erde


Einstimmung
Graupenrisotto | Schnittlauchblüten | Gebackenes Kalbsbries | Kalbszunge 
Graupensuppe, nicht wie bei Oma


Terrine und Essenz vom Kaninchen
Gänseleber | Frankfurter Sauce | Alblinsen | Löwenzahn
Gewürztraminer Orange by Nature, Nahe
Vorn auf dem Brioche ist Aprikosengelee.
Klassisch, filigran und dennoch bodenständig


Zur Terrine gab es noch eine
kräftige Brühe als Shooter.


Konfierter Kabeljau
Lauwarmer Nudelsalat mit Bohnenragout Sepia | Gulaschsud
Recanati Roussanne/Marsanne, Israel
Ein paprikalastiger Gulaschsud als Sauce zum Fisch. Lustig: Die Tigerenten-Nudeln obendrauf. Stehen in einem von Nelsons Kochbüchern.


Sautierter Steinbutt
Yuzubéchamel | Pommes Souflées | Stauder
Sauvignon blanc Zeitspiel2, Südsteiermark 
Küchenintern auch Fish'n'Chips genannt. Herrliche Biersauce. Ein Favorit des Genießers. 


Kartoffel Ravioli
Frühlingstrüffel | Mimolette | Trauben | Bio Ei
Chardonnay Wild Yeast, Südafrika 
Noch ein Favorit des Genießers. Er verspürte den unwiderstehlichen Drang zur Zweitnudel. Mimolette heißt der Käse, aus dem das knusprige Sptzendeckchen hergestellt wurde, das den Raviolo abdeckt. Der war mit wachsweichem Eigelb gefüllt.


Crépinette vom Stubenküken
Erbsen und; Möhren | Erdnussjus | Couscous Crusta Nova Garnele
Tondonia »Viña Gravonia« Blanco Crianza, Rioja
Der Mama-Klassiker Erbsen und Möhren, mit einer lila Urkarotte elegant interpretiert, traf in Garnelen-Couscous und Erdnusssauce auf einen Gruß aus Nelsons Geburtsland Ghana.


Heißer Sud wurde über Couscous
und Garnelen gegossen,
die in der Kokotte gar zogen.

Zwischengang
Tacos mit Popcorn und Avocado
Albariño do ferreiro, Rias Baixas 



US Roastbeef
Geschmorte Mairübchen | Zwiebelconfit Sauce Bourguignonne
Nebbiolo Chiara Boschis, Langhe 
Und noch ein Favorit des Genießers

Im Glas kullerte ein wunderbarer Nebbiolo Langhe.


Rhabarberzeit
Yuna Edelweiß Original Beans Schokolade 37% | 
Ziegenfrischkäse | Mandeln
Graf Adelmann „Das Lied von der Erde“ Riesling Spätlese, Württemberg



Süßes zum Schluss
von Chefpâtissière Florentine Fleuringer
Kaffee


Restaurant Schote. Rüttenscheider Straße 62, 45130 Essen. Tel: 0201/78 01 07. Di bis Sa ab 18:30 Uhr, Küche bis 23:00 Uhr. So. und Mo. geschlossen. www.restaurant-schote.de

Der Genießer bedankt sich für die Presseeinladung

Freitag, 22. Februar 2013

Topfgucker Spezial: Nelson Müller Quotenking beim ZDF

Der Bloggerkollege "Kompottsurfer" bringt eine schöne Einschätzung über den Erfolg von Nelson  Müllers Lebensmittel-Aufklärungssendungen im ZDF - und die hoffentliche Auswirkung auf die Sendungen des anderen kulinarischen Aufklärers aus dem Ruhrgebiet im WDR Fernsehen, Björn Freitag.
Der Genießer muss gestehen, dass er nichts zu Nelson Müllers Qutenerfolg beigetragen hat. Er guckt dienstags immer "CSI: Vegas", um sich vom ständigen Um's-lecker-essen-Kümmern ein wenig zu erholen. Aber zugegeben, das ist auch nicht mehr so gut, wie es einmal war.
Hier geht es zum Post des "Kompottsurfers": klick hier.

Samstag, 23. Juni 2012

Gourmetmeile „Essen verwöhnt 2012“: Die Musik spielt auf dem Teller

Fleischliches vor dem Essener Dom:
Die Hand Gottes steht auf Seiten der Essener Köche

4:2 gegen Griechenland gewonnen, schön und gut. Doch das EM-süchtige Volk weiß gar nicht, was es gestern bei „Essen genießen“ verpasst hat. Schlagartig gegen halb neun leerten sich die eleganten, mit dunkelgrauen Hussen und exklusivem Blumenschmuck dekorierten Tische auf Deutschlands größter Gourmetmeile, und das fußballsüchtige Volk verzog sich, um seiner staatstragenden Leidenschaft zu frönen. Sei’s drum: Der Genießer nutzte die Gelegenheit, bei dieser Ruhe auf der Kettwiger Straße einige der kulinarischen Köstlichkeiten abzuessen, für die er eigentlich lange an den Ständen hätte anstehen müssen. Seine Empfehlung ans Fußballvolk: Bis Sonntag kann noch nachgeholt werden, was am Freitag versäumt wurde.

Parkhaus Hügel: Geröstete Garnelen mit geräuchertem Avocadoschaum im Knusperröllchen und Tomaten-Minzsalat (6 Euro). Suvad Memovic holt den Sommer auf den Teller. Bitter-süße Exotik-Aromen und fantasievolle Präsentation bilden einen Urlaubs-Cocktail für alle, die reif für die Insel sind.  

Schote: Gegrillte Gambas mit Blumenkohl-Cous-Cous, geeister Wassermelone und Kefir (9 Euro). Fernsehkoch Nelson Müller macht als frischgebackener Sternekoch seinem Ruhm alle Ehre und bietet großes Showbusiness auf dem Teller. Exotisch, prachtvoll anzusehen und einfach saulecker. Die Gambas schillern in extravaganten Farben, die geeisten Wassermelonenwürfel provozieren Sehnsucht nach einem karibisch-heißen Sommer.

Schloss Hugenpoet: Loup de Mer und Garnelenroulade mit gebackenen Tomaten und Basilikum (9 Euro). Ist Erika Bergheim nun als Vertreterin von des Sterne-Restaurants „Nero“ oder des „Hugenpöttchens“ auf der Meile? Egal, was die Küchenchefin von Schloss Hugenpoet in ihrem Fischgang auf den Teller zaubert, hat die Eleganz des prächtigen Hotels im Kettwiger Ruhrtal. Der kross gebratene Fisch, die asiatisch anmutende Garnele im Tigmantel und die italienische Tomatenzubereitung sind ein Aroma-Crossover, das Zunge und Herz gleichsam stimuliert.

Casino Zollverein: Tranchen vom Tomahawk, Grenaille, Sourcrème (9,50 Euro). Ein Gericht, an dem kein Winnetou-Fan vorbei kommt. Tomahawks nennt man die Riesen-Steaks, die man aus dem Ochsenkarree schneidet und die samt langem Knochen aussehen wie indianische Schlachtbeile. Im Casino sind sie in mundgerechte Tranchen geteilt, butterzart und mit prickelndem Meersalz gewürzt. Grenaille sind die kleinen Kartoffeln, die auf Deutsch Drillinge heißen – ein deftig feines Gericht für Fleischfreunde.

Vincent & Paul: Dreierlei von Erdbeere und Rhabarber – Gateâu, Tarte und Lolli-Pop (5 Euro). Ein Dessert, das über die Zunge geht wie die Bezeichnungen aus französischer Hochküche und Teenager-Pop: Kuchen, Törtchen und Eislutscher aus verführerischen sommerlichen Gartenprodukten. Top!

Das Tor zur Glückseligkeit auf der Kettwiger Straße

Reitet in die Dämmerung: Der Kaiser als kulinarischer Schutzpatron

"Essen verwöhnt" geht noch bis Sonntag, den 24. Juni. Infos und Übersicht der Speisen finden Sie hier.

Dienstag, 8. Mai 2012

„Flug zu den Sternen“: Gipfeltreffen der Essener Spitzenköche im Parkhaus Hügel

Nur für's Foto auf der kühlen Terrasse:
Nelson Müllers Gang 

Diese Veranstaltung machte deutlich, warum Essen die kulinarische Metropole im Ruhrgebiet ist. Im Rahmen der behutsamen Neuausrichtung des „Parkhaus Hügel“ hatten Hausherr Hans-Hubert Imhoff und sein Küchenchef Suvad Memovic einen ganz besonderen Coup gelandet und die Köche der drei Essener Sternerestaurants in ihre Küche zu geladen: von der „Résidence“ die neue Doppelspitze Eric Werner und Erik Arnecke unter Führung ihres Patrons Berthold Bühler, vom „Schlosshotel Hugenpoet“ Erika Bergheim und von der „Schote“ TV-Liebling Nelson Müller. Dazu stieß noch der schwer sternverdächtige Knut Hannappel aus seinem gleichnamigen Restaurant, und gemeinsam mit Suvad Memovic, der immerhin eine Sterne-Vergangenheit als Sous-Chef in Thomas Bühners ehemaligem „La Table“ in Dortmund hat, machte sich am 7. Mai 2012 dieses Dream-Team daran, für 120 Gäste ein  Supermenü unter dem Motto „Flug zu den Sternen“ zu kreieren. 

Suvad Memovic, Erika Bergheim, Erik Arnecke, Eric Werner,
Berthold Bühler, Nelson Müller, Knut Hannappel

Kaum war dieser Küchenevent angekündigt, war er auch schon ausverkauft. „Dass alle Kochkünstler und auch der Sommelier Markus del Monego, der fachkundig die begleitenden Weine kommentierte, gemeinsam Zeit hatten, war schon ein einmaliger Glücksfall“, freute sich Hans-Hubert Imhoff.

Coup gelandet: Hans-Hubert Imhoff

Das letzte I-Tüpfelchen der Veranstaltung wäre gewesen, wenn man an einem lauen Frühlingsabend auf der zauberhaften Terrasse des „Parkhaus Hügel“ ganz relaxt Aperi- und Digestif hätte einnehmen können. Doch leider kannte Petrus keine Gnade und torpedierte mit kühlen neun Grad und nieseligem Regengrau die Magie des Ortes am Baldeneysee, so dass sich die Gäste nur kurzzeitig für Champagner und Fingerfood vom "Parkhaus Hügel" um die Heizungspilze scharten. Doch das schadete der Stimmung kaum, denn das exklusive Menü wurde sowieso in den Räumlichkeiten des historischen Anwesens zu Füßen der Villa Hügel serviert. Bei der fröhlichen Service-Brigade klappte alles wie am Schnürchen, und bei der Video-Übertragung aus der Küche, die auf mehreren Großbildschirmen in die Speisesäle übertragen wurde, konnte man entdecken, wie kollegial die Spitzenköche miteinander arbeiteten und sich gegenseitig beim Anrichten halfen
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Der Genießer gab sich Mühe, die Gänge trotz etwas schwieriger Lichtverhältnisse fotografisch angemessen zu dokumentieren. Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.

Das Menü: Flug zu den Sternen
5 Küchenchefs – 5 Gänge – 5 Weine

Traskaya Auster und Heilbutt aus dem Dampf mit Algen und Mango
von Erika Bergheim, Schlosshotel Hugenpoet

Der 2011er Weißer Burgunder vom Weingut Bassermann-Jordan war mit seiner mineralischen, fast salzigen Brizzeligkeit eine perfekte Ergänzung zum Meeresgeschmack der pochierten Auster und der Algen, der durch die Süße der Mango-Zubereitung konterkariert wurde. Der Heilbutt hätte wärmer sein können.

Soufflierte Scholle mit Walbecker Spargel und Blattsalatsauce
von Nelson Müller, Restaurant Schote

Fernsehkoch Nelson Müller hielt seine Kollegen ganz schön auf Trab, als sie seinen verspielten Gang anrichten mussten. Aus schön gerade geschnittenen Spargelstücken wurde auf jedem Teller quasi eine Miniatur-Skyline der Stadt Essen mit Rathaus, RWE-Tower und Eon- und Thyssen-Krupp-Zentrale aufgebaut, die ein Berthold-Beitz-Boulevard aus grüner Sauce miteinander verband – ein süß-bitteres Geschmackserlebnis, das in der 2010er Silvaner Spätlese Eschendorfer Lump vom Weingut Michael Fröhlich seine Entsprechung fand. Aufwendig auch die Zubereitung der Scholle als aufgegangenes Soufflé und als Filetstück, ganz unterschiedlich in Farbe, Mundgefühl und Geschmack. Ein Highlight des Genießers.


Gefüllte Taubenbrust, Taubenklein, Pastinake, Mairitterlinge
von Knut Hannappel, Restaurant Hannappel

Der 2008er Spätburgunder „RS“ vom Weingut Salwey versprach beim Probieren einen feinen Geflügelgang mit kräftigen Untertönen, und so war es dann auch. Die umwickelte Taubenbrust war von zarter Kernigkeit, und das Taubenklein hatte eine wunderbare Lebernote – cremig und verführerisch. Ein weiteres Highlight!


Rinderfilet, Karotte, Sellerie, Lauch, Püree von Röstkartoffeln (Rinderbraten „Esterhazy“ neu interpretiert)
von Suvad Memovic, Parkhaus Hügel

Das Hauptgericht war dem Hausherrn reserviert, und bei seinem Fleischgang blieb Suvad Memovic seiner Linie treu, klassische Gerichte neu und modern zu interpretieren. Klassisch wurde der Rinderbraten „Esterhazy“ mit Karotten, Lauch und Sellerie zubereitet, und diese Gemüse fand man auch als Julienne unter dem leuchtend rosa gegarten Fleisch. Dazu gab es das Gemüse auch als eine Art Gelee-Früchte. Bei beiden Zubereitungsarten hätte sich der Genießer eine deutliche Geschmacksintensität gewünscht, so wurde alles durch die schöne Sauce dominiert. Dazu gab es einen zweiten Spätburgunder, den 2009er Pinot Noir 1 vom Weingut von Winning, ein ungestümer Bursche, der mit jugendlicher Schruppigkeit daherkam.


Früchte des Schrebergartens – Himbeere, Rhabarber, Sauerklee
Von Eric Werner & Erik Arnecke, Restaurant Résidence

Die beiden Eri(c)ks aus der neuen Doppelspitze der „Résidence“ zeigten mit ihrem Dessert, dass sie das Zeug haben, die beiden Sterne des Hauses zu verteidigen. Ganz heimatverbunden begaben sie sich in den Schrebergarten, der Ikone der Selbstversorgung im Ruhrgebiet, um einen ganz zauberhaften und handwerklich raffinierten Nachtisch auf den Tisch zu bringen. In volkstümlichen Farben gehalten, war er geschmacklich höchste Kunst. Eine Tischtennisball-ähnliche Sorbet-Kugel war mit Himbeereis gefüllt, und sie zog wie ein Komet einen Schweif aus Rharbarber, Erdbeeren und anderen Köstlichkeiten hinter sich her. Dazu passte der 2008er Pasnal de Calàs, ein roter Süßwein aus alten Reben der Kellerei Capçanes im spanischen Monsant.

Impressionen

Ort mit Geschichte

Petrus fand keine Gnade, aber die Engel lächelten


Fingerfood auf der Terrasse


Magischer Ort trotz Regen


Kollegiales Anrichten: Suvad Memovic, Erika Bergheim


Wie am Schnürchen: Service-Brigade


Spätburgunder: Spaß im Glas


Genießers Selbstbespiegelung: Erst knipsen, dann genießen